| Kriegstagebuch August 1940 | |
| 1.8.1940 | Tätigkeitsbericht IVa 1.Geb.Div.: Arras Vorbemerkung: ist die Umgebung von Arras, St.Pol und nordwestlich Unterkunftsorte. Cambrai empfangen kann« Div.Verpfl.Amt und Schlächt.-Zug richten ihre Ausgabestellen bezw. Einsatzorte ein. Schlächt.-Zug zieht im Schlachthof st.Pol, der sehr primitiv ist, unter Das Schlachtvieh muss aus dem Lande angekauft werden. Abmarsch: 1.8.40 / 7.15 Uhr. Marschweg: Compiegne - Noyon - Bapaume, zum Tagesziel Arras. Tagesmarschleistung: 167 km. Die gesamte Marschleistung von Censeau nach Arras beträgt 649 km und entspricht einer täglichen Durchschnittsmarschleistung von 162 km. Die Kompanie fuhr am Schluss der Marschgruppe und hatte ein Instandsetzungs- und Schleppkommando aufgestellt, bestehend aus 1 Werkmeister und 4 Mechanikern, sowie 2 Schleppfahrzeugen. Das Instandsetzungskommando konnte in 14 Fällen vorübergehend ausgefallene Fahrzeuge reparieren; das Schleppkommando trat nicht in Tätigkeit. |
| 2.8.1940 | Tätigkeitsbericht IVa 1.Geb.Div.: Arras Div.Verpfl.Amt und Schlächt.-Zug sind mit der 1.Ausgabe am 3.8.40 beschäftigt. Schwierig ist die Brotversorgung in den nächsten Tagen, da die Bäck.-Komp, erst am 4.8.40 eintrifft. Cambrai. Weiter ist die 7.Inf.Div. angewiesen, mit Brot auszuhelfen. Die Brotportion wird für die Ausgabe am 3.8.40 auf 500 g festgesetzt. Besonderen Anordnungen der Armee und des Korps entnommen sind, bekanntgegeben. Unterstellungen: |
| 3.8.1940 | Tätigkeitsbericht IVa 1.Geb.Div.: Arras. Ausgabe der Verpflegung durch das Div.Verpf1.Amt für 1 Tag an die bereits im Unterkunftsbereich eingetroffenen Truppenteile. 2 Tagessätze auszugeben hat keinen Zweck, da ständig Truppenteile eintreffen, denen Verpflegung ausgegeben werden muss. Am 3.8.40 treffen die für die 3 Jäger-Rgt. und der als 2. Beamter beim Div.Nachsch.Führer bestimmten Beamten ein. Sie waren auf Grund der Ausschreibungen in den AHM über Änderungen der Kriegssstärkenachweisungen und Bildung von Zahlmeistereien für- Rgt.-Einheiten bei den Inf. u. Jäg.Rgt. angefordert worden. Da noch keine Verfügung des Stellv.Gen.Kdo. vorliegt und den Beamten als Marschziel nur der Ort und der Stab der Division genannt wurde, muss vorerst einstweilige Einteilung bei den Rgt. getroffen werden. Die feste Einteilung ist erst möglich, wenn die Verfügung des stellv.Gen.Kdo. vorliegt. Arras: 1 Ogefr. wegen Plünderung zu 1 Mon. 15 Tg. Gef. 1 Gefr. wegen Gehorsamsverweigerung u.Bedrohung Vorgesetzter zu 1 Jahr Gef. Am 3.8.40 bauen die Züge auf und sind befehlsgemäss um 13.30 Uhr aufnahmebereit. |
| 4.8.1940 | Tätigkeitsbericht IVa 1.Geb.Div.: Arras Verpflegungsausgabe in St.Pol an alle bereits eingetroffenen Truppenteile für 1 Tag (5.8.40). Die Bäck.-Komp, trifft am Abend ein und bezieht Quartier, das bereits vorbereitet ist, in St.Pol. Brot für die Ausgabe am 4.8.40 wird aus dem A.V.L.Caudry und aus dem A.V.L.Doullens abgeholt. Die mit Bekleidung und Ausrüstung beladene Kw.Kolonne (15 LKW) ist am 5.8.40 mit den übrigen Einheiten des Div.Nachsch.Fü. eingetroffen. Noch um 5.8.40 wurde sie nach St.Pol vorgezogen, die Bekleidung in einem vorbereiteten Lager niedergelegt. Die Bekleidung und Ausrüstung wird am 4.3.40 an die Truppenteile ausgegeben. Mit Ausnahme von Bergschuhen, die vom Heeresbekleidungsamt München nicht in der erforderlichen Anzahl abgegeben werden konnten, erhalten die Truppenteile die angeforderte Bekleidung und Ausrüstung vollständig. Der Bekleidungszustand ist damit wieder gut. |
| 5.8.1940 | Tätigkeitsbericht IVa 1.Geb.Div.: Arras. Verpflegungausgabe am 5.8. für 6. u. 7.8.40 an alle Truppenteile. Es stehen nur noch einzelne kleine Einheiten aus. Für die Ausgabe steht nunmehr der von der Bäck.-Komp. mitgeführte Tagessatz Brot zur Verfügung. Der Restbedarf wird bei den Dienstsellen empfangen, die auch in den letzten Tagen ausgeholfen haben. Die Bäck.