Artillerieregiment 64
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Kriegstagebuch März 1944
18.3.1944
KTB 9.Armee.
Der Feind, der durch die Frontzurücknahme beim LVI.Pz.K. offensichtlich überrascht war, bemüht sich heute, rasch aufzuschließen und greift an mehreren Stellen die Nachtruppen an, so daß diese
auf die HKL zurückgenommen werden müssen. Luftaufklärung stellt fest daß die Zivilistenlager geräumt werden und Kolonnen nach Osten und Nordosten abziehen.
Auch beim XXXXI.Pz K. fühlt der Feind gegen die neue HKL am linken Korpsflügel vor und greift mit schwächeren Kräften an. Zusammengefaßtes Abwehrfeuer läßt jedoch den Angriff schon vor
Erreichen des Drahthindernisses zusammenbrechen.
Im übrigen bleibt die Armeefront ohne Kampfhandlungen.
Dafür rücken die Ereignisse vor der Front der 2.Armee immer mehr in den Vordergrund des Interesses. Dort hat die feindliche Angriffstätigkeit zwischen Styr und Horyn zugenommen und jetzt auch
auf den bisher nur durch schwache Sicherungskräfte geschützten Raum südostw. Brest-Litowsk übergegriffen. Die Antwort der Heeresgruppe auf die sich immer deutlicher abzeichnende
Schwerpunktbildung in diesem Raum besteht einerseits in der beschleunigten Durchführung der bisher vorgesehenen Abziehung von Kräften aus der übrigen Heeresgruppenfront, andererseits in der
Anordnung neuer Abgaben, die z.T. auch wieder die 9.Armee treffen. So soll die Zuführung des Gen.Kdo. LVI.Pz.K. nach Brest-Litowsk baldigst beginnen (s.Anl. V 2 und IV 1), ferner sind dem XX.A.K.
(noch 2.Armee) die sofortige Abgabe der Korps-Abt.E (ohne eine Div.Gruppe) befohlen (s.dazu Anl. V 1). Der Antrag des AOK 9, statt der verhältnismäßig starken KAE die 292.I.D. herauslösen zu
lassen, um eine allzu erhebliche Schwächung des XX.A.K. zu vermeiden (OB/stellv.OB H.Gr,, 10,50 Uhr), wird mit der Begründung abgelehnt, die nahe der Bahnlinie eingesetzte KAE werde schneller
abtransportbereit sein als die 292.I.D., deren Anmarsch zur Verladung sich bei dem derzeitigen Straßenzustand erheblich verzögern würde (stellv.OB, 12,45 Uhr). Um dem XX.A.K. die Herauslösung
der KAE zu ermöglichen, wird die 9.Armee noch vor Unterstellung des Korps einen Abschnitt an dessen linken Flügel durch Verbreiterung der 129.I.D. vom LVI.Pz.K. übernehmen lassen (s. dazu im
einzelnen Anl.IV 2). Die Heeresgruppe hat ferner befohlen, die Herauslösung einer Pz.Div. vorzubereiten; um deren etwa notwendigen Abtransport beschleunigt beginnen zu können, soll schon jetzt
ein verstärktes Rgt. der betr. Division aus der Front gezogen und als Armeereserve bereitgehalten werden (s.Anl. V 2). Der Oberbefehlshaber entscheidet sich für die 4.Pz.Div., die ja mit Ausnahme
ihrer in Stellung; befindlichen Artillerie nicht eingesetzt ist, so daß sich - die Artillerie kann jederzeit in Marsch gesetzt werden - eine Herauslösung des ersten, gegebenenfalls
abzutransportierenden Rgt. (Pz.Gr. Rgt.12) erübrigt.
Das Pz.Gr.Rgt.33 hat der Oberbefehlshaber dem XXXV.A.K. zur kurzfristigen Ablösung auffrischungsbedürftiger Einheiten für einige Tage zum Fronteinsatz freigegeben (Ia/Chef XXXV, 20,10 Uhr;
s.a, Anl. IV 3).
An weiteren Abgaben zum AOK 2 verlangt die Heeresgruppe einen Art.Rgt.Stab z.b.V. und eine RSO-Abt. Die Wahl fällt auf den Rgt.Stab z.b.V. 609 und die II./64. Der Forderung der Heeresgruppe auf
Abgabe einer Stu.Gesch Brig. zur Verfügung des OKH wird durch Abgabe der Stu.Gesch.Brig 909 entsprochen werden; von der Erlaubnis, einen Teil ihrer Sturmgeschütze zur Auffüllung der übrigen im
Armeebereich eingesetzten Brigaden zu behalten, gedenkt das AOK durch Zurückbehaltung von 20 Stu.Gesch. Gebrauch zu machen.
 
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