Sicherungsregiment 200
Kriegstagebuch    Befehle    Gliederungen    Zustandsmeldungen   Stellenbesetzungen   Ersatz/Verluste   Material/Ausrüstung

 

Kriegstagebuch September 1944
4.9.1944
KTB 19.Armee:
....
18.30 Uhr: Ia fragt Ia Kampfgruppe Brodowsky, ob Sicherungs-Btl.200 (Sich.Rgt200?) dort eingetroffen sei. Antwort: Jawohl, jedoch nur Kommandeur und 1 schwerer Zug. Der Rest
           sei noch unterwegs, weil er auf dem Marsch Zusammenstoß mit Terroristen gehabt habe. Widerstand sei jedoch gebrochen worden
           Kdr. Sicherungs-Btl.200 übernimmt Gespräch mit der Meldung, daß er mit 220 Mann und 1 schweren Zug ( 1 s.M.G.-Zug, 1 Pak, 1 Fla., 2 Granatwerfer)
           der 13.Kp. eingetroffen sei. Der Zusammenstoß mit den Terroristen sei etwa 20 km entfernt erfolgt.
           Ia bemängelt scharf, daß hierüber keine rechtzeitige Meldung, und daß Eintreffen des Btls. mit so erheblicher Verspätung erfolgt sei. Er befiehlt
           sofortige Meldung, wenn gesamtes Btl. eingetroffen.
....
5.9.1944  
6.9.1944
Fernschreiben A.O.K.19, Ia Nr.(keine Nummer) an Armeegruppe G, 6.9.1944.

Betr.: Einsatzgliederung und Stand der Marschbewegungen des LXIV.A.K.

      1.) Einsatzgliederung:
          Von Trennungslinie zu LXVI.A.K. bis Linie St.Martin du Puy - 5 km nördlich Saulieu - Missery:
             Kampfgruppe v.Brodowsky mit Russen-Btl.615 und IV./Sich.-Rgt.200.
             Rechts anschließend Kampfgruppe Reinhardt bis Linie Bouxy (ausschl.) - St.Desert (ausschl.) - Givry (ausschl.) - Chagny (ausschl.) mit einer
                Rgt.-Gruppe Autun, 1 Rgt.-Gruppe 1e Creusot und 1 Btl. und 1 Art.-Abt. nordwestl. Chagny.
             Schnelle Abt.602 als Korpsreserve nordwestl. Beaune.
             Vordere Linie Chatillon - Montbard - Saulieu - Autun - le Creusot - Chagny.
          Korpsgefechts-Stand: Dijon.
2.) Stand der Marschbewegungen:
      a) 16.I.D. trat unter Befehl LXVI.A.K.
         Kampfgruppe Rohlfs im Marsch auf Saulieu.
         Kampfgruppe Poscich mit einem Btl. und Splittereinheiten im Marsch auf Dijon.
         Kampfgruppe Stenger (Fußteile der 16.I.D.) im Marsch von Autun auf Beaune.
      b) 159.I.D. nach Versammlung im Raum St.Loup im Marsch auf Besancon und dort mit Teilen bereits eingesetzt.
         Kampfgruppe Seiz im Raum um Pontailler.
     c) schnelle Abt.608 im Raum um Mirecourt zur Verfügung LXVI.A.K.
     d) Kampfgruppe Täglichsbeck mit Gruppe Haugk im Marsch auf Luzy.
        Kosakan-Rgt.950 sichert südostw. Moulins.
        weitere Teile sichern Loire-Übergänge bei Nevers und Decize. Im übrigen Weitermarsch nach Osten.
e) Kampfgruppe Elster keine neue Meldungen.
7.9.1944
KTB 19.Armee.
9 Uhr 30. Der Lt.Schulte-Ostermann bekommt Befehl, mit dem Gen.Kdo. Dehner Verbindung aufzunehmen und folgende Fragen zu klären:
            1.) Wo ist Gefechtsstand Gen. Kdo.Dehner ?
            2.) Wo ist Gefechtsstand der 159.I.D.?
            3.) Wo ist die Gruppe Hax?
            4.) Wo ist die eigene vordere Linie ?
            5.) Womit wurde der Feindeinbruch abgeriegelt?
            6.) Was hat das Gen.Kdo. gegen den Einbruch unternommen mit eigenen Truppen ?
