| Kriegstagebuch Januar 1944 | |
| 3.1.1944 | KTB 9.Armee. (Seiten fehlen... vermutlich 3.oder 4.1.1944) Gef.Stand überfallen (s.dazu Anl. ІV 2). Mehrere Einbrüche werden gemeldet. Die Heeresgruppe befiehlt, ein verstärktes Btl. zunächst als Eingreifreserve an der Armeenaht 31./267.I.D. bereitzustellen und seine rasche Verschiebung im Kfz.-Marsch zur 267.I.D. vorzubereiten (Chef H.Gr./Ia, 10,50 Uhr, s.Anl. V 1). Kurz darauf wird die Inmarschsetzung der nächstgelegenen St.Gesch.Abt.(185) nach Now. Bychoff befohlen. Sie soll dem AOK 4 unterstellt werden (Chef H. Gr./Ia, 11,05 Uhr; s.Anl. V 2). Als teilweisen Ausgleich für die bisher hinter der Front des LV.A.K. stehende St.Gesch.Abt.185 ordnet das AOK die Zuführung einer Bttr. der St.Gesch.Abt.244 (bisher beim XXXV.A.K.) zum LV.A.K. an (Ia/OB, 11,07, s.Anl.IV 1). Am Abend teilt АOK 4 mit, eine Bereinigung der Feindeinbrüche sei nicht möglich gewesen; man versuche jetzt den Aufbau einer neuen HKL in Höhe des Südteils des Brückenkopfes Star.Bychoff und der als Winterstellung ausgebauten Uchljast-Stellung. Der Einsatz des Eingreif-Btl. war nicht erforderlich. In Fortsetzung der Maßnahmen zur Bildung von Reserven befiehlt das AOK die Abgabe aller in der Armee vorhandenen Pak (SF) an die Armee-Panzerjäger-Abt., der außerdem von der s.H.Pz.Jg.Abt. noch s.Pak 43 zugeführt werden (Anl.IV 4). Die in 3 Sf.-Kpn. 1 s.Pak 43-Kp. gegliederte Armee-Pz.Jg.Abt. ist als bewegliche Panzerabwehr-Reserve vorgesehen. Die abgebenden Divisionen erhalten als Ausgleich s.Pak 40. Heute ergeht der Armeebefehl für die Vorbereitung des Bandenunternehmens südl. und südwestl. Bobruisk. Die Leitung des Unternehmens wird dem Korück übertragen; die zur Verfügung stehenden Verbände (Beteiligung der Luftwaffe ist noch nicht geklärt) sollen unter dem Div.Kdo. 707.I.D. zusammengefaßt werden. (Einzelheiten s.d.Anl.). Bis zum 6.1. soll die Aufstellung der Alarm-Btle., bis zum 10.1. die Ablösung der Sicherungs-Btle. durch die Alarm-Einheiten, bis zum 14.1. die Versammlung aller Verbände beendet sein. |
| 4.1.1944 | |
| 5.1.1944 | KTB 9.Armee. Beim linken Nachbar ist der Feind der Absetzbewegung auf die Uchljast=Stellung nur mit schwachen Kräften gefolgt und greift heute nicht an. Unter eingehender Darlegung der in ihrer möglichen Weiterentwicklung noch undurchsichtigen Feindlage vor dem LV.A.K.hat das AOK die H.Gr. darauf hingewiesen, daß es seiner Ansicht nach notwendig sei, sowohl das als Eingreifreserve bereitgestellte BtL der 31.I.D. im Armeebereich verfügbar zu lassen als auch die St.Gesch.Abt.185 bald wieder zurückzuunterstellen (Anl. V 1). Die H.Gr. befiehlt darauf dem AOK 4, die St.Gesch.Abt. ohne ausdrückliche Genehmigung nur auf dem Westufer des Dnjepr einzusetzen, im Hinblick auf eine gegebenenfalls notwendig werdende Rückführung der Abt. zur 9.Armee (Anl. V 2). Deutlicher als in der nördlichen Armeenaht beginnen sich allmählich die feindl. Angriffsabsichten am äußersten rechten Flügel der Armee abzuzeichnen. Es sind jetzt insgesamt 12 feindl.Schtz.