16.Infanterie-Division
Kriegstagebuch    Befehle    Gliederungen    Zustandsmeldungen   Stellenbesetzungen   Ersatz/Verluste   Material/Ausrüstung

 

Kriegstagebuch September 1944
1.9.1944
KTB 19.Armee:
08.20 Uhr: Ia gibt L.d.N. folgenden Funkspruch für 11.Pz.-Division, LXXXV.A.K. und IV.Luftw.-Feldkorps durch:
                  "Sofort kurze Lageorientierung durch Funk."
09.42 Uhr: Ia/Armeegruppe G teilt Ia / AOK 19 mit, daß Oberbefehlshaber Armeegruppe G den Oberbefehlshaber AOK 19 heute aufsuchen werde, und zwar
           ab 11.50 Uhr. Ab 11.50 Uhr solle am Ortseingang ein Einweiser stehen.
10.50 Uhr: Id meldet Ia, daß am 2.9. zwei Eisenbahnzüge zur Verfügung stehen. Frage, ob damit weitere zurückgeflutete Soldaten fortgeschickt werden
           sollen. Platz für etwa 4000 Mann vorhanden. Ia will Entscheid O.B. herbeiführen, da evtl. ein Teil der Mannschaften zum Stellungsbau
           eingesetzt werden soll.
10.55 Uhr: O.Qu. - Ia:
           O.Qu. meldet, daß die Eisenbahn unter Ausnutzung der Schlechtwetterlage sehr gut gearbeitet hat.
           2 Betriebstoffzüge konnten von Süden wieder zurückgeführt werden. Auftanken direkt aus den Zügen auf Bahnhof Chalon s.S. möglich.
           O.Qu.Abteilung vollständig in Chalon s.S. arbeitsfähig
13.30 Uhr: Bernstein III meldet, daß zum IV.Lw.Fk. wieder Funkverbindung besteht.

20.30 Uhr: Chef gibt Kdr. 2.Flieger-Div. bekannt, daß die Luftnachrichten-Schule in Lyon freigegeben sei. Kdr. 2.Flieger-Div. seinerseits müsse
           bleiben, wo er sei. Verlegung nach Chalon s.S. sei nicht mehr notwendig.
20.32 Uhr: O.B. schaltet sich in das Gespräch ein und spricht dem Kdr. 2.Flieger-Div. Dank und Anerkennung für seine Tätigkeit und die
           hervorragende Unterstützung der Armee aus.
21.02 Uhr: Ia verlangt von Kdr.Nachrichten-Abt. beschleunigt dafür zu sorgen, daß Meldungen über Feind, eigene Absichten und eigene Bewegungen
           hereinkommen.
21.28 Uhr: L.d.N. meldet Ia, daß Leitung zum IV.Lw.-Fk. durch Kabelsabotage gestört sei. An Wiederherstellung wird gearbeitet. Die Leitung zum
           LXXXV. A.K. werde voraussichtlich bald wieder in Ordnung sein.
21.55 Uhr: Ia LXXXV.A.K. meldet Ia AOK 19, daß im Bahnhof Lyon Züge zum Abtransport bereitstünden. Die Frage des Ia, ob eingeladen werden könnte,
           wird bejaht.
22.04 Uhr: Ia fragt L.d.Fu., ob die Funksprüche von der 11.P.D. da seien.
           Antwort: Nein, es seien lediglich 2 Teile angekommen und entschlüsselt worden, beim 3.Teil sei die Verbindung abgerissen.
22.07 Uhr: Ia befiehlt L.d.N., die 2 Teile des angekommenen Funkspruches sofort herzubringen, außerdem sofort einen Offz. zur 11.Pz.-Div. zu
           schicken zwecks Herstellung der Verbindung.
22.50 Uhr: Ia LXXXV.A.K. meldet Chef AOK 19, daß Chef und O 1 LXXXV.A.K. noch nicht eingetroffem seien. Ia selbst befinde sich auf dem neuen
           Gefechtsstand. Die Truppenbewegungen verliefen glatt. SO Lyon bei Mions sei heute Nachmittag ein fdl. Panzerspähwagen abgeschossen
           worden. LXXXV.A.K. hoffe, noch heute Nacht mit seinen Truppen herauszukommen.
           Von Kämpfen der 11.Pz.Div. sei bisher nichts bekannt.
22.57 Uhr: Chef fragt Kdr. Nachr.-Abt., warum noch immer keine Funkverbindung zur 11.Pz.-Div. bestehe. Es sei den ganzen Tag kein Funkspruch von
           dort mehr gekommen, obwohl dem AOK gemeldet sei, daß die Division weiter in schwerem Kampf stehe.
           Kdr.Nachr.Abt. wird sofort Offz. mit Funkstelle nach Macon schicken, um von dort über IV.Lw.-Fk. Verbindung zu 11.Pz.-Div. erlangen
           zu suchen.
           Chef betont, daß Verbindung zum IV. Luftw.-Feldkorps wichtig, noch wichtiger aber die Verbindung zu 11.Pz.-Div. sei.
           Kdr.Nachr.-Abt. betont, daß ieder von den Männern und von den Offizieren sein äußerstes tue, um so schnell wie möglich die erforderlichen
           Funkverbindungen herzustellen.
23.03 Uhr: Kdr. Nachr.-Abt. meldet Ia, daß Fernsprechverbindung nach Lyon heute kaum noch zu schafften sei. Ein Störtrupp mit 20 Mann als Sicherung
           sei deswegen unterwegs. Chef betont, daß Verbindung mit Lyon sehr wichtig sei.

23.08 Uhr: Chef Armeegruppe G teilt Chef AOK 19 mit, daß Generalleutnant Lasch als neuer Kdr.LXIV.A.K. vom Führerhauptquartier eingetroffen sei.
           General Sachse sei abgelöst. General Lasch werde sich morgen beim Oberbefehlshaber AOK 19 melden, Übermorgen gehe er nach Norden weiter
           und zwar mit Geleit.
           Chef AOK 19 meldet Chef Armeegruppe G, daß die Funkverbindung zur 11.Pz.-Div. z.Zt. schlecht sei. Dem AOK sei gemeldet worden, daß die
           11.Pz.-Div. im Raum Meximieux- Chatillon - Priay - Neuville in schweren Kämpfen mit fdl. Spitzen stehe. In diesem Raum drückt Gegner
           offenbar in breiter Front heran. Seine Absicht sei vermutlich nördl. Lyon abzuriegeln. Die Pz.-Div. sei bereits stark abgekämpft.
23.20 Uhr: Chef fragt L.d.Fu., ob Funkspruch an 11.Pz.-Div. mit Nr.9050/44 g.Kdos. von 16.20 Uhr befördert sei. Es ist sofort zu melden, ob
           bestätigt. L.d.Fu. meldet, daß dieser Funkspruch noch nicht angekommen sei. Es sei zweimal versucht, ihn durchzugeben, die Verbindung
           sei jedoch abgerissen.
23.58 Uhr: Chef LXXXV.A.K. meldet Chef AOK, daß Teile seines Kolonnenraumes abgebrannt seien. Nächstes Marschziel des Korps sei Macon.
           Mit Hellwerden hoffe das Korps mit dem Ende zwischen Lyon und Macon zu stehen.
           Chef AOK weist daraufhin, daß 11 Pz.-Div. sich im Raum Meximieux im Kampf befinde. Der Frontbreite des Feindes nach müsse es sich um
           mehr als eine Division handeln.

Chef AOK 19: z.Zt. stehen keine Pi.-Kräfte zur Verfügung, weil alles für besondere Aufgaben In Lyon eingesetzt ist.
Chef LXXXV. A.K. fragt nach seiner derzeitigen besonderen Aufgabe. Chef AOK: Vor allem Bereithalten gegen Gegner von Südosten in Zusammenarbeit
mit der 11.Pz.-Div.
Chef LXXXV.A.K. meldet noch, daß das A.K. sich z.Zt. in Laurent befinde.
Folgende Truppenstärken seien z.Zt. zu melden:
Rgt.305: 26 Offz., 60 Uffz., 420 Mann
Rgt.308: 18   " ,  91   " ,  372  "
Rgt.326: 23   " ,  60   " ,  320 Mann
Pi.-Abt.: 4   " ,  35   " ,  161  "
Art.-Abt. verfüge z .zt. über 15 l.F.H.
                               3 s.F.H.
                              11 l.I.G.
                               3 s.I.G.
                               3 s.Pak.
Chef LXXXV.A.K. bittet noch dringend um Transportraum, Er meldet ferner, dass in Lyon 3 seiner Leute, darunter 1 Offz., durch Handgranatenwurf
seitens Terroristen verwundet wurden.

Besprechung Gen.Obst.Blaskowitz, Gen.d.Inf.Wiese, 1.9.1944:
Generaloberst Blaskowitz orientiert in großen Zügen über die Lage im Westen,
Durch das Abdrehen der 3.amerikanischen Armee bei Troyes nach Nordosten ist zunächst die Gefahr, daß Armeegruppe G durch einen massierten Vorstoß
anglo-amerikanischer Kräfte von den Rückzugslinien abgeschnitten wird, gebannt. Die Armee muß aber jederzeit darauf eingestellt sein, daß der
Anglo-Amerikaner eine neue Kräftegruppe versammelt, um nach Aufschließen über Nancy - Beifort durchzustoßen und die Burgundische Pforte zu
schließen* Neubildung dieser Kräftegruppe ist bisher noch nicht erkannt.
Armeegruppe G hat zur Abschirmung verfügbare Kräfte (Sicherungs-Regimenter usw.) in der Linie Chaumont - Chatilion - Autun - Chalon s.S. - Dole -
Arbois - Mores - Schweizer Grenze eingesetzt, um die sich von Süden nach Norden absetzende 19.Armee bzw. das von Südwesten nach Nordosten
anmarschierende LXIV.A.K. hinter dieser Sicherungslinie aufnehmen zu können.
Die in diesen Aufnahmestellungen eingesetzten Kommandobehörden, Dienststellen und Truppen werden der Armee mit ihrem Eintreffen in Dijon, bis auf
Gen.Kdo.LXVI.A.K., unterstellt.
Bei weiterem Vorgehen der Anglo-Amerikaner nach Osten auf Toul und Nancy muß die Armeegruppe die Auffangstellung von Chaumont aus ebenfalls nach
Osten verlängern.
Im einzelnen sind eingesetzt:
1.) im Abschnitt Chaumont - Chatillon das LXVI.A.K., Gef.St.
    Langres (mit Kampfgruppe Ottenbacher, SS-Pol.Rgt. (2 Btl. mot.), Sich.Rgt.Jesser (2 Btl. mot.), 3 weitere Btl. im Anmarsch zu Fuß),
2.) im Abschnitt Chatillon (ausschl.) - Autun (ausschl.) die Kampfgruppe Brodowski. - 2 -
   
Im Anmarsch aus Südwesten ist das LXIV.A.K., vorderste Teile am 1.9.44 etwa in Gegend Nevers, zum Einsatz in Linie Chatilion -Autun.
    Zum Korps gehören:
     a) 16.I.D. mit 6 Btl. (beh.mot.), Schn.Abt.602 und 608, 12 Marsch-Btl. (Marine, O.T., Luftwaffe) sehr weit zurück,
     b) 159.Res.Div. mit 7 Inf.Btl. (beh.mot.), 2 Marine-Rgt., 1 Luftwaffen-Rgt., 1500 Zollbeamte, 1000 Werftarbeiter, mehrere R.A.D.-Abteilungen,
        500 - l000 Frauen,
     c) Gruppe Täglichsbeck mit 4 Feldkommandanturen (von le Blanc auf Issoudun), Inder-Rgt. zu 3 Btl., Kosaken-Rgt. zu 2 Btl.

159.I.D. am 8.9. mit letzten Teilen bei Nevers Loire überschreitend.
Zur Beschleunigung der Marschbewegung des LXIV.A.K. wird noch weitgehendst die Eisenbahn auf der Strecke Bourges - Moulins -Digoin - Beaune benutzt.
Für die Landmarschbewegung ist die Freikämpf ung der Straße Nevers - Autun befohlen worden.

3.) Der Abschnitt Autun - Dole wird durch Generalleutnant Schmidt von Artillerieschule Autun gesichert. Wesentliche Kräfte stehen ihm für die
    Durchführung dieser Aufgabe nicht zur Verfügung.
4.) Der Abschnitt Dole - Morez wird vom Gen.Kdo. Dehner mit 2 Pi.Kp. und einigen Ost-Btl. ausgebaut und gesperrt. Es ist beabsichtigt, die Pioniere,
    die zum Ausbau weiter rückwärts benötigt werden, und die unzuverlässigen Ost-Btl. durch 3 Sicherungs-Btl., die aus Nevers herangeführt werden,
    abzulösen.
    Zur Verstärkung wird der Armee die Division 353 im E-Transport in den Raum Vesoul zugeführt. Die Division verfügt aber vorerst nur über die
    Stärke einer Brigade.

II.) Um Zeit für die Aufnahme des weit abhängenden LXIV.A.K. zu gewinnen, bekommt A.O.K.19 Befehl, in folgenden 3 Widerstandslinien das Vordringen
     feindlicher Kräfte zu verhindern:
      a) Macon - Bourg,
      b) Tournus - Lons sur Saulnier,
      c) Dole-Stellung,

Die am Ende des LXIV.A.K. marschierende 159.I.D. soll als Armeegruppenreserve ebenfalls sofort nach Vesoul durchgezogen werden.

III.) Die Auffrischung der 338. und 198.I.D. soll mit allen Mitteln betrieben werden. Fehlendes Personal ist aus Luftwaffeneinheiten und sonstigen
Marsch-Btl. zu ergänzen. Geschütze werden nach Abzug der Artillerie-Schule Autun von dieser zurückgelassen und auf Befehl Armeegruppe G A.O.K.19
zur Verfügung gestellt.

IV.) Armeegruppe G hat beantragt, daß die rückwärtige Grenze des Armeegruppengebietes die deutsche Reichsgrenze wird.
2.9.1944  
3.9.1944

Fernschreiben Ob.West.Ia, Nr. 7623/44 geh.Kdos. an A.O.K.19, 3.9.44.

A) Heeresgruppe B:
1.) Die engl.-canadische Kräftegruppe setzte auch am 2.9.44 mit überlegenen Panzerkräften unter einen starken Luftschirm Durchbruchsangriff nach Norden
    fort, sie erreichte mit starken Kräften Doullens, Arras und den Raum südlich Cambrai. Vorausabteilungen stießen nach Lille, Valenciennes und Mons.
    15.Armee hat sich hinter die Somme abgesetzt und einen Abwehrriegel in der Linie Barneville - St. Pol - Houdain - Bethune - La Bassee- Salin - Auchy
    aufgebaut- Zwischen Douai und le Cateau wurde die Nahtgruppe General Brandenberger (A.O.K.7) eingesetzt, um einen Durchbruch des Feindes nach
    Nordosten zu verhindern.

    Bei 5.Pz.Armee stieß der Feind über Avesnes auf Maubeuge durch, die Kämpfe sind noch im Gange, der Ostflügel der 5.Pz.Armee wurde hinter die Somme
    zurückgenommen, nachdrängender Feind abgewiesen.

    1.Armee setzte sich unter schweren Kämpfen hinter die Maas zwischen Charleville und Stenay ab und hält mit schwachen Abriegelungskräften den
    Chiers-Abschnitt. Im großen schloß der Feind bei 1.Armee am 2.9. auf und fühlte nur mit Panzerspitzen vor. Er wurde bei Longwy, Diedenhofen und
    westlich Pont a Mousson abgewiesen. Die Abwehrfront an der Mosel von Diedenhofen bis Nancy mit vorgeschobenen Stellungen bei Couflans und Domevre
    ist in Fertigung. Es ist zu erwarten, daß der Feind am 3.9. nach weiterem Aufschließen sowohl aus dem Raum Arras - Cambrai - Valenciennes nach Norden
    zum Erreichen der V 1-Basen antreten wird, als auch die amerikanische Kräftegruppe ihren Stoß nach Osten über die Linie Metz - Nancy fortzusetzen
    beabsichtigt.

