| Kriegstagebuch September 1939 | |
| 3.9.1939 |
Kampfhandlungen in Polen vom 3.9.-30.9.39: Die Division marschiert in 2 Kelonnen rechts - Hauptkolonne von Bischofstal über Peiskretscham - Dramatal in den Raum südostwärts Tarnowitz, Nebenkolonne (links) verst.J.R.196 von Gr.Strehlitz auf Tarnowitz. Links vorwärts gestaffelt marschiert 27.Div. auf Georgenberg. Die Div. ist dem VII.A.K. unterstellt, das VII.A.K.(27., 68.Div., Korpstruppen) Reserve der Heeresgruppe Süd. Auftrag: Flankenschutz Süd für das im Streifen der 10.Armee vorgeführte VII.A.K, gegen die im polnisch-oberschlesischen Industriegebiet stehenden Feindkräfte. Nach Süden zum Nordflügel VIII.A.K. (14.Armee) zunächst 10 km Breite, sich zunehmend verbreiternde Lücke. Keine Feindberührung. Marschleistung 45 km. |
| 4.9.1939 | Kampfhandlungen in
Polen vom 3.9.-30.9.39: Fortsetzung des Vormarsches in einer Kolomne über Tarnowitz — Nowa Wies nach Siwierz. Lage und Auftrag entsprechend Vortag. 30 km Lücke zum Nordflügel VIII.A.K. südlich des Industriegebietes; 27.Div. links vorwärts gestaffelt auf Zawiercie, Übergänge über die Bryniea zerstört, werden in der Nacht 3./4. von Pi.27 und 168 wiederhergestellt. Dabei erste Schießerei mit poln.Spähtrupps. Im Laufe des Tages erhalten Spähtrupps der A.A. Feuer am Nordrand des Industriegebiets, sonst keine Feindberührung. Die im Ausbau nahezu vollendete Bunkerlinie am Brynica-Abschnitt ist nicht besetzt und wird kampflos überschritten. Marschleistung 35 km. |
| 5.9.1939 |
Kampfhandlungen in Polen vom 3.9.-30.9.39: Fortsetzung des Vormarsches von Siewierz über Ciagowice - Lazy nach Ogrodzieniece auf schwierigen Waldwegen, IV-/A.R.168 bleibt stecken, macht kehrt und wird über -unleserlich- Keine Feindberührung. Marschleistung 25 km. |
| 6.9.1939 |
Kampfhandlungen in Polen vom 3.9.-30.9.39: Fortsetzung des Vormarsches über Pilica nach Zarnow-unleserlich- zunächst hinter 27.Div. Ab Pilica wird 27.Div. rechts vorwärts nach Wolbrom gezogen und übernimmt Flankenschutz zur Lücke gegen 14.Armee. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit stößt die Reiterschwadron A.A.168 bei Bydlin (10 km südlich Pilica) überraschend auf abwehrbereite Feindinfanterie. Sie weicht nach kurzem Feuergefecht aus und erreicht ihr Tagesziel Kapiolki. Die später eintreffende Radfahrschwadron greift Gegner an, wirft ihn und geht in Nähe Bydlin zur Ruhe über. Am nächsten Tage findet die A.A. (ohne Radfahrschwadron), mit der die Verbindung verloren gegangen war, letztere bei Bydlin. Die Abteilung hatte die Radfahrschwadron „heraushauen" wollen. Für Div. sonst keine Feindberührung. Marschleistung 28 km. Abstellung der 4./I.R.188, verlastet auf Kfz. der Pz.Abw.Abt.168, sowie der 3. (mot)/Pi.168 zur 27.Div. für deren "schnelle Abteilung Schneider". Auftrag, den Weichselübergang bei Szczucin in die Hand zu nehmen. In Ausführung dieses Auftrages am 9.9. verlustreiches Gefecht bei Bronina, |
| 7.9.1939 |
Kampfhandlungen in Polen vom 3.9.-30.9.39: Weitermarsch als Nordkolonne des A.K. über Tarnawa nach Pawlowice durch außerordentlich schwieriges Wald- und Sumpfgelände. Nacheinander treten gegen Mittag ins Gefecht: die Vorhut I.R.188 bei Bahnhof Sediszow, sowie das Ende der Division: 14./I.R.169 bei Udorz (westlich Zarnowiec), Es gelingt dem vorausgeeilten Stab I.R.188 unter persönlicher Führung des Rgt.Kdr. zusammen mit der später hinzukommenden Vorhut bei Bhf.Sediszow die Abfahrt poln.Züge mit Soldaten und einberufenen Wehrpflichtigen Richtung Kielce in raschem Zupacken zu verhindern. Pi.168 unterbricht die Bahn. Damit ist endgültig Abfluss der zahlreichen im Raume von Wolbrom haltenden Züge in das noch unbesstzte Geblet unterbunden. -unleserlich- Vorabend bei Bydlin aufgetretenen Kräfte, der -unleserlich- Zarnowiec und Wierbka nach Norden durchbrechen-unleserlich- Das Regiment 169 macht kehrt und gewinnt im Angriff die Höhen westlich Udorz. Die gleichzeitig in Wierbka angegriffene Quartiermeisterabteilung des Div.Stabes verteidigt den Ort. Gegner wird am 8.9. nach Fortsetzung des Angriffs und nach Einsatz von Korpstruppen aus Bilica geworfen. Die Masse wird versprengt bzw. gefangen genommen, Teile brechen nach Norden durch. Sie führen bei Szcekoziny noch einige ergebnislose Überfälle auf rückwärtige Dienste der Division durch. Das I.R.169 gewinnt erst an der Weichsel (13.9.) wieder Anschluß an die Divishon. IV./A.R.168 bleibt in Sand und Sumpf westlich Tarnawa stecken, erreicht die Div, erst am 10.9. wieder. Marschleistung 20 km. |
| 8.9.1939 |
Kampfhandlungen in Polen vom 3.9.-30.9.39: Weitermarsch als Nordkolonne des A.K. über Mierzawa nach Jedrzejow. A.A. spürt schwachen Gegner bei Zielonki, Marschleistung 24 km. |
| 9.9.1939 |
Kampfhandlungen in Polen vom 3.9.-30.9.39: Weitermarsch als Nordkolonne des A.K. ohne Feindberührung über Kije nach Chmielnik. Der anfänglich vom Korps erwogene Gedanke, die Div. zum Gefecht der Abteilung Schneider und später der 27.Div, bei Busk bzw. Bronina heranzuzieheng kommt infolge des großen Zwischenraums zwischen den Divisionen nicht zur Ausführung. Marschleistung 33 km. |