-Divn. vor dem XXXXI.A.K., im Raum Ostaschkowitschi (hart südl. der Areegrenze) drei Flak-Divn. versammelt. Ergebnisse der Erd-und Luftaufklärung (Entminen in Frontnähe, lebhafte Bewegungen im Hintergelände) deuten auf einen bevorstehenden Angriff in südwestlicher Richtung (auf den Nordflügel der 2.) hin, wobei die dichte Frontbesetzung vor dem XXXXI.Pz.K. als Rückendeckung für einen Vorstoß auf Kalinkowitschi gedacht sein könnte. Möglich wäre allerdings auch, daß der Feind gleichzeitig oder in erster- Linie Angriffsabsichten südwestl. der Beresina hegt. Genaueres ist noch nicht zu erkennen - auf jeden Fall ist mit Fortdauer der fdl. Aktivität vor dem XXXXI.A.K. zu rechnen. Es wird deshalb dem XXXV.A.K. befohlen, die St.Gesch.Abt.244, das Div.Kdo.707.I.D.und einen Erkundungstrupp des Gr.W.Btl.19 zum XXXXI.Pz.K. in Marsch, zu setzen(Ia/Chef XXXV.,24,00 Uhr). Weitere Maßnahmen sollen folgen. Die Kampfhandlungen an der Front beschränken sich im wesentlichen auf beiderseitige Aufklärungstätigkeit (s.Anl.II und III). |
| 12.1.1944 | KTB 9.Armee. Die immer weiter zunehmende Verschärfung der Lage bei der 2.Armee veranlaßt das AOK zu weiterer, insbesondere artilleristischer Verstärkung des neu übernommenen Südabschnitts, in dem sich lediglich schwache Teile der 4.Pz.Div. und einige Sicherungseinheiten befanden. (Einzelheiten s. Ziff. 3 der Tagesmeldung, Anl. II). Erste Teile der in Zuführung begriffenen 35.I.D. sind in den beiden Ausladebahnhöfen Krassnyj Bereg und Teluscha eingetroffen und werden im Kfz.=Marsch beschleunigt in ihren neuen Einsatzraum gebracht. Den Befehl über diesen Abschnitt hat das XXXXI.Pz.K. dem Div.Kdo. 707.I.D. bis zum Eintreffen des Div.Kdos. 35.I.D. übergeben, da es als Führungsstab geeigneter erscheint als der zunächst vorgesehene Brigadestab Treptow. Dieser erhält die bisherige Aufgabe des Div.Kdos.707.I.D., den Bau. der Riegelstellung, zugewiesen. Über die weitere Kampfführung der 2.Armee fällt heute eine wichtige Entscheidung. Der Führer hat die Zurücknahme der Front auf die Pripjet=Upa=Linie genehmigt (s. Anl, IX). AOK 2 teilt mit, daß Vorbereitungen für die Ausweichbewegung bereits in vollem Gange seien (Chef 2/Chef 9, 17.00 Uhr). Im Endergebnis wird sie zur Aufgabe von Kalinkowitschi und Mosyr führen; das bedeutet leider, im größeren Rahnen gesehen, für den Feind die Gewinnung einer durchgehenden Eisenbahnverbindung von Retschiza und Gomel über Kalinkowitschi nach Shitomir und Berditschew. Andererseits wird aber jetzt das Anschlußhalten zur 2. Armee, auf dessen Wichtigkeit der Feldmarschall heute noch einmal ausdrücklich hingewiesen hat (FM/Chef, 9.50 Uhr), erheblich erleichtert werden, wenn auch damit zu rechnen sein dürfte, daß der Feind mit verstärkten Angriffen auf der Upa=Front reagieren wird, sobald nach der Frontzurücknahme die jetzt zum Zangenangriff von Süden und Nordosten auf die 2. Armee angesetzten Kräfte freigeworden sind. Dieser Abschnitt wird also aller Voraussicht nach Brennpunktabschnitt bleiben. An Kampfhandlungen bringt der Tag örtliche Gefechte bei XXXXI.Pz.K., wo der Feind am Südflügel der 134.I.D. und bei Rossowo (253.I.D.) mehrfach in Kp.-Stärke angreift. In den Morgenstunden hat der Gegner auch wieder einmal beim XXXV.A.K. einen Angriffsversuch unternommen, der erfolglos bleibt. Beim LV.AK. an der Dnjepr=Front sind außer geringer feindlicher Aufklärungstätigkeit keine Gefechtshandlungen zu verzeichnen. |
