30.Infanteriedivision
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Kriegstagebuch November 1944
1.November 1944
Wetter: Regnerisch,
nachts Mondschein
KTB Gren.Rgt.6.
Um 6.45 Uhr wurde ein Feindangriff in Kompaniestärke vor dem II./26 abgewiesen, nachdem bereits kurz vorher zwei Spähtrupps und eine Stosstrupp abgewehrt worden waren.
Gleichzeitig wurde eine stärkere feindl. Bereitstellung südostw. Skalki erkannt und wirksam durch eigene Artl. bekämpft. Eine weitere Bereitstellung wurde aus dem
Waldstück ostwärts Ziegelei gemeldet. Hier gelang es dem Feind in die eigenen Linien einzusickern. Das D.F.B.30 unter Hptm.Stein wurde um 7.40 Uhr zum Abriegeln westl.
Skalki eingesetzt. Verstärkt wurde dieser Riegel durch die Kp.Supper vom F.E.B.30 südl. WW. 4 Sturmgeschützeder Stg.Brig.226 standen bei Skalki bereit.
Um 9.00 Uhr  griff der Feind nach kurzer Feuervorbereitung an, blieb aber im eigenen zusammengefassten Feuer liegen. Es gelang ihm nirgends ein Einbruch. Auf Befehl der
Div. wurde die Kp.Supper auf I./6 und II./26 aufgeteilt und sofort eingegliedert.
Um 11.30 griff der Feind nach starkem Artl-Feuerschlag wieder bei Skali an. Das Feindfeuer dehnte sich bis 12.00 Uhr auch auf den übrigen Abshcnitt aus und wurde auch
vom benachbarten G.R.46 in gleicher Weise gemeldet.
Um 13.00 Uhr griff der Feind bei Striki an, wurde jedoch abgewiesen. Die fdl.Panzer blieben weit zurück. Eine Schwadron des D.F.B.30 blieb hinter dem II./26 in Reserve.
Ab 14.00 Uhr waren stärkere mot.Geräusche ostw. Skalki und südl.Striki zu hören. Nach aufegfangenen SQ-sprüchen plante der Feind drei Panzervorstösse nach Norden,
Nordnordwesten und Nordwesten, sodass das Rgt. in jeder Hinsicht im Schwerpunkt liegen würde. Durch die V.B. der II./A.R.30 wurden laufend einzelne Panzer in der
Annäherung gemeldet. Vor allem hielten die starken mit.Geräusche im Wald südostw.Ziegelei an, wo der Feind auch mit Unterstützung von 17 Panzern gegen 14.30 Uhr
angriff und bei Ziegelei einbrach, im Gegenstoss jedoch sofort wieder geworfen wurde. Zu gleicher Zeit hatte der Feind am rechten Flügel II./26 und war eingebrochen.
Durch G.R.46 wurde eine Riegelstellung südl.der Strasse bei Skimeli bezogen, an die das II./26 beim Strassenkreuz nördl. Striki Anschluss nahm. Durch die Sturmgeschütze
226 wurde der Feind bei Striki laufend unter Feuer genommen und dabei ein fdl. Panzer ausser Gefecht gesetzt. Zur Verdichtung der HKL beim II./26 wurden auf Befehl der
Div. 2 Kp. des H.Pi.Btl.652 und die 3./Pi.30 in Marsch gesetzt.
Um 16.00 Uhr meldete II./26 dass der Anschluss links zum I./6 und rechts an Teile H.Pi.Btl.327(?) hergestellt sei. Die Absicht der Division war, die versprengten Teile
des linken Flügels G.R.46 zuammen mit den neu herangeführten Kompanien die alte HKL wiederzunehmen. Da die Lage beim G.R.2 bei Engelpusti recht ungeklärt war und der
Feind laufend mit Panzern angriff, mussten die beiden Kp. des H.Pi.Btl.652 wieder zurück dorthin marschieren. Die Lage am rechten Flügel des Rgt. blieb zunächst auch
unklar, da anch Meldung des G.R.46 der Feind bereits mit schwachen Kräften bis Skimeli vorgedrungen sein sollte. Laut SQ-Orientierung beabsichtigte der Feind noch am
Abend antzgreifen.
Um 19.00 Uhr wurden im Gegenangriff die alte HKL am rechten Flügel wieder besetzt. Der Anschluss blieb zunächst noch fraglich, konnte aber im Laufe des Abends
hergestellt werden. Auch bei Engelpusti wurde die Lage bis 20.00 Uhr bereinigt. Nach Orientierung des Ic der Division beabsichtigte der Feind mit der 34.Gde.Pz.Brig.
sowie der 101. und 103.Pz.Brig. und einem St.Gesch.Rgt. anzugreifen und zwar entlang der Strasse Dinzdurbe - Striki und ostw.Skalki. Sein Ziel sollte sein, die Linie
Schule Kalvene - Dicmani - Dunduri - Vartaja zu erreichen.
Am Abend verhielt sich der Feind ruhig. Die Sturmgeschütze der Brig.226 und der N.V.O. der 9./W.R:70 meldeten sich ab. Die Nacht verlief ohne besondere Vorkommnisse.
2.November 1944
Wetter: anhaltender
Regen
KTB Gren.Rgt.6.
Der Vormittag verlief im Abschnitt des Rgt.infanteristisch zunächst ruhig, obgleich das fdl.Art.Feuer recht erheblich war. Besonders starkes Feuer lag seit 8.00 Uhr
auf dem Abschnitt des II./26. Starke mot.und Panzergeräusche hielten den ganzen Vormittag über an vor allem südostw. Skalki hatte sich der Feind offensichtlich
verstärkt. Gegenüber dem Vortage war die Zahl der eingesetzten M.G. wesentlich größer. Starkes Gr.W.- und Ratschbummfeuer lag auf der HKL und in Gegend Btl.Gef.Std.
Die Wegeverhältnisse waren nach dem anhaltenden Regen so katastrophal, dass auf Grund von SQ-Sprüchen auch der Feind mit grossen Nachschubschwierigkeiten kämpfte.
Beim G.R.46 waren beide Btl. aus ihren Stellungen herausgedrängt worden, am eigenen rechten Flügel war die Lage unverändert.
Anstelle der Sturmgeschütze wurden 2 Tiger bei Striki eingesetzt und Teile des D.F.B.30 als Divisonsreserve nach Skimeli in Marsch gesetzt, um 15.15 Uhr nahmen diese
Einheiten an dem eigenen Unternehmen im Abschnitt G.R.46 zur Wiedegewinnung der alten HKL teil. Bis zum Abenmd war die Öage wieder bereinigt. Eine Panzerbereitstellung
mit starken Infanteriekräften südostw.Ziegelei wurde durch Werfersalven wirksam bekämpft. Ein Feindpanzer wurde durch Volltreffer vernichtet, weitere 4 drehten ab.
Durch eigenen Spähtrupp auf dem Weg von Ziegelei nach Südosten wurde beobachtet, dass der Feind sich unter dem Eindruck des starken eigenen Abwehrfeuers zurückzog.
Der Abend verlief ohne weitere Feindangriffe und besonders Vorkommnisse. Die Schwadron des D.F.B.30 wurde als Div.-Reserve wieder aus der HKL herausgelöst.
Zum Rgt. wurden von der Führerreserve der H.Gr.Nord versetzt:
Lt.Bahr, Lt.Hannink (beide zum I./6), Lt. Eschenbach (zum II./26).
3.November 1944
Wetter: Regen.
KTB Gren.Rgt.6.
Der Vormittag verlief bei mässigem fdl.Störungsfeuer im allgemeinen ruhig. Lediglich südostw.Skalki wurden gegen 9.30 Uhr starke mot.Geräusche gehört.