    Auch die Feinderfolge des 2.9. im Raum der 15. und 5.Pz.Armee sind auf das Fehlen ausreichender Panzerabwehrwaffen jeglicher Art zurückzuführen.
    Die geforderten Zuführungen sind noch nicht eingetroffen und die Truppe so den feindlichen Panzern ausgeliefert, da auch Panzernahbekämpfungsmittel
    Mangelware sind.

Im einzelnen:

....
B) Armeegruppe G:

1.) LXIV.A.K.:
     Stand der Marschbewegungen:
       16.I.D. im Raum Bourges - Montrichard. Marschgruppe Gitte im Raum Chatelleraux. Marschgruppe Täglichsbeck im Raum Chateauroux - Le Blanc,
       Marschgruppe 149.Res.Riv. im Raum um Poitiers.
       Die Nordflanke wird südlich Bordeaux durch Schn.Abt.602 und 608 abgeschirrmt. Nördlich La Charite beiderseits der Loire stehen Sicherungseinheiten
       mit Front nach Norden. Von Gruppe Ottenbacher Teile im Raum um Digoin eingetroffen.

....

Fernschreiben AOK 19/Ia Nr. 9102/44 g.Kdos. an A.Gr.G, 4.9.1944.

Tagesmeldung vom 3.9.1944:
Eigene Luftaufklärung meldet: Feindliche Panzerspitze 18.50 Uhr mit 10-12 Panzern und 20 - 25 Lkw. 5 km nördl. Gex. Richtung Morez. 17.00 Uhr 25 Lkw.
von St.Florentine auf Tonnerre, hart südostwärts St.Florentine 100 Sechsmannzelte Armee rechnet weiter mit überholender Verfolgung des Feindes.
Marschgruppe IV.Lw.Feldkorps Anfang Beaumont (12 km südlich Chalon), Nachhut seit 7.45 Uhr im Kampf bei Villefranche.
LXXXV.A.K. mit Anfang 198.I.D. hart südostw. Chalon, gegen 338.I.D., südostw. Macon kein Feinddruck.
11.Pz.Div. wehrte am Tage alle von Osten gegen Bourg geführten Feindangriffe ab. Seit 13.30 Uhr Kämpfe mit starken Aufklärungseinheiten in Montrevel.
LXIV.A.K. mit Anfängen 16.I.D. bei Langres, Ende westl. Chateauroux.
Absicht der Armee:
Beziehen Widerstandslinie Givry - Chalon - Verdun - Dole mit 716. und 198.I.D., Aufschließen Restteile IV.Lw. Feldkorps ostw. Chagny, 338.I.D.
weiteres Absetzen in Raum südostw. Chalon. ll.Pz.Div. Lösen vom Feind bei Bourg und Absetzen in Gegend Louhans.
Bereitstellen einer kleinen gepanzerten Kampfgruppe ostwärts Chagny zum Eingreifen nach Norden, Westen und Süden, Sperren bei Pontalier gegen den aus
Raum Gex anmarschierenden Feind. LXIV.Korps Weitermarsch nach Osten. Zuführung 16.I.D. zum LXVI.A.K..
Gefechtsstand IV.Lw.Feldkorps 4.9. vormittags: Beaune, LXXXV.A.K.: Dole.
4.9.1944
Kampfgruppe Brodowski an 19.Armee, 4.9.44, 08.30 Uhr.
Nacht ruhig verlaufen. Von Aufklärung auf Tonnerre noch keine Meldung. Offizier zum Anhalten u.zur Rückführung von Marschgr.der 16.I.D. Maj.Klamp
(II./221, 5.Pz.Jg.A.O.K. I, 4.u.5.A.R.1316 u. Flak-Kampftrupp) noch nicht zurück.
s.Flak-Battr. bei Abgang der Meldung noch nicht eingetroffen.
Bisher keine Fernsprechverbindung mit Dijon, dagegen früh 2.50 Uhr -unleserlich- mit Montbard.

KTB 9.Armee:
01.10 Uhr: Kdr.Art.Schule Beaune meldet Chef, daß er laut Befehl OKH, durch Armeegruppe G an ihn geleitet, mit seinem Stab in die Heimat abrücken
           soll. Sein Abschnitt sei gestern vom Oberfeldkommandanten in Beaune übernommen worden. Dieser sei vorgestern in Beaune eingetroffen.
           Chef erwidert, daß diese Regelung nicht im Sinne des A.O.K. sei. Der Feldkommandant in Beaune habe als solcher ganz andere Aufgaben als ein
           Truppenkommandeur. Es sei seitens des A.O.K. auch nicht befohlen, daß General Kohl den Abschnitt der Kampfgruppe Schmidt übernehmen solle.
           Der Befehl der Armeegruppe G lautet dahin, daß der Kdr. Art.Schule Beaune "nach Freiwerden" abrücken könne. Den Zeitpunkt des Freiwerdens
           bestimmt jedoch lediglich das A.O.K.
           Kdr. Art.Schule Beaune weist demgegenüber darauf hin, daß er bisher dem Befehlshaber Nordostfrankreich unterstanden und von diesem am 3.9.
           um 11.00 Uhr den Freigabebefehl erhalten habe.
           Chef entgegnet, daß A.O.K.19 am 3.9. um 6.00 Uhr die Befehlsgewalt im Abschnitt übernommen und deshalb der Befehlshaber Nordostfrankreich
           von dieser Zeit ab keine Befehlsbefugnisse über die in diesem Abschnitt eingesetzten Kommandeure mehr gehabt hat. Überdies sei für den
           Oberfeldkommandanten Beaune eine anderweitige Auftragserteilung vorgesehen. Kdr. Art.Schule könne seine ganze Schule mit Ausnahme dessen,
           was Sicherungsaufgaben hat, abtransportieren. Die Entscheidung über seinen eigenen Verbleib liege jedoch beim LXIV.A.K., welchem er durch
           das A.O.K.19 unmittelbar unterstellt worden sei. Er solle deshalb morgen wegen der Entscheidung über seine Verwendung persönlich zum
           LXIV.A.K. fahren. Falls von dort für ihn ein anderer Mann eingesetzt werden könne, werde er persönlich auch vom A.O.K. aus freigegeben.
           Hierüber erwartet Chef für morgen nähere Meldung des Kdr. Artillerie-Schule.
01.45 Uhr: Chef/A.O.K.19 bespricht mit Chef/IV.Luftw.-Feldkorps die Neugliederung der Kampfgruppe Degener. Diese werde morgen mit 4 Sicherungs-Btlen.
           (Gruppe Hardenberg, Gruppe Böhme und 2 Marine-Pionier-Kompanien ) nach Dijon kommen. Kampfgruppe Degener werde alles das bekommen, was die
           Kampfgruppe Schünemann gehabt hat.
02.33 Uhr: Ia berichtet Chef über Ergebnis seines Besuches in Beaune. Für die Kampfgruppe Brodowsky werde aus Beaune noch in der Nacht 1 Sicherungs-Btl.
           in Stärke von etwa 400 Mann abgezogen und in Marsch gesetzt werden .
           Chef weist darauf hin, daß der Einsatz des Sicherungs-Btls. nach grundsätzlichem Befehl nicht in der vorderen Linie sondern in der
           Rückhaltstellung zu erfolgen habe. Dies müsse der Gruppe Brodowsky mitgeteilt werden.
05.30 Uhr: Morgenmeldung LXXXV.A.K.:
             Gef.-Stand 338.I.D. im befohlenen Raum erlebt. Einheiten noch auf dem Marsch.
             Einheit Richter befohlenen Raum ohne Feindberührung erreicht.
05.30 Uhr: Kdr.Flak-Rgt.85 hat Ia AOK.19 mitgeteilt, daß durch Oberst Tyroller in Dijon 3 2 cm Flakgeschütze abgeholt werden können. Kdr. des
           Flak-Rgt.85 möchte wissen, ob Abholung veranlaßt.
           Nachfrage ergibt, daß Anruf bei Oberst Tyroller gestern nicht möglich und heute nachgeholt werden soll
05.50 Uhr: Anruf Ia LXXXV.A.K.: Post und Unterlagen für 11.Pz.-Div. um 03.00 Uhr dort abgegeben.
05.55 Uhr: Morgenmeldung IV.Luftw.-Feldkorps über Feind keine neuen Meldungen. Marschbewegungen planmäßig.
07.30 Uhr: O.B. hat befohlen, daß das von Brodowski zurückbehaltene Btl. der 16.I.D. auf Grund der dortigen Lage vorerst dort verbleibt.
09.45 Uhr: Chef IV.Lw.Feldkorps fragt beim Ia/AOK. an, wann mit dem Eintreffen der gepanzerten Gruppe zu rechnen ist und wohin sie kommen wird. Das Korps
           muß dies unbedingt wissen, da sonst die Brücke gesprengt wird und die Gruppe nicht herüber kann! Ia meint, dann müsse sie eben auf einem
           anderen Wege kommen und zwar dort, wo das LXXXV.Korps übersetze. Wann sie kommen werde, wäre noch nicht bekannt, da erst wieder mit einer
           halben Stunde Verbindung zu der Division besteht. Auf die Frage des Chefs/IV.Lw.Fk., wie stark die Gruppe wäre, antwortet Ia, daß es sich um
           eine verstärkte Komp. handele. Der Chef des IV.Lw.Feldkorps erbittet Bescheid nach Rückfrage bei der ll.Pz.Div., auf welcher Straße die
           gepanzerte Gruppe kommen und wann mit ihrem Eintreffen zu rechnen ist. Ia sagt Bescheid zu.
09.53 Uhr: Chef AOK. weist den A.Pi. nochmals darauf hin, daß er beschleunigt Verbindung mit Gen.Kdo.Dehner auf nehmen und ihm schnellstens Pi.Kräfte zur
           Sperrung des Gebietes zwischen Dole und Pontarlier zuführen müsse. Auf die Frage, wie es mit der Sprengung bei Chalon stehe, antwortet der
           A.Pi.Fü., daß dort alles vorbereitet sei, daß die Brücke jedoch noch für die ll.Pz.Div. offen gehalten sei. Der Chef sagt, daß Chalon in der
           H.K.L. einbegriffen sei und der A.Pi.Fü. soll feststellen, ob die ll.Pz.Div. die Brücke noch brauche, er möge sich dieserhalb mit dem Ia/AOK.
           in Verbindung setzen. Wenn die ll.Pz.Div. die Brücke nicht mehr brauche, dann solle die Brücke sofort gesprengt werden. Ferner soll der A.Pi.Fü.
           feststellen, was der Befh.NO.Frankreich an Pi.Kräften zur Verfügung habe, um diese gleichfalls dem Gen.Kdo. Dehner zuzuführen. Hierüber Meldung
           an Chef.
10.13 Uhr: Ia/AOK. ruft im Auftrage des Chefs Ia Armeegruppe G an und orientiert diesen, daß ein verstärktes Btl. der 16.I.D. mit 2 Batt., 1 Pz.Jg.Kp. und
           einer Flak-Kampfgruppe vom AOK. angehalten wurde, auf Grund der Luftaufklärungsergebnisse von Tonnerre. Es handelt sich hierbei um höchstens
           2 Tage, da das AOK. in Augenblick keine Kräfte zur Verfügung habe. Ia Armeegruppe G weist darauf hin, daß das LXVI.Korps hiervon benachrichtigt
           werden müsse, daß Entscheid über weiteren Verbleib des Btls. beim AOK.19 von Armeegruppe nach Vortrag beim Chef der Armeegruppe kommen würde.
           Ia/Armeegruppe G fragt dann nach der Luftnachrichtenschule 4 ,die zur Bekämpfung innerer Unruhen zurückbehalten war. Ia sagt Feststellung und
           Bescheid zu.
10.20 Uhr: Chef fordert umgehend die Luftaufklärungsergebnisse von Flivo.
10.22 Uhr: O.Qu. AOK.19 meldet dem Chef, daß er in Dijon 80 to Kolonnenraum, zur Verfügung habe und bitte um Weisung der Verwendung.
           Chef sagt, daß mit diesem Raum die Sicherungs-Btlne. des LAIV.Korps zum Gen.Kdo.Dehner befördert werden sollen. Der Chef des LXIV. Korps, der
           sich gerade beim Chef AOK befinde, werde dem O.Qu. durchsagen, wo sich die Btlne. befinden. Sollte die Feststellung nicht möglich sein, so würde
           der O.Qu. Bescheid bekommen, den Kolonnenraum zum LXIV. Korps zu schicken, von welchem alsdann die Verladung erfolge.
11.54 Uhr: Chef befiehlt dem O.Qu., den zur Verfügung stehenden Kolonnenraum in Marsch zu setzen nach Decize über Beaune -Autun. Meldung in Decize beim
           General Täglichsbeck, der die Beladung verantwortlich durchführe. Abfahrt 4.9. 19 Uhr in nicht geschlossener Kolonne, sondern in großen Abständen.
           O.Qu. meint, daß mit Rückkehr der Kolonnen in der Nacht vom 4./5.9. zu rechnen ist.
11.57 Uhr: Ia/LKW. A.K. fragt beim Ia/AOK. nach, wo er Oberst Dehner finden kann und wie Verbindungaufnahne dorthin möglich ist.
           Ia orientiert ihn daraufhin, daß Oberst Dehner in Besancon sitze.
           Ia/LXXXV.Korps teilt noch mit, daß von Feinddruck bisher nichts zu merken sei, daß im übrigen Aufklärung eingesetzt wurde.
12.20 Uhr: Ia AOK. 19 meldet dem Ia Armeegruppe G, daß die Luftnachrichtenschule 4 schon durch Chalon gezogen wurde, oder aber sich hart südlich davon befindet
           und daß sie schnellstens verladen würde.
12.50 Uhr: Funkverbindung zur ll.Pz.Div. infolge Verlegung des Gef.Standes der ll.Pz.Div. unterbrochen.
14.55 Uhr: A.Pi.Fü. meldet Ia, daß sich Pi.Kdr. 16.I.D. mit 1 Btl. (5 Kpen.) gemeldet hat. Außerdem seien 3 Brücken-Kpen. im Marsch auf Dijon, davon eine
           t.mot. und zwei bahnmot. A.Pi.Fü. möchte die t.mot.-Brücken-Kp. hier behalten, die beiden Eisenbahn-Kpen. als Reserve des A.O.K. nach Straßburg
           abschieben. Er erbittet hierfür Entscheidung des Chefs A.O.K.
15.45 Uhr: O.B. befiehlt Ia, daß Führer der SS-Panzergruppe sofort in Marsch gesetzt werden solle und sich auf Durchfahrt bei Chef /IV.Luftw.-Feldkorps zu
           melden habe. Marschziel Chagny, Stärke 8 Panther V.
           Zur Feindlage gibt O.B. Ia bekannt, daß eigene Truppen bei Fournes von 2 Kpen. ohne Panzer angegriffen worden seien. Eigene Truppe zieht sich
           hinhaltend kämpfend zurück.
           Bezüglich Aufklärung befiehlt O.B. , daß besonderer Wert auf Straße Macon nach Nordwesten nach Cluny und von dort nach Norden gelegt werden müsse.
           Aufklärung nach Nordwesten müsse ebenfalls geflogen werden. Auf folgende Räume sei Flivo sofort vordringlich anzusetzen:
             a) Gebirge Morez,
             b) Raum Dijon,
             c) Raum Macon, nichtig sei, die Spitzen aufzusuchen.
15.55 Uhr: Ia /A.O.K.19 gibt Ia / IV.Luftw.-Feldkorps folgende Luftaufklärungsergebnisse mit taktischer Zeit etwa 13.30 Uhr durch:
             1.) 25 km südwestlich Pontarlier bei les Granges 10 - 15 Feindpanzer und 50 - 60 Lkw. mit Anfang bei les Granges,
             2.) südlich Gex in Richtung nach St.Claude Einzelverkehr nach beiden Richtungen,
             3.) auf Straße Coligny - Lons le Saunier, mit Anfang bei St.Amour, 100 Lkw. und Pkw.
             4.) ostwärts davon auf Straße Montfleur nach Lons le Saunier, zwischen St.Julien - Lensier, 80 bis 100 Lkw. mit leichter Flak und 5 Panzer
                 Richtung Norden,
             5.) 10 abgestellte Lkw. 10 km ostwärts Bourg auf Straße nach Bellegarde.
           Aufklärungsmeldung geht durch Funk gleichzeitig an 11.Panzer-Division.
16.10 Uhr: Ia/A.O.K. unterrichtet Ia /IV.Luftw.-Feldkorps davon, daß dem Korps 8 Panzer zugeleitet werden. Anrollen gegen 19.00 Uhr. Versorgung mit
           Betriebsstoff und Munition müsse durch IV.Luftw.-Feldkorps erfolgen. Jeder Panzer führe 80 Granaten mit sich. Zweite Munitionsausstattung mit
           ebenfalls je 80 Granaten werde vom A.O.K. in den Einsatzraum, nachgeführt. Betriebsstoffbedarf jedes Panzers sei für 100 km 730 Liter.
16.40 Uhr: Ia unterrichtet Qu.l davon, daß die 8 Panzer für IV.Luftw.-Feldkorps nach Chagny in Marsch gesetzt seien und durch IV.Luftw.-Feldkorps versorgt
           werden würden. Die noch hier befindlichen 480 Schuß Munition müssen durch Fahrzeuge O.Qu. beschleunigt zum Einsatz gebracht werden. Qu. 1 erwidert,
           daß dies wegen Fahrzeugmangels nicht vor morgen durchgeführt werden könne.
16,43 Uhr: A.Pi.Fü, unterrichtet Ia vom Sonderauftrag Schneider und fragt, welche Sicherungskräfte hierfür zur Verfügung stünden. Antwort : LXIV.A.K. muß das
           machen. Mit diesem in Verbindung setzen.
17.10 Uhr: Ia LXVI.A.K. bittet Ia /A.O.K., 16.I.D. möglichst auf direktem Wege weiterzuleiten, um die Marschbewegungen des LXVI.A.K. nicht zu stören.
           Er meldet außerdem, daß in Nancy ein zusammengewürfeltes Regiment des LXVI.A.K. sei. Die vorgetriebene Aufklärung habe ergeben, daß ein Waldstück
           nördlich Epinal, etwa 15 km nordwestlich Charmes, unklar, offenbar feindbesetzt sei. Aus Cheaumont seien um 13.00 Uhr feindliche Panzer erschienen.
           Ia/A.O.K. weist darauf hin, daß Feind offenbar versuche, nach Osten zu umfassen.
17.45 Uhr: Chef / A.O.K. unterrichtet Chef der O.F.K. Besancon über Feindaufmarsch im Raum Pontarlier.
           Chef/O.F.K. meldet, daß das Btl.1022 auf dem Wege nach Pontarlier und wahrscheinlich inzwischen schon dort eingetroffen sei. Das Btl. habe
           Panzerfaust und Granatwerfer bei sich. Die vom A.O.K. in Marsch gesetzte Pi.Kp. sei hingegen noch nicht in Erscheinung getreten. Von Artres auf
           dem Wege nach Dole befindliche eigene Truppe sei vorübergehend eingeschlossen worden, jetzt aber auf dem Marsch nach Dole, nach Erfüllung des
           Auftrages in Artres.
           In Besancon befinde sich außer aufgefangenen Leuten keine Truppe mehr.
           Chef /A.O.K. erwähnt, daß Stab 11. Panzer-Division alsbald nach Besancon komme.
           O.B. schaltet sich in das Gespräch ein. Er betont, daß es jetzt um die Wurst gehe. Pontarlier dürfe unter keinen Umständen in Feindeshand fallen.
           Es sei erforderlich, dort sofort einen verantwortlichen Kommandanten einzusetzen, der den Ort mit klarem Verteidigungsauftrag bis zum Letzten zu
           halten hat. O.B. gibt den Befehl, sofort mit sämtlichen verfügbaren Offizieren diese Verteidigungsaufgabe zu übernehmen. Sie müsse unter allen
           Umständen erfüllt werden, um die notwendige Zeit für der Einsatz unserer Panzer zu gewinnen.
           Chef/O.F.K. meldet hierzu, daß Kdr. des Btls. 1022, 1 Oberstleutnant und durchaus geeigneter Soldat, als Kommandant von Pontarlier eingesetzt sei.
           O.B. betont erneut, daß Pontarlier gesperrt und die dortige Verteidigungslinie der Armee unter allen Umständen bis zum letzten kann gehalten werden
           müsse. Mit starkem Feindangriff aus südwestlicher Richtung mit dem Ziele auf Besancon - Belfort sei jederzeit zu rechnen. Deshalb seien, sofort
           anlaufend, Offiziere und Mannschaften, insbesondere auch alle Stäbe, rücksichtslos einzusetzen. Es komme heute noch Flak nach Pontarlier unter dem
           besonders bewährten Kdr. Oberst Tyroller.
18.15 Uhr: Chef /A.O.K. unterrichtet Chef / Armeegruppe G über die Feindlage. Er spricht die erneute Bitte um Verfügung über die 159.I.D. aus. Chef/Armeegruppe G
           genehmigt der Armee, über diese Division nach den Notwendigkeiten der Lage zu verfügen. Chef / Armeegruppe G genehmigt auf Bitte Chef /A.O.K.19
           ferner, daß eine Flakabteilung noch für 2 Tage zur Verfügung der Armee verbleiben könne,
18.22 Uhr: Chef /IV.Luftw.-Feldkorps fragt Ia /A.O.K. ob die zur Sprengung in Aussicht genommene Brücke jetzt hochgehen könne. Antwort : Nein, hierüber müsse
           erst Chef gefragt werden.
           Ia erinnert an baldige Tagesmeldung.
18.30 Uhr: Ia fragt Ia Kampfgruppe Brodowsky, ob Sicherungs-Btl.200 dort eingetroffen sei. Antwort: Jawohl, jedoch nur Kommandeur und 1 schwerer Zug. Der Rest
           sei noch unterwegs, weil er auf dem Marsch Zusammenstoß mit Terroristen gehabt habe. Widerstand sei jedoch gebrochen worden
           Kdr. Sicherungs-Btl.200 übernimmt Gespräch mit der Meldung, daß er mit 220 Mann und 1 schweren Zug ( 1 s.M.G.-Zug, 1 Pak, 1 Fla., 2 Granatwerfer)
           der 13.Kp. eingetroffen sei. Der Zusammenstoß mit den Terroristen sei etwa 20 km entfernt erfolgt.
           Ia bemängelt scharf, daß hierüber keine rechtzeitige Meldung, und daß Eintreff en des Btls. mit so erheblicher Verspätung erfolgt sei. Er befiehlt
           sofortige Meldung, wenn gesamtes Btl. eingetroffen.
18.34 Uhr: Chef /LXXXV.A.K. meldet Chef /A.O.K., daß von 198.I.D. bis 4.30 Uhr alles herübergekommen sei. Im Anschluß sei die 11.Panzer-Division gefolgt.
           Chef/A.O.K. gibt Chef /LXXXV.A.K. neuen Einsatzabschnitt im Raum Südschleife Mesmay (linke Trennungslinie) am Fluß entlang bis nach Mouchard (ausschl.)
           bekannt. Andernfalls würde die linke Flanke offen sein. Chef befiehlt, in einer Stunde Absicht für den neuen Einsatzraum zu melden.
           Chef/LXXXV.A.K. weist darauf hin, daß an Menschen nichts mehr aufzutreiben sei.
18.50 Uhr: Chef gibt Major Hiltrop Befehl, Oberst Allert zum sofortigen Abmarsch zu veranlassen. Armee selbst würde spätestens morgen Abend folgen.
18.58 Uhr: Chef fragt Ia /LXIV.A.K., ob über 159.I.D. Neues bekannt sei. Antwort: Nein. Es bestehe seit heute früh keine Verbindung mehr. Neuer Auftrag sei durch
           Funk über das Korps übermittelt worden.
           Chef gibt bekannt, daß Armeegruppe Verwendung 159.I.D. als Armeereserve genehmigt hat.
           Ia/LXIV.A.K. meldet, daß Kommandierender General und Ia noch heute beim A.O.K. vorsprechen werden.
19.00 Uhr: Chef /Kampfgruppe Brodowsky meldet Ia, daß telefonische Verbindung mit Pontarlier bestehe. Von dort sei nichts Neues bekannt. Das Btl.1022 liege in der
           Nähe von Valderan im Kampf mit Terroristen. General Dehner fahre jetzt nach dort.