| 14.1.1944 | KTB 9.Armee. An der Front des XXXXI.Pz.K. nimmt die Kampftätigkeit allmählich zu. Bei Nowosselki und Zidoff (707.I.D.) fühlt der Feind erstmalig mit Spähtrupps vor, bei Medwedoff (36.I.D.) greift er mit schwächeren Kräften an und wird abgewiesen. Bei Rossowo gelten seine mit starker Feuervorbereitung geführten Vorstöße der Gewinnung von Petschischtsche und eines Stützpunktes nördlich Rossowo, von wo aus er einen tiefen Einblick in das Gelände nordwestlich des Ortes heben würde. Auch hier brechen die Angriffe im Feuer der eigenen Waffen zusammen. Die Absetzbewegung der 2.Armee auf die Pripjet=Upa=Linie ist beendet (s.Anl. V 2). Die Heeresgruppe erwägt nunmehr eine Neuregelung der Befehlsverhältnisse im Upa=Abschnitt, verbunden mit einer Wiederordnung der im Laufe der letzten Tage durcheinander geratenen Verbände. Es wird - unter vorläufiger Aufrechterhaltung der Grenze bei Kaplitschi - entschieden, daß die ganze 35.I.D. der 9.Armee zugeführt werden soll, mit der Auflage, ein Btl. als Armeereserve in die Gegend von Peski, d.h. also in den gestern Vereinbarung sgemäß vom LVI.Pz.K. zeitweise übernommenen Abschnitt zu stellen, Die noch am Südflügel der 9.Armee eingesetzten Teile der 4.Pz.Div. und 2 RSO=Abteilungen sollen dafür der 2. Armee zugeführt werden. Gegen die ebenfalls befohlene Abgabe der z.Zt. noch in Front stehenden Sicherungskräfte wendet sich das AOK mit dem Hinweis, daß infolge der Аbschnittsverbreiterung eine Vergrößerung des rückwärtigen Gebiets um den als starkes Bandenzentrum bekannten Raum Choino-Karpilowka erfolge. Die Heeresgruppe erklärt dazu, die endgültige Grenze werde so nach Nordwesten gezogen werden, daß eine wesentliche Vergrößerung des rückwärtigen Gebiets nicht eintrete; infolgedessen bleibt es bei dem Befehl zur Abgabe (s.Anl. V 1 und IV 1). Eine endgültige Grenzziehung erfolgt noch nicht, doch dürfte anzunehmen sein, daß die Armee den jetzigen Befehlsbereich behalten wird. An der Front des LV.A.K. tritt der Feind im Abschnitt der 296.I.D. zu einem plötzlichen Vorstoß in Kp.-Stärke an. Der Angriff bleibt zwar schon vor dem eigenen Drahthindernis im zusammengefaßten Feuer liegen, weitere Ansammlungen des Gegners im gleichen Raum lassen jedoch auf die Möglichkeit einer Fortsetzung der Angriffe schließen. Um, falls der Feind morgen früh erneut angreifen sollte, auch stärkeren Vorstößen gewachsen zu sein, befiehlt der Oberbefehlshaber, zur Bildung eines örtlichen Abwehrschwerpunktes noch heute nacht das z.Zt. als Armeereserve in Rogatschew stehende Alarmbtl. des LV.A.K. nebst einer Bttr.Sturmgeschützen zur 296.I.D. in Marsch zu setzen (s.Anl. IV 3). Zur Festigung ler Abwehr am Nordflügel der Armee, wo leider eine fühlbare artilleristische Schwächung durch die befohlene Wegziehung der noch im Abschnitt der 31.I.D. stehenden Artillerieteile der 267.I.D.). eintreten wird, ordnet das AOK enges Fühlunghalten der Artilleriekommandeure des LV.A.K. und der 31.I.D. mit den entsprechenden Kommandeuren im Nachbarabschnitt (4.Armee) an (s.Anl. IV 2). |
