309.Infanteriedivision
Infanteriedivision "Berlin"

Übersicht   Kriegstagebuch    Befehle    Gliederungen    Zustandsmeldungen   Stellenbesetzungen   Ersatz/Verluste   Material/Ausrüstung

 

Befehle Februar 1945
Generalkommando CI.Armeekorps                                                                              O.U., den 9.2.1945
(Ia)Nr.5032/45 g.K.

                                                          Korps-Befehl
                                                          ============
                                      für die Herauslösung von Teilen 25.Pz.Gren.Div. zu neuer
                                                           Verwendung:
                                      =========================================================

1.) Zur Übernahme des Frontabschnitts der 21.Pz.Div. an rechter Korps-Grenze sind am 10.2. durch 25.Pz.Gren.Div. im Raum
    nordwestlich Golzow zum sofortigen Einsatz zu versammeln:
            Pz.Gren.Rgt.119,
            Pz.A.A.25,
            I./A.R.25,
            Pi.Btl.25,
            1 Gruppe von 8 Sturmgeschützen bzw.Panzern,
            1 Zug s.Pak,
            1./Flak-Abt.337,
            2./Flak-Abt.871.
2.) Dazu lösen in Nacht vom 9. zum 10.2. ab:
    a) Gren.Rgt.300 (mit I.u.II.Btl.): Pz.Gren.Rgt.119 mit I.u.III./119, III./35 u.14./35.
    b) Wach-Rgt."Grossdeutschland": II./119 und Füsilier-Btl.303 (wie mit Korps-Befehl vom 3.2., Ziff.2) befohlen).
    c) Teile Pol.-Btl."Bremen": die im Abschnitt der 303.I.D. eingesetzte Komp.der Pz.A.A.
3.) Verantwortliche Übernahme der Abschnitte ist bis 10.2., 7 Uhr, CI.A.K. zu melden.
    Mit Übernahme des Abschnitts des Pz.Gren.Rgt.119 durch Gren.Rgt.300 wird 303.Div. für diese verantwortlich bis zu der
    im Korps-Befehl vom 6.2. zwischen Div."Berlin" und Div."Döberitz befohlenen Abschnittsgrenze.
4.) Füsilier-Btl.303 wird nach Ablösung Korps-Reserve im Raum Posedin.
    III./35 und 14./35 stehen 25.Pz.Gren.Div. als Reserve zur Verfügung.
5.) Kommandeur Pz.Gren.Rgt.119 hält sich ab 10.2. früh zur Einweisung und kurzfristigen Übernahme des Frontabschnitts der
    21.Pz.Div. bereit.
 
Fernspruch an Lt.Moritz Verb.Offz.Div.Berlin Bf.Werbig.
Durchgegeben: Oberst i.G.Danke 9.2.45 23.20 Uhr.
Stab, Stabs-Kp., 14.I,652, Pi.Kp. auf Fahrrad, Abt.Stab m.Stabs-Bttr., 2.Bttr./s.art.Rgt.309, 1 le.Bttr.Art.Rgt.309
sind als Kampfgruppe zusammengefasst sofort antretend in den Raum um Zuckerfabrik Vossberg SO Letschin zu verlegen, sodass sie
dort, bis Hellwerden zur VErfügung des Korps eintreffen.
Befehlsempfangender Offz. zum Rgts.Stab 35 nach Letschin abstellen.
Auftrag für Rgts.Gruppe: Bereitstellung zu Gegenangriffen aus Raum Kienitz und NO Genschmar.
Inmarschsetzung, Zusammensetzung der Kampfgruppe ist an Vermittlung Pedell Ia od. O 1 zu melden.
 
Generalkommando CI.A.K.                                                                      O.U., den 10.2.1945
(Ia) Nr.5034/45 g.K.

                                              K o r p s - B e f e h l
                                              =======================
                            für die Herauslösung der 25.Pz.Gren.Div. aus dem Korps-Bereich:
                            ==============================================================

1.) 25.Pz.Gren.Div. tritt am 11.2., 0.00 Uhr, unter den Befehl des XI.SS-A.K. und übernimmt den bisherigen Abschnitt der
    21.Pz.Div.
2.) Div."Berlin", der ein kleinder arbeitsfähiger Stab durch 25.Pz.Gren.Div. zurückzulassen ist, übernimmt Frontabschnitt der
    25.Pz.Gren.Div. bis zur neuen Korps-Grenze CI.A.K. Neue Grenze zwischen CI.A.K. und XI.SS-A.K.: Amt Friedrichsaue -
    Genschmar (zu XI.SS-A.K.K.) - Neu-Damm(?) (CI.A.K.).
3.) a) Gren.Rgt.652 übernimmt Abschnitt Pz.Gren.Rgt.35 und Teile Abschnitt 3./VII und löst mit I.Btl. das II./Pz.Gren.Rgt.35
       ab.
       1./3./VII und Marsch-Btl.203 und 345 werden unter Belassung in ihren bisherigen Frontabschnitten Rgt.-Stab 652
       unterstellt. Grenze für Gren.Rgt.652 rechts: wie neue Korps-Grenze, links: wie Abschnitts-Grenze zwischen Marsch-Btl.203
       und Wach-Regiment "Grossdeutschland".
   b) Pz.Jg.Kp.1129 wird der Div."Berlin" unterstellt.
   c) Rgt.Stab und II./3./VII sind durch 25.Pz.Gren.Div. bis 10.2. früh herauszulösen und dem CI.A.K. in Raum Zechin zuzuführen.
4.) Artillerie:
    Arko des CI.A.K. bringt
    a) IV./Volks-Art.Korps 404 bis 10.2., 18.00 Uhr, im Raum Letschin so in Stellung, dass Unterstützung des Abwehrkampfes
       Gren.Rgt.652 und Wach-Rgt."Grossdeutschland" sichergestellt ist und weist die Abt. auf Zusammenarbeit mit beiden Rgt. an.
    b) 16./Volks-Art.Korps 404 im Raum Posedin in Stellung und unterstellt diese zunächst der 1./303.
    c) Sämtliche Luftwaffen-Flak-Einheiten und Nebel Werfer-Abt.52 und 15 verbleiben mit gleichem Auftrag in ihren jetzigen
       Stellungen.
       Herauslösung A.R.25 erst nach Meldung der Feuerbereitschaft der Bttr. unter Ziff. a) und b) durch Arko an CI.A.K.
5.) Befehls-Übergabe durch 25.Pz.Gren.Div. an Div."Berlin" und 21.Pz.Div. an 25.Pz.Gren.Div. wie fernmündlich durch CI.A.K.
    befohlen.
 
