389.Infanteriedivision
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Befehle Januar 1944
389.Infanterie - Division                                                                                                               Div.Gef.St., den 18.1.1944.
    - Abt. I a -


1.) Bei dem zur Zeit bestehenden Kräfteverhältnis an der Ostfront ist es notwendig, daß die Tiefe der Verteidigung nicht nur durch die fechtende Truppe" gescafffen
    wird, sondern daß Stäbe und Verosrgungstruppen außer ihren normalen Aufgeben auch Kampfaufgaben erfüllen, wenn sie sich durch die Lage ergeben.
    Es ist jedoch vorgekommen, daß sich durchgebrochener Feind im Hintergelände frei bewegen und, ohne Widerstand zu finden, seine operativen Zielen anstreben konnte,
    obwohl in einem großen Teil der Ortschaften irgendwelche Dienststellen und Einrichtungen von Versorgungstruppen lagen.
2.) In jeder Unterkunft und bei jeder neuen Verlegung sind deshalb die taktischen Erfordernisse, gleichzeitig mit den übrigen Aufgaben durchzuführen.
    Somit ergeben sich für alle Dienststellen und Versorgungstruppen im rückwärtigen Divisionsgebiet ständig folgende Aufgaben:
    a) Unterbrngung so, daß die Alarmbereitschaft gewährleistet ist und eine schnelle Zusammenfassung der Verteidigungskräfte durchgeführt werden kann.
    b) Bewachung der Unterkunft.
    c) Verstärkte Sicherungemaenahmen bei Bedrohung auf Grund der Lage oder auf Grund der Bandenlage.
    d) Einrichtungen zur Verteidigung an den Ortsrändern oder auf naheliegenden Höhen, die bei bevorstehenden Angriffen zu besetzen sind.
    e) Übungon zur UberprüfUng der Alarmbereitschaft und der Besetzung und Verteidigung der Stellungen.
    f) Aufklärung frühzeitig entsprechend der Lage wobei stets auch die Gefährung durch Banden zu berücksichtigen ist.
       infolgedessen müssen besonders Wälder und andere unübersichtliche Geländeteile in der Nähe der Unterkünfte aufgeklärt werden, auch wenn noch kein Überfall
       erfolgt ist.
       Gerade die Aufklärung wird häufig vernachlässigt gibt andererseits aber die besten Sicherheit. Eine Truppe, welche die Gefahr im Voraus kennt und den Feind
       erwartet, kämpft immer unter günstigeren Bedingungen, als wenn die Führung und Mannschaft überrascht werden.
    g) Verbindungsaufnahme mit benachbarten Dienststellen und Belegungen, um sich über die Lage zu unterrichten und gegenseitige Unterstützung zu vereinbaren.
    h) Die Ausbildung für den Kampf, wobei es darauf ankommt, mit den Waffen (einschl.Panzer-Abwehrwaffen) vertraut zu werden und treffen zu lernen.
       Bei jeder Einheit der Versorgungstruppen müssen schnell kleine Spähtrupps aufgestellt werden können.
3.) Major Herrmann hat mir am 24.1. Vortrag zu halten, was im gesamten Bereich der rückwärtigen Dienste der Division mit Bezug auf Ziffer 1.) und 2.) veranlaßt ist.
 
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