| 10.9.1939 |
Kampfhandlungen in Polen vom 3.9.-30.9.39: Weitermarsch als Nordkolonne des A.K. über Szydlow nach Staszow; zum Schluß sehr schlechte sandige Hohlwege. Bei Szydlow werden die Waldstücke südostwärts gesäubert. Es werden etwa 2000 Gefangene gemacht, die sich meist ohne Schuß ergeben, anscheinend Versprengte vom Gefecht bei Busk; dazu 12 Geschütze und Pferde einer Kav.-Schwadron. Marschleistung 33 km. |
| 11.9.1939 |
Kampfhandlungen in Polen vom 3.9.-30.9.39: -unleserlich- Marschleistung 30km. |
| 12.9.1939 |
Kampfhandlungen in Polen vom 3.9.-30.9.39: Die Division gewinnt in abschnittsweisem Vorgehen unter Artl.Überwachung gegen schwache Feindbesetzung das westliche Weichsel-Ufer gegenüber Tarnobrzeg. Gegner räumt das Westufer nach Kampf. Erkundungen £ür Angriff über die Weichsel am 13.9. Marschleistung 25 km. |
| 13.9.1939 |
Kampfhandlungen in Polen vom 3.9.-30.9.39: Der auf 9.00 Uhr befohlene Angriff über die Weichsel beiderseits Tarnobrzeg gelingt bereits kurz nach 7.00 Uhr bei den beiden vorn eingesetzten I.R.196 (rechts), I.R.188 (links) durch persönliche Schneid von Unterführern. So durchschwimmt der Oberleutnant von Winkler, Chef 6./I.R.196, im Frühnebel mit einigen Männern seiner Kompanie die Weichsel und schafft dort liegende Behelfsfahrzeuge über den Strom zurück. Hiermit setzt er sofort einige Gruppen seiner Kompanie über, noch ehe die Floßsäcke der Pioniere am Ufer eintreffen. Er ereicht äas Feindufer gerade in dem Augenblick, als poln.Infanterie die Uferstellung erneut besetzen will. In schnellen Ansturm wird sie über den Deich zurückgeworfen. Die Kompanie v. Winkler gewinnt und hält gegen alle poln.Gegenstöße die den Strom unmitt&lbar beherrschenden Höhen. Der spätere Angriff des Rgt. wird damit ganz erheblich erleichtert. Um die Mittagszeit ist das Ostufer bis zu 3 km Tiefe in der Hand der Division. Gegner hält nur noch bei Miechocin, südlich Tarnobrzeg, dabei auch eine Batterie. Masse weicht in Richtung auf den San aus, Teile laufen über. Pi.48, der Div. unterstellt, beginnt den Bau der Kriegsbrücke. Im Laufe des Nachmittags wird der Brückenkopf erweitert, der Pole greift nicht mehr an. |
| 14.9.1939 |
Kampfhandlungen in Polen vom 3.9.-30.9.39: Ab 7.00 Uhr Übergang über die Kriegsbrücke, Verfolgung des Gegners über Wielowies — Zaleszany zum San Richtung Redomysl. Der Pole läuft in Massen -unleserlich- Sie südostwärts Sandomierz (-unleserlich- zerstörten Übergänge über den Leg werden von den Pionieren rechtzeitig für einen stockungsfreien Vormarsch instandgesetzt. Nach 15 Uhr wirft die A.A. schwachen Gegner aus Skowierzyn auf den San zurück, den sie bis 16.00 Uhr erreicht. Beim Versuch mit Behelfsfahrzeugen überzugehen, erhält sie starkes Feuer, auch Artilleirefeuer. Der nach Skowierzyn vorausgeeilte Kommandeur I.R.188 befiehlt Angriff der Vorhut über den San unterstützt durch die der Marschgruppe I.R.188 unterstellte I./A.R.168. Bei einem nochmaligen Versuch, den Angriff ohne Artillerie vorzutragen, treten wiederum durch fdl.Artl.Feuer Verluste ein. Da es inzwischen dunkel wird und die Abteilung bei Tageslicht den Angriff nicht mehr unterstützen kann, nimmt. die Div, Abstand davon. N Marschleistung 35 km. |
| 15.9.1939 |
Kampfhandlungen in Polen vom 3.9.-30.9.39: Ruhetag für 2/3 der Division zwischen Zalezsany und Sandomierz.i Auf das bei Hellwerden feindfreie Nordostufer des San werden nach Korpsbefehl zwei Brückenköpfe vorgeschoben und zwar bei Radomysl und Antonow. Bau einer Kriegsbrücke bei Pniow. Es sind eingesetzt bei Radomysl verst.III./I.R.188, bei Antoniow verst.I.R.196, nördlich davon die A.A. |
| 16.9.1939 |
Kampfhandlungen in Polen vom 3.9.-30.9.39: Weitermarsch in zwei Kolonnen beiderseits des San. Hauptkolonne über Rozwadow nach Nisko, die am Vortage über den San geschobenen Teile als Nebenkolonne auf teilweise sehr schlechten Wegen nach Zarzecze. I.R.196 erhält noch am Spätabend den Befehl, in einer Linie etwa 4 km ostwärts Zarzceze zu sichern, Die rückwärtigen Dienste werden auf Anordnung K.K.VII zur Sichenng gegen einen Überfall in das Waldgelände südlich Rozwadow abgeschoben. Die Nacht verläuft jedoch ruhig. Marschleistung bis 35 km. |
| 17.9.1939 |
Kampfhandlungen in Polen vom 3.9.-30.9.39: -unleserlich- Zdiary mit I.R.169 rechts, I.R.188 links Auftrag -unleserlich- stärkeren Gegner, der mit Front nach Süden bei Hut-unleserlich- Krzeszowska der 8.Divsion gegenübersteht durch Stoß in die Westflanke zu vernichten. Gegner ist jedoch abgezogen, die Division erreicht ihr Angriffsziel kampflos. Außerordentlich schwieriges Gelände der Tanew-„Wüste". Die rückwärtigen Dienste kommen nicht nach. Ein Großteil der Gefechtsfahrzeuge kommt erst nach Mitternacht wieder an die Truppe heran. Der Betriebsstoff geht aus, so daß selbst die Kfz., welche nicht im Sand stecken blieben, am 18.9. aus Betreibsstoffmangel in Huta Kr. zurückbleiben müßen. Sogar der Div.Stab ißt am 18.9. seine eiserne Portion. Nach Norden kein Anschluß, die 4.Div. ist etwa 30 km abgesetzt, Verbindungaufnehme nach Süden mit 27.Div. in Derylaki. Trotz dieser Schwierigkeiten Marschleistung der Division für die Hus Gegend Nisko herangeführte Masse 28 km. |