Generalkommando CI.A.K.                                                                             O.U., den 11.2.1945
(Ia) Nr.5041/45 g.K.
                                                K o r p s - B e f e h l Nr. 5
                                                =============================

1.) Der Führer hat die Beseitigung aller Brückenköpfe westlich der Oder bis 13.2., 0.00 Uhr, befohlen.
    CI.A.K. führt diesen Befehl unter Einsatz aller zur Verfügung stehenden Kräfte, unter Einsatz aller Munition und aller
    Kampfmittel durch.
2.) Nach kurzer Art.-Vorbereitung gemäss Befehlen des Korps-Art.-Führers treten Div."Berlin" und Div."Döberitz 8.30 Uhr mit
    ausgesprochenem Schwerpunkt auf den inneren Flügel eng aneinandergehend an und stossen bis an die Oder nordwestlich
    Gross-Neuendorf durch. Sodann nimmt Div."Berlin" von Nordwesten her unter Bindung der feindlichen Besetzung am Südwestrand
    von Gross-Neuendorf den Ort Gross-Neuendorf, setzt sich in Besitz der Übergänge über die Oder bei Gross-Neuendorf und stösst
    entlang des Oderdammes mit einem Zuge bis nach Kienitz durch.
    Div."Döberitz" dreht nach Erreichen des Oderdammes bei Höhenzahl 13 nach Nordwesten ein und rollt unter Ausschaltung
    feindlicher Flankierung vom Nordost-Ufer der Oder die feindliche Stellung zwischen Graben und ostwärts Gieshof auf und räumt
    nach Zerstörung der Brücke Zellin den Nordteil des feindlichen Brückenkopfes bis Güstebiese aus. Es kommt darauf an, sich
    bald mit den am 11.2. durch Loose angreifenden Teilen der Div. und auf den Winkel zwischen Alter Oder und Oder angesetzten
    Teilen der Div.z.b.V.606 (siehe Ziff.4) zu vereinigen.
3.) Artillerie:
    Die für diesen Angriff heranzuziehende Div.Art. der Div. "Berlin" und Div."Döberitz" und das Volks-Art.-Korps 404 bereiten
    unter einheitlicher Führung des Korps-Art.-Führers den Angriff beider Divisionen durch einen kurzen zusammengefassten
    Feuerschlag von 8.28 bis 8.30 Uhr vor.
    Nach Erreichen der Oder und nach Einschwenken der inneren Flügel der Div. untersteht die Div.-Art. wieder ihren Div. zur
    Unterstützung beim Aufrollen der Brückenköpfe Gross-Neuendorf - Kienitz und Zellin-Güstebiese.
    Korps-Art.-Führer mit Volks-Art.Korps 404 und Werfer-Abt.II/15 unterstützt je nach Lage rechte oder linke Div. Zuerst ist
    durch zusammengefasstes Feuer auf Gross-Neuendorf der Angriff der Div."Berlin" vorwärts zu treiben. Zweite Aufgabe des
    Korps-Art.-Führers wird Unterstützung des Angriffs der Div."Döberitz" durch die Gehöftgruppe bei Ortwiger Graben und Mehrin.
4.) Der Auftrag des Korps (Vernichtung der feindlichen Brückenköpfe südwestlich der Oder) ist durch Angriff und Vorstoss der
    Div."Döberitz" ab 11.2. nachmittags durch Loose bis an Oder bei Güstebiese einzuleiten. Die Div. tritt hierzu unterstützt
    durch die Div.-Art. mit 1/4 des vorhandenen Mun.-Bestandes am 11.2., 15.30 Uhr an.
    Auftrag: Durchstossen durch Loose unter Vernichtung der in Loose angesammelten feindlichen Infanterie und Panzer bis zur Oder,
    um am 12.2. entlang des Oderdammes durch Angriff die Vereinigung mit den vom rechten Flügel vorstossenden Kräften herzustellen.
5.) Div.z.b.V.606 gewinnt gleichzeitig mit den auf Loose und Güstebiese angesetzten Teilen der Div."Döberitz" antretend das
    Nordwestufer der Alten Oder bis zur Einmündung in die Oder westlich Güstebiese.  Die Div. unterstützt darüber hinaus den Angriff
    des linken Flügel der Div."Döberitz" durch Feuer aller verfügbaren schweren Waffen.
6.) Die im Raum nordwestlich Genschmer (Kalenziger Wiese) festgestellten feindlichen Kräfte sind durch Angriff zu binden, ihr
    Verschieben in Richtung Gross-Neuendorf zu verhindern und eine Auswirkung der Erfolge bei Gross-Neuendorf durch Angriff bis
    zur Vernichtung auch dieser Kräfte auszunutzen.
 