-Komp, nimmt den Backbetrieb in St. pol auf. Rauhfutter ist, da die a.V.L. solches nicht haben, von den Truppenteilen im Lande anzukaufen. Die Kommandanturen sind zu beteiligen. Ausserdem ist vom Weidegang ausgiebig Gebrauch zu machen. Bei den vielen Tragtieren der Division, die im stärkerem Maße auf Rauhfutter angewiesen sind, bedeutet das Pehlen jeglichen Nachschubs einen grossen Mangel, zumal im Unterkunftsbereich Rauhfutter nur spärlich ist. Was bisher unbestätigt war, dass die Division für den Einsatz gegen England vorgesehen ist, wird durch einen Ia-Befehl mit vorhergehender kurzer Orientierung nunmehr endgültig. Erfahrungen: Es wäre zweckmäßig, wenn bei grösseren Verlegungen, wie beispielsweise die der Division, die Armee, in deren Bereich der zu verlegende Truppenteil kommt, für die Brotversorgung Vorbereitungen treffen würde. Erfahrungsgemäß sind die Armeebäckereien nur so ausgenützt, dass sie für solche Fälle entsprechend vorarbeiten könnten, wenn sie Auftrag erhalten. Den Verw-Dienststellen der Divisionen würde dadurch viel Arbeit und Sorge erspart. Unterbringung der Division im Raum Arras und Planung für das Unternehmen Seelöwe. 5.8.40 - 27.10.40. Nach Ausscheiden der Geb.Nachsch.Kol.Abt. 99, die als Korpstruppe beim XVIII. A.K. verblieb und nach Durchführung des Pferdeersatzes und -austausches hatte die 1.Gebirgs Division eine Pferde-Sollstärke von 7 841 Pferden und Maultieren, Pferde-Iststärke von 7 855 Pferden und Maultieren, einschl Vorrats- und -Lazarettstaffel der Geb.Vet.Kp. 54. 5.8.40 Kommandeurbesprechung. Der Kommandeur der l.Gebirgs Division gibt seinen Herren bekannt, dass die Div. für einen Einsatz gegen England vorgesehen ist. Entsprechende Vorbereitungen sind beschleunigt durchzuführen. Das Uebersetzen wird voraussichtlich in zwei Staffeln durchgeführt werden. Die erste Staffel ist Sturmtruppe und hat an der englischen Küste die Aufgabe/Brückenköpfe zu bilden. Sie wird sich zusammensetzen aus den kämpfenden Teilen -ohne Trosse- von 2 Geb.Jäg.Rgt., 1 Geb.Art.Abt 1 Radfahrbtl., 1 Panzer Jäg.Kp., 1 Flakbttr., 1 Pion.Kp. u. 1 Nachr.Kp. Rückwärtige Dienste können nur in ganz beschränktem Umfang mitgenommen werden. In der 2.Staffel soll der Rest der Division, einschl. der Trosse der 1.Staffel, übergesetzt werden. Während die erste Staffel auf kleinen Kriegsschiffen und Prähmen transportiert wird, stehen der zweiten Staffel grössere Frachtdampfer zur Verfügung. Zur Mitnahme bei 1.Staffel wird allerseits die Karrette als geeignetstes Fahrzeug anerkannt, da sie auf den Schiffen wenig Laderaum beansprucht, einspännig gezogen wird und eine grosse Beweglichkeit mit einer -gegenüber dem Tragtier- grossen Ladefähigkeit verbindet. Die Mitnahme von Kfz. soll bei der 1.Staffel wegen Benzinnnachschubes und der Schwierigkeit der Ausladung weitgehend eingeschränkt werden. Zur Bespannung der Karretten werden leichte Maultiere vorgeschlagen. Die Ausstattung der 1.Gebirge-Division mit Karretten wurde in einem Befehl über "Sondergliederung der 1.Gebirgs-Division für besonderen Einsatz" angeordnet. Zur Bespannung der Fahrzeuge stellte A.0.K.16 der Division 200 Maultiere aus dem Armee-Pferde-Lazarett 553 in Athies zur Verfügung. Die Tiere wurden der Division am 9.8. zugeführt. Nach Ausgabe an die für die 1.Staffel vorgesehenen Einheiten, G.J.R.98, 99» I./G.A.R.79» 1 Pionier- und 1 Nachrichtenkp., wurde sofort mit dem Training der Tiere im Karrettenzug begonnen. Divisionsveterinär 1.Geb.Div. besprach die Planung und die bisher getroffenen Massnahmen mit Korpsveterinär VII.A.K. und Armeeveterinär beim A.0O.K.16. Das Ergebnis wurde in einer Aktennotiz festgelegt. Am 6.8.40 versammelte Div.Vet.1.Geb.Div. die Rgt., selbst. Btl. und Abt.Veterinäre zu einer Besprechung, an der auch der Korpsveterinär VII.A.K. teilnahm. Besprechungspunkte: Ergebnis der Kommandeurbesprechung und der Besprechung beim Armeeveterinär 16. Urlaubsfrage. Zustand der Pferde und Personalfragen. Durch die Einstellung einer grossen Zahl von Beutepferden im Feldzug Frankreich waren die durch den Ausfall von Maultieren freigewordenen Planstellen mit Zugpferden besetzt worden. Zahlenmässig war die Division mit Pferden zwar aufgefüllt, das Verhältnis Pferde - Maultiere hatte sich aber erheblich zuungunsten der Maultiere verschoben. Die bisher zugewiesenen Maultiere waren den Einheiten zur Deckung von Fehlstellen, im Austausch gegen truppenunbrauchbare und erholungsbedürftige Tiere und überplanmässig für besonderen Einsatz als Zugtiere von Karretten zugeteilt worden, sodass das Missverhältnis weiterhin bestand. Insbesondere lagen die Verhältnisse sehr ungünstig beim I./G.J.R.99, das mit Mob.