| 18.9.1939 |
Kampfhandlungen in Polen vom 3.9.-30.9.39: Fortsetzung der Verfolgung ohne Feindberührung durch die Tanew-"Wüste" nach Bilgoraj. Marschleistung 20 km. |
| 19.9.1939 |
Kampfhandlungen in Polen vom 3.9.-30.9.39: Die Division folgt der 27.Div. bis Rudka und biegt dann nach Norden auf Szezebrzeszyn — Wielacza ab zur Sicherung der Nordflanke des A.K.,4.Div. bei Krasnystaw, Verbindungaufnahme mit Teilen der 4.leichten Div. in Zamosc. Hierzu frühzeitig voraus Abteilung v. Ditfurth (Kdr.II./I.R.196) mit Radfahrern und später auch 3./A.A.168. Die Marschziele werden ohne Feindberührung erreicht, hie und da Spähtrupp-Schießereien. Marschleistung bis 45 km. |
| 20.9.1939 |
Kampfhandlungen in Polen vom 3.9.-30.9.39: Der Bug wird als Demarkationslinie zwischen Deutschland und Rußland bekanntgegeben. I.R.169 und I.R.188 säubern, ohne wesentlich Gefangene und Beute zu finden, das Waldgelände nordostwärts Rudka. Verst.I.R.169 erreicht Zamosc, verst.I.R.188 Ploskie, verst.I.R.196 verbleibt in Wielacza. |
| 21.9.1939 |
Kampfhandlungen in Polen vom 3.9.-30.9.39: -unleserlich- Weichsel befohlen. Der Rückmarsch zur Weichsel wird angetreten, -unleserlich- sich bei verst.I.R.196 (ohne II.), das ab Zamosc 2-unleserlich- Gefangene nach rückwärts transportiert.) Kdr. hat sich auf Drängen der 4.lei.Div. und auf Grund persönlicher Beurteilung der Lage, die durch erneuten Feindangriff auf die südostwärts Zamosce stehende 27.Div, bestimmt ist, zum Entlastungsstoß in die Nordflanke des Angreifers auf die Waldstücke südostwärts Jarostawiec entschlossen. Nach Rückfrage beim Korps wird das Regiment nach Westen in Marsch gesetzt, jedoch 1 1/2 Stunden später nach erneutem Korpsbefehl angehalten und wieder nach Zamosc zurückgeführt. Inzwischen hat sich jedoch die Lage vor 27.Div. soweit geklärt, daß Einsatz des Rgt. zu deren Entlastung nicht mehr erforderlich ist, Marschleistung 25 km (außer I.R.169). |
| 22.9.1939 |
Kampfhandlungen in Polen vom 3.9.-30.9.39: Rückmarsch soll Richtung Dilgoraj erfolgen, Die Division wird angehalten, da die Lage bei der 8.Division in der Gegend Krasnobrod noch ungeklärt. I.R.169 gewinnt nördlich Rudka wieder Anschluß an die Division. Am Spätnachmittag wird ein verst.Btl. I.R.188 zum Offenhalten des Waldausganges bei Kossobudy für einen etwaige Vormarsch der Division nach Osten vorgeschöben. |
| 23.9.1939 |
Kampfhandlungen in Polen vom 3.9.-30.9.39: Das VII.A.K. greift mit 27.Div. von Zamose aus nach Südosten, rechter Flügel bei Labunki, das VIII.A.K, mit linkem Flügel 8.Div. über Taranwatka nach Nordosten an, um nördlich und nordostwärts von Tarnawatka im Anmarsch gemeldete Feindkräfte einzukesseln. Auftrag für 68.Div.: Die Division (ohne I.R.169 und ohne II. und IV./A.R.168) verhindert Feinddruchbruch in der Lücke zwischen 8. und 27.Div. im Raume Krasnobrod - Lipsko. In abschnittsweisem Vorgehen erreichen unter ständigen Gefechten gegen schwächeren Gegner, anscheinend Vorausteile, bis zum Einbruch der Dunkelheit: Verst.I.R.188 (links vorgestaffelt) Gegend Kol.Suchowola -— Bozawola, Verst.I.R.196 (rechts rückwärtsgestaffelt) Höhe nordostwärts -unleserlich- Dabei kann das III./I.R.196 den -unleserlich- Jacnia in letzter Minute gegen poln.Kavallerie entsetzen. Starker Widerstand bei Potoczek und Suchowola wird von I.R.188 in Zusammenwirken mit I.R.196 gebrochen. Der Einbruch der Dunkelheit verhindert Fortsetzung des Angriffs bis zur Straße Tarnawatka - Wolka Labunska. Die Division geht in der erreichten Linie zur Ruhe über. Sie hat ihre Aufgabe gelöst. Marschleistung mit Gefecht in außerordentlich schwierigem Gelände bis 40 km. |
| 24.9.1939 |
Kampfhandlungen in Polen vom 3.9.-30.9.39: Die Division soll unter Belassung von Sicherungen in Linie Guciow — Kossobudy sich vom Gegner absetzen und über Rudka nach Westen abmarschieren. Der Beginn der Bewegung wird für Hellwerien nach vorausgegangener nächtlicher Einrichtung einer Aufnahmestellung in Linie Jacnia — Höhen westlich Feliksowka — Lipsko angeoranet. Etwa nach 2.00 Uhr ist beim Div.