Fernspruch Generalkommando CI.A.K. Ia Nr.5038/45 g.Kdos. an A.O.K.9

Zu FS Nr.9048/45 v.11.2.45 meldet CI.A.K.:
1.) 11.2. 15.30 Uhr Angriff:
    a) mit 303.I.D. entlang Strasse Loose, Güstebiese mit dem Ziel Fährhaus südlich Güstebiese.
    b) mit 606.I.D. aus Gegend Nordrand Häuserreihe (3km westluch Güstebiese) mit dem Ziel Zusammenfluss Oder und Alte Oder,
2.) 12.2., 8,30 Uhr Durchbruch unter scharfer Zusammenfassung der Kräfte mit I.D."Berlin" und 303.I.D. entlang biheriger Trennungslinie
    zwischen den Divisionen mit erstem Ziel Oderdamm (1km nördlich Gross Neudendorf).
    Sodann zur Vernichtung der Feindkräfte im Raum Kienitz und westluch Zellin:
    a) mit I.D."Berlin" nach Inbesitznahme Gross Neuendorf Vorstoß entlang des Oderdammes nach SO.
    b) mit 303.I.D. Angriff entlang Oderdamm nach NO Richtung Fährhaus. 
 
 Generalkommando CI. A.K.                                                                                   O.U., den 12.2.1945
Ia Nr.5046/45 geh.

9 Ausfertigungen
6.Ausfertigung

                                                       K o r p s - B e f e h l  Nr. 6
                                                       ==============================

1.) Angriff des Korps am 12.2. ist in feindliche Bereitstellungen hineingestoßen. Der Russe ist am frühen Nachmittag aus dem
    Raum nördlich Sophienthal – Gross Neuendorf unter starker Art.-Unterstützung mit stärkeren Kräften (Teile von 2 Div.),
    vermutlich vorsätzlich, zum Angriff angetreten. Mit einem Grossangriff des Russen am Morgen des 13.2. auf der gesamten
    Front des Korps einschliesslich des Raumes nördlich Genschmar und Alte-Lietzegöricke - Zäckerick muss gerechnet werden.
2.) Das Korps wehrt diese Angriffe ab. Die Div. gliedern sich hierzu in der alten HKL, die dort, wo sie zur Zeit nicht in
    eigener Hand ist, wiedergenommen werden muss, zur Verteidigung unter ausgesprochener Tiefengliederung  und Ausschalten
    starker, jederzeit einsatzbereiter Reserven. Dem Kampf der Inf. und der Unterstützung durch schwere Inf.-Waffen kommt
    besondere Bedeutung zu, da starke Teile der Korps-Art. zu anderem Einsatz im Laufe des 13.2. abgegeben werden.
3.) Aufklärung in den Feind hinein im Laufe der Nacht und Feststellung seiner Absichten ist von besonderer Bedeutung.
    Die Zusammenarbeit zwischen Inf., ihren schweren Waffen und der Art. ist erneut zu überprüfen.
    Der Einsatz der Reserven einschl. aller Sturmgeschütze und Jagdpanzer ist eingehend vorzubereiten.

F.d.R., 12.2.45
Witte
Major i.G.
Der kommandierende General
gez. Berlin
General der Artillerie
Verteiler:
Div. „Döberitz“
Div. „Berlin“
Div. z.b.V. 606
Arko
Qu.
KTB
 
Geheim
Anlage 41

Generalkommando CI.A.K.
Korps-Gef.-St., den 14.2.45

Fahrtenbericht

Kdr. General sucht Gefechtsstände der Div.303 und 309 auf.
Bei Div.303 zugegen Gen.-Maj. Hübner und Oberstlt. Geitner.
Kdr. General weist auf folgendes hin: An der Trennungslinie der Divisionen muß besonders auf Sicherung der "Naht" gehalten
werden. Die Alte Oder muß so gesichert sein, daß der Russe keinesfalls einsickern kann. Es sollen von beiden angrenzenden
Divisionen besondere Nahtkommandos eingesetzt sein, die engste Verbindung halten, dasselbe gilt auch von den Trennungslinien
der Regimenter und Bataillone. Der Russe muß ständig in Bewegung gehalten und beunruhigt werden, damit er keine Zeit hat,
den Angriff in Ruhe vorzubereiten. Auf disziplinare Überwachung, Marschdisziplin und Haltung der Leute ist großes Augenmerk
zu richten. Ausbildung und Förderung der Scharfschützen besonders wichtig.
Darauf halten, daß nicht an einer Stelle B.-Stelle alle möglichen Einheiten sich einrichten, weil dadurch die Aufmerksamkeit
der einzelnen Beobachter abgelenkt wird und nur einheitliche Meldungen herauskommen.
Ständige Beobachtung und Erkundung von Bereitstellungen von ausschlaggebender Bedeutung; Beobachtungsbücher einfordern und
prüfen. Der Abt.-Kdr. ist der Art.-Führer des Inf.-Rgts.-Kdrs. und vereinigt unter seinem Befehl sämtliche schweren Waffen.
Sobald alle Marsch-Btle. für die Div. eintreffen, soll geprüft werden, welche Artilleristen für Auffüllung von s.Bttr. aus
den Btlen. herausgezogen werden können.
Gen.Hübner betont, daß alles geschehe, um die Stellungen von vornherein stark auszubauen, besonders Neu-Lewin.
Die Division braucht dringend Minen, Stacheldraht, sowie für die Unterbringung der Leute, da diese nicht ständig im Freien
liegen können, Zement und etwas Stabeisen.
Bei Div.309 zugegen Oberst Voigtsberger und Major Przosker.
Kdr. General weist darauf hin, daß alles daranzusetzen ist, dem Russen dauernd an der Klinge zu bleiben. Die Ausbeulung in
Richtung Letschin nicht durch Ansetzen eines Btl. bereinigen, sondern durch Art.-Feuer zerschlagen und Stoßtrupps ansetzen.
Darauf halten, daß die Artillerie sich nicht verkleckert, sondern daß sie unter Führung der zur Verfügung stehenden und
anrollenden Munition sinngemäß auf Befehl des Div.-Kdrs. eingesetzt wird.
Die neu eintreffenden 4 Abteilungen Flak werden in die Artillerie der Division eingegliedert.
Das Btl. II./652 soll der Div. als Reserve zur Verfügung gestellt werden.
Oberst Voigtsberger erläutert, daß die aus Dänemark kommenden Mannschaften naturgemäß sehr wenig Kampferfahrung hätten.
Die Verluste beim Angriff waren verhältnismäßig hoch. Vom Regiment „Großdeutschland“ ist ein Btl. auf 60 Mann zusammengeschmolzen.
 
