309.Infanteriedivision
Infanteriedivision "Berlin"

Übersicht   Kriegstagebuch    Befehle    Gliederungen    Zustandsmeldungen   Stellenbesetzungen   Ersatz/Verluste   Material/Ausrüstung

 

Kriegstagebuch Februar 1945
7.2.1945
Kriegstagebuch Gen.Kdo.CI.A.K:1)
....
Chef des Stabes A.O.K. 9 kündigt Eintreffen der Inf.Div. Berlin an. Davon kommt eine Kampf-Gruppe voraus und zwar
1 Inf.Rgt., 1 Art.-Abt., 1 Pz.-Abt. ohne 3. Kompanie und Teile der Nachrichtenabteilung.
Vorgesehener Einsatz: Rechts neben Inf.Döberitz, um 25.Pz.Gren.Div. schmal zu machen und sie später ganz herauszulösen.
....
8.2.1945
Kriegstagebuch Gen.Kdo.CI.A.K:1)
....
Die Zuführung der Div. Berlin, deren erste Teile in Werbig und Trebnitz eintreffen, stärken das Korps.
Der Oberbefehlshaber der Armee fordert Ablösung der 25.Pz.Gren.Div. durch die Div. Berlin, um sie wieder dem Korps als Reserve
zur Verfügung zu stellen oder zusammen mit dem XI.SS-Korps (in Zuführung befindlich) in einem Abschnitt westlich Küstrin einzusetzen.
Korps-Befehl (Anlage 27) regelt das Einschieben der vordersten Teile der Div. Berlin zur Herauslösung der 25.Pz.Gren.Div.
zu neuer Verwendung. Füs.-Btl.303 wird nach Abschluß Korpsreserve im Raum Posedin. (Anlage 27).
9.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
....
Korps-Pi.-Führer: Besprechung mit dem Pionier-Btl.Kdr der 303.Inf.Division und 25.Pz.Gren.Div. über Maßnahmen an den Divisionsabschnitten.
Einweisung der Div.Pio.-Führer durch Deichbau-Insp.Stöcker, Deichverband Oderbruch.
....
Bei den vorgesehenen Ablösungen wird das Füsilier-Btl.303 durch I./Btl.300 ersetzt.
Die Tatsache, daß der Russe bei Kienitz und Zellin in größerem Umfange Panzer auf das diesseitige Oderufer gebracht hat, veranlaßt das Korps,
weitere Teile der Div.Berlin in den Raum um Zuckerfabrik Voßberg noch im Laufe der Nacht vorzuführen. (Anlage 30).
Von Division Berlin sind eingetroffen:
Wachregiment „Großdeutschland“
Infanterie-Regiment 652 mit Stab, Stabskompanie, 14. Kp.
I./PI.Btl.309 mit einer Kompanie.
Schweres Art.Rgt.309 mit Stab, Stabsbattr. u.2.Battr.
Leichtes Art.Rgt.309 mit Stab, Stabsbattr., u. le.Battr.
sowie Geschützen der 2.Battr. le Art.Rgt.309.
Panzerjäger-Abt. ohne 3.Komp.
Sanitätskomp.309.
Division Berlin übernimmt Frontabschnitt der 25.Pz.Gren.Div. bis zur neuen Korpsgrenze:
Amt Friedrichsaue – Genschmar (zum XI.SS-A.K.). Neudamm.

Wetter: bewölkt, Regenschauer.
Zuführungen:
Wach-Rgt.Großdeutschland,
I.R. 652 ohne 13.Kp.,
I./Pi.309 mit einer Kp.,
s.A.R.309 m.Stab, Stabs-Batterie mit 2 Batterien,
le.Art.R.309 m.Stab, Stabs-Batterie, (1 Bttr.sowie Gesch. der 2./le.Art.R.309,
Pz.Jg.Abt. ohne 3.Komp.
und San.Kp.309


Generalkommando CI.A.K. (Ia) Nr. 20110 /geh., O.U.,den 9.2.1945.

Tagesmeldung an A.O.K. 9:
1.) Bei eigenem Angriff gegen Neu-Schaumburg um 6 Uhr gelingt es, den Südteil der Ortschaft zu nehmen und gegen mehrere feindliche Gegenstösse zu halten.
    Verbindung mit Gruppe Schwäble (Festung Küstrin) hergestellt. Feindliche Bereitstellungen im Raum Gross-Neuendorf werden durch zusammengefasstes Art.-Feuer zerschlagen.

    In den frühen Morgenstunden Säuberung des Raumes Kerstenbruch-Neu Karlshof - Karlsbiese. Ab 16.00 Uhr Bereinigung des nördlichen Ufers der Alten Oder ostwärts Neu Karlshof
    zur Zeit noch im Gange. 16.00 Uhr Fortsetzung des Angriffs gegen Loose in Rgt.-Stärke. Angriff schreitet infolge sich versteifenden Widerstandes langsam fort. Bisher etwa
    4 Gehöfte im Südteil von Loose genommen.

    In den Morgenstunden erfolgter Feindangriff in Btl.-Stärke gegen Südrand Brückenkopf Zäckerick 75 m vor eigener Linie zum Stehen gebracht. Geschätzte Feindverluste
    ca. 60 Mann.

    9.00 Uhr erstmaliges Auftreten von 4 IL. 2 mit Bordwaffenbeschuss.
2.) An Hand der Karte gegeben.
3.) Entfällt.
4.) Von Inf.-Div."Berlin" bis 9.2.45 eingetroffen:
       Wach-Rgt. "Großdeutschland"

       I.R.652 mi Stab, Stabskomp., 14. Komp., I.Btl.
       Pi.-Btl. 309 mit 1 Komp.
       s.A.R.309 mit Stab, Stabsbattr. u. 2.Battr.
       le.A.R. 339 mit Stab, Stabsbattr., 1 Battr. sowie Geschützen der 2./le.A.R.309 Pz.Jg.Abt. ohne 3.Komp.
       San.-Komp.309
5.) 25.Pz.Gren.Div. Neu-Trebbin-Grube. Inf.Div. "Berlin" in Quappendorf.
6.) siehe besonderes Fernschreiben.
7.) Fortsetzung des Angriffs und Ablösung lt. Armee-Befehl.
8.) Bei der Einnahme von Neu-Lewin und Karlsbiese wurden erbeutet oder vernichtet:
        19 m.u.s.Pak, 7 s.MG, 6 le.MG, 3 s.Gr.W., 2 Mun.-Fahrzeuge,
        80 Karabiner, 10 Pferde, 10 Tross-Fahrzeuge, Mun. u.Bekleidung. Ca. 100 gezählte Feindtote.
    Bei der Einnahme von Kerstenbruch wurden erbeutet oder vernichtet:
        12 Pak, 2 s.MG., 5 le.MG, 8 Pz.-Büchsen, 38 Pferde, 12 Panjewagen, 1 Lkw, 35 gezählte Feindtote, weitere ca. 50 geschätzte Feindtote
    Durch 25.Pz.Gren.Div. wurden in der Zeit vom 6.2. -9.2.45 erbeutet oder vernichtet:
        2 Feindpanzer, 1 Feindpanzer bewegungsunfähig geschossen, 41 Pak, 19 s.MG, 44 le.MG, 16 Gr.W., 25 Gespanne, 1 2-cm Flak-Geschütz, 28 Pz.-Büchsen, 1 JG, 3 Lkw,
        38 Pferde, 1 beladener Mun.-Wagen, 8 russ. Gefangene, 1 USA-Gefangener. Ausserdem 325 gezählte Feindtote, weitere 600 - 700 geschätzte Feindtote.
        3 4-mot. Bomber abgeschossen.
9.) Bewölkt, einzelne Regenschauer, leicht diesig, Wege versumpft, Eisdecke unverändert.
10.) Siehe besondere Meldung IIa/IIb.
     Zusatz:
      Ablösung an linker Korps-Grenze am 7.2 im Einvernehmen mit Marine-Schützen-Div.Nord durchgeführt.

Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
....
Wetter: bewölkt, Regenschauer.
Zuführungen:
Wach-Rgt.Großdeutschland,
I.R. 652 ohne 13.Kp.,
I./Pi.309 mit einer Kp.,
s.A.R.309 m.Stab, Stabs-Batterie mit 2 Batterien,
le.Art.R.309 m.Stab, Stabs-Batterie, (1 Bttr.sowie Gesch. der 2./le.Art.R.309,
Pz.Jg.Abt. ohne 3.Komp.
und San.Kp.309
10.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
....
Ablösung der 25.Pz.Gren.Div. durch Div. Berlin beendet.
19.45 Uhr wird die Übernahme durch Div. Berlin an Oberstlt. Höfer, Tannenberg gemeldet. 25.Pz.Gren.Div. wird dem rechten SS-A.K.
unterstellt, dorthin werden weiterhin abgegeben:
Versprengtenbatl.Freienwalde
Nebelwerfer-Abt.53
und Flak-Battr. 1./337 und 2./337
....
Wetter:
vormittags klar, nachmittags bewölkt.

....

Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
....
Die Tatsache, daß der Russe bei Kienitz und Zellin in größerem Umfange Panzer auf das diesseitige Oderufer gebracht hat, veranlaßt das Korps,
weitere Teile der Div.Berlin in den Raum um Zuckerfabrik Voßberg noch im Laufe der Nacht vorzuführen. (Anlage 30).
Von Division Berlin sind eingetroffen:
Wachregiment „Großdeutschland“
Infanterie-Regiment 652 mit Stab, Stabskompanie, 14. Kp.
I./PI.Btl.309 mit einer Kompanie.
Schweres Art.Rgt.309 mit Stab, Stabsbattr. u.2.Battr.
Leichtes Art.Rgt.309 mit Stab, Stabsbattr., u. le.Battr.
sowie Geschützen der 2.Battr. le Art.Rgt.309.
Panzerjäger-Abt. ohne 3.Komp.
Sanitätskomp.309.
Division Berlin übernimmt Frontabschnitt der 25.Pz.Gren.Div. bis zur neuen Korpsgrenze:
Amt Friedrichsaue – Genschmar (zum XI.SS-A.K.). Neudamm.

Wetter: bewölkt, Regenschauer.
Zuführungen:
Wach-Rgt.Großdeutschland,
I.R. 652 ohne 13.Kp.,
I./Pi.309 mit einer Kp.,
s.A.R.309 m.Stab, Stabs-Batterie mit 2 Batterien,
le.Art.R.309 m.Stab, Stabs-Batterie, (1 Bttr.sowie Gesch. der 2./le.Art.R.309,
Pz.Jg.Abt. ohne 3.Komp.
und San.Kp.309
11.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
....
Eintreffen des Div.-Kdrs., Oberst Voigtsberger, Div.-Stab Berlin, Stab Art.Rgt. 309, II./653, Stabs-Battr. und 2./le Art.Rgt.309.
....

Wetter:
Regen und Schneeschauer. Eisdecke wird rissig.

Zugänge:
II./653,
14./653,
Div.Stab Berlin,
Rgts-Stab A.R.309.

....

Generalkommando CI.A.K. (Ia) 20147/45 geh.
O.U.,den 11.2.1945
Tagesmeldung an A.O.K.9:
1.) Südwestlich Kienitz gelang es, die HKL. gegen schwachen Feindwiderstand um etwa 100 m vorzuverlegen. Gegen 11.00 Uhr feindliche Bereitstellung etwa
    in Btl.-Stärke 1 km südostwärts Gross-Neuendorf durch zusammengefasstes Art .-Feuer zerschlagen. Auf dem Wege Klewitz-Kalenzig wurde reger Strassenverkehr
    in beiden Richtungen beobachtet. Bei Ortwig nahm Feind in den frühen Morgenstunden nach starkem Pak-Feuerüberfall 1 Gehöft 1 km nordwestlich Ortwig.
    Um 2.30 Uhr griff Feind in mindestens Btl.-Stärke aus Loose nach Südwesten an. In hartem Kampf wurde eigene HKL um etwa 350 m zurückgedrückt.
    Bei Tagesanbruch einsetzender Gegenstoss brachte etwa 100m Bodengewinn. Um 16.00 Uhr angesetztem Angriff in Rgt.-Stärke gelang es, gegen starken
    Feindwiderstand etwa 200 m über die Linie von heute morgen hinauszukommen. Um 17.30 Uhr feindlicher Gegenangriff mit starker Art.- und
    Salven-Geschütz-Unterstützung. Eigene Truppe auf Ausgangsstellung vom Vortage zurückgeworfen. Bei Güstebiese früh morgens erfolgloser Feindvorstoss
    in Komp.-Stärke. Feind-Art. schoss auch auf südwestliche Zufahrt zur Brücke Zäckerick ein.
    Im Brückenkopf Zellin und im linken Korpsabschnitt feindliche Luftaufklärung durch JL 2 (4 Maschinen) .