            7.) Was ist die Absicht des Korps ?
            8.) Stärke des Feindes und welche Truppenteile ?
           Ferner soll er dem Gen.Kdo. Dehner mitteilen, dass die Armee folgendes befohlen hat:
            1.) Gegenangriff IV.Lw.Feldkorps mit 338. und 198.I.D.
            2.) Zurücknahme der Front vorläufig in die Linie Beaune -Montbard etwa, später in die Linie Dijon-Dole.
            3.) Der Gruppe Degener wird eine Kompanie der 11.Pz.Div.-zugeführt.
            4.) 716.I.D. wird dem LXIV.A.K. unterstellt.
           Lt. Schulte - Ostermann trifft 12 Uhr 10 beim Gen.Kdo. Dehner ein, 13 Uhr 20 Abfahrt von dort. Sämtliche Fragen werden vom kommandierenden General
           persönlich wie folgt beantwortet:
            Zu 1.) Gefechtsstand Gen.Kdo.Dehner nach wie vor in Devecey.
            Zu 2.)        "      der 159.I.D. in Miserey.
             Zu 3.) Gruppe Hax ist entgegen dem mit aller Schärfe erteilten mündlichen und schriftlichem Befehl des kommandierenden Generals abgerückt mit
                    unbekanntem Ziel. (wahrscheinlich am 6.9.44 früh.)
             Zu 4.) Etwa 1 1/2 km südwestlich Miserey - Ecole - Strasse Valentine - Besancon (mit Ausnahme Feindeinbruch St. Cloude) - Flaschenhals
                    (Flusschleife des Doubs). - Baumes-les-Dames. Der Abschnitt Flaschenhals - Baumes-les-Dames wird nur durch das Heeres-Pi-Btl.669
                     stützpunktartig gesichert.
                    Aus dem Abschnitt Flaschenhals - Chaleze wurde ein Btl. des (Res.)Gr.Rgt.251 herausgezogen zur Verstärkung des Nordflügels. Sich.Rgt.200 mit
                    Btls.-Stab und einer Komp, liegt in Grand-Fontaine, eine Komp, in Montferrand, l Komp. in Torpes.
             Zu 5.) Feindeinbruch wurde mit stark zerschlagenen Teilen des (Res.)Gr.Rgt.9 (Stärke insges. 1 sehr schwaches Btl.) plus Komp. Hölzel, früher
                    Rgt.Hölzel, abgeriegelt.
             Zu 6.) 1.) Abriegelung durch (Res.)Rgt.9
                    2.) Herauslösen eines Btls. des (Res.)Gr.Rgts.251 aus der Front Besancon (vom Flaschenhals ausschliesslich bis Chaleze) und Inmarschsetzen
                        dieses Btls. in den Raum Miserey.
                    3.) Einsatz der Heeres-Artillerie-Abtlg. mit den verfügbaren 2 Geschützen und 90 Schuss Munition.
                    4.) Sammeln aller versprengten Teile und rücksichtsloses Vortreiben nach Miserey zum Einsatz.
                    5.) Aufbau eines Flakriegels nordostwärts Linie Miserey--Valentine.
             Zu 7.) Festhalten der gemeldeten Linien mit allen Mitteln. Möglichst gleichzeitiger konzentrischer Angriff mit den vom AOK angesetzten und
                    unterstellten Kräften zur Wiedergewinnung der Doubs-Linie westlich Besancon.
             Zu 8.) Feind hat ursprünglich geplant, zur Wegnahme von Besancon den Doubs ostwärts der Stadt zu überschreiten, wurde aber anscheinend durch den
                    vorgefundenen Widerstand bei Morre und durch die dortigen Sperren veranlasst , statt dessen unter Benützung des Brückenkopfes von Avanne
                    nach Norden vorzustossen. Durch das Nichtbereinigung des Brückenkopfes Avanne durch die 11.Pz.Div. und durch das vorzeitige Wegziehen des
                    I./Pz.Gr.Rgt.111 hatte dies Unternehmen Erfolg.
                    Stärke des Feindes: Mindestens 1 Inf. Rgt.amerik. mit sehr zahlreichen, schweren Waffen (mind. 3-4 Artill.Abtlgn., darunter einige schwere)
                    und den entsprechenden Panzern.
                    Von allen Seiten wirkungsvoll durch Terroristen unterstützt.