Tagesmeldung vom 4.9.1944, A.O.K.19, Ia Nr. 9125/44 g.Kdos..
Erwarteter Feinddruck von nordwestl. Dijon (Montbard) nicht eingetreten. Gestriger starker Panzerfeind bei Villefranche heute nur unerheblich nachgedrückt.
Es ist damit zu rechnen, daß dieser Panzerfeind morgen entweder in Gegend Chalon die eigene H.K.L. angreift, oder westlich Chalon ausholend in die
Marschbewegung des LXIV.Korps stoßen wird. Sicherungen zum Schutz dieser Marschbewegungen sind nach Süden vorgeschoben, Feind zwischen Saone und schweizer
Grenze hat zu neuer überholender Verfolgung Richtung Besancon und Pontarlier angesetzt. Vermutete Feindkräfte mindestens 1 Div.. ll.Pz.Div. und andere Teile
dagegen angesetzt. Es muß damit gerechnet werden, daß Feind mit allen Mitteln die überholende Verfolgung bis Belfort erzwingen will. Es ist notwendig, daß
in den Raum Belfort neue Kräfte zugeführt werden, um diese Enge offen zu halten. A.O.K, kann dorthin nennenswerte Kräfte noch nicht abstellen. Ausbau eines
Belfortsperriegels wird vom A.O.K. in Angriff genommen.
Nachhut IV.Luftw.-Feldkorps 3.9., 7.45 Uhr bei Villefranche durch Flankenstoß des Feindes abgeschnitten, von überlegenen Kräften - dabei bis zu etwa
25 Panzern - angegriffen und zerschlagen (siehe Tagesmeldung 3,9.44). 4.9., 12.45 Uhr Angriff von 2 Kp. gegen Nachhut bei Tournus. Nachhut setzte sich
weiter nach Norden ab. IV.Luftw.-Feldkorps bezog mit 716.I.D. Stellung im Abschnitt Höhengelande westlich Givry - Givry - Chalon - Verdun (ausschl.).

....
LXIV.A.K. erreichte mit Anfang Raum ostw. Dijon. 16.I.D. wurde bereits mit Teilen LXVI.A.K. zugeführt.

Absichten der Armee:
Halten der Linie von Chatillon - Montbard - Autun - Chalon -Do1e - Pontarlier.
Übernahme Sicherung Dijon durch Kampfgruppe Degener.
Aufschließen Masse 159.I.D. nordostwärts Dijon.
Einsatz 338.I.D. im Abschnitt Mündung Loue in Doubs bis Grange de Vaivre.
Verlegung von starken Teilen 11.Panz.Division in Raum südl. Besancon zur Sperrung der Loue-Ubergänge und Verhindern feindl. überholender Verfolgung
Richtung Belfort.
Weitere Verstärkung Abschnitt Gen.Kdo. Dehner durch Zuführung einer verst.Rgts.-Gruppe der 159.I.D. im Raum südlich Besancon.
Einsatz Flakregiment 18 (ohne eine le.Abt.) und eine Kp. Heeres-Pi.Btl. 669 im Abschnitt Gen.Kdo.Dehner.
Weitermarsch LXIV.A.K. nach Osten.
Zuführung weiterer Teile 16.I.D. zum LXVI.Korps.
Gefechtsstand A.O.K.19 Dijon,
IV.Luftw.-Feldkorps Beaune,
LXXXV.A.K. Dôle,
Gen.Kdo.Dehner Besancon,
Gen.Kdo.LXIV.A.K. Dijon,
11.Pz.Div. hartwestlich Besancon.
5.9.1944