    Feind verstärkt sich laufend im gesamten Korps-Abschnitt, besonders im Raum Kienitz, Gross-Neuendorf und Zellin.
4.) II./653, 14./653, Div.Stab "Berlin", Rgt.-Stab A.R. 309.
6.) Siehe Fernschreiben.
7.) Wie befohlen.
8.) Liegen noch nicht vor.
9.) Wege weiterhin verschlammt, Eisdecke beginnt rissig zu werden. Überschreiten durch einzelne Schützen noch möglich. Eisdecke teilweise bis 50 cm
    überspült. Nachts Frost, tagsüber wärmer, vereinzelt Regen- und Schneeschauer.
12.2.1945
KTB CI.A.K.:
Anlage 37
Geheim

An A.O.K. 9

nachr.: XI.SS-A.K.
        Oder-Korps
        Div. „Berlin“
        Div. „Döberitz“
                Div.z.b.V.

Tagesmeldung an A.O.K. 9 vom 12.2.1945:


1.) Im Angriff entlang der Trepnitz-Linie gewann Rgt. „Grossdeutschland“ und Rgt.300 eng aneinandergelehnt die Straße Gross-Neundorf – Ortwig
    bis zum Berührungspunkt mit der Eisenbahn. Starkes feindliches Feuer aus zahlreichen, schwer erkennbaren Nestern und aus Stützpunkten
    ausgebaute Gehöfte brachte weiteren Durchbruchsversuch zum Scheitern. Gegenangriffe aus Gross-Neundorf drückte vorderste Teile beider Rgt.,
    die zudem aus Gegend Bahnhof Neundorf und Ortwig stark flankiert wurden, fast bis in die Ausgangsstellung (südlich der Straße) zurück.
    Gehöft 1km ostwärts Ortwig (nördlich der Strasse) wechselte in harten Kämpfen mehrmals den Besitzer un dblieb in Feindeshand.
    Im Raum Sydowswiese erreichte eigener Angriff gegen 9 Uhr Zusammenfluss Oder – Alte Oder. Nach Abwehr eines durch Panzer unterstützten
    Gegenstoßes: Angriff nach Norden unter Wegnahme von 2 feindlichen s.Pak. Nach planmäßiger Vorbereitung mit Art., 22 Batterien allein auf
    Abschnitt Rehfeld – Gross-Neuendorf, Gr.Werfer, s.Pak und Salvenschützen ab 14.10 Uhr trat Feind um 14.30 Uhr (anscheinend durch eigenen
    Angriff vorzeitig ausgelöst, mit Masse von 2 Divisionen, verstärkt durch Panzer im Raum zwischen Sydowswiese und Gross-Neuendorf zum
    Angriff an. Feindeinbrüche westlich Gross-Neuendorf, nördlich Amt Kienitz, südlich Amt Kienitz und etwa 1,5 km nordwestlich Rehfeld.
    Amt Kienitz wird gehalten. Gegenangriffe in Btl.-Stärke verstärkt durch Sturmgeschützzug in Richtung Amt Kienitz, in Komp.-Stärke mit
    3 Sturmgeschützen in Richtung nordwestlich Kienitz angesetzt. Die erbitterten Kämpfe dauern an. Bei Karlsbiese erreichte eigener Angriff
    in Rgt.-Stärke gegen zähen Feindwiderstand Wegeknick am Nordausgang Karlsbiese und Oderdamm nördlich davon. Im Raum Güstebiese blieb in
    den gestrigen Abendstunden eigener Angriff auf Brückenkopf westlich Einmündung Alte Oder in Oder nach guten Anfangserfolgen liegen.
    Wiederholung des Angriffes blieb erfolglos. Neunmalige feindliche Gegenangriffe. Ostwärts der Oder reger Fahrverkehr, Panzergeräusche
    bei Grüneberg.
2.) An Hand der Karte gegeben.
6.) Siehe besonderes Fernschreiben.
7.) Abwehr erwarteten feindlichen Gross-Angriffes auf alte HKL.
8.) Werden nachgemeldet.
9.) Nach Niederschlag erneute starke Verschlammung, leichter Schneefall. Eis ohne Hilfsmittel für Inf. nicht passierbar.
10.) Erhebliche Ausfälle, Zahlenmeldung erfolgt durch IIa/IIb.

Für das Generalkommando CI.A.K.
Ia Nr. 20166/45 geh.
Der Chef des Generalstabes

i.A.(gez.) Witte
Major i.G.
13.2.1945

Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
....
Kdr. Gren.Rgt.653 wird zum Kampfkommandanten von Letschin ernannt.
Korpsbefehl Nr.6 (Anlage 38): Div.gliedern sich in der alten HKL zur Verteidigung unter ausgesprochener Tiefengliederung und Ausschalten
starker, jederzeit einsetzbereiter Reserven. Dem Kampf der Inf. mit Unterstützung schwerer Waffen kommt besondere Bedeutung zu.
Starke Aufklärung ist zu betreiben.
....
Beim Ordnen der Verbände in der Nacht vom 12. auf 13. gelingt es dem Gegner im Abschnitt der Div.Berlin im Raum zwischen Sydowswiese und
Groß-Neuendorf mehrere Einbrüche zu erzielen.
Im Laufe des 13.2.45 setzt der Russe ständig seine Versuche fort, aus dem Brückenkopf heraus in westlicher und südwestlicher Richtung Boden
zu gewinnen. Im Laufe des Tages wird der feindliche Angriff in erbitterten Kämpfen aufgefangen, die anfänglichen Erfolge des Feindes zunichte
gemacht. (Anlage 40).

Wetter:
Diesig, leichter Schneefall, Eis über Oder kaum passierbar.

Zugänge:
II./Gren.Rgt.652,
von Gren.Rgt.653, Rgts.-Stab, Stabskompanie und
13. Kompanie,
3./(Fla)Pz.Jg.Abt.Bln.
II./Fla.Rgt.182.

KTB CI.A.K.
:
Anlage 40
Geheim
An XI.SS-A.K.

   Oder-Korps
   Div.„Berlin“
   Div.„Döberitz“
   Div.z.b.V. 606

Tagesmeldung an A.O.K. 9 vom 13.2.1945

1.) In der Nacht vom 12. auf 13.2. gelang es Feind mit starker Art.- und Salvenschützen-Unterstützung durch eigene im Aufbau befindliche
    Sicherungslinie aus Richtung Kienitz nordwestlich Freigut vorbei und auf Amt Kienitz aus Richtung Neuendorf über Fuchsberge und
    entlang Straße auf Ortwieg mit stärkeren Kräften durchzustossen. Bei Gehöften 1 km nordwestlich Freigut wurde Feind in den frühen
    Morgenstunden durch eigene Gegenangriffe aufgefangen und auf den Graben nordwestlich Freigut nach Nordosten zurückgeworfen.
    In harten wechselvollen Kämpfen und gegen mehrere feindliche Gegenstöße wurden sämtliche Gehöfte südlich dieses Grabens in Besitz
    genommen. Nach schwerem Art.- und Salvenschützbeschuss, durch den die zwei angfreifenden Komp. hohe Ausfälle hatten, gewann Feind
    3 Gehöfte 1 km nordwestlich Freigut (südlich des Grabens) zurück. Bei Feindangriff in Amt Kienitz wurden 4 Panzer bewegungsunfähig
    geschossen. Eigene Besatzung von Kienitz am Westrand des Ortes zurückgedrängt. Nach Auffang feindlichen Angriffs westlich Fuchsberge
    in den frühen Morgenstunden trat Rgt.300 (rechtes Rgt.Inf.Div. „Döberitz“) mit einem Btl., von Sturmgeschützen unterstützt, um
    15.30 Uhr zum Angriff an und nahm nach hartem Kampf die Höhe. Eigener Gegenstoß im Morgenraum zur Wiedergewinnung Gehöfte 1 km
    ostwärts Ortwig blieb erfolglos.
    Im Abschnitt 606I.D. frühmorgens verstärktes feindliches Feuer schwerer Inf.-Waffen auf Oderdamm südlich Zollbrücke. Feindlicher
    Angriff auf Güstebiese – Loose in Zugstärke abgewiesen. Feindangriff in den Abendstunden von Nordwesten auf Sydowwiese zur Zeit noch
    im Gange. Weitere Meldungen fehlen. Eigener planmäßiger Gegenangriff mit einem Btl. zur Gewinnung des Grabens nordwestlich Freigut
    für die Nacht angesetzt.
2.) Siehe übersandte Pendelkarte.
4.) Zuführungen zu Div. „Berlin“:
    II./Gren.Rgt.652,
    Rgt.-Stab, Stabs-Komp. und 13.Komp./Gren.Rgt.653,
    3./(Flak)Komp. Pz.Jg.Abt. „Berlin“,
    2 Abt. Flak-Rgt. 182.
    Abgabe:
    I.u.IV.Abt. Volks-Art.Rgt. 404.
5.) Div.z.b.V.606: Alt-Gaul
6.) Siehe Fernschreiben.
7.) Siehe Fernschreiben.
8.) Rgt.302: 25 Scharfschützenabschüsse.
    Bei Div. z.b.V. 606 1 ehemaliger Kriegsgefangener aus dem Kriegsgefangenen-Lager Küstrin-Neumark gefangen genommen.
9.) Diesig, leichter Schneefall, Regen, Wege stark verschlammt.
    Wasser an der Oder steigend.
10.) Wird nachgemeldet.
Generalkommando CI.A.K. Ia Nr. 20195/45 geh.

Nachtrag zur Tagesmeldung an A.O.K. 9 vom 13.2.1945:

Nach übereinstimmenden Feststellungen der Truppe (vB.-Stellen der Inf. und Art. und Gefangenenaussagen) handelte es sich bei den
Feindkräften die am 12.2. im Abschnitt Kienitz -  Gross-Neuendorf zum Angriff antraten, um starke Teile von 3 Div.. Anscheinend
wurde der Gegner durch den gleichzeitigen Angriff auf der ganze Front zwischen Sydowswiese - Gross Neuendorf überrascht.
Das Korps ist der Ansicht, dass der Gegner durch den Angriff entlang der Trennungslinie zwischen Div. "Berlin" und "Döberitz"
dazu veranlasst worden ist in der Mitte seiner Brückenkopffront anzutreten, um die eigenen, im Angriff befindlichen Verbände
zu überlaufen und damit seinen Brückenkopf zu erweitern.
Die wirkliche Stärke in seinem bisherhigen Brückenkopf, welche trotz laufender Luft- und Erdaufklärung nicht in vollem Umfange
bekannt war, trat nun zu Tage. Dass es trotzdem gelang den Gegner nach etwa 2 km tiefen Einbrüchen aufzufangen, ist in erster
Linie auf die bewegliche Kampfführung der unterstellten Verbände, die starke Unterstützung des Volks-Art.Korps und die
Bodenverhältnisse, die einen Einsatz von Panzern in grösserer Anzahl verinderten, zurückzuführen.
Auf die auf Grund der GEsamtlge notwendig werdende Abgabe des Volks-Art.Korps entstehende Schwächung der Abwehrkraft des Korps
wird hingewiesen, besonders an Kalibern über 10cm. Flak-Rgt.182 muss erst beweisen, dass es einen brauchbaren Ersatz darstellt,
abgesehen davon, dass Rohrzahl und Kaliber in ihrer Wirkung wesentlich geringer sind.
Generalkommando CI.A.K. Ia Nr.20195/45 geh.
14.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
Kdr.Gen. sucht Gefechtsstände der Div. Döberitz und Berlin auf. Er weist auf folgendes hin: An Trennungslinien der Div. besonders auf Sicherung der
„Naht“ halten. Alte Oder muß so gesichert sein, daß Russe keineswegs einsickern kann. Beide angreifenden Div. müssen Nahtkommandos haben, die engste
Verbindung untereinander halten. Der Russe muß dauernd in Bewegung gehalten und beunruhigt werden. Beobachtung und Erkundung von Bereitstellungen

sind von ausschlaggebender Bedeutung. Art.Munition nicht verkleckern, sondern nur auf Befehl des Div.Kdrs. einsetzen. Aus den kommenden Marsch-Btl.
sollen Artilleristen herausgesucht werden. Gen.Major Hübner betont, daß Stellungen von vorn stark ausgebaut werden, besonders bei Neu-Lewin.
Div. benötigt dringend Minen und Stacheldraht.

