Division z.b.V.606
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Kriegstagebuch Februar 1945
3.2.1945
Kriegstagebuch Gen.Kdo.CI.A.K:1)
Laut Fernschreiben vom 3.2.45 hat der Führer eine neue Unterstellung der Flak-Artillerie im Ostraum befohlen. Damit fällt die bisherige Unterstellung unter den
General der Artillerie Berlin weg.
5.30 Uhr treffen Oberst i.G.Danke und Major i.G.Witte als Chef und Ia ein. Ic fehlt noch.
8.00 Uhr Übernahme des Abschnittes durch Korps Oder (Anlage 6).
Eingesetzt sind: rechts: 25. Pz.Gren.Div.,
                 links: Inf.Div.z.b.V. 606.
Die Division Döberitz versammelt sich im Raum Alt-Friedland – Wriezen. Nach vollständiger Versammlung ist folgende Gliederung beabsichtigt:
Rechts: 25.Pz.Gren.Div.,
Mitte: Div.Döberitz,
Links: Div.z.b.V.606.
Nachbarn: rechts: V.SS-Geb.Korps, links: Stellv.Gen.Kdo.II A.K.
9.00 Uhr Angriff der 25.Pz.Gren.Div. aus Ortwig heraus vormittags noch nicht erfolgen.
11.45 Uhr meldet diese, daß Angriff 13.00 Uhr beginnt.
11.30 Uhr spricht General Busse, Oberbefehlshaber der 9.Armee mit Kdr. General:  a) Beseitigung der Brückenköpfe so schnell wie möglich,
                                                                                  b) mit Sammeln der Div.Döberitz im Raum Wriezen einverstanden.
Div. Döberitz meldet das Eintreffen von I./Pi.301, I./302; II./300 im Anmarsch.
Oberst Beigel, Korps-Pi.-Führer, meldet sich. Auftrag: Erkundung des Korps-Abschnittes und Möglichkeiten des Pi.-Einsatzes und Festlegung der
bereits durch die Div. eingesetzten Pi.-Kräfte. Ergebnis: An Pionieren stehen zur Verfügung: Pi.-Btl.(mot) 25, davon 2 Kompanien zur Stelle,
eine Kompanie im Anmarsch; Pz.Pi.-Ersatz und Ausb.Komp. in Freienwalde, Pi.-Zug A.A. 3.
Derzeitiger Einsatz dieser Kräfte: a) Pi.-Btl.(mot) 25 infanteristisch, b) andere Teile mit Schwerpunkt an den Brücken.
Eis auf der Oder geschlossen, überschreitbar für Infanterie und leichtere Fahrzeuge.
4.2.1945
Kriegstagebuch Gen.Kdo.CI.A.K:1)
....
Btl.Brandenburg wird Inf.Div.606 z.b.V. zugeführt. II.Btl.3./VII (Gneisenau-Einheit) wird 25.Pz.Gren.Div. zugeführt.
....
Bericht über die Fahrt des kommandierenden Generals zur Inf.Div.606 z.b.V. und zur 25.Pz.Gren.Div. (Anlage 11).
5.2.1945
Kriegstagebuch Gen.Kdo.CI.A.K:1)
Kdr. General fährt zum Gefechtsstand der 303.Inf.Div. und der 25.Pz.Gren.Div., die den heutigen Angriff durchführen (Anlage 12).
Korps-Pi.-Führer überprüft den gesamten Sperrausbau und die Besatzung der Oderbrücken. Als Rahmenpersonal steht eine Aufsicht der Fahnenjunkerschule
Dessau-Roßlau in Stärke von 1 Offizier und 32 Fahnenjunkern zur Verfügung. Sperrarbeiten mit Volkssturm und zivilen Kräften gut angelaufen.
Erster Befehl zum Ausbau von Stellungen in der Front und in der Tiefe wird vom Korps-Pi.-Führer gegeben (Anlage 13).
Eisdecke 30 cm stark, für le.Fahrzeuge befahrbar. Oder beiderseits der Brücke von Hohenwutzen offen.
Einsatz der Eisenbahn-Batterie 695 2 km südwestlich Schulzendorf.
Übernahme der Qu.-Geschäfte im Korps-Stab Oder durch Rittmeister Lemcke. IVb trifft ein.
Bei 25. Pz.Gren.Div. gewinnt ein um 14.30 Uhr begonnener Angriff, aus dem Raum nordwestlich Ortwig in allgemeiner Nordost-Richtung geführt, gegen
zähen feindlichen Widerstand langsam Boden. Zahlreiche feindliche Widerstandsnester und 3 s.Pak werden vernichtet. Fortführung des Angriffes ist
vorgesehen. Korpsbefehl Nr.2 (Anlage 14).
Ab 16.00 Uhr greift Feind nach starker Artillerie-Vorbereitung gegen Genschmar, Sophienthal, Kienitz und Groß-Neuendorf an. Angriff in Groß-Neuendorf
wird zerschlagen; die anderen nach geringen Einbrüchen zum Stehen gebracht.
Der Angriff der Division Döberitz kommt infolge zahlreicher stark feuernder eingebauter Pak und Scharfschützen und besonders wegen flankierender
Wirkung aus Merin und Ortwiger Graben zum Stehen (Anlage 15).
Zuführungen: 13./300, 3./Pi.Btl. 303.

25. Pz.Gren.Div.: 3 Pak vernichtet.
Inf.Div.Döberitz meldet 30 vernichtete Pak, 20 vernichtete M.G.;
Inf.Div. 606: 1 Panzerabschuss, 20 Gefangene.
Verluste: 3 eigene Panzer bei 25.Pz.Gren.Div.,
Döberitz: 6 Sturmgeschütze ausgefallen, Gren.Rgt.300 bis 17.00 Uhr ca. 250 Mann ausgefallen.

Wetter:
stürmisch, weiteres Auftauen des Eises, Wege stark verschlammt.
Zugang:
13./300, 3./Pi.-303
12.2.1945
KTB CI.A.K.:
Anlage 37
Geheim

An A.O.K. 9

nachr.: XI.SS-A.K.
        Oder-Korps
        Div. „Berlin“
        Div. „Döberitz“
                Div.z.b.V.

Tagesmeldung an A.O.K. 9 vom 12.2.1945:


1.) Im Angriff entlang der Trepnitz-Linie gewann Rgt. „Grossdeutschland“ und Rgt.300 eng aneinandergelehnt die Straße Gross-Neundorf – Ortwig
    bis zum Berührungspunkt mit der Eisenbahn. Starkes feindliches Feuer aus zahlreichen, schwer erkennbaren Nestern und aus Stützpunkten
    ausgebaute Gehöfte brachte weiteren Durchbruchsversuch zum Scheitern. Gegenangriffe aus Gross-Neundorf drückte vorderste Teile beider Rgt.,
    die zudem aus Gegend Bahnhof Neundorf und Ortwig stark flankiert wurden, fast bis in die Ausgangsstellung (südlich der Straße) zurück.
    Gehöft 1km ostwärts Ortwig (nördlich der Strasse) wechselte in harten Kämpfen mehrmals den Besitzer un dblieb in Feindeshand.
    Im Raum Sydowswiese erreichte eigener Angriff gegen 9 Uhr Zusammenfluss Oder – Alte Oder. Nach Abwehr eines durch Panzer unterstützten
    Gegenstoßes: Angriff nach Norden unter Wegnahme von 2 feindlichen s.Pak. Nach planmäßiger Vorbereitung mit Art., 22 Batterien allein auf
    Abschnitt Rehfeld – Gross-Neuendorf, Gr.Werfer, s.Pak und Salvenschützen ab 14.10 Uhr trat Feind um 14.30 Uhr (anscheinend durch eigenen
    Angriff vorzeitig ausgelöst, mit Masse von 2 Divisionen, verstärkt durch Panzer im Raum zwischen Sydowswiese und Gross-Neuendorf zum
    Angriff an. Feindeinbrüche westlich Gross-Neuendorf, nördlich Amt Kienitz, südlich Amt Kienitz und etwa 1,5 km nordwestlich Rehfeld.
    Amt Kienitz wird gehalten. Gegenangriffe in Btl.-Stärke verstärkt durch Sturmgeschützzug in Richtung Amt Kienitz, in Komp.-Stärke mit
    3 Sturmgeschützen in Richtung nordwestlich Kienitz angesetzt. Die erbitterten Kämpfe dauern an. Bei Karlsbiese erreichte eigener Angriff
    in Rgt.-Stärke gegen zähen Feindwiderstand Wegeknick am Nordausgang Karlsbiese und Oderdamm nördlich davon. Im Raum Güstebiese blieb in
    den gestrigen Abendstunden eigener Angriff auf Brückenkopf westlich Einmündung Alte Oder in Oder nach guten Anfangserfolgen liegen.
    Wiederholung des Angriffes blieb erfolglos. Neunmalige feindliche Gegenangriffe. Ostwärts der Oder reger Fahrverkehr, Panzergeräusche
    bei Grüneberg.
2.) An Hand der Karte gegeben.
6.) Siehe besonderes Fernschreiben.
7.) Abwehr erwarteten feindlichen Gross-Angriffes auf alte HKL.
8.) Werden nachgemeldet.
9.) Nach Niederschlag erneute starke Verschlammung, leichter Schneefall. Eis ohne Hilfsmittel für Inf. nicht passierbar.
10.) Erhebliche Ausfälle, Zahlenmeldung erfolgt durch IIa/IIb.