KTB 19.Armee.
01.25 Uhr: Ia LXXXV.A.K. meldet Ia AOK 19, daß von dem II.Kuban-Kosaken-Btl., das am linken Flügel des LXXXV.A.K., an Loue, eingesetzt ist, eine Kp.
           geflohen sei, nachdem diese Kp. durch Terroristen, überfallen wurde und der Offz. dabei gefallen ist. Im Verlaufe des Abends ist eine weitere Kp.
           weggelaufen - Gespräch unterbrochen, da Ia AOK später anrufen will.
02.10 Uhr: Ia LXXXV.A.K. ruft an und meldet weiter, daß voraussichtlich Restteile des Kuban-Kosaken-Btl. noch am Zusammenfluß von Loue und Doubs liegen.
           Genaue Feststellung über noch vorhandene Teile des Btl. wird gemacht.
           Nach einer Meldung dieses Btl. sollen südlich des Flusses bei Mont Sous Vaudrey 14 Pz.-Späh-Wagen und auch Panzer gesehen worden sein. Ferner sollen
           bereits einige Panzer auf dem Nordufer des Loue sein und sich im Foret de Chaux mit Widerstandskräften, die sich dort verstärkt und versteift haben,
           vereinigt haben. Das Korps rechnet damit, daß in den frühen morgenstunden des 5.9. ein Angriff auf Dole erfolgen wird. Zu diesem Zwecke hat das Korps
           das Herausziehen eines Btl. aus dem linken Abschnitt zur Verlegung an den Süd- und Südostrand von Dole veranlaßt. Das Btl. wird voraussichtlich in
           den Morgenstunde des 5.9. am Bestimmungsort eintreffen.
           Die dringende Bitte des Korps geht dahin, dem Korps eine gepanzerte Gruppe, oder aber Pz.-Abwehrwaffen zur Verfügung zu stellen, da das Korps sonst
           den Panzern wehrlos gegenübersteht.
01.40 Uhr: Chef AOK 19 fragt Chef LXIV.A.K. nach dem Verbleib der 159.I.D., die gem. Befehl der Armee angehalten und in einen Raum nordostw. von Dijon zugeführt
           werden sollte.
           Chef LXIV.A.K. meldet, daß er nach Erhalt des Befehls vom Chef AOK 19, die Division anzuhalten und eine Rgt.-Gruppe in den Raum von Besancon zu
           führen, einen Funkspruch über das Generalkdo. des LXIV.A.K. an die Division gerichtet habe. Dieser Funksprach wurde vom Gen.Kdo. quittiert, ob jedoch
           von der Division, ist ihm nicht bekannt. Ihm ist ferner der Div.-Gef.-Stand und der gegenwärtige Standort der Division nicht bekannt.
           Der Chef teilt ihm mit, daß der Div.-Kdr. der 159.I.D. sich beim AOK befände und gemeldet habe, daß sich die Division etwa schon 100 km weiter
           nördlich befinde und Chef AOK 19 macht dem Chef LXIV.A.K. den Vorwurf, daß er nicht gewußt habe, wo der Div.-Gef.-Stand und die Division sich befunden
           habe und auch dieses dem Chef AOK 19 beim Befehlsempfang nicht gemeldet habe, da sonst die Armee Mittel und Wege gefunden hätte, die Division zu finden,
           anzuhalten und wie beabsichtigt, eine Rgt.-Gruppe zum Einsatz in den Raum von Besancon zu führen.
           Da nun die Division etwa einen Tagesmarsch weiter ist, kann dies nicht geschehen und die daraus entstehenden Folgen sind im Augenblick noch nicht
           abzusehen.
           Der Einwand des Chef LXIV.A.K., von der Armeegruppe G den Befehl zu haben, die Division nur in einen bestimmten Raum durchzuschleusen, wird durch Chef
           AOK 19 verwiesen, da das Korps den eindeutigen Befehl von der Armee erhalten habe, die 159.I.D. anzuhalten und sie in den Raum von Besancon zuzuführen.
           Chef LXIV.A.K. meldet, daß er diesen Befehl auch so verstanden habe und auch entsprechend seinen Funkspruch an die Division gerichtet habe. Er bitte
           den neuen Aufenthalt der Division durch den Div.-Kdr. festzustellen, da dieser dazu neige, zu übertreiben und der Chef LXIV.A.K. der Meinung ist, daß
           sich durchaus noch eine Rgt.-Gruppe von dieser Div. für den Raum Besancon abzweigen lasse.
02.00 Uhr: Chef AOK 19 befiehlt den Chef LXIV.A.K., da die 159.I.D. zu weit vorgeprellt ist, nunmehr aus den im hiesigen Raum liegenden Teilen des LXIV.Korps
           eine Rgt.-Gruppe zu bilden und Vorschlag über Durchführung umgehend zu melden.
02.40 Uhr: Ia fragt den Ia IV.Luftw.-Feldkorps, ob die nach dort in Marsch gesetzten 8 Panther bereits eingetroffen sind. Ia IV.Luftw.-Feldkorps verneint und
           Ia AOK 19 befiehlt, einen Offz. auf der Straße den Panthern entgegen in Marsch zu setzen, um sie richtig dem IV. Luftw.Feldkorps zuzuführen.
           Der Führer der Panther sei genauestens bei der Armee eingewiesen, so daß es unverständlich wäre, daß sie bisher noch nicht eingetroffen sind.
           Meldung über Eintreffen wird erbeten.
02.42 Uhr: Ia teilt Ia LXXXV.A.K. mit, daß nach Vortrag beim Chef über den zu erwartenden Eingriff bei Dole von der Armee im Augenblick keine Kräfte zur Verfügung
           gestellt werden können. Es wird darauf hingewiesen, daß noch heute Nacht und morgen Früh die 338.I.D. und Masse der 11. Pz.-Div. durch den dortigen
           Raum ziehen, so daß hierdurch genügend Schutz gegen einen evtl. Angriff auch mit Panzern, vorhanden wäre.
03.10 Uhr: Chef LXIV.A.K. meldet dem Ia, daß von der Gruppe Welzel eine Abt. (mot.) hier im Raum liege und eine andere auf Fahrrädern bei Autun. Letztere komme
           zur Bildung der Rgt.-Gruppe nicht in Frage, da sie zu weit abliege und zu unbeweglich sei.
           Ia befiehlt, daß die mot.-Abt. sofort in den Raum nach Besancon zum General-Kdo. Dehner in Marsch zu setzen sei und daß über die andere Abt. bei Autun
           noch entschieden würde, da sie möglicherweise durch Kolonnenraum transportiert werden könne. Über Transport mit Kolonnenraum muß noch mit dem O.Qu.
           gesprochen werden. Bescheid hierüber folgt. Auf jeden Fall soll die mot.-Abt. sich umgehend in Marsch setzen und bei General-Kdo. Dehner melden.
03.33 Uhr: A.Pi.-Führer meldet:
            1.) Lyon/Saone: Straßenbrücke und Brückensteg hart ostw. Vaise (1 : 80 000) nicht zerstört. Zündung versagte. Abermals entsandter Zündtrupp stieß
                am 3.9. um 23.30 Uhr auf fdl. Pz.-Späh-Wagen an der Brücke.
            2.) Brücke über L'Ayergues-R. bei Anse unvollkommen zerstört. Brückenmitte in 4 m Breite stehengeblieben. Beschränkt passierbar. Nachsprengung wegen
                Mun.-Mangel und Feindlage nicht möglich.
            3.) Brücke bei La Chapelle über den westl. Nebenbach der Saone eingestürzt bis auf 1 m Brückenbreite. Nur für Fußgänger passierbar.
7.40 Uhr: Ic meldet Chef, daß nach englischen Rundfunkmeldungen 7.amerikanische I.D. heute Nacht im Raum Belfort Fallschirmjäger abgesetzt habe, um Rückzug der
          19.Armee zu sperren.
7.55 Uhr: Platzkommandant Belfort meldet Chef A.O.K. auf Rückfrage, daß dort im Raum Belfort von Fallschirmspringern bisher nichts bekannt sei. Bekannt sei
          lediglich, daß in der Gegend südlich Montbeliard die Terroristen mit Fallschirmspringern durchsetzt seien.
          Chef verlangt sofortige Überprüfung der Rundfunkmeldung und Meldung an A.O.K. mit Ausnahmegespräch.
8.25 Uhr: Chef fragt Ia LXIV.A.K., ob dort Panne mit der 159.I.D. bekannt sei. Ia LXIV.A.K. bejaht und meldet, daß sofort die Gruppe Haeckel in Richtung Besancon
          in Marsch gesetzt qorden sei, außerdem sei ein Sich.Btl. nach Besancon unterwegs. Die Gruppe Haeckel führe 2 Schnelle Abteilungen und die 13. und 14.Kp.
          ihres Rgt. Alle diese Einheiten seien allerdings nur beh.mot, das Sich.Btl., daß aus Bourg weggekommen sei, werde im Pendelverkehr auf Fahrrädern
          befördert. A.K. sei überzeugt, daß alles klappen werde.
          Chef betont, es müsse alles getan werden, um die Schnellen Abteilungen baldigst heranzubringen. Dann sei sofort Meldung zu machen.
8.30 Uhr: Ia LXXXV.A.K. meldet Chef, daß die beiden Hauptbrücken bei Parcey und Belmont gesprengt seien. Gefechtsaufklärung sei vorgetrieben. Feind sei offenbar
          übergesetzt.
          Chef betont, daß es äußerst wichtig sei, schnell mit allen Kräften in den befohlenen Raum hineinzukommen.
8.40 Uhr: Ia fragt Ia LXIV.A.K., ob Schnelle Abteilungen weggekommen seien. Antwort: Eine Abteilung ist über Dijon hinaus, wird abgedreht. Bisher noch keine
          Meldung über ihren Verbleib. Die hintere Abteilung habe die 13. und 14. Kp. bei sich. außerdem sei ein Sich.Btl. in Richtung Besancon in Marsch gesetzt.
8.45 Uhr: Ia 11.Pz.Div. gibt Ia A.O.K. folgende Feindorientierung:
          1.) Feindartillerie schießt auf Straße westlich Besancon jetzt schweres Kaliber. Außerdem M.G.-Feuer in diesem Raum.
          2.) Ortschaft Ornans, 13 km südsüdostwärts Besancon von starkem Feind mit Pak besetzt. Dort nicht durchzukommen.
          3.) Bei Valdahon sind Teile der Kampfgruppe Degener durch Panzer aufgerieben.
          4.) In Baume(les Dames) sitzt Feind mit Spähwagen.
          5.) 11. Pz.Div. selbst ist noch nicht beieinander, insbesondere sind noch keine Panzar da.
          Ia 11.Pz.Div. fragt, was Armee zu tun gedenke. Es müsse sofort die 15.Pz.Div. hier heruntergezogen werden. Es komme jedoch auf Minuten an, sonst könnte
          alles zu spät sein. Zur Zeit liege starkes Artilleriefeuer im Raum des Gefechtsstandes der 11.Pz.Div.
8.55 Uhr: O1 LXXXV.A.K. meldet Ia, daß von der Einheit Fink bisher keine Feindberührung gemeldet sei. Stab 338.I.D. sei in Dole eingetroffen, ebenso 50% der
          Nachrichten-Abteilung und 100% der Fla-Kompanien und die Panzerjäger. Die übrigen Teile seien noch in Bewegung auf Do1e.
9.25 Uhr: Chef LXXXV.A.K. meldet Ia, daß seine Kräfte zur Zeit so seien, daß auf 4 km 100 Mann, auf 60 km 16 Rohre und 3 Pak kämen. Es könnten deshalb nur Brücken
          und Wege besetzt, jedoch keine durchlaufende H.K.L. gebildet werden.
9.35 Uhr: Kdr. 11.Pz.Div. meldet Chef, daß schweres Artilleriefeuer auf allen Straßen von Westen nach Osten im Raum Besancon liege. Ein Btl. auf der Höhe südlich
          Besancon bei Beure werde stark angegriffen. Über den Einsatz der 3.amerikanischen Division bei Ornans Befehle bisher eine genaue Meldung. Wahrscheinlich
          sperre die Division bei Etalon auf der Straße nach Molderon. Bei Baume les Dames sei sie über den Abschnitt nach Norden hinaus.
          Absicht der 11.Pz.Div. sei, in jetziger Stellung zu halten und abzusperren. Eingetroffene Panzer werden nach Baume les Dames vorstossen.
          Chef betont, es werde Aufgabe der Division sein, nördlich des Doubs bis zur Schweizer Grenze zu sperren, auf der Linie Ile - Ponteron - Schweizer Grenze.
9.45 Uhr: Ia 11.Pz.Div. meldet Ia A.O.K., daß die Flak zur Zeit SO Besancon stehe. In Baume les Dames sei Feind mit starken Panzerspähwagenkräften. Die 11.Pz.Div.
          sei mit 1 Btl. des Pz.Gren.Rgt.111 und 4 Pak hiergegen eingesetzt. 2 weitere Btl. stünden südwestlich Besancon. Dort sei die Lage zur Zeit ruhig. Mit
          Pontarlier sei die Verbindung abgerissen. Der gegebene Befehl sei jedoch noch hingekommen. Vom Btl.1022 sei 1 Ep. in Pontarlier, die anderen bei Valreon
          im Gefecht. Ia weist darauf hin, daß nach Befehl des O.B. von der 11.Pz.Div. keine weiteren Kräfte mehr ostwärts des Doubs eingesetzt werden sollen.
          Der Auftrag der 11. Pz. Div. sei jetzt, den Doubs mit Drehpunkt Montbeliard zu sperren.
9.50 Uhr: Chef LXXXV.A.K. meldet Chef A.O.K., daß der befohlene Abschnitt noch nicht in der Hand des Korps sei. Die Pi.-Einheit sei noch zersprengt und teils noch
          im Kampf mit Terroristen. Aufklärung sei angesetzt.
          Chef A.O.K. unterrichtet Chef LXXXV.A.K. über die Feindlage im Raum Besancon - Baume les Dames. Offenbar Ziele der Einsatz der 3.amerikanischen Div. auf
          Belfort. O.B. habe befohlen, daß südlich des Doubs nichts mehr hineingesteckt werde. Der Doubs sei zu sperren und zu halten. Dies müsse so schnell wie
          möglich eingeleitet und die notwendigen Brückensprengungen dabei beachtet werden.
          338.I.D. sei beschleunigt entlang des Doubs bis Besancon zu leiten. Das Korps solle sich schon jetzt darauf einstellen, daß heute Nacht vielleicht eine
          Frontverkürzung zwischen Saone und Doubs befohlen werde.
10.05 Uhr: Ia - O.Qu.:
           Ia fragt an, ob Munition für die 8 Panther bei General Petersen herangeschafft worden ist.
           Ltn.Bieneck hatte in der Nacht den Auftrag, Munition nach Mirande zuzuführen. Dort wurde jedoch niemand vorgefunden. Es stellt sich heraus, daß die
           Munition tatsächlich nach Mirande, südostwärts Dijon sollte. Dorthin wird sie nun sofort geschafft.
10.15 Uhr: Anruf Oberstleutnant Wilutzky bei Ia:
             1.) Oberstleutnant W. übermittelt Einverständnis des Chefs, daß nur eine Pi.Komp. zurückbehalten wird.
             2.) Bitte um Einsatz von Kampfflugzeugen wird weitergegeben.
             3.) Id/AOK.l9 soll Bestand aufnehmen, was von den bisher noch nicht genannten Divisionen an Resten noch vorhanden ist.
             4.) Ia/AOK.19 orientiert Oberstleutnant W. über die Lage.
10.25 Uhr: Major Bräuer teilt Chef mit, daß größere Einheiten feindl. Fallschirmjäger bei Belfort nicht beobachtet werden konnten. Es könnte sich darum handeln,
           daß zur Unterstützung der Banden englische und amerik. Fallschirmjäger abgesetzt worden sind.
           Chef weist Major Bräuer darauf hin, in Bezug auf Aufklärung sehr aktiv zu sein, es müßten unbedingt Alarmeinheiten gebildet werden. Laufende Orientierung
           des AOK. notwendig. Major Bräuer betont, daß Stab Oberst Hübner noch nicht ausreichend erscheint, es sei eine Einrichtung in Belfort notwendig, die
           kontrolliert, welche Einheiten sieh schon früher dort gesammelt hatten. Chef ist der Auffassung, daß alles (der Schwamm) möglichst rücksichtslos aus
           Belfort herausgeworfen werden muß, was nicht irgendwie noch Kampfkraft besitzt. Zu dieser Aufgabe soll der Stab General Hedrich herangezogen werden
           (Kdt.H.G.S.O.Frankreich). Major Bräuer hat General Hedrich den Befehl des AOK. zu übermitteln, aus Belfort alles an Einheiten zu entfernen, was nicht für
           Versorgung und Nachschub der kämpfenden Truppe unbedingt nötig sei. Es muß nach dem Grundsatz gehandelt werden: Heraus aus Belfort und gegen die Grenze
           drücken, da niemand über die Grenze hinüber darf!
10.40 Uhr: Kom.General IV.Lw.Feldkorps teilt mit, daß gepanzerte Gruppe nicht eingetroffen. In Chalon sollen 5 feindl. Panzer eingebrochen sein. Es besteht durchaus
           die Möglichkeit, daß es sich hierbei nur um eine Spitze handelt und noch mehr hinterher kommt.
           Chef bittet Korn.Gen. IV.Lw.Feldkorps, sich schon jetzt darauf einzurichten, daß heute nacht zurückgeklappt wird, trotzdem einige Telle noch nicht heran
           sind. Diese Maßnahme wird notwendig sein, da sich fast von allen Seiten feindlicher Druck ergibt, sogar im Rücken.
10.45 Uhr: Chef Armeegruppe G - Chef AOK.19.
           Chef Armeegruppe G hält das Zurückklappen des linken Flügels an Straße Besancon - Montbeliard für zu stark.
           Chef AOK.19 befürchtet, daß zu langes Warten leicht gefährlich werden könnte; wenn der Absprung nicht rechtzeitig gefunden würde, könnte leicht zu viel in
           dem Sack bleiben. Nochmalige Überlegung der zu treffenden Maßnahmen soll erfolgen.
           Chef AOK.19 ist der Auffassung daß für den ganzen Schwamm für den Kampf untauglicher Einheiten, der sich in Belfort befindet, ein Ventil nach Osten befunden
           werden muß.
           Chef Armeegruppe G ist damit einverstanden, daß diese Einheiten rücksichtslos über die Grenze abgeschoben werden.
           Chef Armeegruppe G teilt weiterhin mit, daß Oberst Zorn als O.Qu. zur Armeegruppe G mit dem heutigen Tage versetzt worden ist. Es kann auf ihn nicht
           verzichtet werden, da gemäß Befehl die O.Qu.-Abteilung der Armeegruppe G mit dem heutigen Tage stehen soll. Als Nachfolger für Oberst Zorn schlägt Chef
           Armeegruppe G Oberstleutnant Schulz vor, als Nachfolger für Oberstleutnant Schulz Major v. Stülpnagel.
           Chef AOK.19 gibt zu Bedenken, daß es im gegenwärtigen Augenblick nicht vertretbar sei, sowohl den O.Qu. als auch den Qu. 1 zu wechseln.
11.10 Uhr: Anruf Hauptmann Hartmann beim Ia:
           Die 8 Panther sind heute nacht 1.00 Uhr in Auxonne gewesen und von dort nach Besancon abmarschiert. Hptm. Hartmann verfolgt Spur weiter und meldet laufend.
11.15 Uhr: Gen.Oberst Blaskowitz - Chef AOK.19:
           Gen.Oberst Blaskowitz ist der Auffassung daß, wenn Zurückklappen wie von der Armee geplant schnell erfolgt, eine Menge von Spezialkräften zurückbleibt
           (Marine, Artillerie). Gen.Oberst B. ist der Meinung, daß man sich je nach dem etwa erfolgenden Druck zu entscheiden habe. Die Nordflanke mache dem AOK.
           keine Sorge. Nach Möglichkeit solle kein zu scharfes Tempo eingeschlagen werden, damit die wertvollen Spezialisten der Artillerie und Marine nicht verloren
           werden.
11.25 Uhr: Chef AOK.19/Kommandeur 11.Pz.Div.:
           Nach Rücksprache mit Gen.Oberst Blaskowitz hat Armeegruppe folgende Ansicht: Linker Flügel bei Morteau erwünscht. Wietersheim teilt mit, daß Gegner bei
           Baume ein Btl. stehen hat. Bewegungen der Division außerordentlich schwierig, da Gruppierung zu langsam fortschreitet. Chef fragt an, ob durchkommen nach
           Osten (Morteau) möglich. Wietersheim verneint und stellt fest, daß die einzige Möglichkeit nach Norden ist. Chef schlagt vor, bei Montbeliard
           herüberzudrehen und dann nach Süden abzudrehen. Wietersheim bestätigt diese Meinung und fügt hinzu, daß die Richtung Pont de Roide ist. Chef teilt mit, daß
           2 schnelle Abteilungen nach Besancon zugeführt und Wietersheim unterstellt werden sollen. Wietersheim will sich jedoch führungsmäßig nicht damit belasten.
           Daher soll Unterstellung der beiden Abteilungen unter Einheit Wehner erfolgen.
11.35 Uhr: Anruf Oberstleutnant Bahr: Chef befiehlt Weitermarsch der 159.Res.Div. in Richtung Vesoul.
11.40 Uhr: General Petersen fragt bei Chef an, was mit den 3 Btlnen. der Einheit Degener in Dijon werden solle, da befehlsmäßige Unterstellung unter IV.Lw.Feldkorps
           ungünstig.
           Chef teilt mit, daß Entscheidung noch getroffen wird, wahrscheinlich erfolgt gleich weitere Inmarschsetzung.
12.05 Uhr: Ia - Ia/ll.Pz.Div.:
           ll.Pz.Div. soll 8 Panther der SS-Div. Hohenstaufen übernehmen. Sie befinden sich seit 1.00 Uhr von Auxonne auf dem Marsch nach Besancon. Der Führer,
           Oberscharführer X, soll sofort verhaftet werden, da er gegen den schriftlichen Befehl des A.O.K. nach Osten marschiert ist.
12.25 Uhr: Ia teilt O.Qu. mit, daß 2 schnelle Abteilungen keinen Betriebsstoff bekommen hätten.
           O.Qu.-Abteilung soll an Tankstelle Anweisung geben, daß alle Einheiten, die aus Westen kommen, versorgt werden.
