Generalkommando Dehner
LXIII.Armeekorps

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Kriegstagebuch September 1944
1.9.1944
Abendmeldung Gen.-Kdo.LXIV.A.K. vom 1.9.1944.:
Feindl. Aufklärungsvorstoß östlich Loire mit gepanzerten Fahrzeugen etwa 12 km nordöstlich La Charite abgewiesen. Bei Kämpfen mit Terroristen in den
letzten beiden Tagen 114 Feindtote.
10,00 Uhr feindl. Panzerspähwagen in Jonchery (4 km nordwestl. Chaumont),
III./Pol.Rgt.19 auf dem Marsch nach Andelot, Nach unbestätigter Meldung feindl. Panzer und Panzerspähwagen auf Straße Neufchateau - Andelot.
Chaumont II./Sich.Rgt.199 (1 fdl. Flugzeug abgeschossen), Chatillon III./Sich.-Rgt.119 nach Montigny-Leroi (20 km südostw. Chaumont).
Aufklärungs-Abt.(mot.) 1000 mit Auftrag: Sicherung und Aufklärung auf den nach Neufchateau - Andelot - Chaumont führendes Straßen.
Gen.-Kdo.Dehner: Aktion gegen die in le Valdahon meuternden Russen (Teile 30.Waffen-SS-Gren.-Div.) im Anlauf.
Oberkommando Armeegruppe G/Ia Nr. 2376/44 g.Kdos.
2.9.1944  
3.9.1944  
4.9.1944
KTB 9.Armee:
01.10 Uhr: Kdr.Art.Schule Beaune meldet Chef, daß er laut Befehl OKH, durch Armeegruppe G an ihn geleitet, mit seinem Stab in die Heimat abrücken
           soll. Sein Abschnitt sei gestern vom Oberfeldkommandanten in Beaune übernommen worden. Dieser sei vorgestern in Beaune eingetroffen.
           Chef erwidert, daß diese Regelung nicht im Sinne des A.O.K. sei. Der Feldkommandant in Beaune habe als solcher ganz andere Aufgaben als ein
           Truppenkommandeur. Es sei seitens des A.O.K. auch nicht befohlen, daß General Kohl den Abschnitt der Kampfgruppe Schmidt übernehmen solle.
           Der Befehl der Armeegruppe G lautet dahin, daß der Kdr. Art.Schule Beaune "nach Freiwerden" abrücken könne. Den Zeitpunkt des Freiwerdens
           bestimmt jedoch lediglich das A.O.K.
           Kdr. Art.Schule Beaune weist demgegenüber darauf hin, daß er bisher dem Befehlshaber Nordostfrankreich unterstanden und von diesem am 3.9.
           um 11.00 Uhr den Freigabebefehl erhalten habe.
           Chef entgegnet, daß A.O.K.19 am 3.9. um 6.00 Uhr die Befehlsgewalt im Abschnitt übernommen und deshalb der Befehlshaber Nordostfrankreich
           von dieser Zeit ab keine Befehlsbefugnisse über die in diesem Abschnitt eingesetzten Kommandeure mehr gehabt hat. Überdies sei für den
           Oberfeldkommandanten Beaune eine anderweitige Auftragserteilung vorgesehen. Kdr. Art.Schule könne seine ganze Schule mit Ausnahme dessen,
           was Sicherungsaufgaben hat, abtransportieren. Die Entscheidung über seinen eigenen Verbleib liege jedoch beim LXIV.A.K., welchem er durch
           das A.O.K.19 unmittelbar unterstellt worden sei. Er solle deshalb morgen wegen der Entscheidung über seine Verwendung persönlich zum
           LXIV.A.K. fahren. Falls von dort für ihn ein anderer Mann eingesetzt werden könne, werde er persönlich auch vom A.O.K. aus freigegeben.
           Hierüber erwartet Chef für morgen nähere Meldung des Kdr. Artillerie-Schule.
01.45 Uhr: Chef/A.O.K.19 bespricht mit Chef/IV.Luftw.-Feldkorps die Neugliederung der Kampfgruppe Degener. Diese werde morgen mit 4 Sicherungs-Btlen.
           (Gruppe Hardenberg, Gruppe Böhme und 2 Marine-Pionier-Kompanien ) nach Dijon kommen. Kampfgruppe Degener werde alles das bekommen, was die
           Kampfgruppe Schünemann gehabt hat.
02.33 Uhr: Ia berichtet Chef über Ergebnis seines Besuches in Beaune. Für die Kampfgruppe Brodowsky werde aus Beaune noch in der Nacht 1 Sicherungs-Btl.
           in Stärke von etwa 400 Mann abgezogen und in Marsch gesetzt werden .
           Chef weist darauf hin, daß der Einsatz des Sicherungs-Btls. nach grundsätzlichem Befehl nicht in der vorderen Linie sondern in der
           Rückhaltstellung zu erfolgen habe. Dies müsse der Gruppe Brodowsky mitgeteilt werden.
05.30 Uhr: Morgenmeldung LXXXV.A.K.:
             Gef.-Stand 338.I.D. im befohlenen Raum erlebt. Einheiten noch auf dem Marsch.
             Einheit Richter befohlenen Raum ohne Feindberührung erreicht.
05.30 Uhr: Kdr.Flak-Rgt.85 hat Ia AOK.19 mitgeteilt, daß durch Oberst Tyroller in Dijon 3 2 cm Flakgeschütze abgeholt werden können. Kdr. des
           Flak-Rgt.85 möchte wissen, ob Abholung veranlaßt.
           Nachfrage ergibt, daß Anruf bei Oberst Tyroller gestern nicht möglich und heute nachgeholt werden soll
05.50 Uhr: Anruf Ia LXXXV.A.K.: Post und Unterlagen für 11.Pz.-Div. um 03.00 Uhr dort abgegeben.
05.55 Uhr: Morgenmeldung IV.Luftw.-Feldkorps über Feind keine neuen Meldungen. Marschbewegungen planmäßig.
07.30 Uhr: O.B. hat befohlen, daß das von Brodowski zurückbehaltene Btl. der 16.I.D. auf Grund der dortigen Lage vorerst dort verbleibt.
09.45 Uhr: Chef IV.Lw.Feldkorps fragt beim Ia/AOK. an, wann mit dem Eintreffen der gepanzerten Gruppe zu rechnen ist und wohin sie kommen wird. Das Korps
           muß dies unbedingt wissen, da sonst die Brücke gesprengt wird und die Gruppe nicht herüber kann! Ia meint, dann müsse sie eben auf einem
           anderen Wege kommen und zwar dort, wo das LXXXV. Korps übersetze. Wann sie kommen werde, wäre noch nicht bekannt, da erst wieder mit einer
           halben Stunde Verbindung zu der Division besteht. Auf die Frage des Chefs/IV.Lw.Fk., wie stark die Gruppe wäre, antwortet Ia, daß es sich um
           eine verstärkte Komp. handele. Der Chef des IV.Lw.Feldkorps erbittet Bescheid nach Rückfrage bei der ll.Pz.Div., auf welcher Straße die
           gepanzerte Gruppe kommen und wann mit ihrem Eintreffen zu rechnen ist. Ia sagt Bescheid zu.
09.53 Uhr: Chef AOK. weist den A.Pi. nochmals darauf hin, daß er beschleunigt Verbindung mit Gen.Kdo. Dehner auf nehmen und ihm schnellstens Pi.Kräfte zur
           Sperrung des Gebietes zwischen Dole und Pontarlier zuführen müsse. Auf die Frage, wie es mit der Sprengung bei Chalon stehe, antwortet der
           A.Pi.Fü., daß dort alles vorbereitet sei, daß die Brücke jedoch noch für die ll.Pz.Div. offen gehalten sei. Der Chef sagt, daß Chalon in der
           H.K.L. einbegriffen sei und der A.Pi.Fü. soll feststellen, ob die ll.Pz.Div. die Brücke noch brauche, er möge sich dieserhalb mit dem Ia/AOK.
           in Verbindung setzen. Wenn die ll.Pz.Div. die Brücke nicht mehr brauche, dann solle die Brücke sofort gesprengt werden. Ferner soll der A.Pi.Fü.
           feststellen, was der Befh.NO.Frankreich an Pi.Kräften zur Verfügung habe, um diese gleichfalls dem Gen.Kdo. Dehner zuzuführen. Hierüber Meldung
           an Chef.
10.13 Uhr: Ia/AOK. ruft im Auftrage des Chefs Ia Armeegruppe G an und orientiert diesen, daß ein verstärktes Btl. der 16.I.D. mit 2 Batt., 1 Pz.Jg.Kp. und
           einer Flak-Kampfgruppe vom AOK. angehalten wurde, auf Grund der Luftaufklärungsergebnisse von Tonnerre. Es handelt sich hierbei um höchstens
           2 Tage, da das AOK. in Augenblick keine Kräfte zur Verfügung habe. Ia Armeegruppe G weist darauf hin, daß das LXVI.Korps hiervon benachrichtigt
           werden müsse, daß Entscheid über weiteren Verbleib des Btls. beim AOK.19 von Armeegruppe nach Vortrag beim Chef der Armeegruppe kommen würde.
           Ia/Armeegruppe G fragt dann nach der Luftnachrichtenschule 4 ,die zur Bekämpfung innerer Unruhen zurückbehalten war. Ia sagt Feststellung und
           Bescheid zu.
10.20 Uhr: Chef fordert umgehend die Luftaufklärungsergebnisse von Flivo.
10.22 Uhr: O.Qu. AOK.19 meldet dem Chef, daß er in Dijon 80 to Kolonnenraum, zur Verfügung habe und bitte um Weisung der Verwendung.
           Chef sagt, daß mit diesem Raum die Sicherungs-Btlne. des LAIV.Korps zum Gen.Kdo.Dehner befördert werden sollen. Der Chef des LXIV. Korps, der
           sich gerade beim Chef AOK befinde, werde dem O.Qu. durchsagen, wo sich die Btlne. befinden. Sollte die Feststellung nicht möglich sein, so würde
           der O.Qu. Bescheid bekommen, den Kolonnenraum zum LXIV. Korps zu schicken, von welchem alsdann die Verladung erfolge.
11.54 Uhr: Chef befiehlt dem O.Qu., den zur Verfügung stehenden Kolonnenraum in Marsch zu setzen nach Decize über Beaune -Autun. Meldung in Decize beim
           General Täglichsbeck, der die Beladung verantwortlich durchführe. Abfahrt 4.9. 19 Uhr in nicht geschlossener Kolonne, sondern in großen Abständen.
           O.Qu. meint, daß mit Rückkehr der Kolonnen in der Nacht vom 4./5.9. zu rechnen ist.
11.57 Uhr: Ia/LKW. A.K. fragt beim Ia/AOK. nach, wo er Oberst Dehner finden kann und wie Verbindungaufnahne dorthin möglich ist.
           Ia orientiert ihn daraufhin, daß Oberst Dehner in Besancon sitze.
           Ia/LXXXV.Korps teilt noch mit, daß von Feinddruck bisher nichts zu merken sei, daß im übrigen Aufklärung eingesetzt wurde.
12.20 Uhr: Ia AOK. 19 meldet dem Ia Armeegruppe G, daß die Luftnachrichtenschule 4 schon durch Chalon gezogen wurde, oder aber sich hart südlich davon befindet
           und daß sie schnellstens verladen würde.
12.50 Uhr: Funkverbindung zur ll.Pz.Div. infolge Verlegung des Gef.Standes der ll.Pz.Div. unterbrochen.
14.55 Uhr: A.Pi.Fü. meldet Ia, daß sich Pi.Kdr. 16.I.D. mit 1 Btl. (5 Kpen.) gemeldet hat. Außerdem seien 3 Brücken-Kpen. im Marsch auf Dijon, davon eine
           t.mot. und zwei bahnmot. A.Pi.Fü. möchte die t.mot.-Brücken-Kp. hier behalten, die beiden Eisenbahn-Kpen. als Reserve des A.O.K. nach Straßburg
           abschieben. Er erbittet hierfür Entscheidung des Chefs A.O.K.
15.45 Uhr: O.B. befiehlt Ia, daß Führer der SS-Panzergruppe sofort in Marsch gesetzt werden solle und sich auf Durchfahrt bei Chef /IV.Luftw.-Feldkorps zu
           melden habe. Marschziel Chagny, Stärke 8 Panther V.
           Zur Feindlage gibt O.B. Ia bekannt, daß eigene Truppen bei Fournes von 2 Kpen. ohne Panzer angegriffen worden seien. Eigene Truppe zieht sich
           hinhaltend kämpfend zurück.
           Bezüglich Aufklärung befiehlt O.B. , daß besonderer Wert auf Straße Macon nach Nordwesten nach Cluny und von dort nach Norden gelegt werden müsse.
           Aufklärung nach Nordwesten müsse ebenfalls geflogen werden. Auf folgende Räume sei Flivo sofort vordringlich anzusetzen:
             a) Gebirge Morez,
             b) Raum Dijon,
             c) Raum Macon, nichtig sei, die Spitzen aufzusuchen.
15.55 Uhr: Ia /A.O.K.19 gibt Ia / IV.Luftw.-Feldkorps folgende Luftaufklärungsergebnisse mit taktischer Zeit etwa 13.30 Uhr durch:
             1.) 25 km südwestlich Pontarlier bei les Granges 10 - 15 Feindpanzer und 50 - 60 Lkw. mit Anfang bei les Granges,
             2.) südlich Gex in Richtung nach St.Claude Einzelverkehr nach beiden Richtungen,
             3.) auf Straße Coligny - Lons le Saunier, mit Anfang bei St.Amour, 100 Lkw. und Pkw.
             4.) ostwärts davon auf Straße Montfleur nach Lons le Saunier, zwischen St.Julien - Lensier, 80 bis 100 Lkw. mit leichter Flak und 5 Panzer
                 Richtung Norden,
             5.) 10 abgestellte Lkw. 10 km ostwärts Bourg auf Straße nach Bellegarde.
           Aufklärungsmeldung geht durch Funk gleichzeitig an 11.Panzer-Division.
16.10 Uhr: Ia/A.O.K. unterrichtet Ia /IV.Luftw.-Feldkorps davon, daß dem Korps 8 Panzer zugeleitet werden. Anrollen gegen 19.00 Uhr. Versorgung mit
           Betriebsstoff und Munition müsse durch IV.Luftw.-Feldkorps erfolgen. Jeder Panzer führe 80 Granaten mit sich. Zweite Munitionsausstattung mit
           ebenfalls je 80 Granaten werde vom A.O.K. in den Einsatzraum, nachgeführt. Betriebsstoffbedarf jedes Panzers sei für 100 km 730 Liter.
16.40 Uhr: Ia unterrichtet Qu.l davon, daß die 8 Panzer für IV.Luftw.-Feldkorps nach Chagny in Marsch gesetzt seien und durch IV.Luftw.-Feldkorps versorgt
           werden würden. Die noch hier befindlichen 480 Schuß Munition müssen durch Fahrzeuge O.Qu. beschleunigt zum Einsatz gebracht werden. Qu. 1 erwidert,
           daß dies wegen Fahrzeugmangels nicht vor morgen durchgeführt werden könne.
16,43 Uhr: A.Pi.Fü, unterrichtet Ia vom Sonderauftrag Schneider und fragt, welche Sicherungskräfte hierfür zur Verfügung stünden. Antwort : LXIV.A.K. muß das
           machen. Mit diesem in Verbindung setzen.
17.10 Uhr: Ia LXVI.A.K. bittet Ia /A.O.K., 16.I.D. möglichst auf direktem Wege weiterzuleiten, um die Marschbewegungen des LXVI.A.K. nicht zu stören.
           Er meldet außerdem, daß in Nancy ein zusammengewürfeltes Regiment des LXVI.A.K. sei. Die vorgetriebene Aufklärung habe ergeben, daß ein Waldstück
           nördlich Epinal, etwa 15 km nordwestlich Charmes, unklar, offenbar feindbesetzt sei. Aus Cheaumont seien um 13.00 Uhr feindliche Panzer erschienen.
           Ia/A.O.K. weist darauf hin, daß Feind offenbar versuche, nach Osten zu umfassen.
17.45 Uhr: Chef / A.O.K. unterrichtet Chef der O.F.K. Besancon über Feindaufmarsch im Raum Pontarlier.
           Chef/O.F.K. meldet, daß das Btl.1022 auf dem Wege nach Pontarlier und wahrscheinlich inzwischen schon dort eingetroffen sei. Das Btl. habe
           Panzerfaust und Granatwerfer bei sich. Die vom A.O.K. in Marsch gesetzte Pi.Kp. sei hingegen noch nicht in Erscheinung getreten. Von Artres auf
           dem Wege nach Dole befindliche eigene Truppe sei vorübergehend eingeschlossen worden, jetzt aber auf dem Marsch nach Dole, nach Erfüllung des
           Auftrages in Artres.
           In Besancon befinde sich außer aufgefangenen Leuten keine Truppe mehr.
           Chef /A.O.K. erwähnt, daß Stab 11.Panzer-Division alsbald nach Besancon komme.
           O.B. schaltet sich in das Gespräch ein. Er betont, daß es jetzt um die Wurst gehe. Pontarlier dürfe unter keinen Umständen in Feindeshand fallen.
           Es sei erforderlich, dort sofort einen verantwortlichen Kommandanten einzusetzen, der den Ort mit klarem Verteidigungsauftrag bis zum Letzten zu
           halten hat. O.B. gibt den Befehl, sofort mit sämtlichen verfügbaren Offizieren diese Verteidigungsaufgabe zu übernehmen. Sie müsse unter allen
           Umständen erfüllt werden, um die notwendige Zeit für der Einsatz unserer Panzer zu gewinnen.
           Chef/O.F.K. meldet hierzu, daß Kdr. des Btls.1022, 1 Oberstleutnant und durchaus geeigneter Soldat, als Kommandant von Pontarlier eingesetzt sei.
           O.B. betont erneut, daß Pontarlier gesperrt und die dortige Verteidigungslinie der Armee unter allen Umständen bis zum letzten kann gehalten werden
           müsse. Mit starkem Feindangriff aus südwestlicher Richtung mit dem Ziele auf Besancon - Belfort sei jederzeit zu rechnen. Deshalb seien, sofort
           anlaufend, Offiziere und Mannschaften, insbesondere auch alle Stäbe, rücksichtslos einzusetzen. Es komme heute noch Flak nach Pontarlier unter dem
           besonders bewährten Kdr. Oberst Tyroller.
18.15 Uhr: Chef /A.O.K. unterrichtet Chef / Armeegruppe G über die Feindlage. Er spricht die erneute Bitte um Verfügung über die 159.I.D. aus. Chef/Armeegruppe G
           genehmigt der Armee, über diese Division nach den Notwendigkeiten der Lage zu verfügen. Chef / Armeegruppe G genehmigt auf Bitte Chef /A.O.K.19
           ferner, daß eine Flakabteilung noch für 2 Tage zur Verfügung der Armee verbleiben könne,
18.22 Uhr: Chef /IV.Luftw.-Feldkorps fragt Ia /A.O.K. ob die zur Sprengung in Aussicht genommene Brücke jetzt hochgehen könne. Antwort : Nein, hierüber müsse
           erst Chef gefragt werden.
           Ia erinnert an baldige Tagesmeldung.
18.30 Uhr: Ia fragt Ia Kampfgruppe Brodowsky, ob Sicherungs-Btl.200 dort eingetroffen sei. Antwort: Jawohl, jedoch nur Kommandeur und 1 schwerer Zug. Der Rest
           sei noch unterwegs, weil er auf dem Marsch Zusammenstoß mit Terroristen gehabt habe. Widerstand sei jedoch gebrochen worden
           Kdr. Sicherungs-Btl.200 übernimmt Gespräch mit der Meldung, daß er mit 220 Mann und 1 schweren Zug ( 1 s.M.G.-Zug, 1 Pak, 1 Fla., 2 Granatwerfer)
           der 13.Kp. eingetroffen sei. Der Zusammenstoß mit den Terroristen sei etwa 20 km entfernt erfolgt.
           Ia bemängelt scharf, daß hierüber keine rechtzeitige Meldung, und daß Eintreff en des Btls. mit so erheblicher Verspätung erfolgt sei. Er befiehlt
           sofortige Meldung, wenn gesamtes Btl. eingetroffen.
18.34 Uhr: Chef /LXXXV.A.K. meldet Chef /A.O.K., daß von 198.I.D. bis 4.30 Uhr alles herübergekommen sei. Im Anschluß sei die 11.Panzer-Division gefolgt.
           Chef/A.O.K. gibt Chef /LXXXV.A.K. neuen Einsatzabschnitt im Raum Südschleife Mesmay (linke Trennungslinie) am Fluß entlang bis nach Mouchard (ausschl.)
           bekannt. Andernfalls würde die linke Flanke offen sein. Chef befiehlt, in einer Stunde Absicht für den neuen Einsatzraum zu melden.
           Chef/LXXXV.A.K. weist darauf hin, daß an Menschen nichts mehr aufzutreiben sei.
18.50 Uhr: Chef gibt Major Hiltrop Befehl, Oberst Allert zum sofortigen Abmarsch zu veranlassen. Armee selbst würde spätestens morgen Abend folgen.
18.58 Uhr: Chef fragt Ia /LXIV.A.K., ob über 159.I.D. Neues bekannt sei. Antwort: Nein. Es bestehe seit heute früh keine Verbindung mehr. Neuer Auftrag sei durch
           Funk über das Korps übermittelt worden.
           Chef gibt bekannt, daß Armeegruppe Verwendung 159.I.D. als Armeereserve genehmigt hat.
           Ia/LXIV.A.K. meldet, daß Kommandierender General und Ia noch heute beim A.O.K. vorsprechen werden.
19.00 Uhr: Chef /Kampfgruppe Brodowsky meldet Ia, daß telefonische Verbindung mit Pontarlier bestehe. Von dort sei nichts Neues bekannt. Das Btl.1022 liege in der
           Nähe von Valderan im Kampf mit Terroristen. General Dehner fahre jetzt nach dort.
5.9.1944

