Bericht über das Unternehmen des verst.I.R.23 am 18.,19.u.20.9.1939
Auftrag: Sicherung des Rücken der 11.Div.gegen Durchbruchsverusche von Feindansammlungen im Raume Falenica - Emiljanew - Miehalin - Aleksandrow -Zur
Verfügung stehende Truppen:
I.R.23
II./I.R.44 mit einer
Bttr.A.R.11
verst.I.R.151 mit 5./A.R.161
A.A.11
3./Pi.11
3./PI.161
I.Abt.Pz.Rgt.10
Beabsichtigte Ausführung:
In der Nacht von 18. zum 19.9.:
Sicherung in der Linie Wolka - Zerzenska - Südrand Miedzylesie - Straßengabel
500mtr.nordw.Zakret - Straße nach Wiazewna.
19.9. 8.00 Uhr Beginn des konzentrischen
Vorgehens aus dieser Linie und mit verst.A.A.11 aus Gegend Otwock.
19.9.10.00 Uhr Inbesitznahme des äußeren Ringes
um Zagezdz - Radese - Miedzeszyn - Aleksandrow - MIchalin - Emiljanow (Orte
ausschl.)
19.9.12.00 Uhr Inbesitznahme des inneren Ringes
um Miedzeszyn II.
Verlauf:
In der Nacht vom 18. zum 19.9.wurden die Sicherungen ordnungsgemäß ausgestellt.
Es waren eingesetzt vom rechten Flügel:
II./I.R.44
III./I.R.23
I./I.R.23
6./I.R.23
I./I.R.151 an der Straße nach Wiazewna.
Regimentsreserve: II./I.R.23 ohne 1 Kp. um Anin.
Regimentsgefechtsstand wurde um 5.00 Uhr an Wegegabel bei Zakret verlegt.
Feindberührung fand in der Nacht nicht statt.
A.A.11 wurde dem Rgt.nicht zur Verfügung gestellt. Daraufhin wurde eine
Sondergruppe aus 3./Pi.11 und 3./Pi.161, verst.durch 7./I.R.23 gebildet und auf
L.Kw.
in Gegend südlich Swider-Abschnitt vorgeworfen.
Von I./Pz.Rgt.10 wurden dem I./I.R.23, I./I.R.151 und der Pi.Gr.Panzer zugeteilt,
da dort der stärkste Widerstand erwartet wurde.
Ab 8.00 Uhr wurde von allen Seiten aus der Sicherungs-bzw.Bereitstellungslinie
vorgegangen. I./I.R.23, I./I.R.151 stießen nördlich Miedzeszyn I und bei
Alexandrew auf Feind, der gut eingenistet in geschickter Kampfführung das
Vorgehen der Btl.verzögerte, sodaß dort die ersten Ziele nicht zeitgerecht
erreicht wurden.
Feind vor der Pi.Gr.wurde zurückgeworfen. Außer dem I./I.R.23 und I./I.R.151
wurde von 10.00 Uhr ab planmäßig zur Schließung des inneren Ringes ohne
besonderen
Feindwiderstand vorgegangen. Der Regimentsgefechtsstand wurde etwa 10.00 Uhr an
den Nordeingang Aleksandrew verlegt.
Gegenstöße des Feindes, besonders vor der Front des I./.I.R.151 wo auch
zeitweilig unter der starken feindlichen Feuerwirkung von dem Höhengelände bei
107.5
zurückgegangen werden mußte, veranlaßten das Rgt.zum Einsatz des Reserve-Btl.
Das II./I.R.23 sollte, da die feindliche Stellung mit ihrer Front nach Norden
und
Osten erkannt war, über Michalin vorgehend, den Feindwiderstand vor allen Dingen
vor der Front des I.R.23 und I./I.R.151 brechen. Mit dem Btl.ging der Rgt.Stab
vor.
Von den anderen Gruppen war inzwischen zeitgerecht der innere Ring
geschlossen werden. Das Vorziehen des II.Btl.über Michalin vollzog sich
planmäßig ohne Feindeinwirkung
bis zum Erreichen der großen Eisenbahnlinie, an der nach Norden eingedreht wurde
und im Häuserkampf das Judenviertel von Falenica rasch durchschritten wurde,
nachdem der Widerstand aus den Häusern durch Inbrandstecken dieses Viertels
gebrochen war.
Gegen 20.00 Uhr war durch das Vorgehen des II.Btl.der beabsichtigte innere
Ring um Miedzeszyn II geschlossen. Die Gesamtzahl der Gefangenen war etwa 800
Soldaten und
etwa 900 Zivilgefangene in wehrfähigem Alter.
Eine starke feindliche Stellung mit kampfkräftiger Besatzung befand sich
jetzt noch ostwärts der Bahn auf dem Höhengelände etwa 1km westl. der Höhe
107,5.
Durch Stoßtruppunternehmen wurde im Laufe der Nacht gegen die feindliche
Stellung aufgeklärt. Da der Feindwiderstand als nicht mehr allzu groß
eingeschätzt wurde,
wurde das II/I.R.44 und I./Pz.Rgt.10 gegen 22.00 Uhr aus dem Verbande des
Rgt.entlassen.
Für den abschließenden Angriff am 20.9.morgens 5.00 Uhr wurden folgende
Vorbereitungen getroffen:
I./I.R.23 und I./I.R.151 mit dem Auftrag, noch im Laufe der Nacht Verbindung
aufzunehmen, verblieben in ihrer erreichten Stellung, um sich dort zu
verteidigen.
III./I.R.23 riegelte länges der Bahn die Westflanke des Gegners ab. II.Btl. und
die Pi.Gr. von der 3./Pi.161 als Rgt.Reserve zurückgehalten wurde, stellten sich
zum Angriff
nördl.der Kirche Falexi... bereit. Um 5.00 Uhr wurde zum Angriff angetreten.
Bereits nach den ersten Gewehrschüssen und Handgranatensalven der 3./Pi.11 ergab
sich die
nunmehr eingeschlossene Besatzung. Es wurden rund 550 Gefangene mit 8 Geschützen,
Munitionsvörräten und 1 belegten Feldlazarett gemacht. Um 6.50 Uhr war die
Säuberungsaktion des I.R.23 abgeschlossen.