-Gef.Std. Szewnia starker Gefechtslärm aus Richtung Suchowola und später (4.00 Uhr) aus Richtung Feliksowka hörbar. I.R.188 hat lange Zeit keine Verbindung mit seinen Bataillonen, glaubt jedoch das Absetzen vom Feinde befehlsgemäß durchführen zu können. Folgendes hatte sich ereignet: Starke poln.Kavallerie (etwa eine Brigade) hat in der Nacht das III./I.R.188 in Kol.Suchowola und kurz darauf das für die Aufnahmestellung bestimmte I./I.R.188 in Suchowola angegriffen. Beide Ortschaften sind umstellt. Der Pole drängt, zum Teil auch wohl von Einwohnern innerhalb der Dörfer unterstützt, von allen Seiten. Dem III.Btl. (Kdr.Major Hildebrand) gelingt es zuerst, die Angriffe unter starken Verlust für den Polen abzuwehren, Beim I.Btl. ist dagegen vorübergehend eine ernste Krise eingetreten., insbesondere wohl auch deshalb, weil dort als bei einem Res.Bataillon weniger Kräfte im Sicherungsdienst eingesetzt waren. Überraschend ist der Pole in das Dorf eingedrungen. Die Aussenposten der in der Kirche ruhenden 3.Kompanie werden lautlos umgebracht. Geballte Ladungen und M.G.Feuer richten unter der -unleserlich- das Ortsgefecht in der Dunkelheit -unleserlich-lich behaupttet sich aber das Bataillon, Kdr. Oberst-unleserlich- Friedel, wenn auch unter großen Verlusten. Gegen 13.00 Uhr trifft das Bataillon unter Mitnahme seiner sämtlichen Verwundeten an der Aufnahmestellung Regiments in Szewnia ein. Verluste: 3 Offz. gefallen, 4 verwundet, 1 vermisst, Uffz.: 3 gefallen, 13 verwundet 8 vermisst, Mann: 20 gefallen, 88 verwundet, 69 vermisst. Nachrichten über diese Ereignisse sickern erst ganz allmählich durch, Rgt. und Div. sehen erst um die Mittagszeit einigermaßen klar. Im großen und ganzen muß jedoch auch dieser nächtliche Überfall als gescheitert beurteilt werden. Gegen 4.00 Uhr früh greift der Pole auf breiter Front erneut im Abschnitt I.R.186 an, gerade in dem Augenblick, als die Ausweichbewegung auf die Aufnahmestellung bei Höhe 342 (westlich Feliksowka) eingeleitet ist. Er folgt dem von Bozawola zurückgegangenen II.Btl., besetzt Rachodoszcze und dringt in Feliksowka ein, das von Teilen des Stabes I.R.188 noch verteidigt wird. Weiter südlich wird er von Teilen des III./I.R.188 und II./I.R.196 abgewehrt. In Gegend Feliksowka ist er dagegen in die Lücke zwischen III. und II.Btl. hineingestoßen und erscheint plötzlich, Kavallerie, Infanterie, in dichten Angriffswellen vor der noch schwach besetzten Aufnahmestellung - das dafür bestimmte I.Bataillon war durch den Überfall in Suchowola festgehalten. Die Artilleriebeobachter auf Höhe 342 melden plötzlich den am Westhang der Höhe in Stellung befindlichen Batterien der III./A.R.168 das Vorgehen der Polen. Und nun schlägt auf Entfernungen von 1000 bis 2000 m in den massierten polnischen Angriff mit ganz erheblicher Wirkung das Feuer der III./A.R.168. Der Ansturm scheitert, Teile fluten zurück nach Rachodoszcze, Teile jedoch gehen nördlich an Suchowola vorbei über das schon am Vortag hart umkämpfte Potoczek auf Adamow vor. Dort stehen sie plötzlich vor dem Nordflügel der Aufnahme des I.R.196 und im Zielraum der I./A.R.168, Stellungen westlich Adamow. Wieder treten ganz erhebliche Verluste bei den Polen ein. Der Angriff scheitert trotzdem er überraschend durch Zufall in dem für ihn günstigen Moment des Absetzens der vorder -unleserlich- un ergben sich später dem I.R.196 -unleserlich-trupps erreichen über Kossobudy die Wälder nordostwärts Rudka. Das I.R.169 ist überhaupt nicht angegriffen worden. Die Division, Gef.Std. in Szewnia, hat an ihrem Auftrag, sich vom Gegner abzusetzen im großen und ganzen festgehalten. Es wurde jedoch schon in den Morgenstunden Verteidigung der Linie Jacnia - Ostrand Szewnia - Lipsko angeordnet, um damit die noch vorwärts kämpfenden Bataillone, sowie die III./A.R.168 sicher aufnehmen zu können. Der Div.Gef.Std. am Ostrand Szewnia wird zur Verteidiging eingerichtet. Ein Verbindungsoffizier wird zur 8.Division nach Krasnobrod entsandt. Bis 11.00 Uhr klärt sich die Lage dahin, daß mit Ausnahme starker Verluste beim I./I.R.188 - hier fehlen noch genauere Nachrichten - nicht nur das Absetzen vom Feinde gelungen, sondern auch ein beachtlicher Abwehrerfolg erzielt ist. Nach 15.00 Uhr, als die Masse der Divisicn Guciow und Kossobud nach Westen durchschritten hat, als in Linie Bondyrz - Wald westlich Blizow - Kossobudy eine neue Aufnahmestellung und zugleich Sicherungslinie für die kommende Nacht nahezu aufgebaut ist (I.R.196, I./I.R.169, III./A.R.168), wird im Einverständnis mit K.K.VII die Aufnahmestellung zurückgenommen. Gegner folgt nicht. In der Nacht vom 24./25.9. ruht die Division unbehelligt in Rudka und westlich. Marschleis7uung mit Gefecht bis zu 40 km. |
| 25.9.1939 |
Kampfhandlungen in Polen vom 3.9.-30.9.39: Fortsetzung des Rückmarsches hinter die Weichsel bis Frampol und westlich ohne Feindberührung. Das zuletzt aus der Sicherungslinie bei Kossobudy I./I.R.169 (Kdr.Hptm.d.Res.Roth) marschiert an diesem Tage 57 km; 27.Div. folgt bis Bilgoraj. |
| 26.9.1939 |