| 15.1.1944 | KTB 9.Armee. Die nach Zurücknahme der 2.Armee erwarteten feindlichen Umgruppierungen zwischen Pripjet und Beresina haben begonnen (s. Ic=Zwischenmeldung und Anl. VII 1). Wenn auch Umfang und Ziele dieser Umgruppierungen noch nicht voll zu übersehen sind, so kann doch bereits als wahrscheinlich angenommen werden, daß der Feind die zahlreichen zwischen beiden Flüssen freigewordenen Verbände nicht zur Währung seiner Offensive südlich des Pripjet in den großen Durchbruchsraum zwischen Heeresgruppe Mitte und Heeresgruppe Süd verschieben, sondern zu neuen Angriffen gegen die Ostfront der 2.Armee und den Südflügel der 9.Amee verwenden wird. Eine ausgesprochene Schwerpunktbildurig ist noch nicht klar erkennbar, möglich erscheint sie am rechten Flügel des XXXXI.Pz.K. (707.I.D.). Hier greift der Gegner nach zwei erfolglosen Vorstößen auf Peski mit starker Art.Unterstützung Nowosselki (6 km nordostw. Peski an der Upa, Karte 1 : 100 000) an und es gelingt ihm, den Ort in Besitz zu nehmen. In sofort einsetzendem Gegenstoß kann zwar der Ort wiedergenommen, die alte HKL jedoch nicht überall wieder erreicht werden. Die Kämpfe dauern bis in die Nacht hinein fort. Aus dem Raum Rossowo werden örtliche Kampfhandlungen gemeldet (s.Anl. II und III), im übrigen verläuft der Tag an der ganzen Front außer geringer beiderseitiger Aufklärungstätigkeit ruhig, auch im Abschnitt der 296.I.D. kommt es nicht zu der erwarteten Wiederholung des gestrigen Feindangriffs. Trotzdem soll das als Eingreifreserve bereitgestellte Alarmbataillon mit der Sturmgeschützbatterie zunächst noch einen weiteren Tag bereitgehalten werden, für den Fall, daß die feindliche Angriffstätigkeit wieder auflebt; heute hat der Gegner lediglich ein etwas unruhigeres Verhalten gezeigt, sich in den vorderen Gräben verstärkt und vermehrt mit Artillerie geschossen (Chef LV/ Ia, 11,25 Uhr). / |
| 16.1.1944 | KTB 9.Armee. Auf der gesamten Front des XXXXI.Pz.K. tritt der Feind zu . zahlreichen, rasch an Heftigkeit zunehmenden Angriffen an, unterstützt von starker Artillerie und in den Schwerpunkten unter rollenden Einsatz seiner Luftwaffe. Am stärksten sind die beiden Korpsflügel betroffen - es scheint, als ob der Gegner in Verfolgung seiner alten Operationsabsicht, auf Bobruisk durchzustoßen, sich zunächst die beiden dorthin führenden Wege über Gaaritschi und Tschirkowitschi öffnen wolle. Dem würde auch der Kräfteeinsatz entsprechen; die Angriffe gehen einerseits weit über den Rahmen der sonst vor größeren Angriffshandlungen üblichen Erkundungsvorstößen hinaus, sind aber andererseits noch nicht mit der Masse der zur Verfügung