Bei 309 soll die Ausbeulung in Richtung Letschin nicht durch Ansetzen eines Btl.herbeigeführt werden, sondern durch Zerschlagen mit Art.Feuer und
Ansetzen von Stoßtrupps.

Ko.Pi.Fü. erkundet eine Pegelstelle an der Oder bei Neu-Glietzem. Meldeweg für Ablösung ist sicher gestellt.
Straßenbrücke Zäckerick ist durch Art.Volltreffer gesprengt worden (Anlage 42).
Im rechten Abschnitt des Korps werden mehrere Stoßtrupps gegen den Oderdamm bei Sydowswiese abgewiesen, ebenfalls ein Angriff gegen den Raum
Sophiental-Rehfeld. Bei einem eigenen Angriff auf den Jesargraben werden 4 fdl. Panzer vernichtet und ein weiterer bewegungsunfähig geschossen.

Hier und im Abschnitt vor der Div.Döberitz verstärkt sich der Feind laufend. Im mittleren Abschnitt dieser Div. geschieht der Feind erstmalig mit
Phosphorgranaten. Im linken Korpsabschnitt bei 606.J.D. lebhafte Luftaufklärung und Tieffliegertätigkeit. (I.L.2) (Anlage 43).

Der rege Übersetzverkehr und das Einschieben neuer Verbände, sowie das Auftreten eines Art.Korps lassen auf Durchbruchsabsichten des Russen
schließen. Korps befiehlt Verhinderung feindlicher Durchbrüche im Abschnitt Genschmar – Zäckerick und Verengung der fdl.Brückenköpfe, indem

dem schwächere Feindteile ständig angegriffen werden.
Flakverbände bleiben den Div.Kdrs. gestattet.
Kdr.Fl-Rgt.182 tritt als Fl.Fü. zum Korpsstab CI. Neue linke Grenze zum Oderkorps: Liebenwalde ausschl. Eberswalde ausschl.,

Altranft einschl.Neurüdnitz einschl. – Punkt. 4, Alt-Rüdnitz – Grüneberg ausschl. – dann wie bisher (Anlage 44).
Eisdecke der Oder rissig, mit offenen Stellen, jedoch insgesamt noch zusammenhängend. Eisstärke 8 – 15 cm.

Wetter:
trübe, regnerisch, Eisdecke überspült.

Zugänge:
Nachr.Kp. 661.
Abgaben:
Marine-Alarm-Kp.Bismarck.


KTB CI.A.K.:
Generalkommando CI.A.K.
Abt. Ia Nr. 20221/45 geh., O.U., den 14.2.45
Tagesmeldung an A.O.K. 9:

1. Bei I.D. Berlin nachts mehrere fdl.Stoßtrupps gegen Oderdamm bei Sydowswiese abgewiesen, 1 fdl.Spähtrupp vernichtet.
   Feindangriffe von NO gegen Raum N Sophiental – Rehfeld und aus Norden gegen Sydowswiese in Kp.-Stärke teilweise im
   Nahkampf abgewehrt. Über W.F. ostw. Sydowswiese fdl.Übersetzverkehr; dabei 3 „T 34“.

   14.50 Feindangriff mit je 1 Kp. aus gedeckten Stellungen südl. Jesargraben (2km ONO Letschin) nach SW, S und SO in
   ganzer Breite abgewiesen.

   16.00 Uhr eigener Angriff gegen Jesargraben. In hartem Kampf 2 Gehöfte genommen, 4 fdl.Panzer vernichtet, 1 weiterer
   bewegungsunfähig geschossen (2 Pz. vermutlich „Josef Stalin“). Wird noch nachgeprüft. Weitere 5 Feindpanzer bei Amt
   Kienitz und westl. Groß-Neuendorf beobachtet. Feind verstärkt sich laufend in diesem Abschnitt.
   Bei 303.I.D. verstärkt sich Feind vor rechtem Flügel und hält Ostteil Fuchsberge (2 km westl. Groß-Neuendorf)
   gegenüber eigenem Angriff. Fdl.Angriff in Kp.-Stärke wird abgewiesen. Eigener Angriff aus Whs. (1 km NO Ortwig)
   dringt in den Stützpunkt ein, dabei 1 fdl.Pak vernichtet; im fdl. Gegenstoß gehen Whs. unter starken Verlusten für
   den Feind wieder verloren. Fdl.Stoßtrupp NO Ortwig abgewiesen.

   Im mittl. Div.-Abschnitt seit heute vormittag erstmalig Phosphorgranatbeschuß, besonders auf Gieshof. Übersetzstelle
   bei Fähre Zellin tagsüber laufend vernebelt.
   Im Abschnitt Div.z.b.V.606 vormittags lebhafte fdl.Luftaufklärung. Um 17.30 Uhr Artl.-Volltreffer auf Strombrücke
   zum Brückenkopf Zeckerick, dabei 1 Brückenbogen der zur Sprengung vorbereiteten Brücke zerstört.
   Im gesamten Korpsabschnitt fdl. Tieffliegertätigkeit (IL 2).
2. An Hand der Karte gegeben.
4. a) Zuführungen: Nachr.Kp. 661 zu I.D.606.

                   restl. Versorgungstruppen zu I.D.Berlin.b)
   b) Abgaben: Marine Alarm-Kp. Bismarck.
6. siehe bes. Fernschreiben.
8. 4 Panzer vernichtet, 1 Pz. bewegungsunfähig geschossen; 1 Pak.

   Pz.Jg.-Abt. 303 (mit Teilen Rgt. 300) meldet als Erfolg:
     13.2.45: 2 vernichtete Pak, 9 M.G., 8 Pz.-Büchsen (Nachmeldung)
     14.2.45: 3 vernichtete Pak, 1 s.M.G., 2 le.M.G., 4 Pz.-Büchsen.
9. Trübe und regnerisch, Wege weiterhin verschlammt. Eis bei Brücke Zäckerick durchschnittlich 12 cm, mit 5 cm Wasser bedeckt.
10. Siehe IIa/IIb – Meldung.
15.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
Kdr.Gen. ist auf Gefechtsstand der 606.I.D. und weist auf folgendes hin: Wechselstellungen für Art. planmäßig und
tatkräftig vorbereiten, Nahtkommandos zur 606. u. Döberitz überkreuzt einsetzen! System. Ausbau der Stellung,
weiterhin verstärkte Scharfschützenausbildung vorbereiten. MG und s.MG  aus der Tiefe wirken lassen. Kp. nicht stärker als 70 Mann,
Reserven aus freiwerdenden Männern machen (Anlage 45).
Eis.-Bahn-Brücke Zäckerick wird um 13.20 Uhr gesprengt.
Besprechung mit Major i.G.v.Grävenitz über zusammengefaßten Einsatz der Pi.-Einheiten am Hauptgraben Friedländer Damm.
Im Abschnitt der Div.Berlin werden mehrere fdl. Stoßtrupps, sowie 2 Angriffe in Kp.-Stärke abgewiesen.
Ein eigener Angriff zur Wiedergewinnung des Jesargrabens wird angesetzt.
Reger Verkehr über Brücken zwischen Kienitz und Bälse.
Vor Div. Döberitz vermehrte Schanztätigkeit des Feindes und ebenso starker Fahrzeugverkehr. Sonst Ruhe vor dem ganzen Div.-Abschnitt.
Bei der Div.z.b.V.606 während der ganzen Nacht Feuerüberfälle und Angriffe auf den Brückenkopf Zäckerick, die sich auch über den Vormittag
erstrecken. Die Besatzung des Brückenkopfes unter Obstl.Bählkow schlägt alle Angriffe ab. Durch die Tatsache, daß die Straßenbrücke
zerstört und die Eisenbahnbrücke durch einen zerschossenen Eisenbahnzug gesperrt ist, wird die Versorgung des Brückenkopfes bei
derzeitigen Eisverhältnissen außerordentlich schwierig. Der Russe erkennt das und greift in Btl.-Stärke Alt-Rüdnitz an und dringt in den
Ort ein. Damit ist die letzte Rückführungsmöglichkeit der Besatzung abgeschnitten.
18.20 Uhr gibt Ia der Armee an Major Witte die Genehmigung, den Brückenkopf Zäckerick zu räumen. Oberst i.G.Danke spricht mit Ia Oder-Korps
über Unterstützung der Räumung. Besatzung schlägt sich dann mit allen Waffen und Mitnahme der Verwundeten unter Vernichtung zweier den
Rückzug sperrenden Pak’s durch. Alle Geschütze wurden im Mannschaftszug zurückgebracht (Anlage 46 u. 47).

Wetter: leicht bewölkt.


Kriegstagebuch CI.A.K.:

Generalkommando CI. A.K.
(Ia) Nr. 20226/45 geh.
O.U., den 15.2.1945

Geheim

Tagesmeldung an A.O.K. 9:

Bei Div. Berlin in der Nacht vom 14./15.2. mehrere fdl. Stoßtrupps gegen Sydowswiese, Sophienthal und Rehfeld, sowie 2 Angriffe
in Kp.-Stärke aus dem Raum nördl. Sophienthal gegen äuseren Oderdamm unter Vernichtung einer Feindpak und eines s.M.G. abgewiesen.
Eigener Spähtrupp brachte aus dem Raum nördl. Sophienthal 2 fdl. s.M.G. ein.
Ab 14.00 Uhr erneuter eigener Angriff zur Wiedergewinnung des Jesargrabens (3 km südwestl. Bhf. Kienitz) unter Ansatz je einer
Kampfgruppe von Osten und Westen entlang des Jesar Graben sowie ab 16.00 Uhr unter Ansatz einer 3.Kampfgruppe von Süden.
Kampf dauert an.
Auf Brücke zwischen Kienitz und Hälse während des ganzen Tages reger Verkehr beobachtet, dabei 1 Panzer und 1 Btl. festgestellt.
Bei Div.Döberitz vermehrte Schanzätigkeit des Feindes. Starker Übersetzverkehr an der Oder westl. Zellin. Übersetzstelle wurde
eingenebelt. Auffallende Ruhe vor gesamtem Div.-Abschnitt.
Bei Div.606 von 7.00–7.30 Uhr Artl.-Feuerüberfall auf Brückenkopf Zäckerick und NW.davon aus ostwärtiger und nordost Richtung.
Während des ganzen Tages wiederholte Feuerschläge auf Brückenkopf und Brücke. In der Nacht laufend Kp.-starke Angriffe gegen
den Südteil Brückenkopf abgewiesen. In den Morgenstunden Wiederaufnahme der fdl. Angriffstätigkeit, alte HKL in eigener Hand.
14.50 Uhr weiterer Feindangriff auf Ostteil Brückenkopf abgeschlagen. Aus Norden und Osten weiterhin Vorfühlen fdl. Stoßtrupps.
Verstärktes Artl.-Feuer (7 Bttr.) und Gr.W.-Feuer verursachte größere eigene Verluste.
13.20 Uhr Eisenbahnbrücke, die durch einen zusammengeschossenen Eisenbahnzug unpassierbar war, gesprengt.
Fdl.Ziele im Raum Kalenzig, Kienitz, Amt Kienitz, Groß-Neuendorf und Fuchsberge wurden wirksam durch eigene Artl. bekämpft.
Artl.-Störungsfeuer auf Ansammlungen, Bereitstellungen, Übersetzverkehr bei Kienitz und Kalenzig. Bei Kalenzig eine fdl. Fähre,
besetzt mit etwa 1 Komp., durch Volltreffer versenkt.
Im gesamten Korpsabschnitt verstärkte fdl. Tiefflieger- und Luftaufklärungstätigkeit (IL 2 u. Ratas).
2. II./Fhj.Gren.Rgt.1242.
8. Div. Berlin: 1 Pak, 1 s.M.G. vernichtet; 2 s.M.G. erbeutet.
   1 Fähre besetzt mit 1 Komp. versenkt.
   Div.Döberitz: 1 Pak vernichtet, 1 Pak zum Schweigen gebracht, 6 Scharfschützenbeschüsse.
   Div.606: 2 Überläufer (Bessarabier).
9. Kühl, trocken, wechselnd bewölkt, Wege weiterhin verschlammt.

