| Kriegstagebuch Oktober 1941 | |
| 1.10.1941 |
privates Tagebuch unbek.Pz.Jg.Kp. 34.Inf.Div.: Heute Nachmittag kam ganz unerwartet der Bereitstellungsbefehl für die kommende Nacht. Rasch wurde noch eingegange Post verteilt. |
| 2.10.1941 |
privates Tagebuch unbek.Pz.Jg.Kp. 34.Inf.Div.: ...wir uns aber auch wieder, daß wir solche Befestigungsanlagen niemals aufgegeben hätten und daß uns keine Macht der Welt aus diesem prima angelegten Stellungen heraus gebracht hätte. Gegen Mittag stellt sich dann unser Rgt. zum Angriff bereit auf die im Gelände noch herumliegenden Bunker. Das sehe ich zufällig einen Hasen herumlaufen. Es ist der erste Hase den ich in Russland sehe. Der brave Kerl weiß vor lauter Knallerei nicht wo er hinlaufen soll und zuletzt läuft er seinen Kollegen, den Russen nach. Dann beginnt der weitere Angriff. Die Sturmgesschütze fahren vor die Bunker uns setzen in jeden ein paar Schüsse hinein. Die M.G.s fangen an zu rasseln und wir gehen in überschlagendem Einsatz mit nach vorn. Rechts von uns ist allerhand los. Wir nehmen dann eine Ortschaft und halten dort kurze Rast. Dann geht es weiter. Wir mit der Pak vorne an erster Stelle, dahinter ein Sturmgeschütz und dann die Spitzengruppe der Infanterie und dahinter weitere zwei Sturmgeschütze mit dem Groß des... ...den Lack abgekratzt und sind alle abgeprallt. Die Bedienungen strahlen nun und freuen sich ihre ersten Einatzes. Inzwischen wird es dunkel und die Vorausabtlg. zieht an uns vorbei. Wir schlafen dann nachts in einem Kolchosendorf. Es ist schon sehr spät und wir sind alle ziemlich müde. |
| 3.10.1941 |
privates Tagebuch unbek.Pz.Jg.Kp. 34.Inf.Div.: In der Frühe geht es lustig weiter. Die russ.Flieger machen sich wieder bemerkbar. Das Wetter geht einigermassen. Gleich morgens haben wir auch einen russ.L.K.W. mit seinem Fahrer u.Beifahrer abgefangen. Je 1 Sack Zurcker und Äpfel waren darauf, und diese Dinge haben wir dann an die Infanteristen verteilt. Morgens gab es in einem Dorf kurze Rst und da kommen wieder mal russ.Tiefflieger, werfen Bomben und schossen mit ihren Bordwaffen. Passiert ist aber nichts. Dann ging es weiter. Unser Focke-Wulf Fernaufklärer mit doppeltem Rumpf kommt und wirft eine Meldung ab; daß vor uns eine ca.10km lange Straße schnurgerade durch den Wald führt und alles feindfrei ist. Der Regts.-Kommandeur und auch der General kommen und fahren daraufhin nach vorn. Da kann ja nichts... -weiter 12.10.41- |
| 12.10.1941 |
privates Tagebuch unbek.Pz.Jg.Kp. 34.Inf.Div.: .. gemeinsam einen Stosstrupp... weiteren Aufklärung und Geländedienst. Unsere 3 Pakgeschütze brausen so 1km vor dem Radfahrzug her, als wir uns einem Dorf nähern und plötzlich in den Häusern russ.Soldaten sehen. "Stellung" schreit vorne unser Leutnant und schon knallt auch das 1.GEschütz schon. Gleichzeitig kommt aus einer Kurve ein vollbesetzter russ.L.K.W. den die Soldaten fluchtartig verlassen. Wir als 2.Geschütz sind hinter dem 1.Geschütz auf der Strasse in Stellung gegangen, als plötzlich von hinten noch ein russ.L.K.W. besetzt mit Truppen kommt. Da haben wir auch schon mit unserem Geschütz kehrt gemacht und der 1.Schuß geht vorbei. Die Russen sind so verdutzt und springen erst jetzt vom Wagen, der jetzt kurz vor uns stillhält und da knallt auch schon die 2.Sprenggranate vorne in den Motor und schon steht der Wagen in Flammen. Ich habe daraufhin eine weiße Leuchtkugel hochgeschossen damit unsere Kameraden wissen wo wir sind. Da kommen dann auch schon unsere Kameraden mit den Rädern an und bekämpfen die abgesprungenen Russen. So passiert es uns heute noch ein paar mal. Gegen Mittag machen wir auf einer Höhe Rast. Da sehen wir rechts und links von uns in je 5km Entfernung Marschkolonnen. Es wird festgestellt dass es Russen auf dem Rückzug. Da protzt halt... -weiter 17.10.41- |
| 17.10.1941 |
privates Tagebuch unbek.Pz.Jg.Kp. 34.Inf.Div.: ... Loch um Loch auf der Anhöhe erledigen. Und als unsere Sprenggranaten nicht mehr ausreichen, wird mit Panzergranaten geschossen. Dann endlich am späten Nachmittag ist es gechafft und Nettelseve? ist in unserer Hand. Der Feind hat hier allerhand Kraftwagen, Geschütze und sonstiges Material liegen lassen. Große Verluste haben wir ihm zugefügt und aber auch unsere Verluste waren durch die Härte des Kampfes bestimmt. |
| 18.10.1941 |
privates Tagebuch unbek.Pz.Jg.Kp. 34.Inf.Div.: Heute ist Ruhetag für unser Rgt. Voruasabtlg. Rgt.80 ziehen vorbei und sollen die Spitze bilden. Wir haben nun Zeit um uns mal zu waschen und überhaupt den ganzen Dreck, der Zentimeterdick auf uns sitzt zu entfernen. Wir schlafen zum erstenmal in einem Haus auf dem Fussboden. Bis jetzt haben wir im ganzen Okt. meistens nur in Scheunen geschlafen. |
| 19.10.1941 |
privates Tagebuch unbek.Pz.Jg.Kp. 34.Inf.Div.: Heute setzt das Rgt. den Vormarsch fort. Der 2.zug bleibt in Nettelowo? da der Sprit für die ganze Komp.nicht reicht. Das Wetter ist schlecht geworden, es regnet viel. Strasse und Gelände verwandeln sich in ein einziges Schlammloch. Wir haben nur... -weiter 1.1.1942- |
| << September 1941 November 1941 >> | |