KTB 19.Armee.
01.25 Uhr: Ia LXXXV.A.K. meldet Ia AOK 19, daß von dem II.Kuban-Kosaken-Btl., das am linken Flügel des LXXXV.A.K., an Loue, eingesetzt ist, eine Kp.
           geflohen sei, nachdem diese Kp. durch Terroristen, überfallen wurde und der Offz. dabei gefallen ist. Im Verlaufe des Abends ist eine weitere Kp.
           weggelaufen - Gespräch unterbrochen, da Ia AOK später anrufen will.
02.10 Uhr: Ia LXXXV.A.K. ruft an und meldet weiter, daß voraussichtlich Restteile des Kuban-Kosaken-Btl. noch am Zusammenfluß von Loue und Doubs liegen.
           Genaue Feststellung über noch vorhandene Teile des Btl. wird gemacht.
           Nach einer Meldung dieses Btl. sollen südlich des Flusses bei Mont Sous Vaudrey 14 Pz.-Späh-Wagen und auch Panzer gesehen worden sein. Ferner sollen
           bereits einige Panzer auf dem Nordufer des Loue sein und sich im Foret de Chaux mit Widerstandskräften, die sich dort verstärkt und versteift haben,
           vereinigt haben. Das Korps rechnet damit, daß in den frühen morgenstunden des 5.9. ein Angriff auf Dole erfolgen wird. Zu diesem Zwecke hat das Korps
           das Herausziehen eines Btl. aus dem linken Abschnitt zur Verlegung an den Süd- und Südostrand von Dole veranlaßt. Das Btl. wird voraussichtlich in
           den Morgenstunde des 5.9. am Bestimmungsort eintreffen.
           Die dringende Bitte des Korps geht dahin, dem Korps eine gepanzerte Gruppe, oder aber Pz.-Abwehrwaffen zur Verfügung zu stellen, da das Korps sonst
           den Panzern wehrlos gegenübersteht.
01.40 Uhr: Chef AOK 19 fragt Chef LXIV.A.K. nach dem Verbleib der 159.I.D., die gem. Befehl der Armee angehalten und in einen Raum nordostw. von Dijon zugeführt
           werden sollte.
           Chef LXIV.A.K. meldet, daß er nach Erhalt des Befehls vom Chef AOK 19, die Division anzuhalten und eine Rgt.-Gruppe in den Raum von Besancon zu
           führen, einen Funkspruch über das Generalkdo. des LXIV.A.K. an die Division gerichtet habe. Dieser Funksprach wurde vom Gen.Kdo. quittiert, ob jedoch
           von der Division, ist ihm nicht bekannt. Ihm ist ferner der Div.-Gef.-Stand und der gegenwärtige Standort der Division nicht bekannt.
           Der Chef teilt ihm mit, daß der Div.-Kdr. der 159.I.D. sich beim AOK befände und gemeldet habe, daß sich die Division etwa schon 100 km weiter
           nördlich befinde und Chef AOK 19 macht dem Chef LXIV.A.K. den Vorwurf, daß er nicht gewußt habe, wo der Div.-Gef.-Stand und die Division sich befunden
           habe und auch dieses dem Chef AOK 19 beim Befehlsempfang nicht gemeldet habe, da sonst die Armee Mittel und Wege gefunden hätte, die Division zu finden,
           anzuhalten und wie beabsichtigt, eine Rgt.-Gruppe zum Einsatz in den Raum von Besancon zu führen.
           Da nun die Division etwa einen Tagesmarsch weiter ist, kann dies nicht geschehen und die daraus entstehenden Folgen sind im Augenblick noch nicht
           abzusehen.
           Der Einwand des Chef LXIV.A.K., von der Armeegruppe G den Befehl zu haben, die Division nur in einen bestimmten Raum durchzuschleusen, wird durch Chef
           AOK 19 verwiesen, da das Korps den eindeutigen Befehl von der Armee erhalten habe, die 159.I.D. anzuhalten und sie in den Raum von Besancon zuzuführen.
           Chef LXIV.A.K. meldet, daß er diesen Befehl auch so verstanden habe und auch entsprechend seinen Funkspruch an die Division gerichtet habe. Er bitte
           den neuen Aufenthalt der Division durch den Div.-Kdr. festzustellen, da dieser dazu neige, zu übertreiben und der Chef LXIV.A.K. der Meinung ist, daß
           sich durchaus noch eine Rgt.-Gruppe von dieser Div. für den Raum Besancon abzweigen lasse.
02.00 Uhr: Chef AOK 19 befiehlt den Chef LXIV.A.K., da die 159.I.D. zu weit vorgeprellt ist, nunmehr aus den im hiesigen Raum liegenden Teilen des LXIV.Korps
           eine Rgt.-Gruppe zu bilden und Vorschlag über Durchführung umgehend zu melden.
02.40 Uhr: Ia fragt den Ia IV.Luftw.-Feldkorps, ob die nach dort in Marsch gesetzten 8 Panther bereits eingetroffen sind. Ia IV.Luftw.-Feldkorps verneint und
           Ia AOK 19 befiehlt, einen Offz. auf der Straße den Panthern entgegen in Marsch zu setzen, um sie richtig dem IV. Luftw.Feldkorps zuzuführen.
           Der Führer der Panther sei genauestens bei der Armee eingewiesen, so daß es unverständlich wäre, daß sie bisher noch nicht eingetroffen sind.
           Meldung über Eintreffen wird erbeten.
02.42 Uhr: Ia teilt Ia LXXXV.A.K. mit, daß nach Vortrag beim Chef über den zu erwartenden Eingriff bei Dole von der Armee im Augenblick keine Kräfte zur Verfügung
           gestellt werden können. Es wird darauf hingewiesen, daß noch heute Nacht und morgen Früh die 338.I.D. und Masse der 11. Pz.-Div. durch den dortigen
           Raum ziehen, so daß hierdurch genügend Schutz gegen einen evtl. Angriff auch mit Panzern, vorhanden wäre.
03.10 Uhr: Chef LXIV.A.K. meldet dem Ia, daß von der Gruppe Welzel eine Abt. (mot.) hier im Raum liege und eine andere auf Fahrrädern bei Autun. Letztere komme
           zur Bildung der Rgt.-Gruppe nicht in Frage, da sie zu weit abliege und zu unbeweglich sei.
           Ia befiehlt, daß die mot.-Abt. sofort in den Raum nach Besancon zum General-Kdo. Dehner in Marsch zu setzen sei und daß über die andere Abt. bei Autun
           noch entschieden würde, da sie möglicherweise durch Kolonnenraum transportiert werden könne. Über Transport mit Kolonnenraum muß noch mit dem O.Qu.
           gesprochen werden. Bescheid hierüber folgt. Auf jeden Fall soll die mot.-Abt. sich umgehend in Marsch setzen und bei General-Kdo. Dehner melden.
03.33 Uhr: A.Pi.-Führer meldet:
            1.) Lyon/Saone: Straßenbrücke und Brückensteg hart ostw. Vaise (1 : 80 000) nicht zerstört. Zündung versagte. Abermals entsandter Zündtrupp stieß
                am 3.9. um 23.30 Uhr auf fdl. Pz.-Späh-Wagen an der Brücke.
            2.) Brücke über L'Ayergues-R. bei Anse unvollkommen zerstört. Brückenmitte in 4 m Breite stehengeblieben. Beschränkt passierbar. Nachsprengung wegen
                Mun.-Mangel und Feindlage nicht möglich.
            3.) Brücke bei La Chapelle über den westl. Nebenbach der Saone eingestürzt bis auf 1 m Brückenbreite. Nur für Fußgänger passierbar.
7.40 Uhr: Ic meldet Chef, daß nach englischen Rundfunkmeldungen 7.amerikanische I.D. heute Nacht im Raum Belfort Fallschirmjäger abgesetzt habe, um Rückzug der
          19.Armee zu sperren.
7.55 Uhr: Platzkommandant Belfort meldet Chef A.O.K. auf Rückfrage, daß dort im Raum Belfort von Fallschirmspringern bisher nichts bekannt sei. Bekannt sei
          lediglich, daß in der Gegend südlich Montbeliard die Terroristen mit Fallschirmspringern durchsetzt seien.
          Chef verlangt sofortige Überprüfung der Rundfunkmeldung und Meldung an A.O.K. mit Ausnahmegespräch.
8.25 Uhr: Chef fragt Ia LXIV.A.K., ob dort Panne mit der 159.I.D. bekannt sei. Ia LXIV.A.K. bejaht und meldet, daß sofort die Gruppe Haeckel in Richtung Besancon
          in Marsch gesetzt qorden sei, außerdem sei ein Sich.Btl. nach Besancon unterwegs. Die Gruppe Haeckel führe 2 Schnelle Abteilungen und die 13. und 14.Kp.
          ihres Rgt. Alle diese Einheiten seien allerdings nur beh.mot, das Sich.Btl., daß aus Bourg weggekommen sei, werde im Pendelverkehr auf Fahrrädern
          befördert. A.K. sei überzeugt, daß alles klappen werde.
          Chef betont, es müsse alles getan werden, um die Schnellen Abteilungen baldigst heranzubringen. Dann sei sofort Meldung zu machen.
8.30 Uhr: Ia LXXXV.A.K. meldet Chef, daß die beiden Hauptbrücken bei Parcey und Belmont gesprengt seien. Gefechtsaufklärung sei vorgetrieben. Feind sei offenbar
          übergesetzt.
          Chef betont, daß es äußerst wichtig sei, schnell mit allen Kräften in den befohlenen Raum hineinzukommen.
8.40 Uhr: Ia fragt Ia LXIV.A.K., ob Schnelle Abteilungen weggekommen seien. Antwort: Eine Abteilung ist über Dijon hinaus, wird abgedreht. Bisher noch keine
          Meldung über ihren Verbleib. Die hintere Abteilung habe die 13. und 14. Kp. bei sich. außerdem sei ein Sich.Btl. in Richtung Besancon in Marsch gesetzt.
8.45 Uhr: Ia 11.Pz.Div. gibt Ia A.O.K. folgende Feindorientierung:
          1.) Feindartillerie schießt auf Straße westlich Besancon jetzt schweres Kaliber. Außerdem M.G.-Feuer in diesem Raum.
          2.) Ortschaft Ornans, 13 km südsüdostwärts Besancon von starkem Feind mit Pak besetzt. Dort nicht durchzukommen.
          3.) Bei Valdahon sind Teile der Kampfgruppe Degener durch Panzer aufgerieben.
          4.) In Baume(les Dames) sitzt Feind mit Spähwagen.
          5.) 11. Pz.Div. selbst ist noch nicht beieinander, insbesondere sind noch keine Panzar da.
          Ia 11.Pz.Div. fragt, was Armee zu tun gedenke. Es müsse sofort die 15.Pz.Div. hier heruntergezogen werden. Es komme jedoch auf Minuten an, sonst könnte
          alles zu spät sein. Zur Zeit liege starkes Artilleriefeuer im Raum des Gefechtsstandes der 11.Pz.Div.
8.55 Uhr: O1 LXXXV.A.K. meldet Ia, daß von der Einheit Fink bisher keine Feindberührung gemeldet sei. Stab 338.I.D. sei in Dole eingetroffen, ebenso 50% der
          Nachrichten-Abteilung und 100% der Fla-Kompanien und die Panzerjäger. Die übrigen Teile seien noch in Bewegung auf Do1e.
9.25 Uhr: Chef LXXXV.A.K. meldet Ia, daß seine Kräfte zur Zeit so seien, daß auf 4 km 100 Mann, auf 60 km 16 Rohre und 3 Pak kämen. Es könnten deshalb nur Brücken
          und Wege besetzt, jedoch keine durchlaufende H.K.L. gebildet werden.
9.35 Uhr: Kdr. 11.Pz.Div. meldet Chef, daß schweres Artilleriefeuer auf allen Straßen von Westen nach Osten im Raum Besancon liege. Ein Btl. auf der Höhe südlich
          Besancon bei Beure werde stark angegriffen. Über den Einsatz der 3.amerikanischen Division bei Ornans Befehle bisher eine genaue Meldung. Wahrscheinlich
          sperre die Division bei Etalon auf der Straße nach Molderon. Bei Baume les Dames sei sie über den Abschnitt nach Norden hinaus.
          Absicht der 11.Pz.Div. sei, in jetziger Stellung zu halten und abzusperren. Eingetroffene Panzer werden nach Baume les Dames vorstossen.
          Chef betont, es werde Aufgabe der Division sein, nördlich des Doubs bis zur Schweizer Grenze zu sperren, auf der Linie Ile - Ponteron - Schweizer Grenze.
9.45 Uhr: Ia 11.Pz.Div. meldet Ia A.O.K., daß die Flak zur Zeit SO Besancon stehe. In Baume les Dames sei Feind mit starken Panzerspähwagenkräften. Die 11.Pz.Div.
          sei mit 1 Btl. des Pz.Gren.Rgt.111 und 4 Pak hiergegen eingesetzt. 2 weitere Btl. stünden südwestlich Besancon. Dort sei die Lage zur Zeit ruhig. Mit
          Pontarlier sei die Verbindung abgerissen. Der gegebene Befehl sei jedoch noch hingekommen. Vom Btl.1022 sei 1 Ep. in Pontarlier, die anderen bei Valreon
          im Gefecht. Ia weist darauf hin, daß nach Befehl des O.B. von der 11.Pz.Div. keine weiteren Kräfte mehr ostwärts des Doubs eingesetzt werden sollen.
          Der Auftrag der 11. Pz. Div. sei jetzt, den Doubs mit Drehpunkt Montbeliard zu sperren.
9.50 Uhr: Chef LXXXV.A.K. meldet Chef A.O.K., daß der befohlene Abschnitt noch nicht in der Hand des Korps sei. Die Pi.-Einheit sei noch zersprengt und teils noch
          im Kampf mit Terroristen. Aufklärung sei angesetzt.
          Chef A.O.K. unterrichtet Chef LXXXV.A.K. über die Feindlage im Raum Besancon - Baume les Dames. Offenbar Ziele der Einsatz der 3.amerikanischen Div. auf
          Belfort. O.B. habe befohlen, daß südlich des Doubs nichts mehr hineingesteckt werde. Der Doubs sei zu sperren und zu halten. Dies müsse so schnell wie
          möglich eingeleitet und die notwendigen Brückensprengungen dabei beachtet werden.
          338.I.D. sei beschleunigt entlang des Doubs bis Besancon zu leiten. Das Korps solle sich schon jetzt darauf einstellen, daß heute Nacht vielleicht eine
          Frontverkürzung zwischen Saone und Doubs befohlen werde.
10.05 Uhr: Ia - O.Qu.:
           Ia fragt an, ob Munition für die 8 Panther bei General Petersen herangeschafft worden ist.
           Ltn.Bieneck hatte in der Nacht den Auftrag, Munition nach Mirande zuzuführen. Dort wurde jedoch niemand vorgefunden. Es stellt sich heraus, daß die
           Munition tatsächlich nach Mirande, südostwärts Dijon sollte. Dorthin wird sie nun sofort geschafft.
10.15 Uhr: Anruf Oberstleutnant Wilutzky bei Ia:
             1.) Oberstleutnant W. übermittelt Einverständnis des Chefs, daß nur eine Pi.Komp. zurückbehalten wird.
             2.) Bitte um Einsatz von Kampfflugzeugen wird weitergegeben.
             3.) Id/AOK.l9 soll Bestand aufnehmen, was von den bisher noch nicht genannten Divisionen an Resten noch vorhanden ist.
             4.) Ia/AOK.19 orientiert Oberstleutnant W. über die Lage.
10.25 Uhr: Major Bräuer teilt Chef mit, daß größere Einheiten feindl. Fallschirmjäger bei Belfort nicht beobachtet werden konnten. Es könnte sich darum handeln,
           daß zur Unterstützung der Banden englische und amerik. Fallschirmjäger abgesetzt worden sind.
           Chef weist Major Bräuer darauf hin, in Bezug auf Aufklärung sehr aktiv zu sein, es müßten unbedingt Alarmeinheiten gebildet werden. Laufende Orientierung
           des AOK. notwendig. Major Bräuer betont, daß Stab Oberst Hübner noch nicht ausreichend erscheint, es sei eine Einrichtung in Belfort notwendig, die
           kontrolliert, welche Einheiten sieh schon früher dort gesammelt hatten. Chef ist der Auffassung, daß alles (der Schwamm) möglichst rücksichtslos aus
           Belfort herausgeworfen werden muß, was nicht irgendwie noch Kampfkraft besitzt. Zu dieser Aufgabe soll der Stab General Hedrich herangezogen werden
           (Kdt.H.G.S.O.Frankreich). Major Bräuer hat General Hedrich den Befehl des AOK. zu übermitteln, aus Belfort alles an Einheiten zu entfernen, was nicht für
           Versorgung und Nachschub der kämpfenden Truppe unbedingt nötig sei. Es muß nach dem Grundsatz gehandelt werden: Heraus aus Belfort und gegen die Grenze
           drücken, da niemand über die Grenze hinüber darf!
10.40 Uhr: Kom.General IV.Lw.Feldkorps teilt mit, daß gepanzerte Gruppe nicht eingetroffen. In Chalon sollen 5 feindl. Panzer eingebrochen sein. Es besteht durchaus
           die Möglichkeit, daß es sich hierbei nur um eine Spitze handelt und noch mehr hinterher kommt.
           Chef bittet Korn.Gen. IV.Lw.Feldkorps, sich schon jetzt darauf einzurichten, daß heute nacht zurückgeklappt wird, trotzdem einige Telle noch nicht heran
           sind. Diese Maßnahme wird notwendig sein, da sich fast von allen Seiten feindlicher Druck ergibt, sogar im Rücken.
10.45 Uhr: Chef Armeegruppe G - Chef AOK.19.
           Chef Armeegruppe G hält das Zurückklappen des linken Flügels an Straße Besancon - Montbeliard für zu stark.
           Chef AOK.19 befürchtet, daß zu langes Warten leicht gefährlich werden könnte; wenn der Absprung nicht rechtzeitig gefunden würde, könnte leicht zu viel in
           dem Sack bleiben. Nochmalige Überlegung der zu treffenden Maßnahmen soll erfolgen.
           Chef AOK.19 ist der Auffassung daß für den ganzen Schwamm für den Kampf untauglicher Einheiten, der sich in Belfort befindet, ein Ventil nach Osten befunden
           werden muß.
           Chef Armeegruppe G ist damit einverstanden, daß diese Einheiten rücksichtslos über die Grenze abgeschoben werden.
           Chef Armeegruppe G teilt weiterhin mit, daß Oberst Zorn als O.Qu. zur Armeegruppe G mit dem heutigen Tage versetzt worden ist. Es kann auf ihn nicht
           verzichtet werden, da gemäß Befehl die O.Qu.-Abteilung der Armeegruppe G mit dem heutigen Tage stehen soll. Als Nachfolger für Oberst Zorn schlägt Chef
           Armeegruppe G Oberstleutnant Schulz vor, als Nachfolger für Oberstleutnant Schulz Major v. Stülpnagel.
           Chef AOK.19 gibt zu Bedenken, daß es im gegenwärtigen Augenblick nicht vertretbar sei, sowohl den O.Qu. als auch den Qu. 1 zu wechseln.
11.10 Uhr: Anruf Hauptmann Hartmann beim Ia:
           Die 8 Panther sind heute nacht 1.00 Uhr in Auxonne gewesen und von dort nach Besancon abmarschiert. Hptm. Hartmann verfolgt Spur weiter und meldet laufend.
11.15 Uhr: Gen.Oberst Blaskowitz - Chef AOK.19:
           Gen.Oberst Blaskowitz ist der Auffassung daß, wenn Zurückklappen wie von der Armee geplant schnell erfolgt, eine Menge von Spezialkräften zurückbleibt
           (Marine, Artillerie). Gen.Oberst B. ist der Meinung, daß man sich je nach dem etwa erfolgenden Druck zu entscheiden habe. Die Nordflanke mache dem AOK.
           keine Sorge. Nach Möglichkeit solle kein zu scharfes Tempo eingeschlagen werden, damit die wertvollen Spezialisten der Artillerie und Marine nicht verloren
           werden.
11.25 Uhr: Chef AOK.19/Kommandeur 11.Pz.Div.:
           Nach Rücksprache mit Gen.Oberst Blaskowitz hat Armeegruppe folgende Ansicht: Linker Flügel bei Morteau erwünscht. Wietersheim teilt mit, daß Gegner bei
           Baume ein Btl. stehen hat. Bewegungen der Division außerordentlich schwierig, da Gruppierung zu langsam fortschreitet. Chef fragt an, ob durchkommen nach
           Osten (Morteau) möglich. Wietersheim verneint und stellt fest, daß die einzige Möglichkeit nach Norden ist. Chef schlagt vor, bei Montbeliard
           herüberzudrehen und dann nach Süden abzudrehen. Wietersheim bestätigt diese Meinung und fügt hinzu, daß die Richtung Pont de Roide ist. Chef teilt mit, daß
           2 schnelle Abteilungen nach Besancon zugeführt und Wietersheim unterstellt werden sollen. Wietersheim will sich jedoch führungsmäßig nicht damit belasten.
           Daher soll Unterstellung der beiden Abteilungen unter Einheit Wehner erfolgen.
11.35 Uhr: Anruf Oberstleutnant Bahr: Chef befiehlt Weitermarsch der 159.Res.Div. in Richtung Vesoul.
11.40 Uhr: General Petersen fragt bei Chef an, was mit den 3 Btlnen. der Einheit Degener in Dijon werden solle, da befehlsmäßige Unterstellung unter IV.Lw.Feldkorps
           ungünstig.
           Chef teilt mit, daß Entscheidung noch getroffen wird, wahrscheinlich erfolgt gleich weitere Inmarschsetzung.
12.05 Uhr: Ia - Ia/ll.Pz.Div.:
           ll.Pz.Div. soll 8 Panther der SS-Div. Hohenstaufen übernehmen. Sie befinden sich seit 1.00 Uhr von Auxonne auf dem Marsch nach Besancon. Der Führer,
           Oberscharführer X, soll sofort verhaftet werden, da er gegen den schriftlichen Befehl des A.O.K. nach Osten marschiert ist.
12.25 Uhr: Ia teilt O.Qu. mit, daß 2 schnelle Abteilungen keinen Betriebsstoff bekommen hätten.
           O.Qu.-Abteilung soll an Tankstelle Anweisung geben, daß alle Einheiten, die aus Westen kommen, versorgt werden.