Für das Generalkommando CI.A.K.
Ia Nr. 20166/45 geh.
Der Chef des Generalstabes

i.A.(gez.) Witte
Major i.G.
13.2.1945 KTB CI.A.K.:
Anlage 40
Geheim
An XI.SS-A.K.

   Oder-Korps
   Div.„Berlin“
   Div.„Döberitz“
   Div.z.b.V. 606

Tagesmeldung an A.O.K. 9 vom 13.2.1945

1.) In der Nacht vom 12. auf 13.2. gelang es Feind mit starker Art.- und Salvenschützen-Unterstützung durch eigene im Aufbau befindliche
    Sicherungslinie aus Richtung Kienitz nordwestlich Freigut vorbei und auf Amt Kienitz aus Richtung Neuendorf über Fuchsberge und
    entlang Straße auf Ortwieg mit stärkeren Kräften durchzustossen. Bei Gehöften 1 km nordwestlich Freigut wurde Feind in den frühen
    Morgenstunden durch eigene Gegenangriffe aufgefangen und auf den Graben nordwestlich Freigut nach Nordosten zurückgeworfen.
    In harten wechselvollen Kämpfen und gegen mehrere feindliche Gegenstöße wurden sämtliche Gehöfte südlich dieses Grabens in Besitz
    genommen. Nach schwerem Art.- und Salvenschützbeschuss, durch den die zwei angfreifenden Komp. hohe Ausfälle hatten, gewann Feind
    3 Gehöfte 1 km nordwestlich Freigut (südlich des Grabens) zurück. Bei Feindangriff in Amt Kienitz wurden 4 Panzer bewegungsunfähig
    geschossen. Eigene Besatzung von Kienitz am Westrand des Ortes zurückgedrängt. Nach Auffang feindlichen Angriffs westlich Fuchsberge
    in den frühen Morgenstunden trat Rgt.300 (rechtes Rgt.Inf.Div. „Döberitz“) mit einem Btl., von Sturmgeschützen unterstützt, um
    15.30 Uhr zum Angriff an und nahm nach hartem Kampf die Höhe. Eigener Gegenstoß im Morgenraum zur Wiedergewinnung Gehöfte 1 km
    ostwärts Ortwig blieb erfolglos.
    Im Abschnitt 606I.D. frühmorgens verstärktes feindliches Feuer schwerer Inf.-Waffen auf Oderdamm südlich Zollbrücke. Feindlicher
    Angriff auf Güstebiese – Loose in Zugstärke abgewiesen. Feindangriff in den Abendstunden von Nordwesten auf Sydowwiese zur Zeit noch
    im Gange. Weitere Meldungen fehlen. Eigener planmäßiger Gegenangriff mit einem Btl. zur Gewinnung des Grabens nordwestlich Freigut
    für die Nacht angesetzt.
2.) Siehe übersandte Pendelkarte.
4.) Zuführungen zu Div. „Berlin“:
    II./Gren.Rgt.652,
    Rgt.-Stab, Stabs-Komp. und 13.Komp./Gren.Rgt.653,
    3./(Flak)Komp. Pz.Jg.Abt. „Berlin“,
    2 Abt. Flak-Rgt. 182.
    Abgabe:
    I.u.IV.Abt. Volks-Art.Rgt. 404.
5.) Div.z.b.V.606: Alt-Gaul
6.) Siehe Fernschreiben.
7.) Siehe Fernschreiben.
8.) Rgt.302: 25 Scharfschützenabschüsse.
    Bei Div. z.b.V. 606 1 ehemaliger Kriegsgefangener aus dem Kriegsgefangenen-Lager Küstrin-Neumark gefangen genommen.
9.) Diesig, leichter Schneefall, Regen, Wege stark verschlammt.
    Wasser an der Oder steigend.
10.) Wird nachgemeldet.
Generalkommando CI.A.K. Ia Nr. 20195/45 geh.

Nachtrag zur Tagesmeldung an A.O.K. 9 vom 13.2.1945:

Nach übereinstimmenden Feststellungen der Truppe (vB.-Stellen der Inf. und Art. und Gefangenenaussagen) handelte es sich bei den
Feindkräften die am 12.2. im Abschnitt Kienitz -  Gross-Neuendorf zum Angriff antraten, um starke Teile von 3 Div.. Anscheinend
wurde der Gegner durch den gleichzeitigen Angriff auf der ganze Front zwischen Sydowswiese - Gross Neuendorf überrascht.
Das Korps ist der Ansicht, dass der Gegner durch den Angriff entlang der Trennungslinie zwischen Div. "Berlin" und "Döberitz"
dazu veranlasst worden ist in der Mitte seiner Brückenkopffront anzutreten, um die eigenen, im Angriff befindlichen Verbände
zu überlaufen und damit seinen Brückenkopf zu erweitern.
Die wirkliche Stärke in seinem bisherhigen Brückenkopf, welche trotz laufender Luft- und Erdaufklärung nicht in vollem Umfange
bekannt war, trat nun zu Tage. Dass es trotzdem gelang den Gegner nach etwa 2 km tiefen Einbrüchen aufzufangen, ist in erster
Linie auf die bewegliche Kampfführung der unterstellten Verbände, die starke Unterstützung des Volks-Art.Korps und die
Bodenverhältnisse, die einen Einsatz von Panzern in grösserer Anzahl verinderten, zurückzuführen.
Auf die auf Grund der GEsamtlge notwendig werdende Abgabe des Volks-Art.Korps entstehende Schwächung der Abwehrkraft des Korps
wird hingewiesen, besonders an Kalibern über 10cm. Flak-Rgt.182 muss erst beweisen, dass es einen brauchbaren Ersatz darstellt,
abgesehen davon, dass Rohrzahl und Kaliber in ihrer Wirkung wesentlich geringer sind.
Generalkommando CI.A.K. Ia Nr.20195/45 geh.
14.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
Kdr.Gen. sucht Gefechtsstände der Div. Döberitz und Berlin auf. Er weist auf folgendes hin: An Trennungslinien der Div. besonders auf Sicherung der
„Naht“ halten. Alte Oder muß so gesichert sein, daß Russe keineswegs einsickern kann. Beide angreifenden Div. müssen Nahtkommandos haben, die engste
Verbindung untereinander halten. Der Russe muß dauernd in Bewegung gehalten und beunruhigt werden. Beobachtung und Erkundung von Bereitstellungen

sind von ausschlaggebender Bedeutung. Art.Munition nicht verkleckern, sondern nur auf Befehl des Div.Kdrs. einsetzen. Aus den kommenden Marsch-Btl.
sollen Artilleristen herausgesucht werden. Gen.Major Hübner betont, daß Stellungen von vorn stark ausgebaut werden, besonders bei Neu-Lewin.
Div. benötigt dringend Minen und Stacheldraht.

Bei 309 soll die Ausbeulung in Richtung Letschin nicht durch Ansetzen eines Btl.herbeigeführt werden, sondern durch Zerschlagen mit Art.Feuer und
Ansetzen von Stoßtrupps.

Ko.Pi.Fü. erkundet eine Pegelstelle an der Oder bei Neu-Glietzem. Meldeweg für Ablösung ist sicher gestellt.
Straßenbrücke Zäckerick ist durch Art.Volltreffer gesprengt worden (Anlage 42).
Im rechten Abschnitt des Korps werden mehrere Stoßtrupps gegen den Oderdamm bei Sydowswiese abgewiesen, ebenfalls ein Angriff gegen den Raum
Sophiental-Rehfeld. Bei einem eigenen Angriff auf den Jesargraben werden 4 fdl. Panzer vernichtet und ein weiterer bewegungsunfähig geschossen.

Hier und im Abschnitt vor der Div.Döberitz verstärkt sich der Feind laufend. Im mittleren Abschnitt dieser Div. geschieht der Feind erstmalig mit
Phosphorgranaten. Im linken Korpsabschnitt bei 606.J.D. lebhafte Luftaufklärung und Tieffliegertätigkeit. (I.L.2) (Anlage 43).

Der rege Übersetzverkehr und das Einschieben neuer Verbände, sowie das Auftreten eines Art.Korps lassen auf Durchbruchsabsichten des Russen
schließen. Korps befiehlt Verhinderung feindlicher Durchbrüche im Abschnitt Genschmar – Zäckerick und Verengung der fdl.Brückenköpfe, indem

dem schwächere Feindteile ständig angegriffen werden.
Flakverbände bleiben den Div.Kdrs. gestattet.
Kdr.Fl-Rgt.182 tritt als Fl.Fü. zum Korpsstab CI. Neue linke Grenze zum Oderkorps: Liebenwalde ausschl. Eberswalde ausschl.,

Altranft einschl.Neurüdnitz einschl. – Punkt. 4, Alt-Rüdnitz – Grüneberg ausschl. – dann wie bisher (Anlage 44).
Eisdecke der Oder rissig, mit offenen Stellen, jedoch insgesamt noch zusammenhängend. Eisstärke 8 – 15 cm.

Wetter:
trübe, regnerisch, Eisdecke überspült.

Zugänge:
Nachr.Kp. 661.
Abgaben:
Marine-Alarm-Kp.Bismarck.