-Befehl aufgestellt worden war und anstelle von Maultieren fast ausschliesslich Ergänzungspferde erhalten hatte. Die Ausfälle des Btl. waren daher durch viele Drücke und Scheuerungen besonders hoch. In den bisherigen Kriegsmonaten war das Btl. schon weitgehend mit Maultieren aufgefüllt worden, zu einer vollkommenen Umstellung fehlten noch etwa 70 Tiere. Mit dieser Begründung beantragte der Divisionsveterinär beim Armeeveterinär 16 die Zuweisung von 200 Maultieren gegen Abgabe von 200 durch diese Aktion freiwerdenden l.Z.Pferden. Der Antrag wurde genehmigt und der Umtausch Ende August durchgeführt. Trotz der schwierigen Personallage gelang es, in den Monaten August und September alle Vet.Offz. für etwa 14 Tage zu beurlauben. Vertretung wurde gegenseitig geregelt, in Bedarfsfällen konnte die Vet.Kp. den Einheiten durch Kommandierung eines Vet.Offz. Anw. aushelfen. Am 11.8.40 wurde der Division das Pi.Btl.299 mit 155 Pferden unterstellt. 19 der Pferde wurden anlässlich einer Pferdebesichtigung durch den Div.Veterinär als unbrauchbar befunden und ausgetauscht. Der Hufbeschlag war, besonders bei einer Kompanie, schlecht. Am gleichen Tage wurden unterstellt: Dem G.J.R.98, 99 und 100 je 1 s.J.Zg. mit 29 Pferden, dem G.J.R.99 je Btl. 1 s.Gr.w.Zg. mit insges. 42 Pferden. Das Pferdematerial war durchwegs sehr schlecht, sodass zur Herstellung der Einsatzbereitschaft 50% der Tiere ersetzt werden mussten. Am 19.8.40 wurde Oberstabsveterinär Dr. Schwarz, der den erkrankten Div.Vet. Oberfeldveterinär Dr. Rasberger bereits seit 1.5.40 vertreten hatte, mit Wirkung vom 21.7.40 zum Divisionsveterinär 1.Gebirgs-Division ernannt. Zur Schonung der Pferdetransportlkw. der Geb.Vet.Kp.54 und aus Gründen der Benzinersparnis wurde am 25.8.40 in Fruges, 24 km nordwestl. St.Pol, ein Pfd.Sa.Pl. eröffnet, der die im Nordteil des ca. 80 km langen Unterkunftsraumes liegenden Truppen versorgte, während die Geb.Vet.Kp.54 für die im Südteil untergebrachten Einheiten eingesetzt war. Mit Wirkung vom 1.9.40 wurde Oberstabsveterinär Dr.Schmidt, Führer Geb.Vet.Kp.54, als Führer des Armee-Pferde-Parkes 551 versetzt. Sein Nachfolger wurde Stabsveterinär Dr. Neff, O.K.H./V Jn. Im September 1940 wurde auf Befehl des A.O.K.16 bei sämtlichen Pferden der Division eine zweimalige Mallein Augenprobe durchgeführt. Ergebnis negativ. Bei der darauffolgenden Blutuntersuchung wurden 5 Maultiere, die bei mehreren Untersuchungen abwechselnd positiv und negativ reagierten, an das Seuchenlazarett Mezieres abgegeben. Der Divisionsveterinär nahm laufend an Pferdebesichtigungei teil, zu denen auch häufig der Korpsveterinär VII.A.K. kam. Durch dauernde Ausmusterung und Ergänzung von unbrauchbaren Tieren konnte der Pferdebestand der Division auf einen sehr guten Stand gebracht werden. Am 5.9.40 schied der Rgt.Veterinär G.J.R.100, Stabsvet. Dr. Gollbeck, infolge Erkrankung aus der Division aus. Seine Vertretung übernahm bis zum Eintreffen seines Nachfolgers der Btl.Vet. II./G.J.R.100. Die Vorbereitungen für den Einsatz Seelöwe waren inzwischen durch Übungen an der Kanalküste, eingehende Regelung der Versorgung usw. gut fortgeschritten. Auf dem ITe-Gebiet war die Anfertigung eines Rucksackes mit den wichtigsten Instrumenten und Arzneimitteln für die Vet.Offz. der ersten Staffel befohlen und durchgeführt. Bel der Vet.Kp. war ein Vorrat von Arzneimitteln (Herzmittel, Losantin usw.) angelegt. Die Vorratsstaffel der Vet.Kp. war auf Befehl des Armeeveterinär 16 erheblich verstärkt worden. Für die veterinäre Versorgung der an der feindlichen Küste landenden Truppen war im ersten Transportgang der 2.Staffel die Mitnahme eines verstärkten Pfd.Sa.Pl.Kommandos in Stärke von 9 Vet.Offz. 20 Uffz. und Mannschaften, 3 Pfd.-Transport-Lkw., Gasentgiftungswagen, s.Krad., 30 Ersatzpferden und dem entsprechenden Vorrat an Vet.-Gerät vorgesehen. Die Verladung der Vet.Kp. sollte im zweiten Transportgang der 2.Staffel durchgeführt werden. Für die Futterversorgung nach der Landung war die Heeresfutterkonserve vorgesehen. Umstellung der Pferde hierauf sollte durch Anfütterung mit dem Einsatzbefehl begonnen werden. Für die Einschiffung waren Augenklappen, Gurte, Stricke usw. bereitgstellt. Ein Merkblatt über Seetransport von Tieren, zusammengestellt aus der Seetransportvorschrift und Uebersetzung aus der Animal Management, wurde verteilt. Grosse Schwierigkeiten bereitete die Frage des Tränkens, besonders bei der 1.Staffel. Für die Wasserversorgung auf den Prähmen wurden grosse Zinkkanister bereitgestellt. Vor der Einladung war zur Wasserersparnis Sattränken der Tiere befohlen. Nach der vorliegenden Wasserkante der feindlichen Küste waren unweit der Landeplätze Wasserstellen, die nicht verseucht werden konnten, zu erwarten. 