286.Sicherungsdivision
Übersicht    Kriegstagebuch    Befehle    Gliederungen    Zustandsmeldungen   Stellenbesetzungen   Ersatz/Verluste   Material/Ausrüstung

 

Befehle Dezember 1942
Der Kommandierende General
der Sicherungstruppen und                                                                                      H.Qu., 2.12.42
Befehlshaber im Heeresgebiet Mitte
Ia Br.B.Nr.4094/42 geh.


                                                         Korpsbefehl Nr.126.



1) Mithilfe der Luftwaffe bei der Bandenbekämpfung:
   Auszug aus einem Befehl des Luftw.Kdos.Ost:
   "Die fliegenden Verbande müssen sich bemühen, im engsten Einvernehmen mit den zustandigen, am gleichen Ort der benachbart
   liegenden Kommandostellen des Heeres, alle nicht dem reinen Feindflug dienenden Flüge zur Bekämpfung der in ihrer Nachbarschaft
   liegenden Banditen auszunützen. Es wir daher erneut darauf hingewiesen, daB im Interesse der Befriedung der betr.Umgebung alle
   Werkstatt-, Prüfungs- und Übungsflüge im Rahmen des Moglichen mit Bombenabwurf auf Banditenziele zu verbinden sind."

2) Wintertarnanstrich wird mit sofortiger Wirkung für alle Fahrzeuge, Stahlhelme pp. befohlen. Tarnfarbe ist ausgegeben, weiterer
   Bedarf ist anzumelden.
3) Feldgend.Felders.Kp.1 wird nach Mstislawl zugeführt und mit Eintreffen dort der 286.Sich.Div. in jeder Beziehung unterstellt
   (E-Transport nach Bhf.Chodossy). Eintreffen der Kp. ist unter Angabe der Starke getrennt nach Offz., Uffz. u. Mannsch. durch
    286.Sich.Div. zu melden.
 
                    Bericht über die Sicherungsmassnahmen an der Banhstrecke Orsha - Mogilew, eingegangen 3.12.1942

1.) Feldwache 24, Obrow - Brückenwache an Bahn und Strasse, 3 km südlich Orsha. Seit der letzten Besichtigung im Oktober ist inzwischen die
   damalige Wache der 1./452 ersetzt worden und durch eine Feldwache der 11.Komp.Pol.Rgt.8, die dem Sicherungsreginent 61 unterstellt ist.
   Die Feldwache hat eine Stärke von 3:22 und ist ausgestattet mit 2 s.M.G., 2 1.M.G. und einem leichten Granatwerfer.
   a.) Die schon durch die vorige Feldwache gut angelegten Verteidigungsanlegen sind weitgehend verstärkt und erweitert worden. Auch die
       Ausstattung mit einem zweiten s.M.G für die andere Brückenseite kommt der Verteidigungskraft der gesamten Anlage zu gute.
       Die z.Zt. gemängelte Verdrahtung ist inzwischen verbessert worden, wenngleich eine Verminung des umgebenden Geländes nach wie vor fehlt,
       die noch wegen der Wichtigkeit des Objektes dringend erforderlich ist. Die drei Blockhäuser der Feldwache, eins unten im Tal in der Nähe
       der Strasse, die beiden anderen l0 und 200 m ab, zu denen man erst am Bahndamm hochhlettern muss - Am Anfang und Ende der Brücken zwischen
       den 2 Bahnanlagen gelegen -, sind nicht durch Fernsprecher verbuden. Eine Verständigung erfolgt nur durch Zuruf.
       Das mag bei Tage wohl ausreichen, bei Nacht aber, bei Sturm und Regen erscheint diese Verständigung als völlig unzureichend und ungenügend.
   b.) Zu diesem Punkt ist nichts zu berichten.
   c.) Unbekannt war der Feldwache, wer nördl. anschliessend die Bahn sichert. Bekannt war nur, dass 6 km südl. im Bhf. Tscherwen eine weitere
       Feldwache liegen soll. Streifenposten, die in unregelmäßigen Abständen von Feldwache zu Feldwache pendeln müssten sind nicht eingerichtet,
       sodass also gar keine Verbindung zur nördl. wie südl. Nachbar vorhanden ist. Die Ausgabe von Ferngläsern, die vorhanden sind, an die
       Brückenposten wurde von mir angeordnet.
   d.) Die Fernsprechverbindungen sind ungenügend. Kann schon die nur reichlich 1 km entfernt in Telentejewo liegende 8.Komp. nur durch Vermittlung
       einer Sanitätskompanie in Orsha erreicht werden, so fehlt nach wie vor eine direkte Verbindung der Feldwachen untereinander.
 
Der Kommandierende General                                                                        H.Qu., 10.12.42
der Sicherungstruppen und
Befehlshaber im Heeresgebiet Mitte
Ia Br.B.Nr. 4263 /42 geh.