                    Generalkommando bleibt weiterhin in Devecey.
                    Gen.Kdo. bittet um schnellste Zuführung der Brigade Seitz und der Panzergruppe.
                    Nachrichtenführer regt im Einvernehmen mit Nachrichtenführer des IV.Lw.F.K. eine Funklinie Gruppe Dehner - IV.Lw.F.K. an.
10.16 Uhr: Ia/AOK 19 orientiert Id/Armeegruppe G:
           Nordwestlich Besancon wurde durch Feind ein Brückenkopf gebildet bis etwa in Linie Pelusey - Ecole. Ein Offz.-Spähtrupp ist angesetzt um Verbindung
           herzustellen und Lage zu klären, da keine Verbindung bestehe.
           General Kniess soll Truppen in einer noch festzustellenden Linie auffangen, bewaffnen, um damit eine Auffanglinie zu bilden.
           Mearsault am Westflügel südlich Beaune feindbesetzt. Im Gelände und bald nördlich des Dheune-Abschnittes sollen noch etwa 30 Feindpanzer sein.
           Orientierung von der 11.Pz.-Division stehe noch aus.
11.15 Uhr: Ia/ll.Pz.-Division an Ia/AOK 19:
           Rechter Flügel bei Baume les Dames in Ordnung. Feind eingebrochen über Fluß. Ernans und Höhengelände nordwestl.Baume feindbesetzt. Es wird sich um Teile
           der 3.alger. Division handeln. Vorläufig ist nur Infanterie festgestellt von Panzern noch nichts bemerkt. Von der Division kann nichts dagegen
           unternommen werden, da sich noch alles auf dem Marsch befindet. Ia will dem Chef Vortrag halten.
           Ia/11.Pz.-Division:
           Cleynant (?) südöstlich von Clerval: Lage ungeklärt.
           Die Division möchte das Btl.Hax zurückhaben, da es bei der Division dringend gebraucht wird. Ia/AOK 19 will dem Chef vortragen.
11.40 Uhr: Chef /AOK 19 Chef /LXXXV.A.K.:
           Feindeinbruch bei Baume les Dames und bei Breteniere von Süden eingebrochen. 11.Pz.-Division keine Kräfte zum Gegenstoß. Chef/LXXXV.A.K. soll mit dem
           Kommandant von Belfort Kräfte auf Lkw. verladen und nach dort runterwerfen. Auf der Straße über Villarsexel - Rougemont, von dort die große Straße nach
           Besancon. Bisher wurde dort nur feindliche Infanterie festgestellt.
           Chef /LXXXV.A.K, meldet, daß die Auskämmaktion keineswegs sehr erfolgreich gewesen sei. Bisher wären nur 500 Mann ohne Bewaffnung zusammengestellt.
           Von Belfort sei nichts zu erwarten.
           Chef/AOK 19 sagt, daß der Chef/LXXXV.A.K. sich an den Kommandanten von Belfort wenden soll und in Zusammenarbeit müßten unbedingt kämpfkräftige Teile
           zusaamengestellt werden, da die Sache eilig sei. Chef/LXXXV.A.K. hat verstanden und will alles tun was möglich ist.
           Chef/AOK 19 sagt, daß die Brückenkopfbildung der Auffanglinie für den Stab Kniess bei Clerval ende. Chef /LXXXV.A.K.solle sich darauf einstellen, alle
           Korück-Geschäfte zu übernehmen. Dazu Stab des Befehlshaber NO Frankreich. Das sei aber noch nicht offiziell.
15.00 Uhr: Hauptmann Hartmann, Führer Meldekopf Vesoul, meldet, daß alles ruhig sei. Der Verkehr läuft planmäßig und sehr flott. Chef befiehlt, daß bei Eintreffen
           von Kurier-Offizieren diese nicht zu entlassen wären, bevor Rückfrage beim Ia oder Chef/AOK 19 gehalten worden wäre. Chef fragt ob die Straße nach
           Besancon zu benutzen sei. Hauptmann Hartmann, will das feststellen und melden.
15.16 Uhr: Ia/AOK 19 übermittelt dem Ia/11.Pz.-Division folgenden Führerbefehl: Anschluß an Schweizer Grenze muß gehalten werden.” Zusatz der Armee: Dieser Anschluß
           muß bei Villars les Blamont genommen werden.