KTB CI.A.K.:
Generalkommando CI.A.K.
Abt. Ia Nr. 20221/45 geh., O.U., den 14.2.45
Tagesmeldung an A.O.K. 9:

1. Bei I.D. Berlin nachts mehrere fdl.Stoßtrupps gegen Oderdamm bei Sydowswiese abgewiesen, 1 fdl.Spähtrupp vernichtet.
   Feindangriffe von NO gegen Raum N Sophiental – Rehfeld und aus Norden gegen Sydowswiese in Kp.-Stärke teilweise im
   Nahkampf abgewehrt. Über W.F. ostw. Sydowswiese fdl.Übersetzverkehr; dabei 3 „T 34“.

   14.50 Feindangriff mit je 1 Kp. aus gedeckten Stellungen südl. Jesargraben (2km ONO Letschin) nach SW, S und SO in
   ganzer Breite abgewiesen.

   16.00 Uhr eigener Angriff gegen Jesargraben. In hartem Kampf 2 Gehöfte genommen, 4 fdl.Panzer vernichtet, 1 weiterer
   bewegungsunfähig geschossen (2 Pz. vermutlich „Josef Stalin“). Wird noch nachgeprüft. Weitere 5 Feindpanzer bei Amt
   Kienitz und westl. Groß-Neuendorf beobachtet. Feind verstärkt sich laufend in diesem Abschnitt.
   Bei 303.I.D. verstärkt sich Feind vor rechtem Flügel und hält Ostteil Fuchsberge (2 km westl. Groß-Neuendorf)
   gegenüber eigenem Angriff. Fdl.Angriff in Kp.-Stärke wird abgewiesen. Eigener Angriff aus Whs. (1 km NO Ortwig)
   dringt in den Stützpunkt ein, dabei 1 fdl.Pak vernichtet; im fdl. Gegenstoß gehen Whs. unter starken Verlusten für
   den Feind wieder verloren. Fdl.Stoßtrupp NO Ortwig abgewiesen.

   Im mittl. Div.-Abschnitt seit heute vormittag erstmalig Phosphorgranatbeschuß, besonders auf Gieshof. Übersetzstelle
   bei Fähre Zellin tagsüber laufend vernebelt.
   Im Abschnitt Div.z.b.V.606 vormittags lebhafte fdl.Luftaufklärung. Um 17.30 Uhr Artl.-Volltreffer auf Strombrücke
   zum Brückenkopf Zeckerick, dabei 1 Brückenbogen der zur Sprengung vorbereiteten Brücke zerstört.
   Im gesamten Korpsabschnitt fdl. Tieffliegertätigkeit (IL 2).
2. An Hand der Karte gegeben.
4. a) Zuführungen: Nachr.Kp. 661 zu I.D.606.

                   restl. Versorgungstruppen zu I.D.Berlin.b)
   b) Abgaben: Marine Alarm-Kp. Bismarck.
6. siehe bes. Fernschreiben.
8. 4 Panzer vernichtet, 1 Pz. bewegungsunfähig geschossen; 1 Pak.

   Pz.Jg.-Abt. 303 (mit Teilen Rgt. 300) meldet als Erfolg:
     13.2.45: 2 vernichtete Pak, 9 M.G., 8 Pz.-Büchsen (Nachmeldung)
     14.2.45: 3 vernichtete Pak, 1 s.M.G., 2 le.M.G., 4 Pz.-Büchsen.
9. Trübe und regnerisch, Wege weiterhin verschlammt. Eis bei Brücke Zäckerick durchschnittlich 12 cm, mit 5 cm Wasser bedeckt.
10. Siehe IIa/IIb – Meldung.
15.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
Kdr.Gen. ist auf Gefechtsstand der 606.I.D. und weist auf folgendes hin: Wechselstellungen für Art. planmäßig und
tatkräftig vorbereiten, Nahtkommandos zur 606. u. Döberitz überkreuzt einsetzen! System. Ausbau der Stellung,
weiterhin verstärkte Scharfschützenausbildung vorbereiten. MG und s.MG  aus der Tiefe wirken lassen. Kp. nicht stärker als 70 Mann,
Reserven aus freiwerdenden Männern machen (Anlage 45).
Eis.-Bahn-Brücke Zäckerick wird um 13.20 Uhr gesprengt.
Besprechung mit Major i.G.v.Grävenitz über zusammengefaßten Einsatz der Pi.-Einheiten am Hauptgraben Friedländer Damm.
Im Abschnitt der Div.Berlin werden mehrere fdl. Stoßtrupps, sowie 2 Angriffe in Kp.-Stärke abgewiesen.
Ein eigener Angriff zur Wiedergewinnung des Jesargrabens wird angesetzt.
Reger Verkehr über Brücken zwischen Kienitz und Bälse.
Vor Div. Döberitz vermehrte Schanztätigkeit des Feindes und ebenso starker Fahrzeugverkehr. Sonst Ruhe vor dem ganzen Div.-Abschnitt.
Bei der Div.z.b.V.606 während der ganzen Nacht Feuerüberfälle und Angriffe auf den Brückenkopf Zäckerick, die sich auch über den Vormittag
erstrecken. Die Besatzung des Brückenkopfes unter Obstl.Bählkow schlägt alle Angriffe ab. Durch die Tatsache, daß die Straßenbrücke
zerstört und die Eisenbahnbrücke durch einen zerschossenen Eisenbahnzug gesperrt ist, wird die Versorgung des Brückenkopfes bei
derzeitigen Eisverhältnissen außerordentlich schwierig. Der Russe erkennt das und greift in Btl.-Stärke Alt-Rüdnitz an und dringt in den
Ort ein. Damit ist die letzte Rückführungsmöglichkeit der Besatzung abgeschnitten.
18.20 Uhr gibt Ia der Armee an Major Witte die Genehmigung, den Brückenkopf Zäckerick zu räumen. Oberst i.G.Danke spricht mit Ia Oder-Korps
über Unterstützung der Räumung. Besatzung schlägt sich dann mit allen Waffen und Mitnahme der Verwundeten unter Vernichtung zweier den
Rückzug sperrenden Pak’s durch. Alle Geschütze wurden im Mannschaftszug zurückgebracht (Anlage 46 u. 47).

Wetter: leicht bewölkt.


Kriegstagebuch CI.A.K.:

Generalkommando CI. A.K.
(Ia) Nr. 20226/45 geh.
O.U., den 15.2.1945

Geheim

Tagesmeldung an A.O.K. 9:

Bei Div. Berlin in der Nacht vom 14./15.2. mehrere fdl. Stoßtrupps gegen Sydowswiese, Sophienthal und Rehfeld, sowie 2 Angriffe
in Kp.-Stärke aus dem Raum nördl. Sophienthal gegen äuseren Oderdamm unter Vernichtung einer Feindpak und eines s.M.G. abgewiesen.
Eigener Spähtrupp brachte aus dem Raum nördl. Sophienthal 2 fdl. s.M.G. ein.
Ab 14.00 Uhr erneuter eigener Angriff zur Wiedergewinnung des Jesargrabens (3 km südwestl. Bhf. Kienitz) unter Ansatz je einer
Kampfgruppe von Osten und Westen entlang des Jesar Graben sowie ab 16.00 Uhr unter Ansatz einer 3.Kampfgruppe von Süden.
Kampf dauert an.
Auf Brücke zwischen Kienitz und Hälse während des ganzen Tages reger Verkehr beobachtet, dabei 1 Panzer und 1 Btl. festgestellt.
Bei Div.Döberitz vermehrte Schanzätigkeit des Feindes. Starker Übersetzverkehr an der Oder westl. Zellin. Übersetzstelle wurde
eingenebelt. Auffallende Ruhe vor gesamtem Div.-Abschnitt.
Bei Div.606 von 7.00–7.30 Uhr Artl.-Feuerüberfall auf Brückenkopf Zäckerick und NW.davon aus ostwärtiger und nordost Richtung.
Während des ganzen Tages wiederholte Feuerschläge auf Brückenkopf und Brücke. In der Nacht laufend Kp.-starke Angriffe gegen
den Südteil Brückenkopf abgewiesen. In den Morgenstunden Wiederaufnahme der fdl. Angriffstätigkeit, alte HKL in eigener Hand.
14.50 Uhr weiterer Feindangriff auf Ostteil Brückenkopf abgeschlagen. Aus Norden und Osten weiterhin Vorfühlen fdl. Stoßtrupps.
Verstärktes Artl.-Feuer (7 Bttr.) und Gr.W.-Feuer verursachte größere eigene Verluste.
13.20 Uhr Eisenbahnbrücke, die durch einen zusammengeschossenen Eisenbahnzug unpassierbar war, gesprengt.
Fdl.Ziele im Raum Kalenzig, Kienitz, Amt Kienitz, Groß-Neuendorf und Fuchsberge wurden wirksam durch eigene Artl. bekämpft.
Artl.-Störungsfeuer auf Ansammlungen, Bereitstellungen, Übersetzverkehr bei Kienitz und Kalenzig. Bei Kalenzig eine fdl. Fähre,
besetzt mit etwa 1 Komp., durch Volltreffer versenkt.
Im gesamten Korpsabschnitt verstärkte fdl. Tiefflieger- und Luftaufklärungstätigkeit (IL 2 u. Ratas).
2. II./Fhj.Gren.Rgt.1242.
8. Div. Berlin: 1 Pak, 1 s.M.G. vernichtet; 2 s.M.G. erbeutet.
   1 Fähre besetzt mit 1 Komp. versenkt.
   Div.Döberitz: 1 Pak vernichtet, 1 Pak zum Schweigen gebracht, 6 Scharfschützenbeschüsse.
   Div.606: 2 Überläufer (Bessarabier).
9. Kühl, trocken, wechselnd bewölkt, Wege weiterhin verschlammt.

