| Befehle 50.Infanteriedivision Mai 1944 |
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50. Infanterie-Division Abt. Ia Nr.1/44 geh. Div.Gef.Std., den 16.5.44 Betr.: Absetzen Nacht 11./12.5.44 - 2 - Anlagen Die Division meldet gem. Besprechung beim AOk am 15.5.44 4 über besondere Vorkommnisse beim Absetzen am 11./12.5.44: I. 1. Der Division waren die Absetzstellen G1 und G2, 01 und 02 zugewiesen worden. Am 11.5.44K 08.55 Uhr, wurde der Division mitgeteilt, daß die Absetzstelle 02 für die Division entfallen müsste und sie der 98.I.D. allein zur Verfügung stände (Befehl Gruppe Reinhard), Auf G1 wurde das G.R.121 , auf G2 das G R.122 (jeweils mit den in ihrem Raum liegenden Teilen, ohne Artl.), auf O1 das A.R.150 mit den restlichen Divisionstruppen angessetzt. 2. Als am 11.5.44 bis zu 15.00 Uhr noch kein Befehl vorlag über die Handhabung der Absetzbewegung (wieviel Prähme bez Pi. Landemittel), entsandte die Division den IIa (Major Wieditz) zum Stab der Gruppe Reinhard um genaue Unterlagen zu erhalten. Major Wieditz teilte der Division fernmündlich mit, dass a) mit Einsatz von Pi.-Landemitteln nicht zu rechnen sei, da das dafür vorgeshene Pi.-Lande-Btl. zerschlagen wäre; b) über die Zahl der zur Verfügung stehenden Prähme sowie über die Zeit des Herankommens ebenfalls bei Gruppe Reinhard nichts bekannt sei, weil die hierfür zuständigen Marine-Dienststellen nicht zu erreichen wären. Ferner überbrachte um 17.00 Uhr ein von Major Wieditz zur Division entsandter Ordonnanz-Offz. die Mitteilung, dass auf Grund persönlicher Rücksprache mit General Reinhard der Division die Absetzstelle 02 wieder zur Verfügung gestellt sei, da wegen des zu erwartenden Beschusses ein Anlaufen von G1 und G2 zwar versucht werden solle, jedoch unter Umständen fraglich erscheine. Es wurden daraufhin angesetzt auf G1 und G2 das G.R.121, auf O2 das G.R.123 und auf O1 das A.R.150. 3. Die Division baute daraufhin an den Absetzstellen die befohlenen Sperrlinien auf und hatte sie bis 20.00 Uhr voll einsatzbereit, so dass die Ablegestellen ohne Anhäufung von Versprengten usw. waren und ein reibungsloses Absetzen gewährleistet schien. 4. Mehrfach entsandte Erkundungs-Offze. und Uffze. stellten fest, dass an den Ablegestellen weder ein Soldat des Pi.-Lande-Rats. noch. der Marine vorhanden war, der in irgendeiner Weise Auskunft über die Zahl der Absetzmittel bezw. Zeitpunkt ihres Eintreffens geben könnte. Desgleichen war kein Einweiser bezw. Bedienungsmann für die vorgesehenen Nebeleinrichtungen vorhanden. 5. Um 21.17 Uhr erhielt die Division den in Anlage beigefügten Punksprach (Abschrift) aus dem hervorging, dass 01 und G2 überhaupt nicht angelaufen würden. Das bedeutete den Ausfall von zwei Landestellen, auf die auf Grund der taktischen Lage eine verstärkte Rgt. Gruppe angewiesen war. Um 22.30 Uhr erhielt die Division durch einen von der Gruppe Reinhard zurückkehrenden Ordonnanz-Offizier die Nachricht, dass etwa 23.00 Uhr nach 01 und 02 je ein MFP anlanden würde. Diese MFP. hätten die Aufgabe, im Pendelverkehr zwischen 01 und 02 zur Halbinsel Cherseones zu verkehren. Dort müssten die übergesetzten Truppen wieder entladen werden, im Fussmarsch die Halbinsel überschreiten, um am Südrand der Halbinsel bei K2, auf gröseere Schiffe zu steigen. Um dieses schwierige Manöver sicherzustellen wurde der Div.Stab mit der zur Verfügung stehenden Aufkl.Abt. auf einen etwa 23,15 Uhr eintreffenden MFP bei O1 verladen, um auf der Halbinsel Cherssones auech Sicherungsposten und Einweiser den Marsch zu den neuen Absetzstellen und das Einschiffen auf die größeren Schiffe sicherzustellen. Der MFP. auf dem sich der Div.Stab befand, besass keinerlei Fünkverbindung sondern nur eine Empfangstelle. Der Prahm lief nicht wie vorgesehen die Halbinsel Cherssones an, sondern der das Boot führende Obermaat Windelfang meldete, dass er nun Befehl habe, hinter seinem Flottillen-Führer herzulaufen und an einem bestimmten Punkt vor der Halbinsel Cherssones zu sammeln. Während dieser Fahrt begegnete dem MFP. (MFP.