Kampfhandlungen in Polen vom 3.9.-30.9.39: Rückmarsch bis Gegend Modliborzyce. Am Nachmittag wird die dorthin bestimmte rückwärtigste Marschgruppe (verst.J.R.196 durch Korpsbefehl bei Janow angehalten, um erforderlichenfalls den zur Entlastung der bei Aleksandrow hart ringenden 8.Div, angesetzten Flankenstoß der 27.Div. über Zaorenda nach Südost unterstützen zu können. Abends wird bekannt, daß dieser Angrifff eingeleitet durch einen kühnen Vorstoß der vorübergehend an 27.Div. abgegebener Pz.Abw.Abt.168 bei Kukielki (7km südwestlich Rudka) zur Kapitulation einer 6000 Mann starken Restgruppe der polnischen -unleserlich-gültig entspannt. Der Gegner bei Suchowola -unleserlich-letzt auch unter dem Druck der über den Bug vorgehenden Russen seine hoffnungslosen Kampf aufgegebene Der 26.9. ist der große Tag der Pz.Abw.Abt.168. war sie als Mot.—Gruppe der Division gefolgt, ihre Offz. hatten als Ortskommandanten oder Verkehrsregelungskommandos bei den verschiedenen Flußübergängen Verwendung gefunden. Am 26.9. hat sie in infanteristischem Einsatz entscheidenden Anteil an der Endphase der"Schlacht um Tomaszow" genommen, wenn auch nicht unter dem Kommando der 68. sondern dem der 27.Division. Marschleistung: 35 km. Bericht über die Kapitulation der poln.Armee bei Zaorenda am 26./27.9.39.(Major Tams PAA.168): Am 26.9.39 gegen .30 Uhr marschierte die Abteilung, die über Nacht ostw. und südostw. Rudka gegen einen in den Wäldern gemeldeten Gegner gesichert hatte, nach Zaorenda mit dem Auftrag, die bereits am Vorabend innegehabte Sicherungslinie auf den Höhen ostw. und südostw. Zaorenda im Verein mit Teilen des I./I.R.40 zu beziehen. Währerend der Nacht war ein Batl. des I.R.40 vorgezogen und sicherte in der Linie Eisenbahnlinie beiderseits der Kirche südlich Zaorenda - Höhe 327 -unleserlich- Kwasna Gr.Gora. Gegen 10.30 Uhr war die Sicherungslinie durch die Pz.Abw.Abt.168 wie folgt verstärkt: 1.Kompanie Reserve im Südteil Zaorenda (1 Geschütz sichert die Strasse nach Zygmunty), 2.Kompanie mit einem Zuge beiderseits, Kwasna Gr.Gora, 3.Kompanie mit einem Zuge auf Höhe 304 (4km ostw. Strassenkreuz nordöstl. Zaorenda) Masse der 2. und 7.Kompanie hinter den Abschnitten. in Reserve. Gegen 13.30 Uhr erhielt die Abteilung durch den Nachhutführe der 27.Division Major Dallmer-Zerbe den Befehl, mit einer Kompanie verstärkt durch einen Kav.-Geschütz-Zug/A.A.27 die Höhe 321 Wyyzona Gora (7km südostw. Kirche Zaorenda) in Besitz zu nehmen, um die im Süden hart kämpfende 8.Inf.Div. zu entlasten. Eile sei geboten. Die 27.Inf.Div. hatte inzwischen kehrt gemacht, um den in Gegend Aleksandrow gemeldeten Feind anzugreifen. Gegen 16.00 Uhr erreichten die ersten inmarschgesetzten Teile des I.R.40 Zaorenda Die 1./P168 wurde angesetzt zum Angriff auf die Höhe 321 und angewiesen, das Heraustreten aus Zygmunty durch die zugeteilten I.G.s überwachen zu lassen und die Bewegung auf 321 unter starker Sicherung und Staffelung nach links und rechts anzutreten. Die Pioniere, die im Walde 2 km südostw. Zaorenda eine Baum- und Minensperre gebaut hatten wurden veranlasst, einen Umgehungsweg zu erkunden und herzurichten damit die Geschütze schneller nach vorn gebracht werden konnten. -unleserlich- schreitend an. An der Minensperre traten die Sicherer -unleserlich- Späher, die sich ohne Schuß Zygmundy zurückzogen. Die Kompanie umging auf schwierigen Wegen die Minensperre durch den Wald südostw. der Strasse und ging durch Zygmunty weiter vor. Der zur Verstärkung der Kompanie eingesetzte Zug der 2./P168 - die 1.Kompanie verfügte nur über 5 1.MG - erreichte die vorgehende 1.Kompanie an der Sperre. In Zygmunty kam es erneut zur Gefechtsberührung mit feindlichen Vorposten. Der Feind wurde durch Feuer zurückgeworfen. Gegen 16.00 Uhr trafen bei der 1.Kompanie ein poln. Oberst und ein poln. Major als Parlamentäre ein, die angaben, dass ihr in Kukielki anwesender Armeegeneral auf die Meldung des bereits laufenden Angriffs hin, um unnötiges Blutvergiessen zu vermeiden, dem deutschen Befehlshaber seine Kapitulation anbiete. Der Abt.Kommandeur, der mit dem Adjutanten den vordersten Teilen der Kompanie gefolgt war, entsandte sofort Hauptmann von Manteuffel, Kompaniechef 1.Kompanie und den poln. Major zum poln. Armeegeneral nach Kukielkie, um die sofortige Einstellung der Feindseligkeiten einzuleiten. Die 1.Kompanie wurde angehalten. Der Abt.Kommandeur geleitee den poln. Oberst zum Div.Gef.Stand am Strassenkreuz nördlich Zaoranta. 16.30 Uhr nahm der Div.Kdr. der 27. Div., Generalleutnant Bergmann, die Kapitulation an und befahl die sofortige Inmarschsetzung der auf 6000 Mann und 150 Offz. geschätzten Reste dieser Poln.Armee Der Abt.Kommandeur wurde zur Einleitung der erforderlichen Schritte zum poln. Armeeeoberbefehlshaber Przeizcmiersci nach Kukielkie entsandt. 17.00 Uhr traf Hauptmann Tams im Quartier des poln. Oberbefehlshabers ein nahm dessen Erkllärung zur Übergabe entgegen und übermittelte den Wunsch des Div.Kommandeurs. Genral P. bat, zunächst noch in seinem Quartier verbleiben zu dürfen, um die notwendigen Befehle zur Übergabe und zur Versammlung seiner Truppen zu geben. Gegen 18.30 Uhr fuhr Hauptmann Tams zum zweiten Male nach Kukielkie um dem Befehl des Div.Kommandeurs entsprechend, den poln. Oberbefehlshaber zum Div.Kommandeur zu geleiten. Kurz vorher hatte ein kurzes Vorpostengefecht stattgefunden, in dessen Verlauf ein poln. Kapitän fiel. Durch das schneidige Vorgehen eines Uffz. wurde der sich entspinnende Feuerkampf im Keime erstickt. General P. wurde von einem Generalstabschef begleitet, -unleserlich- letzten Befehle zur Übergabe durchführen sollte. Gegen 18.45 Uhr beggrüsste Generalleutnet Bergmann seinen Gegner und beglückwünschte ihn zu seinem tapferen Verhalten in den vorhergehenden Gefechten. Anschliessend begleitete Hauptmann Tams und Leutnant Sterz den poln. Oberbefehlshaber zum kommandierenden General des VII.A.K. nach Stojeski? Gegen 19.00 Uhr trat das poln. Inf.Reg.116 unter Führung des Regts.Kommandeurs zur Übergabe. an; es wurde 500 m nordwestl. k. durch die 1.Kompanie entwaffnet und marschierte weiter auf Bilgoraj. Es folgte ein zweites Regiment, dann wurde die Übergabe während der Nacht eingestellt. |