Die von F.E.B. eingesetzten Mannschaften wurden beiden Btl. zugeteilt. Durch D.F.B.30 wurden mehrere Spähtrupps in den Striki-Wald angesetzt, die vor allem in
SW-Richtung aufklären sollten. Es wurden im gesamten Waldabschnitt nur schwache Postierungen und einzelne stehende Spähtrupps beobachtet. Der Feind verhielt sich
ruhig. Gegen Mittag lebte das Störungsfeuer etwas auf. Schanzarbeiten und Bewegungen von kleineren Gruppen wurden südl.Skalki beobachtet.
In Gegend des Gehöftes 1 km südl.Skalki wurden Stellungen von 2 Pak, 2 s.M.G. und 2 le.M.G. erkannt, an deren Ausbau der Feind arbeitete. Auch vor dem linken Abschnitt
bei Ziegelei verhielt sich der Feind ruhig und brachte am späten Nachmittag 4 m.Gr.W. und 2 Pak in die Lichtung südostw.Ziegelei.
Gegen Abend waren wieder stärkere mot.Geräusche auf dem Wege von Dinzdurbe nach Norden zu hören.
Der ruhige Tagesverlauf gab den Btl.Gelegenheit die Gliederung im Abschnitt zu überprüfen und zu ordnen.
Der OKW.-Bericht würdigte den Einsatz der Division mit den folgenden Worten: In den Abwehrkämpfen südostw.Libau haben die fränk.rhein.4.Pz.Div. und die norddeutsche
30.Inf.Div. unter Führung des Oberst Barth den erstrebten Durchbruch des Feindes in zäher Abwehr und schwungvollen Gegenangriffen an entscheidender Stelle vereitelt.
4.November 1944
Wetter: Trübe,
bedeckt
KTB Gren.Rgt.6.
Der Feind verhielt sich in den frühen Morgenstunden zunächst ruhig, nachdem auch die Nacht ohne besondere Vorkommnisse bei schwachem Störungsfeuer ruhig verlaufen war.
Erst gegen 9.00 Uhr wurden Bewegungen im Raume Endrusi von etwa 50 Mann beobachtet. 2 Panzer fuhren von Endrusi nach Norden. Um 10.00 Uhr setzte starkes Gr.W.-Pakfeuer
auf gesamten Abschnitt ein, das sich gegen 10.30 Uhr noch verstärkte. Der Feind griff in Stärke einer Kp. den linken Flügel des I./6 an, wurde jedoch abgewiesen.
Gleichzeitig wurde ein btl.-starker Angriff gegen den linken Nachbarn zwischen Ziegelei und Engelpusti geführt, bei dem der Feind nordwestlich Ziegelei einbrach. Der
Angriff wurde durch 3 Panzer unterstützt. Die HKL im eigenen Abschnitt blieb in eigener Hand, der Einbruch beim Nachbarn wurde zunächst abgeriegelt. Um 11.00 Uhr
stellte sich der Feind im Bachgrund südl.des Friedhofs bei Striki bereit. Nachdem diese Bereitstellung durch eigene Artl.bekämpft worden war, verschob sich der Feind
nach Westen in den Striki Wald hinein. Aufgefangenen SQ.-Sprüchen zufolge beabsichtigte der Feind um 14.00 Uhr einen Angriff mit Panzern gegen Striki. 6 Panzer wurden
südostw.Skalki beobachtet. Das fdl.Störungsfeuer hielt während des ganzen Tages an. Zahlreiche Artl.-Überfälle schoss der Feind ins Hinterland und auf die
Feuerstellungen der eigenen Artl., während auf der HKL vor allem Gr.W.- und Pakfeuer lag. Durch den Einbruch beim linken Nachbarn bedingt und aufgrund des starken
Feinddrucks musste gegen 16.00 Uhr die Ziegelei aufgegeben werden. Vorbereitungen für einen Gegenstoss wurden sofort eingeleitet. Am Abend und während der Nacht keine
besonderen Vorkommnisse.
5.November 1944
Wetter: trübe,
regnerisch
KTB Gren.Rgt.6.
Für den Gegenstoss bei der Ziegelei, der unter Führung des Hptm.Stein geführt wurde, standen ausser den Teilen des D.F.B.30 die 1. und 2.Kp. des H.Pi.Btl.652 zur
Verfügung. Ohen Störung durch den Feind konnten sich die Teile bereitstellen. Mit einem Feuerschlag von 12 Fauspatronen gegen die Ziegelei stiessen die eigenen Teile
vor und brachen in die fdl.Stellung ein. Der Feind verlor etwa 10 Tote und hatte auch sonst zahlreiche Ausfälle. 4 le.M.G. und 2 s.M.G. wurden vernichtet bezw.erbeutet.
Durch Faustpatronen wurden 2 Panzer abgeschossen. Die bisherige HKL war damit wieder in eigener Hand.
Um 6.00 Uhr brach der Feind nach kurzer Artillerievorbereitung aus der Gegend Friedhof Striki überraschend in die eigenen Linien ein und setzte sich in den Besitz der
Höhe 116, 1 und des "roten Hauses" Sudmali. Der Einbruch konnte abgeriegelt werden. Der Feindangriff wurde unterstützt durch 4 Panzer, von denen einer durch Pak
vernichtet und ein weiterer schwer beschädigt werden konnte. Der Feind liess daraufhin von weiteren Vorstössen ab, legte jedoch laufend Störfungsfeuer mit Gr.W.,
Ratschbumm und Artl. auf dem gesamten Abschnitt. 2 Sturmgeschütze wurden im Abschnitt II./26 eingesetzt, ausserdem das Btl. durch einen Zug des z.b.V.-Btl.561(?)
verstärkt.Die Ausfälle bei der Abwehr des Feindangriffs am Morgen waren erheblich. Ausser 1 Gefallenem und 10 Verwundeten wurden 18 weitere Soldaten des II./26 vermißt.
Die restlichen Teile des z.b.V.-Btl.516(?) in Stärke von 1 Kp. und 2 Zügen wurden zum Ausbau der Höhenstellung nordwestl.der derzeitigen HKL eingesetzt.
Für den Abend war ein Absetzen des Rgt.in eine Linie parallel des Strigupe-Bach vorgesehen. Die Linie wurde im Laufe des Tages erkundet. Im übrigen verleif der Tag bei
laufendem Störungsfeuer, an dem sich auch einige fdl.Panzer beteiligten, inf.ruhig. Im Wald südl.der Ziegelei wurden im Laufe des Nachmittages mot.Geräusche gehört.
Gegen 17.00 Uhr griff der Feind mit etwa 250-300 Mann, unterstützt durch 3 Panzer von Ziegelei her in nordwestl.Richtung an und konnte einen Einbruch auf der Naht zum
G.R.2 erzielen. Hptm.Stein konnte in sofortigem Gegenstoss mit 1 Schwadron DFB., der 1./Pi.Btl.652 sowie Teilen 2./652 den Einbruch abriegeln.
Um 21.00 Uhr begann die Absetzbewegung auf die neue Linie. Das II./26 blieb mit MAsse in alter Stellung, neu unterstellt und am linken Flügel des Bt. eingesetzt wurde
die 1./G.Pi.652. Das I./6 übernahm den Bashcnitt entlanmg des Strigrupre-Baches nach Norden in Front nach Osten. Das Absetzen ging ohne Störung durch den Feind vor
sich. Rgt.Gef.Std.: Waldrand ostw.Gobzemji.
6.November 1944
Wetter. Regen
KTB Gren.Rgt.6.