7.9.40, 15.00 Uhr Ib-Besprechung. Statt dem bisher feeplanten Uebersetzens in zwei Staffeln ist jetzt die Bildung von drei Staffeln vorgesehen. 1.Staffel: Sturmtruppe, mit der Aufgabe, Brückenköpfe zu schaffen, Masse des G.J.R.98 und 99 -ohne Trosse- mit Zuteilung von Spezialtruppen. Verladung in Calais auf Prähmen. 2.Staffel: G.J.R.100, Masse der Artillerie, wichtigste Teile der rückwärtigen Dienste. Landung etwa 2 Stunden nach der 1.Staffel vorgesehen. Verladung in Antwerpen auf bereitliegenden Schiffen. 3.Staffel: Reste der Division. Verladehafen Calais oder Ostende. Transport mit zurückkehrenden Schiffen der 2.Staffel. Das bereits aufgestellte verstärkte Pfd.Sa.Pl.Kommando (siehe oben) tritt zur 2.Staffel, Geb.Vet.Kp.54 zur 3.Staffel. Die Verlegung der 2.Staffel -mot.Teile auf Landmarsch, Fussteile auf Eisenbahntransport- in den Raum südlich Antwerpen wurde am 10.9.40 durchgeführt. Das Pfd.Sa.Pl.Kdo. richtete sich in Edeghem, 12 km südl. Antwerpen, am 12.9.40 ein. Als Führungsstab für die 2.Staffel wurde Stab Arko 132 eingeteilt, dem als leitender Vet.Offizier Stabsveterinär Dr. Grimm, Rgt.Vet. G.A.R.79, beigegeben wurde. Durch die Verlegung der 2.Staffel änderte sich der Unterkunftsraum um Arras so, dass der Pfd.Sa.Pl. Fruges am 3.9.40 nach Heuchin, 10 km nordwestl; St.Pol, verlegt werden musste. Am 24.9.40 tauschte auf Wunsch des Armeeveterinär 16 die Geb.Vet.Kp.54 ihren Unterkunftsort Feuchy gegen Monchy Cayeux - Heuchin, 10 km nordwestl. St.Pol, den Unterkunfraum des Armee-Pferde-Lazarett 531. Im September wurden der Division 7 Unterveterinäre und Vet.Offz.Anw. zum Nachweis Ihrer Feldbewährung zugeteilt. Sie wurden in einem Offz.Anw.Kurs bei der Geb. Vet.Kp.54 zusammengefasst, für einige Wochen zu ihrer eiterbildung zur Truppe kommandiert und später nach Bedarf zu den Einheiten versetzt. 11.10.40 Ib Besprechung. Einsatz Seelöwe b.a.w. verschoben. Division wird im Raum Douai - Bailleul - Bergues - Desvres - Lens zusammen gezogen und bezieht dort Winterquartiere. terhin in Arras. Vet.Kp. bezieht Ortsunterkunft in Carency und Villers au Bois, 12 km nordwestl. Arras. Pi.Btl.299 und die unterstellten s.G.W.Zg. scheiden aus dem Divisionsverband aus. Eine Verlegung der Vet.Kp. in die neue Unterkunft wurde am 17.10.40 durchgeführt, die Heranziehung der um Antwerpen liegenden Teile am 20.10.40 abgeschlossen. Zur Versorgung der Truppenteile im nördl. Unterkunftsraum wurde um 19.10.40 in Heurighen, 8 km südl. St.Omer, ein Pfd.Sa.Pl. eingerichtet. 25.10.40 Ib Besprechung. G.J.R.100 und I./G.A.R.79 scheiden mit dem 30.10.40 aus dem Verband der 1.Gebirgs-Division aus und werden in die Heimat verlegt. Die 1.Gebirgs-Division tritt als"Div.Kdo.1.Geb.Div."mit Teilen unter das XXXXIX.Geb.A.K. für einen Sonderauftrag. Verlegung in den Raum um Besancon, dabei Div.Stab, G.J.R.98, 3./Geb.Pi.Btl.54, eine gemischte Nachrichten-Kp., San.Kp.2/54 mot. und Teile des Div.Nsch.Fhr .54. Der Rest der Division verbleibt als "l.Geb.Div.Stab Wintergerst" unter einer aus dem Stab Arko 132 gebildeten behelfsmässigen Div.Stab im augenblicklichen Raum und ist weiterhin dem VII.A.K. unterstellt. Eine spätere Wiedervereinigung der Division ist wahrscheinlich. Als Divisionsveterinär der Rumpfdivision wird Stabsveterinär Dr. Neff eingeteilt, unter Weiterführung seines Dienstes als Führer der Geb.Vet.Kp.54. In den Tagen bis zur Abfahrt des Div.Stabes wurde Stabsvet. Dr. Neff eingehend durch den Div.Veterinär eingewiesen. Die Akten, die zur Arbeitsfähigkeit des Stabes Wintergerst IVc notwendig waren, sowie sämtliche Unterlagen für den Einsatz Seelöwe wurden übergeben. Stab Wintergerst in Lillers. Nach dem Ausscheiden des G.J.R.100 und der I./G.A.R.79 hatte die Division folgende Pferde-Ist- und -Sollstärken: Sollstärke Iststärke Div.Kdo.1.Geb.Div. 1681 1689 Stab Wintergerst 4394 4262 Insgesamt: 6075 5951 |