12.30 Uhr: Kom.Adm.franz.Südküste teilt Ia mit, daß letzte Funksprüche aus Toulon und Marseille am 29.8. aufgenommen wurden, jedoch nicht mehr zu entschlüsseln waren,
           da anscheinend unter Kampfeinwirkung gegeben.
12.40 Uhr: Anruf Chef bei Ia/Armeegrunpe G:
           AOK.19 beläßt vorgeschobene Sicherung mit örtlichen Berichtigungen z.B. beim IV.Lw.Feldkorps noch heute nacht. Einheit v.Wietersheim wird von Montbeliard
           nach Süden soweit als möglich vorgedrückt. Allgemeine Richtung Morteau. Ia/Armeegruppe G betont, daß Strafen und Eisenbahnen von Besancon nach Belfort in
           jedem Falle freigekämpft werden müssen. Chef AOK.19 teilt mit, daß 159.Res.Div. als Verstärkung in den Raum Besancon gehen soll.
           Ia/Armeegruppe G läßt wissen, daß in Belfort für die 11.Pz.Div. die Möglichkeit bestehe, Ersatzfahrzeuge zu beschaffen. Anforderung müsse bei Maior Conrad
           erfolgen.
12.50 Uhr: Ia - Ia/ll.Pz.Div.:
           Südlich Besancon dringt Gegner sehr stark gegen die Straße von Dole nach Besancon. Gegner hat sich im Dorf Avanne um 12.15 Uhr festgesetzt.
13.05 Uhr: Chef IV.Lw.Feldkorps - Ia AOK.:
           Ia teilt mit, daß Führer der gepanzerten Einheit sich nach Auxonne zur ll.Pz.Div. trotz mündlicher und schriftlicher Anweisung in Marsch gesetzt hat.
           IV.Lw.Feldkorps meldet, daß inzwischen in Chalon wesentlich mehr Panzer festgestellt worden sind. Darüherhinaus sollen sich nach Aussagen von Überläufern
           im Raum von Buxy etwa 200 Fahrzeuge befinden.
13.10 Uhr: Chef - Major Schuster LXIV.A.K.:
           159.Res.Div. soll morgen abend nach Besancon in Marsch gesetzt werden, dort wird sie Gruppe Degener unterstellt. Nach Auffassung des Chefs kommt es darauf
           an, daß sich LXIV.A.K. ohne die Division kampffähige Verbände schafft.
13.15 Uhr: Chef AOK.19 - Chef LXIV.A.K.:
           Chef LXIV.A.K. meldet, daß Wietersheim ein Btl. südl. Besancon heute abend herauszieht. Damit ist der Brückenkopf Besancon nicht zu halten. Es wäre
           mindestens notwendig, daß am Brückenkopf ein Btl. verbleibt, so lange, bis Ablösung heran ist.
           Den Kampfeindruck bezeichnet Chef LXIV.A.K. vorläufig als ruhig. Auf Straße Dole - Besancon und auf Straße Gray - Besancon liegt Artilleriefeuer. Verkehr
           muß weiter nördlich umgeleitet werden.
           Chef teilt mit, daß dem A.K. die l59.Res.Div. heute abend oder heute nacht zugeführt wird. Daneben sollen noch 2 schnelle Abteilungen kommen, doch ist mit
           ihnen nicht vor morgen früh zu rechnen. Chef AOK.19 will ll.Pz.Div. veranlassen, zunächst 1 Btl. für Brückenkopf Besancon stehen zu lassen.
           LXIV.A.K. soll Abschnitt Besancon - Baume übernehmen.
13.25 Uhr: Chef orientiert O.B., daß LXIV.A.K. durch gestrigen Tagesmarsch erhebliche Verluste durch Jabos hatte. Daher entscheidet O.B.: Marsch hat bei Nacht zu erfolgen.
           Wietersheim muß bei Brückenkopf Besancon ein Btl. so lange belassen, bis Ablösung und Verstärkung durch 2 schn.Abteilungen sowie durch 159.Res.Div. erfolgt ist.
13.30 Uhr: Ia ll.Pz.Div. bestätigt, daß Avanne feindbesetzt.
           Südwestlich Besancon ist Gegner bei Avanne über den Fluß. ll.Pz.Div. mit Teilen aus Busy herausgedrängt. Gegner verdichtet sich vor Kampfgruppe Hax. Laufend
           Aufklärung des Gegners festgestellt.
           Chef AOK.19 betont, Brückenkopf bei Besancon muß von 11.Pz.Div. auf jeden Fall besetzt bleiben, bis Ablösung heran. Für ll.Pz.Div. ergeben sich folgende
           Aufgaben:
             1.) Riegelstellung im Norden,
             2.) Brückenkopf Besancon,
             3.) Sperrung bei Baume.
           Hauptdruck des Gegners liegt im Aufgenblick bei Besancon und Baume.
           Frage Chef, ob nicht möglich, Avanne auszubügeln.
           Ia/ll.Pz.Div.: Nicht möglich, da keine Kräfte vorhanden.
13.35 Uhr: Chef LXXXV.A.K. meldet Chef A.O.K., daß Brückenkopf westl. Besancon in der Hand des Feindes sei. In Abschnitt A.K. herrscht im übrigen Ruhe.
13.45 Uhr: Ia teilt Chef IV.Luftw.-Feldkorps mit, daß die 8 für IV.Luftw.-Feldkorps bestimmten Panzer von der 11. Pz.-Div. vereinnahmt worden seien. Dies lasse sich
           jetzt schwerlich noch ändern. IV.Luftw.-Feldkorps müsse sehen, sich anderweit zu behelfen.
           Chef IV.Luftw.-Feldkorps weist daraufhin, daß Panzerabwehrwaffen fehlen.
           Ia erwidert, daß hier O.Qu. sicher helfen könne.
           Chef IV.Luftw.-Feldkorps weist daraufhin, daß die Lage ohne Einsatz der Panzer für das Korps besonders schwierig sei. In Chalon seien fdl.Panzer, in Taize
           fdl. Infanterie und 200 Feindfahrzeuge in Buxy. Der Feind greife demnach auf breiter Front an. Von Höhe 449 bis Chagny sei die eigene Front offen, da auch
           die Art.-Abt. noch nicht eingetroffen sei.
           Wegen der Position für die Nacht kann Ia dem IV.Luftw.-Feldkorps noch keinen Bescheid geben, daß hierüber noch weiterer Befehl der Armeegruppe abgewartet
           werden muß.
14.00 Uhr: Chef verständigt A.Pi.-Führer, daß General-Kdo.Dehner dringend Sprengmunition braucht. A.Pi.-Füher erwidert, daß Sprengmunition vorhanden, aber kein
           Transportraum gestellt werden kann.
           Chef betont, daß dieser von O.Qu. gestellt werden müsse.
           Frage nach Brückensprengung beantwortet A.Pi.-Führer damit, daß an der Saone alle Brücken gesprengt, am Doubs die Sprengungen im Gange seien.
           Die aufgefangene Pi.-Kp. behalte A.Pi.-Führer wegen des Sprengungseinsatzes.
14.05 Uhr: Ia bittet O 1 der Armeegruppe G, beim Chef der Armeegruppe G dahin vorstellig zu werden, daß alle Straßen im Raum Remiremont - Gerardmere - Colmar (einschl.)
           für die Armee freigehalten werden. Ia erbittet sofortige Verständigung nach Entscheidung.
14.07 Uhr: O.B. bespricht mit Ia 11.Pz.-Div. Feindlage, betont, daß die schwierigste Aufgabe z.Zt. Besancon sei. Dort dürfe Feind unter keinen Umständen durchbrechen.
           Die 159.I.D. werde zur Entlastung herangeführt. Auch die SS-Panzer seien nach Besancon unterwegs. Sie seien bereits von einem Pz.-Rgt. der Division vereinnahmt
           worden.
           Ia 11.Pz.-Div. betont, daß alles getan werden würde, was irgendwie gemacht werden könne.
14.15 Uhr: Chef - Kapt.Löffler (Kom.Adm.franz.Südküste) : Dienststelle Adm.franz.Südküste soll nach Belfort verlegen, dort alle erfaßbaren Einheiten zu Alarmeinheiten
           zusammenfassen gegen etwaige Luftlandetruppen.
15.20 Uhr: Ia /ll.Pz.Div. fragt Ia /AOK 19 was geschehen soll, wenn die Ablösung nicht kommt. Ia /AOK 19 sagt, daß alles getan wird, damit die Ablösung herankomme.
           Es handele sich um eine Schnelle Abteilung, 1 Sicherungs-Btl. und Teile der 159.Div. Sie sollen sich auf dem Gefechtsstand von Dehner melden, müssen von dort
           entsprechend eingewiesen werden. Ia/11. Pz.Div. meldet, daß sich der Feind laufend verstärkt und bereits 8 Geschütze festgestellt wurden.
           Ia/AOK 19 bittet zu klären, ob der Leutnant der die 8 Panther vereinnahmt hat, den Befehl des Oberscharführers wirklich nicht gesehen hat. Der Oberscharführer
           hatte schriftlichen Befehl von der Armee, zum IV.Luftw.Feldkorps zu marschieren. Ia/ll.Pz.Div. will das prüfen.
15.30 Uhr: Kommandierender General vom IV.Luftw.Feldkorps orientiert den Ia/AOK 19, daß der Feind in Corcelle nordwestlich von Chalon mit Infanterie und Panzern
           eingebrochen ist. Vom IV.Luftw.-Feldkorps wurde ein Gegenangriff aus westlicher Richtung angesetzt. In Chalon s.S. ist gleichfalls Gefechtslärm zu hören.
           6 Panzer sind über Kanalbrücke mit Infanterie gedrungen. Die dort vorhandenen 3 Panzerabwehrkanonen sind ausgefallen General Richter nicht auffindbar.
15.37 Uhr: Generaloberst Blaskowitz teilt dem Chef / AOK mit, daß er den Gedanken bezüglich der Brückenkopfbildung unter Führung von General Kniess für sehr gut halte.
           Der Brückenkopf solle unabhängig von der Weststellung aufgebaut werden. Beim LXIV.A.K. stehe viel Flakartillerie zur Verfügung, die auch ein gewisser Schutz
           gegen Luftlandung bilde. Sie sollen mit zur Brückenkopfbildung benutzt werden unter Heranziehung von Spezialisten.
           Die "Schmidt—Regimenter" gehören zum Arbeitsschutz der Weststellung und damit zum Reichsführer Himmler. Sie können nicht vereinnahmt werden. Der Brückenkopf
           soll militärisch vor Weststellung im Raum Belfort - Montbeliard ausgebaut werden. Genaues wird, noch Ia der Armeegruppe G durchsagen.
           Chef/AOK 19 orientiert Generaloberst Blaskowitz kurz über Lage bei Chalon s.S. und daß gegen erfolgten Einbruch bei Corcelle Gegenangriff läuft. Generaloberst
           Blaskowitz sagt, daß zur Auffrischung der Verbände der Armee die Armee an keine Kriegsgliederung gebunden ist. Sie soll ihre Einheiten auffüllen, mit den
           anfallenden, organisch nicht zu den Divisionen gehörenden Verbänden aller Wehrmachtteile.
15.50 Uhr: Ia gibt Befehl an Adjutant von Gruppe Degener, daß die Kampfgruppe Degener ab 19.30 Uhr sich in Dijon abmarschbereit halten soll. Zielangabe folgt.
           Der Ia Gruppe Degener kommt an den Apparat und teilt Ia/AOK 19 mit, daß noch 2 Btle. fehlen. Ia/AOK 19 entscheidet, daß versucht werden solle die 2 Btle.
           heranzubringen, die übrigen vorhandenen 3 Btle. müssten zu dem befohlenen Zeitpunkt abmarschbereit sein. Die 2 fehlenden Btle. würden dann evt. nachgeschleust.
15.58 Uhr: Kommandierender General / IV.Luftw.-Feldkorps fragt Ia/AOK 19, ob die neue Linie nicht direkt nach Chagny an den Fluß führen kann. Ia will dem Chef vortragen und
           dann Bescheid durchgeben.
16.30 Uhr: Ia/AOK 19 fragt Ia/LXIV.A.K.nach dem Gefechtsstand der 159.Div. Ia/LXIV.A.K. meldet, daß sich der Gefechtsstand bei St.Loup befinde und daß sich gerade ein
           Verbindungs-Offizier zu dieser Division beim Korps aufhalte. Er schickt ihn gemäß Anweisung Ia/AOK 19 sofort zum Empfang eines Befehls zur Armee.
16.42 Uhr: 0 1/11.Pz.Div. orientiert den Ia kurz über die Lage:
             Am rechten Flügel läuft die Bewegung planmäßig. Gegen Avanne wird ein Unternehmen gestartet. Gegen den Feind bei Baume les Dames wurde gleichfalls ein
             Gegenangriff unternommen. In diesem Ort sitzt das 4.tunesische Rgt. der 3.algerischen Division, wogegen das Feldersatz-Btl. mit Panzern angesetzt wurde.
             Der Gegner wehre sich heftig und es sei bereits zum Häuserkampf gekommen. Gegner sei zurückgewichen. Gefecht noch im Gange. Der Feind hatte gleichfalls die
             Höhen südlich des Ortes besetzt. Es soll mit Teilen von Hax am Südufer nachgestoßen werden Im Ort sind Teile der 11.Pz.Div. im Westen und Norden eingedrungen.
             Teile der 11.Pz.Div. haben im Norden von Besancon Rioz um 13.00 Uhr erreicht mit dem Marschziel l'Isle.
17.15 Uhr: Kommandierender General/IV. Luftw.-Feldkorps fragt Chef/AOK 19 ob die Linie des Korps nicht verkürzt werden kann, indem diese gleich von Palleau an den Fluß
           bei Chagny führe. Chef meint, das wäre eine Frage des Anschlusses.
           General Petersen weist darauf hin, daß ihn die neue Linie 1 Btl. koste. Chef sagt, daß durch die direkte Linie von Palleau nach Chagny der Bogen vom Doubs und
           Saone nicht überwacht wäre, sodaß der Feind übersetzen könne, ohne daß es bemerkt würde. Es soll die Brücke bei Verdun zerstört werden, Brückenkopf zurücknehmen
           und 1 Kp. bei Bragny belassen werden.
           General Petersen meldet noch, daß der Gegenangriff bei Corcelle an der Straße im Gange ist und daß General Richter wieder aufgetaucht wäre. General Petersen
           fragt, ob Chagny aufgegeben werden kann, um hinter den Fluß zu gehen. Chef will erst das LXIV.A.K. fragen ob deren Einheiten über Chagny marschieren.
           Ferner orientiert der Chef den Kommandierenden General, daß er sich darauf einrichten müsse, die 338. und. 198.I.D zu übernehmen.
17.25 Uhr: Chef/AOK 19 fragt Chef/LXIV. A.K. auf welcher Straße die Verbände des Korps marschieren. Chef /LXIV.A.K. meldet, daß die Verbände sich auf der Straße von Autun
           über Nolay nach Beaune bewegen.
17.45 Uhr: Ia/AOK 19 teilt Chef / IV.Luftw.-Feldkorps mit, daß dieses voraussichtlich morgen oder übermorgen 198. und 338.I.D. übernehmen müsse. Chef/ IV.Luftw.-Feldkorps
           weist darauf hin, daß das LXXXV.Korps dem IV.Luftw.-Feldkorps eine Nachrichten-Abteilung zurücklassen müsse, da sonst die Führung der beiden neuen Divisionen
           nicht möglich wäre. Das Korps hat zuviel Ausfälle an Nachrichtengerät. Ia/AOK 19 sagt, daß dieses erst mit Oberst Kutscher besprochen werden müßte.
           Ia: Wegen der Abkürzung der Linie hat der K.G. bereits mit dem Chef gesprochen und über weitere Absichten der Armee und über die Linie komme ein Armeebefehl
           heraus.
18.00 Uhr: Ia/AOK 19 gibt an Ia/LXIV.A.K. den Befehl, daß das II./221 in Marsch zu setzen ist über Dijon - Langres nach Bourbonne.
18.54 Uhr: Chef weist den Platzkommandanten von Belfort, Major Breuer, darauf hin, daß seine Leute unbedingt halten müßten und daß bereits Panzerkräfte von hier nach dort
           in Marsch gesetzt wären. In jedem Falle ist solange zu halten, bis die dort eintreffen.
19.05 Uhr: Ia/ll.Pz.Div. orientiert kurz den Ia/AOK 19:
             Baume les Dames bereinigt. Um 17.30 Uhr im Raum südostwärts von Besancon starke Angriffe im Höhengelände. Bei Avanne konnte nichts unternommen werden.
             Es wird wohl ein kleiner Vorstoß laufen um zu sehen wie stark der Gegner dort ist. Am Tage laufend Angriffe gegen die Stellung von Hax, die aber im
             wesentlichen abgeschlagen wurden.
             Gefechtsstand, macht Stellungswechsel und wird versuchen über Belfort Anschluß zur Armee zu bekommen.
             Ia/ll.Pz.Div. bittet nochmals darum, daß die ablösenden Infanterie-Teile rechtzeitig kommen. Ia/AOK 19 teilt mit, daß bereits 1 Offizier vorausgeschickt
             wurde, um das Heranbringen dieser Teile zu gewährleisten.
19.15 Uhr: Ia/Armeegruppe G gibt dem Ia/AOK 19 die Entscheidung der Armeegruppe G durch:
             Die Schnelle Abteilung ist umgehend zu 666 in Marsch zu setzen; wenn sie unterwegs ist, soll sie weitermarschieren. Die zweite Schnelle Abteilung kann die
             Armee behalten, dafür muß jedoch das II./221 sofort in Marsch gesetzt werden, Ia/AOK 19 meldet, daß sich die Schnelle Abteilung 608 bereits in Mirecourt
             befände und daß die andere Schnelle Abteilung bei der Armee gebunden sei. Das Btl. 221 hat bereits den Befehl zum Abmarsch erhalten, jedoch unter der
             Voraussetzung, daß die Armee auch die zweite Schnelle Abteilung behalten dürfe. Ia/Armeegruppe G sagt, daß das nicht in Frage komme, da diese Abteilung im
             Norden gleichfalls dringend benötigt werde.
19.20 Uhr: Ia teilt dem Chef /AOK 19 die Entscheidung der Armeegruppe G mit.
20.04 Uhr: Kom.Gen. IV.Lw.Feldkorps berichtet Ia/AOK, daß nördlich Chalon bei Farges 10 feindl. Panzer und 10 Pz.Spähwagen mit aufgesessener Inf. durchgebrochen seien.
           Die Pz.Abwehrwaffen. seien ausgefallen.
           Kommandierender Gen. fragt, ob das Korps unter diesen Umständen auf Chagny zurückweichen solle. Chagny scheine auf alle Fälle für morgen das Ziel der feindl.
           Panzer zu sein.
           Ia weist darauf hin, daß spätestens heute nacht die schn. Abteilung nach dort komme, sie habe SFL- und andere Pak bei sich. Die Abteilung müsse bereits bis
           gegen Mitternacht dort sein, sie komme von 15 km westl. Autun und sei als Nahtreserve des Korps gedacht. Wegen weiteren Absetzens des Korps komme morgen Befehl
           mit Karte.
20.58 Uhr: Ia/LXIV.A.K. meldet 0 1/AOK., daß II./221 wie befohlen nach Bourbonne zur 16.I.D. heute abend in Marsch gesetzt worden sei.
21.05 Uhr: Ia/IV.Lw.Fk. meldet Ia/AOK., daß Pi.Kp.338 hen Befehl habe, alle Saone-Brücken zu sprengen. Das ginge mit Rücksicht auf die Marschbewegungen z.Zt. jedoch
           noch nicht.
           Die Brücken bei St.Johann und bei Serre sowie die, wo die Gruppe Becker übersetzen wolle, müssen unbedingt noch erhalten bleiben.
           Ia betont demgegenüber, daß der Sprengauftrag nur für bestimmte einzelne nicht mehr benötigte Brücken gegeben worden sei. Er werde die Angelegenheit sofort
           durch Rücksprache mit A.Pi.Fü. überprüfen.
           Ia/IV.Lw.Fk. weist darauf hin, daß die Angelegenheit sehr eilig sei, weil die Sprengungen bereits um 22 Uhr erfolgen sollen.
21.55 Uhr: Chef AOK.19 will Chef Gen.Kdo.Dehner sprechen, LdN meldet jedoch, daß z.Zt. keine Verbindung dorthin bestehe, weil das Kabel durch eine von unseren Pionieren
           durchgeführte Brückensprengung zerstört sei.
22.18 Uhr: Chef gibt L.d.Fu. folgenden Funkspruch für 11.Pz.Div. auf:
            "Abendluftaufklärung zeigt starke Mot-Kolonnen von Baume les Dames bis Pontarlier. Feindschwerpunkt morgen im Baume les Dames und vielleicht Montbeliard.
            Baume les Dames unbedingt stark machen! AOK.19/Ia, takt.Zeit 22.23 Uhr. Funkspruch ist sofort als Kr.C. durchzugeben.
22.55 Uhr: Ia Armeegruppe gibt Ia AOK. folgende Feindorientierung: Es besteht derEindruck, daß 12.amerik. Panzer-Div. über Epinal in den Raum Straßburg zu stoßen
           beabsichtige.
           Ia Armeegruppe weist darauf hin, daß LXVI.A.K. sich beschwere, daß AOK.19 Teile der 16.I.D. festhalte. Es sei jetzt erforderlich, nichts mehr auseinanderzureißen.
           Die Meldung Marschverlegung ist bei der Armeegruppe eingetroffen.
           Die Frage des Ia Armeegruppe, ob Entscheidung über schn. Abteilung beim AOK. eingegangen sei, wird bejaht!
           Ia/A.O.K. weist darauf hin, daß zur Feindlage z.Zt. nichts Neues zu melden sei. Die Abendmeldung sei unterwegs.
           Baume les Dames sei bereinigt, jedoch zeichne sich bereits ein neuer Stoß des Feindes in dieser Richtung ab.
23.15 Uhr: Chef fragt Ia, ob der Funkspruch von 12.31 Uhr abgesetzt und die Feindaufklärung dem Gen.Kdo.Dehner gefunkt worden sei. Ia wird sofort das Erforderliche
           veranlassen.
23.17 Uhr: L.d.N. meldet Ia, daß z.Zt. keine Verbindung zur Gruppe Dehner bestehe.
23.40 Uhr: Ia fragt L.d.N., ob Spruch Feindaufklärung abgesetzt sei. Antwort: Wird gerade befördert. Ia befiehlt Meldung, wann Spruch abgesetzt.
23.45 Uhr: Ia gibt A.Nafü. folgenden Befehl des O.B. bekannt: A.Nafü. soll persönlich prüfen und melden, daß Funkspruch an ll.Pz.Div. und Gen.Kdo.Dehner bezüglich
           Feindaufklärung abgesetzt sei.