12.30 Uhr: Kom.Adm.franz.Südküste teilt Ia mit, daß letzte Funksprüche aus Toulon und Marseille am 29.8. aufgenommen wurden, jedoch nicht mehr zu entschlüsseln waren,
           da anscheinend unter Kampfeinwirkung gegeben.
12.40 Uhr: Anruf Chef bei Ia/Armeegrunpe G:
           AOK.19 beläßt vorgeschobene Sicherung mit örtlichen Berichtigungen z.B. beim IV.Lw.Feldkorps noch heute nacht. Einheit v.Wietersheim wird von Montbeliard
           nach Süden soweit als möglich vorgedrückt. Allgemeine Richtung Morteau. Ia/Armeegruppe G betont, daß Strafen und Eisenbahnen von Besancon nach Belfort in
           jedem Falle freigekämpft werden müssen. Chef AOK.19 teilt mit, daß 159.Res.Div. als Verstärkung in den Raum Besancon gehen soll.
           Ia/Armeegruppe G läßt wissen, daß in Belfort für die 11.Pz.Div. die Möglichkeit bestehe, Ersatzfahrzeuge zu beschaffen. Anforderung müsse bei Maior Conrad
           erfolgen.
12.50 Uhr: Ia - Ia/ll.Pz.Div.:
           Südlich Besancon dringt Gegner sehr stark gegen die Straße von Dole nach Besancon. Gegner hat sich im Dorf Avanne um 12.15 Uhr festgesetzt.
13.05 Uhr: Chef IV.Lw.Feldkorps - Ia AOK.:
           Ia teilt mit, daß Führer der gepanzerten Einheit sich nach Auxonne zur ll.Pz.Div. trotz mündlicher und schriftlicher Anweisung in Marsch gesetzt hat.
           IV.Lw.Feldkorps meldet, daß inzwischen in Chalon wesentlich mehr Panzer festgestellt worden sind. Darüherhinaus sollen sich nach Aussagen von Überläufern
           im Raum von Buxy etwa 200 Fahrzeuge befinden.
13.10 Uhr: Chef - Major Schuster LXIV.A.K.:
           159.Res.Div. soll morgen abend nach Besancon in Marsch gesetzt werden, dort wird sie Gruppe Degener unterstellt. Nach Auffassung des Chefs kommt es darauf
           an, daß sich LXIV.A.K. ohne die Division kampffähige Verbände schafft.
13.15 Uhr: Chef AOK.19 - Chef LXIV.A.K.:
           Chef LXIV.A.K. meldet, daß Wietersheim ein Btl. südl. Besancon heute abend herauszieht. Damit ist der Brückenkopf Besancon nicht zu halten. Es wäre
           mindestens notwendig, daß am Brückenkopf ein Btl. verbleibt, so lange, bis Ablösung heran ist.
           Den Kampfeindruck bezeichnet Chef LXIV.A.K. vorläufig als ruhig. Auf Straße Dole - Besancon und auf Straße Gray - Besancon liegt Artilleriefeuer. Verkehr
           muß weiter nördlich umgeleitet werden.
           Chef teilt mit, daß dem A.K. die l59.Res.Div. heute abend oder heute nacht zugeführt wird. Daneben sollen noch 2 schnelle Abteilungen kommen, doch ist mit
           ihnen nicht vor morgen früh zu rechnen. Chef AOK.19 will ll.Pz.Div. veranlassen, zunächst 1 Btl. für Brückenkopf Besancon stehen zu lassen.
           LXIV.A.K. soll Abschnitt Besancon - Baume übernehmen.
13.25 Uhr: Chef orientiert O.B., daß LXIV.A.K. durch gestrigen Tagesmarsch erhebliche Verluste durch Jabos hatte. Daher entscheidet O.B.: Marsch hat bei Nacht zu erfolgen.
           Wietersheim muß bei Brückenkopf Besancon ein Btl. so lange belassen, bis Ablösung und Verstärkung durch 2 schn.Abteilungen sowie durch 159.Res.Div. erfolgt ist.
13.30 Uhr: Ia ll.Pz.Div. bestätigt, daß Avanne feindbesetzt.
           Südwestlich Besancon ist Gegner bei Avanne über den Fluß. ll.Pz.Div. mit Teilen aus Busy herausgedrängt. Gegner verdichtet sich vor Kampfgruppe Hax. Laufend
           Aufklärung des Gegners festgestellt.
           Chef AOK.19 betont, Brückenkopf bei Besancon muß von 11.Pz.Div. auf jeden Fall besetzt bleiben, bis Ablösung heran. Für ll.Pz.Div. ergeben sich folgende
           Aufgaben:
             1.) Riegelstellung im Norden,
             2.) Brückenkopf Besancon,
             3.) Sperrung bei Baume.
           Hauptdruck des Gegners liegt im Aufgenblick bei Besancon und Baume.
           Frage Chef, ob nicht möglich, Avanne auszubügeln.
           Ia/ll.Pz.Div.: Nicht möglich, da keine Kräfte vorhanden.
13.35 Uhr: Chef LXXXV.A.K. meldet Chef A.O.K., daß Brückenkopf westl. Besancon in der Hand des Feindes sei. In Abschnitt A.K. herrscht im übrigen Ruhe.
13.45 Uhr: Ia teilt Chef IV.Luftw.-Feldkorps mit, daß die 8 für IV.Luftw.-Feldkorps bestimmten Panzer von der 11. Pz.-Div. vereinnahmt worden seien. Dies lasse sich
           jetzt schwerlich noch ändern. IV.Luftw.-Feldkorps müsse sehen, sich anderweit zu behelfen.
           Chef IV.Luftw.-Feldkorps weist daraufhin, daß Panzerabwehrwaffen fehlen.
           Ia erwidert, daß hier O.Qu. sicher helfen könne.
           Chef IV.Luftw.-Feldkorps weist daraufhin, daß die Lage ohne Einsatz der Panzer für das Korps besonders schwierig sei. In Chalon seien fdl.Panzer, in Taize
           fdl. Infanterie und 200 Feindfahrzeuge in Buxy. Der Feind greife demnach auf breiter Front an. Von Höhe 449 bis Chagny sei die eigene Front offen, da auch
           die Art.-Abt. noch nicht eingetroffen sei.
           Wegen der Position für die Nacht kann Ia dem IV.Luftw.-Feldkorps noch keinen Bescheid geben, daß hierüber noch weiterer Befehl der Armeegruppe abgewartet
           werden muß.
14.00 Uhr: Chef verständigt A.Pi.-Führer, daß General-Kdo.Dehner dringend Sprengmunition braucht. A.Pi.-Füher erwidert, daß Sprengmunition vorhanden, aber kein
           Transportraum gestellt werden kann.
           Chef betont, daß dieser von O.Qu. gestellt werden müsse.
           Frage nach Brückensprengung beantwortet A.Pi.-Führer damit, daß an der Saone alle Brücken gesprengt, am Doubs die Sprengungen im Gange seien.
           Die aufgefangene Pi.-Kp. behalte A.Pi.-Führer wegen des Sprengungseinsatzes.
14.05 Uhr: Ia bittet O 1 der Armeegruppe G, beim Chef der Armeegruppe G dahin vorstellig zu werden, daß alle Straßen im Raum Remiremont - Gerardmere - Colmar (einschl.)
           für die Armee freigehalten werden. Ia erbittet sofortige Verständigung nach Entscheidung.
14.07 Uhr: O.B. bespricht mit Ia 11.Pz.-Div. Feindlage, betont, daß die schwierigste Aufgabe z.Zt. Besancon sei. Dort dürfe Feind unter keinen Umständen durchbrechen.
           Die 159.I.D. werde zur Entlastung herangeführt. Auch die SS-Panzer seien nach Besancon unterwegs. Sie seien bereits von einem Pz.-Rgt. der Division vereinnahmt
           worden.
           Ia 11.Pz.-Div. betont, daß alles getan werden würde, was irgendwie gemacht werden könne.
14.15 Uhr: Chef - Kapt.Löffler (Kom.Adm.franz.Südküste) : Dienststelle Adm.franz.Südküste soll nach Belfort verlegen, dort alle erfaßbaren Einheiten zu Alarmeinheiten
           zusammenfassen gegen etwaige Luftlandetruppen.
15.20 Uhr: Ia /ll.Pz.Div. fragt Ia /AOK 19 was geschehen soll, wenn die Ablösung nicht kommt. Ia /AOK 19 sagt, daß alles getan wird, damit die Ablösung herankomme.
           Es handele sich um eine Schnelle Abteilung, 1 Sicherungs-Btl. und Teile der 159.Div. Sie sollen sich auf dem Gefechtsstand von Dehner melden, müssen von dort
           entsprechend eingewiesen werden. Ia/11. Pz.Div. meldet, daß sich der Feind laufend verstärkt und bereits 8 Geschütze festgestellt wurden.
           Ia/AOK 19 bittet zu klären, ob der Leutnant der die 8 Panther vereinnahmt hat, den Befehl des Oberscharführers wirklich nicht gesehen hat. Der Oberscharführer
           hatte schriftlichen Befehl von der Armee, zum IV.Luftw.Feldkorps zu marschieren. Ia/ll.Pz.Div. will das prüfen.
15.30 Uhr: Kommandierender General vom IV.Luftw.Feldkorps orientiert den Ia/AOK 19, daß der Feind in Corcelle nordwestlich von Chalon mit Infanterie und Panzern
           eingebrochen ist. Vom IV.Luftw.-Feldkorps wurde ein Gegenangriff aus westlicher Richtung angesetzt. In Chalon s.S. ist gleichfalls Gefechtslärm zu hören.
           6 Panzer sind über Kanalbrücke mit Infanterie gedrungen. Die dort vorhandenen 3 Panzerabwehrkanonen sind ausgefallen General Richter nicht auffindbar.
15.37 Uhr: Generaloberst Blaskowitz teilt dem Chef / AOK mit, daß er den Gedanken bezüglich der Brückenkopfbildung unter Führung von General Kniess für sehr gut halte.
           Der Brückenkopf solle unabhängig von der Weststellung aufgebaut werden. Beim LXIV.A.K. stehe viel Flakartillerie zur Verfügung, die auch ein gewisser Schutz
           gegen Luftlandung bilde. Sie sollen mit zur Brückenkopfbildung benutzt werden unter Heranziehung von Spezialisten.
           Die "Schmidt—Regimenter" gehören zum Arbeitsschutz der Weststellung und damit zum Reichsführer Himmler. Sie können nicht vereinnahmt werden. Der Brückenkopf
           soll militärisch vor Weststellung im Raum Belfort - Montbeliard ausgebaut werden. Genaues wird, noch Ia der Armeegruppe G durchsagen.
           Chef/AOK 19 orientiert Generaloberst Blaskowitz kurz über Lage bei Chalon s.S. und daß gegen erfolgten Einbruch bei Corcelle Gegenangriff läuft. Generaloberst
           Blaskowitz sagt, daß zur Auffrischung der Verbände der Armee die Armee an keine Kriegsgliederung gebunden ist. Sie soll ihre Einheiten auffüllen, mit den
           anfallenden, organisch nicht zu den Divisionen gehörenden Verbänden aller Wehrmachtteile.
15.50 Uhr: Ia gibt Befehl an Adjutant von Gruppe Degener, daß die Kampfgruppe Degener ab 19.30 Uhr sich in Dijon abmarschbereit halten soll. Zielangabe folgt.
           Der Ia Gruppe Degener kommt an den Apparat und teilt Ia/AOK 19 mit, daß noch 2 Btle. fehlen. Ia/AOK 19 entscheidet, daß versucht werden solle die 2 Btle.
           heranzubringen, die übrigen vorhandenen 3 Btle. müssten zu dem befohlenen Zeitpunkt abmarschbereit sein. Die 2 fehlenden Btle. würden dann evt. nachgeschleust.
15.58 Uhr: Kommandierender General / IV.Luftw.-Feldkorps fragt Ia/AOK 19, ob die neue Linie nicht direkt nach Chagny an den Fluß führen kann. Ia will dem Chef vortragen und
           dann Bescheid durchgeben.
16.30 Uhr: Ia/AOK 19 fragt Ia/LXIV.A.K.nach dem Gefechtsstand der 159.Div. Ia/LXIV.A.K. meldet, daß sich der Gefechtsstand bei St.Loup befinde und daß sich gerade ein
           Verbindungs-Offizier zu dieser Division beim Korps aufhalte. Er schickt ihn gemäß Anweisung Ia/AOK 19 sofort zum Empfang eines Befehls zur Armee.
16.42 Uhr: 0 1/11.Pz.Div. orientiert den Ia kurz über die Lage:
             Am rechten Flügel läuft die Bewegung planmäßig. Gegen Avanne wird ein Unternehmen gestartet. Gegen den Feind bei Baume les Dames wurde gleichfalls ein
             Gegenangriff unternommen. In diesem Ort sitzt das 4.tunesische Rgt. der 3.algerischen Division, wogegen das Feldersatz-Btl. mit Panzern angesetzt wurde.
             Der Gegner wehre sich heftig und es sei bereits zum Häuserkampf gekommen. Gegner sei zurückgewichen. Gefecht noch im Gange. Der Feind hatte gleichfalls die
             Höhen südlich des Ortes besetzt. Es soll mit Teilen von Hax am Südufer nachgestoßen werden Im Ort sind Teile der 11.Pz.Div. im Westen und Norden eingedrungen.
             Teile der 11.Pz.Div. haben im Norden von Besancon Rioz um 13.00 Uhr erreicht mit dem Marschziel l'Isle.
17.15 Uhr: Kommandierender General/IV. Luftw.-Feldkorps fragt Chef/AOK 19 ob die Linie des Korps nicht verkürzt werden kann, indem diese gleich von Palleau an den Fluß
           bei Chagny führe. Chef meint, das wäre eine Frage des Anschlusses.
           General Petersen weist darauf hin, daß ihn die neue Linie 1 Btl. koste. Chef sagt, daß durch die direkte Linie von Palleau nach Chagny der Bogen vom Doubs und
           Saone nicht überwacht wäre, sodaß der Feind übersetzen könne, ohne daß es bemerkt würde. Es soll die Brücke bei Verdun zerstört werden, Brückenkopf zurücknehmen
           und 1 Kp. bei Bragny belassen werden.
           General Petersen meldet noch, daß der Gegenangriff bei Corcelle an der Straße im Gange ist und daß General Richter wieder aufgetaucht wäre. General Petersen
           fragt, ob Chagny aufgegeben werden kann, um hinter den Fluß zu gehen. Chef will erst das LXIV.A.K. fragen ob deren Einheiten über Chagny marschieren.
           Ferner orientiert der Chef den Kommandierenden General, daß er sich darauf einrichten müsse, die 338. und. 198.I.D zu übernehmen.
17.25 Uhr: Chef/AOK 19 fragt Chef/LXIV. A.K. auf welcher Straße die Verbände des Korps marschieren. Chef /LXIV.A.K. meldet, daß die Verbände sich auf der Straße von Autun
           über Nolay nach Beaune bewegen.
17.45 Uhr: Ia/AOK 19 teilt Chef / IV.Luftw.-Feldkorps mit, daß dieses voraussichtlich morgen oder übermorgen 198. und 338.I.D. übernehmen müsse. Chef/ IV.Luftw.-Feldkorps
           weist darauf hin, daß das LXXXV.Korps dem IV.Luftw.-Feldkorps eine Nachrichten-Abteilung zurücklassen müsse, da sonst die Führung der beiden neuen Divisionen
           nicht möglich wäre. Das Korps hat zuviel Ausfälle an Nachrichtengerät. Ia/AOK 19 sagt, daß dieses erst mit Oberst Kutscher besprochen werden müßte.
           Ia: Wegen der Abkürzung der Linie hat der K.G. bereits mit dem Chef gesprochen und über weitere Absichten der Armee und über die Linie komme ein Armeebefehl
           heraus.
18.00 Uhr: Ia/AOK 19 gibt an Ia/LXIV.A.K. den Befehl, daß das II./221 in Marsch zu setzen ist über Dijon - Langres nach Bourbonne.
18.54 Uhr: Chef weist den Platzkommandanten von Belfort, Major Breuer, darauf hin, daß seine Leute unbedingt halten müßten und daß bereits Panzerkräfte von hier nach dort
           in Marsch gesetzt wären. In jedem Falle ist solange zu halten, bis die dort eintreffen.
19.05 Uhr: Ia/ll.Pz.Div. orientiert kurz den Ia/AOK 19:
             Baume les Dames bereinigt. Um 17.30 Uhr im Raum südostwärts von Besancon starke Angriffe im Höhengelände. Bei Avanne konnte nichts unternommen werden.
             Es wird wohl ein kleiner Vorstoß laufen um zu sehen wie stark der Gegner dort ist. Am Tage laufend Angriffe gegen die Stellung von Hax, die aber im
             wesentlichen abgeschlagen wurden.
             Gefechtsstand, macht Stellungswechsel und wird versuchen über Belfort Anschluß zur Armee zu bekommen.
             Ia/ll.Pz.Div. bittet nochmals darum, daß die ablösenden Infanterie-Teile rechtzeitig kommen. Ia/AOK 19 teilt mit, daß bereits 1 Offizier vorausgeschickt
             wurde, um das Heranbringen dieser Teile zu gewährleisten.
19.15 Uhr: Ia/Armeegruppe G gibt dem Ia/AOK 19 die Entscheidung der Armeegruppe G durch:
             Die Schnelle Abteilung ist umgehend zu 666 in Marsch zu setzen; wenn sie unterwegs ist, soll sie weitermarschieren. Die zweite Schnelle Abteilung kann die
             Armee behalten, dafür muß jedoch das II./221 sofort in Marsch gesetzt werden, Ia/AOK 19 meldet, daß sich die Schnelle Abteilung 608 bereits in Mirecourt
             befände und daß die andere Schnelle Abteilung bei der Armee gebunden sei. Das Btl. 221 hat bereits den Befehl zum Abmarsch erhalten, jedoch unter der
             Voraussetzung, daß die Armee auch die zweite Schnelle Abteilung behalten dürfe. Ia/Armeegruppe G sagt, daß das nicht in Frage komme, da diese Abteilung im
             Norden gleichfalls dringend benötigt werde.
19.20 Uhr: Ia teilt dem Chef /AOK 19 die Entscheidung der Armeegruppe G mit.
20.04 Uhr: Kom.Gen. IV.Lw.Feldkorps berichtet Ia/AOK, daß nördlich Chalon bei Farges 10 feindl. Panzer und 10 Pz.Spähwagen mit aufgesessener Inf. durchgebrochen seien.
           Die Pz.Abwehrwaffen. seien ausgefallen.
           Kommandierender Gen. fragt, ob das Korps unter diesen Umständen auf Chagny zurückweichen solle. Chagny scheine auf alle Fälle für morgen das Ziel der feindl.
           Panzer zu sein.
           Ia weist darauf hin, daß spätestens heute nacht die schn. Abteilung nach dort komme, sie habe SFL- und andere Pak bei sich. Die Abteilung müsse bereits bis
           gegen Mitternacht dort sein, sie komme von 15 km westl. Autun und sei als Nahtreserve des Korps gedacht. Wegen weiteren Absetzens des Korps komme morgen Befehl
           mit Karte.
20.58 Uhr: Ia/LXIV.A.K. meldet 0 1/AOK., daß II./221 wie befohlen nach Bourbonne zur 16.I.D. heute abend in Marsch gesetzt worden sei.
21.05 Uhr: Ia/IV.Lw.Fk. meldet Ia/AOK., daß Pi.Kp.338 hen Befehl habe, alle Saone-Brücken zu sprengen. Das ginge mit Rücksicht auf die Marschbewegungen z.Zt. jedoch
           noch nicht.
           Die Brücken bei St.Johann und bei Serre sowie die, wo die Gruppe Becker übersetzen wolle, müssen unbedingt noch erhalten bleiben.
           Ia betont demgegenüber, daß der Sprengauftrag nur für bestimmte einzelne nicht mehr benötigte Brücken gegeben worden sei. Er werde die Angelegenheit sofort
           durch Rücksprache mit A.Pi.Fü. überprüfen.
           Ia/IV.Lw.Fk. weist darauf hin, daß die Angelegenheit sehr eilig sei, weil die Sprengungen bereits um 22 Uhr erfolgen sollen.
21.55 Uhr: Chef AOK.19 will Chef Gen.Kdo.Dehner sprechen, LdN meldet jedoch, daß z.Zt. keine Verbindung dorthin bestehe, weil das Kabel durch eine von unseren Pionieren
           durchgeführte Brückensprengung zerstört sei.
22.18 Uhr: Chef gibt L.d.Fu. folgenden Funkspruch für 11.Pz.Div. auf:
            "Abendluftaufklärung zeigt starke Mot-Kolonnen von Baume les Dames bis Pontarlier. Feindschwerpunkt morgen im Baume les Dames und vielleicht Montbeliard.
            Baume les Dames unbedingt stark machen! AOK.19/Ia, takt.Zeit 22.23 Uhr. Funkspruch ist sofort als Kr.C. durchzugeben.
22.55 Uhr: Ia Armeegruppe gibt Ia AOK. folgende Feindorientierung: Es besteht derEindruck, daß 12.amerik. Panzer-Div. über Epinal in den Raum Straßburg zu stoßen
           beabsichtige.
           Ia Armeegruppe weist darauf hin, daß LXVI.A.K. sich beschwere, daß AOK.19 Teile der 16.I.D. festhalte. Es sei jetzt erforderlich, nichts mehr auseinanderzureißen.
           Die Meldung Marschverlegung ist bei der Armeegruppe eingetroffen.
           Die Frage des Ia Armeegruppe, ob Entscheidung über schn. Abteilung beim AOK. eingegangen sei, wird bejaht!
           Ia/A.O.K. weist darauf hin, daß zur Feindlage z.Zt. nichts Neues zu melden sei. Die Abendmeldung sei unterwegs.
           Baume les Dames sei bereinigt, jedoch zeichne sich bereits ein neuer Stoß des Feindes in dieser Richtung ab.
23.15 Uhr: Chef fragt Ia, ob der Funkspruch von 12.31 Uhr abgesetzt und die Feindaufklärung dem Gen.Kdo.Dehner gefunkt worden sei. Ia wird sofort das Erforderliche
           veranlassen.
23.17 Uhr: L.d.N. meldet Ia, daß z.Zt. keine Verbindung zur Gruppe Dehner bestehe.
23.40 Uhr: Ia fragt L.d.N., ob Spruch Feindaufklärung abgesetzt sei. Antwort: Wird gerade befördert. Ia befiehlt Meldung, wann Spruch abgesetzt.
23.45 Uhr: Ia gibt A.Nafü. folgenden Befehl des O.B. bekannt: A.Nafü. soll persönlich prüfen und melden, daß Funkspruch an ll.Pz.Div. und Gen.Kdo.Dehner bezüglich
           Feindaufklärung abgesetzt sei.