13.30 Uhr: Ia/AOK 19 gibt an Meldekopf Vesoul durch, daß jeder Kurier bei Aushändigung von g.Kdos.-Sachen darauf aufmerksam zu machen sei, daß er diese am Körper zu
           tragen und wenn Gefahr im Verzüge ist, selbst zu vernichten hat. Hauptmann Hartmann meldet, daß der Verkehr von Gray nach Vesoul flott laufe und daß von
           Partisanen noch nichts bemerkt worden wäre. Nach Meldung eines Offiziers um 12.40 Uhr sollen nordwestlich Ecole eigene Kräfte von Norden nach Süden im
           Vorgehen sein.
           Der Divisionsstab soll noch in Ecole und angeblich eingeschlossen sein. Ein Kompanie-Chef der 159.Division soll auf Höhen allgemein nördlich Ecole
           amerikanische Flak auf Selbstfahrlafette gesehen haben. Chef befiehlt Hauptmann Hartmann aufmerksam zu sein und alle auf den Meldekopf durchkonmenden
           Offiziere über die Lage usw. auszufragen.
13.50 Uhr: 1 Offizier vom O.Qu.-Staffel meldet sich vom Meldekopf Vesoul und berichtet dem Chef, daß er mit Panzerbekämpfungsmitteln bei Gefechtsstand 159.Division
           zwecks Abgabe gewesen sei. Der General habe ihm jedoch gesagt, daß die Division genügend habe und er sie zum I b der Division nach Vesoul bringen solle.
           Den Namen des General weiß der Offizier nicht. Der Chef befiehlt ihm auf dem Meldekopf mit der Munition auf Abruf zu warten.
14.00 Uhr: Chef/LXXXV.A.K. meldet Chef /AOK 19, daß nach Meldung General Schmidt Flakbrigade von Straßburg in Richtung auf Besancon unterwegs sei.
           Chef/AOK 19 gibt Chef /LXXXV.A.K. bekannt, daß er Kommandant von Belfort werden würde. Alles was dort an Truppen sei, werde ihm unterstellt. Der RAD sei
           abzugeben Die H.J. gehe die Armee nichts an. Ebensowenig Oberst Frick. Chef /LXXXV.A.K. meldet, daß Sperrverband keine Panzerfaust und keine Pak zur Verfügung
           habe.
           Chef/AOK 19 betont, daß Belfort unter keinen Umständen verstopft werden dürfe. Für Truppen, die in Abstellraum kämen, sei eine entsprechende Bescheinigung
           mitzugeben. Chef gibt außerdem bekannt, daß O.B. AOK 19 heute nachmittag gegen 18.00 Uhr zum LXXXV.A.K. komme.
14.43 Uhr: Chef/LXXXV.A.K. fragt Chef /A.O.K.19 ob er den Oberst Tyroller bekommen könne. Chef /AOK 19 lehnt ab. Da Oberst Tyroller im Augenblick Kampfauftrag habe,
           sei die Abstellung nicht möglich.
15 Uhr 47: Chef bespricht mit Nafü Armeegruppe die Unhaltbarkeit der Nachrichtenlage beim AOK. Anafü wäre seinem derzeitigen Aufgabengebiet offenbar nicht voll
           gewachsen. Chef bittet, alsbald mit Ob.West Rücksprache wegen eines geigneten Nachfolgers zu nehmen. Nafü Armeegruppe bemerkt hierzu, dass auch er den
           Eindruck habe, dass Anafü etwas übermüdet und deshalb der derzeitigen starken Belastung nicht gewachsen sei. Nafü Armeegruppe wird sofort das Erforderliche
           veranlassen.
15 Uhr 50: Chef Korück wünscht Ia zu sprechen. Die wegen dessen Behinderung angebotene Verbindung mit Id lehnt Chef Korück ab.
16 Uhr 10: Ia befiehlt Hptm.Hartmann, ihn laufend zu orientieren, ferner, seine Leute eingehend über die Behandlung von geh.Kdos. zu unterweisen. Kuriere hätten
           geh.Kdos. am Leibe zu tragen.
16 Uhr 12: Chef wird folgender Funkspruch der Gruppe Dehner übermittelt: "Feindangriffe seit 1 Uhr. Munition geht zu Ende, es muss so schnell als möglich geholfen werden."