Generalkommando CI.A.K.
Ia Nr.5057/45 g.Kdos.                                                                                                O.U., den 14.2.1945
Geheime Kommandosache

                                                                                                                11 Ausfertigungen
                                                                                                                 8.Ausfertigung
                                                        K o r p s - B e f e h l  Nr. 7
                                                        ==============================

1.) Feind führte im Laufe des 14.2. stärkere Inf.-Verbände (dabei 10 Panzer) in den Raum südwestl. Kienitz und südwestl. Groß-Neuendorf
    heran. Übersetzverkehr nach W (dabe auch Artl.) sowie das Einschieben neuer Verbände (s.Ic Feindlagebericht) und das Auftreten eines
    Artl.-Korps lassen auf baldigen Durchbruchsangriff schließen. Brennpunkte vor der Korpsfront z.Zt.: Abschnitt Sydowswiese –
    Nordostwärts Ortwig.
2.) CI.A.K. verhindert fdl. Durchbruch im Abschnitt Genschmar – Brücke NW.Zäckerick und verengt durch schnelle, schlagkräftige Angriffe
    gegen erkannte schwächere Feindteile unter scharfer Zusammenfassung der Kräfte die fdl. Brückenköpfe, um dem Gegner die Ausgangsbasis
    für einen Grossangriff zu entreißen.
    Grenzen: Abschnittsgrenze wie bisher, bis auf neue linke Grenze zu Oder-Korps:
    Liebenwalde (Oderkorps) – Strße Liebenwalde – Eberswalde (Oderkorps) – Eberswalde (Oderkorps) – Altranft (CI.A.K.) – Neu Rüdnitz
    (CI.A.K.) – Punkt 4 (1,5 km östl.Rüdnitz) – Grüneberg (Oderkorps) – dann wie bisher.
3.) Kampfführung: Feind ist überall da, wo er angreift, durch lückenloses Abwehrfeuer in der Bereitstellung zu vernichten; wo er nicht
    angreift, durch eigene, stoßtruppartige, gut vorbereitete Angriffe aus seinen Stellungen zu werfen.
    Hierbei kommt dem Einsatz aller Waffen, insbesondere einzelner vorgezogener Pak- und Inf.-Geschütze, in Punktzielbeschuß und
    verstärkter Scharfschützentätigkeit besondere Bedeutung zu.
    Dieser Einsatz ist von den Kommandeuren zu überwachen, um auf diese vom Gegner längst angewandte Kampfweise dem Feind Verluste
    zuzufügen und eigenes Blut zu sparen.
4.) Für das Ordnen der Verbände im Abschnitt der Div. Berlin wird dieser das Btl.II/652 zur Verfügung gestellt. Die Div. versammelt ein
    kampfstarkes Btl. mit schw.Waffen im Raum Zuckerfabrik Voßberg als Korps-Reserve bis 15.2., 6.00 Uhr.
5.) Zur Sicherung des Anschlusses innerhalb des Korpsabschnittes und zu den Nachbarn sind jeweils hinter der rechten Grenze
          einer Komp.: 1 Gruppe
          eines Btl.: 2 Gruppen
          eines Rgts.: 1 Zug
    so einzusetzen, daß sie ständig Verbindung mit den rechten Nachbarn haben und in demselben Gehöft liegen.
    Hinter der Naht 25.Pz.Gren.Div. und zur 1.Mar.-Schützen-Brigade ist durch Div. Berlin bezw. 606.I.D. eine verstärkte Komp. mit
    entsprechendem Auftrag einzusetzen. Die Nahkampfmittel sind nur gegen Einbrüche an den Nahtstellen anzusetzen!
6.) Alle bisher in den Div.-Abschnitten eingesetzten Flak-Verbände bleiben den Div. unterstellt.
    Flak-Rgt.182 geht so in Stellung, daß es den Abwehrkampf des Korps im Schwerpunkt bei Div.Berlin unterstützen kann.
    Zusammenarbeit der Abteilungen mit Div. Berlin ist sicherzustellen, ebenso mit Div.Döberitz.
    Kommandeur Flak-Rgt.182 tritt als Flakführer zum Korps-Stab. CI. Aufgaben und Befugnisse werden gesondert befohlen.
    Kommandeur Flak-Rgt. 53 behält bisherige Aufgabe.
    II./N.W.Rgt.15 wird Div. Berlin unterstellt und ist so einzusetzen, daß sie im Raum Kienitz und westl. Zellin wirken kann.
7.) 606.I.D. übergibt in der Nacht vom 14./15.2. den Abschnitt links der neu befohlenen Korps-Grenze an 1.Mar.-Schützen-Brigade.
    Erfolgte Ablösung ist bis 15.2.45, 4.00 Uhr zu melden.
                                                                          Der Kommandierende General
General der Artillerie
 