Generalkommando CI.A.K., Abt. Ia.


Kriegstagebuch CI.A.K.:
Geheim
Generalkommando CI.A.K., Korps-Gef.-Stand, den 15.2.45

Fahrtenbericht

Kdr. General spricht bei Gefechtsstand der Div. 606 vor.
Auf folgende Punkte weist Kdr. General hin:
Wechselstellungen für die Artillerie sind planmäßig und tatkräftig vorzubereiten, damit die Batterien beim Angriff in der
Lage sind, ihre Aufgaben zu erfüllen.
Eine Flak-Abteilung wird der Division neu zugeführt. Sie ist im Artl.-Einsatz bewandert und wird auch den anderen
Flak-Batterien entsprechenden Rückhalt bieten können.
Besonders sorgfältige Überwachung an den „Nähten“. An der Naht der Div.303 und 606, alte Oder, müssen die Gefechtskommandos
über Kreuz eingesetzt werden, also bei der Div.606 das Btl.„Brandenburg“ und umgekehrt. Überwachung der Nähte bei den
Rgtern. und Btlnen. ebenso.
Systematischer Ausbau der Stellung nach rückwärts auch durch die örtlichen Reserven.
Scharfschützen-Ausbildung sobald sich nur Gelegenheit dazu bietet; was bei 606 bisher sehr schwierig war.
M.G. aus der Tiefe wirken lassen, nicht alles in die HKL; vor allem keine s.M.G. Häufig Beunruhigung des Feindes durch
indirektes Schießen.
Kompanien nicht stärker als 70 Mann machen; im anderen Falle besteht die Gefahr, daß die jungen Komp.-Führer zu viel in
die HKL stecken. Aus freigewordenen Männerreserven in der Tiefe bilden.
Von General Goltzsch wird erwähnt:
Mun.-Lage der Flak sei sehr schwierig; AZ wird dringend gebraucht. (An Rittmeister Lemcke weitergegeben. Rittmeister Lemcke
setzt sich diesbezüglich mit Oberst Koch, z.Zt. noch Seelow 379, in Verbindung.)
Für den Nachschubverkehr der Division fehlt dringend Gerät.
(Mit Rittmeister Lemcke besprochen; bisher haben die 20 to. Tonnage auf Kraftwagen und sonstigen behelfsmäßigen
Bespannfahrzeugen gerade ausgereicht. Rittmeister Lemcke nimmt sich der Sache weiter an.)
Im Kampfgelände ist die Versumpfung z.Teil so stark, daß sie die Tiefe einer Mistgabel erreicht (etwa 1,30 bis 1,40 m).
Abseits der Straßen ist dort eine Bewegungsmöglichkeit auch für schwere Panzer ausgeschlossen.
Die 6 10,5 Flak-Geschütze sind nach hinten herausgezogen worden. Mit Rücksicht auf das vorgeschilderte Gelände sind
Stellungen abseits der Straße mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden.

Kriegstagebuch CI.A.K.:
Div.606, Meldung 15.20 Uhr aufgegeben: Owm. Meßner 16.2.45

Am späten Nachmittag des 15.2. konnte die Besatzung des Brückenkopfes Zäckerick einen Einbruch in den Nordostteil nicht
verhindern. Der Feind verlegte seine Angriffe nach Abriegelung dieses Einbruches nach Norden unter Beibehaltung laufender
Gr.-Werfer-Feuerüberfälle. Durch geschickte Umgruppierung und Entblößung gelang es, auch in diesem Abschnitt einen
offensichtlich mit Feuervorbereitung vorgetragenen Angriff zur Spaltung des Brückenkopfes nochmals zu verhindern, bei
Ausfällen bis zu 50 Mann der Brückenkopfbesatzung.
Nach Eingang des Funkvorbefehls zur Räumungsvorbereitung wurden bis zur Durchführung alle weiteren Angriffe zerschlagen,
wobei durch Treffer eine 8,8 cm und eine 2 cm Flak an den Brennpunkten ausfielen.
Vereinbarter gemeinsamer Angriff mit Mar.-Brigade IV zum Öffnen der Ausfallstraße nach Alt-Rüdnitz wurde von Westen her
nicht wirksam, sodaß Zugmittel für die schweren Waffen und Fahrzeuge für Verwundete den Brückenkopf nicht erreichten.
Verbindung mit westl. Oderufer wurde durch Behelfsboot hergestellt zum Abfließen der Teile der Brückenkopfbesatzung, die
für Bedeckung der schweren Waffen nicht benötigt wurden. Infolge Ausbleibens der Zugmittel und der bestehenden Forderung
der Bergung der schweren Waffen führte der Brückenkopfkommandant Obstlt.Bählkow unter Aufbietung der gesamten
Brückenkopfbesatzung an Offz. und Mannschaften den Ausfall unter Mitnahme der schweren Waffen in Mannschaftszuge aus dem
schwierigen Gelände der Stellungen durch. Die Ausfallstraße war mit 2 Pakgeschützen mit Inf.-Sicherungen besetzt.
Sofortige Feuereröffnung des vordersten Geschützes 8,8 cm vernichtete beide, so daß durch beigegebene Stoßgruppe
Verbindung mit Mar.-Brigade IV in Alt-Rüdnitz hergestellt und die Räumung des Brückenkopfes nach Durchschleusen der
gesamten Besatzung unter Mitnahme des gesamten Gerätes, Verwundeter und Toter gegen 3.00 Uhr beendet werden konnte.
Die Sprengung der Flutbrücken und anschließend des Brückenpfeilers über die Oder erfolgte nach Zurücknahme der Sicherungen
am ostw. Ufer.
Standort Brückenkopfbesatzung: z.Zt. Kaserne Bad Freienwalde.
16.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
....
Div.606 wird beauftragt, nach K.St.N. 101/V aus eigenen Mitteln 2 Rgts.-Stäbe und Stabskp. aufzustellen.
Hierzu werden als Rgts.Kdr. der Div.606 zugewiesen: Oberst Rohde und Oberst Sator (Anlage 49).
....
Während des 16.2. im gesamten Korps-Abschnitt nur eigene Stoßtrupptätigkeit. In den Räumen aller 2 Div. schiebt der Russe seine Art. ein
und führt über die Oder Verstärkung zu (Anlage 50).
Korps befiehlt den Div. die Inbesitznahme zur Verteidigung wichtige Geländepunkte und Verbesserung der alten HKL (Anlage 50 a).


Wetter: Klar.
....


Kriegstagebuch CI.A.K.:
Generalkommando CI. A.K.
Abt. Ia Nr. 20267/45 geh., O.U., den 16.2.1945
Tagesmeldung an A.O.K.9:
1.) Div. Berlin: Fdl. Stoßtrupp in den Morgenstunden nördl. Rehfeld im Nahkampf abgewiesen.Tagsüber ruhig. Eigenes Störungsfeuer
    auf Feindbewegungen und Wegekreuzungen.
    Div. Döberitz:
Laut Meldung der 3 Rgt. weitere Feindverstärkung im Raum nordostw. Karlsbiese und SO Ortwig.
    Vermehrte Schanzentätigkeit. Einschiessen und Störungsfeuer fdl. Artl. auf Orte im Div.-Abschnitt. Einnebelung der
    Übergangsstellen bei westl. und südl. Zellin.
    Fdl. Tieffliegerangriffe in den Morgenstunden im Div.-Abschnitt.
    Eigenes Störungsfeuer auf Brückenbau bei Güstebiese.
    Div.z.b.V. 606:
Störungsfeuer mit Gr.W., Pak und Artl. im gesamten Abschnitt der Div. Über dem Div.-Abschnitt verstärkte fdl.
    Luftaufklärung. Sprengung der Flutbrücke Zäckerick wie befohlen.
    Luftaufklärung stellte Wegschwemmung aller Brücken und Stege im Abschnitt Kalnzig und Güstebiese fest.
4.) III./707 ohne 1.Battr.
    Fhj.Gren.Rgt.1242 und Rgts.-Truppen.
8.) Nachmeldung Div.Berlin vom 15.2.: 2 T 34 abgeschossen, 1 Pak und 9 M.G. vernichtet.
    16.2. Div.Berlin: 8 Pak und mehrere Gr.W. zum Schweigen gebracht.
          Div.Döberitz: 2 Pak, 1 M.G.vernichtet, 4 Scharfschützenabschüsse.
9.) Wetter: aufgeklärt, klare Sicht, teilweise bewölkt, keine Niederschläge, Wasser und Wege unverändert.
10.) 1 8,8cm und 1–2 cm Flak bei 606.I.D.

17.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
Kdr.Gen. sucht die Gefechtsstände der Rgtr. Großdeutschland, 653 u. 652 auf. Siehe Fahrtenbericht vom 17.2.45 (Anlage 51).
Korps-Pi.-Führer: Stellungsausbau. Offz. der Führerreserve der 9. Armee eingetroffen.
    Aufstellung:

     Korps: 1 Offz.
       606: 2 Offz.
  Döberitz: 1 Offz.
    Berlin: 1 Offz.
5 Bauräte der O.T. wegen des Staudefektes bei Wriezen zur Besprechung da. Nach-Sprengung bei Brückenkopf Zäckerick durchgeführt.
Überschwemmung bei Sydowswiese nicht nur bei Hochwasser in beschränktem Maße möglich.