Generalkommando CI.A.K., Abt. Ia.
16.2.1945
Kriegstagebuch CI.A.K.:
Generalkommando CI. A.K.
Abt. Ia Nr. 20267/45 geh., O.U., den 16.2.1945
Tagesmeldung an A.O.K.9:
1.) Div. Berlin: Fdl. Stoßtrupp in den Morgenstunden nördl. Rehfeld im Nahkampf abgewiesen.Tagsüber ruhig. Eigenes Störungsfeuer
    auf Feindbewegungen und Wegekreuzungen.
    Div. Döberitz:
Laut Meldung der 3 Rgt. weitere Feindverstärkung im Raum nordostw. Karlsbiese und SO Ortwig.
    Vermehrte Schanzentätigkeit. Einschiessen und Störungsfeuer fdl. Artl. auf Orte im Div.-Abschnitt. Einnebelung der
    Übergangsstellen bei westl. und südl. Zellin.
    Fdl. Tieffliegerangriffe in den Morgenstunden im Div.-Abschnitt.
    Eigenes Störungsfeuer auf Brückenbau bei Güstebiese.
    Div.z.b.V. 606:
Störungsfeuer mit Gr.W., Pak und Artl. im gesamten Abschnitt der Div. Über dem Div.-Abschnitt verstärkte fdl.
    Luftaufklärung. Sprengung der Flutbrücke Zäckerick wie befohlen.
    Luftaufklärung stellte Wegschwemmung aller Brücken und Stege im Abschnitt Kalnzig und Güstebiese fest.
4.) III./707 ohne 1.Battr.
    Fhj.Gren.Rgt.1242 und Rgts.-Truppen.
8.) Nachmeldung Div.Berlin vom 15.2.: 2 T 34 abgeschossen, 1 Pak und 9 M.G. vernichtet.
    16.2. Div.Berlin: 8 Pak und mehrere Gr.W. zum Schweigen gebracht.
          Div.Döberitz: 2 Pak, 1 M.G.vernichtet, 4 Scharfschützenabschüsse.
9.) Wetter: aufgeklärt, klare Sicht, teilweise bewölkt, keine Niederschläge, Wasser und Wege unverändert.
10.) 1 8,8cm und 1–2 cm Flak bei 606.I.D.

17.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
Kdr.Gen. sucht die Gefechtsstände der Rgtr. Großdeutschland, 653 u. 652 auf. Siehe Fahrtenbericht vom 17.2.45 (Anlage 51).
Korps-Pi.-Führer: Stellungsausbau. Offz. der Führerreserve der 9. Armee eingetroffen.
    Aufstellung:

     Korps: 1 Offz.
       606: 2 Offz.
  Döberitz: 1 Offz.
    Berlin: 1 Offz.
5 Bauräte der O.T. wegen des Staudefektes bei Wriezen zur Besprechung da. Nach-Sprengung bei Brückenkopf Zäckerick durchgeführt.
Überschwemmung bei Sydowswiese nicht nur bei Hochwasser in beschränktem Maße möglich.

Vor Frontabschnitt des Korps ruhiges Feindverhalten.
Feind verstärkt sich laufend. Eigene Art. bekämpft im gesamten Korps-Abschnitt Fahrverkehr und Brückenbau.
Rege feindl. Fliegertätigkeit (Anlage 52).

Wetter:
Klar, dann bewölkt, Nachtfrost, Treibeis.


Kriegstagebuch CI.A.K.:
Geheim, Generalkommando CI. A.K. Korps-Gef.St., den 17.2.45

Fahrtenbericht.
==============
Kdr. General sucht die Rgt.-Kdre. der Rgter. Groß-Deutschland, 653 und 652 auf den Gefechtsständen auf und legt für alle
3 Rgter. folgendes fest:
      Wir müssen Herr des Vorfeldes bleiben, die Initiative behalten; Stoßtrupps, Spähtrupps.
      Schwere Waffen nicht verkleckern. Schwerpunkt mit dem Feuer der schweren Waffen bilden.
      Sauber durchgeführte Gliederungen; Reservebildung; Nahtkommandos; Kampf in der Tiefe; Ausbau der Stellungen;
      Kampfstärken; Gefechtsstärken; Scharfschützenausbildung.
Rgt.Groß-Deutschland:
Major Hogrebe.
Rgt.653:
Oberstlt. Pankow.
      Das II.Btl./VII., Btl. Wallisch(?), besteht nur noch aus 1 Offz., 5 Uffz. und 53 Mann. Oberst Voigtsberger, der mit
      zugegen ist, schlägt nach den Unterlagen, die er inzwischen bekommen hat, vor, sämtliche Einheiten von 3./VII.
      aufzulösen und sie der Div. zu überführen. Dadurch würden auch die Stäbe frei, die jetzt keine Verwendung haben.
           Major Weikl, der Kdr. der nordkaukasischen Legion, der als Führer des Alarm-Btls.203 eingesetzt war, soll mit
      seinem Adjutanten, einem Feldwebel wieder zur Verfügung gestellt werden. (Inzwischen hat sich die Armee mit der
      Rückkommandierung einverstanden erklärt; Major Weikl soll sich mit seinem Adjutanten bei der Armee melden.)
           Der Kdr. General bespricht die vordringlichsten Aufgaben des Regiments. (Amt Kienitz, Gehöft in der Nähe der
           Brücke.)
Rgt.652:
Major Puff.
      Schwerpunkt liegt beim rechten Btl.; Gefahr an der Naht.
      Absichten für nächste Zeit: Wiedergewinn Dammhaus.
      Major Puff regt an, ob nicht der neue Oderdamm durch die Luftwaffe zerstört werden könnte, wodurch die Stellungen
      der Russen überschwemmt würden.
      Starker Mangel an Spaten und sonstigem Schanzzeug.

Tagesmeldung vom 17.2.1945:
1.) Vor gesamtem Frontabschnitt weiterhin ruhiges Feindverhalten.
    Feind verstärkt sich laufend.
    Bei Div.„Berlin" während der Nacht und am Tage eigenes und fdl. Artl.- und Gr.-W. Störungsfeuer. Feindgehöfte südl.
    Jesargraben sowie Südrand Amt Kienitz tagsüber durch schw. Inf.-Waffen und Artl. bekämpft. Fahrzeugansammlung nördl.
    Klewitz sowie Fährverkehr und Pontonbrückenbau südwestl.Kalenzig durch Artl. wirksam bekämpft.
    Bei Div.„Döberitz" im Abschnitt Rgt.301 fdl. Stoßtrupp in der Nacht abgewiesen. Beiderseitiges Störungsfeuer mit
    Gr.-W. und Pak. Verkehr bei Fähre Zellin hält an.
    Bei Div.606: reger Übersetzverkehr bei Güstebiese mit Kähnen und auf dem Eis, sowie Bau einer Notbrücke durch Artl.
    und Flak bekämpft. Restliche Sprengung an Eisenbahn- und Straßenbrücke Zäckerick durchgeführt. Übergang zerstört.
    Bei linkem Nachbar ging Alt Rüdnitz verloren. Rege fdl.Fliegertätigkeit im gesamten Korpsabschnitt.
8.) Nachmeldung: Div. 606 vom 15.2. 2 fdl.Pak vor Alt Rüdnitz durch 8,8 cm vernichtet.
    17.2. Feindbatterie bei Zellin schweigt nach gut liegendem Artl.-Feuer. Rauchentwicklung aus Stellung.
    5 Scharfschützenabschüsse.
9.) Wetter morgens klar, später zunehmende Bewölkung. Nachtfrost. Wege trocknen an der Oberfläche ab. Oder Treibeis.

     Generalkommando CI. A.K. Abt. Ia
18.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
Chef des Stabes gibt Befehl zur Vermeidung von Verlusten durch Tiefflieger heraus (Anlage 53), außerdem Befehl zur Aufstellung einer Panzer-Jagd-Komp. (Anlage 54).
Der Russe verhält sich auffallend ruhig, wie an beiden Vortagen. Seine artilleristische Tätigkeit ist etwas stärker, nördlich Sophiental scheint örtliche Ablösung
im Gange zu sein. Südwestlich Kienitz beginnt der Russe mit Verdrahtung seiner Stellung. Das Korps rechnet noch nicht mit einem unmittelbaren Großangriff der Russen,
obgleich die Zuführung von 6000 Kfz. in den Raum beiderseits Küstrin ebenso, wie der Bau von Brücken und Stegen an mehreren Stellen beweist, daß der Russe die
Vorbereitung zum Angriff immer weiter vorwärts treibt.
Fahrt des Chefs in den Raum der Div. Döberitz und Berlin. Aussprache mit dem Ia und dem Kdr. der Div.Berlin und erneuter Hinweis darauf, daß es auf Aktivität
ankommt. Der Russe muß dauernd – mindestens mit gut vorbereitete Stoßtruppunternehmen – angepackt und geschwächt werden. Die voraussichtlich noch wenigen Tage
bis zum Großangriff sind mit allen Mitteln zum Stellungsbau und zur Ausbildung zu benützen (Anlage 55).

Wetter: Nachtfrost.

Kriegstagebuch CI.A.K.:
Generalkommando CI. A.K.
Abt.Ia, Nr.20319/45 geh., O.U., den 18.2.1945
Geheim

Tagesmeldung an A.O.K.9:
Feindverhalten im gesamten Korpsabschnitt ruhig.
1.) Div.„Berlin“:
Nach kurzem Feuerüberfall durch schwere Inf. Waffen auf Gehöft 2 km nordwestlich Greigut (hart ostwärts
    Punkt 8,1) wurde dieses durch Stoßtrupp nach kurzem harten Kampf genommen und Gegner unter blutigen Verlusten geworfen.
    Dabei wurden erbeutet: ein T 34, eine 4,5 cm Pak, 10 le.M.G., 2 Panzerbüchsen, 6 M.Pi., und 10 Gewehre.
    Geringer Fahrbetrieb bei Kalenzig und Kienitz.
    Div. „Döberitz“:
Eigener Feuerüberfall und Aufklärung gegen Ostteil Fuchsberge. Feindliches Störungsfeuer auf Ortwig
    und Barnim.
    Div. z.b.V. 606:
Früh Übersetzversuche mit 12–15 Kähnen bei Güsterbiese. Feind hat Bau der Holzbrücke bei Güsterbiese
    eingestellt. Weitere Brückenbauarbeiten bei Alt Blessin durch Artillerie der Div. „Döberitz“ und z.b.V. 606 bekämpft.
    Ausfälle beim Gegner und panikartiges Verlassen der Baustelle beobachtet.
    Schanzenarbeiten des Gegners vor Abschnitt der Div. „Berlin“ und „Döberitz“.
2.)
Siehe Pendelkarte.
3.) Siehe Kriegsgliederung.
4.) Siehe Kriegsgliederung.
5.) Siehe Pendelkarte.
6.) Siehe Fernschreiben.
8.) Div. „Berlin“:
ein T 34, eine 4,5 cm Pak, 10 le.M.G., 2 Panzerbüchsen, 6 M.Pi., 10 Gewehre.
    Div. „Döberitz“:
1 LKW durch Artillerie vernichtet, 12 Scharfschützen Abschüsse, 2 Granatwerfer und 1 Pak zum Schweigen gebracht.
9.)
Nachtfrost, Wege trocken, ab. Wasser unverändert.
Generalkommando CI. A.K., Abt. Ia
19.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
Die im Laufe der Nacht und des Vormittags durchgeführten Stoßtruppunternehmen bei Dammhaus, am Jesargraben und ostwärts Kieshof bringen geringe
Beute ein (Anlage 56).