Um 5.00 Uhr war der befohlene Abshcnitt in der neuen Linie besetzt. Der Anschluss rechts zu G.R.408 war sofort vorhanden, links zu G.R.2 wurde er gegen 6.00 Uhr durch
2 Gruppen hergestellt. Im Abschnitt II./F.R.26 waren an der Strasse nördl. Striki 2 Sturmgeschütze der St.Gesch.Abt.226 eingesetzt. Bei mässigem Störungsfeuer verlief
der frühe Vormittag ruhig. Gegen 9.00 Uhr wurden einige Lkw in Gegend des weissen Hauses beobachtet, die dort Mannschaften ausluden. Nach kurzer Artillerievorbereitung
griff der Feind 10.30 Uhr mit 60-80 Mann und 2 Panzern südl.Skalki an. Der Angriff konnte abgeschlagen werden. Gegen 11.00 Uhr wurde der rechte Flügel nördl.Striki von
etwa 40-60 Russen erfolglos angegriffen. Durch starken Pak- und Panzerbeschuss, vor allem vom Waldrand ostw.des weissen Hauses aus, fielen beim II./26 3 le.M.G. aus.
Der Nachmittag verlief infanteriestisch ruhig, das Störungsfeuer mit Gr.W. und pak hiel jedoch laufend mit Schwerpunkt südostw.des Friedhofes beobachtet. Durch die
Sturmgeschütze konnten zwar mit Sicherheit zwei vernichtet werden, der Abschuss des dritten konnte aber nicht einwandfrei beobachtet werden.
Die feindliche Feuertätigkeit lebte während des Spätnachmittags auf, vor allem mit Gr.W., Ratschbumm und Pak. In der Dämmerung lief eigene Aufklärung nach Süden und
stellte fest, dass das "rote Haus" (Sudmali) von eienm Zug besetzt war. Eine M.G.Stellung und mehrere Doppelposten konnten beobachtet werden. Auf linkem Abschnitt
lag lediglich geringes Pak-Störungsfeuer.
Die Nacht verlief ohne besondere Vorkommnisse bei mässigem Störungsfeuer.
Die Sturmgeschütze wurden durch 2 Sfl. von der Pz.Jg.Abt.49 abgelöst.
7.November 1944
Wetter: Klar, gegen
Abend regnerisch
KTB Gren.Rgt.6.
In den frühen Morgenstunden stellte ein eigener Spähtrupp 500m nordwestl.Ziegelei Fein din etwa Rgt.-Stärke und 3 Panzer fest. Ausserdem konnte im Verlauf des
Waldrandes nach Süden eine durchgehende Postierung beobachtet werden. Vor dem rechten Abschnitt im Raum um Striki wurden insgesamt 8 Panzer beobachtet, die am Roten
und Weissen Haus, sowie am Friedhof und südostw.Striki standen. Da die im Abschnitt stehenden Sfl.durch technische Schäden nicht einsatzbereit waren, übernahm die
Artillerie die Bekämpfung der Feindpanzer und erreichte durch gut liegendes Feuer, dass die Panzer sich zurückzogen.
Auch südl.Skalki wurden verschiedentlichen mot.Geräusche gehört.
Im übrigen verlief der Tag bei regem Störungsfeuer besonders auf rechtem Abschnitt ruhig. In den Mittagsstunden waren einihe eigene Jäger im Luftraum über der HKL.
Gegen 18.00 Uhr wurde vor dem Abschnitt des II./26 in Gegend Sudmali ein fdl.Stosstrupp von 15-20 Mann abgewiesen. Ein Gefangener bestätigte das S.R.369, 212.S.D. vor
dem Rgt.Abschnitt.
Der Nachtverlauf war bei mässigem Störungsfeuer ruhig.
8.November 1944
Wetter: trübe
KTB Gren.Rgt.6.
Der Tag vrlief im allgemeinen ruhig. Vor dem rechten Abschnitt wurden im Laufe des Vormittags vereinzelte Bewegungen und Schanzarbeiten in Gegend Friedhof und Striki
beobachtet. Mot.Geräusche wurden gegen Mittag südl.Striki gehört, ausserdem 1 Panzer beim Weissen Haus gemeldet. Durch Beschuss mit 21-cm Mörsern konnte das Gehöft
südl. des weissen Hauses zerstört werden. Ein Panzer, der sich dort bereitsgestellt hatte, wichen nach Südosten aus. Weitere 4 Panzer fuhren am Nachmittag auf der
Rollbahn von Süden kommend in den Raum Striki. Vom I./6 wurden Scharfschützentätigkeit von Skalki aus und Arbeitsgeräusche im Wald westl.Ziegelei gemeldet.
Im übrigen lag besonders während der Mittagsstunden zeitweise recht lebhaftes Gr.W.-und Pakfeuer auf dem gesamten Abshcnitt. Durch 2 eigene Spähtrupps in den Wald
westl.Ziegelei wurden lediglich die am Tage gehörten Arbeitsgeräusche bestätigt und der Bau von Knüppeldämmen festgestellt. Die feindliche Postierung war wider
Erwarten gering.
Das D.F.B.30 war wie an den Vortagen zum Ausbau der neuen HKL eingesetzt. Die zugeteilten Angehörigen des z.b.V.-Btl.561 wurden im Laufe der Nacht durch die 2./H.Pi.652
herausgelöst. DIe Nacht verlief ruhig bei geringem Störungsfeuer.
9.November 1944
Wetter: Trübe,
diesig.
KTB Gren.Rgt.6.
Da auf Grund von verschiedenen Beobachtungen und nach Gefangenenaussagen eine Umgruppierung beim Feinde vermutet wurde, befahl die Division verstärkte Stoss- und
Spähtrupptätigkeit. Gefangene beim linken und rechten Nachbarn sagten aus, dass das Angriffsziel des Russen die Bahnlinie sei und dass am 9.11 erneut angegriffen
werden sollte.
Gegen 4.30 Uhr lag heftiges Gr.W.- und M.G.-Feuer auf dem linken Abschnitt. Eine halbe Stunde später gelang es einem fdl.Stosstrupp von etwa 25 Mann einen eigenen
Posten, etwa 800m ostw.Kusi, auszuheben. Bei Sudmali wurden 6.00 Uhr etwa 30 Russen auf dem Wege zum Bachgrund beobachtet. Während des ganzen Tages hielten die
Bewegungen einzelner Russen und kleinen Gruppen in dieser Gegend an. Südl.Striki und SO Skalki wurden zweitweise starke mot.Geräusche gehört. Um 6.30 Uhr drangen 80
Russen in eine vorgeschobene Stellung nördlich Sudmali heran. Lebhafte Schanztätigkeit wurde dort während des ganzen Tages beobachtet, ebenfalls bei Skalki und am
Waldranf nördl.davon. Die eigene Artillerie schoss laufend Störungsfeuer in diese Räume. OStwärts Skalki wurden am Nachmittag 2 Funker, mehrere Mun.-Fahrzeuge und eine
Einweisung von Offz. beobachtet. Das Störungsfeuer war während des ganzen Tages recht lebhaft. Das Störungsfeuer war während des ganzen Tages recht lebhaft. Um 17.00
Uhr war in Gegend Striki und Friedhof lautes Singen und reger Fahrzeugverkehr zu hören. Offensichtlich hatte sich der Feind besonders vor dem rechten Abschnitt
verstärkt. Die Fahrzeuggeräusche waren vor allem in Gend Sudmali und Striki besonders lebhaft. Am Friedhof hörte man während der ganzen Nacht Arbeitsgeräusche. Das
Gewehr- und M.G.-Feuer war während der frühen Abendstunden ziemlich lebhaft.