Vor Frontabschnitt des Korps ruhiges Feindverhalten.
Feind verstärkt sich laufend. Eigene Art. bekämpft im gesamten Korps-Abschnitt Fahrverkehr und Brückenbau.
Rege feindl. Fliegertätigkeit (Anlage 52).

Wetter:
Klar, dann bewölkt, Nachtfrost, Treibeis.


Tagesmeldung vom 17.2.1945:
1.) Vor gesamtem Frontabschnitt weiterhin ruhiges Feindverhalten.
    Feind verstärkt sich laufend.
    Bei Div.„Berlin" während der Nacht und am Tage eigenes und fdl. Artl.- und Gr.-W. Störungsfeuer. Feindgehöfte südl.
    Jesargraben sowie Südrand Amt Kienitz tagsüber durch schw. Inf.-Waffen und Artl. bekämpft. Fahrzeugansammlung nördl.
    Klewitz sowie Fährverkehr und Pontonbrückenbau südwestl.Kalenzig durch Artl. wirksam bekämpft.
    Bei Div.„Döberitz" im Abschnitt Rgt.301 fdl. Stoßtrupp in der Nacht abgewiesen. Beiderseitiges Störungsfeuer mit
    Gr.-W. und Pak. Verkehr bei Fähre Zellin hält an.
    Bei Div.606: reger Übersetzverkehr bei Güstebiese mit Kähnen und auf dem Eis, sowie Bau einer Notbrücke durch Artl.
    und Flak bekämpft. Restliche Sprengung an Eisenbahn- und Straßenbrücke Zäckerick durchgeführt. Übergang zerstört.
    Bei linkem Nachbar ging Alt Rüdnitz verloren. Rege fdl.Fliegertätigkeit im gesamten Korpsabschnitt.
8.) Nachmeldung: Div. 606 vom 15.2. 2 fdl.Pak vor Alt Rüdnitz durch 8,8 cm vernichtet.
    17.2. Feindbatterie bei Zellin schweigt nach gut liegendem Artl.-Feuer. Rauchentwicklung aus Stellung.
    5 Scharfschützenabschüsse.
9.) Wetter morgens klar, später zunehmende Bewölkung. Nachtfrost. Wege trocknen an der Oberfläche ab. Oder Treibeis.

     Generalkommando CI. A.K. Abt. Ia
18.2.1945
Kriegstagebuch CI.A.K.:
Generalkommando CI. A.K.
Abt.Ia, Nr.20319/45 geh., O.U., den 18.2.1945
Geheim

Tagesmeldung an A.O.K.9:
Feindverhalten im gesamten Korpsabschnitt ruhig.
1.) Div.„Berlin“:
Nach kurzem Feuerüberfall durch schwere Inf. Waffen auf Gehöft 2 km nordwestlich Greigut (hart ostwärts
    Punkt 8,1) wurde dieses durch Stoßtrupp nach kurzem harten Kampf genommen und Gegner unter blutigen Verlusten geworfen.
    Dabei wurden erbeutet: ein T 34, eine 4,5 cm Pak, 10 le.M.G., 2 Panzerbüchsen, 6 M.Pi., und 10 Gewehre.
    Geringer Fahrbetrieb bei Kalenzig und Kienitz.
    Div. „Döberitz“:
Eigener Feuerüberfall und Aufklärung gegen Ostteil Fuchsberge. Feindliches Störungsfeuer auf Ortwig
    und Barnim.
    Div. z.b.V. 606:
Früh Übersetzversuche mit 12–15 Kähnen bei Güsterbiese. Feind hat Bau der Holzbrücke bei Güsterbiese
    eingestellt. Weitere Brückenbauarbeiten bei Alt Blessin durch Artillerie der Div. „Döberitz“ und z.b.V. 606 bekämpft.
    Ausfälle beim Gegner und panikartiges Verlassen der Baustelle beobachtet.
    Schanzenarbeiten des Gegners vor Abschnitt der Div. „Berlin“ und „Döberitz“.
2.)
Siehe Pendelkarte.
3.) Siehe Kriegsgliederung.
4.) Siehe Kriegsgliederung.
5.) Siehe Pendelkarte.
6.) Siehe Fernschreiben.
8.) Div. „Berlin“:
ein T 34, eine 4,5 cm Pak, 10 le.M.G., 2 Panzerbüchsen, 6 M.Pi., 10 Gewehre.
    Div. „Döberitz“:
1 LKW durch Artillerie vernichtet, 12 Scharfschützen Abschüsse, 2 Granatwerfer und 1 Pak zum Schweigen gebracht.
9.)
Nachtfrost, Wege trocken, ab. Wasser unverändert.
Generalkommando CI. A.K., Abt. Ia
19.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
Die im Laufe der Nacht und des Vormittags durchgeführten Stoßtruppunternehmen bei Dammhaus, am Jesargraben und ostwärts Kieshof bringen geringe
Beute ein (Anlage 56).

Keine Änderung des Feindverhaltens. Augenbeobachtung ergibt Bau einer Brücke bei Kienitz, sie wird durch Art. beschossen.
Der Kdr.Gen. des Fliegerkorps wird anläßlich seines Besuches darum gebeten, ständig Aufklärung entlang der Oder fliegen zu lassen und Fertigstellung von Stegen
und Brücken rechtzeitig zu erkennen (Anlage 57).
Die Luftwaffe wird gebeten, Brückenbau Kienitz anzugreifen und sagt diesen Angriff zu.
Durch Zuweisung von Munition und gedrosseltem Verschuß bessert sich die Munitionslage. Auf den anderen Gebieten bestehen keine besonderen Schwierigkeiten
oder Spannungen.
Das Korps rechnet mit Zuführung weiterer Verstärkung des Feindes am diesseitigen Oderufer in spätestens 3 Tagen.
Bis dahin müssen alle zur Verteidigung wichtigen Geländepunkte zurückgewonnen sein.
Für die Divisionen wird folgendes befohlen:
Berlin: Zurückgewinnung Dammhaus und Henriettenhof, Jesar-Graben, Amt Kienitz.
Döberitz: Fuchsberge, Gehöft 1 km ostwärts Ortwig, Gehöfte südwestlich der Linie Nordrand Ortwig – Nordrand Loose.
606: Damm Alte Oder, Oder westlich Gütebiese. (Korpsbefehl Anlage 58).
Besonders erlassener Befehl unterstreicht noch einmal die Notwendigkeit zur Tiefengliederung in der Verteidigung (Anlage 59).


Wetter: bedeckt, trocken, Oder eisfrei.
Zugänge: San.Kp. 13/III.
Abgang: Marsch-Btl.539.


Kriegstagebuch CI.A.K.:
Generalkommando CI. A.K.
Abt.Ia, Nr. 20369/45 geh., O.U. den 19.2.1945
Geheim
Tagesmeldung an A.O.K. 9

Im gesamten Korpsabschnitt während der Nacht beiderseitiges Artillerie- und Granatwerfer-Störungsfeuer.

1.) Div.„Berlin“: Im Zuge der Wiedergewinnung der HKL Jesar-Graben wurden noch am Abend des 18.2. die beiden Gehöfte ostwärts
    Punkt 8,1 vom Feind gesäubert und besetzt.
    Ein in den frühen Morgenstunden gegen Demmhaus angesetztes eigenes Stoßtruppunternehmen mußte trotz sorgfältigster Vorbereitung
    infolge schwersten feindlichen Artillerie- und Granatwerferfeuers zurückgenommen werden.
    Auf im Bau befindliche Brücke bei Wasserfähre Kienitz wurde ein Artillerie-Volltreffer erzielt.
    Ab 16,30 Uhr Feindangriff in Stärke von 2 Kompanien nördlich Sydowwiese. Angriff abgewiesen.
    Feindliche Schlachtflieger griffen während des gesamten Tages mit Bordwaffen und Splitterbomben eigene Stellungen,
    Gefechtsstände und Fahrzeuge an.
    Div. „Döberitz“: Bei Stoßtruppunternehmen gegen feindliche Stellungen ostostwärts Gieshof 2 Pak, 1 s.M.G. erbeutet,
    1 schwerverwundeter Russe gefangengenommen.
    Feind verstärkt sich ostwärts Straße Karlsbiese – Loose.
    In den Vormittagsstunden lebhaftes feindliches Störungsfeuer sowie Feuerüberfall besonders auf Ortwig und Fuchsberge.
    Gegen 11,00 Uhr Vernebelung der Fähre bei Zellin. Flak stört Fährbetrieb.
    Div.z.b.V. 606: In den Morgenstunden dreimaliger Feindangriff in Zugstärke auf Stützpunkt 800 m nordwestlich Brücke Güsterbiese
    abgeschlagen. Feind hatte Verluste. Während der Nacht geringe Bauarbeiten an der Brücke Alt Blessin, tagsüber dort keine Bewegungen
    erkannt.
2.) Siehe Pendelkarte.
3.) ——
4.) a) Zuführung: verstärkte San.-Komp. 13/III
    b) Abgaben: Marsch-Batl.339.
5.) Siehe Pendelkarte.
6.) Siehe Fernschreiben.
7.) ——
8.) 2 Pak, 1 s.M.G. erbeutet (Div.„Döberitz“).
    Div.z.b.V. 606: 4 Scharfschützenabschüsse.
9.) Kühl, trocken, bedeckt, Wege leicht gefroren, Oder eisfrei, Wasser 20 cm gestiegen.
Generalkommando CI. A.K. Abt. Ia
20.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
Der Kdr. General besichtigt Einheiten des Art.Rgt.309 (Anlage 59a).
9.50 Uhr hat Oberst i.G.Danke Ferngespräch mit Oberbefehlshaber Gen.d.Inf. Busse, da die Bekämpfung der im Bau befindlichen Feindbrücken durch jeweils ein Geschütz
durch Abgabe eines Schusses ca. alle 10 bis 15 Minuten durchgeführt wird und das zur Vermeidung der Längenstreuung genau in der Verlängerung der Brückenrichtung
Stellung bezieht. Ob. vermutet, daß der Feind zu seinem Großangriff gleichzeitig mit dem bei Küstrin antreten wird. Er weist weiter darauf hin, daß vor allen
Dingen auf Tiefengliederung gehalten werden muß. Oberst i.G.Danke betont, daß dies im Korps-Abschnitt vorgesehen ist und gerade dieser Punkt vom Kdr. General mit
Nachdruck verfolgt worden ist. Ob. verlangt, daß alle Gefechtsstände nach außenhalb der Ortschaften verlegt werden, daß reichlich vom Spaten Gebrauch gemacht wird
und daß jeder einzelne Posten genaue Anweisung erhält. Auf die Frage des Oberbefehlshabers, ob sich der Russe mit hohen Sprengpunkten einschießt, kann Oberst
i.G.Danke nur darauf verweisen, daß bisher keine Stelle darüber Meldung gemacht hat.