Generalkommando CI. A.K.                                                                                  O.U., den 16.2.1945
Ia Nr. 5063/45 g.Kdos.
Geheime Kommandosache

11 Ausfertigungen
8. Ausfertigung

                                              K o r p s - B e f e h l  Nr. 8
                                              ==============================

1.) Feind verstärkt sich weiterhin laufend vor der gesamten Korpsfront. Starker Übersetzverkehr nach Westen in Feindbrückenköpfe.
    Verstärkte Schanzarbeiten in der vom Feinde gewonnenen Linie!
    Mit massiertem Angriff des Gegners unter starker Artl-Unterstützung ist täglich zu rechnen.
    Wahrscheinliche Feindschwerpunkte:
      Aus Raum westl. und südwestl. Kienitz in Richtung Letschin.
      Aus Raum westl. Groß-Neuendorf in Richtung Neu-Barnim und Posedin.
      aus Raum nördl.Gieshof in Richtung Wriezen.
    Angriff des Feines über die Oder bei Alt-Lietzegöricke ist nicht ausgeschlossen!
    Die laut HEinrich-Meldung beim Feinde befohlene Funkstille, die derzeitige geringe fdl.Kampftätigkeit vord er Korpsfront,
    Artl. Einschiessen und verstörkte Luftaufklärung des Gegners, lassen auf planmässige Angriffsvorbereitungen grösseren
    Umfangs schliessen.
2.) Aufträge des Korps und der Divisionen bleiben wie bisher.
3.) Angriffe gemäß Ziffer 2 des Korpsbefehls Nr. 7 sind am 17. und 18.2.45 wie folgt zu führen:
      a) Durch Div.„Berlin“ nur Inbesitznahme von Henriettenhof und Dammhaus, zur Wiedergewinnung des Jesar-Grabens südostw.
         Etablissement Kienitz und zur Inbesitznahme Amt Kienitz.
      b) Durch Div.„Döberitz“ nur Inbesitznahme Fuchsberge und Gehöfte ostwärts Ortwig.
      c) Durch Div.606 zur Gewinnung Alte Oder – Oderufer bei Güstebiese.
    Durch stoßtruppartige Unternehmen ist je nach den taktischen Erfordernissen die HKL laufend zu verbessern.
    Wahl des Zeitpunktes der Angriffe, die von der Munitionszuweisung durch die Armee abhängig sein wird, bleibt den Divisionen
    überlassen.
    Es kommt bei der angespannten Munitionslage darauf an, für diese Zwecke die zur Verfügung stehende Munition örtlich und
    zeitlich zusammenzufassen.
4.) Durch ständige Schanzarbeiten und schnellen stützpunktartigen Ausbau aller Häuser in HKF mit allen Mitteln ist eine weitere
    Festigung der eigenen HKL zu erreichen. Es ist von allen Führern darauf hinzuwirken, daß nach gelungenen Angriffen sich
    jeder Soldat rasch eingräbt, sich eine gute Stellung schafft und sich nach Art des Russen in dem gewonnenen Gelände
    festkrallt, sodaß feindliche Gegenstöße jederzeit zerschlagen werden können.
    Die Abwehr muß nur aus der Tiefe geführt werden; also Reserven!!!
    Verbindung zum Nachbarn durch Nahtkdos. sicherstellen.
5.) Zum Bekämpfen der zunehmenden fdl.Tieffliegertätigkeit sind alle dafür geeigneten Waffen nach einem von der Div.Flakführern
    aufzustellenden Plan einzusetzen unter Heranziehen aller Truppenteile.
 
Infanterie-Division „Berlin“                                                                           Gef.St., den 17.2.1945
Abt.IIa/Ia
Geheim


Betr.: Antrag auf Aufhebung bezw. Eingliederung des Gren.Rgt.3/VII (Gneisenau) und der Alarmeinheiten 67, 203 und 345.