Keine Änderung des Feindverhaltens. Augenbeobachtung ergibt Bau einer Brücke bei Kienitz, sie wird durch Art. beschossen.
Der Kdr.Gen. des Fliegerkorps wird anläßlich seines Besuches darum gebeten, ständig Aufklärung entlang der Oder fliegen zu lassen und Fertigstellung von Stegen
und Brücken rechtzeitig zu erkennen (Anlage 57).
Die Luftwaffe wird gebeten, Brückenbau Kienitz anzugreifen und sagt diesen Angriff zu.
Durch Zuweisung von Munition und gedrosseltem Verschuß bessert sich die Munitionslage. Auf den anderen Gebieten bestehen keine besonderen Schwierigkeiten
oder Spannungen.
Das Korps rechnet mit Zuführung weiterer Verstärkung des Feindes am diesseitigen Oderufer in spätestens 3 Tagen.
Bis dahin müssen alle zur Verteidigung wichtigen Geländepunkte zurückgewonnen sein.
Für die Divisionen wird folgendes befohlen:
Berlin: Zurückgewinnung Dammhaus und Henriettenhof, Jesar-Graben, Amt Kienitz.
Döberitz: Fuchsberge, Gehöft 1 km ostwärts Ortwig, Gehöfte südwestlich der Linie Nordrand Ortwig – Nordrand Loose.
606: Damm Alte Oder, Oder westlich Gütebiese. (Korpsbefehl Anlage 58).
Besonders erlassener Befehl unterstreicht noch einmal die Notwendigkeit zur Tiefengliederung in der Verteidigung (Anlage 59).


Wetter: bedeckt, trocken, Oder eisfrei.
Zugänge: San.Kp. 13/III.
Abgang: Marsch-Btl.539.


Kriegstagebuch CI.A.K.:
Generalkommando CI. A.K.
Abt.Ia, Nr. 20369/45 geh., O.U. den 19.2.1945
Geheim
Tagesmeldung an A.O.K. 9

Im gesamten Korpsabschnitt während der Nacht beiderseitiges Artillerie- und Granatwerfer-Störungsfeuer.

1.) Div.„Berlin“: Im Zuge der Wiedergewinnung der HKL Jesar-Graben wurden noch am Abend des 18.2. die beiden Gehöfte ostwärts
    Punkt 8,1 vom Feind gesäubert und besetzt.
    Ein in den frühen Morgenstunden gegen Demmhaus angesetztes eigenes Stoßtruppunternehmen mußte trotz sorgfältigster Vorbereitung
    infolge schwersten feindlichen Artillerie- und Granatwerferfeuers zurückgenommen werden.
    Auf im Bau befindliche Brücke bei Wasserfähre Kienitz wurde ein Artillerie-Volltreffer erzielt.
    Ab 16,30 Uhr Feindangriff in Stärke von 2 Kompanien nördlich Sydowwiese. Angriff abgewiesen.
    Feindliche Schlachtflieger griffen während des gesamten Tages mit Bordwaffen und Splitterbomben eigene Stellungen,
    Gefechtsstände und Fahrzeuge an.
    Div. „Döberitz“: Bei Stoßtruppunternehmen gegen feindliche Stellungen ostostwärts Gieshof 2 Pak, 1 s.M.G. erbeutet,
    1 schwerverwundeter Russe gefangengenommen.
    Feind verstärkt sich ostwärts Straße Karlsbiese – Loose.
    In den Vormittagsstunden lebhaftes feindliches Störungsfeuer sowie Feuerüberfall besonders auf Ortwig und Fuchsberge.
    Gegen 11,00 Uhr Vernebelung der Fähre bei Zellin. Flak stört Fährbetrieb.
    Div.z.b.V. 606: In den Morgenstunden dreimaliger Feindangriff in Zugstärke auf Stützpunkt 800 m nordwestlich Brücke Güsterbiese
    abgeschlagen. Feind hatte Verluste. Während der Nacht geringe Bauarbeiten an der Brücke Alt Blessin, tagsüber dort keine Bewegungen
    erkannt.
2.) Siehe Pendelkarte.
3.) ——
4.) a) Zuführung: verstärkte San.-Komp. 13/III
    b) Abgaben: Marsch-Batl.339.
5.) Siehe Pendelkarte.
6.) Siehe Fernschreiben.
7.) ——
8.) 2 Pak, 1 s.M.G. erbeutet (Div.„Döberitz“).
    Div.z.b.V. 606: 4 Scharfschützenabschüsse.
9.) Kühl, trocken, bedeckt, Wege leicht gefroren, Oder eisfrei, Wasser 20 cm gestiegen.
Generalkommando CI. A.K. Abt. Ia
20.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
Der Kdr. General besichtigt Einheiten des Art.Rgt.309 (Anlage 59a).
9.50 Uhr hat Oberst i.G.Danke Ferngespräch mit Oberbefehlshaber Gen.d.Inf. Busse, da die Bekämpfung der im Bau befindlichen Feindbrücken durch jeweils ein Geschütz
durch Abgabe eines Schusses ca. alle 10 bis 15 Minuten durchgeführt wird und das zur Vermeidung der Längenstreuung genau in der Verlängerung der Brückenrichtung
Stellung bezieht. Ob. vermutet, daß der Feind zu seinem Großangriff gleichzeitig mit dem bei Küstrin antreten wird. Er weist weiter darauf hin, daß vor allen
Dingen auf Tiefengliederung gehalten werden muß. Oberst i.G.Danke betont, daß dies im Korps-Abschnitt vorgesehen ist und gerade dieser Punkt vom Kdr. General mit
Nachdruck verfolgt worden ist. Ob. verlangt, daß alle Gefechtsstände nach außenhalb der Ortschaften verlegt werden, daß reichlich vom Spaten Gebrauch gemacht wird
und daß jeder einzelne Posten genaue Anweisung erhält. Auf die Frage des Oberbefehlshabers, ob sich der Russe mit hohen Sprengpunkten einschießt, kann Oberst
i.G.Danke nur darauf verweisen, daß bisher keine Stelle darüber Meldung gemacht hat.

Ein eigener Angriff, vorbereitet durch einen Feuerschlag der eigenen Artillerie und Flak mit Unterstützung von Sturmgeschützen auf Gehöft Fuchsberge und südlich
davon, der in Komp.-Stärke geführt wurde, blieb trotz Einsatz einer weiteren Kompanie und nochmaliger Feuervorbereitung liegen.

Am Nachmittag im Abschnitt der Division Berlin rege Fliegertätigkeit.
Gegen 17.00 Uhr wurde der Feindangriff gegen Alten-Oderdamm bei Punkt 14 nordostwärts Sydowswiese im zusammengefassten Feuer schwerer Waffen zerschlagen.

Feindangriff in Btl.-Stärke führt zu einem Einbruch von etwa 200 m Breite am Dammknie nordostwärts Sydowswiese.
In einem Gespräch mit Kdr. Division Berlin weist Chef des Stabes darauf hin, daß es unbedingt notwendig ist, das verlorene Gelände sofort wieder zu gewinnen,
da am nächsten Tage der Feind eingegraben ist.

Bei Div. 606 wird beobachtet, daß Brückenbau bei Alt-Blessin heute früh eingestellt worden ist. 27 Joche sind fertiggestellt, davon sind einige bereits fertig
überbrückt (Anlage 60).

Wetter: leichter Frost.
Zugänge:

Marsch-Btl.45/44 u. z.b.V.996.

Kriegstagebuch 9.Armee:
Geheim
Generalkommando CI.A.K., Korps-Gef.-St., den 20.2.45
Fahrtenbericht!
Kdr. General besichtigt mit dem Rgts.-Kdr., Major Bäcker, nachstehende Einheiten des Art.-Rgts.309:
  10./234
  Gefechtsstand I. Abt., Major Hofmann
  3./309
  3./301 (Flak-Batterie)
  Gefechtsstand IV. Abt., Hptm. Wellenberg
10./234 steht sehr ungünstig direkt auf der Straße am Bahnhof Letschin. Stellungswechsel soll, sobald es irgendwie
        der Untergrund erlaubt, vorgenommen werden. Ausbildung noch sehr rückständig. Es muß alles versucht werden,
        so schnell wie möglich den grundlegenden Dingen wie Festlegepunkte, Sperrfeuerräume, Schießbefehle, Schießpläne,
        einen besseren Ausbildungsstand zu erreichen.
Kdr. General weist auf folgendes hin:
        Enge Zusammenarbeit mit der Infanterie;
        Verbindung zu den Nachbarbatterien halten; jeder Mann muß über die Sperrfeuerräume unterrichtet sein;
        Sperrfeuertafelen an den Geschützen; sorgfältige Beobachtung des Geländes; mit dem Gelände vertraut machen,
        Gelände taufen.
        Orientierung wie die Nachbareinheiten liegen, wie die benachbarten Stellungen und Gehöfte besetzt sind.
        Alle Möglichkeiten prügen, wie in die Nachbarabschnitte geschossen werden kann, oder wie vom Nachbarabschnitt
        aus Batterien in eigenen Abschnitt zur Wirkung kommen können.
        Vorsorge treffen, daß die V.B. nicht nur mit der eigenen Batterie, sondern mit den anderen Batterien schießen können.
        Sorgfältige Beobachtung und zuverlässige Meldungen: die Artillerie muß darin vorbildlich sein. – Artl.-Nachrichtenstelle.

Generalkommando CI. A.K.
Abt.Ia Nr.20345/45 geh.Anlage 60
O.U.,den 20.2.45 Geheim
Tagesmeldung an A.O.K. 9.
1.) Bei Div. „Berlin“:
    Am Nachmittag des 19.2.45 rege feindl. Jabo-Fliegertätigkeit. Besonders starkes feindl. Art.-Feuer im Raum Sydowwiese.
    Gegen 17,30 Uhr wurde Feindangriff gegen den Alten-Oderdamm bei Punkt 14 nordostw. Sydowwiese in zusammengefassten Feuer schwerer Waffen
    in der Entwicklung zerschlagen. Erneuter Feindangriff gegen 19.00 Uhr erzielt nach stärkerer Feuervorbereitung Einbruch in Komp.-stärke
    beiderseits Punkt 14, wurde jedoch durch örtliche Reserven bereinigt. Sofort anschließender erneuter Feindangriff in Btl.-stärke führte
    nach hartem Kampf zu einem Einbruch in etwa 200 m Breite am Rande nordostw. Sydowwiese. Unter Zuführung neuer Reserven konnten eigene
    Gegenangriffe während der Nacht und am heutigen Tage in erbitterten wechselvollen Nahkämpfen die Einbruchsstelle einengen, jedoch nicht
    beseitigen.
    Ab 15,30 Uhr starkes feindl. Art.- und Granatwerfer-Vorbereitungsfeuer sowie feindl. Schlachtflieger einsatz im Abschnitt
    Dammknie-Brückengraben. Feindangriffe in Stärke von mindestens 2 Btl. im Abschnitt Sydowwiese – Rehfeld ab 16,15 Uhr führten zum Verlust
    des Dammknies sowie Einbruch von Panzern nördl.Rehfeld. Feind gräbt sich dort ein. 7 Panzer an Straßenbrücke über Jesar-Graben (500 m
    nordwestl. Rehfeld). Weitere Feindangriffe auf Sydowwiese und HKL nördl. Sophienthal sowie südl. Amt Kienitz abgeschlagen.
    Feindl. Bereitstellungen 1 km nördl. Rehfeld gegen 17,10 Uhr mit Artillerie bekämpft.
    Feindl. Stoßtrupp ostw. Zechin abgewiesen.
 