16 Uhr 35: Chef bespricht mit Chef Korück, worin die persönlichen Schwierigkeiten zwischen den Offizieren vom Stab Korück und dem Id AOK begründet seien. Antwort:
           Der merkwürdige, oft verächtliche Ton, welcher Id AOK gegenüber Offizieren des Stabes Korück einschliesslich Chef des Stabes Korück an den Tag lege. Es gehe
           nicht an, von den Offizieren des Stabes Korück als von "dem Schmutz" zu sprechen, wie es jüngst anlässlich eines Gespräches etwa in der Verbindung erfolgt
           sei: "Dann nahmen Sie doch den ganzen Schmutz dort weg".
1$ Uhr 40: Chef befiehlt Major Hiltrop zu sich.
16 Uhr 45: Ia Korück (Hptm.Elflein) an AOK 19: Bitten um Übersicht der rückwärtigen Dienste der Armee mit Stärken und Unterkunftsorten.
           Gen.d.Inf.Gloessner (?), vom OKH geschickt, hat Gen.Lt.Hederich angewiesen, zu kontrollieren, ob die rückwärtigen Dienste im Verhältnis zur kämpfenden Truppe
           zu stark sind, um evtl.überflüssige Kfz. dem Stabe Hübner zur Verfügung zu stellen. Soll dem stattgegegeben werden?
                            Korück AOK 19 gez.von Wellenberg.
16 Uhr 50: Ia Korück an AOK 19.
           Schlagen vor, den Rest der freiwerdenden Stammdivision Böhmer, falls eine Auffüllung durch Schicherungsbatl. zu einer aus deutschen und Kosacken bestehenden
           Sicherungsdivision nicht möglich ist, zum Stellungsbau zu verwenden. Auffüllung der Kosaken-Division mit russischen Nicht-Kosaken kommt nicht in Frage.
           Bitten um Befehl, welchem Baustab das Rgt.Böhmer angeboten werden kann. Desgleichen Befehl, welchem Baustab Kriegsgefangene angeboten werden können.
                            Korück AOK 19, gez.von Wellenberg
16,50 Uhr: LdN meldet Chef, dass Leitung zum IV.Lw.F.K. gestört sei. Chef weist darauf hin, dass nach den bestehenden Kabelverhältnissen eine Verbindung zum IV.Lw.F.K.
           wie zum LXIV.A.K. unbedingt herstellbar sein müsse.
16.55 Uhr: Chef befragt ANafü nach Verbindungsverhältnissen zum IV.Lw.F.K. und LXIV.A.K. Chef bemängelt, dass ANafü über die Leitungsverhältnisse und ihre Möglichkeiten
           schlecht im Bilde sei. Die Nachrichtenverhältnisse beim AOK seien untragbar. Chef befiehlt sofort die -unleserlich- zum IV.Lw.F.K. und zum LXIV.A.K. zu überprüfen
           und beschleunigt in Schwung zu bringen.
16.58 Uhr: Chef LXXXV.A.K. meldet Ia, dass die Flakleute sich nicht vereinnahmen liessen. Es müsse hierüber ein grundlegender Befehl bei der Armeegruppe erwirkt werden.
           Der Sperrverband sei jetzt vollmotorisiert. Die Stärken würden in der Abendmeldung mitgeteilt werden.
17.12 Uhr: Chef befiehlt Ia, an LXXXV.A.K. einen Spruch des Inhalts durchzugeben, dass bei Abmarsch der 198. und 338.1.D. die Trosse entlang der Marschstrasse am Doubs
           unterzubringen seien, um dadurch eine Überwachung der örtlichen Sicherungen zu gewährleisten.
17.20 Uhr: Chef gibt LdFu folgenden Funkspruch für Gen.Kdo. Dehner auf: "Sofort Meinung, ob General Schmidt 159.I.D. übernommen hat." AOK 19 Chef des Generalstabes.
17,22 Uhr: Ia LXIV.A.K. gibt Chef folgende Lage Orientierung:
            "S und SO Beaume Feindangriffe mit Panzern und Infanterie. Bisher abgeschlagen. Feind versucht jetzt, beiderseits zu umfassen,
             Um von Norden in Beaume einzudringen. Korps rechnet mit weiteren Angriffen im Zuge der Strasse nach Dijon. Die nachrückenden Teile sind von Autun abgedreht.
             Schwerer Terroristenwiderstand bei Arc le Duc, 5 km NW Dijon.