Fernschreiben Armeeoberkommando 19 Abt. Ia Nr.9186/44 geh.,5.9.44 an General-Kdo.Dehner. (23.25 Uhr).
Nach Abendluftaufklärung starke mot.-Verbände (100 Lkw., 20 Panzer) auf Straße Mouchard - Pontarlier und 50-70 Lkw. sowie 20 Pz.Spähwagen
auf Straße Straßengabel le Valdahon - Baume les Dames.
Armee rechnet 6.9. mit starkem Angriff auf Baume les Dames bezw. weiterer überholender Verfolgung in Richtung Belfort.
11. Pz.Div. zur Sperrung Montagnes du Lomont angesetzt.
6.9.1944
KTB 9.Armee.
00.04 Uhr: A-Nafü. meldet Ia, daß der Spruch zum Gen.Kdo.Dehner deshalb bisher nicht habe abgesetzt werden können, weil infolge der bereits
gemeldeten Brückensprengung z.Zt. keine Verbindung zum Gen.Kdo.Dehner bestehe. Alles Erforderliche um den Spruch doch noch durchzubringen,
werde getan und Ergebniss sofort gemeldet.

KTB 9.Armee.
00.04 Uhr: A-Nafü. meldet Ia, daß der Spruch zum Gen.Kdo.Dehner deshalb bisher nicht habe abgesetzt werden können, weil infolge der bereits
gemeldeten Brückensprengung z.Zt. keine Verbindung zum Gen.Kdo.Dehner bestehe. Alles Erforderliche um den Spruch doch noch durchzubringen,
werde getan und Ergebniss sofort gemeldet.

0l.50 Uhr: Kdr. /11.Pz.-Division / Chef :
           Es sieht so aus als oh Ablösung in Besancon heute Nacht nicht klappt. Frage ob man nicht in Besancon 1 Btl. der ll.Pz.Div. schon
           jetzt durchzieht, da sonst an anderer Stelle zu schwache Kräfte, vor allen Dingen bei Beaume. Chef sieht größte Gefahr bei Beaume.
           Kdr. 11.Pz.Div. möchte 1 Btl. vorzeitig von Besancon nach Beaume ziehen. Sitzt augenblicklich mit Gefechtsstand bei Belfort und
           will morgen mehr nach Montbeliard gehen. Er beabsichtigt heute früh 5.00 Uhr das Btl. bei Besancon nördlich des Flusses nach Beaume
           herauszuziehen. Chef kann sich zu dieser Maßnahme noch nicht entschließen. Kdr. 11.Pz. Div. sagt er habe den Eindruck als ob bei
           Beaume nach Lage der Dinge morgen mehr los sein wird als bei Besancon. Chef will jedoch erst mit General Dehner sprechen und sich
           dann entschließen und Nachricht geben, 02.10 Uhr : Chef stellt bei Major Kohlhas fest, daß es der Wunsch General Dehners ist, das
           I.Btl. Panzer-Gren.Rgt.110 solange in Besancon zu behalten, bis l59.Res.Div. zur Stelle ist.
02.15 Uhr: Chef fragt bei L.d.N. Seestern an ob etwas von einer ablösenden Truppe zu spüren sei. L.d.N. kann darüber keine Auskunft geben.
           Chef bittet Ia oder Chef der Gruppe Dehner an den Apparat holen zu lassen.
03.00 Uhr: Chef/Major Hartenstein (Gruppe Dehner):
           Hartenstein meldet, daß von einer Ablösung noch nichts zu spüren sei. Selbst der Divisionskommandeur sei noch nicht zur Stelle.
           Frage Chef : Ist es nicht möglich wenigstens 1 Btl. herauszuziehen und würde nicht 1 Btl. in Besancon genügen, damit das andere
           nach Beaume geschickt werden kann.
           Auf Grund der Fliegeraufklärungsergebnisse vom Abend des 5.9. sieht Chef bei Beaume die größere Gefahr.
           General Dehner möchte naturgemäß beide Btle. bis zur Ablösung behalten.
           Chef teilt mit, daß seine Entscheidung voraussichtlich im Sinne des Kommandeurs der 11.Pz.Div. getroffen werden würde, jedoch soll
           der Abmarsch des Btls. erst um 5.00 Uhr erfolgen und es auch nur für Beaume bestimmt sein.
03.15 Uhr: Chef / Ia 11.Pz.-Division:
           Chef erteilt Genehmigung, daß um 5.00 Uhr das nördliche Btl. in Besancon nach Beaume abgezogen wird. (I./Pz.Gren. Rgt.110).
6.10 Uhr:  Ia/Gen.Kdo.Dehner meldet dem Ia/AOK., daß 1 Btl. der ll.Pz.Div. schon jetzt herausgezogen wird. Er weist allen Ernstes darauf hin,
           daß der Feindbrückenkopf bei Avanne noch nicht bereinigt ist, da über weitere Inf.Kräfte nicht verfügt wird. Er nimmt an, daß der Feind
           aus diesem Brückenkopf heraus zum Angriff antreten wird und muß demzufolge jede Verantwortung ablehnen.
           Ia/A0K. weist darauf hin, daß die 159.Div. schon eingetroffen sein müßte.
           General Dehner, der das Gespräch übernimmt, teilt mit, daß noch keine Truppen der Division eingetroffen sind, sondern bisher nur der Ia.
           Die vordersten Teile der Division können in etwa 5 Stunden erst eintreffen.
6.50 Uhr:  Ia/ll.Pz.Div. ruft Ia/AOK. an und teilt mit, daß der Befehl, 1 Btl. der Division herauszuziehen, eingegangen ist und daß nunmehr dem
           Gen.Kdo. Dehner noch die Gruppe Hax unterstellt ist. Ia/AOK. sagt, daß ihm davon nichts bekannt ist, daß die Gruppe Hax dem Gen.Kdo.Dehner
           unterstellt wurde. Ia/ll.Pz.Div. sagt, daß das angeblich vom O.B, befohlen wurde. Ia/AOK. will dieses dem Chef d.Gen.Stabes sofort
           vertragen und dann Ergebnis mitteilen..
           Ia/ll.Pz.Div. weist noch darauf hin, daß die Unterstellung der Gruppe Hax unter Gen.Kdo.Dehner nicht anerkannt wird. Die Gruppe Hax
           führt also keine Befehle, von Gen.Kdo.Dehner aus.
6.40 Uhr:  Ia orientiert Chef über das Gespräch mit Gen.Dehner von 6.20 Uhr und Ia/11.Pz.Div. von 6.30 Uhr. Zu dem Gespräch mit Dehner sagt der
           Chef, daß sich hierzu im Augenblick nichts machen lassen. Bezüglich des Gesprächs mit ll.Pz.Div. soll im Laufe des 6.9. über Unterstellung
           von Hax gesprochen werden.
7.18 Uhr:  L.d.N,., Obltn.Bolte, meldet, daß das Fernsprechkabel zwischen Baume les Dames und Belfort gestört ist. Feststellung der Störstelle
           durch Einsatz von von Bautrupps im Gange.
8.05 Uhr:  Gen.Dehner teilt Chef AOK. mit, daß der Div.Stab der 159.I.D. eingetroffen ist und daß mit ersten Teilen der Division in etwa 2 Stunden
           zu rechnen sei.
           Da der Abschnitt des Gen.Kdos. Dehner sehr groß ist, fehle die schnelle Abteilung 608 sehr. Das eine Btl. der 11.Pz. Div. sei im Abrücken,
           das zweite Btl. dieser Division werde gegen Mittag herausgezogen, sobald die Ablösung eingetroffen sei. Gen.Dehner hat den Eindruck, daß
           der Feind heute noch etwas unternehmen werde. Teile 11.Pz.Div. behaupten, heute nacht in der Westflanke bei Avanne und südlich davon
           einen Angriff abgeschlagen zu haben. Wahreres hierüber ist noch nicht bekannt.
           Chef AOK.19 sagt, daß es im wesentlichen darauf ankomme, daß die 159.Div. so schnell wie möglich eintrifft. Bei Baume les Dames dürfte
           wohl der Schwerpunkt des feindl. Angriffs zu erwarten sein.
           General Dehner möchte klargestellt haben, ob Baume les Dames zur 11.Pz.Div. gehöre. Das scheine ihm vor der Hand erforderlich, Chef AOK.
           will diese Frage noch klären.
           Für das herausgezogene Btl. der 11.Pz.Div. werden Alarmeinheiten des Gen.Kdos.Dehner eingesetzt. Im Augenblick ist dort die Lage ruhig.
8.55 Uhr:  Ia/LXXX7.a.K. meldet dem Ia/ACK, daß die 338.I.D. in der neuen Linie sitze, daß der Feind sich ruhig verhalte, eigene Aufklärung angesetzt
           und feindl. Aufklärung abgeschlagen wurde. Eigene Aufklärung kommt schwer vorwärts, da an den Übergangsstellen Terroristen sitzen.
           Ia/AOK. weist darauf hin, daß von uns aus alle Brücken zu sprengen seien, sodaß der Gegner nicht herüber könne.
7.18 Uhr:  L.d.N. Oberleutnant Bolte, meldet, daß das Fernsprechkabel zwischen Baume les Dames und Belfort ausgefallen ist. Feststellungen der
           Störstelle und Ansetzen von Bautrupps im Gange.
7.30 Uhr:  IV.Luftwaffen-Feldkorps meldet zur Morgenmeldung keine besonderen Vorkommnisse. Eine frühere Meldung war nicht möglich, da das
           IV.Luftwaffen-Feldkorps verbindungsmäßig nicht zur Armee durchkam. (Um 7.00 Uhr wurde Hauptmann Schmidt-Sibeth zum IV.Luftwaffen-Feldkorps
           geschickt, um eine Lageorientierung zu holen).
7.40 Uhr:  LXIV.A.K. gibt als Zwischenmeldung:
           Verlauf der Nacht ruhig. Zurücknahme des linken Flügels der Sicherungslinie planmäßig.
           Zerstörung le Creusot seit 5.9. abends im Gange.
           Ia/LXXXV.A.K. meldet, daß der linke Flügel des Korps bei Torpes verlaufe, Torpes einschließlich LXXXV.Korps. Anschluß ist sichergestellt.
           Arbeitsstab des Korps ist gestern abend abgefahren.
9.15 Uhr:  Ia/AOK, fragt Chef IV.Lw.Feldkorps, ob alles planmäßig verlaufen ist. Chef IV.Lw.Feldkorps teilt mit, daß er weder Funk- noch sonst eine
           Verbindung habe und er nehme an, daß bei Chagny alles planmäßig verlaufen ist und alles ruhig sei. Sobald ausgeschickte Verbindungsoffiziere
           zurück seien, werde er Meldung ans AOK. machen.
           Chef IV.Lw.Fk. teilt noch mit, daß vom A.Pi.Fü. ein Offizier mit dem Befehl beim Korps eingetroffen sei, die Hauptbrücken zu sprengen.
           Dieser Befehl würde vom Korps inhibiert. Ia/AOK. orientiert Chef IV.Lw.Fk. kurz über die Feindlage gemäß Luftaufklärungsergebnis.
           Chef IV.Lw.Fk. fragt an, ob der Ia schon mit Oberst Kutscher gesprochen habe bezüglich der vom LXXXV.Korps zu belassenden Nachrichtenabt.
           Ia verneint, sagt aber noch heutigen Bescheid zu. Chef IV.Lw.Fk. meldet, daß bei der Verlegung des Gefechtsstandes am 5.9. abends auf eine
           Marinekolonne vollmot. gestoßen wäre, die vom Chef LXIV.Korps auf dieser Straße in Marsch gesetzt wurde. Ia will mit dem Id darüber sprechen.
9.25 Uhr:  Chef LXIV.Korps meldet dem Chef AOK., daß der Kommandeur 159.I.D. schwer verunglückt sei und ein Ersatz fehle. Chef AOK. will sehen, daß er
           Ersatz beschaffen kann.
           Chef aOK. macht nochmals darauf aufmerksam, daß vom Korps keine kampfkräftigen Teile abmarschieren dürfen, diese werden noch dringend
           gebraucht.
           Chef LXIV.A.K. meldet, daß eine Auffangstellung gebildet wurde, in der alle Teile des LXIV.Korps aufgefangen werden sollen, dass keine
           kampfkräftigen Teile abgeschoben werden.
9.35 Uhr:  Ia/AOK. fragt Ia/Gen.Kdo. Dehner, ob schon Teile von 159.Div. eingetroffen und Ia/Dehner meint, daß erste Teile bald erwartet werden
           können und teilt mit, daß die ll.Pz.Div. alle Panzer mitgenommen habe. Vom Flak-Rgt.18 befinden sich noch Teile im Abschnitt Gen.Kdo.Dehner.
10.10 Uhr: Chef IV.Lw.Fk. teilt Ia/AOK.19 mit, daß die Kampfgruppen Hafner und Ahrens die befohlene Linie besetzt haben, daß der Feind anscheinend
           bisher im mittleren und linken Abschnitt nicht nachdrücke, die Lage im rechten Abschnitt sei noch ungeklärt, Gruppe Schwerin sitzt in der
           Linie von St.Loup bis Palleau.
10.15 Uhr: Chef befiehlt Ia, daß Funkspruch an 11.Pz.Div. gegeben werden soll, daß Baume les Dames zur ll.Pz.Div. gehöre.
10.20 Uhr: Chef AOK. befiehlt Chef Gen.Kdo.Dehner, daß als Ersatz für Kommandeur 159.Div. General Schmidt in Marsch zu setzen ist.
           Chef Gen.Kdo.Dehner meldet, daß der Gegner in Gegend Mourel (?) in eigene Sicherungslinie eingebrochen ist. Die dort stehende Infanterie
           (1 gemischtes Btl., aufgefüllt mit Alarmeinheiten) ist zurückgegangen. Die Flakgeschütze des Regiments Tyroller müssen daher auch zurück,
           da diese ohne Inf.Schutz nicht kämpfen können. Vom Abschnitt Hax sei gleichfalls lebhaftes Artillereifeuer zu hören.
           Chef AOK.19 befiehlt, daß von 159.Div. sofort einige Teile hereingeworfen werden sollen. Der Brückenkopf müsse unbedingt gehalten werden.
           Chef/Gen.Kdo. Dehner meldet, daß der Feldgend.Trupp des Gen.Kdos.,im Augenblick das einzig Verfügbare, dorthin geworfen wäre, um nach
           Möglichkeit die Lage zu retten und die Flak-Geschütze infant. zu schützen.
10.50 Uhr: Chef AOK. teilt Chef LXIV.Korps mit, daß General Schmidt abgegeben werden muß. Dieser soll die 159.I.D. bei Besancon übernehmen.
           Meldung hat beim Gen.Kdo.
           Dehner zu erfolgen, Sofortige Inmarschsetzun erforderlich.
           Außerdem ist das LXIV. Korps ab sofort für Dijon verantwortlich. Der A.Pi.Fü. wird mit dem Kampfkommandanten von Dijon bezüglich der Anlage
           der erforderlichen Sperren und Sprengungen Verbindung aufnehmen.
           Aus Gegend Chagny sind Feindpanzer zu erwarten. In dieser Einsicht müssen die Sperranlagen berücksichtigt werden.
10.50 Uhr: Chef teilt dem A.Pi.Fü. mit, daß er sich umgehend mit dem Stopi/LXIV.A.K. (Kampfkommandant von Dijon) in Verbindung zu setzen habe,
           bezüglich Anlagen von Sperren, da das LXIV.Korps verantwortlich für Dijon sei.
11.05 Uhr: Kommandierender General IV.Lw.Feldkorps teilt dem Chef/AOK, mit, daß alle Teile in der neuen Linie eingetroffen sind. Ein Vorstoß von
           25 Feindpanzern wurde gestern abend südlich von Chagny bereinigt. Dheune bedeutet kein Panzerhindernis. Es steht im rechten Nachbarabschnitt
           noch eine sch.Abteilung, die als Sicherung von Chagny von Bedeutung ist.
           Chef AOK. meint, daß das IV.Lw.Fk. damit rechnen müsse, daß der Feind mit Panzern von Chagny aus nach Beaune angreifen werde.
           Der Kom.General meint, soweit er die Lage überblickt, sei diese gefestigt. Anschluß nach rechts sei durch die schnelle Abteilung vorhanden,
           diese stehe an der Naht in Gegend westlich Chagny. Auf die Frage nach den Absichten für heute teilte Chef mit: "Halten"!
11.14 Uhr  Ia orientiert Chef LXIV.Korps, daß ein Vorstoß von 25 Panzern südostwärts von Chagny von eigenen Kräften aufgefangen wurde und fragt, ob
           der Anschluß sichergestellt sei.
           Ia meint, daß das LXIV.Korps sich darauf einstellen müsse, die Marschbewegungen des Korps auf die Straße Arnay le Duc zu verlegen.
           Ia bittet den Chef IXIV.Korps um eine Skizze über Marschbewegungen und Gliederung des Korps.
12.30 Uhr: Flughafen Luxeuil meldet, daß Major Uhl soeben dort gelandet sei. Bekommt den Bescheid, daß Major Uhl dort zu warten habe, bis er
           voraussichtlich schon morgen von seiner Einheit aufgenommen werde.
12.45 Uhr: Chef versucht Verbindung mit Chef IV.Lw.Feldkorps zu bekommen, die wegen Leitungsstörung nicht zustande kommt. L.d.N. meldet, daß Störtrupp
           unterwegs sei und Wiederherstellung sofort gemeldet werde.
12.00 Uhr: Chef befiehlt dem Ia, IV.Lw.Feldkorps davon zu verständigen, daß Chef IV.Lw.Feldkorps heute spätestens um 16 Uhr bei Chef/AOK.
           vorbeikommen solle.
12.50 Uhr: Kom.General IV.Lw.Fk. berichtet Chef AOK., daß panzerunterstützter Feindangriff im Raum Chagny von dem dort eingesetzten Ostbtl. erfolgreich
           abgeschlagen werden sei. 10 Panzer und 4 Panzer-Spähwagen seien abgeschossen, bzw. bewegungsunfähig liegen geblieben.
12.50 Uhr: Chef AOK. bittet Kom.Gen. IV.Lw.Feldkorps zu veranlasses, daß Chef IV.Lw.Feldkorps bis 16.00 Uhr beim AOK. vorspreche.
12.55 Uhr: Chef berichtet Ia von dem großen Abwehrerfolg beim IV.Lw.-Feldkorps und befiehlt, dies sofort noch in der Funkmeldung an die Armeegruppe zu
           berücksichtigen.
12.55 Uhr: Ia/LXXXV.A.K. fragt Ia AOK., ob AOK. mit Abrücken um 00 Uhr einverstanden sei.
           Ia/AOK.: Verlegungsbefehl ist unterwegs, in ihm steht alles drin.
           Zur Feindlage meldet Ia/LXXXV.A.K., daß z.Zt. alles ruhig sei. Artillerie und Pz.Abwehr sei in der eigenen Linie aufgebaut und Aufklärung
           vorgetrieben.
14.05 Uhr: Ia bittet Ia/Gen.Kdo.Dehner um Lageorientierung: Ia Gen.Kdo.Dehner:
           z.Zt. liegt heftiges Artilleriefeuer auf den Ausgangsstraßen südlich und ostwärts Besancon, auch auf dem Fort bei Bregille, Rgt.110 habe
           ziemlich Ausfälle. Im Süden habe die Flak zurücknehmen müssen, weil 1 Komp. der 198.Div. bei St.Maure weggelaufen sei. Der Gesamteindruck
           sei, daß der Feind sich nicht nur bereitstelle, sondern heranzukomnen beabsichtige. O.B. AOK. sei beim Gen.Kdo. eingetroffen und befinde sich
           z.Zt. auf dem neuen Gef.Stand bei Ecole, 7 km nordw. Besancon. Die Aufklärung zur Verbindungsufnahme mit rechtem Nachbarn sei vorgetrieben.
           Die Ablösung der Division sei mit den ersten Teilen angelaufen.
14.15 Uhr: Ia unterrichtet Chef über Inhalt seines Gespräches mit Ia Gen.Kdo. Dehner.
14.20 Uhr: Ia gibt Ia Gen.Kdo.Dehner bekannt, daß Chef Gen.Kdo. Dehner sich zwecks Teilnahme an einer Besprechung beim AOK, Abrufbereit halten solle.
14.45 Uhr. LdN meldet Ia, dass keine Fernsprechverbindung zur Arneegruppe und zur 11.Pz.Div. bestehe, weil Ob.West wegen eigener Überlastung weitere
           Übermittlung abgelehnt habe.
14.50 Uhr. Ia befiehlt LdFu, 11.Pz.Div. sofort um Lageorientierung anzufunken.
15.20 Uhr. Ia IV.Lw.F.K. gibt Ia AOK folgende Feindorientierung:
           Gegen Mittag (Abgangszeit der Meldung 12,45 Uhr) Feindpanzer etwa 8 km NW Demigney, Anzahl nicht bekannt. Granatwerferfeuer auf
           Strassenkreuz Meursault.
           Schnelle Abteilung 602 in Beaume eingetroffen. Mit Kampfgruppe Richter engste Verbindung."
15.40 Uhr  Ia gibt Chef die vorstehende Meldung des IV.Lw.F.K. bekannt. Ia erwähnt, dass Verbindungsaufnahme Besancon z.Zt. fraglich sei.
15.45 Uhr. Ia fragt Ia IV.Lw.F.K. nach der Anzahl der NW Demigny aufgebotenen Feindpanzer. Ia IV.Lw.F.K. hat hierüber noch keeine Meldung. Er meldet
           jedoch, dass 13,45 Uhr St.Lup durch 6 Panzerspähwagen besetzt worden sei. Die befohlenen Brückensprengung seien vorgenomen worden.
15.50 Uhr. Ia LXIV.A.K. gibt Ia AOK folgende Meldung der Gruppe Schmidt weiter: "4 Feindpnnzer bei Chaudeny ostw. Chagny. Bei Demigny um 15,45 Uhr
           10 Feindpanzer. Ausserdem Kfz.-Kolonnen auf Strasse von Giry nach Chagny, NOwärts abdrehend. Artillerie südwestlich Beaume hiergegen
           eingesetzt.
15.50 Uhr. Ia unterrichtet Chef von der obengemachten Meldung.
15,51 Uhr. Chef befiehlt Ia, sofort Untersuchung über den verbrannten Ia Wagen anzustellen. Sämtliche Vernehmungen sei zur Ausschaltung späterer
           Schwierigkeiten erforderlich.
15,55 Uhr. Ia Gen.Kdo.Dehner meldet Ia AOK, dass die befohlene Ablösung im vollen Gange und voraussichtlich bis heute abend 13 Uhr durchgeführt sei.
           Z.Zt. seien keine Feindangriffe.
15,58 Uhr  Ia AOK gibt Ia IV.Lw.F.K. Feindorientierung entsprechend der Meldung des LXIV.A.K. von 15,50 Uhr.
15,02 Uhr. Ia gibt O.1 LXIV.A.K. bekannt, dass Chef LXIV.A.K. sofort zum Chef AOK kommen soll.
16,15 Uhr. Chef Gr. Degener meldet Chef AOK, dass morgen Vorstoss auf Avrance erfolgen soll. Das Tr.Sich.Btl.567 sei auf der Strasse. Besancon-Vesoul
           mit Sicherungsaufträgen eingesetzt.
16,20 Uhr. O.Qu. meldet Chef, dass Panzerschreck sowohl in Lure wie in Vessoul noch zur Verfügung steht.
16.40 Uhr: IV.Lw.Feldkorps forderst Inf.-Artillerie- und Pakmunition nach Beaune an. Inf .Munition kann O.Qu. sofort, gehen, Artl.Munition muß später
           zugeführt werden, da sie von Auxonne angefahren werden muß.
17.50 Uhr: Chef LXIV.A.K. orientiert den Ia/AOK, daß der Feind bei St.Leger, etwa 10 km sw. Chagny über den Fluß vorgedrungen sei.
           Dortige Sicherungskräfte sind im Zurückgehen bis in Gegend Nolay. Wie weit der Feind vorgedrungen ist, sei noch nicht bekannt.
           General Täglichsbeck sei gegen diesen Einbruch eingesetzt, um die Einbruchstelle vor. Autun aus in Richtung St.Leger zu bereinigen.
           Um 16.45 Uhr sei der Feind beim linken Nachbarn an 2 Stellen über den Fluß gegangen, an einer Stelle soll er mit Panzern vorgedrungen sein.
           Anscheinend sind die Brücken nicht gesprengt worden.
           Oberst Bauer, der linke Nachbar, sei bis nach Meuresault zurückgegangen, da keine Bereinigungskräfte zur Verfügung standen. Das LXIV.Korps
           hat daraufhin Gen. Täglichsbeck mit der schnellen Abteilung zur Aufklärung gegen die beiden Einbruchsstellen beim linken Nachbarn angesetzt,
           um genannten Nachbarn zu helfen. Tortzdem sei es notwendig, auch von der Armee aus dem linken Nachbarn Unterstützung zu geben.