An Generalkommando CI.A.K.
1.) Das Gren.Rgt.3/VII (Gneisenau) mit Stab und St.-Kp. (Nachr.Zug, Inf.Pi.Zug, o.Radf.Zug), I.Btl. mit 3 Gren.Kp.,
    II.Btl. mit 3 Gren.Kp., einer schw.Kp. (etwa entsprechend einer 13.Kp.), einer Pz.Zerst.Kp. (etwa entsprechend einer 14.Kp.)
    und einer Pi.Kp. ist taktisch, personell und versorgungsmäßig der Infanterie-Division „Berlin“ unterstellt.
2.)
Die Ist-, Gefechts- und Kampfstärken (aufgegliedert bis zu den Komp.) sind als Anlage 3 beigefügt.
3.)
Wie aus der Anlage zu Ziffer 2 ersichtlich, ist der Kampfwert des Gren.Rgt.3/VII derart unzureichend, daß ein geschlossener
    Einsatz unmöglich geworden ist.
    Zudem ist das Regiment gerätemäßig, besonders bezügl. Waffenmeister und sonstigen Instandsetzungswerkzeugs, völlig unzureichend
    ausgestattet. Versorgungsgemäß ist es ausschließlich auf andere Truppenteile angewiesen.
    Durch Fehlen von Feldpost-Nr. ist betreuungsmäßig eine nicht zu verkennende Gefährdung der moralischen Kraft eingetreten.
4.)
Es wird daher folgendes vorgeschlagen und beantragt, die Genehmigung hierzu baldmöglichst erwirken zu wollen:
     a)
Abstellung des Regimentsstabes und Stabskp. (mit Nachr.Zug und Inf.Pi.Zug) als Gr.Rgt.St.z.b.V.3/VII (Gneisenau).
        Dieser Stab steht ab sofort zu anderweitigem Einsatz zur Verfügung.
     b)
I./3/VII mit Stab und zunächst 3 Gr.Kp. als selbst. Btl.(später als Div.Füs.Btl.309 umzugliedern) der Inf.Div.
        „Berlin“ einzugliedern.
     c)
II./3/VII (o.Btl.St.) mit Restteilen auf die divisionseigenen Infanterie-Einheiten aufzuteilen.
        Der Bataillonsstab wird zur Aufstellung eines neuen Bataillons dem Korps zur Verfügung gestellt.
     d)
Die schw.Kp. mit Restteilen (o.Kp.Tross) auf divisionseigene Einheiten aufzuteilen.
        Der Kp.-Tross soll zur Aufstellung einer neuen s.Kp. (als 4./Div.Füs.Btl.309) verwandt werden.
     e)
Die Pz.Zerst.Kp. mit Restteilen (o.Kp.Tross) auf divisionseigene Einheiten (14.Kp. und Pz.Jg.Abt.309) aufzuteilen.
        Der Kp.Tross wird ebenfalls dem Korps zur Aufstellung einer Pz.Zerst.Kp. zur Verfügung gestellt.
     f)
Die Restteile Pi.Kp.3/VII auf das Pi.Btl.309 aufzuteilen.
     g)
Schließlich steht ein weiterer Kp.-Tross (bisher 3./3/VII) (völlig zerschlagen) für Neuaufstellung dem Korps zur
        Verfügung.
5.)
Nur bei Durchführung o.a. Vorschläge ist überhaupt wieder ein taktischer Wert aus den Restteilen des Gren.Rgt.3/VII
    herauszuholen und eine Versorgung und Betreuung derselben durchführbar.

II. 1.) Zur Klarstellung der Befehlsverhältnisse, Sicherstellung der Versorgung und Betreuung wird weiterhin um die
        Genehmigung gebeten, die Alarmeinheiten 67, 203 und 345 aufzulösen und divisionseigene Einheiten einzugliedern.
    2.)
Die derzeitigen Iststärken dieser Alarmeinheiten sind auf Anlage 4) beigefügt.3.) Evtl. freiwerdende Stäbe werden
        dem Korps zur Verfügung gestellt.
Anlagen:
(werden nachgereicht)
1.)
bisherige Gliederung Rgt. 3 / VII (zu Ziff. I.1),
2.) vorgeschlagene Gliederung Restteile Rgt. 3 / VII (zu Ziff. I.4),
3.) Ist-, Kampf- und Gefechtsstärken Rgt. 3 / VII vom 15.2.45, zu Ziff. I.2),
4.) Iststärken der Alarmeinheiten 67, 203, 345 vom 16.2.45, zu Ziff. II.2).
 
Generalkommando CI. A.K.
Abt.Ia Nr. 20326/45 geh.                                                                                  O.U., den 19.2.1945
Geheim

1.) Auf Befehl A.O.K. 9 stellt Gen.Kdo. CI.A.K. auf dem Kommandowege zur Bekämpfung durchgebrochener Feindpanzer eine durch
Fahrräder bewegliche Pz.Jagd-Kompanie auf.
2.) Hierzu stellen ab:
    I.D. „Berlin“: Pz.Zerstör-Kp.3/VII (ohne s.Pak-Zug und dazugehörige Troßteile der Kompanie, die bei Div.Berlin verbleiben).
    I.D. „Döberitz“: 2 Uffz., 12 Mann.
    I.D.z.b.V.606: 1 Feldw., 2 Uffz., 12 Mann.
    Es sind nur solche Soldaten zu entsenden, die sich durch Persönlichkeitseinsatz und körperliche Fähigkeiten besonders dazu eignen.
3.) Führer der Panzerjäger-Kompanie: Oblt. Kleine, z.Zt. Führer Pz.Zerstör-Kp.3/VII. Dieser meldet sich am 19.2.45, 10.00 Uhr beim
    Gen.Kdo. CI.A.K. Abt.Ia.
4.) Zusammentreten der Pz.Jagd.-Kompanie am 19.2.45, 12.00 Uhr in Alt Friedland.
5.) Den Abstellungen der I.D. „Döberitz“ und z.b.V.606 sind mitzugeben:
    a) Feldausrüstung,
    b) je Mann 2 Panzerfäuste,
    c) je 3 Mann 1 M.Pi. oder Sturmgewehr 44.
6.) Pz.Jagd-Kompanie wird I.D. „Döberitz“ wirtschaftlich unterstellt. Zuführung von Fahrrädern für Pz.Jagd-Kompanie durch CI.A.K.
    Qu.-Abt.
Der Chef des Generalstabes
(gez.) Danke
Oberst i.G.
 
Marinenachrichtendienst
HGBXR 0166Eingegangen
19.2. 2150
Geheim
A.O.K.9

Bezug:
A.O.K. 9 Ia Nr. 1124/45 geh. vom 18.2.45.
Zu o.a. Bezug wird gemeldet:
Stoßtruppangriffe nach Maßgabe der Munitionslage zur Inbesitznahme von
a) Dammhaus – Henriettenhof; Jesar-Graben; Amt Kienitz durch Div. „Berlin“.
b) Fuchsberge; Gehöfte 1 km ostwärts Ortwig; Gehöfte südwestlich
   Linie Nordrand Ortwig – Nordrand Gieshof; Nordrand Loose - durch Div. „Döberitz“.
c) Damm Alte Oder – Oder durch Div. z.b.V. 606.
CI.A.K.Ia Nr.20302/45 geh.
gez. Danke
Oberst i.G.
 