Sonst verlief die Nacht ohne besondere Vorkommnisse.
10.November 1944
Wetter: Regnerisch,
kalt diesig.
KTB Gren.Rgt.6.
Nach ruhig verlaufener Nacht schoss der Gegner während des ganzen Tages Störungsfeuer mit Gr.W., Pak und Artl. Im rechten Abschnitt II./26 wurde Einschiessen fdl.Artl.
festgestellt. Der Gegner betrieb rege Späh- und Stosstrupptätigkeit, u.a. gelang es dem Gegner um 3.30 Uhr, am linken Flügel I./6 einen eigenen Posten gefangen zu
nehmen.
Um 7.00 Uhr vor linkem Flügel II./26 und um 16.45 Uhr vor Mitte II./26 wurden je ein Spähtrupp (6 bezw. 10 Mann) abgewiesen.
Um 18.00 Uhr gelang es einem fdl.Stosstrupp sich einem Posten am rechten Flügel beim II./26 zu nähern, diesen zu verwunden und l.M.G. mitzunehmen.
Eigene Beobachtung ergab laufende Bewegungen des Gegners am weissen Haus, u.a. wurden um 15.30 Uhr 70 Mann mit Panjewagen gezählt. An der gleichen Stelle wurden
1 I.G. und 3 Gr.W. erkannt.
Vor I./6 im Wald ostwärts Ziegelei hielten am Tage und vor allem in der Nacht starker Lärm und Arbeitsgeräusche an, anscheinend baute der Feind Knüppeldämme durch den
Wald. Störungsfeuer eigener Artl. und s.I.G. lagen ständig auf diesem Waldstück. Es wurde mehrfach das Aufschreien Verwundeter gehört. Der Gegner hatte sich in diesem
Abschnitt zum Teil bis auf 100m an die eigene HKL herangeschoben.
In den frühen Morgenstunden wurde durch einen Posten des II./26 hinter der HKL ein russischer Soldat in Zivil gefangengenommen, der als Angehöriger eines fdl.
Fern-Spähtrupps den Auftrag hatte, Truppenbewegungen und Schiffsverladungen in Libau und Windau zu erkunden.
11.November 1944
Wetter: Nasskalt,
leichter Schneefall
KTB Gren.Rgt.6.
Die Nacht und der Vormittag verliefen ausser geringem fdl.Störungsfeuer ruhig. Im Laufe des Tages wurden ständige BEwegungen des Gegners am Haus Sudmali und am weissen
Haus beobachtet. Vor linkem Flügel II./26 schob der Feind sich auf 200m heran und grub sich ein.
Um 12.10 Uhr fuhren 3 Lkw. mit angehängter Pak vom weissen Haus nach Norden in Richtung Ziegelei.
Um 13.30 Uhr setzte ein sehr starkes Feuer fdl.Artl., Pak und Gr.W. sowie aller Inf.-Waffen auf Abschnitt I./6 und linkem Flügel II./26 ein, das etwa eine Stunde
anhielt. Um 14.30 Uhr brach der Gegner mit etwa 30 Mann vor rechtem Flügel I./6 aus dem Wald heraus. Er wurde durch das Feuer aller Inf.Waffen sofort zurückgeschlagen.
Gleichzeitig wurde eine stärkere inf.Bereitstellung durch eigenen Inf.- und Artl.-Feuer vor linkem Flügel I./6 zerschlagen. Bis zum späten Abend schoss der Gegner
verstärktes Störungsfeuer, vor allem mit Pak, auf den gesamten Abschnitt. Aus dem Wald westl.Ziegelei wurden während der Nacht Lärm und Arbeitsgeräusche gehört.
Ausserdem betrieb der Gegner dort mit 2 Lautsprechern Propaganda. Eigene s.I.G. bekämpften diese Arbeiten und zerstörten die Scheune beiu Sudmali durch 2 Volltreffer.
Zwei 7,5cm Pak der Pz.Jg.Abt.49 wurden herausgelöst. Am Abend wurden dem Rgt. 22 Uffz. und 112 Mannschaften zugeführt, die auf die Btl. verteilt wurden.
12.November 1944
Wetter: Nasskalt,
Nebel.
KTB Gren.Rgt.6.
Nach ruhig verlaufener Nacht setzt im Laufe des Vormittages fdl.Artl.-, Pak- und Gr.W.-Feuer ein, das sich besonders in den Mittagsstunden zu heftigen Feuerüberfällen
auf HKL und HKF steigerte.
Um 5.30 Uhr griffen etwa 60 Mann den rechten Flügel des II./26 an und erzielten einen Einbruch bis in die Höhe des Kp.Gef.Standes. Ein sofort angesetzter Gegenstoss
stellte die alte HKL wieder her. Ein zur gleichen Zeit am linken Flügel I./6 erzielter Feindeinbruch (40 Mann) konnte ebenfalls wieder bereinigt werden.
Weitere Vorstösse führte der Gegener um 6.30 Uhr mit 60 Mann gegen Mitte I./6. Beide wurden abgewiesen, der Gegner verlor mehrere Tote.
Um 10.00 Uhr wurden hinter der HKL des II./26 kleine Feindgruppen festgestellt, davon wurden am Vormittag 2 Offz., 2 Mann, um 15.00 Uhr weitere 2 Mann niedergemacht.
Beutepapiere wurden eingebracht.
Am rechten Flügel des II./26 schanzte der Gegner auf 30m an die eigene HKL heran, westlich Stuki wurden Verstärkungen und neues Eingraben beobachtet. Durch eigene
Gewehrschützen verlor der Feind hierbei 4 Tote. Bis zum Abend herrschte zwischen Striki und Sudmali reger Pendelverkehr (Gruppen von 4-5 Mann und Einzelfahrzeuge).
Aus dem Wald westlich Ziegelei wurden weiterhin Lärm und arbeitsgeräusche gehört (nach Ic-Aufklärung Versammlunsgraum der 67.Gard-Div.).
In den Abendstunden nahm die Feuertätigkeit des Gegner ab, er schoss jedoch weiterhin lebhaftes Störungsfeuer mit Gr.W. und Pak, vor allem auf den rechten und linken
Flügel des Regiments.
Um 23.30 Uhr unternahm der Feind einen Stosstrupp in Stärke von 30 Mann gegen unsere HKL nördl.Sudmali. Er wurde abgewiesen.
Gegen Mitternacht stiess ein Spähtrupp des D.F.B. von 8 Mann von der Naht II./26 - G.R.46 auf eine Feindgruppe von 12 Mann, die sämtlich niedergemacht wurden. Etwas
später wurde eine Feindgruppe von 10 Mann an der gleichen Stelle beobachtet, die von Norden durch die HKL nach Süden sickerte.
In der Nacht zum 13.11 wurden die 1. und 2.Kp.Pi.Btl.652 herausgelöst und nördlich Kusi z.V. der Division in Reserve gehalten. Den rechten Kp.-Abschnitt übernahm II./26,
den linken I./6. 
13.November 1944
Wetter: Nasskalt,
trübe
KTB Gren.Rgt.6.
In der Nacht unternahm der Gegner nördlich Sudmali 2 Stosstrupps gegen den rechten Flügel des II./26, einen um 2.00 Uhr mit 50 Mann, einen um 4.00 Uhr mit 30 Mann. Beide
Stosstrupps wurden durch das zusammengefasste Feuer aller Inf.-Waffen abgewiesen.
nach ruhig verlaufendem Vormittag nahm der Gegner gegen Mittag seine verstärkte Feuertätigkeit wieder auf. Er schoss sich auf den gesamten Rgt.-Abschnitt, zum Teil mit
schweren Kal., ein. Eigene Beobachtung ergab laufenden Verkehr von Mannschaften vom Weissen HAus über Skalki nach der Ziegelei. Im Wald westl.Ziegelei war wirder
heftiger Lärm und Arbeitsgeräusche zu hören, eigen Artl. und s.I.G. schossen Störungsfeuer dorthin. Vor dem übrigen Abschnitt worden gegenüber den Vortagen geringere
Bewegungen festgestellt.