Generalkommando Dehner Hpt. Qu.,den 6.9.44.
An A.O.K.19.
Ab 14 Uhr starker Angriff des Gegners aus Brückenkopf Avanne in nördl. und nordostw. Richtung, unterstützt von starkem Granatwerferfeuer und zeitweilig
gesteigertem Feuer mittl. Art., besonders auf Strasse und Flakstellung in Gegend Valentin, 5 km NW Besancon. Dort Kdr.I.R.9 (159.I.D.) gefallen.
159.I.D. mit vorderen Teilen in Ablösung begriffen, mit rückw. Teilen noch nicht verfügbar. Angesetzter Gegenstoss konnte sich daher noch nicht
auswirken. Vom Gegner ungefähr erreichte Linie: Ostrand St. Ferjeux - Gegend Fort Montboucons, 1 1/2 km südl. Ecole — Pirey - Gegend Pouilley.
Fortsetzung des Feindangriffes am 7.9. mit verstärkten Kräften zu erwarten, da starke Bereitstellung nördl. Larnod, südl. Avanne erkannt und bekämpft.
Beschleunigte Zuführung zusätzlicher Kräfte, vor allem gepanzerter Einheiten, dringend erforderlich.
Gen.Kdo.LXIV.A.K. hat die zur 159.I.D. gehörige Radfahrer-Brigade Seitz, die von Pontailler herangezogen werden sollte, nach Gray abgedreht und als
Korps-Reserve vereinnahmt. Gleichzeitig mit Angriff von Avanne stiess starke feindl. Kampfgruppe auf der Strasse Nr.83 - Quingey - Besancon - in den
Südteil von Besancon herein und wurde an der gesprengten Brücke des Kanaltunnels zum Stehen gebracht.
General Schmidt nach Aussage begleitender Feldgendarmen auf der Strasse Gray - Besancon in den eingangs erwähnten Feindangriff geraten und gefallen
oder gefangen.
Gef.Stand: Devecey.
Seit 17 Uhr versucht Gen.Kdo. vergebens Funkverbindung mit AOK aufzunehmen.
7.9.1944

Karte
Lage
Besancon

Gen.Kdo.Dehner, Ia Lagenmeldung am 7.9.44, 7.00 Uhr an A.O.K.19.
Eigener rechter Flügel 1 1/2km SW Miserey. Verlauf der Linie: Ecole-Straße Valentin-Besancon-West und Besancon. Feindl.Einbruchsraum Pouilley-Pirey-
hart W Straße Valentin-Besancon-Ostrand St.Ferieux; westl.Begrenzung in Linie Pouilly-Avanne angenommen. Nach mehrstündigem starken Beschuss auf Raum
um Valentin und südl.vor Tagesanbruch, z.Zt.geringere Art.Tätigkeit. Regt.Tyroller mangels Feuerleitgerät nur zu Störungsfeuer befähigt. Aus Südfront
Besancon ein Btl.Gren.Rgt.251 zur Verstärkung Nordflügels herausgezogen. Div.hat Befehl derzeitige Stellung unbedingt zu halten, bis im Zusammenwirken
mit den vom AOK angesetzten Kräften Gegner über Doubs zurückgeworfen werden kann. Funkverbindung mit Lw.Feldkorps noch nicht hergestellt. Nachricht
erbeten, wohin Einsatzgruppe 11.Pz.Div. beordert, sowie wann und von wo Radfahrer-Brigade Seitz angesetzt. Einseitiger Funkverkehr hierher in Ordnung.
Dringender Bedarf an Kartenmaterial, insbesondere 1:80 000 und 1:50 000.

KTB 19.Armee.
9 Uhr 30. Der Lt.Schulte-Ostermann bekommt Befehl, mit dem Gen.Kdo. Dehner Verbindung aufzunehmen und folgende Fragen zu klären:
            1.) Wo ist Gefechtsstand Gen. Kdo.Dehner ?
            2.) Wo ist Gefechtsstand der 159.I.D.?
            3.) Wo ist die Gruppe Hax?
            4.) Wo ist die eigene vordere Linie ?
            5.) Womit wurde der Feindeinbruch abgeriegelt?
            6.) Was hat das Gen.Kdo. gegen den Einbruch unternommen mit eigenen Truppen ?
            7.) Was ist die Absicht des Korps ?
            8.) Stärke des Feindes und welche Truppenteile ?
           Ferner soll er dem Gen.Kdo. Dehner mitteilen, dass die Armee folgendes befohlen hat:
            1.) Gegenangriff IV.Lw.Feldkorps mit 338. und 198.I.D.
            2.) Zurücknahme der Front vorläufig in die Linie Beaune -Montbard etwa, später in die Linie Dijon-Dole.
            3.) Der Gruppe Degener wird eine Kompanie der 11.Pz.Div.-zugeführt.
            4.) 716.I.D. wird dem LXIV.A.K. unterstellt.
           Lt. Schulte - Ostermann trifft 12 Uhr 10 beim Gen.Kdo. Dehner ein, 13 Uhr 20 Abfahrt von dort. Sämtliche Fragenwerden vom kommandierenden General
           persönlich wie folgt beantwortet:
            Zu 1.) Gefechtsstand Gen.Kdo.Dehner nach wie vor in Devecey.
            Zu 2.)        "      der 159.I.D. in Miserey.
             Zu 3.) Gruppe Hax ist entgegen dem mit aller Schärfe erteilten mündlichen und schriftlichem Befehl des kommandierenden Generals abgerückt mit
                    unbekanntem Ziel. (wahrscheinlich am 6.9.44 früh.)
             Zu 4.) Etwa 1 1/2 km südwestlich Miserey - Ecole - Strasse Valentine - Besancon (mit Ausnahme Feindeinbruch St. Cloude) - Flaschenhals
                    (Flusschleife des Doubs). - Baumes-les-Dames. Der Abschnitt Flaschenhals - Baumes-les-Dames wird nur durch das Heeres-Pi-Btl.669
                     stützpunktartig gesichert.
                    Aus dem Abschnitt Flaschenhals - Chaleze wurde ein Btl. des Gr.Rgt.251 herausgezogen zur Verstärkung des Nordflügels. Sich.Rgt.200 mit
                    Btls.-Stab und einer Komp, liegt in Grand-Fontaine, eine Komp, in Montferrand, l Komp. in Torpes.
             Zu 5.) Feindeinbruch wurde mit stark zerschlagenen Teilen des Gr.Rgt.9 (Stärke insges. 1 sehr schwaches Btl.) plus Komp. Hölzel, früher
                    Rgt.Hölzel, abgeriegelt.
             Zu 6.) 1.) Abriegelung durch Rgt.9
                    2.) Herauslösen eines Btls. des Gr. Rgts.251 aus der Front Besancon (vom Flaschenhals ausschliesslich bis Chaleze) und Inmarschsetzen
                        dieses Btls. in den Raum Miserey.
                    3.) Einsatz der Heeres-Artillerie-Abtlg. mit den verfügbaren 2 Geschützen und 90 Schuss Munition.
                    4.) Sammeln aller versprengten Teile und rücksichtsloses Vortreiben nach Miserey zum Einsatz.
                    5.) Aufbau eines Flakriegels nordostwärts Linie Miserey--Valentine.
             Zu 7.) Festhalten der gemeldeten Linien mit allen Mitteln. Möglichst gleichzeitiger konzentrischer Angriff mit den vom AOK angesetzten und
                    unterstellten Kräften zur Wiedergewinnung der Doubs-Linie westlich Besancon.
             Zu 8.) Feind hat ursprünglich geplant, zur Wegnahme von Besancon den Doubs ostwärts der Stadt zu überschreiten, wurde aber anscheinend durch den
                    vorgefundenen Widerstand bei Morre und durch die dortigen Sperren veranlasst , statt dessen unter Benützung des Brückenkopfes von Avanne
                    nach Norden vorzustossen. Durch das Nichtbereinigung des Brückenkopfes Avanne durch die 11.Pz.Div. und durch das vorzeitige Wegziehen des
                    I./Pz.Gr.Rgt.111 hatte dies Unternehmen Erfolg.
                    Stärke des Feindes: Mindestens 1 Inf. Rgt.amerik. mit sehr zahlreichen, schweren Waffen (mind. 3-4 Artill.Abtlgn., darunter einige schwere)
                    und den entsprechenden Panzern.
                    Von allen Seiten wirkungsvoll durch Terroristen unterstützt.
                    Generalkommando bleibt weiterhin in Devecey.
                    Gen.Kdo. bittet um schnellste Zuführung der Brigade Seitz und der Panzergruppe.
                    Nachrichtenführer regt im Einvernehmen mit Nachrichtenführer des IV.Lw.F.K. eine Funklinie Gruppe Dehner - IV.Lw.F.K. an.
......
16 Uhr 12: Chef wird folgender Funkspruch der Gruppe Dehner übermittelt: "Feindangriffe seit 1 Uhr. Munition geht zu Ende, es muss so schnell als möglich geholfen werden."
16 Uhr 35: Chef bespricht mit Chef Korück, worin die persönlichen Schwierigkeiten zwischen den Offizieren vom Stab Korück und dem Id AOK begründet seien. Antwort:
           Der merkwürdige, oft verächtliche Ton, welcher Id AOK gegenüber Offizieren des Stabes Korück einschliesslich Chef des Stabes Korück an den Tag lege. Es gehe
           nicht an, von den Offizieren des Stabes Korück als von "dem Schmutz" zu sprechen, wie es jüngst anlässlich eines Gespräches etwa in der Verbindung erfolgt
           sei: "Dann nahmen Sie doch den ganzen Schmutz dort weg".
1$ Uhr 40: Chef befiehlt Major Hiltrop zu sich.
16 Uhr 45: Ia Korück (Hptm.Elflein) an AOK 19: Bitten um Übersicht der rückwärtigen Dienste der Armee mit Stärken und Unterkunftsorten.
           Gen.d.Inf.Gloessner (?), vom OKH geschickt, hat Gen.Lt.Hederich angewiesen, zu kontrollieren, ob die rückwärtigen Dienste im Verhältnis zur kämpfenden Truppe
           zu stark sind, um evtl.überflüssige Kfz. dem Stabe Hübner zur Verfügung zu stellen. Soll dem stattgegegeben werden?
                            Korück AOK 19 gez.von Wellenberg.
16 Uhr 50: Ia Korück an AOK 19.
           Schlagen vor, den Rest der freiwerdenden Stammdivision Böhmer, falls eine Auffüllung durch Schicherungsbatl. zu einer aus deutschen und Kosacken bestehenden
           Sicherungsdivision nicht möglich ist, zum Stellungsbau zu verwenden. Auffüllung der Kosaken-Division mit russischen Nicht-Kosaken kommt nicht in Frage.
           Bitten um Befehl, welchem Baustab das Rgt.Böhmer angeboten werden kann. Desgleichen Befehl, welchem Baustab Kriegsgefangene angeboten werden können.
                            Korück AOK 19, gez.von Wellenberg
16,50 Uhr: LdN meldet Chef, dass Leitung zum IV.Lw.F.K. gestört sei. Chef weist darauf hin, dass nach den bestehenden Kabelverhältnissen eine Verbindung zum IV.Lw.F.K.
           wie zum LXIV.A.K. unbedingt herstellbar sein müsse.
16.55 Uhr: Chef befragt ANafü nach Verbindungsverhältnissen zum IV.Lw.F.K. und LXIV.A.K. Chef bemängelt, dass ANafü über die Leitungsverhältnisse und ihre Möglichkeiten
           schlecht im Bilde sei. Die Nachrichtenverhältnisse beim AOK seien untragbar. Chef befiehlt sofort die -unleserlich- zum IV.Lw.F.K. und zum LXIV.A.K. zu überprüfen
           und beschleunigt in Schwung zu bringen.
16.58 Uhr: Chef LXXXV.A.K. meldet Ia, dass die Flakleute sich nicht vereinnahmen liessen. Es müsse hierüber ein grundlegender Befehl bei der Armeegruppe erwirkt werden.
           Der Sperrverband sei jetzt vollmotorisiert. Die Stärken würden in der Abendmeldung mitgeteilt werden.
17.12 Uhr: Chef befiehlt Ia, an LXXXV.A.K. einen Spruch des Inhalts durchzugeben, dass bei Abmarsch der 198. und 338.1.D. die Trosse entlang der Marschstrasse am Doubs
           unterzubringen seien, um dadurch eine Überwachung der örtlichen Sicherungen zu gewährleisten.
17.20 Uhr: Chef gibt LdFu folgenden Funkspruch für Gen.Kdo. Dehner auf: "Sofort Meinung, ob General Schmidt 159.I.D. übernommen hat." AOK 19 Chef des Generalstabes.
17,22 Uhr: Ia LXIV.A.K. gibt Chef folgende Lage Orientierung:
            "S und SO Beaume Feindangriffe mit Panzern und Infanterie. Bisher abgeschlagen. Feind versucht jetzt, beiderseits zu umfassen,
             Um von Norden in Beaume einzudringen. Korps rechnet mit weiteren Angriffen im Zuge der Strasse nach Dijon. Die nachrückenden Teile sind von Autun abgedreht.
             Schwerer Terroristenwiderstand bei Arc le Duc, 5 km NW Dijon.
             Korps rechnet mit planmässiger Besetzung von 2. Fraglich, ob nachfolgende Teile sich durchschlagen können. Oberst Seiz rückt um 18 Uhr mit etwa noch 700 Mann,
             wie vom AOK befohlen, ab. Alle anderen Teile sind bereits gestern in Marsch gesetzt.
             Korps fragt an: Wann absetzen ?
                Antwort:
                  1.) Heute. 198.I.D. rückt ab, ohne Sicherungen zurückzulassen.
                  2.) Oberstlt.Bahr muss hinter 198.I.D. Sicherungstruppen nachschicken.
                  3.) Absatzbewegungen in 2 wie vorgesehen, jedoch mit der Änderung, dass keine Trennungslinie gegeben ist und dass Oberstlt. Bahr den gesamten Abschnitt
                      zu übernehmen hat, bis 198. und 338.Div. wieder frei sind.
                  4.) Ab 2 neuen Absatzbefehl mit der Minderung, dass Angelpunkt südlich Langres fest gehalten werden muss.
                Frage Chef AOK: ”Wie Lage NW Besancon ?”
                  Antwort: Bei Besancon erneute Feindangriffe in Rgt.-Starke mit Panzern, örtliche Einbrüche abgeriegelt. Chef befiehlt, dass Oberstlt.Bahr laufend auf
                           dem Fernsprechwege Meldung geben soll.
17,40 Uhr: Chef AOK gibt Chef IV.Lw.F.K. Kenntnis vom Inhalt seines Gespräches mit Ia LXIV.A.K. Chef teilt hierbei inbesonders mit, dass Befehl für 198.I.D. übermittelt
           worden sei, ohne Sicherungen abzugeben. Die Sicherungen mussten hinter der Div. marschieren. Verbindung mit Oberstlt.Bahr müsste gehalten werden.
           Die Trennungslinie fällt fort, solange bis IV.Lw.F.K. aus dem Kampfe heraus sei. Drehpunkt Langres musst festgehalten werden. Dss Gen. Kdo.Dehner wird vielleicht
           später dem IV.Lw.K. zugeteilt werden.
           Chef. IV.Lw.F.K. meldet, dass Feind bei Besancon mit Richtung Norden wiederum angreife. Es mangele der Truppe an Art.Munition. O.Qu.. AOK könne nicht aushelfen,
           da es sich vornehmlich um ausländ. Mangelmunition handele. Chef AOK wird deshalb mit O.Qu. Rücksprache nehmen.
18,10 Uhr: Chef bespricht mit Nafü Armeegruppe die Frage eines Nachfolgers für ANafü. Nafü Armeegruppe macht folgende personelle Vorschläge:
             Oberst Wiesner
                "   Tritz
                "   Tonrüber
                "   Tilder
                "   Fischer
                "   Bartusch.
           Chef AOK ist von den genannten Offizieren lediglich Oberst Bartusch persönlich bekannt. Nafü Armeegruppe meldet Oberst Bartusch als besonders energischen,
           tatkräftigen und leistungsfähigen Offizier, der für die vorgesehen Aufgaben besonders gut geeignet sei. Oberst B. befindet sich zurzeit auf der
           Heeresnachrichtenschule und sei sofort verfügbar. Chef AOK ist mit der Wahl von Oberst Bartusch durchaus einverstanden.
           Nafü Armeegruppe wird sofort beim Heeres-Personal Amt das Erforderliche einleiten und auch dafür sorgen, dass Oberst B. einen Adjutanten von der H.Nachrichtenschule
           mitbringt. Chef AOK bedankt sieh für die schnelle und gute Erledigung.
18,45 Uhr: Chef gibt Adjuntant A-Pi-Fü bekannt, dass A-Pi-Fü mit Chef AOK vor Sprengung von 3 in Richtung Nordost nochmals Rüksprache nehmen müsse.
19.00 Uhr: Kdr.IVLw.F.K. teilt Ia mit, dass die Strasse nach Dole NW. Besancon vom Feind zugemacht sei. Bei Beaumme seien 14 Feindpanzer abgeschossen worden.
           Von 11.Pz.Div. sei bisher nichts Neues bekannt.
19,10 Uhr: Ia fragt LdN, ob Fernschreibverbindung zum LXIV.A.K. bestehe. LdN bejaht.
19.20 Uhr: Ia teilt Führer Meldekopf Botsch,Vesoul mit, dass 159.I.D. Panzernahbekämpfungsmittel zum Div. Stab haben will. Diese seien zur Verfügung zu stellen.
19.50 Uhr: Ia teilt O.Qu. mit, dass 159.I.D. unbedingt Munition brauche.
           O.Qu. erwidert, dass Sachbearbeiter hierfür schon in Vesoul sei. Der Munitionsnachschub von der Armeegruppe und von Ob. West versage jedoch auf der ganzen Linie.
           Ia betont, dass Munitionsversorgung durch Luftabwurf auf Zitadelle Besancon erfolgen müsse. Die erforderlichen Massnahmen müssen O.Qu. auf dem Qu. 1 Wege mit Hilfe
           von Ob.West durchführen.
19.55 Uhr. Chef LXIV.A.K. fragt Chef AOK, ob Oberst Seiz persönlich in Marsch gesetzt werden müsse da für die restlichen 700 Mann der Brigade ein Rgts.-Stab bereits vorhanden sei.
             Antwort: Wenn 700 Mann mit Rgts.-Stab in Marsch gesetzt worden sind, kann Oberst Seiz zurückbleiben. Wenn er auf diese Weise in Dijon frei wird, ist er nach Epinal
                      für die Armeegruppe G in Marsch zu setzen. Zeitpunkt des Inmarschsetzens bestimmt Oberstlt.

