| Kriegstagebuch Mai 1944 | |
| 12.5.1944 | Erlebnisbericht über
den Abtransport von der Habinsel Chersones v.Hptm.Thallwitz (50.ID). In der Nacht vom 11./12.5.44 wurde ich im Rahmen der 73.Inf.Div. in der Schutzstellung für die Anlegestellen in der Linie Maxim-Gorki II Gretschichina eingesetzt. Um 23.00 Uhr gingen die Regimenter über die Schutzstellung auf die Anlegestellen zurück und fanden zum größten Teil keine Schiffe zum Abtransport vor. Mit Beginn des Hellwerdens steigerte sich das Störungsfeuer, das während der Nacht auf der Haldbinsel lag, zum Trommelfeuer und gegen 4.00 Uhr morgens brach die Schutzstellung zusammen. Alles ging auf die Anlegestelle bezw. auf die Steilküste zurück. Ich selbst verbarrikadierte mich mit 10 weiteren Offz. der 73. und 336.Inf.Div. in einer Felsenhöhle, die zwischen Leuchtturm Chersones und der Anlegestelle K1 lag. Wir hoften auf Abtransport in der nächsten Nacht. Den ganzen Tag über verbrachten wir unbemerkt in der Felsenhöhle. Mit Beginn der Dunkelheit versuchten wird durch Blinken mit einer Taschenlampe die Aufmerksamkeit der Seeseite auf uns zu lenken. Motorengeräusche auf See, sowie ein kurzes Seegefecht, ließ auf das Vorhandensein von deutschen Schiffen schließen. Gegen Mitternacht erschien ein deutsches Schnellboot, das langsam die Küste entlang fuhr und auf unser Blinkzeichen in nächster Nähe der Küste herankam. Der Versuch, das Schnellboot schwimmend zu erreichen scheiterte, so daß von der Bootsbesatzung ein Schlauchboot ausgesetzt werden mußte, das uns übernahm. Obgleich der Russe die gesamte Halbinsel Chersones besetzt hatte, gelang die Übernahme vom Feind unbemerkt. Dasselbe Schnellboot übernahm im Laufe der Nacht auf hoher See mehrere Floßbesatzungen und brachte uns nach Constanza. |
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