Am Tage herrschte geringe beiderseitige Lufttätigkeit, von 18.30 - 22.00 Uhr überflogen eigene Nachtschlachtflugzeuge den Abschnitt.
Am Vormittag besuchte der Div.Kdr., Generalmajor Barth, den Rgt.Gef.Std.
14.November 1944
Wetter: Frost,
morgens diesig,
mittags klar
KTB Gren.Rgt.6.
Seit den Abendstunden nahmen Lärm und Arbeitsgeräusche im Wald westlich und nördlich der Ziegelei ständig zu. Ausserdem wurde laufender Verkehr von Mannschaften und
Fahrzeuge vom Weissen Haus über Skalki nach der Ziegelei festgestellt. Das Artl.Rgt., Heeres-Artl. und die Rgt.-eigenen le.Steilfeuer-Kp. legten daher um 0.25 Uhr
einen Feuerschlag auf das Waldstück. Ein zweiter Feuerschlag wurde um 0.37 Uhr auf den Raum Striki geschossen, in dem ebenfalls starker Verkehr herrschte. Während der
übrigen Nacht lag fdl.Störungsfeuer aller Waffen auf der HKL. Um 2.30 Uhr wurde ein Spähtrupp von 15 Mann ostwärts der Strasse nach Striki abgewiesen. Am Morgen nahm
die feindliche Feuertätigkeit ab. Der gesamte übrige Tag verlief allgemein ruhig. Die Feindbewegungen waren auffallend gering. Ab 14.30 Uhr wurden starke Geräusche von
Kettenfahrzeugen westl. Ziegelei gehört. Ein am Nachmittag angesetzter Spähtrupp des I./6 ergab:
a) Lkw.- und Traktorenverkehr auf Weg Dingdurbe - Ziegelei.
b ) Stärkere Psotierungen am Weg Ziegelei nach NW,
c) dünne Postierungen vor I./6,
d) bei Skalki und am Weissen Haus geeringe Bewegungen. Der Gegner hatte in den letzten Tagen eine dünne Postierung, eine starke Besetzung während der Nacht.
Am frühen Morgen wurde am rechten Flügel II./26 ein Gefangener eingebracht (90.G.S.D.).
Um 23.30 Uhr wurde im Bachgrund ostwärts Sudmali ein fdl.Stosstrupp in Stärke von 30 Mann abgewiesen.
Aus der Waldspitze NW Ziegelei wurde am Abend Lautsprecherpropaganda in plattdeutscher Sprache gehört.
Um 19.45 Uhr und 0.30 Uhr warfen eigene Flugzeuge Bomben in Gegend Ziegelei und südlich davon. Zum Bauen der 2.Stellung wurden der Rgt.-Pi.Zug und der Rgt.-Reiterzug
eingesetzt.
15.November 1944
Wetter: Stürmisch,
Tauwetter
KTB Gren.Rgt.6.
Die Nacht und der Vormittag verliefen bis auf geringes fdl.Störungsfeuer ruhig. Gegen Mittag verstärkte sich das fdl.Feuer. Gleichzeitig setzten verstärkte
Feindbewegungen (Mannschaften und Pferdefahrzeuge) vom Weissen Haus nach ZIegelei ein, dort wurden auch mot.Geräusche gehört.
Um 15.30 Uhr wurde vor rechtem Flügel I./6 ein fdl.Spähtrupp von 6 Mann abgewiesen. Die erkannten Feindbewegungen der letzten Tage ergaben kein klares Bild, vermutet
wurde die Ablösung oder Verstärkung. Mit einbrechender Dunkelheit beschränkte sich der Gegner auf geringes Störungsfeuer auf die HKL. Vor linkem Flügel I./6 wurde von
19.00 - 19.40 Uhr Lautsprecherpropaganda gehört. Am Vormittag überreichte der Rgt.-Führer, Major Hoffmeister, dem Führer I./6, Hptm.Wulf, die ihm verliehene
Ehrenblattspange. Zum Rgt. versetzt wurden 3 Offz.: Lt.Schwerin zum I./6, Lt.Schierenbeck zum II./26, Lt.Voss zunächst zum D.F.B.30 kommandiert.
Zum Ausbau der 2.Stellung wurde der Rgt.-Reiterzug eingesetzt.
16.November 1944
Wetter: Bewölkt,
windig.
KTB Gren.Rgt.6.
Der Tag verlief inf.ruhig. Der Gegner schoss Störungsfeuer mit Artl., Pak und Gr.W., vor allem auf HKF. Eigene Spähtrupptätigkeit ergab:
a) Bei Skalki und Weissem Haus je 2 Doppelposten, beide Häuser waren belegt.
b) Am Waldrand SW Ziegelei stärkere Postierungen. Im Bachgrund vor II./26 schaffte der Gegner im Laufe des Nachmittags seine Toten weg.
Um 23.00 Uhr gelang es einem fdl.Stosstrupp von 30 Mann am rechten Flügel II./26 in unsere Stellunf einzudringen. Er wurde wieder zurückgeworfen, dabei jedoch ein Uffz.
vermisst. Ein eigenes M.G.wurde vernichtet. Am Abend gab der Ia, Major Frhr.v.Puttkamer, den fernmündlichen Befehl an den Rgt.-Führer, dass das Rgt. sich am 17.11. um
20.00 Uhr auf die Kusistellung absetzen sollte.
17.November 1944
Wetter. Teilweise
bewölkt, klar.
KTB Gren.Rgt.6.
Um 20.00 Uhr setzt sich das Regiment befehlsgemäss auf die Kusi-Stellung ab. Starke GEfechtsvorposten wurden in der alten HKL belassen. In der neuen Stellung, deren
Besetzung bis zum Morgengrauen durchgeführt wurde, wurden eingesetzt.
Rechts D.F.B., dessen Führung Rittmeister Laar übernommen hat, links I./6 II./26 wurde als Div.-Reserve herausgezogen und bezog den Raum Basoni. Es erhielt gleichzeitig
den Auftrag, während der Nacht die jetzige Stellung weiter auszubauen. Den gleichen Auftrag bekam der Hiwi-Zug des Rgt. Der Vormittag verlief ruhig.
Gegen Mittag setzte lebhaftes fdl.Pak- und Gr.W.-Feuer auf Gegend WW. und ostwärts davon ein, ausserdem auf Raum Gobzemi.
Um 11.30 Uhr näherte sich ein fdl.Spähtrupp von 5 Mann sich der eigenen HKL beu Kusi, davon lief 1 Mann über (67.G.D.). Gegen Mittag stiess der Gegner vor und drückte
die Gefechtsvorposten im Angriff gegen etwa 70 Mann den Waldaustritt NW Liegmieki. Auch die Gefechtsvorposten des rechten Abschnitts I./6 wurden etwa 70 Mann angegriffen,
sie erreichten nach Verstärkung im Gegenangriff etwa um 15.00 Uhr die Höhen nördl.Liegenieki und nahmen Anschluss an die linken Gef.-Vorposten des I./6.