             Korps rechnet mit planmässiger Besetzung von 2. Fraglich, ob nachfolgende Teile sich durchschlagen können. Oberst Seiz rückt um 18 Uhr mit etwa noch 700 Mann,
             wie vom AOK befohlen, ab. Alle anderen Teile sind bereits gestern in Marsch gesetzt.
             Korps fragt an: Wann absetzen ?
                Antwort:
                  1.) Heute. 198.I.D. rückt ab, ohne Sicherungen zurückzulassen.
                  2.) Oberstlt.Bahr muss hinter 198.I.D. Sicherungstruppen nachschicken.
                  3.) Absatzbewegungen in 2 wie vorgesehen, jedoch mit der Änderung, dass keine Trennungslinie gegeben ist und dass Oberstlt. Bahr den gesamten Abschnitt
                      zu übernehmen hat, bis 198. und 338.Div. wieder frei sind.
                  4.) Ab 2 neuen Absatzbefehl mit der Minderung, dass Angelpunkt südlich Langres fest gehalten werden muss.
                Frage Chef AOK: ”Wie Lage NW Besancon ?”
                  Antwort: Bei Besancon erneute Feindangriffe in Rgt.-Starke mit Panzern, örtliche Einbrüche abgeriegelt. Chef befiehlt, dass Oberstlt.Bahr laufend auf
                           dem Fernsprechwege Meldung geben soll.
17,40 Uhr: Chef AOK gibt Chef IV.Lw.F.K. Kenntnis vom Inhalt seines Gespräches mit Ia LXIV.A.K. Chef teilt hierbei inbesonders mit, dass Befehl für 198.I.D. übermittelt
           worden sei, ohne Sicherungen abzugeben. Die Sicherungen mussten hinter der Div. marschieren. Verbindung mit Oberstlt.Bahr müsste gehalten werden.
           Die Trennungslinie fällt fort, solange bis IV.Lw.F.K. aus dem Kampfe heraus sei. Drehpunkt Langres musst festgehalten werden. Dss Gen. Kdo.Dehner wird vielleicht
           später dem IV.Lw.K. zugeteilt werden.
           Chef. IV.Lw.F.K. meldet, dass Feind bei Besancon mit Richtung Norden wiederum angreife. Es mangele der Truppe an Art.Munition. O.Qu.. AOK könne nicht aushelfen,
           da es sich vornehmlich um ausländ. Mangelmunition handele. Chef AOK wird deshalb mit O.Qu. Rücksprache nehmen.
18,10 Uhr: Chef bespricht mit Nafü Armeegruppe die Frage eines Nachfolgers für ANafü. Nafü Armeegruppe macht folgende personelle Vorschläge:
             Oberst Wiesner
                "   Tritz
                "   Tonrüber
                "   Tilder
                "   Fischer
                "   Bartusch.
           Chef AOK ist von den genannten Offizieren lediglich Oberst Bartusch persönlich bekannt. Nafü Armeegruppe meldet Oberst Bartusch als besonders energischen,
           tatkräftigen und leistungsfähigen Offizier, der für die vorgesehen Aufgaben besonders gut geeignet sei. Oberst B. befindet sich zurzeit auf der
           Heeresnachrichtenschule und sei sofort verfügbar. Chef AOK ist mit der Wahl von Oberst Bartusch durchaus einverstanden.
           Nafü Armeegruppe wird sofort beim Heeres-Personal Amt das Erforderliche einleiten und auch dafür sorgen, dass Oberst B. einen Adjutanten von der H.Nachrichtenschule
           mitbringt. Chef AOK bedankt sieh für die schnelle und gute Erledigung.
18,45 Uhr: Chef gibt Adjuntant A-Pi-Fü bekannt, dass A-Pi-Fü mit Chef AOK vor Sprengung von 3 in Richtung Nordost nochmals Rüksprache nehmen müsse.
19.00 Uhr: Kdr.IVLw.F.K. teilt Ia mit, dass die Strasse nach Dole NW. Besancon vom Feind zugemacht sei. Bei Beaumme seien 14 Feindpanzer abgeschossen worden.
           Von 11.Pz.Div. sei bisher nichts Neues bekannt.
19,10 Uhr: Ia fragt LdN, ob Fernschreibverbindung zum LXIV.A.K. bestehe. LdN bejaht.