| 6.8.1940 | Tätigkeitsbericht IVa 1.Geb.Div.: Arras- Die Truppenteile werden angewiesen, dass sie Marketenderwaren beim Div.Verpfl.Amt empfangen können. Erfahrungen; Der Murketendereibetrieb war während des ganzes Feldzuges schon ein sorgenvolles Kapitel. Nach den Weisungen der Armeen mussten die Divisionen ihren Bedarf an Marketenderwaren geschlossen vom Verpfl.Amt abholen lassen. Verteilung usw. obliegt den Div.Verpfl.Ämtern. Abgesehen davon, dass sich während der Kampfhandlungen eine Versorgung der Truppe mit Marketenderwaren nicht durchführen lasst, ist es auch in sogen. ruhigeren Zeiten untragbar, die umfangreichen Arbeiten, die mit einer Marketenderei Zusammenhängen, einem Div.Verpfl.Amt aufzubürden, das ohnehin genug Arbeit hat. Wenn die Arbeit eines Div.Verpfl.Amts mit der Abholung der Verpflegung aus dem A.V.L. und der Ausgabe an die Truppe erschöpft wäre, dann wäre diese zusätzliche Arbeit ohne weiteres vom Verpfl.Amt zu leisten. Es ergeben sich aber Reibungen, Schwierigkeiten und Belastungen in einer Unzahl, dass sie hier nicht genannt werden können. Die dadurch von den Verpfl.Ämtern der Divisionen zu leistende Mehrarbeit ist so umfangreich, dass man ihnen ein weiteres Aufgabengebiet un» möglich übertragen kann. Die normale Stärke der I.Geb.Div. beträgt beispielsweise 25 000 Köpfe und 8 000 Pferde. Hierzu kommen eine Reihe von Korps- und Heerestruppen, die der Division fast ständig unterstellt sind. Selbst wenn die Truppe in gewissen Zeiten etwas Ruhe hat, so ist dies beim Div.Verpfl. Amt bestimmt nicht der Fall. Ein weiterer Gesichtspunkt dafür, dass die Div.Verpfl.Ämtern von der Ausgabe der arketenderwaren befreit sein müssen, ist der, dass ein Div.Verpfl. Amt naturgemäß einen grösseren Warenbestand haben muss, der aber bei plötzlichem Einsatz nicht mitgeno imen werden kann, dax die Fahrzeuge (ursprünglich 5 LKW) nicht einmal für die Mitnahme eines Tagessatzes Mundverpflegung (rd. 30 to), geschweige denn einer Tagesration Hafer (rd. 32 to) ausreichen. Um die bei solchen Seltenheiten entstehenden Verluste decken zu können, musste das Div.Verpfl.Amt beträchtliche Aufschläge auf die Waren vornehmen. Ausserdem haben die Armeemurketendereien meist keine Auswahl. Abhilfe kann nur geschaffen werden, wenn die Armeemarketendereien personell verstärkt werden und Empfang einzelner Truppenteile ermöglicht wird. St.Pol: 1 Obsch. wegen Plünderung zu 7 Mon. Gef. Isle les Hameaux: 1 Ogefr. wegen tätl. Angriffs zu 2 Jahren Gef. u. Dienstgradverlust. |
| 7.8.1940 | Tätigkeitsbericht IVa 1.Geb.Div.: Arras. Verpflegungsempfang für alle Truppenteile für 8. u.9.8.40. Da die Versorgung mit Schlachtvieh sehr schwierig, d.h. durch Ankauf aus dem Lande kaum möglich ist, leitet die Armee zentrale Viehzuteilung ein. Befehl über Empfang von Schlachtvieh ergeht an die Divisionen. Der Befehl wird allerdings Stunden später geändert. Da der Empfangsort rd. 80 km vom Einsatzort des Schlächterei-Zuges entfernt ist und der Schlächt.-Zug nur über 2 zu Viehtransport geeignete Wagen (LKW) verfügt, kann das Vieh nicht abgeholt werden. Die Fahrt von 160 km (Hin- und Rückfahrt) würde mit Aufenthalt mindestens 12 Stunden beanspruchen und dann würden 8-9 St. Vieh nur gefahren werden können. Der Tagesbedarf betrügt aber 20 St. mittlerer Güte. Für die Beschaffung der restlichen 11-12 Stück durch Ankauf wären weder Zeit noch Transportmitteln vorhanden. Trotzdem die Armee ungeordnet hüt, dass das bereitgestellte Vieh unter allen Umständen abzuholen ist, muss die Division berichten, dass dies unmöglich ist. Auf Grund der Weisungen der Armee wurden den Truppenteilen D am 2.8.40 bekanntgegeben, dass Unterkunftsgeräte im einfachsten Rahmen selbst herzustellen bezw. zu kaufen sind. Am 7.8.40 muss diese Möglichkeit wilderrufen werden, da das Korps anordnet, dass alle benötigten Geräte über die Division bei der nächsten Unterkünftsverwaltung anzufordern sind. Der Division wird neu unterstellt: Pi.-Batl.299 mit Brücko (B) mot 610 2./Neb.Werf.Abt.2 Besprechung beim Armeeintendanten 16: Die Divisionsintendanten als Teilnehmer werden unterrichtet, dass mit bevorstehendem Einsatz gegen England zu rechnen ist. Während der Überfahrt auf Schiffen soll normale Truppenverpflegung stattfinden, während für die erste Zeit nach der Landung, die Divisionen mit 10 Tagessätze Sonderverpflegung augestattet werden sollen. Nähere Angaben können vorerst vom Armeeintendanten nicht gemacht werden. Es ist lediglich bekannt, dass die Divisionen in 2 Staffeln zu je 5 Untergruppen übergesetzt werden. Bei der Besprechung spielt hauptsächlich die Frage der Verpackung der Sonderverpflegung , die Trinkwasserversorgung für die Tage nach der Landung eine Rolle. Die Divisionen werden beauftragt, Vorschläge über die Art der Durchführung des Transports, der Verpackung der Verpflegung usw. zu machen und vorzulegen. Unterstellungen: Der Division wird neu unterstellt: Pi.-Batl.299 mit Brücko (B) mot 610 2./Neb.Werf.Abt.2 |