Am Abend übermittelte der Div.Kdr.Generalmajor Barth, dem Rgt.Führer den BEfehl, dass in der Nacht unter Unterstellung einer Komp. II./26 die Lücke zwischen den
Gef.-Vorposten I./6 und II./26 zu schliessen sei. Im Rgt.-Abschnitt wurden weiterhin 4 s.Pak eingesetzt. In der Nacht wurden mit dem Rgt. 3 Sturmgeschütze der
2./Pz.Jg.Abt.30 auf Zusammenarbeit angewiesen. Diese stellten sich bei Dicmani bereit.
Rgt.Gef.Std.ab 17.11. 6.00 Uhr: Dreieckige Waldspitze 600m nördl.Dicmani. 
18.November 1944
Wetter: Bedeckt,
Leichter Schneefall
KTB Gren.Rgt.6.
Nach ruhig verlaufener Nacht setzte am Vormittag lebhafte Feuertätigkeit des Gegners mit Artl. und Gr.W. ein, ab 12.00 Uhr verstärkt mit Pak, auf gesamten Abschnitt.
Um 7.30 Uhr wies der linke Flügel des I./6 einen fdl.Spähtrupp von 5 Mann ab, dabei ein Feindtoter.
Gegen 10.00 Uhr lief ein fdl.Spähtrupp von 3 Mann vor rechtem Flügel des D.F.B. auf eigene Minen, 1 Mann wurde getötet, einer verwundet, der dritte zog sich zurück.
um 10.00 Uhr führte der Gegner einen Vorstoss mit 40 Mann gegen die eigenen Gef.Vorposten (15 Mann) 800m östl.Kusi, er wurde unter Verlusten abgewiesen. Nach
Verstärkung griff der Gegner um 10.30 Uhr mit 100 Mann erneut gegen das Baar-Haus an. Nach erbitterter Abwehr und Ausfall von 10 Mann wurden die Gef.Vorposten auf die
HKL zurückgedrängt. Die gschätzten Verluste des Gegners bierbei betrugen 30 Mann. Auf der Ei-Höhe nördl.Liegenieki wurde eine fdl.B-Stelle erkannt. Der Gegner schanzte
auf den Höhen nördl.Liegenieki. Südostw.Kusi gimgen mehrere Gr.W.des Gegners in Stellung. Das s.I.G. der 13./6 erzielte 2 Volltreffer im Baar-Haus, eigene Artl. schaltete
eine B.-Stelle südostw.Baar-Haus aus.
Der Nachmittag verlief inf.ruhig. Fdl.Artl. schoss auf die Stellungen des I./6 und erzielte einen VOlltreffer im Kp.Gef.Std.2./6. Dabei fiel der Kp.Führer Oblt.Hesse.
19.November 1944
Wetter. Diesig,
bewölkt.
KTB Gren.Rgt.6.
Die Nacht und der Vormittag verliefen ruhig.
Um 11.00 Uhr setzte fdl.Trommelfeuer aller Waffen auf HKL und HKP ein, das 1 1/2 Stunden andauerte.
Um 12.30 Uhr griff der Gegner mit 60 Mann gegen den linken Flügel I./6 an, er wurde abgewiesen.
Um 13.00 Uhr griffen 80 Mann unsere Stellung vor Kusi an, es gelang ihnen, einzubrechen, das Gehöft ging nach dem Kampf verloren. Ein weiterer Feindangriff um 13.15 Uhr
gegen die Naht D.F.B. - G.R.46 in Stärke von 80 Mann wurde abgewiesen. Um 15.00 Uhr griff der Gegner erneutan, diesmal aus dem Wald nordostw.Ziegelei heraus gegen den
linken Flügel des I./6, er brach im zusammengefassten Artl.-Feuer zusammen.
Im Laufe des frühen Nachmittags führte der Gegner 5 Panzer, Sturmgeschütze und etwa 40 Mann nach Nusi nach. Gegen 17.00 Uhr unternahm der Gegner einen überraschenden
Angriff gegen das Windmühlenhaus 500m ostw. W.W., das durch schwache Kräfte des Btl.Stabes I./6 gesichert war. Der Gegner konnte das Gehöft in Besitz nehmen.
Hptm.Stein, Führer I./6, baute nun nach Zuführung des Rgt.-Reiterzuges, des Rgt.-Pi.Zuges und mit Teilen der 4./6 einen Riegel am Südrand des Kastenwaldes südostw.
Gobzemji auf. Gleichzeitig wurde Hptm.Stein die 5.Kp. des II./26 zugeführt.
Folgende Sicherungslinie wurde bezogen. Alter rechter Flügel D.F.B. - Friedhof - Häuser ostnordostwärts davon - W.W. - Südrand Kastenweald - Punkt 106,9.
Lt.Hamann, I./6 fiel, Lt.Schwerin, Lt.Hanning und Lt.Baar wurden verwundet und in das Lazarett eingelierfert, Lt.Voss wurde leicht verwundet und verblieb bei der Truppe
(D.F.B.), 2 Pak der Pz.Jg.Abt.30 fielden durch Feindeinwirkung aus. 1 Panzer wurde durch Nahkampfmittel vernichtet.
20.November 1944
Wetter: Trübe,
regnerisch
KTB Gren.Rgt.6.
Während der Nacht griff der Gegner die 2./6 auf der Höhe 106,9 an un dkonnte die Höhe besetzen. Zusammen mit dem Pi.-Zug des linken Nachbarn (G.R.485) wurde die Höhe
wieder gestürmt. Nach einem erneuten überlegenen Feindangriff ging die Höhe 106,9 endgültig verloren.
Gegen Morgen übernahmen Teile des Pz.Gren.Rgt.33 den mittl.Abschnitt des Rgt. Der Kdr., Oberst v.Gaudegger (Gaudecker?) ging mit seinem Gef.Std.zum Gef.Std.G.R.6.
Das G.R.6 wurde dem Pz.Gr.33 taktisch unterstellt. Gliederung des Abschnitts: D.F.B. - Pz.G.R.33 (2 Btl.) - I./6.
Am frühen Morgen verstärkte sich der Feind bei Kusi und fuhr mit 5 Panzern auf dem Weg von Kusi nach Norden. Mit Morgengrauen setzte starkes fdl.Feuer aller Waffen auf
dem gesamten Abschnitt ein, das den ganzen Tag anhielt. Um 8.00 Uhr griff der Gegner mit 60 Mann unsere Sicherung am Südrand des Kastenwaldes an, wurde jedich abgewiesen.
Nach einem Feuerschlag der Artl. griff 1 Btl. Pz.G.R.33 mit 5 Panthern mit Feindstellungen bei Kusi und Windmühlenhöhe an. Einer Gruppe gelang es, vorübergehend un Kusi
und Windmühlenhöhe an. Einer Gruppe gelang es, vorübergehend un Kusi einzudringen, sie musste sich jedich wieder zurückziehen, da der Angriff in sehr starkem Abwehrfeuer
liegenblieb. 1 Feindpanzer wurde abgeschossen., 1 Pak vernichtet. Im Laufe des Tages verstärkte sich der Gegner auf Höhe 106,9. Unter Unterstützung der 10./Pi.33 und
3./Pi.79 griffen die Reste des I./6 unter Führung des Hptm.Stein nach 2 Feuerschlägen um 17.10 Uhr egegen 106,9 an und nahmen die Höhe nach hartem Kampf.
30 Feindtote blieben auf dem Kampffeld, 7 s.M.G., 12 le.M.G. und 10 Karabiner wurden erbeutet. Die 5.Kp.II./F.R.26 besetzte die Linie südl.Kastenwald.
Um 19.30 Uhr traf die 3./Pi.30 bei Hptm.Stein ein und ging in den Kastenwald als Reserve des Rgt. Stab II./26 und 6./26 wurden aus dem Abschnitt des Rgt. herausgezogen
und gingen als Div.Reserve wieder in den Raum nördl.Baroni.