Ein eigener Angriff, vorbereitet durch einen Feuerschlag der eigenen Artillerie und Flak mit Unterstützung von Sturmgeschützen auf Gehöft Fuchsberge und südlich
davon, der in Komp.-Stärke geführt wurde, blieb trotz Einsatz einer weiteren Kompanie und nochmaliger Feuervorbereitung liegen.

Am Nachmittag im Abschnitt der Division Berlin rege Fliegertätigkeit.
Gegen 17.00 Uhr wurde der Feindangriff gegen Alten-Oderdamm bei Punkt 14 nordostwärts Sydowswiese im zusammengefassten Feuer schwerer Waffen zerschlagen.

Feindangriff in Btl.-Stärke führt zu einem Einbruch von etwa 200 m Breite am Dammknie nordostwärts Sydowswiese.
In einem Gespräch mit Kdr. Division Berlin weist Chef des Stabes darauf hin, daß es unbedingt notwendig ist, das verlorene Gelände sofort wieder zu gewinnen,
da am nächsten Tage der Feind eingegraben ist.

Bei Div. 606 wird beobachtet, daß Brückenbau bei Alt-Blessin heute früh eingestellt worden ist. 27 Joche sind fertiggestellt, davon sind einige bereits fertig
überbrückt (Anlage 60).

Wetter: leichter Frost.
Zugänge:

Marsch-Btl.45/44 u. z.b.V.996.

Generalkommando CI. A.K.
Abt.Ia Nr.20345/45 geh.Anlage 60
O.U.,den 20.2.45 Geheim
Tagesmeldung an A.O.K. 9.
....
    Bei Div. z.b.V. 606:
Geringe feindl. Fliegertätigkeit. Brückenbau bei Alt – Blessin heute früh eingestellt. 27 Joche gezählt, davon einige
    bereits überbrückt.
....
9.)
Trocken, leichter Frost, Wege gefroren, gut befahrbar.
21.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps.
Generalkommando CI.A.K.
Abt.Ia Nr. 20437/45 geh.
Geheim
Anlage 64
O.U., den 21.2.45, Tagesmeldung an A.O.K. 9.
1.)....
Div. z.b.V. 606:
Ruhiger Tagesverlauf. Durch Einzelgeschütz mehrere Volltreffer auf Brückenstelle bei Güstebiese, Bauarbeiten wurden während des
    Tages eingestellt. Ein Horchposten am zerschossenen Brückenteil durch Scharfschützen abgeschossen.
8.)
....
   
Bei Div.z.b.V.606: 1 Scharfschützenabschuss.
9.)
In den Morgenstunden bedeckt, leichte Niederschläge, tagsüber klar, Wege verschlammt. Oderwasser im Steigen.
Generalkommando CI. A.K. Abt. Ia
22.2.1945
Generalkommando CI.A.K.
Abt. Ia Nr. 20478/ 45 geh., O.U., den 22.2.45
Geheim
Anlage 68
Tagesmeldung an A.O.K. 9.

1.)
....
    Bei Div.z.b.V.606:
Vor Div.-Abschnitt ruhig. In der Nacht geringer Fortschritt des Brückenbaues bei Güstebiese. Nach Art.-Volltreffer auf
    Brücke um 11.30 Uhr Einstellen der Arbeiten.
    Augenblicklicher Stand: 12 Joche auf Westufer und 4 Joche auf Ostufer. Geringer Übersetzverkehr.

    Beim linken Nachbarn 15.40 Uhr Angriff von 15 fdl. Schlachtfliegern u.s.Jägern im Raum Alt-Rüdnitz; Bomben fielen teilweise hinter fdl.
    Linie. Bekämpfung durch russ.Flak. Anschl. verstärktes Art.- u. Granatwerferfeuer und starker Feuerüberfall auf
Brückenkopf Nieder-Wutzen.
4.) Zuführung am 19.2.45: Marsch-Batl. z.b.V.159 (295 Mann) für
Div.„Döberitz“.
    Zuführung am 22.2.45 Marsch-Batl.z.b.V.35/Februar 45 (350 Mann)
und Marsch-Batl.z.b.V.Inf. 60 für Div. „Berlin“.
6.)
Div. „Berlin“: Von den gestern als noch nicht überprüften
   8 s. Pak 6 s. Pak bestätigt.
   22.2.45: 1 s. Pak, 1 Muni-Fahrzeug, 1 m. Granatwerfer vernichtet.
   Bei Div. „Döberitz“: 24 Scharfschützenabschüsse. 1 Verwundete gefangen.
9.) Wolkig, leicht neblig, Wege aufgeweicht, Wasser unverändert.
23.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)
Kdr. General sucht die Gefechtsstände von Oberst Rhode sowie die der Stle. Potsdam, Spandau und Brandenburg auf.
Neben den in den vorhergehenden Fahrtenberichten niedergelegten Anweisungen betont er besonders, daß alles getan
werden muß, daß aus den drei Btl. bald ein einheitliches Rgt. mit festem Gefüge entsteht. Außerdem weist er darauf hin,
daß der starre Feuerplan nur bei Ausfall der Nachrichtenmittel angewandt wird (Anlage 70).
Nachdem im westlichen Teile Durchführung der Ablösung am 24.2.45 früh beendet sein wird, wird den Div. befohlen,
alles daranzusetzen, gegenüber dem Russen die Initiative im Vorfeld und im ggf. Kampffeld hinein in die Hand zu bekommen.
Div.Berlin und Döberitz halten die Füs.-Btle. mit je 1 starken Sturmgeschütz-Komp. gekoppelt, Inf.Div.606 ein Inf.-Btl.
als Reserve bereit.
Fhj.Gren.Rgt. 1242 steht als Korpsreserve im Raum Eichwerder – Sietzing – Wuschewier bereit zu Gegenstößen in Richtung Zechin,
Kienitz sowie Ortwig – Neu-Barnim (Anlage 71).
Eigene Angriffe aus dem zurückgewonnenen Teil Sophienthals brachten auch den restlichen Ortsteil in eigene Hand.
Dabei 3 Pak erbeutet, 4 vernichtet. Sonst außer der Bekämpfung des fdl. Stellungsausbaues, Brücken- Schlages und Fahrbetriebes
ruhiger Tagesverlauf. Wege stellenweise befahrbar, abends leichter Regenfall (Anlage 72).

Kriegstagebuch CI.Armeekorps:
Generalkommando CI. A.K.
Abt.Ia Nr.20506/45 geh.
Anlage 14
O.U., den 23.2.45
Geheim

Tagesmeldung an A.O.K.9.