-F 301) zwei weitere Ubersetzmittel (Fährprahm -unleserlich- ). Diese riefen das eigene Boot an mit den Worten: "Wo kann man hier Leute abholen?" Auf die Antwort durch, Zuruf des Ia, Oberstit.i.G. Stephanus,: "Bei 01!" erfolgtte die Gegenfrage: "Wo ist das?", auf die Antwort, "Omega Bucht!" erfolgte die weitere Gegenfrage: "Wo Iiegt die?". Es gelang trotz lauten Rufens nicht, eines von den Booten längsseits zu bekommen, sondern sie drehten rasch ab und verschwanden im Hebel. Zeugen dieses Vorfalls waren: Oberst Biermann, Ia Oberstleutnant i.G. Stephanus, Oberst Krüger, Kdr.A.R.150 und fast die gesamte auf Oberdeck stehende Besatzung des MFP. Die Rückfragen der beiden gesichteten Landungsfahrzegge aus denen hervorging, dass sie über Absetzstellen und Küstenbeschaffenheit nicht im Bilde waren, erregte höchsten Unwillen,bei Offz. und allen Soldaten. Der Ia, Oberstlt. i.G.Stephanus, stellte ausserdem fest, dass auf der Karte im Funkraum des MFP. die Absetzstellen, 01 und 02 überhaupt nicht eingetragen waren. Als der MFP. den rum. Minenleger "Admiral Murgescu" zufällig traf, wurde die gesamte Besatzung übergenommen und dem MFP. befohlen, sofort wieder 01 anzulaufen, um die dorthin befohlenen Teile des G.R.121 abzuholen. Dieser MFP. hat infolge der Entschluss- und Einsaatzfreudigkeit seines Führers, Obermaat Windelfang, MFP2.-F 301, tatsächlich noch einmal kruz vor und bei Hellwerden 01 angelaufen und die dort wartenden Teile übergenommen und zurückgebracht, obgleioh er hierzu nur den Befehl der Division, nicht aber von einer Marine Dienststelle hatte. II. Folgende Punkte erscheinen prüfungsbedürftig: 1. Warum befand sich beim Stab der 50.I.D. kein Marine-Verbindungs-Offz., der über die Schiffsbewegungen, Schiffsverteilung, Landezeiten, Fahrzeiten, Fassungsvermögen usw. Bescheid wusste und der in marine-technischen Dingen beraten konnte? 2. Warum wurde nicht jedes Schiff, das immerhin 400 bis 600 Mann fasste, mit einem Marine-Offz. besetzt? 3. Warum lagen nicht klare und offene Befehle an Bord über Marschroute bezw. Marschziel vor? 4. Warum waren die Anlandestellen nicht mit Verladepersonal der Marine besetzt? 5. Warum verfügte das Bordpersonal nicht über Skizzen oder Karten mit allen vorgesehenen Anlaadstellen und über die Wasserverhältniese an der ganzen Küste (Ausweichmöglichkeiten!)? 6. Warum wurde nicht für jeden Div.-Bereich und seine Truppen ein Landungsfahrzeug bestimmt, welches von See her mit Teilen des Div. Stabs an Bord die Verbindung mit dem Div. Stab an Land hielt, der allein in der Lage war, klare Meldung über Feuerlage und Feindverhalten zu geben, sodass feuerarme Räume usw. besser ausgenutzt werden konnten? III. Die unter II. gestellten Fragen enthalten im Wesentlichen die Dinge, welche bei der Truppenführung immer wieder im Lauf des 13.5.44 aufauchten, als laufend versucht wurde, mit den Übersetzmitteln oder einem Auskunft gebenden Führer von ihnen Verbindung zu bekommen. |
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50.Inf.Division
Div.Gef.Std., den 30.Mai 1944 K o m m a n d e u r Betr.: Berichterstattung über den Endkampf auf der Krim. An Generalkommando XXXXIX.(Geb.)A.K. In den Nachrichten des OKW Nr.1038 vom 22.5.44 steht in einem Aufsatz über die militärische Lage an der Ostfron: der Satz: "Obwohl die Landestellen ausgesetzt waren wurde am 13.Mai auch der Restteil der Brückenkopfbesatzung überführt.“ Diese Darstellung entspricht nicht den Tatsachen. In der DAZ vom 18.5.44 in einem Artikel über das schwarze Meer" von Konteradmiral Gadow finden sich die Sätze:"Der Seekommandant Krim, Admiral Schulze, verblieb als letzte deutsche Dienststelle an Land.”.... "Es war schon in den ersten Wochen des Abtransports keine Seltenheit, wenn an einem einzelnen Tage viele Tausende und aber Tausende von deutschen und rumänischen Soldaten in rumänischen Häfen eintreffen konnten." "Schon bis dahin war weitaus grösste Teil der gesamten Krim- Besatzung in Sicherheit gebracht worden." .....Und selbst in den letzten 3 kritischen Tagen ging unter erschwerten Kampfbedingungen die eigene Verschiffung in die Zehntausende." Auch diese Darstellung entspricht nicht den Tatsachen. Ich melde dass derartige Berichterstattung in der Division, welche den Endkampf mitgemacht hat, starkes Befremden hervorgerufen hat und von den Soldaten offen als unwahr bezeichnet wird. Eine solche Art der Berichterstattung untergräbt also das Vertrauen des Mannes zur Führung u. in die Aufrichtigkeit der Berichterstattung der Führung. Sie kommt damit einer Zersetzung der Wehrmacht gleich. +) Allein von der 50.I.D. hätten bei einwandfrei organisiertem Abtransport 2000 - 3000 Mann mehr abtransportiert werden können, weiche zum Abtransport bereit standen und nicht mehr abgeholt wurden. |
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