| 8.8.1940 | Tätigkeitsbericht IVa 1.Geb.Div.: Ib-Besprechung über die gleiche Angelegenheit wie am Vortage bei der Armee, wie bei allen bisherigen derartigen Besprechungen ist dabei nicht viel praktisches erreicht, da grundlegende Voraussetzungen noch vollkommen ungeklärt sind. Alle Vorbereitungsmaßnahmen haben keinen Wert, wenn sie nicht mit den taktischen Vorbereitungen Hand in Hand gehen. Arras: 1 Gefr., wegen fahrl. Tötung zu 3 Mon. Gef. 1 Gefr. wegen übler Nachrede zu 2 Mon. Gef. 1 Gefr. wegen Diebstahls zu 9 Mon. Gef. Unterstellungen: Das Radfahr-Batl.403 wird der Division unterstellt. |
| 9.8.1940 | Tätigkeitsbericht IVa 1.Geb.Div.: Arras Verpflegungsempfang durch alle Truppenteile für den 10. u. 11.8.40. Erfahrungen: Die schwefelhaltige Kohle, die zum Heizen der Backöfen der Bäck.-Komp. verwendet wird - Holz ist nicht in ausreichender Menge vorhanden - greift die Feuerwangen in den Öfen derart an, dass sie innerhalb kürzester Zeit ausgewechselt werden müssen. Da jedesmal eine Fahrt zur Herstellerfirma der Backöfen notwendig ist, um diese Feuerwangen zu beschaffen, wird die Armee gebeten, dafür zu Sorgen, dass solche bei Geräteparken vorrätig gehalten werden. |
| 10.8.1940 | Tätigkeitsbericht IVa 1.Geb.Div.: Arras Verpflegungsausgabe für 12.8.40 an alle Truppenteile. Erfahrungen: Bei der zur zeit sehr warmen Witterung macht sich das Fehlen von Kühlwagen beim schlacht.-Zug störend bemerkbar. Der Schlachhof St.Pol ist mit Kühleinrichtungen nicht ausgestattet. Die Division geht dazu über, das Frischfleisch an alle Truppenteile täglich auszugeben. Die Ausstattung der Schlächt.-Züge mit Kühlwagen ist dringend erforderlich. |
| 11.8.1940 | |
| 12.8.1940 | Tätigkeitsbericht IVa 1.Geb.Div.: Arras. Verpflegungsempfang für 13. u.14.8.40 für alle Truppenteile. Erfahrungen: In den letzten Tagen mehren sich die Klagen der Truppe über das Nichtausreichen der Verpflegung. Die Truppenteile üben zur Zeit häufig am Meer, was bei den Soldaten der Division, die Meerluft nicht gewohnt sind, verstärktes Hungergefühl hervorruft. Bericht hierüber wird dem Gen.Kdo. vorgelegt. |
| 13.8.1940 | Arras: 1 Feldw. wegen Beutemachens zu 3 Mon. Gef. 1 Jäger wegen Betrugs zu 9 Mon. Gef. 1 Obgefr.wegen Plünderung u. Rückfalldiebstahls zu 3 Jahren Zuchthaus u. Dienstgradverlust. 1 Obgfr. wegen Beutemachens zu 5 Wochen gesch. Arrest. 1 Fahrer wegen Unzucht zwischen Männern zu 1 Jahr u. 6 Mon. Gef. 1 Schütze wegen Beutemachens zu 7 Mon. Gef. |
| 14.8.1940 | Tätigkeitsbericht IVa 1.Geb.Div.: Arras Verpflegungsempfang durch alle Truppenteile für 15. u. 16.8.40. Der Heeresintendant im OKH gibt in einem Erlass bekannt, dass alle noch nicht erledigten Anträge auf Gewährung von Entschädigungen, aussergewöhnliche Abnützung usw. nach dem R.L.G. an die W.V. XII. Wiesbaden, zur Erledigung abzugeben sind. Damit ist den Truppenteilen und Dienststellen des Feldheeres eine unangenehme Mehrarbeit abgenomaen, die meist, da nachträgliche genaue Bestellungen vom Felde aus kaum mehr möglich sind, nicht so erledigt werden kann, wie das wünschenswert ist. |
| 15.8.1940 | Tätigkeitsbericht IVa 1.Geb.Div.: Arras Anfertigung eines Berichts an Armeeintendanten über vorbereitende Maßnahmen für den künftigen Einsatz der Div. In den Bericht werden die bei vorhergegangenen Besprechungen bei der Armee aufgeworfenen Fragen auf dem Gebiete des Verpflegungs- und Bekleidungswesens behandelt. Genaue Klärung mancher Fragen ist nicht möglich, da auf taktischem Gebiet noch nicht alles Klar ist. |