Anlage 59
Generalkommando CI. A.K.                                                           O.U., den 19.2.1945
Abt. Ia Nr.10363/45 geh.

Bezug:
A.O.K.9 Abt. Ia Nr. 1098/45 geh. vom 17.2.45.
Betr.:
Befehl für den Ausbau und die Verteidigung von Ortsstützpunkten.

1.) Anliegender Befehl zur Kenntnis und Durchführung der befohlenen Maßnahmen.
2.) Es sind für die Verteidigung auszubauen und entsprechend o.a. Befehl in das bisher durch die Divisionen
    angelegte Stützpunktsystem einzubeziehen:
    a) Der Ortsstützpunkt Alt-Friedland durch die Division „Berlin“.
    b) Der Ortsstützpunkt Wriezen durch die Division „Döberitz“.
3.) Den Kampfkommandanten sind die in o.a. Befehl angeführten Aufträge zu übertragen und ihnen alle in den
    befohlenen Ortsstützpunkten befindlichen Truppenteile (außer die dem Korps unmittelbar unterstehenden!)
    zu unterstellen.
4.) Der Ausbau der Ortsstützpunkte ist durch die Kampfkommandanten in unmittelbarem Einvernehmen mit dem
    Korps Pion.Führer mit allen Mitteln vorwärtszutreiben.
5.) Fortsetzung der Trennungslinie zwischen Division „Berlin“ und Division „Döberitz“ (zu Ziffer 5 o.a. Befehl,
    letzter Absatz):
    Sietzing (Döberitz) – Alt Friedland (Berlin) – Reichenow (Döberitz).
6.) Die schriftliche Kampfanweisung für den Kampfkommandanten hat, außer den festgelegten Richtlinien im Merkblatt
    18b/37, klare Aufträge zu enthalten über:
    a) Erhöhung der Verteidigungsfähigkeit der Stützpunkte.
    b) Eingliederung weiterer Truppenteile für den Fall eines feindlichen Durchbruches.
    c) Zusammenwirken der Ortsstützpunktbesatzungen mit den fechtenden Verbänden der Divisionen.
    d) Verteidigung der Stützpunkte gegen Feindangriffe von rückwärts.
    e) Angriffsweise Kampfführung zur Wiederherstellung unterbrochener Verbindungen.
    f) Kampf gegen luftgelandeten Feind.
7.) Der Bedarf für die Bevorratung der Stützpunkte ist anzufordern bei 101.A.K.Qu.-Abt.
8.) Zu Ziff. 24 o.a. Befehl ist von den Divisionen bis 24.2.45 an 101.A.K. zu melden und eine Abschrift der an die
    Kampfkommandanten gegebenen Kampfanweisung vorzulegen.
 
Marinennachrichtendienst
Eingegangen
20.2. 12.40
An Div. „Berlin“
1.) AOK. 9 hat Auflösung Gren.Rgt.3/VII und die Alarmeinheiten 67, 203 und 345 genehmigt.
2.)
Aufteilung hat gemäß dem von der Div. vorgelegten Vorschlag zu erfolgen bis auf die Änderung gemäß Befehl CI.A.K.
    Ia Nr.20326/45 geh. v. 18.2.45. Die Angehörigen der Pz.Zerstörer-Kp. verbleiben auf dem Etat der Div. Berlin und
     sind lediglich zur Pz.Jagd-Kp. kommandiert.
3.)
Es sind abzugeben an I.D.606:
    Rgt.Stab mit Stabs-Kp.Gren.Rgt.3/VII,
    Btl.Stab II/3/VI,
    Komp.-Tross,
    III/3/VII.
Gen.Kdo.CI.A.K.Ia Nr.20379 / 45 geh. v. 20.2.
(gez. Witte, Major i. G.)
 
Generalkommando CI. A.K.                                                                            O.U., den 21.2.45
Abt.Ia Nr.20400/45 geh.

An

Div. „Döberitz“
Div. „Berlin“
Div. z.b.V. 606

1.)
Die im vorstehenden Befehl bezüglich der Organisation der Abwehr und Kampfführung gegebenen Anordnungen sind
    von den Divisionen durchzuführen. Die dem Korps unmittelbar unterstehenden Truppenteile und Versorgungs-Einrichtungen
    werden derjenigen Div., in deren Abschnitt sie liegen, für Ausbau und Verteidigung unterstellt.
2.)
Grenzen: Die Korps-Grenzen wie bisher. Zwischen I.D. „Berlin“ und I.D. „Döberitz“ bis Südrand Gletschen wie bisher,
    sodann Südrand Reichenow – Nordrand Prötzel. Zwischen I.D.„Döberitz“ und I.D.606: Wriesen Nordrand – Hasselberg Südrand.
3.)
Die Div. nehmen mit den in ihren voraussichtlichen Abschnitten in rückwärtigen Armeegebiet gem. Ziff.4.)c.) eingeteilten
    Abschnittskommandanten Verbindung auf, um sich die Unterlagen über Kampfführung, Ausbau und Sicherung der
    Verteidigungsanlagen zu verschaffen.
    Darüber hinaus unterrichtet Ko.Pi.Führ. die Div. laufend über die durch A.Pi.Führ. und O.Pi.K. 532 getroffenen Maßnahmen.
4.)
Zu Ziff.4 g: Über Verbleib von Kfz.- und Panzer-Instandsetzungseinrichtungen sowie Sanitätseinrichtungen erfolgt
    Sonderbefehl durch Qu.-Abt.
5.)
Zu Ziff.5d: Zu Arbeiten im Stellungsbau sind nicht heranzuziehen:
                  alle Kommandos, die zum Abtransport von Wirtschaftsgütern eingesetzt sind, und die in landwirtschaftl.
                  Betrieben zur Ernährung des Viehes benötigten Arbeitskräfte.
6.)
Termin in 2-facher Ausfertigung zu Ziff. 12 zum 28.2.45.
Für das Generalkommando
Der Chef des Generalstabes
Oberst i. G.
 