1.) Div. "Berlin": Der um 20.30 Uhr angesetzte eigene Angriff aus dem bis dahin wiedergewonnenen Teil Sophienthal brachte den vom Feind
    zäh verteidigten Ortsteil wieder in eigene Hand. Beobachtetes eigenes Art.-Feuer konnte von 10, an der Straße Kienitz – Sophienthal
    stehenden Pak 3 vernichten. Mehrfach angesetzte Stoßtrupps gegen die Gehöfte hart N.W.Sophienthal blieben erfolglos.
      Art.-Störungsfeuer auf Brückenbau bei Kienitz und Kalenzig konnte beobachtete Treffer erzielen. Flak-, Art.- und Granatwerfer-
    Störungsfeuer mit Schwerpunkt Straße Amt Kienitz – Etabl.Kienitz lag auf gesamtem Div.-Abschnitt.
    Div. "Döberitz": Durch Spähtrupps wurde starke Besetzung der fdl.Stellungen, stärkere Feindbewegungen 1 km O. Vorwerk Mehrin und
    Stellungsbau O. Ortwig festgestellt. Während des ganzen Tages mehrfache Pak- und Granatwerferüberfälle auf HKL und Tiefe
    des linken Div.-Abschnitts. Flak,-Art.- und Inf.-Waffen störten und bekämpften den fdl. Stellungsausbau, Brückenschlag und Fährbetrieb.
    Ablösung des linken Btl.Wachrgt. "Großdeutschland" durch II./302 um 06.00 Uhr beendet.
    Div.606: Feindverhalten vor Div.-Abschnitt ruhig. Um 11.00 Uhr erzielte eigener Art.-Feuerschlag auf Bahnhofsgelände Zickerick
    vermutlich Treffer in Lok. Fdl. Brückenbau macht nur geringen Fortschritt. Luftaufklärung beiderseits gering. Motorengeräusche
    (vermutlich Flugzeuge oder Panzer) 6 km N.O. und O. Zollbrücke hörbar.
4.) Marsch-Komp. aus Ketschendorf, Stärke 1 Offz., 24 Uffz., 90 Mannsch., eingetroffen.
    Aufteilung: Div. "Berlin" = 1/5/26, Div.606 = 0/16/55
    Rest Korps-Stab.
    Beobachtungs-Batterie 66 eingetroffen am 22.2.45.
    E-Batterie 679 am 22.2.45 abgerückt.
8.) Div. "Berlin": 3 Pak erbeutet, 4 Pak vernichtet, 12 Pak vermutl. niedergekämpft.
    Div. "Döberitz": 14 Scharfschützenabschüsse.
9.) Dunstig und regnerisch, zeitweise aufheiternd. Wege mittelmäßig befahrbar.
24.2.1945

Lagekarte

Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)

Generalkommando CI.A. K.
Abt.Ia Nr.20519/45 geh.H.Q., den 24. 2. 1945
Tagesmeldung an A.O.K. 9.

1.) Tagesverlauf im gesamten Korpsabschnitt ruhig.
    Div.„Berlin“:
Während des ganzen Tages Störungsfeuer auf gesamten Div.-Abschnitt. Durch eigene Artl. Störung des Brückenbaues bei Kienitz und Kalenzig.
    Nachträgliche Überprüfung der Meldung vom 23.2. an Ort und Stelle hat ergeben, daß im Westteil Sophiental noch 5 Häuser feindbesetzt sind. Angesetzter
    Stoßtrupp wird durch feindl. Gegenstoß in Ausgangsstellung zurückgedrängt. Bereinigung nach beendeter Umgruppierung und Ablösung des dort eingesetzten
    Batl.
    Div.„Döberitz“: 0,30 Uhr fdl. Stoßtrupp bei Brücksee-Graben (2,5 km SW Gross-Neuendorf) im Nahkampf abgewiesen, ein Schwerverwundeter geriet in Gefangenschaft.
    5,30 Uhr erbeutet eigener Stoßtrupp ostwärts Ortwig 1 s.M.G. mit Munition und einem Karabiner. Schanzarbeiten ostwärts Ortwig und Verlauf der fdl. Linie
    festgestellt. Brückenbau bei Güstebiese und Wagenfähre Zellin nach Störungsfeuer unterbrochen. Vorbereitungen zum neuen Bau etwa 1 km SO Zellin. Fahrbetrieb
    bei Zellin hält an. Verdrahtung der alten Oder bei Karlsbiese im Gange.
    Div.606:
Eigene Spähtrupptätigkeit. Schwere Feindbatterie stellt nach Bekämpfung durch eigene Artl.-Feuer ein. Drahtsperre durch Alte Oder bei Karlshof angelegt.
8.) Div.„Berlin“:
In den Kämpfen in Sydowswiese – Sophiental wurden in der Zeit vom 20. – 23.2. vernichtet oder erbeutet:
    12 Panzer (davon 3 bewegungsunfähig geschossen)
    22 Pak, davon 3 erbeutet (nicht einsatzbereit)
     5 s.M.G. (2 erbeutet) Einsatzbereitschaft wird noch festgestellt.
     2 l.M.G., 1 Pz.-Büchse sowie zahlreiche Gewehre.
    Div.„Döberitz“:
   
13 Scharfschützenabschüsse (davon 11 ferngemeldet).
    Artl.-Volltreffer in Feindbatterie am Oderdamm südwärts Güstebiese, Battr. schweigt.
    Leichte Pak bei Fuchs-Berg durch s.I.G. vernichtet. Eine B-Stelle südl. Fuchs-Bge durch 4 Treffer ausgeschaltet.
    Erbeutet: 1 s.M.G. mit Munition (einsatzfähig) 1 Karabiner (einsatzfähig).
9.) In den Morgenstunden leichter Regen, schlechte Sicht, Wege stark verschlammt, Wasser unverändert.
Generalkommando CI. A. K. Abt. Ia
25.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)

Generalkommando CI. A. K.
Abt.Ia Nr.20550/45 geh.,H.Qu., den 25.2.1945
Geheim
Anlage 77
Tagesmeldung an A.O.K. 9
1.) Im gesamten Korpsabschnitt ruhiger Tagesverlauf.
    Div.„Berlin“:
Nachts fdl. Stoßtrupp N O Rehfeld abgewiesen. Tagsüber Artl.-, Gr.W.- und Pak-Störungsfeuer im Raum O Letschin.
    Nachmittags Verstärkung des Feuers. Feuernde Feindbatterie hart N Kienitz zum Schweigen gebracht. Ab 18,50 Uhr Bekämpfung einer
    erkannten Feindbatterie in Kienitz it Licht. Brückenbau bei Kienitz wirksam bekämpft.
    Div.„Döberitz“:
Durch Spähtruppe s.Gr.W.-Stellung Nähe Kirche Gross-Neuendorf uns s.M.G.-Stellung bei Gehöft 500m NO Fuchs-Bge.
    festgestellt. Reger Fahrzeugverkehr zwischen Mehrin und Fahne in beiden Richtungen. Ein V.B. im Alten Oder-Dammknie N Karlsbiese
    vernichtet. Feind verstärkt laufend seine Stellung. Durch Art.-Beobachtung bei Gieshof 3 hintereinander gestaffelte Stellungen
    festgestellt. Feind hat sich auf eigene HKL eingeschossen. Eigenes Artl.-Störungsfeuer auf Fährbetrieb bei Zellin, der nach
    Beschuss eingestellt wird. Bootsramme bei Zellin durch Art.-BEschuss beschädigt. Bei Brücke Alt-Blessin 2 Treffer auf Kähne
    beobachtet. Darauf Einstellen der Arbeiten.
    Div.606:
Im rechten Div.-Abschnitt weiterhin stützpunktartiger Ausbau der Feindstellungen.
    Am 24.2.45 21,30 Uhr fdl. Stoßtrupp (15–20 Mann) am Friedhof Güstebieser Loose am Nordufer Alte Oder abgewiesen.
    Brückenbau bei Alt-Blessin im Nebenarm der Oder fortgeschritten. Im eigentlichen Oderbett kein weiterer Baufortschritt.
7.) S. Fernschreiben.
8.) Bei Div.„Berlin“:    3 Scharfschützenabschüsse.
    Bei Div.„Döberitz“: 10 Scharfschützenabschüsse.
10.) Bedeckt, am Nachmittag leichter Regen, Wege aufgeweicht, Wasser unverändert.
                                                                                       Generalkommando CI. A. K. Abt. Ia
26.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)

Abt.: Ko.Pi.Fü.
Beitrag zum K.T.B.

Verlegung des GenKdo.CI von Wriezen nach Harnekop.
Der 606.I.D. wurden 86 O.T.-Arbeiter des O.T.Rgts.109 für Stellungsbau zugeführt.
Im Bereich Div."Berlin" werden 61 O.T.-Arbeiter der O.T. Oberbauleitung Finowfurt für Wehrbauten eingesetzt.
Wegelage: Nebenwege aufgeweicht

Eislage: Unverändert.

Generalkommando CI. A. K.
Abt.Ia Nr.20599/45 geh.Geheim
H.Qu.,den 26.2.1945
Geheim,
Tagesmeldung an A.O.K. 9