                                                         Korpsbefehl Nr.127

                                                                                                                Grenzberichtigungen:

Die Grenzen des Heeresgebiets Mitte sind in der letzte Zeit Änderungen unter=fen worden. Der neue Verlauf der Grenzen
ist aus anliegender Planpause 1:1 000 000 zu ersehen. Im einzelnen beziehen sich die Grenzveränderungen auf folgende Gebiete:

1) 221.Sich.Div.:
   Der Rayon Pogar tritt ganz zur 221.Sich.Div., der Rayon Potschep ganz zum Pz.AOK 2, der Rayon Jerschitschi zum AOK 4.

2) 286.Sich.Div.:
   Die Rayons Roslawl und Stodolischtsche gehen ganz zur 4,Armee über. Die Div. gibt den Südteil des Rayons Licsno an den
   Kommandanten von Smolensk ab.

3) Kommandant von Smolensk:
   Der Rayon Rudnja gehört nicht nur verwaltungsmäßig, sondern nunmehr auch taktisch zum
   Kommandanturbereich. Der Rayon Licsno wird dem Kommandanturbereich zugeschlagen.
4) 201.Sich.Div.:
   Die Grenze gegenüber der Gruppe Chevallerie ist soweit geändert, daß dieselbe ab Gurki (6 km nördl.Gorodok) über Schulgi
   (12 km südwestl.Newel) nach Talankino (28 km nordwestl.Newel) verläuft. 
 
Fernspruch von Okdo.H.Gr.Mitte, Ia Nr.10364/42 geh.,                                                                          15.12.1942 Uhr
an OKH Gen.St.d.H./Op.Abt.


                                              Absichten für verstärkten Streckenschutz und

                                          Bandenbekämpfung unter Heranziehung der Feldausbildungs-
                                                               verbände.


1.) Ablösung der 9 Bataillone der 286.Sich.Div. durch je 3 Feldausb.- Btle. der 390. und 391.Division, um 286.Sich.Div. zu aktiver
    Bandenbekämpfung für einige Wochen freizumachen. Verantwortliche Übernahme der Aufgaben im bisherigen Abschnitt der 286.Sich.Div.
    durch 390.Feldausb.Div.
2.) 286.Sich.Div. wird mit 3 Regimentern aus dem Streckenschutz herausgelöst, um das Hauptzentrum der Banden im Bahndreieck Witebak -
    Newel - Polozk durch Vernichtung dieser Banden und ihrer Versorgungsbasis zu befrieden. Beginn: 18.12.
3.) Von den 19 Feldausb.Btlen. (390. und 391.Feldausb.Div.) bleiben nach Abzug zu 1) noch 13 Btle. zur Verfügung. Davon bestehen 4
    Btle. aus September-Rekruten, die ab Januar 1943 zum Frontersatz heranstehen. Von den Bataillonen mit R.Ä.D.-Rekruten sofortiger

    Einsatz je einer Komp. der Batle. mit September-Rekruten je 2 Komp. im Streckenschutz. Ab 1.Januar 1943 Einsatz von je 2 Komp.
    auch der R.A.D.-Batle. im Streckenschutz. Dies bedeutet eine Verstärkung des Einsatzes im Streckenschutz ab sofort von 17 Kompanien,
    ab 1.Jan.43 von 26 Kompanien.
4.) Um jeden Verlust an Zeit durch Verschiebungen und Neueinrichtung der Unterkünfte und damit verbundenen Versorgungsgrundlagen
    (Winterbevorratung) zu vermeiden, der sich zusätzlich nachteilig auf die Ausbildung auswirken würde, müssen die im Streckenschutz zu
    verwendenden Einheiten der Feldausb.Batle. in der Nähe ihres bisherigen Unterkunftsraumes eingesetzt werden.
    Sie werden für ihre Aufgaben im Streckenschutz den Abschnittskommandanten (Regiment, Bataillon) der Sicherungs-Div. taktisch unterstellt.
    Letztere behalten die Verantwortung für den Streckenschutz und damit für die notwendige Unterstützung der Feldausb.Einheiten mit
    Fachkräften (Minen, Ortskundige, G.F.P. usw.). Der Batl.- bzw. Rgt.-Kommandeur der Ausb.-Einheiten behält hierbei den Befehl über seine
    im Streckenschutz eingesetzten Teile, unter Berücksichtigung der von den territorialen Befehlsstellen erteilten Aufträge. Er übernimmt
    damit verantwortlich bestimmte, räumlich abgegrenzte Aufgaben im Streckenschutz neben seinen Ausbildungsaufgaben.
5.) Die Ablösung der im Streckenschutz einzusetzenden Feldausb.-Kompanien soll im 10-tägigen Wechsel erfolgen.
6.) Alle Einzelheiten sind zwischen Heeresgruppe, Befh.H.Geb.Mitte und den Sich.- und Ausb.Divisionen festgelegt, sodaß der Streckenschutz
    verstärkte Streckenschutz ohne Verzug in Kraft tritt. 
7.) Einzelheiten über die Aufgaben in den einzelnen Streckenabschnitten, auch für die Ausbildungseinheiten der Luftwaffe,werden nachgemeldet.
 
<< November 1942                                                                    Januar 1943 >>