21.November 1944
Wetter: Regnerisch,
trübe
KTB Gren.Rgt.6.
Während der Nacht verhielt sich der Feind inf.ruhig, schoss jedoch laufend Feuerüberfälle mit Gr.W., Pak und Ratschbumm auf den gesamten Abschnitt. Auch während des
ganzen Tages lag lebhaftes fdl.Feuer aller Waffen, besonders schwere Kal. auf HKL und HKF.
Um 7.40 Uhr lief vor Punkt 106,9 ein fdl.Spähtrupp von etwa 8 Mann in eigenes Artl-Feuer und wurde zerschlagen.
Um 7.45 Uhr wurden am Westrand 106,9 zwei Gefangene eingebracht. Während des Vormittags wurden im Wald südostw.106,9 Arbeitsgeräusche, Baumfällen und Instellunggehen von
Pak festgestellt.
11.00 - 11.30 Uhr Feuerschlag des Gegners auf 106,9.
Gegen 12.00 Uhr beschoss 1 Panzer aus Gegend südl.W.W:die Stellungen bei Sepeni, er wurde durch eigene s.I.G.bekämpft.
Um 15.00 Uhr wurde 1 Gefangener vor dem D.F.B. eingebracht.
Um 13.30 Uhr griff der Gegner mit 40 Mann die Höhe 106,9 an und wurde abgewiesen. Der Übrige Tag verlief inf.ruhig. Nach EInbruch der Dunkelheit wurde die Besatzung der
Höhe 106,9 durch die 3./Pi.30 verstärkt. Nach Rücksprache mit dem Div.Kdr., Generalmajor Barth, befahl Major Hoffmeister dem Kdr.I./6, Hptm.Stein:
Bei Nacht Höhe 106,9 mit starken Kräften ebsetzenm bei Tag Gruppe des II./26 mit 2 le.M.G. einsetzen, alles andere zurückziehen.
Ab 19.00 Uhr liess die fdl.Feuertätigkeit nach, nur schwache Störungsfeuer lag auf dem Abschnitt.
22.November 1944
Wetter: trübe,
diesig
KTB Gren.Rgt.6.
Nach ruhig verlaufener Nacht griff der Gegner um 7.00 Uhr gegen 106,9 an, die Höhe ging verloren. Ein Vorstoss von 40 Mann gegen den Kastenwald um 10.00 Uhr blieb im
zusammengefassten Artl.-Feuer liegen.
Am Nachmittag erhielt das Rgt. einen Befehl der Div., nach dem das Rgt. in der Nacht zum 23.11. herausgelöst und in einem anderen Abschnitt eingesetzt wird. Gleichzeitig
meldete sich ein Vorkommando des G.R.44 der 11.Inf.Div., das die Ablösung durchführte. 1 Btl. des G.R.44 hatte den Auftrag, das I./6 abzulösen, 1 Btl. Pz.G.R.33 das
D.F.B.30.
Im Laufe des Abends gingen Vorkommandos der G.R.44 und Pz.G.R.33 in die neuen Abschnitte. Teile der schweren Kp.wurden bereits in Marsch gesetzt.
23.November 1944
Wetter: Sonnig,klar
KTB Gren.Rgt.6.
Die Ablösung verlief planmässig, die Befehlsübergabe an G.R.44 erfolgte um 5.00 Uhr. Die Einheiten (I./6, II./26, D.F.B.30) sammelten im Raum Lieldrogas - Celmi. Dort
stand eine Lkw-Kolonne bereit. Dieser Raum lag unter schwerem Artl.-Feuer, dadurch enstanden Ausfälle an Soldaten und vor allem an Pferden. Nach Abflauen des Feindfeuers
begann die Verladung der Fussteile und Teilen der schweren Kp. 13., 14.Kp., Reste der schweren Kpn. sowie die Trosse marschierten bespannt.
Gegen Mittag begann der mot.Marsch. Ziel für alle Teile war der Meldekopf der 30.Inf.Div. in Avoti. (Marschstrasse über Durben - Grobin - Südosten), Verzögerungen traten
ein durch Fahrzeugunfälle und entgegenkommende Kolonne. Der Rgt.-Kdr., Major Hoffmeister, verlegte seinen Gef.Std. am Vormittag nach Meldung bei der Div. in Haus 1 km
ostwärts Raci (südl.Kodeli). Dort war auch der Versammlungsraum des Regiments. Erste Teile des Rgt. trafen am Nachmittag und Abend ein.
24.November 1944
Wetter: trübe,
regnerisch
KTB Gren.Rgt.6.
Bis zum frühen Morgen war das Regiment mit den Kampfteilen im neuen Raum versammelt. Gleichzeitig wurde ein Alarm-Btl.Libau dem Rgt. zugeführt, das auf die Btl. verteilt
wurde. Der Führer, Lt.Bohn, wurde zum I./6 kommandiert. Nach Entsendung von Vorkommandos löste das Rgt. ab 19.00 Uhr das G.R.23 ab. Neue Gliederung D.F.B. - II./26 - I./6
(mit unterstellter 2./Pi.30 (Lt.Teichmann) und 6./173 (Oblt.Trommler). Kampfgruppe Rittmeister Mileck, die in der Stellung verblieb, wurde dem Rgt.unterstellt. Ferner
verblieben im Abschnitt 5 Sturmgeschütze und II./A.R.11. Eine weitere Marschkp.(Lt.Pusch) wurde aufgeteilt und den Btl. als Reservegruppe zugeführt.
Rgt.Gef.Std. ab 24.11. 13.00 Uhr: Calminieki.
25.November 1944Wetter.
Trübe, diesig
KTB Gren.Rgt.6.
Das Beziehen des neuen Abschnitts verlief planmässig, der Befehl wurde um 5.00 Uhr übernommen. Während des ganzen Tages herrschte bis auf geringes beiderseitiges
Inf.-Störungsfeuer Ruhe. Mit einbrechender Dunkelheit verstärkte sich das fld. Inf.-Feuer und hielt wähfend der ganzen Nacht an. Vereinzeltes Pakfeuer lag auf dem
Abschnitt I./6.
Um 22.15 Uhr wurde vor Abschnitt Lundius (2./6) ein fdl.Spähtrupp von 10 Mann abgewiesen.
26.November 1944
Wetter: bewölkt,nebelig
KTB Gren.Rgt.6.
In der Nacht wurden durch 2 Gruppen des I./6 zwei Häuser ostwärts der Höhe 35,9 (110 bezw. 150m vor der HKL) mit T.-Minen gesprengt, nachdem dort am Tage einzelne Russen,
anscheinend Beobachter geehen wurden. Mit Morgengrauen wurde das fdl.M.G.- und Gewehr-Feuer wesentlich schwächer. Der Gegner schoss während des ganzen Tages Gr.W.- und
Pakstörungsfeuer sowie einige Feuerüberfälle auf den gesamten Abschnitt. Einzelne Artl.-Einschläge lagen auf den Stellungen des I./6. Wegen schlechter Sicht konnte vom
Feind nichts beobachtet werden.
Um 21.00 Uhr wurde bei Saulischi ein fdl.Spähtrupp von 8 Mann abgewehrt. Ein weitere Spähtrupp näherte isch um 23.00 Uhr der Naht - D.F.B. - Rechter Nachbar, auch er
wurde abgewiesen. Das seit Beginn der Dunkelheit wieder einsetzende lebhafte fdl.Inf.-Feuer hielt während der ganzen Nacht an.
27.November 1944
Wetter: Bewölkt
KTB Gren.Rgt.6.