| 27.9.1939 |
Kampfhandlungen in Polen vom 3.9.-30.9.39: 27./28.9. Die Division setzt als westliche des Korps den Rückmaisch über die Weichsel über Krasnik nach Ozarcw fort. Pz.AbweAbte 168 bleibt weiterhin der mit einem Tagemarsch Abstand folgenden 27.Div. unterstellt. Zusammen mit Pa.Abw.Abt.27 sichert sie den Rückmarsch des Korps bei Bilgoraj und am 28./29.9. Dzwola. Marschleistung für 68.Div. Täglich etwa 35 km. Bericht über die Kapitulation der poln.Armee bei Zaorenda am 26./27.9.39.(Major Tams PAA.168): Am Morgen des 27.9. gegen 6.30 Uhr empfing der Kommandeur an der vereinbarten Demarkationslinie den Armeegeneral Kruschewski mit seinem Stab und geleitete ihn zum Div.Stabsquartier Bilgoraj. Gegen 8.00 Uhr erscheinen auf dem Abt.Gef.Stand Fw. Poreby 20 Kraftwagen mit poln. Offizieren, darunter 3 Generale, die zum Div.Gef.Stand nach Bilgoraj weitergeleitet wurden. In langem Zuge folgte dann weitere Infanterie, Artillerie Kavallerie. Am Nachmittag wurde die Erhebliche Beute sortiert und da die Transportmöglichkeiten gering waren, zum Teil vernichtet. |
| 28.9.1939 |
Bericht über die Kapitulation der poln.Armee
bei Zaorenda am 26./27.9.39.(Major Tams PAA.168): Am Morgen des 28.9. gegen 8.30 Uhr setzte die Abteilung den Rückmarsch über Bilgoraj Frampol fort. Es waren am Gefecht beteiligt: an eigenen Truppen: Pz.Abw.Abt.168, Pz.Abw.Abt.27 (ohne 2.Kp. und 2 Züge 4.Kp.) Tle.d.Korps-Nachr.Abt.47; an Feindtruppen: Inf.Rgt.9 und 10 mit berittenene Teilen und Artl.(Stärke: 100 Offz., 1000 Mann, 4 GEschütze u.Kav.), 1 Kav.Brigade (Stärke unbek.) |
| 29.9.1939 |
Kampfhandlungen in Polen vom 3.9.-30.9.39: 29./30.9. Die Demarkationslinie ist wieder an den Bug vorgeschoben. Der beabsichtigte Abmarsch zur Verladung aus Gegend Kielce nach Westen wird angehalten. Die Division bleibt unter allmählicher Verbreiterung ihres Unterkunftsraums in Ozarow. Immer noch belästigen polnische Kräfte, tapfer bis zum Letzten, Rücken und Planke des abmarschierenden Korps. So hat die Pz.Abw.Abt.168 am 29.und 30.9. noch einmal bei Dzwola einen ernsten Kampf zu bestehen. Abmarschbereit auf der Straße stehend, sieht sieh sich plötzlich von überlegenen polnischen Kräften eingekesselt und auf nahe Entfernung unter Feuer genommen. Hauptmann Tams, Kdr.Pz.Abw.168, übernimmt das Kommando über die in gleicher Lage befindliche Pz.Abw.27, zu dem über seine eigene Abteilung hinzu. Da der gemeinsame Führer beider Abteilungen, Major Dallmer-Zerbe, von der Verbindungsaufnahme zur 27.Div. in KRasnik noch nicht zurückgekehrt ist. 30 Stunden lang halten sich die beiden Abteilungen, Pz.Abw. Abt.168 im Brennpunkt, gegen die immer wieder wiederholten polnischen Angriffe. Kühne Gegenstöße werfen bereits nach Dzwola eingedrungene Feindteile wieder aus dem Dorf. Nachts um 2.00 Uhr am 30.9. bricht der letzte polnische Angriff zusammen. Bericht über die Kapitulation der poln.Armee bei Zaorenda am 26./27.9.39.(Major Tams PAA.168): Am 29.9.39,8.00 Uhr stand die Abteilung abmarschbereit mit Stab, Nachr.-Zug im Garten des Pfarrhauses,1.Kompanie au£ dem nach Norden aus Dzwola herausführenden Wege, Spitze am Wegekreuz, 2.Kompanie auf dem Wege Frampol - Dzwola mit Anfang an der Kirche, 3.Kompgnie dahinter. Es sollte der Weitermarsch auf Jankow angetreten werden. Sicherungen standen an den Ortsausgängen. Kurz vor dem Abmarsch kam der Befehl des Nachhutführers, Major Dallmer-Zerbe, dass sich der Abmarsch voraussichtlich um 1 - 1 1/2 Stunde verschiebt; dann hiess es,die Abteilung bleibt vorerst in Dzwola. Kurz darauf erreicht die Abteilung der Befehl, dass zwei Kompanien zum Gefangenentransport nach Annopol zu beordern seien. 2. und 3.Kompanie erhielten Befeehl: "Kompanien erreichen sofort antretend Krasnik, Kompanie-Chefs voraus zum Div.-Gefechtsstand." Gegen 8.30 Uhr verliess Major Dallmer-Zerbe Dzwola, um Verbindung mit der Division aufzunehmen. Die Kompanien waren gerade angetreten um Auftrag und Marschweg bekanntzugeben (siehe Skizze 1), als gegen 9.00 Uhr von Nord-Ost her Gewehrfeuer zu hören war. Der gerade auf dem Abt.Gef.Stand (Pfarrhaus) anwesende Führer der 2.Kompanie meldete einen feindlichen Reiterspähtrupp, den ein M.G.seiner Kompanie vertrieb. Das Feuer verstärkte sich jedoch durch 1.und s.M.G.