stehenden Verbände geführt. Dennoch kommt es zu schweren Kämpfen und auch zu feindlichen Erfolgen. Bei der 253.I.D. gelingt dem Gegner ein örtlicher Einbruch bei Rossowо im Abschnitt der 707.I.D. kann er nicht nur Nowosselki wiedernehmen, sondern sogar seinen gestrigen Einbruch auf etwa 1 l/2 km Tiefe und 5 km Breite erweitern (Einzelheiten c. Anl. II und III), Damit hat der Feind einen verhältnismäßig breiten Brückenkopf über die Upa gewonnen . Ihn wieder über den Fluß zurückzuwerfen, verspricht bei den nur schwachen eigenen Kräften und der Wahrscheinlichkeit, daß er seine Angriffe morgen mit verstärkter. Wucht fortsetzen wird, keinen Erfolg (Chef/OB, 17.15 Uhr). Der Oberbefehlshaber befiehlt deshalb dem XXXXI.Pz.K., unter Verzicht auf einen Gegenangriff in der erreichten Linie zur Verteidigung überzugehen. Unterdessen soll der Ausbau der Wischa=Linie mit allen zur Verfügung stehenden Kräften vorangetrieben werden (s. Anl. IV 3). Ferner entschließt sich der Oberbefehlshaber zu einer Schwächung der Front des XXXV.A.K., vor der sich der Feind heute ruhig verhalten hat, um die Abwehrkraft des Südflügels der Armee zu verstärken. Das XХХV.А.K., erhält Anweisung, sein Reservebataillone, eine Art.-Abt. und eine Pz.Jäg.Abt. dem XXXXI.Pz.K. zuzuführen (s. Anl. IV 4). Das als Armeereserve vorgesehene G.R.58 erhält noch keinen Einsatzbefehl, um für den weiteren Verlauf der Kämpfe zur Verfügung zu bleiben. Schon jetzt muß damit gerechnet werden, daß bei Fortdauer der feindlichen Angriffe auf das XXXXI.Pz.K, der Zwang eintreten kann, aus z.Zt. nicht angegriffenen. Abschnitten weitere Kräfte abzuziehen, um den Südflügel halten zu können, und zwar würde der überall nur schwach besetzten Front in einem solchen Falle nicht nur auf Kräfte des XXXV.A.K., sondern auch auf solche des LV.A.K. zurückgegriffen werden müssen. In einem Gespräch mit dem Feldmarschall (ОВ/FM, 20.15. Uhr) betont der Oberbefehlshaber, für wie außerordentlich gefährlich er angesichts des zu erwartenden Feindangriffs am Dnjepr eine solche Schwächung des linken Armeeflügels halte. Der Feldmarschall erklärt jedoch, er sehe die Gefahr eines solchen Angriffs als nicht nahe bevorstehend an; für den Fall, daß sie akut würde, werde er mit Kräften der 4.Armee für eine Entlastung Sorge tragen. |
| 25.1.1944 | KTB 9.Armee. Dem XXXXI.Pz.K. ist der Aufbau einer neuen Verteidigungsfront in der 2.Stellung gelungen. Der Feind, der die Nachtruppen der 134.I.D. an mehreren Stellen angreift, wird abgewiesen, die Brückenköpfe Kobylschtschina und Saretschje können, gehalten werden. Vor der Front der 36. und 253.I.D. schließt der Gegner mit starken Kräften auf, wobei er durch zahlreiche Verminungen und Sperren aufgehalten wird. Eigene Luftwaffe bekämpft feindliche Ansammlungen und Bereitstellungen (s. dazu Anl. II u. III). Auch beim LVI.Pz.K. ist die Kampftätigkeit heute wieder nur gering. Der Feind benutzt die Zeit zu umfangreichen Umgruppierungen. Westlich der Wischa hat er sich durch Zusammenziehung von 7 besonders kampfkräftigen