Der Tag verlief inf.ruhig. Schanzarbeiten des Feindes wurden vor D.F.B. und II./26 beobachtet, ferner Bewegungen bei Häusergruppe südl. "o" von Garozas. 2-cm Flakfezer
aus Gegend Pringi lag auf linken Fügel I./6. Fdl.Scharfschützen schossen auf die Stellungen des I./6. Die Feuertätigkeit der schweren Waffen des Gegners war gering, er
störte mit Pak und Gr.W. Am Vormittag war der Div.Kdr., Generlmajor Barth, beim Rgt.Gef.Std. Anschliessend besuchte er das II./26.
28.November 1944
Wetter: Sonnig, klar
KTB Gren.Rgt.6.
Im Gegensatz zu den vorhübergehenden Nächten war das Inf.-Feuer des Feindes in der Nacht sehr gering.
Um 2.30 Uhr wurde ein fdl.Stosstrupp von 25 Mann vor MItte Mileck abgewiesen.
Um 3.30 Uhr wurde vor dem linken Flügel Mileck ein weiterer Stosstrupp von 15 Mann zurückgeschlagen. Rege Schanztätigkeit wurde vor dem gesamten Abschnitt beobachtet.
Verstärktes fdl.Pakfeuer lag auf dem Abschnitt II./26, dort auch verstärkte fdl.Scharfschützentätigkeit. Bewegungen und Schanztätigkeit des Gegners bei den Gehöften südl.
Garozas wurden verstärkt durch Gr.W.-Feuer bekämpft. Beim I./6 wurden 2 Scharfschützenabschüsse erzielt.
18.50 - 19.30 Uhr 4 Gr.W.-Feuerüberfälle (50-60 Schuss) auf II./26. Am Abend eigene Lautsprecherpropaganda im Abschnitt II./26.

Meldung I./G.R.6 an G.R.6, 28.11.44
Das Btl. überreicht das Erkundungsergebnis des Spähtrupps, der am 27.11.44 von 3./6 lief, um sich Grundlagen für einen geplanten Stoßtrupp
zu schaffen. Tag und Zeit des Ablaufens des Stoßtrupps wird gemeldet.

Meldung 3./G.R.6, 1.Zug, 1.Gruppe, 28.11.44:
Spähtrupp 1.Zug, 1.Gruppe, Stärke 1:2, Führer: Uffz.Schumacher
I. Auftrag: 1.Möglichkeiten, -unleserlich-posten als Gefangenen einzubringen erkunden. 2. Feindtätigkeiten beobachten und Annäherungsmöglichkeit zum Zweck der
Gefangeneneinbringung erkunden.
II. Um 22.50 Uhr überschritt ich den Bach (wegen zu hellem Mondscheines war ein Vorgehen zu früherer Stunde schwer möglich) und ging an Gehölz rechts der
Waldhofpläne? vor, erreichte den Waldhof und stellte das Fehlen des P.Postens fest. (Durch Aussagen der eigenen Posten u.eigener Beobachtung hatte, ich nach
Einbruch der Dunkelheit M.G.-Feuer aus Richtung der linken Waldhofecke festgestellt. Um den Standpunkt d.le.M.G. festzustellen, ging ich am Fuße des Abhanges (siehe
Skizze) nach rechts und ein Stück auf die an dieser Stelle mit -unleserlich- hinaus. Dort am Rande des Abhangs führte ein Trampelpfad zur Waldhofruine hin.
III. Ergebnis. 1. siehe Skizze.
2. Infolge günstiger Lage der fdl.HKL Annäherung an dieser Stelle schwierig.
Weitere Erkundung wird evtl.Möglichkeiten der Gefangeneneinbringung erkennen lassen.
Abmarsch: 23.50 Uhr
Rückkehr: 03.05 Uhr

Meldung I.Gren.Rgt.6 an Gren.Rgt.6, 29.11.44:
Betrifft: Spähtruppergebnis der 2./Pi.30.
Das Btl. überreicht das Erkundungsergebnis eines Spähtrupps, der am 28.11.44 in der Zeit von 16.00-20.00 Uhr im Meldebandabschnitt 238/37 lief.
Erkundungsergebnis Uffz.Hauffe.
Am 28.11. von 16,00-20,00 Uhr hielt sich Uffz.Hauffe mit 2 Mann in dem Giebelhaus auf.
Beobachtung beim Feind:
Graben laut Skizze im Bau. Material hierzu wird aus der Scheune gerissen. Rauch aus dem Haus "Küche". Im feindl.Graben erkannt 2 s.M.G. und 1 Schütze
mit MPi. Vorhaben für 29.11. nachts:
Entfernen der -unleserlich- nördlich des Giebelhauses. Abbrennen des Giebelhauses mit 3 Brand-?
29.November 1944
trübe, nasskalt
KTB Gren.Rgt.6.
Um 1.00 Uhr wurde ein fdl.Spähtruppunternehmen von 8 Mann vor linkem Flügel II./26 abgewiesen. Während der Nacht waren Stimmengewirr und starke mot.Geräusche vor I./6
zu hören. Diese, sowie das auffallend geringe fdl.Inf.-Feuer in diesem Abschnitt liessen eine örtlihe Ablösung des Gegners vermuten.
9.00 - 11.00 Uhr lag verstärktes Pakfeuer auf dem mittl.-Rgt.-Abschnitt.
Um 14.30 Uhr erzielte ein Gr.W. einen Volltreffer in einem fdl.Scharfschützenstand vor D.F.B.
Um 14.00 Uhr überflogen 2 fdl.Tiefflieger die HKL und beschossen die Stellungen mit Bordwaffen. Ein eigener Spähtrupp stellte vor linkem Flügel I./6 Kastenminen westl.
der Bahnlinie fest.
Um 16.30 Uhr fuhr ein Zug vom Bahnhof Skuodas nach Süden ab. Bei Upenieki wurde eine Feindpak erkannt. Nach erneuter eigener Lautpsrecherpropaganda bei II./26 von 22.00
- 22.30 Uhr lag verstärktes fdl.Inf.-Feuer auf diesem Abschnitt.
In der Nacht wurde die Kamgfgruppe Mileck herausgelöst, der Abschnitt durch G.R.46 übernommen.
30.November 1944
Karte
KTB Gren.Rgt.6.
Der Tag verlief inf.u.artl.ruhig. Anhaltende Schanztätigkeit und Lärm, auch Frauenstimmen waren aus dem Wald nordnordw. Gurstiski zu hören, eigene Gr.W.schossen verstärkt
dorthin. Schanzarbeiten (etwa 30 Mann) wurden vor linkem Flügel I./6 beobachtet und bekämpft. Ein eigener Spähtrupp stellte in Gegend Punkt 12,2 zwei fdl.s.M.G. und einige
M.P.fest. Geringer Fdl.Fahrzeugverkehr auf der Strasse Upesgrieteni - Pringi, sonst keine besonderen Feindbewegungen. Eigene s.I.G. schossen Störungsfeuer auf Feindziele
vor Naht D.F.B. - II./26.
Seit 16.00 Uhr verstärkte sich das fdl.Inf.-Feuer.
18.15 Uhr wurde ein fdl.Spähtrupp von 6 Mann, der sich am rechten Flügel I./6 bis auf 20m an die HKL herangeschoben hatte, durch Handgranaten und M.G.-Feuer abgewiesen. In
der Nacht zum 1.12. löste 1 Kp. des G.R.46 die 6./173 ab, die damit aus dem Div.Bereich auschied, Lt.Passow und Mt.Waßmund wurden zum I./6 versetzt.
AM Vormittag besuchte der K.G.des I.A.K., Gen.d.Inf.Busse den Rgt.Gef.Std. und das II./26.
 
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