| 16.8.1940 | Tätigkeitsbericht IVa 1.Geb.Div.: Arras Verpflegungsausgabe an alle Truppenteile für 18. u.19.8.40. Besprechung beim Korpsintendanten über die im Bericht vom 15.8.40 an Armeeintendanten behandelnden Fragen. Aus den Erfahrungen der beiden Divisionen des Korps werden wertvolle Schlüsse gezogen. Korpsintendant fordert bei der Armee noch benötigte Verpackungsmittel usw. an und bringt die Anregungen der Divisionen dem Armeeintendanten zur Kenntnis. Grösste Schwierigkeiten macht die Mitnahme des für die erste Zeit benötigten Trinkwasssers. Das für die Division vorgesehene Einsatzgebiet ist sehr wasserarm; zudem rechnet man mit Vergiftung und Zerstörung der vorhandene Brunnen und Quellen. Die Trinkwasservorräte, die mitgenommen werden müssen, sind beträchtlich, da auch für die Pferde und Tragtiere vorgesorgt werden muss. Beim Korps wird Beschaffung von kleinen Wasserbehältern, womöglich Essens trägem, angeregt, da diese leicht zu verladen sind. Die Ausgabe von wasserdichten Säcken wäre besonders zur Verpackung durch Wasser leicht verderblicher Verpflegungsmittel (Kaffee, Tee usw.) erwünscht. |
| 17.8.1940 | Tätigkeitsbericht IVa 1.Geb.Div.: Arras Die Vorarbeiten für den kommenden Einsatz werden nunmehr dringend. Trotzdem kann praktisch noch wenig ausgeführt werden, da vieles noch sehr unklar ist und keine festen Unterlagenvorliegen. Auch sind die Armeeeinrichtungen in ihren Vorbereitungen noch nicht so weit, dass die Divisionen bereits mit praktischer Arbeit, d.h. Auslagern der Verpflegung, Bekleidung usw., beginnen können. |
| 18.8.1940 | Tätigkeitsbericht IVa 1.Geb.Div., 18.8.-24.8.1940: Arras. Der Verpflegungsempfang ist auf die Dauer der Unterbringung der Div. in derzeitiger. Raum so geregelt, dass alle Truppenteile jeden 2.Tag für 2 Tage empfangen. Auf dem taktischem Gebiet wird nun allmählich Klar- heit über der. künftigen Einsatz gegen England geschaffen. Die Division soll in 2 Staffeln übergesetzt werden, einer kampfkräftigen 1.Staffel (mit rd.6500 Mann) und einer 2.Staffel bestehend aus dem Rest der Div. Die 1.Staffel hat die Aufgabe, Brückenköpfe zu bilden und die Ausschiffung der 2.Staffel, die wenige Tage später ankommen soll, zu sichern. Sie soll auf kleinen Kriegsschiffen und Prähmen übergesetzt werden, während der Transport der 2.Staffel auf grossen Schiffen (wie beim Einsatz gegen Norwegen) durchgeführt werden soll, die wahrscheinlich im Raum um Calais oder Ostende bereitgestellt werden. Für die 1.Staffel ist Calais als Einschiffungsort bestimmt. Neben den anderen Versorgungsgütern sollen beide Staffeln je 10 Tagessätze Verpflegung und Futter mitnehmen, um die zeit bis zum Einsetzen des Nachschubes überbrücken zu können. Für den Transport selbst sind kalte Kost und "Erste Ausstattung” bestimmt. Die Sonderverpflegung besteht aus Dauerware (Mischkonserven, Dauerbrot usw.) und aus reichlichen Zulagen an Schokolade,Dörrobst, Obstkonserven. Neben Hafer wird die Heeresfutterkonserve an die Tiere verfüttert werden. Die gesamte Verpflegung für die Einsatzdivisionen wird von der Armee in mehreren Lagern, nahe an der Küste, bereitgestellt und zum gegebenen Zeitpunkt an die Divisionen, die zu diesem Zweck ihre genauen Stärken einschl.Zuteilungen an die Armee melden, ausgegeben. Das Gewicht der Tagesverpflegung für den Mann beträgt einschl.Verpackung rd.3,2 kg, die Tagesration pro Pferd 4 kg Hafer und 6,4 kg Putterkonserve. Bei einer stärke von 28 000 Mann und 8 000 Pferden beträgt das gesamte Gewicht der mitzuführenden Verpflegung rd. 1 600 to. Hierzu kommt eine Bekleidungsreserve einschl. Gebirgssonderbekleidung und Ausrüstung, die ausschliesslich für den Einsatz vorgesehen ist und an die Truppen erst in England bei Bedarf ausgegeben wird. Nach Mitteilung der Armee liegt Gebirgssonderbekleidung bereits in dem Armeelager Pont Ardres (bei Calais) bereit. Da jedoch die Mengen nicht ausreichend erscheinen, wird eine Kw.