19.20 Uhr: Ia teilt Führer Meldekopf Botsch,Vesoul mit, dass 159.I.D. Panzernahbekämpfungsmittel zum Div. Stab haben will. Diese seien zur Verfügung zu stellen.
19.50 Uhr: Ia teilt O.Qu. mit, dass 159.I.D. unbedingt Munition brauche.
           O.Qu. erwidert, dass Sachbearbeiter hierfür schon in Vesoul sei. Der Munitionsnachschub von der Armeegruppe und von Ob. West versage jedoch auf der ganzen Linie.
           Ia betont, dass Munitionsversorgung durch Luftabwurf auf Zitadelle Besancon erfolgen müsse. Die erforderlichen Massnahmen müssen O.Qu. auf dem Qu. 1 Wege mit Hilfe
           von Ob.West durchführen.
19.55 Uhr. Chef LXIV.A.K. fragt Chef AOK, ob Oberst Seiz persönlich in Marsch gesetzt werden müsse da für die restlichen 700 Mann der Brigade ein Rgts.-Stab bereits vorhanden sei.
             Antwort: Wenn 700 Mann mit Rgts.-Stab in Marsch gesetzt worden sind, kann Oberst Seiz zurückbleiben. Wenn er auf diese Weise in Dijon frei wird, ist er nach Epinal
                      für die Armeegruppe G in Marsch zu setzen. Zeitpunkt des Inmarschsetzens bestimmt Oberstlt.

Generalkommando IV.Lw.Feldkorps, Führungsabt.Ia, Nr.52a/44 geh. an A.O.K.19, 7.9.44, Uhrzeit: 18.10.
Abendmeldung 7.9.44 :
1 .) Feindlage wie bisher fernmümdl.gemeldet. Bis 18.00 Uhr keine neuen Feindmeldungen.
Eigene Lage:
2 .) a) 198.I.D. auf dem Marsch zur Versammlung im Raum 15 Km westl. Besancon;
        Gren.Rgt.308 Raum St.Vit (18 Km südwestl. Besancon).
        Gren.Rgt.305 mit Teilen A.R. 235 im Raum Boismurie.
        326 mit Teilen A.R.235 Raum Corcelle (16 Km westl. Besancon).
        Div.Stab: Mercey le Grand ab 17.00 Uhr.
     b) 338.I.D. in der Versammlung im Raum südl. u. südostw. Marney. Gef.Stand voraussichtlich: Marney.
     c) Sicherung des Versammlungsraumes beider Divisionen durch Teile Sich.Rgt.200 und Gren.Rgt.757 ostw. Dannemarie - Emagny.
     d) K.Gef.Std.ab 10.00 Uhr P e s m e s .
     e) Absichten 8.9.44:
        Nach abgeschlossener Versammlung 198.I.D. (voraussichtlich bis 8.9.44 vormittags) Angriff mit beiden Divisionen auf den westl. Besancon eingebrochenen Feind.
8.9.1944
Generalkommando IV.Lw.Feldkorps K.G.St., 8.9.44.
An
A.O.K.19
Abendmeldung 8.9.44 abgeschlossen 19.50 Uhr.
1 .) Feind verstärkt sich in Räumen Routelle, Grandfontaine, Franois und Puoilley. Weiteres Feindvorgehen mit Panzerunterstützung besonders
     aus Routelle (auf St.Vit und Velesmes-Essarts) und aus Franois.
     Eisenbahnbrücke über Doubs nördl. Abbans - Dessous anscheinend wieder hergestellt.
2.) a) K.Gef.Std. Pesmes.
       Gef.Std. 198.I.D. M e r c e y. 338.I.D. M a r n a y
    b) Eigene vordere Linie: St.Vit (Teile Sich.Rgt.200) -nördl. Routelle - Saussottes - Wald - hart westl. Grandfontaine (Gren.Rgt.508) -
       ostwärtige Straßenkreuzung nördl. Grandfontaine — La Felie (Gren.Rgt.305) — Chauteau südl. Farnois — hart westl. Farnois (Gren.Rgt.326)
       — Seurre — dicht südwestl. Pouilley (Gren.Rgt.757) - dicht ostw. Bar-montwald (Gren.Rgt.933).
Eigener Angriff kommt infolge unzureichender Mittel nicht vorwärts.
3.) Absicht: Halten der erreichten Linie.
 
<< August 1944                                                            Oktober 1944 >>