= sowie Pakfeuer zu einer grösseren Heftigkeit. Der Komp.Chef 2.Kompanie eilte zur Kompanie. Der Kommandeur lief an den Nordausgang zur 1.Kompanie. Folgende Lage bot sich dem Kommandeur "Von den Höhen nordostw.des Dorfes griff feindliche Infantefie ent=wickelt in mehreren Treffen gestaffelt den Nord- und Nordostrand von Dzwola an. Eine feindliche Batterie feuerte auf Dzwola". Die 1.Kompanie war sogleich am Nordrand des Dorfes - ihrem Sicherungsabschnitt der vergangenen Nacht - in Stellung gegangen.Die 2.und 3.Kompanie, deran Kraftfahrzeuge wegen des bevorstehenden Abmarsches in -unleserlich- (siehe Skizze 1) Kommandeur besprach sich kurz mit Hauptmann Schmidt, Führer Pz.Abw.Abt.27 Abschnitte der Nacht blieben zur Verteidigung die gleichen. Hauptmann Schmidt fuhr zur Klärung der Frage, ob die Angreifer Russen seien, mit weisser Flagge zum Gegner. Auf unserer Seite wurde teilwe das Feuer eingestellt. Die Polen jedoch gingen erneut vor und erreichten im Nordosten das Ende der Fahrzeugkolonne und begannen, Leute zu entwaffnen. Nunmehr gab ich - ich war gerade im Abschnitt der 2.und 3.Kompanie - den Befehl, das Feuer aufzunehmen. Da die 3.Kompanie jedoch am Anfang der Fahrzeuge angetreten war, konnte sie nicht mehr an das Ende der Fahrzeugkolonne gelangen. 3 MG., die Kfz.ohne Komp.-Trupp und 1 Zug gerieten in Feindeshand. Die Lage erschien nunmehr äusserst kritisch. Durch das rasche Zupacken des Zuges Rammig, 2.Komp., konnte der Feind, der bereits bis in die Schlucht an der Nordostecke des Dorfes eingedrungen war, und die 2.und 3.Kompanie im Rücken bedrohte, dem Gegenstoss zurückgeworfen werden. Dabei wurden 2 s.MG.erbeutet. Besonder zu erwähnen ist das Vorgehen zweier MG.-Trupps, die aufrecht,das Gewehr im Arm,feuernd vorgingen. Diese Meldung konnte noch durch Fernspruch dem Ia der Divisiön durchgegeben werden. Alsdann war sie unterbrochen. Es blieb aber der Abteilung die Funkverbindung, die dann entscheidend mitwirkte. Im Abschnitt der 1.Kp.kamen die Polen bis an unsere Linien heran. Der Ruhe und dem persönlichen Einsatz des Kompanie-Chefs ist es zu verdanken, dass die beiderseitigen Linien zurückgenommen wurden und nach Rückkehr des Hauptmanne Schmidt das Gefecht mit beiderseitig zurückgenommener Linien wieder aufgenommen werden konnte. Durch das Durchrufen falscher Befehle wurde auch am Ostrand des Dorfes das Feuer eingestellt. Die Polen nutzten diese Gelegenheit aus und entwaffneten 18 Mann des Nachr.-Zuges, die bereits südlich der Strasse 1bis dicht an die Försterei vorgedrungen und nun von der Abteilung abgeschnitten wurden. Nachdem es sich herausgestellt hatte, dass es sich um Polen handele, die die Absicht hatten, weiterzukämpfen, wurde der Kampf überall wieder aufgenommen. Jetzt erfolgte der Angriff der Polen auch von den Höhen nördlich und nordwestlich von Dzwola, sowie von Süden her. Durch Einsatz von Artillerie schoss der Gegner nunmehr Gehöfte in Brand. Einer feindlichen Gruppe gelang es,in den Ostrand des Dorfes vorzudringen. Durch persönlichen Einsatz des Komp.- Führers der 2.Kompanie, Oberlautnant Rilk, gelang es,den Feind,der durch diese Flankierung der 2.und 3.Kompanie bereite Verluste beigefügt -unleserlich- die Stellungen zu verbessern und eine gewisse Feuerüberlegenheit zu erzielen. Der Feind erhielt erhebliche Verluste (siehe Skizze 2). An den gefährdeten Stellen wurden Paks in Stellung gebracht, einige MG.-Nester ausser Gefecht setzten. Bei Vorhandensein von Sprenggranaten wäre die Wirkung vernichtend gewesen. Die Lage erschien im Augenblick aussichtsreicher. Es konnte der Ort längere Zeit verteidigt werden, jedenfalls solange die Munition ausreichte. Der Gegner stellte das Artilleriefeuer ein. Die Weisung der Division, auf Jannow auyzuweichen war nicht ausführbar, da 1. sich die Truppe am Nord= und Ostrand mit dem Feind zu sehr verbissen hatte, 2. der Feind die Höhen, die die Strasse und das Gelände nach Erzemien beherrschten, in Besitz hatte, 3. angreifende polnische Kavallerie im Süden and Osten den Weg versperrte, 4. sämtliche Kraftfahrzeuge und Geschütze hätten aufgegeben werden müssen. Gegen 13.50 Uhr meldete sich von Norden kommend ein polnischer Kapitän als Parlamentär. Es wurden folgende Abmachungen getroffen: Beiderseits freier Abzug, Austausch der Gefangenen und Verwundeten, Rückgabe der erbeuteten Waffen, Waffenruhe ab 14.00 Uhr. Die Abteilung war ausserdem bereit, auf Bitten der Polen, deren Verwundeten ärztliche Hilfe zu leisten. Während der Verhandlung ging das Feuergefecht im Osten,Süden und Westen weiter. Aus der schlechten Erfahrung des Vormittags heraus war befohlen, auf jeden vorgehenden Polen zu feuern. Der polnische Parlamentär veranlasste, dass an den noch kämpfenden Orten das Feuer eingestellt wurde. Kurz darauf traf ein poln.Rittmeister, der südlich und westlich Dzwola kämpfenden polnischen Kavallerie, der die getroffenen Vereinbarungen nicht anerkannte, ein, da Dzwola von seiner Truppe ringsum eingeschlossen