-Kolonne mit einer laufenden Bekleidungsanforderung nach München zum dortigen Heeresbekleidungsamt entsandt. Die damit verfolgte Absicht ist die, die Truppenteile mit Sonderbekleidung noch möglichst gut auszustatten, um später mit dem geringen, von der Armee bereitgestellten Vorrat besser auszukommen. Die Kolonne erhält beim Heeresbekleidungsamt München jedoch keine Gebirgsbekleidung, da ihre Ausgabe an Truppenteile vom OKH gesperrt ist, sondern lediglich die zusätzlich für die zugeteilten Flachlandformationen angeforderte allgemeine Bekleidung (siehe Erfahrungen!). Diese wird an die zugeteilten Truppen ausgegeben. Die weiter in München empfangene Bekleidung wird beim Div.Nachsch.Führer gelagert. Für die bei Verladeübungen usw. eingesetzte Einheiten wird eine Zulage nach Ziff.19 der E.W.Verpfl.V. genehmigt . Erfahrungen; Hinsichtlich des Bekleidungsnachschubs muss auf folgende Erfahrungstatsache hingewiesen werden: Der Verbrauch an Bekleidung während der Kämpfe in Frankreich und auf den langen Märschen war sehr gross. Meist sind es Bekleidungs- und Ausrüstungsstücke an Sonderbekleidung, die am stärksten in Anspruch genommen werden. Genannt seien nur Berghosen, Bergschuhe, Gelenkbinden und Bergmützen, letztere durch Verlust. Nach dem Abschluss grösserer Kampfhandlungen war es den Armeen meist sehr schnell gelungen, Bekleidungslager einzurichten und die Divisionen mit neuer Bekleidung auszustatten. Nie aber war es möglich, die gerade so dringend benötigte Gebirgssonderbekleidung oder Instandsetzungsmaterial zu empfangen. Beispielsweise können Halbsohlen für Stiefel oder Schnürschuhe nicht verwendet werden für Bergschuhe, da letztere viel breiter sind. Dann fehlen meistens die erforderlichen Jägerstifte und Durchziehnägel. Die Division war dadurch immer gezwungen, mit oder ohne Genehmigung der Armee, Bekleidung unmittelbar beim Heeresbekleidungsamt München zu empfangen. Zeitraubende Kolonnenfahrten mussten hingenommen werden, um die Bekleidung aus München heranzuholen. Eine weitere Erfahrung ist die, dass neu zugeteilte Heerestruppen ständig mit schlechter Bekleidung und Ausrüstung bei der Division ankommen und um dringenste Zuweisung neuer Stücke baten. Durch den oftmaligen Wechsel in der Unterstellung war es ihnen nur in den seltensten Fällen möglich, die ordnungsgemäß angeforderte Bekleidung in Empfang zu nehmen. Meist war es so, dass die Anforderungen dieser Truppenteile nicht mit der Gesamtanforderung der Division an die Armee weitergereicht werden konnten. Es wäre zweckmäßig, die Heerestruppen selbstständig bei den Armeebekleidungslagern empfangen zu lassen. |
| 19.8.1940 | |
| 20.8.1940 | Arras: 1 Jäger wegen mil. Unterschlagung zu 1 Mon. 15 Tg. Gef. 1 Funker wegen Volltrunkenheit zu 1 Jahr Gef. |
| 21.8.1940 | |
| 22.8.1940 | |
| 23.8.1940 | |
| 24.8.1940 | |
| 25.8.1940 | Tätigkeitsbericht IVa 1.Geb.Div., 25.8.-31.8.1940: Arras Die laufende Versorgung mit Verpflegung bereitet keine Schwierigkeiten. Das A.V.L. Doullens, auf das die Division angewiesen ist, arbeitet gut. Stockungen oder Verzögerungen sind noch nicht eingetreten. Auch mit der Zusammensetzung der Verpflegung sind die Truppenteile im allgemeinen zufrieden. Von der Armee werden in 2 Sendungen 190 St.Großvieh in St.Pol bezw. in Brügge bereitgestellt. Da die Viehbeschaffung, wie schon erwähnt, im Unterkunftsbereich der Division von Anfang an schwierig war, wird diese Hilfe seitens der Armee begrüsst. Den Truppenteilen wird bekanntgegeben, dass es ab 27. 8.40» auf Grund truppenärztlichen Gutachtens an Stelle der Brotportion von 650 g eine solche von 750 g zu empfangen möglich ist. Das Div.Verpfl.Amt erkundet auftragsgemäß ein für die Auslagerung der für den Einsatz bestimmten Sonderverpflegung geeignetes Lager. Die Wahl des Lagers ist unter der Berücksichtigung zu treffen, dass das Lager sowohl günstig zum Armeelager in Pont Ardres, auf das die Division angewiesen ist, als auch zum Einschiffungsort (Raum um Calais) liegt. Die Division ist insofern in einer glücklichen Lage, als das Armeelager Pont Ardres ohnehin nicht weit von Calais entfernt ist. Das Lager der Division wird in Calais - Rue Darnel - eingerichtet. Die 1600 to Sonderverpflegung brauchen also nicht weit befördert werden. Das Armeelager Pont Ardres ist ausgabebereit. Auf Anordnung der Armee empfangen zu erst die anderen auf das Lager angewiesenen Divisionen. Die 1.Geb.Div. soll anschliessend empfangen. Bis wann danach mit dem Empfang begonnen werden kann, lässt sich erst feststellen, wenn Anhaltspunkte dafür da sind, wie lange die anderen Divisionen brauchen, um ihre Sondervorräte wegzuschaffen. |
| 26.8.1940 | |
| 27.8.1940 | |
| 28.8.40 | Stabskp./GJR.100. Ogfr.Ohmayer Edwin, bei Gef.Schiessen verwundet, 3.8.40 im Lazarett Camiers verstorben. |
| << Juli 1940 September 1940 >> | |