....
4.)
a: Marschbataillon Februar 45/44 zu Div. „Döberitz“
       Marschbataillon z.b.V.996 zu Div. „Berlin“.
8.)
Div. „Döberitz“: 23 Scharfschützenabschüsse. 1 s.M.G. durch Granatwerfer außer Gefecht gesetzt. Feldstellungen mit Besatzung
    in Komp.-stärke durch Sturmgeschütze vernichtet. Feindbereitstellung in Komp.-stärke durch Flakfeuer zerschlagen.
9.)
Trocken, leichter Frost, Wege gefroren, gut befahrbar.
21.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps.1)
....
Der Armeebefehl für die Organisation der Sicherung und Verteidigung in der Tiefe des Armegebietes wird sinngemäß zur Durchführung an die
unterstellten Einheiten weitergegeben. Dazu gibt das Korps weitere Befehle heraus und befiehlt für die Divisionen für die rückwärtigen Räume
neue Grenzen:
   zwischen Inf.Div.Berlin und Döberitz: bis Südrand Sietzing wie bisher, dann Südrand Reichenow – Nordrand Pützel;
   Grenze zwischen Inf.Div.Döberitz und Inf.Div. 606: Wriezen Nordrand und Haselberg Südrand (Anlage 62 und 62a).
Als Anlage 63 Bemerkungen des Kdr. Generals auf Grund von Truppenbesuchen.
Nachdem es am Abend des 20.2. gelungen war, mehrere fdl.Angriffe im Abschnitt der Div.Berlin abzuschlagen und einen Einbruch nordostwärts
Rehfeld zu bereinigen, gelang es dem Gegner 22.00 Uhr, mit Panzer-Unterstützung in Sophienthal einzubrechen und bis zur Straßenbrücke nordostwärts
Rehfeld durchzustoßen.
Heute 8.00 Uhr führte ein eigener, von Sturmgeschützen unterstützter Angriff im Abschnitt der Div.Berlin zum Einbruch in Sophienthal.
In heftigem Ortskampf wurden mehrere Panzer abgeschossen und der Ort von Osten nach Westen zum größten Teil gesäubert.
Durch erneuten Feindangriff gegen 14.00 Uhr geht Sophienthal wieder verloren.
In einem eigenen in den Abendstunden angesetzten Angriff gelang es, in Sophienthal wieder einzudringen. Angriff geht weiter.
Bei den anderen Div. des Korps ruhiger Tagesverlauf.
Div. Berlin vernichtete 5 T34, 1 T43, 8 s.Pak, 1 Stalin, 2 T34 bewegungsunfähig geschossen (Anlage 64).
Als Anlage Kriegsgliederung des CI. A.K. (Anlage 65).

Wetter: leichte Niederschläge.



Kriegstagebuch CI.Armeekorps.

Generalkommando CI. A.K.
Geheim Anl.61
Korpsgefechtsstand, 21.2.45

Fahrtenbericht
Der Oberbefehlshaber der Armee und der Kdr. General suchen die Gefechtsstände der Regimenter 301, 302, 300 (Inf.Div. „Döberitz“)
und der Regimenter Groß-Deutschland, 653 und 652 (Inf.Div. „Berlin“) auf.
Die Divisions-Kommandeure General Huebner und Oberst Voigtsberger sind bei ihren Regimentern zugegen.
Befehle und Hinweise:
Ausbau der Stellungen mit allen Mitteln. Der Oberbefehlshaber läßt unter keinen Umständen gelten, daß der Russe
besser schanzen kann als wir selbst. Bei hohem Grundwasser müssen alle Aushilfen herangezogen werden, um im Aufbau entsprechende Deckungen
zu erzielen. Bei einem Großangriff kommt es darauf an, in jeder Hinsicht seelisch und materiell die Voraussetzungen zu schaffen, daß auch
die des Feuers ungewohnten Soldaten die erste halbe Stunde überstehen. Zur Vorsorge gehört auch, daß die Regimenter zu ihren Btln. bei
Ausfall des Nachrichtennetzes eingeschulte Meldegänger haben. Bei größeren Entfernungen ist es zweckmäßig, Staffelketten einzuführen,
d.h. nach 200–300 Metern wird der Melder durch den nächsten, der ihn im Deckungsloch erwartet, abgelöst.
Die Nachtposten haben ihren Platz ständig zu wechseln, da es sonst für den Russen zu leicht ist, sie auszuheben.
Kompanien nicht zu stark, 50 bis 60 Mann genügen.
Jeder Soldat an der Stelle, also auch bei den Trossen, hat die Pflicht, bis zum Äußersten zu verteidigen.
Dazu gehört aber auch, daß die Rgts.-Kdre. ein Meldesystem zu den Trossen einrichten, damit diese nicht im Kampf führerlos werden und
Panikbildungen ausgesetzt sind. Auch der Dienst im Graben erfordert eine sinnvolle Tageseinteilung. Die Leistungen der Schanzarbeiten müssen
überwacht werden. Der Soldat muß mit Lust und Liebe schanzen und einsehen lernen, daß Schweiß Blut spart.
Kampffeld tief gegliedert.
Die Gefechtsstände müssen so ausgesucht werden, daß im Kampf vom Gefechtsstand aus geführt werden kann. Grundsätzlich nicht so wählen, daß
sie im Augenblick von Kampfhandlungen infolge Feindeinwirkung im Stellungswechsel sind. Die Arbeit des Rgts.-Stabes vorausschauend so
organisieren, daß sowohl auf dem Gefechtsstand als auch auf dem Ausweich-Gefechtsstand dem Rgts.-Kdr. auch bei Ausfall der
Nachrichtenverbindungen genügend Hilfsoffiziere zur Führung zur Verfügung stehen.
Das Vorfeld müssen unter allen Umständen wir beherrschen. Dazu ständig Beunruhigung, Stoßtrupps, Spähtrupps.
Eine Meldung: „Gegner beherrscht das Vorfeld!“ weist der Oberbefehlshaber grundsätzlich entschieden zurück, denn darin liegt für uns ein
beschämendes Eingeständnis der Schwäche und eine Überschätzung des Russen, die völlig unangebracht ist. Ebenso läßt der Oberbefehlshaber eine
Meldung „Der Russe ist eingesickert“ bei der derzeitigen Gefechtslage keinesfalls zu. Sie würde bedeuten, daß die HKL nicht genügend überwacht
und gesichert ist. Bei offensichtlichem Versagen der Truppe muß scharf durchgegriffen und die Truppe mit den strengsten Mitteln zur Rechenschaft
gezogen werden. Truppe auf die Anforderungen seelischer und körperlicher Art vorbereiten, zum Waffenstolz erziehen. In diesem Zusammenhang ist
es zweckmäßig, den Kommandeuren, wenn auch nur behelfsmäßig, die nummernlosen Schulterklappen zu befestigen. Sorgfältige Beobachtung des Feindes,
genaues Abwägen, welche Schlüsse zu ziehen sind. Feindverrhalten jeden Tag niederlegen und nach 6–8 Tagen systematisch überprüfen, um die
endgültigen Schlüsse ziehen zu können. Von Rgts.-Kdren. häufig schriftliche Lagebeurteilungen einfordern.

....
Rgt.Groß-Deutschland, Major Hogrebe.

Rgt.652, Oberstlt.Pankow:

      Oberbefehlshaber wendet sich scharf dagegen, daß bei einer Gesamtstärke von 1 600 Mann Kompanien aufgelöst werden, weil sie vorübergehend
      stark zusammengeschmolzen sind. Die Regimenter sollen aufgebaut und nicht verkleinert werden. Die Soldaten müssen an ihrer Kompanie hängen.
      Die im Bereich des Regiments von der Luftwaffe eingesetzten Panzer-Jagd-Kommandos müssen zum Schanzen ebenso herange- zogen werden, wie alle
      sonstigen Soldaten und Zivilisten.
Oberst Voigtsberger bittet, daß die Artillerie-Abt. 185 mehr nach der Mitte verlegt wird.Der Oberbefehlshaber verlangt, daß die Zivilisten,
insbesondere die Frauen und Kinder und auch das Vieh, unverzüglich aus der Kampfzone entfernt werden, weil sonst beim Einsatz von Kampfhandlungen
erhebliche Störungen durch überstürzten Transport der Zivilisten zu erwarten sind.
Rgt.652, Major Puff:

     Oberbefehlshaber ist jetzt nicht mehr anwesend.
     Kdr. General verlangt rücksichtslose Untersuchung, warum das in Sophiethal eingesetzte Bataillon versagt hat. Es soll unter allen Umständen
     durchgegriffen werden, um erzieherisch zu wirken.

Kriegstagebuch CI.Armeekorps.
Generalkommando CI.A.K.
Abt.Ia Nr. 20437/45 geh.
Geheim
 Anlage 64
O.U., den 21.2.45, Tagesmeldung an A.O.K. 9.
1.) Bei Div. „Berlin“: Der am Abend des 20.2.45 sich erneut zum Abgriff bereitstellende Feind bei Sophienthal wurde durch zusammengefasstes Feuer
    von schweren Waffen und Artl. bekämpft. Feinddurchbruch n.o. Rehfeld wurde in den ersten Abendstunden in harten erbittert geführten Inf.-Kämpfen
    bereinigt. Dabei 1 Panzer durch Panzerfaust abgeschossen, 1 weiterer Panzer bewegungsunfähig geschossen. 15 Panzer auf dem Weg n.o. Rehfeld
    durch eig. Artl. bekämpft. Nach Abwehr mehrerer Feindvorstöße gelang es den eigenen Truppen gegen 22.00 Uhr mit strken Kräften unter
    Panzerunterstützung iN Sophiental einzubrechen und bis zur Straßenbrücke n.o. Rehfeld durchzustoßen. Trotz erbitterter Abwehr konnte Sophiental
    nicht gehalten werden.
    Am 21.2.45 ab 8.00 Uhr von Sturmgeschützen unterstützter Gegenangriff führte zum Einbruch in Sophienthal. In heftigem Ortskampf unter Abschuss
    mehrerer Feindpanzer und Pak Säuberung des Ortes nach Westen. Feind ostw. Rehfeld wich nach N. aus.
    Durch erneuten Feindangriff gegen 14.00 Uhr ging Sophienthal wieder verloren. In den Abendstunden erneuter eogener Angriff unter Einsatz von
    Teilen des Füs.Btl.309 und einer Sturmgeschütz-Kp.(Pz.Jg.Abt.303). Weitere Meldungen fehlen.
    ....
8.)
Div.„Berlin“: 5 T 34, 1 T 43, 8 sPak vernichtet.
                  1 Stalin, 2 T 34 bewegungsunfähig geschossen. Gemeldete Vernichtung von weiteren 8 s. Pak durch Artl. u. schwere
                  Inf.-Waffen noch nicht überprüft.
    ....
9.)
In den Morgenstunden bedeckt, leichte Niederschläge, tagsüber klar, Wege verschlammt. Oderwasser im Steigen.
Generalkommando CI. A.K. Abt. Ia
22.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps.1)
Kdr. General verbietet, daß an die unterstellten Einheiten vom OKH, SS-Dienststellen und stellv. Gen.d.unmittelbar gegebene Befehle ohne Zusatz und
Entscheidung des Generalkommandos ausgeführt werden (Anlage 66).