General Kommando Dehner, Hpt.Qu., den 7.9.44.
Abt.Ia
An A.O.K.19.
Tagesmeldung:
Nachdem in der Nacht zum 7.9. der Gegner am Nordrand von Besancon auf die Strasse nach Vesoul eingebrochen war, hat er die weit auseinandergezogenen Sicherungen des Gren.Regts.9
(Gesamtstärke bei Beginn des Kampfes etwa 1 Batl.) weiter nach Norden zurückgedrängt und Valentin erreicht. In der Linie des Regts. das sich links bis zum Doubs bei Besancon
ausdehnt, ist dadurch ein breiter Einbruch entstanden. Gegen Mittag wurden auch die am Westrand von Besancon stehenden Teile angegriffen. Neun feindl. Panzer stiessen dabei in
den Nordteil von Besancon durch und gelangten bis in die bisher offengehaltene Brücke beim Bad Hotel, die jedoch rechtzeitig gesprengt wurde, sodass ein Vorstoss in die Altstadt
misslang. Die beiden im Nordteil von Besancon liegenden Regts. Gef. Stände haben sich eingeigelt. Das nur mit schwachen Alarmeinheiten besetzte Fort Chaudanne musste vor starkem
feindl. Druck geräumt werden. Das Fort Bregille ostwärts der Stadt ist nach wie vor mit Alarmeinheiten besetzt.
Das in der Zitadelle von Besancon eingesetzte Batl. des Gren.Regts.251 stand in dauernder scharfer Gefechtsberührung, hat jedoch die
Festungsanlagen behauptet und damit den Zugang zur Altstadt von Süden her vereitelt. Das Batl. leidet unter starkem Munitionsmangel. Die Munitionsversorgung durch Flugzeugabwurf
ist dringendst geboten. Das andere Batl. des Gren.Regts.251 (Batl.205) ist auf Befehl des Gen.Kdos. herausgezogen worden, um den bedrohten Nordflügel der Div. zu verstärken.
Die seitherige Stellung des Batls. ostwärts Besancon bis Chaleze ist daher unbesetzt geblieben. Die Brücken ostwärts Besancon bis Baume-les-Dames sind gesprengt, mit Ausnahme
des für Panzer ungangbaren Steges bei Ougney,-dessen Sprengung gleichfalls angeordnet ist. Beim Abrücken aus seiner Stellung konnte das Batl. beobachten, dass bei Chaleze ein
amerik. Spähtrupp auf Kähnen zum Nordufer übersetzte. Da ein Abmarsch des Batls. durch die bandenverseuchte Stadt und die vom Feind gesperrte Strasse nach Valentin nicht möglich
war, rückte dieses nordwärts durch den Bergwald von Chailluz ab, wobei es mehrfach Bandenwiderstand niederkämpfte und in Talleney einen Terroristensender zerstörte.
Das Batl. wurde über Devecey der Div. zugeführt.
Mit dem IV.Luftw.Feldkorps ist durch einen von dort entsandten Generalstabsoffz. das Zusammenwirken vereinbart worden. Das Korps beabsichtigte im Laufe des 7.9. mit einem Regt.
die Linie beiderseits Marnay - St. Vitt zu erreichen und in der Nacht zum 8.9. mit der 338.I.D. nördlich und der 198.I.D. südlich in dieser Linie aufzumarschieren.
Einsatzbereitschaft zum Angriff voraussichtlich erst am 8.9. im Laufe des Vormittags.
Die Radfahrer Brigade Seitz, die in Gegend von Marnay vermutet wird, wurde von hier dem IV.Lw.Feldkorps für den Angriff unterstellt, ebenso das bei Grand Fontain an der
Doubs-Linie stehende schwache Sich.Regt.200. (Die Doubs-Brücken westlich Avanne sind gesprengt.) Es wird dringendst um Mitteilung gebeten, ob und wo Radfahrer-Brigade Seitz
ermittelt werden konnte und wo die zur Mitwirkung von Norden vorgesehene Gruppe der 11.Pz.Div. zu erwarten ist.
In der Anlage wird eine Skizze der Lage im Raum von Besancon vorgelegt. (nicht vorhanden)
8.9.1944
KTB 19.Armee:
1.06 Uhr: Hauptmnn Meier-Berge vom Sicherungsrgt.1 der Kampfgruppe Böhme meldet persönlich folgenden Bedarf an schweren Waffen: 6 m. GW., 2 Pak (nicht unter 5 cm),
          4 s.MG., außerdem: 600 deutsche Gewehre, 30 000 Schuß deutsche Munition, 300 Schuß 5,2 Granatwerfer, 5 000 Schuß Pistolenmunition 7.62 russ., 12 000 Schuß
          russ. Gewehrmunition, (Schriftl. weitergeleitet an Id für O.Qu.)
3.30 Uhr: IV.Lw.Feldkorps, Ltn.Brumm-, meldet: Zur Abendmeldung nichts hinzuzufügen.
3.45 Uhr: Ortskommandant Belfort, (Stabsfeldw.Schmitz) meldet: Gegen 18.00 Uhr sind 3 Wagen mit l.F.F. eingetroffen.(Durchgegeben an Stoart 3.47 Uhr).
5.20 Uhr: ll.Pz.Div., Oblt.Kraft, meldet:
             Division auf breiter Front im Abwehrkampf.
8.10 Uhr: Ia gibt Morgenmeldung an Armeegruppe G mündlich voraus.
8.15 Uhr: Ia fragt bei Meldekopf Vesoul an, ob irgendwelche Morgermeldungen dort eingetroffen. Hauptmann Hartmann verneint!
8.50 Uhr: Meldung O 1 ll.Pz.Div. an Ia:
            ll.Pz.Div. steht in breiter Front in Abwehr. Schweizer Grenze gesperrt. Gegner verhält sich vorläufig noch ruhig, klärt jedoch stark mit Fliegern auf,
            sodaß mit baldiger Aktion zu rechnen ist. Es wird laufend weiter gemeldet.
9.45 Uhr: Ia/Armeegruppe - Ia/AOK.19:
          1.) Baume les Dames noch in unserem Besitz. Feindlicher Einbruch nördlich der Stadt abgeriegelt. Am Nordufer 2 Sherman, am Südufer 3 Battr. festgestellt.
              Aufklärungsabteilung mußte von Südrand auf Ansouan zurückgenommen werden. Schw.Grenze gesperrt.
          2.) SS-Pol.Rgt.19 soll sich auf dem Marsch von Vesoul nach Belfort befinden.
              AOK.19 soll Rgt. anhalten und gegebenenfalls als Eingreifreserve benutzen.
10.00 Uhr: Funkspruch (KR.Blitz) an Gen.Kdo.Dehner:
           "Die Straße Besancon - Belfort mit allen Mitteln sperren."
10.05 Uhr: Ia - Meldekopf Vesoul:
           1.) Dem Verb.Offizier zu Gen.Kdo. Dehner folgenden Befehl AOK.19 mitgeben:
               "Straße Besancon -Belfort mit allen Mitteln sperren.
           2.) Falls SS-Pol.Rgt.19 in Vesoul eintreffen sollte, ist es sofort zu AOK.19 in Marsch zu setzen.
10.20 Uhr: Kr.Blitz an Gen.Kdo.Dehner:
           "Radfahr-Brig. sofort zwischen Besancon und Baume les Dames einsetzen. Weiteres Vordringen des Gegners unter allen Umständen verhindern.
           Unter allen Umständen verhindern.
10.35 Uhr: Chef - Chef LXXXV.A.K.:
           Oberst Behle meldet, daß Gegner Linie Baume les Dames - Rougemont - Villersexal nicht überschritten. Sobald genaue Meldungen vorliegen, wird neu gemeldet.
           Chef gibt Befehl, Sperrverbände Gen. Degener zu unterstellen .
           Oberst Behle: Das ist bereits geschehen.
           Chef: Neuestea Nachricht, das Gegner seit heute nacht von Besancon nach Belfort marschiert. Genaue Marschstraße noch nicht festgestellt.
           LXXXV.A.K. soll Degener mit allen Mitteln stützen.
           An ll.Pz.Div. muß bei Baume les Dames Anschluß sichergestellt werden. Hinter linken Flügel ist durch Degener bei Baume les Dames eine Eingreifreserve
           bereitzustellen.
11.00 Uhr: Gen.Oberst Blaskowitz - O.B.
           Beim LXIV.A.K. alles planmäßig, es befindet sich- augenblicklich in Linie St.Georg.
           Vorbereitung bei Petersen läuft weiter.
           In Besancon sieht die Geschichte im Augenblick nicht schön aus. In Altstadt 1 Btl. und 2 Rgts.-Stäbe eingeschlossen. Gegner seit heute Nacht im Marsch
           auf Belfort. Gen.Kdo.Dehner soll nordostw. Besancon Strasse sperren. Bei Baume außerdem ein Sperrverband unter General Degener eingesetzt (kommt aus
           Belfort). Zu Sperrzwecken im Raum Baume soll alles herangezogen werden, was in Belfort zusammengerafft werden kann,
           Gen.Oberst B. fragt an ob SS-Pol.Rgt.19 schon eingefangen.
           O.B. verneint.
           Gen.Oberst B.: Wietersheim soll seine Panzer-Gren.Kompanien mit 1750 Fliegern auffüllen, die ihm zur- Verfügung gestellt wurden.
           O.B. meldet, daß schweizer Grenze bei Glay gesperrt.
           Frage Gen.Oberst B., wie formiert sich der rechte Flügel?" O.B.: Noch kein Bild.
           Gen.Oberst B.: Von Gruppe Elster noch keine Nachrichten? O.B. verneint.
           Gen.Oberst B.: Man wartet sehr stark auf bei Elster befindliche Spezialisten.
           O.B.Meldet, daß General Schmidt wieder bei seiner Einheit ist.
           Gen.Oberst B rät, ihn dort zu belassen, da. gut!
12.17 Uhr: Gespräch Chef / AOK 19 mit Chef / LXVI. A.K.:
           Chef/AOK 19: Unser rechter Flügel in der vergangenen Nacht in die Gegend etwa 25 km westnordwestl.Dijon zurückgenomen. Diese Stellung wird gehalten.
           Anfrage: Wo linker Flügel Siebert?
           Chef /LXVI.A.K.: Chatillon,
           Chef/AOK 19: LXIV.A.K. hat Befehl mit linken Flügel Siebert Verbindung zu halten, kann aber das Gelände zwischen Dijon und linken Flügel Siebert nur
           stützpunktartig schwach besetzen.
           Chef/LXIV.A.K.: Es besteht eine Lücke zwischen linkem Flügel und Dijon.
           Chef/AOK 19: Diese Lücke kann nur stützpunktartig mit schwächen Sicherungen des LXIV.A.K. besetzt werden.
           Anfrage: Ob Besetzung Chatillon bleibt.
           Chef/LXVI.AOK.: Gehen zurück auf Langres.
           Chef/AOK 19: Wann ?
           Chef/LXVI.A.K.: Richtet sich nach rechtem Flügel von LXIV.A.K.
           Chef/AOK 19: Also so lange wie Sicherungen LXIV.Korps westlich Dijon bleiben.
           Chef/LXVI.A.K.: Wie lange wird das noch dauern?
           Chef/AOK 19: Das hängt von dem Feinddruck im Süden ab. Solange bleiben unsere Sicherungen westlich Dijon. Es wird westlich Dijon noch gehalten.
           Chef/LXVI.A.K.: Bittet um Wiederholung durch Fernschreiben aus Sicherheitsgründen, da Verständigung schlecht.
12.45 Uhr: Chef /AOK 19 an Ia/11.Pz.-Division :
           Feindliche Kolonnen in der vergangenen Nacht von Besancon auf der Straße nach Belfort. Spitze der Kolonnen vermutlich auf der südlichen Straße über
           Baume les Dames. Eigene Sicherung General Degener in Linie Rougemontot - Verne.
           Auftrag an 11.Pz.-Division:
           Feindlichen Brückenkopf beseitigen und Verbindung mit linkem Flügel Degener aufnehmen. .
           Ia/11.Pz.-Division meldet, daß Verbindung bei Luxiol mit eigener Sicherung aufgenommen wurde und daß die Verbindung bereits besteht. Ia/AOK 19
           übernimmt das Gespräch und gibt weiter durch, daß die ll,Pz.-Division noch 2 Funksprüche erhalte und daß SS-Pol.Rgt.19 bei der Durchfahrt im dortigen
           Bereich anzuhalten und hierüber Meldung an AOK zu machen sei, damit über diese Teile verfügt werden könne. Außerdem möchte die 11.Pz.Division eine
           Lageorientierung per Funk geben.
           Ia/11.Pz.Division meldet:-
           Eigene Kräfte bei Baums les Danes befinden sich in harten Abwehrkampf gegen überlegenen Gegner. Beseitigung des Brückenkopfes im Augenblick nicht
           möglich.
14.00 Uhr: Chef/AOK 19 an Ia/Armeegruppe G:
           Gegner stellt sich im Brückenkopf Besancon zum Angriff nach Norden bereit, Gen.Kdo, Dehner schätzt auf 2 Divisionen. Armee glaubt, daß es
           3.amerik.Division ist. IV.Luftw.-Feldkorps in Bereitstellung.
           Da 11.Pz.-Division keine gepanzerte Gruppe mehr abstellen kann, beantragt Armee Zuführung und Unterstellung einer Panzer—Division oder starken
           gepanzerten Gruppe im Raum südwestlich Lure. Ia/LXXXV.A.K. meldet dem Ia/AOK 19, daß Luxiol und Breteniere feindfrei sei und daß in Bretoniere
           eigener Sperrverband sitzt. Aufklärung gegen Marchaux sei angesetzt. Ergebnis steht noch aus.
15.44 Uhr: Ia/AOK 19 gibt Befehl des O.B. an Ia/Korück durch :
           Korück soll sofort den Sab General Hünermann als Brigade-Stab abgeben an General Kniess/Stab LXXXV.A.K.
16.05 Uhr: Chef - Id:
           Chef weist Id darauf hin, daß Marschbtlne. ausreichend mit Befehlen versorgt werden müssen. Es müssen jetzt so viel wie möglich Marschbtlne. gebildet
           werden. Jeden Tag, wenn möglich, 1 Marschbtl. mit etwa 1 000 Mann,.
16.10 Uhr: Ia gibt L.d.Fu. folgenden Funkspruch. für LXIV.A.K. als Kr.Blitz auf:
           "Sofort Lage funken, eilt!"
16.20 Uhr: Chef fragt Ia, ob Ordonnanz-Offz. vom LXIV.A.K. bereits zurück sei. Nicht bekannt!
           Chef betont, er habe Sorge, daß LXIV.A.K. zu weit zurückgehe.
           Ia weist darauf hin, daß Lagemeldung angefordert ist.
16.12 Uhr: Chef fragt L.d.Fu. ob Verbindung zum LXIV.A.K. besteht, und Funkspruch abgesetzt sei.
           Antwort: Spruch ist bereits bei Zwischenstelle.
           Bestätigung wird in den nächster Minuten kommen.
16.30 Uhr: Ia fragt Meldekopf Vesoul, ob Melder vom LXIV.A:K. und ~ IV.Lw.Feldkorps zurück seien.
           Antwort: Vom LXIV.Korps ist Melder hin, aber noch nicht zurück. Vom IV.Lw.Feldkorps soeben ein Hauptmann als Melder angekommen, der mit seiner Meldung
           sofort zu Ia geschickt wird.
16.43 Uhr: Meldekopf Vesoul meldet Chef, daß die angekommene wichtige Meldung vom Gen,Kdo.Dehner, nicht vom IV.Lw.F.k. gewesen sei, sie werde sofort überbracht.
17,00 Uhr: Ia befiehlt L.d.Fu., sich zu erkundigen, ob Spruch an LXIV.a.K. quittiert sei.
17.14 Uhr: Meldekopf Vesoul meldet Ia, daß Hauptmann Werner vom LXIV.A.K. zurück sei. Er sei mit Lagemeldung zu Ia unterwegs.
17.14 Uhr: L.d.Fu. meldet Chef, daß Funkspruch an LXIV.A.K. wegen Störung nicht abgesetzt werden konnte. Die Durchgabe wird weiter versucht und der Erfolg sofort
           gemeldet.
17.25 Uhr  L.d.N. meldet, daß eine Leitung nach Belfort und eine Leitung nach Armeegruppe G wieder klar seien.
17.32 Uhr  Ic meldet Chef, daß nach Aussagen von Gefangenen aus dem Raum Dannemere NO. Fort Lamont der Einsatz des 3.alg.Schützenregiments von der 3.alg.Division
           festgestellt worden sei.
17.43 Uhr  O.Qu. meldet Chef, daß dieAktion zur Beschaffung von Flak-Munition Erfolg gehabt habe, 600 Schuß würden mit 2 x 300 Schuß befehlsgemäß abtransportiert.
17,45 Uhr  Ia gibt O 3 der Armeegruppe Vorusorientierung der Lage. Lageorientierung durch F.S. ist unterwegs.
17.55 Uhr  IIa meldet Chef, daß er in Giraud Unterkunft gemacht habe.
           Chef erwidert, daß Termin der Belegung noch nicht feststehe.
18.00 Uhr  Flivo gibt an Flivo Lore durch, daß Luftversorgung Besancon mit Munition mit Rücksicht auf die Feindlage sofort abgestoppt werden muß.
18.07 Uhr  Meldekopf Vesoul, meldet Ia, daß Hptm.Ulrich vom LXIV.A.K. noch nicht zurück sei.
18,12 Uhr  Ia/LXXXV.A.K. gibt Ia/AOK. folgende Lageorientierung: Verbindung bei Baume sichergestellt. Fort und westlich davon bis 12.30 Uhr kein Feindangriff.
           Zusätzlich folgende Orientierung für Gruppe Degener: Bei Gruppe Degener nichts Neues.
18.17 Uhr  Chef weist Ia/LXXXV.A.K. darauf hin, daß an der Straße nach Rioz gutes Leitungsgeatänge sein soll, Dieses kann und müsse verwertet werden, um bald eine
           Drahtverbindung zum Gen.Kdo.Dehner herzustellen.
18.22 Uhr  Chef fragt Bv.T.O., wann die angekündigten Züge anrollen, Antwort: Müssen auf dem Wege sein und werden in Lure ausgeladen. Chef betont, daß große Eile
           geboten ist und alle 2 Stunden Orientierungsmeldung zu erfolgen hat.
18.26 Uhr  Ia fragt Ia/LXXXV.A.K., wieviele M.G. und s.Inf.Waffen für die 338.I.D. abgezweigt werden könnten. Es sei jetzt notwendig alles zusammenzukratzen, um
           den anderen zu helfen.
18.24 Uhr  Chef läßt sich vom Ia die Meldung über Einsatz des 3.alg,Schützenregiments und der 36.am.Div. geben.
18.27 Uhr  O.B. gibt O.B.A.Gr.G folgende Meldung:
           Lage bei Besancon spitzt sich erheblich zu.
           Angriff des IV.Lw.Feldkorps ist festgelaufen.
           3.alg. und 36.am.Division neu eingesetzt. Angriff erfolgt mit Panzern. Feind strömt sehr stark in den Raum von Besancon mit Stoßrichtung nach NO.
           herein. Besancon sei verloren, 80 Mann etwa hätten sich herausgerettet.
           Die 338., 159. und 198.Div. hätten die befohlene Sperrlinie eingenommen und bei Baume Anschluß an den Sperrverband.
           Es sei unbedingt erforderlich,, an Panzerkräften etwas heranzubringen. Von 11.Pz.Div. könne nichts weggenommen werden.
           O.B.Armeegruppe G betont, daß neue Panzereinheit im Anrollen sei. Z.Zt. könne die Armeegruppe nicht helfen.
           O.B./AOK. erwähnt, daß die 338.I.D. z.Zt.folgende Stärke habe: 2 Regimenter zu je 350 Mann und 8 Geschützen, die 198.Div.: 3 Regimenter zu je 500 Mann
           und 17 Geschützen, an Panzerabwehr stünden lediglich 1 le. 2cm Pak zur Verfügung. Es könne deshalb lediglich eine Sperrlinie gebildet werden.
           Beim LXIV.A.K., das etwas voraus sei, sei eine Lücke. Die heutige Linie müsse jedoch gehalten werden, weil sonst das Risiko für die anderen Truppen zu
           groß werde. Im übrigen seien alle Vorbereitungen getroffen, wie gestern besprochen. Insbesondere sei auch mit dem LXVI.A.K. alles geregelt worden.
           A.O.K. hoffe, daß die Gruppe Dehner bis Einbruch der Dunkelheit. Durchschleusen beendet habe. Führer des Ganzen sei Kom.-General des IV.Lw.Feldkorps.
           Auch die Gruppe Dehner werde dem IV.Lw.Feldkorps unterstellt. Der Sperrverband Degener hingegen bleibe selbständig.
           O.B.Armeegruppe weist darauf hin, daß baldige genaue Meldung der Gliederung und Marschbewegung zur Weitermeldung an Oberste Stelle erforderlich sei.
           Er erwähnt noch, daß Luftaufklärung heute nicht habe geflogen werden können.
18.45 Uhr  LdFu meldet Chef , dass Funkspruch bereits 16,32 Uhr beim LXIV.A.K. vorgelegen habe. Bestätigung konnte wegen Störung nicht erfolgen.
18.50 Uhr. Chef teilt Sto.-Art mit, dass O.B. über das Fertigwerden der Art. unterrichtet werden wolle.
18.52 Uhr. Ia macht Sto-Art die gleiche Mitteilung. Sto-Art meldet, dass er hoffe, dass die Art. bis heute Abend stehe. Er würde zu gegebener Zeit weitere Meldung
           machen.
18.57 Uhr  Ia gibt LdN folgenden Kr.Blitz an Gen.Kdo.Dehner auf: "Unter allen Umständen halten, damit IV.Lw.F.K. neue Stellung am Oignon Bach aufbauen kann."
           AOK 19/Ia.
19.03 Uhr  Ia unterrichtet Ia LXXXV.A.K., dass unbedingt Anschluss zur 11.Pz.Div. genommen werden müsse, Verbindungsaufnahme allein genüge nicht.
           Ia LXXXV.A.K. erwidert, dass ostw. Luxiol unmittelbar Anschluss mit 11.Pz.Div. genommen sei.
19.05 Uhr  O.B. bespricht mit Kom.General LXXXV.A.K. Feindlage und eigene Truppengliederung. LXXXV.A.K. müsse alles nur mögliche an Truppen auf die Beine bringen.
           Die Brigade Oppen bleibt beim LXXXV.A.K., ebenso General Hünermann mit seinem ganzen Stabe. Für seine Person könne General Hünermann, falls er es wolle,
           der Führerreserve G zur Verfügung gestellt werden. Das gleiche gelte auch für Admiral Lindau.
           Kom.General LXXXV. A.K. weist daraufhin, dass Panzerabwehrwaffen vom Korps nicht mehr flüssig gemacht werden könnten. Das einzige noch vorhandene
           Reservoir dürfe befehlsgemäß nicht angegriffen werden.
           O.B. unterrichtet davon, dass das IV.Lw.F.K. bei seinem Einsatz zwar gute Anfangserfolge gehabt habe, dann aber vom Feinde zurückgeworfen worden sei.
           Es sei deshalb neu befohlen worden, dass das IV.Lw.F.K. unter Aufgabe von Besancon Anschluss bei der Kampfgruppe Degener suchen müsse.
           IV.Lw.F.K. müsse ebenfalls gestützt werden. Es gewinne jetzt Anschluss an den rechten Flügel des LXXXV.A.K.
           Kom.General LXXXV. meldet, dass Feind mit Panzern und aufgesessener Infanterie schon in Chaudefontaine sei.
19.15 Uhr  O.B. bespricht mit Kdr. 11.Pz.Div. die Feindlage. Der Angriff des IV.Lw.F.K. sei nicht durchgeschlagen, vor allem wohl infolge des starken feindlichen
           Panzereinsatzes. Bei der Kampfgruppe Dehner sei z.Zt. starker feindl. Angriff mit Richtung auf Norden. In Chaudefontaine, 15 km westl. Beaume, sei Feind
           mit Panzern m. aufgesessener Infanterie im Vorgehen. Es sei erforderlich, eine gepanzerte Gruppe entgegenzustellen.
           Kdr. 11.Pz.Div. erwidert, dass er z.Zt. nicht einen Panzer frei habe. Alles sei zum Gegenstoss bei Clerval eingesetzt. Bei Baume sei 1 Btl. im Abwehrkampf.
           O.B. betont, dass es sich jetzt nur um die notwendige Überbrückung von 24 Stunden handele, bis die neue Panzer Div. eingetroffen sei.
           Kdr. 11.Pz.Div. weist demgegenüber darauf hin, dass bei Schwächung der eigenen Front Feind bei Clerval nach Norden durchstossen würde.
           O.B. hält diesen Punkt für mindergefährdet. Er meint, dass hier vielleicht vorübergehend durch Einsatz einiger alter Panzer geholfen werden könne.
           Im Raume Besancon hingegen sei Gegner mit 2 frischen Divisionen und deshalb besonders gefährlich.
           Kdr. 11. Pz.Div. betont demgegenüber, dass, falls Feindvorstoss auf Clerval nicht abgebremst werde, Btl. und Sperrverband umfasst werden würden,
           2 feindliche Div. griffen im Raume Clerval fortgesetzt an, während vorne und hinten Terroristen stünden.
           O.B. betont, dass eben alles in den Kampf geworfen werden müsse und dass der Abschnitt der 11. Pz.Div. bis Baume reiche.
           Kdr. 11.Pz.Div. weist demgegenüber erneut daraufhin, dass er sich selbst bei Clerval voll im Kampfe befinde und heute bereits 3 Feindangriffe abgeschlagen
           worden seien. Es sei vollkommen unmöglich, von der z.Zt. immer noch kämpfenden und an sich schon schwachen Truppe etwas abzuziehen. Im Raume Belfort werde
           jedoch die zur Schanzarbeiten eingesetzt H.J. von Panzerabwehr und Flak geschützt. Vielleicht sei es möglich, aus diesem Raume vorübergehend
           Panzerabwehrwaffen zur Aushilfe abzuziehen.
           O.B. bemerkt hierzu, dass über diese Einheiten dem AOK kein Verfügungsrecht zustehe. Er müsse dieserhalb erst mit dem O.B. der Armeegruppe Rücksprache
           nehmen. Kdr. 11.Pz.Div. werde alsdann weiter Bescheid bekommen.
19.30 Uhr  Ia 11.Pz.Div. unterrichtet Ia AOK kurz über die Feindlage. Die eigene Truppe sei stark abgekämpft. Im Augenblick versuche der Feind, bei Clerval
           durchzubrechen. Alle eigenen Teile seien voll zur Abwehr eingesetzt. Es fehle an Material, da verschiedentlich Panzer schon ausgefallen seien. Ein Abziehen
           von Teilen sei z.Zt. vollkommen unmöglich. Ia AOK erwidert, dass O.B. und Chef bei der Prüfung und Entscheidung dieser Frage seien und dass weitere Befehle
           hierüber folgen würden. Ia weist noch auf die Notwendigkeit laufender und pünktlicher Meldung seitens der 11.Pz.Div. hin.
19.40 Uhr  Chef fragt LXXXV.A.K., ob Verbindung mit den Truppen des Ers.-Heeres bestehe. Es sei erforderlich, sofort festzustellen und zu melden, welche
           Panzerabwehrwaffen dort zur Verfügung stünden. Weiterhin, ob auch Panzer und Sturmgeschütze da seien. Die Angelegenheit eile ausserordentlich.
           Chef LXXXV. erwidert, dass alles, was an Flak dagewesen sei, zur Kampfgruppe Degener geschickt worden wäre. Es seien acht 8,8cm Flak gewesen, sonst sei
           nichts mehr da.
19.43 Uhr  Ia Armeegruppe unterrichtet Ia davon, dass Teile der Panzerbrigade 13, nämlich 1 Aufklärungsabtlg., 2 motor. Btle. und 1 Btl. im Heranrollen seien und
           bis Morgen früh beim AOK eintreffen dürften.
19.46 Uhr  Ia bittet Id der Armeegruppe G., dafür zu sorgen, dass die neu heranzuführenden Teile der Panzer-Brigade mit grösstmöglicher Beschleunigung herangeführt
           würden. Sie müssten Morgen früh unter allen Umständen Im Raume südlich Lure sein.
19.55 Uhr  Kommmandeur Nachrichten-Abtlg. meldet Chef, dass das Fernsprechkommando die Verbindung mit der Gruppe Dehner aufgenommen habe. In dem vorgesehenen Raume
           sei jedoch kein Gestänge vorhanden, der befohlene Leitungsbau sei deshalb nicht durchzuführen. Nach Meldung des Fernsprechkommandos soll Feind 7 km nördl.
           von Rioz sein.
20.02.Uhr  Chef fragt BvTO, was die Heranführung der Panzer mache. Antwort: Bisher noch nichts bekannt. Kurieroffizier sei deshalb nach Belfort unterwegs.
20.07 Uhr  O.B. gibt O.B. Armeegruppe folgende Lageorientierung:
           Feind über Besancon mit Panzern und verlasteter Infanterie im Heranrollen nach NO. Z.Zt. in Chaudefontaine. Aufklärung ostw. von Rioz. Die frische
           36.amer.Division greife offenbar in allgemeiner Richtung Belfort—Lure an. Panzerabwehrwaffen seien nicht mehr vorhanden. Die 11.Pz.Div. sitze bei Clerval
           fest.
           O.B. AOK fragt, ob etwas von den SS-Panzerkräften südl. von Belfort abgezogen und entweder in den Raum Lure oder zur 11. Pz.Div. zugeführt werden könne.
           Am zweckmässigsten würden diese Kräfte im Raume Baume eingesetzt werden.
           O.B. Armeegruppe verlangt zunächst festzustellen, um welche und um wieviel Panzerkräfte es sich handele. Dann will die Armeegr. hiermit zu helfen versuchen.
20.25 Uhr  Kdr. 11.Pz.Div. gibt Chef AOK kurze Lageorientierung und betont, dass Abzug von Kräften der 11.Panzer Div. bei der gegenwärtigen Feindlage unmöglich sei.
           Zudem müsse das abzuziehende Btl. zu seinem Einsatzort dem Feind durch die Berge entgegenmarschieren.
           Das hätte voraussichtlich den Erfolg, dass überhaupt nichts vom Btl. am Bestimmungsort ankäme.
           Chef erwidert, er werde Ia 11. Pz.Div. noch endgültigen Bescheid geben. Zunächst brauche von der 11. Pz.Div. nichts gestellt werden.
           Nach nochmaliger Rücksprache mit O.B.AOK teilt Chef AOK Kdr.11.Pz.Div. mit, AOK verzichte auf vorgesehen Einsatz von Teilen der 11.Pz.Div., erwarte aber,
           dass bei Baume-les-Dames der starke Eckpfeiler unbedingt gehalten werde.
           Kdr. 11.Pz.Div. erwidert, es werde alles getan, was irgend möglich sei.
20.33 Uhr  Ia LXXXV.A.K. meldet Chef, dass folgende Pakwaffen in Belfort festgestellt seien:         
                 6 7,5 cm - motorisiert, mit einer Muni-Ausstattung.
           Chef gibt im Auftrage Armeegruppe den Befehl, diese Pak mit entspr. Infanteriebedeckung sofort nach Lure in Marsch zu setzen. Sie habe sich beim AOK zu
           melden.
20.40 Uhr  O.B. Armeegruppe unterrichtet O.B. AOK davon, dass der Kom.General in Stuttgart (Gen. Teile) seine Hilfe zugesagt habe.
           Es soll im Raume Belfort auch eine Flak-Kampf Batt. sein. Diese und der wesentliche Teil der vorhandenen Pak werde dem AOK zur Verfügung gestellt.
           Armeegruppe habe als Einsatzort Richtung Baume-les-Dames angegeben.
           Die Frage des O.B.AOK nach der Befehlsbefugnis über Belfort beantwortet O.B. Armeegruppe damit, dass AOK diese Befehlsbefugnis habe.
21.25 Uhr: Ia/Korück und Ia/AOK 19:
           Anfrage ob für Korück Befehle vorliegen. Ia verneint.
           Stab General Hünermann soll ohne General zu Kniess treten.
           Korück befiehlt vorläufig an seinem Standort.
21.55 Uhr  Chef /AOK 19 Chef/LXXXV.A.K.:
           Auf Grund der Lage notwendig, daß Belfort in Verteidigungszustand gesetzt wird.
           Chef/LXXXV.A.K, je 1 Flieger- und 1 Marine-Rgt. in Aufstellung, Menschen stehen genug zur Verfügung. Es fehlt nur an Waffen und Ausrüstung, da besonders
           Waffenreserve nach vorn geschickt wurde. Zur Verteidigung von Belfort wird alles nur mögliche getan.
           Durchgabe O 1 - Armeegruppe G teilt mit:
              Befehl über Belfort kann noch nicht durch Kniess übernommen werden, da Stadt zu dem Bezirk der Befestigung gehört, die dem ausschließlichen Befehl
              des Reichsführers SS Himmler unterstehen. Inzwischen, sollen jedoch auf jeden Fall befehlmäßige Unterlagen zur Übernahme des Befehls geschaffen werden.
22.15 Uhr Ia/LXXXV.A.K. Ia/AOK 19 :
          Ia/LXXXV.A.K. meldet, daß 4 Geschütze nach Lure etwa um 00.50 Uhr in Marsch gesetzt werden sollen(von welcher Einheit war nicht verständlich).
22.20 Uhr Ia/AOK 19 O 1/Armeegruppe G:
          Laut Befehl OKW sollen keine schriftlichen Meldungen mehr gemacht werden. Auch die Absichten dürfen nicht mehr mündlich durchgegeben werden.
          O.B. beantragt bei Armeegruppe G, daß Chef H Rüst u. BdE auf Grund der Lage alles in und um Belfort in erhöhte Alarmbereitschaft setzt.
22.55 Uhr Chef /LXXXV.A.K. Ia/AOK 19:
          Chef /LXXXV.A.K. sieht die Aufgaben des A.K. in erster Linie darin, eine Überflügelung durch den Gegner zu verhüten. Zur Erfüllung dieser Aufgabe ist
          Heranziehung aller Kräfte nötig, sodaß für Verteidigung von Belfort nicht mehr ausreichende Kräfte vorhanden sind. Ia bejaht diese Auffassung.
23.40 Uhr Ia/AOK 19 Oberstarzt Dr. Bader:
          Gruppe Degener benötigt einige Sanka (etwa 5 Stück). Oberstarzt Bader sagt Gestellung nach Rougemont zu. Ia bittet IVb sich darauf einzustellen, daß sich
          morgen bei Gruppe Degener stärkere Kampfhandlungen ergeben werden.
23.45 Uhr Anruf Ia/AOK 19 bei Ia/LXXXV.A.K. :
          Oberst Hübner soll sofort veranlassen, daß,4 Pkw. oder B.-Kräder mit geeigneten Leuten zu Gruppe Degener zu Meldezwecken abgestellt werden.