1.) Feind erwidert auf eigene Feuerzusammenfassung, die auf sicher festgestellte Feindnester und Bttr.-Stellungen abgegeben wurden,
    sowie auf eigene Angriffsunternehmungen im gesamten Korps-Abschnitt mit sofort einsetzenden Feuerschlägen seiner Art. bzw.
    Gegenangriffen bis zu Rgt.-Stärke.
    Bei Div.„Berlin“:
Durch Lichtmeß aufgeklärte Feindbattr. in Kienitz bekämpft. Erfolgsmeldungen fehlen.
    Durch Rgt.302 (Div. „Döberitz“) gegen Gehöft 1250 m OSO Gieshof zum Eindringen von Gefangenen angesetzter Stoßtrupp brach 5,15 Uhr
    in Feindstellung ein, vernichtete 20 Mann und wich vor überlegenem fdl.Gegenstoß auf alte HKL aus.
    Angriff des I./Gren.Rgt.301 um 5,30 Uhr führte in schweren Grabenkämpfen zum Einbruch in Feindstellung und Wegnahme aller Häuser
    in Karlsbiese bis auf 2 Gehöfte am NO-Rand. Gleichzeitig am Alten Oderdamm angetretene Teile wurden nach Erreichen des Schnittpunktes
    Weg hart NO Karlsbiese mit Altem Oderdamm  durch fdl.Gegenstoß auf Dammknick 250m NW. NOrdrand Karlsbiese zurückgeworfen.
    Durch Stoßtrupps gelang es gegen 9,00 Uhr, die restlichen beiden Häuser in Karlsbiese in Besitz zu nehmen. Nach fdl. Gegenangriff bis
    zu Rgt.-Stärke, zu deren Abwehr infolge mehrerer Krisenlagen ein großer Teil der für den Angriff vorgesehenen Art.-Munition benötigt
    wurde, gingen nach hartem Nahkampf die 2 Gehöfte wieder verloren. Eigener Stosstruppangriff zur Gewinnung des durchlaufenden
    Grabenstückes von Karlsbiese Nord auf Alten Oderdamm für den Abend vorgesehen.
    Ein am Morgen gleichzeitig mit Div.„Döberitz“ durchgeführtes Stoßtruppunternehmen des Btl.„Brandenburg“ (Div.606) erreichte sein
    Angriffsziel. Nach weiterem Bodengewinn darüber hinaus wurde der Stoßtrupp durch fdl.Gegenstoß aus dem Flussbett heraus, der von
    schweren Waffen auf dem ostwärtigen, überhöhten Alten Oderdamm unterstützt wurde, vom Alten Oderdamm geworfen.
    Nach den ersten Anfangserfolgen herangezogene Komp. konnte infolge erheblicher Geländeschwierigkeiten (aufgeweichter schwerer Boden,
    teils starke Versumpfung) den Alten Oderdamm nicht mehr so rechtzeitig erreichen, um die vorher gewonnenen Feindnester zu halten.
    Das eigene Art.-Störungsfeuer auf erkannte Brückenstellungen wurde während der Nacht und des ganzen Tages fortgesetzt. Nachmittags
    Feuerschlag auf Brücke Kienitz, die laut Erdbeobachtung fertiggestellt worden ist.
Zu 1.) / Feindabsicht unverändert: Nach stückweisem Herausbrechen eigener Stützpunkte im Raum Sophienthal und Zuführung von Kräften über
    kurz vor Fertigstellung stehende Oderbrücke bei Kalenzig seinen Brückenkopf im Raume Genschmar – Sophienthal zu vertiefen
.

Kriegstagebuch Korps-Nachrichtenführer Gen.Kdo.CI.A.K:1)
Nachr.Komp.mot 1606 wird in Wriezen ausgeladen.
Chef meldet sich fernmündlich. Aufschaltung der Fernleitungen auf Vermittlung Harnekop.
6 Uhr Konafü verlegt nach Harnekop. Im Laufe des Vormittags folgt Führungsabteilung.
16 Uhr meldet sich Oblt. Jung, Chef Nachr.Kp. 1606,
zur Einweisung. Komp. ist in Wriezen untergebracht
und wird der Inf.Div.z.b.V. 606 unterstellt. Nachr.Kp.d (mot) 661 ist herauszulösen. Beginn 27.2.
27.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)

Generalkommando CI. A.K.
Abt.Ia Nr.20621/45 geh.
Geheim
H.Qu.,den 27.2.1945
Tagesmeldung an A.O.K.9
1.) Div.„Berlin“: Einbruch Feindkp. in Gehöft N Ostteil Sophienthal durch sofortigen Gegenstoß bereinigt. 11 Feindtote.
   Weitere Verwundete vom Gegner zurückgeschleift. Eigener Stoßtrupp gegen Feindstützpunkt nördl. Westteil Sophienthal nach Ausfall
   des Führers im Feindfeuer liegengeblieben. Stoßtrupp gegen Gehöftgruppe N Jesar-Graben (1400 m N Rehfeld) im fdl. Sperrfeuer im
   Jesar-Graben verblieben. Weitere Meldung steht aus.

   Div.„Döberitz“:
Artl.Störungsfeuer mit 15cm Kal. auf Neu-Lewin und Stellungen zwischnen Karlsbiese - Gieshof und
   Gr.W.-Feuerüberfällen auf eigene Stellungen im gesamten Abschnitt.
   Feind setzte Brückenschlag bei Zellin mit 50 Mann fort und wurde durch Art. gestört. Fährbetrieb bei Güstebiese bekämpft;
   1 Oderkahn gesunken. Lebhafter Melderverkehr. Bewegungen von Reitern und Fahrzeugen bei Oertwig, Mehrin, Fahne, Oderdamm N und S
   Groß-Neuendorf, sowie Auftreten von 7 Russen mit Karten auf Fuch-Bge. Laufender Fährbetrieb, lebhafte Bewegungen im Raum SW Zellin,
   Groß-Neuendorf, Kienitz.
   Brücke bei Alt-Blessin bis zur Insel fertiggestellt.
  
Div.606: Fdl. Luftzusammenführung über N Abschnitt. Weiterer stellungsbau beim Feind.
4.) b) Herauslösung Na.Kp.661.
7.) s.Fernschreiben.
8.)
Div.„Berlin“: 3 Scharfschützenabschüsse.
   Div.„Döberitz“:

    Rgt.300: 3 Scharfschützenabschüsse, 1 l.M.G. durch Volltreffer ausser Gefecht gesetzt.
    Rgt.301: Erbeutet: 6 l.M.G., 8 M.Pi., 3 Pz.B.(z.T. einsatzbereit),
             Vernichtet: 1 Pak 3,7cm, 1 B Stelle mit Scherenfernrohr
                         1 l.M.G.,

                         2 s.Pak wahrscheinlich beschädigt zumindest zum Schweigen gebracht.
             Gezählte Feindtot: 100, GEschätzte Feindtote über 200.
   
Div. 606: Nachmeldung vom 26.2.: Statt 3-7 Gefangene. 2 Rückkämpfer (Offz.) nähere Angaben fehlen noch.
9.) Vormittags klar, nachmittags Niederschläge, Straßen gut befahrbar, Feldwege stark verschlammt.
                                                                          Generalkommando CI. A.K. Abt. Ia
28.2.1945
Kriegstagebuch CI.Armeekorps:1)

Generalkommando CI.A.K.
Abt.Ia Nr.20665/45 geh.
Geheim
H.Qu.,den 28.2.45
Anlage 86

Tagesmeldung an A.O.K.9

1.) Div.„Berlin“:
    Gegen Feindstützpunkt nördlich Westteil Sophienthal antretender Stoßtrupp brach in der Nacht zum 28.2.45 in Feindstellung ein.
    20 gezählte Feindtote. Durch sehr starken russ.Gegenstoß eigene Teile nach erbittertem Nahkampf und Ausfall des Zugführers
    und der Gruppenführer auf eigene HKL zurückgedrängt.
    Bewegungen von Kienitz nach Alt Kienitz von etwa 200 Mann, 16 Bespannfahrzeugen und 11 Lkw gegen 14.00 Uhr durch Art.-Feuerschlag
    wirksam bekämpft. Nordwesl.Sophienthal eine Feind-Pak durch I.G. vernichtet. Brückenschlag Kienitz durch beobachtetes Feuer gestört.
    Div.„Döberitz“:
27.2.45 23.00 Uhr vor I./Gren.Rgt. 300 Feindspähtrupp unbekannter Stärke abgewiesen. Annäherung von 2 Feind-Kp. aus
    Loose heraus um 4,30 Uhr durch Gr.W.- und M.G.-Feuer abgewehrt. Während der Nacht und am 28.2. verstärkte Feindbewegungen am westl.
    und Bauarbeiten am ostw.Oderufer. Antransport von Bauholz. Brückenbau südwestl.Zellin durch Gegner fortgesetzt.
    Div.606:
Eigene Aufklärung ergab starke ausgebaute Feindstellungen am Alten Oderdamm.
   
Feindbeurteilung: Im Vergleich zu den Vortagen festgestellte stärkere Feindbewegungen im Raum Kienitz - Zellin lassen auf Zuführung
    von Ersatz oder Umgruppierung schliessen. Ob es sich um die Zuführung neuer geschlossener Verbände handelt wird zunächst nur schwer
    festzustellen sein, da Feind vermutlich aus Tarnungsgründen derartige Verbände vorläufig nicht in vordere Linie einschieben wird.
    Zunehmende feindl.Kampftätigkeit und Ansammlungen nördl. Sophienthal sowie gesteigertes Art.-Feuer (getarntes Einschießen) im Raum
    Zechin - Letschin lassen weiterhin feindl.Schwerpunkt im Raum Genschmar - Letschin vermuten.
    Mit stärkeren Feindangriffen ist sicher nach Fertigstellung der Brücke Kienitz zu rechnen. Ob Feind sein Antreten von der Fertigstellung
    weiterer BRücken vor dem Korps-Abschnitt abhängig macht, oder schon bei einer für ihn günstigen Witterung nach Ausweitung seiner
    Brückenköpfe südwestl.Küstrin angreift bleibt abzuwarten.
4.) Fahrschwadron 1606.
7.) 8; siehe F.S.
8.) Div.„Berlin“: 20 Feindtote, 13 Scharfschützenabschüsse,
                  1 Pak vernichtet, 2 Lkw beschädigt.
    Div.„Döberitz“: 13 Scharfschützenabschüsse,
         erbeutet: 1 7,62cm Pak (Einsatzbereitschaft wird nich festgestellt),
                   1 M.Pi., 2 Minen.
    Div.606: 2 Rückkämpfer
9.) Sonnig, klar, Straßen gut befahrbar, Wege noch verschlammt.
 
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1) Kriegstagebuch CI.Armeekorps, GermanDocsInRussia – digitale Reproduktionen russischer Archivbestände