HG BXR 0181/2 Marinenachrichtendienst

Eingegangen Weiter an Tag Uhrzeit Rolle durch
21.2. 1645 HG CXR 21/2 1720 G1 WRE
           HG AXR 21/2 1710 G1 WRE

Zur sofortigen Vorlage.

1.) An Div. "Döberitz".
2.) An Div. "Berlin".

1.) In Nacht vom 21./22.2.45 löst Div. "Döberitz" sämtliche Teile der Div. "Berlin" (im Wesentlichen verstärktes Batl.
    "Großdeutschland") ab, die nordwestl. der jetzigen Trennungslinie zwischen beiden Div. eingesetzt sind.
     Die in Reserve stehenden Batl. II./302 und I./301 dürfen hierbei auch mit Teilen nicht eingesetzt werden.
2.) Div. "Döberitz" übernimmt in Nacht vom 22./23.2.45 einen weiteren Batl.-Abschnitt der Div. "Berlin"
    (II./Regt."Großdeutschland"). Nach beendeter Ablösung gilt folgende Trennungslinie zwischen den Div.
    (Karte 1:100.000):
    Südrand Sietzing – Straßengabel in Mitte Posedin (1,5 km nordnordostw. Freienfelde) – Nordwestrand Amt Kienitz (zu Div.
    "Berlin") – Haltepunkt 500 m nördl. Amt Kienitz (zu Div."Döberitz") – Parmese-Berg (zu Div. "Berlin") – Bhf. Fürstenfelde.
    Der Div. steht für diese Ablösung das II./302 oder I./301 zur Verfügung.
3.) Erfolgte Übernahme ist durch Div. "Döberitz" bis 22. bezw. 23.2.45 8.00 Uhr fernschriftlich zu melden.
4.) Kartenausschnitt mit neuer Div.-Grenze folgt durch Melder.

Gen.Kdo.CI.A.K.
 
Geheim

Generalkommando CI.A.K.
Anlage 71
Abt.Ia Nr.5095/45 g.Kdos. dem 23.2.1945

Geheime Kommandosache

                                                          Korps-Befehl Nr.10
                                                          ==================


1.) Nach Durchführung der Ablösungen, die im Wesentlichen am 24.2.45 früh beendet steht, steht das Korps in der jetzigen HKL
    abwehrbereit. Gliederung in die Tiefe, Stellungen aller Waffen und Alarmbereitschaft der Reserven sind laufend zu überprüfen.
    Die Div. gewinnen durch häufige, planmäßig vorbereitete Stosstruppunternehmen und durch ständige Spähtrupptätigkeit im Vorfeld
    und in das fdl.Kampffeld hinein gegenüber dem Russen die Inititative, und lassen den Feind nicht zur Ruhe kommen und zwingen
    ihn zu ständigen Verschiebungen seiner Reserven.
    Die Div. melden hierzu laufend (erstmalig zum 24.2., 20,00 Uhr) ihre Absichten unter Angabe des Ziels der Unternehmen.
    Kräfteinsatz,
    Munitionseinsatz und
    babsichtigte Kampfführung.
2.) Div."Berlin" führt das in der Nacht vom 23./24. herauszulösende Füs.Btl.303 und die Sturmgeschütz-Komp.der Pz.Jg.Abt.303 der
    Div."Döberitz" nach Posedin zu.
    Nach HErauslösen des I./3./VII ist dieses in Füs.Btl.309 umzugliedern.
3.) Reserven:
    a) Div."Berlin" und Div."Döberitz" stellen die Füs.Btl. gekoppelt mit je einer starken Sturmgeschütz-Komp., Inf.Div.606
       1 Inf.Btl. als Reserven bereit. Verschieben und Einsatz dieser Reserven dürfen nur durch Genehmigung des Korps erfolgen.
       Div."Döberitz" scheidet darüber hinaus ein weitere Btl. als Div.Res. aus.
    b) Fhj.Rgt.1242 steht als Korps-Reserve im Raum Kiehnwerder - Zietzing - Wuschewier bereit zum Gegenangriff entweder in
       Richtung Zechin oder Kienitz oder Ortwig - Neubarnim.
       Pz.Jagd-Kp. verbleibt Korps-Reserve in Betzdorf(?). Bis zur vollen Ausstattung mit Fahrrädern hält Qu.-Abt. unter
       Heranziehung der Div. notwenidgen Kolonnenraum zur schnellen Verschiebung bereit.
4.) Die Reserven benutzen die ihnen bis zu einem Einsatz zur Verfügung stehende Zeit neben dem Ausbau rückwärtiger Stellungen
    vornehmlich zur Förderung der Ausbildung im Gegenangriff, Stoßtruppunternehmen und Spähtrupptätigkeit.
 
<< Januar 1945                                                                    März 1945 >>

1) Kriegstagebuch CI Armeekorps, GermanDocsInRussia – digitale Reproduktionen russischer Archivbestände