Morgenmeldungen vom 8.9.44.
....
Zu LXIV.A.K. und Gen.Kdo.Dehner keine Verbindung.

Funkspruch Gen.Kdo.Dehner an A.O.K.19, 8.9.44, 10.30 Uhr.
Rgt.Stab 251 meldet wiederholt Kolonnenbewegung aus Südteil Besancon in ostw. und nördl.Richtung und funkte Endkampf 08.30 Uhr begonnen.
Sich.Rgt.197 (von ehemaliger Brigade Seitz) mit 1 Btl. in Rioz eingetroffen wird durch Wald von Chailluz in Gegend ostw.Valentin vorgezogen; Eintreffen
dort frühestens Mittag. II.Btl./Sich.Rgt.197 noch weit zurück.
Btl.205 im Angriff auf Valentin von Norden.

KTB 19.Armee.
Leutnant Bitz als Verbindungsoffizier zum Gen.Kdo. Dehner entsandt übermittelt vom Meldekopf Botsch aus um 13.20 Uhr folgende Meldung des Gen. Dehner:
Starker Angriff 2.am.Div. bereitet sich vor aus Linie Valentine - Pouiley. Starkes Motorengeräusch besonders bei Pirey. Feindl. Panzer Sherman
festgestellt. Letzte Reste Rgt.251 vermutlich in Besancon aufgerieben. Von Brigade Seiz nur 1 Btl. in Rioz eingetroffen. 2.Btl. ist erst in einigen
Stunden zu erwarten.
2.Rgt. der Brigade (RAD) ist bereits abgerückt.
Absicht: Das z.Zt. zur Verfügung stehende Btl. der Brigade Seiz wird zur Stützung der Linie Miserey - nordl. Valentine herangezogen. Absicht überholt.
Befohlener Einsatz Straße Besancon - Baume ist z.Zt. nicht ausführbar. Heranführen der einsatzbereiten Teile des IV.Lw.Feldkorps nach Osten dringend
geboten. Verbindung zwischen Gen.Kdo.Dehner und IV.Lw.Feldkorps durch Verb.Offz. aufgenommen. IV.Lw.Feldkorps dringend um Beschleunigung gebeten.
Gen.Kdo.Dehner stehen insgesamt nur 2 1/2 Btlne mit geringen Stärken zur Verfügung. H.Art. hat sich verschossen, Flak nur noch geringe Munition.

Funkspruch Gen.Kdo.Dehner an A.O.K.19, 8.9.44, 14.45 Uhr.
Starkes Artillerie und Granatwerferfeuer auf Linie Ecole nördl.Valentin. Nach Gefangenenaussagen Angriff heute Nachmittag zu erwarten.
Führer 159.Inf.Div., Generalleutn.Kohl.

Funkspruch Gen.Kdo.Dehner an A.O.K.19, 8.9.44, 15.35 Uhr.
Starker Feindangriff nach sehr heftigem Artilleriefeuer von Pouilley-Auxon.

Generalkommando Dehner Ia an A.O.K.19.
Gren.Btl.205 hat im Vorstoss nach Süden Valentin erreicht, musste jedoch nach stärkstem Art. Beschuss und Auftreten feindl. Panzer den Ort
wieder räumen und liegt in Gefechtsberührung ostw. der Strasse bei Tuileries. Auf Stellung bei und westlich Ecole stark zusammengefasste
Feuerstösse von Art. und Granatwerfern. Gegner versuchte mehrfach von Pouilley und Pirey vorzufühlen. Nach Gefangenenaussage Angriff in
nördl. Richtung noch heute bevorstehend.
I./Sich.Regt.197, der 159.I.D. unterstellt, wird in Gegend ostw. Auxon-dessus vorgezogen.
Teile der Kampfgruppe Besancon Nord - etwa 80 Mann - haben sich in nordöstlicher Richtung durchgeschlagen, da im Gebiet nördl. der Stadt
ostw. der Strasse nach Vesoul starke feindl. Panzerkräfte auftreten. Diese Gruppe hat südl. Tallenay den Wald von Chailluz erreicht.
Oberst v.d.Kammer (Rgts.Kdr.251) soll gefallen sein.
159.I.D. (mit zugeteilten Kräften etwa 2 1/2 Btlne.) führt Generalleutnant Kohl, früher Oberfeldkommandant Lyon.
Gef.Stand des Gen.Kdos. ab 17 Uhr Sorans (Schloss), 3,5km südl. Rioz.
Munition besonders 8,8 cm äusserst knapp.
Zusendung von EK dringend erbeten.

Generalkommando Dehner Ia an A.O.K.19, 8.9.1944, 17.45 Uhr.
Fdl.Angriff nördlich Valentin zurückgewiesen. Eigener rechter Flügel wird von starkem Druck bei Miserey auf Bahnlinie zurückgenommen.
I./Sich.Rgt.197 verlängert bei Auxon-Dessous. Fdl.Panzerspähwagen bei Cirey 5,5km südostw.Rioz.

Generalkommando Dehner, Abt.Ia, Hpt.Qu., den 8.9.44.
An
A.O.K.19
Gegen 20.00 Uhr starker Panzervorstoß von Valentin bis Le Rancenieres.
Vor rechtem Flügel Bewegung des Gegners in Stärke von etwa 5 Komp. von Ecole nach Nordwesten beobachtet. Schweres Art.- und
Granatwerferfeuer aus Gegend Tellanai auf Voray.
Eigene Verluste sowohl bei Infanterie, wie bei Flak schwer. Auflockerung der Flak südlich des Ognon-Baches angeordnet.
Eigene Sprengtrupps stießen bei Vandelans und ostwärts auf starke und schwer bewaffnete, teilweise uniformierte Dissidenten und
konnten Ognon-Brücken nicht zerstören.
II.Btl./Radfahrer-Rgt.Gies (Marine), Gesamtstärke 200 Mann in Voray und Sorans eingetroffen.
Am 8.9. wurden 3 amerik. Offz. und 7 Mann, gefangengenommen und ein amerik. Flugzeug durch Infanterie, ein weiteres durch Flak abgeschossen.

Generalkommando Dehner, Abt.Ia an A.O.K.19, 8.9.1944, 12.45 Uhr.
In der Nacht Durchzug feindlicher Kolonnen aus Besancon -Südwest, Richtung Baume-les-Dames; anscheinend auch nach Nordwesten.
Erkundungsvorstösse aus Igelstellung Regts.Gef.Stand 251 stiessen auf starken Widerstand mit schweren Waffen. Morgens Stützpunkt völlig
eingeschlossen, meldet 8,30 Uhr Beginn des "Endkampfes". Entschlossenheit und Aktivität des Kdrs. Oberstltn.v.d.Kammer besonders hervorzuheben.
Batl.205 im fortschreitenden Angriff von Norden auf Valentin.
Von Radfahrer-Brigade Seitz ist RAD Rgt. nach Deutschland abgezogen.
Sich. Regt.197 nach anstrengendem Nachtmarsch morgens mit vorderem Batl. Rioz eingetroffen. Zweites Batl. liegt noch weit zurück. Regt.
wird ostwärts ausholend in Raum ostwärts Valentin vorgeführt. Eintreffen vorderen Batls, frühestens mittags.
Über Bereitstellung des IV.Luftw.Feldkorps zum gemeinsamen Angriff noch keine Nachricht.
Wo ist Kampfgruppe 11.Pz.Div.?
Munitionslage bei Flak-Regt. Tyroller ernst.

Gen.Kdo.Dehner an A.O.K.19, 8.9.44, 20.45 Uhr.
Front unverändert. Bei Cirey und Vandelans mehrere Panzerspähwagen und mehrere Lastkraftwagen mit Infanterie festgestellt. Höhe südlich
Cirey feindbesetzt. Stosstruppunternehmen eingeleitet.

