206.Infanteriedivision
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Befehle 206.Infanteriedivision Oktober 1939
A.O.K.3
Ia Nr.186/39 geh.                                                                                                      A.H.Qu.Krasne, den 2.10.1939
GEHEIM!

                                                                      Operationsbefehl Nr.23

1.) 3.Armee besetzt das Gebiet bis zur neuen Demarkationslinie nördl. der Grenze zum A.O.K.8.
    Grenze zum A.0.K.8: Weichsel bis Praga Nordrand, Stanislawow (zu A.0.K.3), Bugknie 5 km westl. Drohiczyn.
2.) Die neue Demarkationslinie verläuft:
    Vom Bugknie (5 km westl. Drohiczyn) entlang des Bugs bis 5 km ostw. Malklinia Gorna, dann in gerader Line bis 5 km ostw. Ostrolenka an den Narew,
    am Narew und an der Pisa entlang bis zur Reichsgrenze, dann Reichsgrenze. Sie biegt ostw. Dreimühlen (Kalinowen) von der Reichsgrenze ab bis zur
    litauischen-polnischen Grenze (Einzelheiten des Verlaufs werden Gruppe Bra -unleserlich- durch Karte mitgeteilt), dann bis Wysztiter See und
    deutsch-litauische Grenze bis Ostsee.
3.) Gliederung der Truppen der 3.Armee und Grenzen.
    a) I.A.K. mit 11.Div., 217.Div. und 1.K.B. zwischen den Grenzen: reohts Grenze zu A.O.K.8. Links Grenze zu XXVI.A.K.(Führungsstab z.b.V.): Pultusk
       (I.A.K.), Wyskow (I.A.K.), Bug bis Brok (I.A.K.) Straße Brok - Orlo - Richtung Zareby (Kos.) (I.A.K.).
    b) XXVI.A.K. mit 61. und 1.Div. bis zur linken Grernze Myszyniec, Punkt am Narew 5 km ostw. Ostrolenka.
    c) XXI.A.K. mit 206.Div., Grzw.41 und Gruppe Brandt bis zur linken Grenze Südspitze Wysztiter See, Stadt Angerapp.
    d) Stellvertretendes Generalkommando I.A.K. Königsberg mit Grew.51 und 61 entlang der Reichsgrenze bis zur Ostsee.
    e) Zur Verfügung des A.O.K.3 bleibt 228.Div. ostw. Nowy Dwor.
    f) Über II.A.K. und Armeetruppen siehe besondere Befehle.
4.) Zeitlicher Verlauf der Besetzung:
    Die Bewegungen beginnen am 5.10.
    a) Das I.A.K. räumt den Raum südl. der neuen Grenze zum A.O.K.8 im Einvernehmen mit A.O.K.8.
    b) 61.Div. ist durch I.A.K. dem XXVI.A.K, über Wyszkov so zuzuführen, daß bis 7.10. früh das Vorziehen der 217.Div. über Radzymin möglich ist.
    c) Es haben zu erreichen:
       I.A.K. bis 10.10. abends die Buglinie mit 11. und 217.Div.
       XXVI.A.K. bis 9.10. abends die Linie 5 km ostw. Malkinia Gorna bis 5 km ostw. Ostrolenka mit 61. und 1.Division.
       XXI.A.K. an 6.10.abends Suwalki
       am 9.10. abends die Linie nordwestl. Grodno und die polnisch-litauische Grenze bis Südspitze Wysztiter See mit Gruppe Brand.
    d) Die russischen Truppen sind angewiesen, ab 5.10. hinter die neue Demarkationslinie zurückzugehen.
       Zur Gruppe Brand wird Oberstleutnant Spalcke (Stab A.O.K.3) kommandiert, um die Bewegungen der deutschen und russischen Truppen in Einklang zu bringe.
5.) Der Vormarsch an die Demarkationslinie hat so zu erfolgen, daß starke Marschgruppen auf den Hauptstraßen vorwärts marschieren und das Zwischenglände durch
    kampfkräftige Streifen so durchzogen wird, daß etwa auf tretende Banden beim Vormarsch zersprengt werden.
6.) Nach Erreichen der Demarkationslinie ist diese mit Schwerpunkt an den Hauptstraßen und lebhaftem Streifendienst in den Zwischenräumen zu sichern.
    Weitere Befehle über Verhalten an der Demarkationslinie folgen.
7.) A.O.K.3 verbleibt in Krasne und Przesnysz.
    Die Generalkommandos melden ihre beabsichtigten Korpshauptquartiere.