Fernschreiben A.O.K.19, Ia Nr. 9156 /44 g.Kdos., 5.9.1944 an Armeegruppe G.

Marschgliederung und Stand der Marschbewegungen des LXIV.A.K.
LXIV.A.K.:
1.) 16.I.D.
     Regiments-Gruppe Heinelt (3 Btle.) 2 Art.Abt. und 2 Pz.Jg.Kpen. im Raum um Langres, ein Btl. bei Montbard.
     Kampfgruppe Rohlfs 3 Btle. und Splittereinheiten nach Versammlung in Raum Chateau Chinon im Marsch auf Langres.
     Kampfgruppe Tillessen 2 Btle. und eine Art.Abt. im Raum um Langres.
     Kampfgruppe Reinhardt 4 Btle. und Splittereinheiten 16.I.D. in Versammlungsraum Langres zugeführt.
     Fußteile der 16.I.D. (Trosse und nicht bewegliche Kpen.) im Raum Luzy auf dem Marsch in Versammlungsraum der 16.I.D. nach Langres.
     Kampfgruppe Mohr mit 1 Btl. ind 1 l.Art.Abt.sichert bei St.Leger.
....
6.9.1944
Generalkommando LXIV.A.K.
Ia Nr.1339/44 g.Kdos.                                                             Gef.Std.,den 6.9.1944
Dem
Armeeoberkommande 19.