Gegen 16.00 Uhr greift der Russe mit Schlachtfliegern und Bombenabwurf den Brückenkopf bei Alt-Cüstrinchen an.
Dieser lag dann unter einem starken Feuerschlag der Artl.
Da Chef des Stabes vermutet, daß der Russe mit Panzern die Brücke Niederwutzen in Besitz nehmen will, was durch spätere Meldungen über bereitgestellte
Panzer bestätigt worden ist, befiehlt er im Einverständnis mit Chef A.O.K.9 sofortige  Sprengung bzw. Unterbrechung der Straßen- und Eisenbahnbrücke
bei Schiffmühle vorzubereiten. Sollte dem Russen ein Panzervorstoß über die Oder bei Niederwutzen gelingen, dann die Sprengung durchführen ohne Rücksicht darauf,

daß diese im Abschnitt des Nachbar-Korps liegen. Diese Maßnahme wurde vom Gen.Kdo.CI. A.K. getroffen, weil das Nachbar-Korps eine Stunde nach dem Angriff des
Russen noch nicht über die Lage orientiert war (Anlage 67).

Der Vorabend angelaufene Gegenangriff zur Wiedergewinnung der HKL bei Sophienthal führte zum Einbruch in Sophienthal-mitte. Einbruch wurde nach Westen und Osten
erweitert. In den heutigen Morgenstunden war Sophienthal außer einem Ortsteil im Westen in eigener Hand. Im weiteren Angriff wurden die Höhen nordöstlich
Sophienthal zurückgewonnen und dort die alte HKL wieder hergestellt. Ein Angriff auf der Straße Rehfeld – Sophienthal – von Rehfeld nach Westen vorgetragen,
konnte gegen starke Inf.-Kräfte und Panzersperren keinen Boden gewinnen.

Im übrigen Korps-Abschnitt außer Brückenbekämpfung keine besonderen Ereignisse.
Zuführung gem. Anlage 68.
Kdr. General besichtigt Einheiten des Art.Rgts.303 (Anlage 69).

....


Generalkommando CI.A.K.
Abt. Ia Nr. 20478/ 45 geh., O.U., den 22.2.45
Geheim
 Anlage 68
Tagesmeldung an A.O.K. 9.

1.)
Im gesamten Korps-Abschnitt, mit Ausnahme der Kampfhandlungen bei Sophienthal, ruhig.
   
Bei Div.„Berlin“: Der am 21.2.45 um 25.00 Uhr angesetzte
Gegenangriff zur Gewinnung der HKL bei Sophienthal führte zum
    erneuten Einbruch in Sophienthal – Mitte. In heftigen Ortskämpfen gegen sich zäh verteidigenden Feind konnte die Einbruchsstelle
    nach Westen und Osten erweitert werden. In den Morgenstunden des 22.2.45 war Sophienthal außer einem Ortsteil im Westen in eigener Hand.
    Im weiteren Angriff wurden 2 Gehöfte im Ostteil wieder gewonnen und an dieser Stelle die alte HKL wieder hergestellt.
    Im Raum O.Jesar-Graben (1 km o. Rehfeld) gelang es gegen fdl.Paksperre und starke Inf.-Kräfte nicht eigenen Angriff nach N. auf die Straße
    Rehfeld – Sophienthal vorzustoßen. Gegenangriffe zur weiteren Gewinnung der HKL an dieser Stelle nngesetzt.

    5.15 Uhr stärkeren fdl. Stoßtrupp auf Jesar-Brücke (s.w. Kienitz) abgewiesen. Im übrigen Abschnitt Div.Abschnitt außer Art.- und
    Granatwerfer-
Störungsfeuer sowie geringer fdl.Fliegertätigkeit ruhig.
    ....
4.) Zuführung am 19.2.45: Marsch-Batl. z.b.V.159 (295 Mann) für
Div.„Döberitz“.
    Zuführung am 22.2.45 Marsch-Batl.z.b.V.35/Februar 45 (350 Mann)
und Marsch-Batl.z.b.V.Inf. 60 für Div. „Berlin“.
6.)
Div. „Berlin“: Von den gestern als noch nicht überprüften
   8 s. Pak 6 s. Pak bestätigt.
   22.2.45: 1 s. Pak, 1 Muni-Fahrzeug, 1 m. Granatwerfer vernichtet.
   Bei Div. „Döberitz“: 24 Scharfschützenabschüsse. 1 Verwundete gefangen.
9.) Wolkig, leicht neblig, Wege aufgeweicht, Wasser unverändert.
23.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
Kdr. General sucht die Gefechtsstände von Oberst Rhode sowie die der Stle. Potsdam, Spandau und Brandenburg auf.
Neben den in den vorhergehenden Fahrtenberichten niedergelegten Anweisungen betont er besonders, daß alles getan
werden muß, daß aus den drei Btl. bald ein einheitliches Rgt. mit festem Gefüge entsteht. Außerdem weist er darauf hin,
daß der starre Feuerplan nur bei Ausfall der Nachrichtenmittel angewandt wird (Anlage 70).
Nachdem im westlichen Teile Durchführung der Ablösung am 24.2.45 früh beendet sein wird, wird den Div. befohlen,
alles daranzusetzen, gegenüber dem Russen die Initiative im Vorfeld und im ggf. Kampffeld hinein in die Hand zu bekommen.
Div.Berlin und Döberitz halten die Füs.-Btle. mit je 1 starken Sturmgeschütz-Komp. gekoppelt, Inf.Div.606 ein Inf.-Btl.
als Reserve bereit.
Fhj.Gren.Rgt. 1242 steht als Korpsreserve im Raum Eichwerder – Sietzing – Wuschewier bereit zu Gegenstößen in Richtung Zechin,
Kienitz sowie Ortwig – Neu-Barnim (Anlage 71).
Eigene Angriffe aus dem zurückgewonnenen Teil Sophienthals brachten auch den restlichen Ortsteil in eigene Hand.
Dabei 3 Pak erbeutet, 4 vernichtet. Sonst außer der Bekämpfung des fdl. Stellungsausbaues, Brücken- Schlages und Fahrbetriebes
ruhiger Tagesverlauf. Wege stellenweise befahrbar, abends leichter Regenfall (Anlage 72).

Kriegstagebuch CI.Armeekorps:
Generalkommando CI. A.K.
Abt.Ia Nr.20506/45 geh.
Anlage 14
O.U., den 23.2.45
Geheim

Tagesmeldung an A.O.K.9.

1.) Div. "Berlin": Der um 20.30 Uhr angesetzte eigene Angriff aus dem bis dahin wiedergewonnenen Teil Sophienthal brachte den vom Feind
    zäh verteidigten Ortsteil wieder in eigene Hand. Beobachtetes eigenes Art.-Feuer konnte von 10, an der Straße Kienitz – Sophienthal
    stehenden Pak 3 vernichten. Mehrfach angesetzte Stoßtrupps gegen die Gehöfte hart N.W.Sophienthal blieben erfolglos.
      Art.-Störungsfeuer auf Brückenbau bei Kienitz und Kalenzig konnte beobachtete Treffer erzielen. Flak-, Art.- und Granatwerfer-
    Störungsfeuer mit Schwerpunkt Straße Amt Kienitz – Etabl.Kienitz lag auf gesamtem Div.-Abschnitt.
    Div. "Döberitz": Durch Spähtrupps wurde starke Besetzung der fdl.Stellungen, stärkere Feindbewegungen 1 km O. Vorwerk Mehrin und
    Stellungsbau O. Ortwig festgestellt. Während des ganzen Tages mehrfache Pak- und Granatwerferüberfälle auf HKL und Tiefe
    des linken Div.-Abschnitts. Flak,-Art.- und Inf.-Waffen störten und bekämpften den fdl. Stellungsausbau, Brückenschlag und Fährbetrieb.
    Ablösung des linken Btl.Wachrgt. "Großdeutschland" durch II./302 um 06.00 Uhr beendet.
    Div.606: Feindverhalten vor Div.-Abschnitt ruhig. Um 11.00 Uhr erzielte eigener Art.-Feuerschlag auf Bahnhofsgelände Zickerick
    vermutlich Treffer in Lok. Fdl. Brückenbau macht nur geringen Fortschritt. Luftaufklärung beiderseits gering. Motorengeräusche
    (vermutlich Flugzeuge oder Panzer) 6 km N.O. und O. Zollbrücke hörbar.
4.) Marsch-Komp. aus Ketschendorf, Stärke 1 Offz., 24 Uffz., 90 Mannsch., eingetroffen.
    Aufteilung: Div. "Berlin" = 1/5/26, Div.606 = 0/16/55
    Rest Korps-Stab.
    Beobachtungs-Batterie 66 eingetroffen am 22.2.45.
    E-Batterie 679 am 22.2.45 abgerückt.
8.) Div. "Berlin": 3 Pak erbeutet, 4 Pak vernichtet, 12 Pak vermutl. niedergekämpft.
    Div. "Döberitz": 14 Scharfschützenabschüsse.
9.) Dunstig und regnerisch, zeitweise aufheiternd. Wege mittelmäßig befahrbar.
24.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)

Generalkommando CI.A. K.
Abt.Ia Nr.20519/45 geh.H.Q., den 24. 2. 1945
Tagesmeldung an A.O.K. 9.

1.) Tagesverlauf im gesamten Korpsabschnitt ruhig.
    Div.„Berlin“:
Während des ganzen Tages Störungsfeuer auf gesamten Div.-Abschnitt. Durch eigene Artl. Störung des Brückenbaues bei Kienitz und Kalenzig.
    Nachträgliche Überprüfung der Meldung vom 23.2. an Ort und Stelle hat ergeben, daß im Westteil Sophiental noch 5 Häuser feindbesetzt sind. Angesetzter
    Stoßtrupp wird durch feindl. Gegenstoß in Ausgangsstellung zurückgedrängt. Bereinigung nach beendeter Umgruppierung und Ablösung des dort eingesetzten
    Batl.
    Div.„Döberitz“: 0,30 Uhr fdl. Stoßtrupp bei Brücksee-Graben (2,5 km SW Gross-Neuendorf) im Nahkampf abgewiesen, ein Schwerverwundeter geriet in Gefangenschaft.
    5,30 Uhr erbeutet eigener Stoßtrupp ostwärts Ortwig 1 s.M.G. mit Munition und einem Karabiner. Schanzarbeiten ostwärts Ortwig und Verlauf der fdl. Linie
    festgestellt. Brückenbau bei Güstebiese und Wagenfähre Zellin nach Störungsfeuer unterbrochen. Vorbereitungen zum neuen Bau etwa 1 km SO Zellin. Fahrbetrieb
    bei Zellin hält an. Verdrahtung der alten Oder bei Karlsbiese im Gange.
    Div.606:
Eigene Spähtrupptätigkeit. Schwere Feindbatterie stellt nach Bekämpfung durch eigene Artl.-Feuer ein. Drahtsperre durch Alte Oder bei Karlshof angelegt.
8.) Div.„Berlin“:
In den Kämpfen in Sydowswiese – Sophiental wurden in der Zeit vom 20. – 23.2. vernichtet oder erbeutet:
    12 Panzer (davon 3 bewegungsunfähig geschossen)
    22 Pak, davon 3 erbeutet (nicht einsatzbereit)
     5 s.M.G. (2 erbeutet) Einsatzbereitschaft wird noch festgestellt.
     2 l.M.G., 1 Pz.-Büchse sowie zahlreiche Gewehre.
    Div.„Döberitz“:
   
13 Scharfschützenabschüsse (davon 11 ferngemeldet).
    Artl.-Volltreffer in Feindbatterie am Oderdamm südwärts Güstebiese, Battr. schweigt.
    Leichte Pak bei Fuchs-Berg durch s.I.G. vernichtet. Eine B-Stelle südl. Fuchs-Bge durch 4 Treffer ausgeschaltet.
    Erbeutet: 1 s.M.G. mit Munition (einsatzfähig) 1 Karabiner (einsatzfähig).
9.) In den Morgenstunden leichter Regen, schlechte Sicht, Wege stark verschlammt, Wasser unverändert.
Generalkommando CI. A. K. Abt. Ia
25.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)