                                                             Besondere Anordnungen zu Operationsbefehl Nr. 23.
I.Pioniere:
 1.)Pi.Regts.Stab 541 (z.Zt. bei I.A.K.) wird ab 4.10.39 dem A.O.K.3 unmittelbar unterstellt. Unterkunft in Zegrze. Eintreffen ist an A.O.K.3 zu melden.
    Dem Pi.Regts.Stab 541 werden unterstellt mit dem 4.10.
       Pi.Batl.505 mit 2 Br.Kol.B (z.Zt.Nasielsk)
       Pi.Batl.630 mit 1 Br.Kol.B (z.Zt.Zegrze)
       Pi.Batl.651 mit 1 Br.Kol.B (z.Zt.Pultusk)
       Br.Kol.B 1/41 (Ciechanow)
       Br.Kol.B 639 und 644 (Debe)
       Br.Kol.B 401 (Pultusk)
    Aufträge erteilt Arm.Pi.Offz.A.O.K.3 unmittelbar.
2.) Pi.Batl.41 mit Br.Kol.B 2/41 wird am 3.10. nach Graudenz in Marsch gesetzt und dort Oberstltn.Stammbach unterstellt.
3.) Folgende Pi.-Einheiten scheiden demnächst aus dem Verband der 3.Arnmee aus und werden zur Verfügung O.K.H. abbefördert:
       Pi.Regts.Stab 601
       Pi.Batl.627 mit Br.Kol.B
       Br.Kol.B 602 und 609
       Br.Kol.603 und 606, ihr Gerät bleibt eingebaut, sie spannen sich vor das Gerät der Br.Kol.B 1/41 (Ciechanow) und 651 (Pultusk).
       Br.Kol.B 1 und 2/402,sie werden mit II.A.K. abbefördert. Das Gerät B 2/402 bleibt eingebaut, sie spannen sich vor das Gerät B 2/505 (Nasielsk).
    Das Umspannen des Geräts veranlassen I. und II.A.K. Einzelheiten über Zeit und Ort des Abtransportes werden noch befohlen.

II. Armee- und Heeresartillerie scheidet gem.Sonderbefehl aus dem Verband der 3.Amee aus.
III. Panzer-Abw.Abt. 511 erreicht zur Verfügung A.O.K.3 bis 7.10. abends die Gegend um Krasne. Eintreffen und Unterkunft ist A.O.K.3 zu melden.
     Gleichzeitig tritt die zum Schutz des Armeehauptquartiers A.O.K. eingeteilte Kompanie Pz.Abw.Abt.12 zu ihrer Abteilung zurück.
 
ObKdodH BdE Nr.3062/39 g.Kdos.AHA Ia (4)

Bezug: OKH/BdE Nr.3055/39 g.K. AHA Ia(4) v.3.10.39


1.Nachstehend aufgeführte Kommandobehörden, höher Stäbe und Divisionen verbleiben zunächst im Osten:
a) Im Bereich H.Gru.Süd.
  
A.O.K.14
   A.O.K.8
   Gen.Kdo.XVIII.A.K.
   Gen.Kdo.XVII.A.K.
   Gen.Kdo.IV.A.K.
   Gen.Kdo.XIV.A.K.
   Gen.Kdo.X.A.K. (alle Gen.Kdos.mit Korpstruppen ohne schw.Artillerie.)
   4., 10., 27., 44., 45., 50., 57., 213., 221., 239., 257. und 258.Inf.Div.
   29.Inf.Div.(mot), 2.Geb.Div. und 4.lei.Div.
b) Im Bereich der H.Gru.Nord.
  
A.O.K.3,
   Gen.Kdo.I und XXI.A.K. mit Korpstruppen,
   1., 11., 61., 206., 217. und 228.Inf.Div.
   Gruppe Brand und 1.Kav.Brig.
c) Im Bereich Mil.Bef.Danzig/Westpr.
  
207. und 218.Inf.Div.
   Brigade Eberhard

d)
Im Bereich Mil.Bef.Posen.
  
208. und 252.Inf.Div.