Stand der Marschbewegungen LXIV.A.K. am 6.9. früh;
1.) Über den Bourgogne-Abschnitt wurden zurückgeführt:(runde Zahlen)
        von 16.Jnf.Div.                                                    8 000 Hann
        von 159.Res.Div.                                                   9 000 Mann
        von Marschgruppe Mitte:                                            1 000 Mann
        Werftarbeiter,Schiffsbesatzungen, MAA und sonstige Marineteile     5 500 Mann
        Ostvölker                                                          1 500 Mann
        Frauen                                                             2 000 Mann
        F.K., Lazarette, Eisenbahner,
        Luftwaffenangehörige,Arbeitsdienst und Zöllner dabei auch Vorausteile der Gruppe
        Elster                                                       etwa 15 000 Mann
                                                                          42 000 Mann
2.) Zwischen Loire und Bourgogne bewegen sich zur Zeit, bzw. sind zur Sicherung eingesetzt:
       von 16. Inf.Div,                                                    4 000 Mann
       von l59.Res.Div.                                                    3 000 Mann
       von Marschgruppe Mitte                                             10 000 Mann (davon 6000 Inder u.Ost-
                                                                                       Völker)
       Marineteile:                                                        2 500 Mann
       F.K., Zöllner, Eisenbahner,Luftwaffenangehörige, Arbeitsdienst
       und Gruppe Elster                                              etwa 7 500 Mann
                                                                          27 000 Mann
3 .) Westlich des Loire-Abschnittes sind noch im Anmarsch von Marschgruppe Elster (Ende etwa 10 km westlich Chateauroux anzunehmen)
     nach bisher noch nicht bestätigten Meldungen rund 20 000 kann ( darunter noch 5 000 Marineangehörige)
7.9.1944  
8.9.1944  
9.9.1944
KTB 19.Armee:
00.25 Uhr: Spruch an LXIV.A.K., Gruppe Dehner, LXXXV.A.K. und 11.Pz.Division: Morgenmeldung bis 04.30 Uhr abzugeben,
02.55 Uhr: 11.Panzer-Division meldet:
            Taktische Zeit 01.00 Uhr.
             1.) Feind beiderseits Doubs weiter nach Nordosten vorgestoßen.
             2.) Rang feindbesetzt. Eigene schwache Kräfte verteidigen Höhen ostwärts Rang.
            Taktische Zeit 02.35 Uhr.
             1.) Eigene Sicherung ostwärts Baume von starken Feindkräften durchstoßen.
08.14 Uhr: Chef unterrichtet O.B. davon, daß dem Feind 3 Durchbrüche bei Baume les Dames gelungen seien. Auf Clerval bisher kein Feindangriff. Bei Rang sei Gegner über
           den Doubs gegangen. Es sollen dort 2 Btle. sein.
           Eigene Pak und Artillerie sei noch nicht angekommen.
08.18 Uhr: Chef / AOK 19 orientiert Chef/IV.Luftw.-Feldkorps über die Lage im Raum Baume les Dames, Clerval und Rang. Er bittet, alle Feindnachrichten beschleunigt
           dem AOK zuzuleiten.
08.25 Uhr: Chef teilt A.Pi.Fü. mit, daß IV.Luftw.-Feldkorps gemeldet habe, die Munitionsbestände hätten für Sprengzwecke angegriffen werden müssen. A.Pi.Fü. erwidert,
           dass keine Sprengmunition mehr zur Verfügung stehe. Die für Brückensprengungen benötigten Mengen seien außerordentlich groß.
           Chef befiehlt A.Pi.Fü. sofort mit IV.Luftw.-Feldkorps Rücksprache zu nehmen.
08.30 Uhr: Gruppe Degener gibt Chef folgende Lageorientierung: Vorderste Teile des Feindes dicht nordostwärts Rigney. Gruppe versucht, noch nach Rigney hineinzukommen.
           Bei La Breteniere z.Zt. keine Feindberührung. Aufklärung nach Süden bis Luxiol vorgetrieben. Teile von 11.Pz.-Division südlich Autechaux mit Front nach Südosten.
           Außerdem Teile 11.Pz.-Division bei l'Hopital. Flak bis auf einen Flakkampftrupp eingesetzt.
           Chef AOK weist darauf hin, daß z.Zt. 3 Druckstellen gegeben seien; Baume les Dames, Clerval und Rang. Was die Gruppe noch an Kräften habe, gehöre am besten
           hinter den linken Flügel, um die Flanke nach Südosten zu sichern.
08.37 Uhr: Chef /IV.Luftw.-Feldkorps fragt Ia nach dem Flakschutz im Raum Vesoul. Antwort: Dort kaum etwas an Flakschutz, weil AOK alles nach vorn gegeben hat.
           Chef/IV.Luftw.-Feldkorps fragt weiter, ob dem IV.Luftw.-Feldkorps außer der Kampfgruppe Dehner auch das Gen.Kdo. Degener jetzt unterstellt sei. Ia bejaht.
           Befehl dieses Inhalts sei bereits zum Korps unterwegs.
08.38 Uhr: Ia/11.Pz.-Div. gibt Chef /AOK 19 folgende Lageorientierung:
           Bei Baume les Dames hat eigenes Btl. sehr hohe Ausfälle, weil dort starker Feind mit Panzern sei. In Clerval gehe Gegner nach Nordwesten vor, um Rang sei die
           Lage noch reichlich ungeklärt. Feind sei jedoch bereits auf dem Nordwestufer mit allgemeiner Richtung Rougemont. Auf dem linken Flügel sei Aufklärung
           vorgetrieben. Bei nüchterner Beurteilung sei 11.Pz.-Div. mit Rücksicht auf die Stärke des Gegners nicht in der Lage, die Einbruchsräume zu bereinigen.
08.52 Uhr: Ia/Gruppe Dehner meldet Ia/AOK, daß nach Meldung zweier, eben aus Besancon gekommener Soldaten der Feind sich mit starken Kräften bei Rigney sammele.
           Dies hätten sie selbst beobachtet. Außerdem seien im Walde ostwärts davon offenbar feindliche Panzer. Ia/AOK 19 fragt, ob die Gruppe den Befehl über die
           Unterstellung unter das IV.Luftw.-Feldkorps erhalten habe. Antwort : Nein.
           Es müsse beschleunigt genaue Truppengliederung nach Vesoul gegeben werden.
09.05 Uhr: Ia fragt Ia/LXXXV.A.K. ob Armeebefehl über Unterstellung der Gruppe Degener dort angekommen sei. Antwort: Nein. Ia/AOK 19 weist darauf hin, daß Gruppe
           Degener ab sofort dem IV.Luftw.-Feldkorps unterstellt sei. Der Armeebefehl dieses Inhalts sei gestern Abend mit Melder abgegangen.
09.15 Uhr: Ia fragt Meldekopf Vesoul, was an Meldern da sei. Antwort: Keiner: weder vom LXIV.A.K. noch von der Gruppe Dehner. Von Leutnant Schulte-Ostermann habe jedoch
           1 Melder die Meldung überbracht, daß Leutnant Schulte-Ostermann bisher nicht durchgekommen sei.
09.18 Uhr: Chef verlangt von Ia den Befehl der Armeegruppe G über die Unterstellung der Kampfgruppe Jesser. Antwort:Dieser Befehl ist vom Ia der Armeegruppe nur
           fernmündlich an Ia/AOK 19 durchgegeben worden. Die Aufzeichnung hierüber wird Ia sofort zum Chef bringen.
09.30 Uhr: Ia/LXXXV.A.K. meldet Ia/AOK 19 daß der Armeebefehl über die Neugliederung noch nicht beim AOK eingetroffen sei.
           Ia/AOK 19 weist darauf hin, daß der betreffende Kurier-Offizier bei der ll.Pz.Div. angekommen sei. Er werde offenbar auf der Rückfahrt beim LXXXV.AK.
           vorbeikommen. Dann solle er sofort zum AOK zurückgeschickt werden.
09.32 Uhr: Ia/Gruppe Degener meldet Chef, daß Btl.Belfort mit 2 mot.Kp. da sei. Ob die anderen nicht mot.Teile noch eintreffen würden, sei unbekannt.
           Chef weist darauf hin, daß Gruppe Degener den Schutz der linken Flanke übernehmen müsse, insbesondere Sicherung von Fontaine. Die vorhandenen Kräfte müßten dazu
           ausreichen. Etwas würde zudem der Gruppe noch zugeführt werden. Die Druckpunkte Clerval und Rang müssten unbedingt abgeriegelt werden.
09.55 Uhr: Ia/LXXXV.A.K. meldet Ia/AOK 19, daß Armeebefehl inzwischen eingetroffen sei. Er fragt nach dem eigenen weiteren Auftrag. Der bisherige laute auf Erkundung im
           Raum ostwärts Lure bis Clerval. Ia/AOK 19 erwidert, daß etwaige Änderung dieses Auftrages erst mit Chef besprochen werden müsse.
10.00 Uhr: Chef/AOK 19 teilt Ia/Armeegruppe G mit, daß Kdr. der Panzer-Brigade zur Armeegruppe unterwegs sei. Die Brigade selbst sei bereits nach Lure herangekommen.
           Sie habe ihren Versammlungsraum südwestlich von Lure. Das Ausladen sei bereits befohlen. Es sei deshalb erforderlich, daß der Kdr.- mit größter Beschleunigung
           nach hier komme.
           Ia/Armeegruppe weist darauf hin, daß bei 16.I.D. infolge mangelnder Überprüfung oder falscher Weisung der Marschüberwachungsorgane noch verschiedene
           Truppenteile fehlen. Zum Teil seien diese von anderen Einheiten vereinnahmt. So Pz.Jg.Rgt.13 vom LXIV.A.K. Alle diese Teile müssen sofort der 16.I.D.
           zugeführt werden.
           Ia/AOK 19 schaltet sich ein und meldet, daß gestern dieserhalb bereits 3 Befehle vom AOK herausgeschickt worden seien. Darüber hinaus würden die
           Verantwortlichen noch einmal zur Rede gestellt werden.
10.15 Uhr: Ia weist V.P. des LXIV.A.K. in Vesoul an dafür zu sorgen, daß laufend alle 6 Stunden Verbindungs-Offiziere zum Meldekopf Vesoul geschickt werden.
           Das Korps hat vordringlich folgende Punkte zu melden :
            1.) Stand der Bewegung,
            2.) Eigene Einsatzgliederung,
            3.) Befohlene Aufstellung der Division Schwerin,
            4.) Sofortige Entlassung der vereinnahmten Teile der 16.I.D. die gemäß Befehl der Armeegruppe nach Dompaire in Marsch zu setzen seien.
10.40 Uhr: Chef/IV.Luftw.-Feldkorps gibt Ia folgende Feindorientierung:
             Die Brücken über den Doubs bei Le Maguy, Cirey und Vandelas hätten wegen starken Feindwiderstandes nicht mehr gesprengt werden können. Deshalb seien bereits
             gestern Nachmittag amerikanische Panzerspähwagen und mot.Infanterie auf das Nordufer des Flusses übergesetzt. Ia wird dies dem Chef vortragen.
10.58 Uhr: Chef verlangt von L.d.N. sofortige Herstellung einer Verbindung zu LXIV.A.K.
11.02 Uhr: Vorkommando LXIV.A.K. meldet Chef, daß bisher noch kein Offizier des A.K. auf dem neuen Gefechtsstand eingetroffen sei.
11.05 Uhr: Ia/ll.Pz.Div. gibt Chef folgende Orientierung:
             Eigene Kräfte haben sich aus Baume les Dames mit schweren Verlusten abgesetzt. Gegner hat im Zuge der Straße nach Montmartin angegriffen. Btls.Kdr. befindet
             sich nördlich von Baume und hat Verbindung mit den dortigen Sicherungs-Kräften. Es sei anzunehmen, daß Feind in Höhe von Luxiol beiderseits der Straße
             vorgehen werde. Zur Zeit hielten die eigenen Kpen. noch. Im Walde von le Chenois müsse nach dem Gefechtslärm ebenfalls Gegner stehen. Mit Clerval bestehe
             zur Zeit infolge Feinddurchstoßes keine Verbindung. Westl. Montenbis sei nach einer unbestätigten Meldung Feind-Artl. im Walde nördlich Montenbis, Abschüsse
             von Granatwerfern festgestellt. Bei Esnans habe Gegner stark vorgestoßen. Außerdem seien starke Feindkräfte nebst 3 Sherman-Panzer bei Rang gemeldet.
             Von dort aus stoße Feind auf dem Nordufer sehr flüssig in die Schleife hinein. ll.Pz.Div. habe in Gegend Blissans auf Westufer nur schwache Teile.
             Chef weist darauf hin, daß in Gegend Villersexel ein Sich. Rgt. der Armee stünde, um dort aufzuklären. Kampfgruppe Degener habe den Auftrag, in diese Gegend
             etwas zum Schutze der Flanke vorzuschieben. Schwerpunkt des Feindes sei nach wie vor sicher Besancon.
11.28 Uhr: Chef/AOK 19 weist Chef/LXXXV.A.K. darauf hin, daß alle Erkundung den Raum l’Isle berücksichtigen müsse. Ostwärts Lure müsse LXXXV.A.K. Anschluß an das Gebirge
           finden. Chef/LXXXV.A.K. meldet, daß die in Bau befindliche H.J.-Linie westlich Belfort und ostwärts Hericourt vorbeigehe. Auch die O.T. baue z.Zt.
           -unleserlich-. LXXXV.A.K. möchte bereits einige Truppen in diese Linie hineinstecken, Chef/AOK 19 weist demgegenüber darauf hin, daß es wichtiger sei, alles
           vorne an die Brückenstellung zu stecken. Auch auf die Straße Villersexel und nach Lure müsse etwas gebracht werden. A.K. müsse im übrigen damit rechnen, daß
           Feind unerwartet und schnell in seinen Raum hereinkomme. Die notwendigen Panzerabwehrwaffen müsse sich A.K. selbst beschaffen, notfalls der Flak abnehmen.
           Chef fragt ob seitens Reichsführer SS Himmler bereits Befehle über die erhöhte Bereitschaft von Belfort gegeben seien. Chef/LXXXV.A.K. verneint und erwähnt,
           daß Kreisleiter ihn heute besuchen und dabei auch die Frage des Verbleibs der H.J. in Belfort geklärt werden solle.
           Chef/AOK 19 betont, daß diese Frage vom Reichsführer SS entschieden werden solle.
11.40 Uhr: Chef/IV.Luftw.-Feldkorps meldet Chef/AOK 19, daß nach einem Funkspruch der Gruppe Dehner (taktische Zeit 04.48 Uhr ) die Absetzbewegungen hinter dem Oignon
           angelaufen sei. Die 338.I.D. sei bereits im befohlenen Raum. Der Marschweg der 198.I.D. verlaufe über Emassy nach Nordosten. Der Feind habe bei Vandelans und
           Cirey Brückenköpfe gebildet. Es sei jetzt erforderlich, zunächst den Feindangriff zurückzuschlagen und dann wieder an den Fluß vorzustoßen. Die eigenen Teile
           seien jedoch noch nicht so weit, trotzdem sie im 60-km-Marsch herangeführt worden seien. Die Gruppe Tyroller verfüge über 14 - 8,8 cm Flak.
           Chef befiehlt sofort Abwehrplan zu machen und alsdann den Feind zurückzudrücken. Vor allem sei es erforderlich, den linken Flügel stark zu machen. Das solle
           die 198.I.D. schaffen. Chef/LXXXV.A.K. erwidert, daß entsprechende Befehle, vor allem zur Inbesitznahme der Brückenköpfe, bereits vom Korps gegeben seien.
           Zwischen Rioz und Vesoul befände sich jedoch vom Korps nicht mehr.
12.15 Uhr: Meldung Kampfgruppe Degener:
             Gegner marschiert von Besancon nach Baume-les-Dames mit starken Kolonnen. 1 Btl. nach Norden abgedreht, hat eigene Kräfte aus Autechaux herausgedrückt und
             befindet sich im Vormarsch auf Luxiol.
12.30 Uhr: Blaskowitz-O.B. O.B. unterrichtet über die Lage:
             1.) LXIV.A.K., alte Linie,
                a.) 16.I.D. ( ohne 1 Btl.) durch Dijon hindurchgeschleusst.
                b.) 159.R.D. (ohne pferdebespannte Tross) durch Dijon hindurch.
                c.) Feldkommandanturen und Masse Marineteile ( Werft-u. Schiffsbauarbeiter - etwa 4000 Mann -) durchgeschleusst.
                d.) Inder durch Dijon.
                e.) Kosakensicherung steht in Autun.
                f.) Gruppe Elster im Raum Soucoins-St.Pierre - Le Moutier, NW der Loire.
                g.) 2 nach Gruppe Elster eingesetzten Offz.-Spähtrupps sind nicht zurückgekehrt.
             2.) IV.Lw. Feldkorps:
                    Ongnon-Stellung bis nördl. Besancon durch 338., 159.I.D. und Kampfgruppe Degener besetzt. 198.I.D. im Kampfe mit auf Traitiefontaine angreifendes,
                    feindliches Btl. mit Panzern.
             3.) 11.Pz.Div. rechter Flügel eingedrückt, Versuch zur Bereinigung im Gange.
                    Beurteilung der Lage:
                      a.) Heute noch Angriff auf Belfort aus Raum Besancon-Baume-les-Dames - Clerval erwartet.
                      b.) Es muss damit gerechnet werden, dass Durchbruch durch Sicherungslinie gelingt.
                      c.) Anträge an Armeegruppe G.:
                            1.) 113. Pz.Brigade Versammlung SW Belfort und Auffangen des Stosses vorwärts der Westlinie.
                            2.) Volles Zurückklappen LXIV.A.K. mit Linie Langres - vorwärts Vesoul ist zu erreichen.
                    Schweizer Grenze nicht zu halten. Es muss der Folgerung in’s Auge gefasst werden:
                      a.) Aufgabe der Gruppe Elster
                      b.) Notwendige Sperrung der Burg.-Pforte in der Linie Lure - L’Isle
                      O.B. weist Gen. Blaskowitz ausdrücklich weiter daraufhin, dass Lage nicht rosig, besonders im Hinblick auf die zusammengewürfelten Truppen.
                      Stossrichtung des Gegners dürfte in jedem Falle auf Burg.-Pforte gehen.
                      Blaskowitz: Man muss damit rechnen, dass 113.Pz. Brig. nicht zu den vorgesehenen Aufgaben kommt, sondern für AOK 19 gebraucht wird.
13.05 Uhr: Chef/LXXXV.A.K.:
           LXXXV.A.K. will ostw. Villersexel einen Sperriegel aufbauen, um dort Lage bis zum Morgen des 10.9.44 zu festigen. Chef mit diesem Plan einverstanden.
           Chef LXXXV.A.K. ist der Meinung, dass Sperrverband Degener am rechten und linken Flügel besonders aufpassen müsse. Chef gibt Befehl, dass Kampfgruppe
           Jesser bei Valroi les Bois nach Süden und SW zu sperren habe. Ihr soll möglich viel Pak mitgegeben werden. In Villersexel soll nicht zu schwache
           Kampfgruppe belassen werden. Jesser ist der Kampfgruppe Degener zu unterstellen.
13.50 -
13.55 Uhr: Aufzeichnungen v. Oblt.Gerhardt.
15.00 Uht: Ia/11.Pz.Div.:
           Anschluss an Schweizer Grenze hergestellt. Chef hält im Augenblick rechten Flügel als Druckpunkt mit Schwerpunkt bei Soye- Gondenans - Fontaine.
15.10 Uhr: Kom.Gen. IV.Lw.Feldkoprs / Chef.:
           Gefechtsstand IV.Lw.Feldkorps zunächst Freitag Vesoul, ab 10.9. soll IV.Lw.F.K. mit Gefechtstand nach Lure gehen. Vorkdo. schon heute in Marsch setzen.
           Chef betont die grosse Abwehrlinie. Muss von Schweizer Grenze ( Glay - Doubs - Gray - Langres ) verlaufen. Chef orientiert bei dieser Gelegenheit
           Kom.Gen. IV.Lw.Feldkorps.
13.50 Uhr: Führer Meldekopf Botsch meldet Chef, dass seit der Nacht vom 8/9.9. kein Verkehr mehr auf der Strasse laufe.
13.52 Uhr: Chef LXXXV ,A,K. meldet dem Ia AOK 19 dass er den erhaltenen Befehl an Korps Degener weitergegeben habe.
13.55 Uhr: IV.Lw. meldet dem Ia AOK 19, dass von der 198.I.D. 1 Btl. des Rgts.326 in Aubertans in der Versammlung sich befinde mit dem Auftrage, nach SW
           anzugreifen. Das andere Batl. befindet sich noch im Marsch. Grand-Fontaine sei noch in unserer Hand, Feindangriffe wären jedoch sehr stark und am
           Rande von Grand-Fontaine wird sich der Feind schon befinden.
           1 Btl. von 308. schon in der Stellung, werde aber herausgezogen, um in der Gegend Gefechtsstand Dehner versammelt zu werden und mit Flakteilen gegen
           Brückenkopf Cirey eingesetzt zu werden um den Feind in die Flanke zu stossen. Es wird jedoch noch etwas dauern, da das Btl. sich noch in der Stellung
           befinde.
17.40 Uhr. Ia bittet Ia 11.Pz.Div. in Zukunft jeden Abend den gesamten Bestand an Panzern zu melden und anzugeben, wieviel davon einsatzfähig sind, wieviel in
           kürzester Frist und wieviel in längerer Frist instand gesetzt werden können.
           Ia 11.Pz.Div. meldet, dass Teile des Btls.110 sich wieder bei L’Isle stark angeschlagen eingefunden hätten. Sie haben sich durchgeschlagen, kamen aber
           ohne Panzer zurück.
17.48 Uhr: Kom.Gen. IV.Lw.F.Korps gibt an Chef folgende Lagemeldung: Feind über Moncey im Vorgehen gegen Rioz. Rioz wurde genommen, in der Nacht wurde Perrouse
           genommen. Der Feind überschritt die Brücke bei Emany, bei Marchaux starkes feindl. Artl.Feuer, ferner starker Kolonnenverkehr festgestellt auf der
           Strasse Devecey - Merey, hierunter auch Panzer.
           Die Stärke der Kompanien betragen im Durchschnitt 25 - 50 Mann.
           Die Linie, die an den Chef IV.Lw.F.K. durchgegeben wurde, scheint zu wenig abgesetzt.
           Chef: Die Linie Fretigney und weiter ostwärts ist zunächst endgültig. Die Radfahrabt. (schnelle Abt.) soll bei Fretigney angehalten werden.
           Sie soll dem LXIV.A.K. unterstellt werden und verantwortlich sein für die Strasse Fretigney — Vesoul. Strasse einschliesslich für LXIV.A.K. Grenze
           für das IV.Lw.F.K. läuft bei Recologne. Es muss eben gewährleistet sein, dass die Radfahrabt1g. über dis Lage.
15.35 Uhr: Chef LXXXV.A.K./Chef AOK 19.:
           Gegner hat mit etwa 40 Panzern Hautechaux und Luxiol genommen. Die Grenadiere sollen sich in Auflösung nach Nordosten zurückgeschlagen haben.
           Gegenmassnahmen im Gange, können sich jedoch nicht vor Morgen früh auswirken (10.9.)
           Chef: Es ist zu überlegen, ob Jesser noch irgendwie eingesetzt werden könnte.
           Chef LXXV.A.K.: Ja, mit einem Teil in Soye.
           General Dehner bittet, seinen rechten Flügel zurücknehmen zu dürfen.
           Chef: Ist nicht möglich, da sonst 198.I.D. in der Luft hängen würde. Beihaltung dieser Stellung notwendig, da 198.I.D. bei Rigney wieder an den Bach
           heran will.
15.45 Uhr: Chef IV.Lw.Feldkorps teilt Ia AOK 19 mit:
13.50 Uhr: starker Feind in Moncey, 13.55 Uhr Traitiefontaine vom Feind genommen, neue Widerstandlinie 1 km südl. Rioz.
14.35 Uhr: Feind mit Panzern in Richtung Neuvelle angetreten.
15.50 Uhr: BvTO/Ia: Erkundigt sich zunächst nach der Lage und fragt dann an, ob ein in Vesoul stehender Lazarettzug bis zur Nacht dort verbleiben könne, um
           ihn dann über Lure - Belfort nach rückwärts in Marsch zu setzen. Ia bejaht.
16.00 Uhr: Chef/BvTO:
           Chef fragt wegen heranrollender Transporte der 113.Pz.Brig. an. Bisher sind 5 Transporte gemeldet, jedoch ohne Panzer. Von Mühlhausen sind 6 weitere
           Transporte im Anmarsch.
16.02 Uhr: Ia LXXXV.A.K. meldet, dass Luxiol und Autechaux vom Feind genommen worden sind und dass 40 fdl. Panzer in NW-Richtung vorgehen.
           Von der Panzer-Brigade 113 sind bisher westl. Belfort I.Btl. 2113 und Teile des 2.Btls. 2113. Weitere Transporte werden wahrscheinlich weiter östlich
           herangeführt, Die bisher ausgeladenen Teile kommen in den Raum südwestlich Belfort.
16.30 Uhr: Chef teilt LdN mit, dass im Gefechtsstand AOK 19 in Lure das IV.Lw.F.K. kommt.
16.35 Uhr: Chef/Ia LXXXV.A.K.:
           Gegner greift in Emany in Btls.-Stärke an. Mit Degener besteht keine Verbindung. Traitiefontaine wieder in eigener Hand.
           Chef: Erwünscht ist, dass augenblicklich die Linie gehalten
           Major Rechling(?) meldet: Feindlicher Angriff aus Neudelle auf Süden von Rioz festgestellt. Die wichtigen Brücken bei Moncey
           und Rigney konnten nicht zerstört werden. Starke Verluste der eigenen Truppen haben sich ergeben. Ein grosser Teil der schweren Waffen ist
           verlorengegangen. Auffüllung konnte z.T. durch ein Marschbatl. erfolgen. Chef bittet Chef LXXXV.A.K. , mit seinem Kom.General zu sprechen, damit AOK
           bald ein klares Bild der Lage erhält. Bewegungen des LXXXV.A.K. müssen mit Gruppe Dehner im Einklang gebracht werden, falls Absetzbewegung notwendig.
           Major Renchling (?) glaubt nicht, dass die gegenwärtige Linie zu halten möglich ist. Armee ist mit evtl. Rücknahme grundsätzlich einverstanden.
           Da Abschnitt dann enger wird soll LXXXV.A.K. unbedingt an Bildung einer Reserve denken.
16.55 Uhr: Major Mietner(?)/Ia:
           Neuer Gefechtsstand AOK 19 Giromagny. IV.Lw.F.K. Lure
           Lagemeldung an Armeegruppe G um 16 Uhr durchgegeben.
17.00 Uhr: Chef/Major Bagdan IV.Lw.F.K.:
           Falls Zurücknahme der gegenwärtigen Linie Tatsache wird, nach Vesoul in Marsch gesetzte schnelle Abteilung in Fretigney anhalten und zur Sicherung
           einsetzen.
18.40 Uhr: Funk an LXIV.A.K.:
           IV.Luftw.-Feldkorps geht vom Feind gedrängt Nacht 9./10.9. auf Hyet - Avilley zurück. LXIV.A.K. hat Freiheit zum Zurückgehen linker Flügel Fretigney,
           dort Schnelle Abteilung wieder unterstellt. Trennungslinie Vesoul - Fretigney zu LXIV.
              A.O.K.19, Ia