Generalkommando CI. A. K.
Abt.Ia Nr.20550/45 geh.,H.Qu., den 25.2.1945
Geheim
Anlage 77
Tagesmeldung an A.O.K. 9
1.) Im gesamten Korpsabschnitt ruhiger Tagesverlauf.
    Div.„Berlin“:
Nachts fdl. Stoßtrupp N O Rehfeld abgewiesen. Tagsüber Artl.-, Gr.W.- und Pak-Störungsfeuer im Raum O Letschin.
    Nachmittags Verstärkung des Feuers. Feuernde Feindbatterie hart N Kienitz zum Schweigen gebracht. Ab 18,50 Uhr Bekämpfung einer
    erkannten Feindbatterie in Kienitz it Licht. Brückenbau bei Kienitz wirksam bekämpft.
    Div.„Döberitz“:
Durch Spähtruppe s.Gr.W.-Stellung Nähe Kirche Gross-Neuendorf uns s.M.G.-Stellung bei Gehöft 500m NO Fuchs-Bge.
    festgestellt. Reger Fahrzeugverkehr zwischen Mehrin und Fahne in beiden Richtungen. Ein V.B. im Alten Oder-Dammknie N Karlsbiese
    vernichtet. Feind verstärkt laufend seine Stellung. Durch Art.-Beobachtung bei Gieshof 3 hintereinander gestaffelte Stellungen
    festgestellt. Feind hat sich auf eigene HKL eingeschossen. Eigenes Artl.-Störungsfeuer auf Fährbetrieb bei Zellin, der nach
    Beschuss eingestellt wird. Bootsramme bei Zellin durch Art.-BEschuss beschädigt. Bei Brücke Alt-Blessin 2 Treffer auf Kähne
    beobachtet. Darauf Einstellen der Arbeiten.
    Div.606:
Im rechten Div.-Abschnitt weiterhin stützpunktartiger Ausbau der Feindstellungen.
    Am 24.2.45 21,30 Uhr fdl. Stoßtrupp (15–20 Mann) am Friedhof Güstebieser Loose am Nordufer Alte Oder abgewiesen.
    Brückenbau bei Alt-Blessin im Nebenarm der Oder fortgeschritten. Im eigentlichen Oderbett kein weiterer Baufortschritt.
7.) S. Fernschreiben.
8.) Bei Div.„Berlin“:    3 Scharfschützenabschüsse.
    Bei Div.„Döberitz“: 10 Scharfschützenabschüsse.
10.) Bedeckt, am Nachmittag leichter Regen, Wege aufgeweicht, Wasser unverändert.
                                                                                       Generalkommando CI. A. K. Abt. Ia
26.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)

Generalkommando CI.A.K.
Geheim
Korps-Gef.-St., den 25.2.45

Fahrtenbericht Nr.14
Kdr. General besichtigt folgende Gefechtsstände:
           Gren.Rgt.653, Oberstleutnant Pankow,
                 I./653, Hptm.Hillemanns,
                II./653, Major Albsmeier.
Der Div.-Kdr. Oberst Voigtsberger und der Rgts.-Fhr., Oberstleutnant Pankow sind zugegen.
Kdr. General beurteilt den Einsatz und gibt in folgenden Punkten grundsätzliche Weisungen:
    Kampf aus der Tiefe, Zusammenfassung der schweren Waffen, Reservenbildung, Kampf- und Gefechtsstärken,
    Nachtkommandos bis zu den Kompanien herunter; Wechselstellungen für die schweren Waffen; häufiger
    Wechsel des Standes der Posten; (feindliche Scharfschützen.
Auf die Wichtigkeit des Meldewesens wird der kommandierende General besonders hin.
Meldeband bei den Btln. vorhanden.
Die Kampfstärken der Kompanien sind zum Teil zu hoch. Kdr.General verlangt, daß unverzüglich Soldaten herausgezogen
werden, gerade bei den Kompanien, die es besonders schwer haben, um die Kampfkraft der Truppe durch Ablösung und Austausch
zu stärken.
Hinsichtlich der Reserven weist der Kdr. General darauf hin, daß sie so eingesetzt werden müssen, daß sie zum Gegenstoß
in dem Augenblick bereitstehen, wo dem Russen stellenweise ein Einbruch gelingt, denn das ist für den Feind die unsicherste Lage.

Im Einzelnen:
Oberst Voigtsberger führt aus, daß der angekommene Ersatz geradezu erschütternd wäre. Hierzu erfolgt Bericht.
Er bittet weiter zu veranlassen, daß die Scharfschützen-Ausbildung nicht in Döberitz, sondern in Frontnähe gemacht würde, damit
man diese Soldaten für alle Fälle verfügbar habe.
Oberstleutnnt Pankow schildert, daß der Zug des Lt.Bauer eine besonders schlechte Stellung hat. Es sind nur 40 cm tiefe Löcher
vorhanden, die wegen des Grundwassers nicht weiter ausgebaut werden können. Ein Kriechgraben ist in Vorbereitung.
Die Versorgung dieses Zuges ist ganz schlecht. Lt.Bauer war 2 Tage ohne Verpflegung. Von 33 zugewiesenen Großkampfpäckchen sind
nur 8 vorgekommen.
Maßnahmen: Um die Lage dieses Zuges zu verbessern, sollen die Häuser 5, 6, 7 und 1 genommen werden, ein Kriechgraben ausgebaut
werden und Draht nach vorn kommen.
Kdr. General hat dem Regiment 200 Großkampfpäckchen zugewiesen (die sind am 26.2.45 beim Korps abgeholt worden). Es soll geprüft
werden, ob der im Stützpunkt derzeit stehende T 34 durch Ausbesserung des Kettenschadens beweglich gemacht werden kann.
Kdr. General gibt Weisung, daß eine B-Stelle auf dem Schornstein der Zuckerfabrik Voßberg unverzüglich ausgebaut wird.
-Seite 2 nicht vorhanden-
27.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)

Generalkommando CI. A.K.
Abt.Ia Nr.20621/45 geh.
Geheim
H.Qu.,den 27.2.1945
Tagesmeldung an A.O.K.9
1.) Div.„Berlin“: Einbruch Feindkp. in Gehöft N Ostteil Sophienthal durch sofortigen Gegenstoß bereinigt. 11 Feindtote.
   Weitere Verwundete vom Gegner zurückgeschleift. Eigener Stoßtrupp gegen Feindstützpunkt nördl. Westteil Sophienthal nach Ausfall
   des Führers im Feindfeuer liegengeblieben. Stoßtrupp gegen Gehöftgruppe N Jesar-Graben (1400 m N Rehfeld) im fdl. Sperrfeuer im
   Jesar-Graben verblieben. Weitere Meldung steht aus.

   Div.„Döberitz“:
Artl.Störungsfeuer mit 15cm Kal. auf Neu-Lewin und Stellungen zwischnen Karlsbiese - Gieshof und
   Gr.W.-Feuerüberfällen auf eigene Stellungen im gesamten Abschnitt.
   Feind setzte Brückenschlag bei Zellin mit 50 Mann fort und wurde durch Art. gestört. Fährbetrieb bei Güstebiese bekämpft;
   1 Oderkahn gesunken. Lebhafter Melderverkehr. Bewegungen von Reitern und Fahrzeugen bei Oertwig, Mehrin, Fahne, Oderdamm N und S
   Groß-Neuendorf, sowie Auftreten von 7 Russen mit Karten auf Fuch-Bge. Laufender Fährbetrieb, lebhafte Bewegungen im Raum SW Zellin,
   Groß-Neuendorf, Kienitz.
   Brücke bei Alt-Blessin bis zur Insel fertiggestellt.
  
Div.606: Fdl. Luftzusammenführung über N Abschnitt. Weiterer stellungsbau beim Feind.
4.) b) Herauslösung Na.Kp.661.
7.) s.Fernschreiben.
8.)
Div.„Berlin“: 3 Scharfschützenabschüsse.
   Div.„Döberitz“:

    Rgt.300: 3 Scharfschützenabschüsse, 1 l.M.G. durch Volltreffer ausser Gefecht gesetzt.
    Rgt.301: Erbeutet: 6 l.M.G., 8 M.Pi., 3 Pz.B.(z.T. einsatzbereit),
             Vernichtet: 1 Pak 3,7cm, 1 B Stelle mit Scherenfernrohr
                         1 l.M.G.,

                         2 s.Pak wahrscheinlich beschädigt zumindest zum Schweigen gebracht.
             Gezählte Feindtot: 100, GEschätzte Feindtote über 200.
   
Div. 606: Nachmeldung vom 26.2.: Statt 3-7 Gefangene. 2 Rückkämpfer (Offz.) nähere Angaben fehlen noch.
9.) Vormittags klar, nachmittags Niederschläge, Straßen gut befahrbar, Feldwege stark verschlammt.
                                                                          Generalkommando CI. A.K. Abt. Ia
28.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)

Generalkommando CI.A.K.
Abt.Ia Nr.20665/45 geh.
Geheim
H.Qu.,den 28.2.45
Anlage 86

Tagesmeldung an A.O.K.9

1.) Div.„Berlin“:
    Gegen Feindstützpunkt nördlich Westteil Sophienthal antretender Stoßtrupp brach in der Nacht zum 28.2.45 in Feindstellung ein.
    20 gezählte Feindtote. Durch sehr starken russ.Gegenstoß eigene Teile nach erbittertem Nahkampf und Ausfall des Zugführers
    und der Gruppenführer auf eigene HKL zurückgedrängt.
    Bewegungen von Kienitz nach Alt Kienitz von etwa 200 Mann, 16 Bespannfahrzeugen und 11 Lkw gegen 14.00 Uhr durch Art.-Feuerschlag
    wirksam bekämpft. Nordwesl.Sophienthal eine Feind-Pak durch I.G. vernichtet. Brückenschlag Kienitz durch beobachtetes Feuer gestört.
    Div.„Döberitz“:
27.2.45 23.00 Uhr vor I./Gren.Rgt. 300 Feindspähtrupp unbekannter Stärke abgewiesen. Annäherung von 2 Feind-Kp. aus
    Loose heraus um 4,30 Uhr durch Gr.W.- und M.G.-Feuer abgewehrt. Während der Nacht und am 28.2. verstärkte Feindbewegungen am westl.
    und Bauarbeiten am ostw.Oderufer. Antransport von Bauholz. Brückenbau südwestl.Zellin durch Gegner fortgesetzt.
    Div.606:
Eigene Aufklärung ergab starke ausgebaute Feindstellungen am Alten Oderdamm.
   
Feindbeurteilung: Im Vergleich zu den Vortagen festgestellte stärkere Feindbewegungen im Raum Kienitz - Zellin lassen auf Zuführung
    von Ersatz oder Umgruppierung schliessen. Ob es sich um die Zuführung neuer geschlossener Verbände handelt wird zunächst nur schwer
    festzustellen sein, da Feind vermutlich aus Tarnungsgründen derartige Verbände vorläufig nicht in vordere Linie einschieben wird.
    Zunehmende feindl.Kampftätigkeit und Ansammlungen nördl. Sophienthal sowie gesteigertes Art.-Feuer (getarntes Einschießen) im Raum
    Zechin - Letschin lassen weiterhin feindl.Schwerpunkt im Raum Genschmar - Letschin vermuten.
    Mit stärkeren Feindangriffen ist sicher nach Fertigstellung der Brücke Kienitz zu rechnen. Ob Feind sein Antreten von der Fertigstellung
    weiterer BRücken vor dem Korps-Abschnitt abhängig macht, oder schon bei einer für ihn günstigen Witterung nach Ausweitung seiner
    Brückenköpfe südwestl.Küstrin angreift bleibt abzuwarten.
4.) Fahrschwadron 1606.
7.) 8; siehe F.S.
8.) Div.„Berlin“: 20 Feindtote, 13 Scharfschützenabschüsse,
                  1 Pak vernichtet, 2 Lkw beschädigt.
    Div.„Döberitz“: 13 Scharfschützenabschüsse,
         erbeutet: 1 7,62cm Pak (Einsatzbereitschaft wird nich festgestellt),
                   1 M.Pi., 2 Minen.
    Div.606: 2 Rückkämpfer
9.) Sonnig, klar, Straßen gut befahrbar, Wege noch verschlammt.
 
<< Januar 1945                                                                    März 1945 >>

1) Kriegstagebuch CI.Armeekorps, GermanDocsInRussia – digitale Reproduktionen russischer Archivbestände