Schtz.Div., die anscheinend durch Heranführen von Verbänden aus dem Raum Osaritschi noch verstärkt werden, eine Kräftegruppe von erheblicher Stoßkraft geschaffen, offensichtlich mit der Absicht eines Durchbruchs über die Tremlja. Auch das I.Gde.Pz.K. scheint er hier herangezogen zu haben. Man muß deshalb in diesen Abschnitt mit einem baldigen Wiederaufleben heftiger Kämpfe rechnen. Auf bauend auf den Erfahrungen des bisherigen Kampfverlaufs und in der Erwartung, daß der Feind seine Durchbruchsversuche südlich der Beresina weiter fortsetzen wird, läßt der Oberbefehlshaber an die beteiligten Korps eine grundsätzliche Kampfanweisung ergehen (Anl. IV l). Davon ausgehend, daß der Feind seine Erfolge in erster Linie der in dem größtenteils unübersichtlichen Waldgelände besonders unangenehm fühlbaren zahlenmäßigen Schwäche der eigenen Infanterie verdankt, wird befohlen, durch vermehrten Einsatz schwerer Waffen in Geländeabschnitten mit guter Beobachtungsmöglichkeit dort infanteristische Kräfte einzusparen und und diese dann zur Verdichtung der Front in unübersichtlichen Abschnitten einzusetzen. Um dem neuen feindlichen Angriffsverfahren, der plötzlichen und überraschenden Bildung örtlicher Angriffsschwerpunkte, wirksam entgegentreten zu können (was vor allem dann Erfolg verspricht, wenn Gegenstöße sofort geführt werden und nicht erst dann, wenn schon größere Einbrüche erzielt sind), wird die Zurückhaltung zahlreicher kleiner Stoßgruppen befohlen, denen die Aufgabe zufällt, die feindlichen Angriffsspitzen im Gegenstoß solange aufzuhaltcn, bis stärkere Reserven zur Stelle sind - hierzu soll je Schwerpunktabschnitt ein durch Sturmgeschütze verstärktes Btl. bereitgehalten werden. Endlich wird angeordnet, unter Einsatz aller Mittel den Ausbau von Riegel- und rückwärtiger Stellungen so zu fördern, daß in Falle eines Feindeinbruchss mindestens eine als Auffanglinie geeignete Stellung als Rückhalt für den Neuaufbau der Verteidigung vorhanden ist. Das geschieht in der klaren, Einsicht, daß es in dem gegenwärtigen Kampf darauf ankommt, unter allen Umständen einen feindlichen Durchbruch zu verhindern und gleichzeitig die größtmögliche Abnützung der gegnerischen Kräfte zu erreichen. Wenn in Anbetracht der eigenen zahlenmäßigen Unterlegenheit bei dieser dieser Art der Kampfführung einzelne Geländestreifen verloren gehen, so muß dies - wenn auch ungern - in Kauf genommen werden. Zu diesem Zweck soll, hinter der derzeitigen HKL ein dichtes Netz neuer Stellungen entstehen (srAnl. I op. und IV 1 v. 27.1.44). Dem XXXV.A.K. wird aufgegeben, seine neu entstandene Beresina= Flanke durch Einsatz von Alarmeinheiten zu verstärken und dafür Sorge zu tragen, daß auch artilleristisch die sofortige Bekämpfung übergesetzter Feindteile sichergestellt ist - auch hier kommt es entscheidend darauf an, jeden gegnerischen Vorstoß schon im Keime zu ersticken. Als Führungsstab für diesen Abschnitt hat das AOK dss Div.Kdo. 707.I.D. zur Verfügung gestellt. |
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