| Kriegstagebuch Mai 1941 | |
| 10.5.1941 | Erinnerungen
Lt.Peter Fischer: In der Stadt stehen noch die schweigenden zerschossenen Häuser als Zeichen des ehemalgen Kampfes, sonst bietet sie ein belebtes Bild. Die bekannte Balkanmischung der Einheimischen wimmelt auf den Straßen, dazwischen viel deutsche Landser, jetzt auch Bulgaren. Wir essen gut und trinken Kaffee, dann bummeln wird durch die Stadt, um noch einmal, wohl zum letzten Mal, einen Eindruck dieser serbischen Stadt zu bekommen. Wir suchen die Orte unseres einstigen Kampfes auf. Ein Glas Bier in einem Restaurant unter freiem, warmen Himmel beschließt den Abend. Heute ereignete sich ein Unfall, der beinahe schwere Folgen gehabt hätte. Das 8.Geschütz fuhr infolge Versagens der Lenkbremse einen Abhang hinab und überschlug sich mehrmals. 2 Mann wurden leicht verwundet ,1 kam mit dem Kopf zwischen 2 Magazinkästen, das rettete ihm das Leben. Geschütz und Wagen sahen böse aus. |
| 11.5.1941 | Erinnerungen
Lt.Peter Fischer: Unser Ziel ist heute Mitrovica, das wir bereits 12 Uhr erreichen. Die Fahrt ging bei dauerndem Regen auf guter Straße in tiefem Tal einem Gebirgsflüßchen folgend flott von statten. Als Gast begleitet uns ein Heeresunterarzt, ungetrübt aller militärischen Kriegskenntnisse! Dort wird natürlich auch ausgegangen, um erstens die letzte Gelegenheit zum Essen und zweitens zum Einkaufen auszunutzen. Wir decken uns noch ein mit Pullovern, Wolle, Hemden und Seife. Auch das Essen mundete uns sehr gut, nur war es, wie im Balkan üblich, stark mit Knoblauch gewürzt. Wir durchfuhren heute übrigens lange Knoblauchfelder - in Leipzig braucht das nicht erst angebaut zu werden! Der einzige Reichtum beim Kommiß ist der an Gerüchten oder Parolen. Über unser Reiseziel in der Heimat gingen bereits die tollsten Gerüchte um. Als bestes komt jetzt, dass wir direkt nach Weimar fahren per Achse. Ich glaube, es wird beim Raum Breslau bleiben. |
| 12.5.1941 | Erinnerungen
Lt.Peter Fischer: 6 Uhr fahren wir ab. Lt.D. ist zur Rastraumerkundung voraus. Wir folgen weiterhin dem tiefen eingeschnittenen Tal, das viel landschaftliche Reize mit seinen tiefen Schluchten und imposanten Steilabfällen bietet. Das Tal weitet sich dann und die Landschaft geht aus kargen felsigen Gebirgscharakter über in freundlichere Mittelgebirgslandschaft mit saftigen Wiesen im leicht welligen Hügelland. Es regnet ununterbrochen, die Wiesen links und rechts der Straßen stehen zum Teil unter Wasser. Auch unser Rastplatz, den wir um 15 Uhr hinter KRagujevac erreichen, ist ziemlich feucht. Zum Glück können wir in die schnell aufgeschlagenen Zelte etwas Stroh von einem Schober holen, das uns vor Rheuma auf der nassen Weide schützt. |
| 13.5.1941 | Erinnerungen
Lt.Peter Fischer: Wir müssen die Fahrzeuge heute Morgen einzeln herausschleppen, so schlammig ist die Wiese geworden. Seit 3.30 Uhr arbeiten wir schon und sind pünktlich 5 Uhr zur Abfahrt fertig. In flotter Fahrt erreichen wir 10 Uhr den Südeingang Beograds. Die Straße war ausgezeichnet, ähnlich unserer Autobahn! Wir durchfahren Belgrad ohne jeden Aufenthalt. Der Kommandeur ließ die Abteilung an sich vorbeifahren. Man sieht endlich wider einmal großstädtisches Getriebe mit Straßenbahnen usw. |
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