| Kriegstagebuch Januar 1944 | |
| 9.1.1944 | KTB 9.Armee. .... An der übrigen Armeefront verläuft der Tag bis auf einen örtlichen Feindangrif auf der Naht 36./253.I.D. - er dürfte als Erkundungs- oder Fesselungsvorstoß zu werten sein - ruhig. An der linken Naht der Armee läßt die Zusammenziehung von Pionierbataillonen auf der Feindseite wieder einmal auf die feindlichen Angriffsabsichten schließen, von denen Näheres allerdings noch nicht zu erkennen ist (Chef H.Gr./Ia 23.45 Uhr). Wie die Heeresgruppe mitteilt, steht eine Verbreiterung des Armeeabschnittes auch nach Norden in Aussicht, um den Kampfraum Now.Bychoff, der möglicherweise das Ziel dieser Angriffsabsichten darstellt - die Gewinnung von Dnjepr=Brückenköpfen ist ja seit längerer Zeit als feindliches Vorhaben bekannt - führungsmäßig in eine Hand zu geben. Die Armee rechnet damit, daß ihr hierbei wahrscheinlich die am Südflügel der 4.Armee stehende zur 110.I.D. gehörige Div.Gr. 321, deren Rückunterstellung schon mehrfach beantragt worden ist unter gleichzeitiger Verlegung der Armeegrenze nach Norden unterstellt werden wird - eine Lösung, die in Bezug auf die Mitübernahme des Verteidigungsabschnittes der Div.Gr. von der Armee nur mit Bedenken betrachtet wird, da man gehofft hatte, die Div.Gr. ohne Frontverbreiterung zurückzuerhalten, um sie als Verstärkung und zur Herauslösung anderer Einheiten an anderen Stellen der Armeefront zu verwenden. |
| 10.1.1944 | KTB 9.Armee. Während die Lage bei der 2.Armee sich weiter, verschärft (s.Anl. V 4), bleibt es im Abschnitt der 9.Armee bis auf geringe Aufklärungstätigkeit überall ruhig, auch am Südflügel (s.Anl. II und III). Die bereits gestern, angekündigte Verschiebung der linken Armeegrenze nach Norden wird heute von der Heeresgruppe befohlen. Ab morgen wird der bis zum Südrand Taimonowo reichende Abschnitt der Div.Gr. 321 (z.Zt. bei der 267.I.D.) der 9. Armee mit allen darin stehenden Truppenteilen unterstellt, "um eine einheitliche Kampfführung an der besonders bedrohten Dnjepr=Front beiderseits Now.Bychoff sicherzustellen" (Chef H.Gr./Chef 12.00 Uhr, vgl. Anl. V 1). Seltsam mutet an, daß diese von der Heeresgruppe damit als Schwerpunktabschnitt bezeichneten 8 km Front unverhältnismäßig schwach besetzt sind; es stehen darin durchschnittlich 22 Mann Grabenbesatzung auf 1 km (der Armeedurchschnitt beträgt etwa 35 - 40 kann pro km). Auch der Stellungsbau liegt im Argen: der vordere Graben ist nicht tief genug und an rückwärtigen Stellungen ist so gut wie nichts vorhanden (Chef/Chef H.Gr., 16.15 Uhr). Immerhin gibt die Übernahme der Div.Gr. 321 Gelegenheit, sie wieder mit ihrer Stammdivision (110.I.D.) zu vereinigen, von der sie seit dem großen Einbruch in die Panthersteilung getrennt ist. Teile der 31.I.D. sollen zu diesem Zweck die Div.Gr. in ihrem bisherigen Abschnitt ablösen (s. Anl. IV 3). Von der Heeresgruppe wird in Abänderung des gestern ergangenen Befehls angeordnet, daß die erste Rgt.Gruppe der 35.I.D. (AOK 4), die z.Zt. zur Stützung der südlichen Armeenaht zugeführt wird, nicht der 9.Armee, sondern der 2.Armee unterstellt wird. Das bedeutet, daß der heute nacht neu übernommene Südabschnitt, der mangels anderer Möglichkeiten z.T. nur mit Sicherungskräften besetzt werden konnte (was lediglich zur Überbrückung der Zeit bis zum Eintreffen der Rgt.Gruppe für 2-3 Tage tragbar gewesen wäre), nun auf die Dauer von diesen Kräften gehalten werden muß - angesichts des geringen Kampfwertes der Sicherungseinheiten keine leichte Aufgabe(s. Anl. V 5). |
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