2.Notwendiger Ersatz für die unter Ziffer 1 aufgeführten Kdo.Behörden, Stäbe und Verbände ist so bereit zu stellen, dass die Ersatztransporte
  etwa ab 15.X.39 abgefahren werden können. Vor dem 15.10. ist die Zuführung von Ersatz aus transporttechnischen Gründen nicht durchführbar
  (Vergl.hierzu Bezugsverfügung Ziffer III.).
3.A.O.K.10 mit Stabstruppen wird entgegen der Bezugsverfügung Ziffer IIa zunächst nach Dresden verlegt.

4.Berichtigung zur Bezugsverfügung In Ziffer IIb) trage als letzte Zeile nach "Pi.Sperrkol.(mot) 548".
 
A.O.K.3                                                                                                                   A.H.Qu.Krasne, 3.10.1939.
Ic 189/39 geh
                                                                       GEHEIM!
                                                                  ===================
                                                                Operationsbefehl Nr. 24.

1.) Heeresgruppe Süd hat am 3.10. als Oberbefehlshaber Ost den Befehl über die gesamte Ostfront, einschl. der Militärbefehlshaber, übernommen.
2.) Karte 1 : 300 000 mit eingezeichneter Demarkationslinie wird später übersandt.
3.) Gliederung: Oberost Stab in V.W.Helenow, 2 km südwestl. Pruszkow (südwestl.Warschau).
                A.O.K.14, A.O.K.8, A.O.K.3
                Militärbefehlshaber Danzig/Westpr.
                Militärbefehlshaber Posen.
4.) Die bisherige Heeresgruppe Nord hat am 2.10. den Befehl an A.O.K.3 abgegeben.
    A.O.K.3 besteht aus: I., XXI. und XXVI.A.K.
    Stellvertr.Gen.Kdo.
    1., 11., 61., 206., 217., 228.Div.
    Gruppe Brand
    1.K.B.
    Armeetruppen: I./Pz.10
                  A.A.(mot) 1
                  Pi.Rgts.Stab 541 mit unterstellten Pi.Truppen
                  Pz.Abw.Abt.511
                  Aufklärungsstaffel 4.(H)/21 (Einsatzhafen wird noch befohlen, Fliegerverbindungsoffizier zu A.O.K.3
5.) Die Generalkommandos teilen den Vormarsch ( siehe Operationsbefehl Nr.23) an die Demarkationslinie so ein, daß diese zu den befohlenen Zeitpunkten erreicht wird.
    Mit überraschendem Zusammentreffen mit kleineren Abteilungen von Polen nuß jederzeit gerechnet werden.
6.) Nötigenfalls ist Verbindung mit den gegenüberliegenden russischen Befehlshabern aufzunehmen. Hierbei ist nur von Offizier zu Offizier zu verhandeln.
    Etwaige Mißverständnisse bezüglich der Führung der Demarkationslinie sind aufzuklären.
7.) Nach Erreichen der Demarkationslinie kommt es darauf an, die Kräfte so zu gliedern, daß einerseits jedes Aufflackern von Widerstand sofort unterdrückt werden kann,
    andererseits zweckmäßige Unterbringung für den Winter und Schaffung planmäßiger Ausbildungsmöglichkeit gegeben ist.
8.) Verhalten an der Demarkationslinie
    Die Demarkationslinie ist vorläufig im Gelände durch aufgestellte Tafeln mit Aufschrift zu bezeichnen.Die Hauptübergangsstraßen sind stärker zu besetzen, das
    Zwischengelände ist durch Streifen zu sichern. Die Wege der Streifen sind in genügenden Abstand von der Demarkationslinie zu führen und deutlich zu kennzeichnen.
    Jedes Überschreiten der Demarkationslinie ist verboten. Aufklärung hat nur durch Beobachtung zu erfolgen. Über Grenzüberschreitung durch die Bevölkerung auf festzulegenden
    Übergangsstellen folgt bis 9.10. noch besonderer Befehl.
9.) Die erreichte Linie ist täglich bis 17.oo Uhr dem A.O.K. zu melden, ebenso die Hauptquartiere und Gerichtsstände bis Divisionen einschließlich. Morgen- und Abendmeldung ist
    wie bisher zu erstatten.
10.) A.O.K.3 verbleibt in Krasne und Przasnysz.
 
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