           ....angehalten, und dem LXIV.A.K, unterstellt wird, um bei Fretigney eingesetzt zu werden.
           Gen. Petersen: Die Abteilung wird angehalten und erhält den Auftrag, Fretigney zu halten im Anschluss an das IV.Lw.F.K.. Gen.Petersen gibt dann die
           Trennungslinie der einzelnen Divisionen durch und Chef will General Dehner befehlen, dass der Anschluss bei Avilley mit der 198.I.D. zu nehmen ist.
           Komm.Gen. teilt mit, dass Tyroller infolge Ausfalls von Zugmaschinen 3 Geschütze 8,8 cm nicht bewegen kann und dass er diese Geschütze nach und nach
           herausholen muss. Es wird alles getan, um die Linie zu halten, die Truppe ist jedoch sehr übermüdet.
19.00 Uhr: Ia 11.P.D. meldet dem Chef, dass Teile des Btls. nördl. von Baume-les-Dames befinden sich im Raume Vergranne. Die Teile, die bei Clerval einen Angriff
           gemacht haben, haben sich wieder zur Division zurückgeschlagen über L'Hopital -Fontaine. Sie sind nördl. Geney herausgekommen.
           Die mitgefeührten 3 Panzer sind verloren, da die Gruppe durch Artl. Feuer aus dem Raume Clerval erfasst wurde.
           Auf L’Isle liegt starkes Artl. Feuer und der Gegner fühlt vor auf Mancenans. Die schwachen Sicherungen wurden aus Mancenans herausgenommen. Es soll
           ein Vorstoss mit einer Kompanie von Geney aus gegen Sove gemacht werden. Chef teilt mit, dass die Trennungslinie der Div. noch dieselbe wäre und dass
           der Division vom LXXXV.A.K. 1 Rgt. unter Führung des Oberst Menke zugeführt würde. Teile des Rgts. sind im mot.-Marsch bereits unterwegs und Regts.
           Gefechtsstand befinde sich in Vellechevreux. Mit diesen Teilen soll Anschluss genommen werden an die Gruppe Hax, die etwa noch bei Vergranne liege und
           mit dem Rgt. soll die Lücke an der Grenze wieder geschlossen werden.
           In Gondenans befinden sich auch noch Sicherungen einer Kampfgruppe. Dort ist Anschluss zu finden. Diese Sicherungen unterstehen der Gruppe Degener,
           die rechter Nachbar der Div. ist.
           Neue Trennungslinie für die 11.Pz.Div. : Fallon - Bournois -Gondenans — L’Hopital —Lomont — Ost. Das Btl. Hax bleibt bei Degener und der rechte Flügel
           der Divison darf nicht weiter zurückgenommen, werden. Der rechte Flügel der Div. muss stark gemacht werden, die neue Linie läuft von Vergranne nach
           Gondenans. Der O.B. befiehlt ausdrücklich, dass nicht ausgewichen werden dürfe, dies muss auch die Truppe wissen.
19.17 Uhr: Chef AOK 19 bittet Chef LXXXV.A.K., folgende Befehle vom IV.Lw.F.K. an die Gruppe Degener zu übermitteln:
              1.) Jesser wird ohne Einschränkung Gruppe Degener unterstellt.
              2.) Neue Linie verläuft nach Absetzen des IV.Lw.F.K. bei Avelley—Vergranne-Gondenans—Maneenans.
              3.) Trennungslinie:
                  Fallon - ( zur 11.P.D. ) Bournois ( z.11.P.D.) Gondenans-L'Hopital (durch das "o" vom Ortsnamen)-Lomont-Ost.
                  Anschluss bleibt bei Avilley an 198.I.D.
22.45 Uhr: Komm.Gen. gibt IV.Lw.F.K. gibt Lage-Orientierung an AOKs
           Feind hat besetzt: Mancenans und Soye. Uzelle wurde heute Nacht besetzt, die Radfahrabtlg. ist noch nicht gefunden.
           Chef: LXIV.A.K. hat gefunkt, dass sie vor dem 10.9. nicht eintreffen kann. Es wurde von der Armee an LXIV.A.K. gefunkt, dass die Schnelle Abtlg. zum
           eigenen Schutz sofort nach Fretigney gebracht werden muss. 23.10 Ia 11.Pz.Div. meldet dem Ia, dass das Btl. Hax bei Vergranne stehe.
           Feindl. Durchbruch sei bei Gondenans in Richtung Uzelle erfolgt. Anscheinend sei Uzelle vom Feinde besetzt.
           Am rechten Flügel wurde von Geney 1 Vorstoss nach Bournois mit Panzerunterstützung unternommen.In Bournois Vermutlich Vorausteile des Rgts. Menke.
           Pioniere der Division sind zum Angriff angetreten von Geney aus nach Westen durch die Wälder, sind jedoch durch Geländeschwierigkeiten nicht
           weitergekommen. Der Feind scheint sehr stark zu sein.
           Die Division brauche dringend Brennstoff, mindestens 200 cbm.
           Ferner bittet die Division um entscheid, ob das Batl. Hax wieder zur Division zurückkommt, da es keine Panzerbrechenden Waffen mehr hat und seit
           4 Stunden besteht keine Verbindung zum Btl. Ia AOK will dem Chef vortragen.
           Ia 11.Pz. Div. bittet ferner um Artillerie für den rechten Flügel, da Div. nur noch 2 Art. Abtlgn. hat und Kämpfe ohne Art.Unterstützung seien schlecht.
           Für das Rgt. Menke wurde eine bestimmte Linie von der Div. befohlen und dahinter stellt sich das Rgt. zum Angriff bereit. Es wäre allerdings besser,
           wenn das Rgt. in eine Linie gesetzt werde, die sie evtl. halten könne, da ein Angriff ohne Panzer-und Artillerieunterstützung ungünstig wäre.
20.05 Uhr: Funk an LXIV.A.K.:
           Beim Zurückgehen Anschluß Langres festhalten. Schnelle Abteilung muß zum eigenen Schutz sofort nach Fretigney.
              A.O.K.19, Ia
22.15 Uhr: Gyldenfeldt Chef Armeestab-Armeegr.G./Chef:
           Beim IV.Lw.F.K. Gegner bereits bei Loulans in die Linie eingebrochen, die für Morgen zu halten geplant war.
           Chef Armeegr.G.: Anfrage, ob in Linie Lure-Vesoul nicht noch mehr mit Sperren gearbeitet werden könne, da Armee im Augenblick genügend Pi-Einheiten
           zur Verfügung habe.
           Chef Armeegr.G. gibt bekannt, dass Einheiten, die in der West Stellung eingesetzt sind, für AOK unantastbar zu sein haben.
           Über die Befehlsverhältnisse in Belfort lässt sich z.Zt. noch nichts sagen. Es ist jedoch zu hoffen, dass bald Klarheit geschafft werden kann.
22.45-
23.10 Uhr: 113.Pz.Brig. gehört noch dem BdE und steht vorläufig nicht zur Verfügung des AOK 19.
           Chef AOK 19: Man darf sich nichts vormachen, Front ist für unsere Kräfte zu breit, zumal bei den zusammengewürfelten Truppenteilen, sichert jedoch
           zu, dass alles nur Mögliche zur Versteifung des Widerstandes getan wird.
           Von Gruppe Elster keine Nachricht. 2 Offizierspähtrupps sind nicht zurückgekehrt. Es kann wohl nicht weiter auf das Herankommen gewartet werden,
           da bisheriges Zögern schon allerlei Opfer gekostet hat. Das Warten geht auf Kosten der guten Kampftruppe, wogegen man nur Trosse und Fahrer eintauscht.



 
<< August 1944                                                            Oktober 1944 >>