sei. Es stellte sich nämlich heraus, dass die Abteilung von zwei verschiedenen Verbänden angegriffen wurde, die ihrerseits keine Verbindung miteinander hatten. Der Rittmeister schickte einen Fähnrich an seinen Befehlshaber, um Weisungen zu erhalten. Die Vereinbarungen mit der poln.Infanterie wurden vorerst innegehalten. Um 15.00 Uhr war der Gefangenenaustausch und Verwundetenrücktransport zu Ende. Scheinbar veranlasst durch die poln.Kav.Division zog die um -unleserlich- Stellungen und Deckungen zu verbessern, Munition zu ergänzen und -unleserlich- Die scheinbar zunächst günstigen Verhandlungen schienen fehlzuschlagen. Da inzwischen durch Funk Entsatz auf Kfz.angekündigt war, wurde auf Zeitgewinn gekämpft. Gegen 15.00 Uhr erschien ein deutscher Aufklärer, warf Munition ab und griff die im Norden stehende poln.Infanterie an. Das Feuergefecht lebte wieder auf; es gelang aber zunächst, die poln. Unterhändler zu beschwichtigen. Als mit 15 Uhr Weisungen für den poln.Rittmeister nicht eingegangen waren, verlangte er durch einen Offizier zurückgeführt zu werden, um uns nunmehr endgültig die Bedingungen seines Befehlshabers zu übermitteln. Oberleutnant Bertel, P.27, fuhr zu dem in Krzemien stehenden poln. Befehlshaber. Angesichts der Lage,dass die Abteilung von überlegenen Kräften umschlossen war und sofortige Hilfe von der bereits im Raum um Krasnik stehenden 27.Inf.Div.nicht sofort möglich war, glaubte der Feind, folgende Bedingungen zu stellen: Bedingungslose Übergabe, Niederlegung der Waffen, Vernichtung der Kfz.und des Geräts, Abtransplit als Gefangene. Die Bedingungen wurden abgelehnt, ohne auf die unverschämten Forderungen einzugehen. Die Abteilung bot ihrerseits dem Feind freien Abzug an. Nach Abschluss dieser Verhandlungen wurde der Wiederbeginn der Feindseligkeiten auf 18 Uhr festgesetzt. Gegen 17.45 Uhr wurde nach Vereibarung mit den Polen die Schwerverwundeten beider Parteien abtransportiert. Dabei gelang es dem Feldwebel Badyna des Stabes, die Verbindung mit der Division aufzunehmen. Bemerkenswert waren die Leistungen des leichten Funktrupps, der Korps-Nachr.Abt.47, der den ganzen Tag über,die Nacht hindurch mit Teilen des Nachr.Zuges/P.168 und am nächsten Vormittag unter schwierigen Verhältnissen unablässig arbeitete, um die einzige Verbindung mit der Division aufrecht zu erhalten. Die Fernsprechverbindung war gleich zu Beginn des Gefechts ausgefallen. Während der Nacht wurde die Funkstelle in die Kirche eingebaut, um gegen Artilleriefeuer geschützt zu sein. Mit Einbruch der Dunkelheit gruben sich die Kompanien am Dorfrand tief ein. Während der Nacht entstanden zusammenhängende Stellungen, die mit K-Rollen verdrahtet wurden. Die Nacht verlief bis auf einige Feuerüberfälle ruhig. |
| 30.9.1939 |
Kampfhandlungen in Polen vom 3.9.-30.9.39: -unleserlich- Mittgaszeit wird die Verbindung mit dem zum -unleserlich- Janow heranrückenden I.R.40 der 27.Div. aufgenommen. Verluste: TOT: 1 Offz., 2 Uffz., 16 Mann, verwundet: 1 Offz., 1 Uffz., 12 Mann. Das tapfere Aushalten der Abteilung in anscheinend hoffnungsloser Lage ist beispielhaft. Infolge dieser erneuten Aktivitt der oftmals geschlagenen, versprengten Reste der poln.Armee werden nich am 30.9. Teile des I.R.196 und die A.A.168 in eine Brückenkopfstellung ostwärts Annopol wieder auf das Ostufer der Weichsel geführt. Die Stellung wurde nicht mehr angegriffen. Bericht über die Kapitulation der poln.Armee bei Zaorenda am 26./27.9.39.(Major Tams PAA.168): Gegen 2.30 Uhr versuchte der Feind, im Südosten und Süden anzugreifen, wurde jedoch nach kurzem heftigen Feuerkampf abgeschlagen. Im Morgengranen des 30.9. angesetzte Spähtrupps meldeten, dass das Vorgelände nördlich und ostwärts von Dzwcla bis auf versprengte Gruppen, -unleserlich- gelungen, bei einem weit überlegenen Gegner, nicht nur die Stellung zu halten, sondern durch Gegenstösse ständig zu verbessern. er Angriff des Gegners brach dicht vor dem Ortsrand unter stärksten Verlusten zusammen. Leider waren auch die eigenen Verluste erheblich. Die Abtellung verlor: 1 Offz., 2. Uffz. 16 Mannschaften verwundet: 1 Offz., 1 Uffz. 12 Mannschaften. Das tapfere Aushalten der Abteilung fand die Anerkennung aller Vorgesetzten. Bei dem Gefecht um Dzwola hat es sich herausgestellt, dass die Feuerkraft der Abteilung /- zumal nach dem Verlust von 4 MG der 3.Kp nur deshalb gegen einen Angriff von Infanterie ausgereicht hat, weil eine Anzahl erbeuteter MG eingesetzt werden konnten, und sehr viel Beutemunition vorhanden war. Die Wirkung der Pz.Abw.Geschütze hätte durch Brisanzgranaten erheblich gesteigert werden können; so brachten nur Volltreffer in M.G.- Nester usw. den gewünschten Erfolg, sehr gut war die Wirkung der 2cm Geschosse, die bei der geringsten Berührung zersprangen. Da die Kompanien zur Erhaltung ihrer wertvollen Fahrzeuge um diese kämpfen mussten, konnten sie keine grosse Beweglichkeit entfalten. |
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