Gen.Kdo.Dehner an A.O.K.19, 8.9.44, 22.27 Uhr.
Panzerdurchstoß gegen 20.00 Uhr von Valentin bis Randenieres. Schweres Feuer auf Varey, Hohe Verluste bei Inf. und Flak.
9.9.1944
KTB 19.Armee:
00.25 Uhr: Spruch an LXIV.A.K., Gruppe Dehner, LXXXV.A.K. und 11.Pz.Division: Morgenmeldung bis 04.30 Uhr abzugeben,
02.55 Uhr: 11.Panzer-Division meldet:
            Taktische Zeit 01.00 Uhr.
             1.) Feind beiderseits Doubs weiter nach Nordosten vorgestoßen.
             2.) Rang feindbesetzt. Eigene schwache Kräfte verteidigen Höhen ostwärts Rang.
            Taktische Zeit 02.35 Uhr.
             1.) Eigene Sicherung ostwärts Baume von starken Feindkräften durchstoßen.
08.14 Uhr: Chef unterrichtet O.B. davon, daß dem Feind 3 Durchbrüche bei Baume les Dames gelungen seien. Auf Clerval bisher kein Feindangriff. Bei Rang sei Gegner über
           den Doubs gegangen. Es sollen dort 2 Btle. sein.
           Eigene Pak und Artillerie sei noch nicht angekommen.
08.18 Uhr: Chef / AOK 19 orientiert Chef/IV.Luftw.-Feldkorps über die Lage im Raum Baume les Dames, Clerval und Rang. Er bittet, alle Feindnachrichten beschleunigt
           dem AOK zuzuleiten.
08.25 Uhr: Chef teilt A.Pi.Fü. mit, daß IV.Luftw.-Feldkorps gemeldet habe, die Munitionsbestände hätten für Sprengzwecke angegriffen werden müssen. A.Pi.Fü. erwidert,
           dass keine Sprengmunition mehr zur Verfügung stehe. Die für Brückensprengungen benötigten Mengen seien außerordentlich groß.
           Chef befiehlt A.Pi.Fü. sofort mit IV.Luftw.-Feldkorps Rücksprache zu nehmen.
08.30 Uhr: Gruppe Degener gibt Chef folgende Lageorientierung: Vorderste Teile des Feindes dicht nordostwärts Rigney. Gruppe versucht, noch nach Rigney hineinzukommen.
           Bei La Breteniere z.Zt. keine Feindberührung. Aufklärung nach Süden bis Luxiol vorgetrieben. Teile von 11.Pz.-Division südlich Autechaux mit Front nach Südosten.
           Außerdem Teile 11.Pz.-Division bei l'Hopital. Flak bis auf einen Flakkampftrupp eingesetzt.
           Chef AOK weist darauf hin, daß z.Zt. 3 Druckstellen gegeben seien; Baume les Dames, Clerval und Rang. Was die Gruppe noch an Kräften habe, gehöre am besten
           hinter den linken Flügel, um die Flanke nach Südosten zu sichern.
08.37 Uhr: Chef /IV.Luftw.-Feldkorps fragt Ia nach dem Flakschutz im Raum Vesoul. Antwort: Dort kaum etwas an Flakschutz, weil AOK alles nach vorn gegeben hat.
           Chef/IV.Luftw.-Feldkorps fragt weiter, ob dem IV.Luftw.-Feldkorps außer der Kampfgruppe Dehner auch das Gen.Kdo. Degener jetzt unterstellt sei. Ia bejaht.
           Befehl dieses Inhalts sei bereits zum Korps unterwegs.
08.38 Uhr: Ia/11.Pz.-Div. gibt Chef /AOK 19 folgende Lageorientierung:
           Bei Baume les Dames hat eigenes Btl. sehr hohe Ausfälle, weil dort starker Feind mit Panzern sei. In Clerval gehe Gegner nach Nordwesten vor, um Rang sei die
           Lage noch reichlich ungeklärt. Feind sei jedoch bereits auf dem Nordwestufer mit allgemeiner Richtung Rougemont. Auf dem linken Flügel sei Aufklärung
           vorgetrieben. Bei nüchterner Beurteilung sei 11.Pz.-Div. mit Rücksicht auf die Stärke des Gegners nicht in der Lage, die Einbruchsräume zu bereinigen.
08.52 Uhr: Ia/Gruppe Dehner meldet Ia/AOK, daß nach Meldung zweier, eben aus Besancon gekommener Soldaten der Feind sich mit starken Kräften bei Rigney sammele.
           Dies hätten sie selbst beobachtet. Außerdem seien im Walde ostwärts davon offenbar feindliche Panzer. Ia/AOK 19 fragt, ob die Gruppe den Befehl über die
           Unterstellung unter das IV.Luftw.-Feldkorps erhalten habe. Antwort : Nein.
           Es müsse beschleunigt genaue Truppengliederung nach Vesoul gegeben werden.
09.05 Uhr: Ia fragt Ia/LXXXV.A.K. ob Armeebefehl über Unterstellung der Gruppe Degener dort angekommen sei. Antwort: Nein. Ia/AOK 19 weist darauf hin, daß Gruppe
           Degener ab sofort dem IV.Luftw.-Feldkorps unterstellt sei. Der Armeebefehl dieses Inhalts sei gestern Abend mit Melder abgegangen.
09.15 Uhr: Ia fragt Meldekopf Vesoul, was an Meldern da sei. Antwort: Keiner: weder vom LXIV.A.K. noch von der Gruppe Dehner. Von Leutnant Schulte-Ostermann habe jedoch
           1 Melder die Meldung überbracht, daß Leutnant Schulte-Ostermann bisher nicht durchgekommen sei.
09.18 Uhr: Chef verlangt von Ia den Befehl der Armeegruppe G über die Unterstellung der Kampfgruppe Jesser. Antwort:Dieser Befehl ist vom Ia der Armeegruppe nur
           fernmündlich an Ia/AOK 19 durchgegeben worden. Die Aufzeichnung hierüber wird Ia sofort zum Chef bringen.
09.30 Uhr: Ia/LXXXV.A.K. meldet Ia/AOK 19 daß der Armeebefehl über die Neugliederung noch nicht beim AOK eingetroffen sei.
           Ia/AOK 19 weist darauf hin, daß der betreffende Kurier-Offizier bei der ll.Pz.Div. angekommen sei. Er werde offenbar auf der Rückfahrt beim LXXXV.AK.
           vorbeikommen. Dann solle er sofort zum AOK zurückgeschickt werden.
09.32 Uhr: Ia/Gruppe Degener meldet Chef, daß Btl.Belfort mit 2 mot.Kp. da sei. Ob die anderen nicht mot.Teile noch eintreffen würden, sei unbekannt.
           Chef weist darauf hin, daß Gruppe Degener den Schutz der linken Flanke übernehmen müsse, insbesondere Sicherung von Fontaine. Die vorhandenen Kräfte müßten dazu
           ausreichen. Etwas würde zudem der Gruppe noch zugeführt werden. Die Druckpunkte Clerval und Rang müssten unbedingt abgeriegelt werden.
09.55 Uhr: Ia/LXXXV.A.K. meldet Ia/AOK 19, daß Armeebefehl inzwischen eingetroffen sei. Er fragt nach dem eigenen weiteren Auftrag. Der bisherige laute auf Erkundung im
           Raum ostwärts Lure bis Clerval. Ia/AOK 19 erwidert, daß etwaige Änderung dieses Auftrages erst mit Chef besprochen werden müsse.
10.00 Uhr: Chef/AOK 19 teilt Ia/Armeegruppe G mit, daß Kdr. der Panzer-Brigade zur Armeegruppe unterwegs sei. Die Brigade selbst sei bereits nach Lure herangekommen.
           Sie habe ihren Versammlungsraum südwestlich von Lure. Das Ausladen sei bereits befohlen. Es sei deshalb erforderlich, daß der Kdr.- mit größter Beschleunigung
           nach hier komme.
           Ia/Armeegruppe weist darauf hin, daß bei 16.I.D. infolge mangelnder Überprüfung oder falscher Weisung der Marschüberwachungsorgane noch verschiedene
           Truppenteile fehlen. Zum Teil seien diese von anderen Einheiten vereinnahmt. So Pz.Jg.Rgt.13 vom LXIV.A.K. Alle diese Teile müssen sofort der 16.I.D.
           zugeführt werden.
           Ia/AOK 19 schaltet sich ein und meldet, daß gestern dieserhalb bereits 3 Befehle vom AOK herausgeschickt worden seien. Darüber hinaus würden die
           Verantwortlichen noch einmal zur Rede gestellt werden.
10.15 Uhr: Ia weist V.P. des LXIV.A.K. in Vesoul an dafür zu sorgen, daß laufend alle 6 Stunden Verbindungs-Offiziere zum Meldekopf Vesoul geschickt werden.
           Das Korps hat vordringlich folgende Punkte zu melden :
            1.) Stand der Bewegung,
            2.) Eigene Einsatzgliederung,
            3.) Befohlene Aufstellung der Division Schwerin,
            4.) Sofortige Entlassung der vereinnahmten Teile der 16.I.D. die gemäß Befehl der Armeegruppe nach Dompaire in Marsch zu setzen seien.
10.40 Uhr: Chef/IV.Luftw.-Feldkorps gibt Ia folgende Feindorientierung:
             Die Brücken über den Doubs bei Le Maguy, Cirey und Vandelas hätten wegen starken Feindwiderstandes nicht mehr gesprengt werden können. Deshalb seien bereits
             gestern Nachmittag amerikanische Panzerspähwagen und mot.Infanterie auf das Nordufer des Flusses übergesetzt. Ia wird dies dem Chef vortragen.
10.58 Uhr: Chef verlangt von L.d.N. sofortige Herstellung einer Verbindung zu LXIV.A.K.
11.02 Uhr: Vorkommando LXIV.A.K. meldet Chef, daß bisher noch kein Offizier des A.K. auf dem neuen Gefechtsstand eingetroffen sei.
11.05 Uhr: Ia/ll.Pz.Div. gibt Chef folgende Orientierung:
             Eigene Kräfte haben sich aus Baume les Dames mit schweren Verlusten abgesetzt. Gegner hat im Zuge der Straße nach Montmartin angegriffen. Btls.Kdr. befindet
             sich nördlich von Baume und hat Verbindung mit den dortigen Sicherungs-Kräften. Es sei anzunehmen, daß Feind in Höhe von Luxiol beiderseits der Straße
             vorgehen werde. Zur Zeit hielten die eigenen Kpen. noch. Im Walde von le Chenois müsse nach dem Gefechtslärm ebenfalls Gegner stehen. Mit Clerval bestehe
             zur Zeit infolge Feinddurchstoßes keine Verbindung. Westl. Montenbis sei nach einer unbestätigten Meldung Feind-Artl. im Walde nördlich Montenbis, Abschüsse
             von Granatwerfern festgestellt. Bei Esnans habe Gegner stark vorgestoßen. Außerdem seien starke Feindkräfte nebst 3 Sherman-Panzer bei Rang gemeldet.
             Von dort aus stoße Feind auf dem Nordufer sehr flüssig in die Schleife hinein. ll.Pz.Div. habe in Gegend Blissans auf Westufer nur schwache Teile.
             Chef weist darauf hin, daß in Gegend Villersexel ein Sich. Rgt. der Armee stünde, um dort aufzuklären. Kampfgruppe Degener habe den Auftrag, in diese Gegend
             etwas zum Schutze der Flanke vorzuschieben. Schwerpunkt des Feindes sei nach wie vor sicher Besancon.
11.28 Uhr: Chef/AOK 19 weist Chef/LXXXV.A.K. darauf hin, daß alle Erkundung den Raum l’Isle berücksichtigen müsse. Ostwärts Lure müsse LXXXV.A.K. Anschluß an das Gebirge
           finden. Chef/LXXXV.A.K. meldet, daß die in Bau befindliche H.J.-Linie westlich Belfort und ostwärts Hericourt vorbeigehe. Auch die O.T. baue z.Zt.
           -unleserlich-. LXXXV.A.K. möchte bereits einige Truppen in diese Linie hineinstecken, Chef/AOK 19 weist demgegenüber darauf hin, daß es wichtiger sei, alles
           vorne an die Brückenstellung zu stecken. Auch auf die Straße Villersexel und nach Lure müsse etwas gebracht werden. A.K. müsse im übrigen damit rechnen, daß
           Feind unerwartet und schnell in seinen Raum hereinkomme. Die notwendigen Panzerabwehrwaffen müsse sich A.K. selbst beschaffen, notfalls der Flak abnehmen.
           Chef fragt ob seitens Reichsführer SS Himmler bereits Befehle über die erhöhte Bereitschaft von Belfort gegeben seien. Chef/LXXXV.A.K. verneint und erwähnt,
           daß Kreisleiter ihn heute besuchen und dabei auch die Frage des Verbleibs der H.J. in Belfort geklärt werden solle.
           Chef/AOK 19 betont, daß diese Frage vom Reichsführer SS entschieden werden solle.
11.40 Uhr: Chef/IV.Luftw.-Feldkorps meldet Chef/AOK 19, daß nach einem Funkspruch der Gruppe Dehner (taktische Zeit 04.48 Uhr ) die Absetzbewegungen hinter dem Oignon
           angelaufen sei. Die 338.I.D. sei bereits im befohlenen Raum. Der Marschweg der 198.I.D. verlaufe über Emassy nach Nordosten. Der Feind habe bei Vandelans und
           Cirey Brückenköpfe gebildet. Es sei jetzt erforderlich, zunächst den Feindangriff zurückzuschlagen und dann wieder an den Fluß vorzustoßen. Die eigenen Teile
           seien jedoch noch nicht so weit, trotzdem sie im 60-km-Marsch herangeführt worden seien. Die Gruppe Tyroller verfüge über 14 - 8,8 cm Flak.
           Chef befiehlt sofort Abwehrplan zu machen und alsdann den Feind zurückzudrücken. Vor allem sei es erforderlich, den linken Flügel stark zu machen. Das solle
           die 198.I.D. schaffen. Chef/LXXXV.A.K. erwidert, daß entsprechende Befehle, vor allem zur Inbesitznahme der Brückenköpfe, bereits vom Korps gegeben seien.
           Zwischen Rioz und Vesoul befände sich jedoch vom Korps nicht mehr.
12.15 Uhr: Meldung Kampfgruppe Degener:
             Gegner marschiert von Besancon nach Baume-les-Dames mit starken Kolonnen. 1 Btl. nach Norden abgedreht, hat eigene Kräfte aus Autechaux herausgedrückt und
             befindet sich im Vormarsch auf Luxiol.
12.30 Uhr: Blaskowitz-O.B. O.B. unterrichtet über die Lage:
             1.) LXIV.A.K., alte Linie,
                a.) 16.I.D. ( ohne 1 Btl.) durch Dijon hindurchgeschleusst.
                b.) 159.R.D. (ohne pferdebespannte Tross) durch Dijon hindurch.
                c.) Feldkommandanturen und Masse Marineteile ( Werft-u. Schiffsbauarbeiter - etwa 4000 Mann -) durchgeschleusst.
                d.) Inder durch Dijon.
                e.) Kosakensicherung steht in Autun.
                f.) Gruppe Elster im Raum Soucoins-St.Pierre - Le Moutier, NW der Loire.
                g.) 2 nach Gruppe Elster eingesetzten Offz.-Spähtrupps sind nicht zurückgekehrt.
             2.) IV.Lw. Feldkorps:
                    Ongnon-Stellung bis nördl. Besancon durch 338., 159.I.D. und Kampfgruppe Degener besetzt. 198.I.D. im Kampfe mit auf Traitiefontaine angreifendes,
                    feindliches Btl. mit Panzern.
             3.) 11.Pz.Div. rechter Flügel eingedrückt, Versuch zur Bereinigung im Gange.
                    Beurteilung der Lage:
                      a.) Heute noch Angriff auf Belfort aus Raum Besancon-Baume-les-Dames - Clerval erwartet.
                      b.) Es muss damit gerechnet werden, dass Durchbruch durch Sicherungslinie gelingt.
                      c.) Anträge an Armeegruppe G.:
                            1.) 113. Pz.Brigade Versammlung SW Belfort und Auffangen des Stosses vorwärts der Westlinie.
                            2.) Volles Zurückklappen LXIV.A.K. mit Linie Langres - vorwärts Vesoul ist zu erreichen.
                    Schweizer Grenze nicht zu halten. Es muss der Folgerung in’s Auge gefasst werden:
                      a.) Aufgabe der Gruppe Elster
                      b.) Notwendige Sperrung der Burg.-Pforte in der Linie Lure - L’Isle
                      O.B. weist Gen. Blaskowitz ausdrücklich weiter daraufhin, dass Lage nicht rosig, besonders im Hinblick auf die zusammengewürfelten Truppen.
                      Stossrichtung des Gegners dürfte in jedem Falle auf Burg.-Pforte gehen.
                      Blaskowitz: Man muss damit rechnen, dass 113.Pz. Brig. nicht zu den vorgesehenen Aufgaben kommt, sondern für AOK 19 gebraucht wird.
13.05 Uhr: Chef/LXXXV.A.K.:
           LXXXV.A.K. will ostw. Villersexel einen Sperriegel aufbauen, um dort Lage bis zum Morgen des 10.9.44 zu festigen. Chef mit diesem Plan einverstanden.
           Chef LXXXV.A.K. ist der Meinung, dass Sperrverband Degener am rechten und linken Flügel besonders aufpassen müsse. Chef gibt Befehl, dass Kampfgruppe
           Jesser bei Valroi les Bois nach Süden und SW zu sperren habe. Ihr soll möglich viel Pak mitgegeben werden. In Villersexel soll nicht zu schwache
           Kampfgruppe belassen werden. Jesser ist der Kampfgruppe Degener zu unterstellen.
13.50 -
13.55 Uhr: Aufzeichnungen v. Oblt.Gerhardt.
15.00 Uht: Ia/11.Pz.Div.:
           Anschluss an Schweizer Grenze hergestellt. Chef hält im Augenblick rechten Flügel als Druckpunkt mit Schwerpunkt bei Soye- Gondenans - Fontaine.
15.10 Uhr: Kom.Gen. IV.Lw.Feldkoprs / Chef.:
           Gefechtsstand IV.Lw.Feldkorps zunächst Freitag Vesoul, ab 10.9. soll IV.Lw.F.K. mit Gefechtstand nach Lure gehen. Vorkdo. schon heute in Marsch setzen.
           Chef betont die grosse Abwehrlinie. Muss von Schweizer Grenze ( Glay - Doubs - Gray - Langres ) verlaufen. Chef orientiert bei dieser Gelegenheit
           Kom.Gen. IV.Lw.Feldkorps.
13.50 Uhr: Führer Meldekopf Botsch meldet Chef, dass seit der Nacht vom 8/9.9. kein Verkehr mehr auf der Strasse laufe.
13.52 Uhr: Chef LXXXV ,A,K. meldet dem Ia AOK 19 dass er den erhaltenen Befehl an Korps Degener weitergegeben habe.
13.55 Uhr: IV.Lw. meldet dem Ia AOK 19, dass von der 198.I.D. 1 Btl. des Rgts.326 in Aubertans in der Versammlung sich befinde mit dem Auftrage, nach SW
           anzugreifen. Das andere Batl. befindet sich noch im Marsch. Grand-Fontaine sei noch in unserer Hand, Feindangriffe wären jedoch sehr stark und am
           Rande von Grand-Fontaine wird sich der Feind schon befinden.
           1 Btl. von 308. schon in der Stellung, werde aber herausgezogen, um in der Gegend Gefechtsstand Dehner versammelt zu werden und mit Flakteilen gegen
           Brückenkopf Cirey eingesetzt zu werden um den Feind in die Flanke zu stossen. Es wird jedoch noch etwas dauern, da das Btl. sich noch in der Stellung
           befinde.
17.40 Uhr. Ia bittet Ia 11.Pz.Div. in Zukunft jeden Abend den gesamten Bestand an Panzern zu melden und anzugeben, wieviel davon einsatzfähig sind, wieviel in
           kürzester Frist und wieviel in längerer Frist instand gesetzt werden können.
           Ia 11.Pz.Div. meldet, dass Teile des Btls.110 sich wieder bei L’Isle stark angeschlagen eingefunden hätten. Sie haben sich durchgeschlagen, kamen aber
           ohne Panzer zurück.
17.48 Uhr: Kom.Gen. IV.Lw.F.Korps gibt an Chef folgende Lagemeldung: Feind über Moncey im Vorgehen gegen Rioz. Rioz wurde genommen, in der Nacht wurde Perrouse
           genommen. Der Feind überschritt die Brücke bei Emany, bei Marchaux starkes feindl. Artl.Feuer, ferner starker Kolonnenverkehr festgestellt auf der
           Strasse Devecey - Merey, hierunter auch Panzer.
           Die Stärke der Kompanien betragen im Durchschnitt 25 - 50 Mann.
           Die Linie, die an den Chef IV.Lw.F.K. durchgegeben wurde, scheint zu wenig abgesetzt.
           Chef: Die Linie Fretigney und weiter ostwärts ist zunächst endgültig. Die Radfahrabt. (schnelle Abt.) soll bei Fretigney angehalten werden.
           Sie soll dem LXIV.A.K. unterstellt werden und verantwortlich sein für die Strasse Fretigney — Vesoul. Strasse einschliesslich für LXIV.A.K. Grenze
           für das IV.Lw.F.K. läuft bei Recologne. Es muss eben gewährleistet sein, dass die Radfahrabt1g. über dis Lage.
15.35 Uhr: Chef LXXXV.A.K./Chef AOK 19.:
           Gegner hat mit etwa 40 Panzern Hautechaux und Luxiol genommen. Die Grenadiere sollen sich in Auflösung nach Nordosten zurückgeschlagen haben.
           Gegenmassnahmen im Gange, können sich jedoch nicht vor Morgen früh auswirken (10.9.)
           Chef: Es ist zu überlegen, ob Jesser noch irgendwie eingesetzt werden könnte.
           Chef LXXV.A.K.: Ja, mit einem Teil in Soye.
           General Dehner bittet, seinen rechten Flügel zurücknehmen zu dürfen.
           Chef: Ist nicht möglich, da sonst 198.I.D. in der Luft hängen würde. Beihaltung dieser Stellung notwendig, da 198.I.D. bei Rigney wieder an den Bach
           heran will.
15.45 Uhr: Chef IV.Lw.Feldkorps teilt Ia AOK 19 mit:
13.50 Uhr: starker Feind in Moncey, 13.55 Uhr Traitiefontaine vom Feind genommen, neue Widerstandlinie 1 km südl. Rioz.
14.35 Uhr: Feind mit Panzern in Richtung Neuvelle angetreten.
15.50 Uhr: BvTO/Ia: Erkundigt sich zunächst nach der Lage und fragt dann an, ob ein in Vesoul stehender Lazarettzug bis zur Nacht dort verbleiben könne, um
           ihn dann über Lure - Belfort nach rückwärts in Marsch zu setzen. Ia bejaht.
16.00 Uhr: Chef/BvTO:
           Chef fragt wegen heranrollender Transporte der 113.Pz.Brig. an. Bisher sind 5 Transporte gemeldet, jedoch ohne Panzer. Von Mühlhausen sind 6 weitere
           Transporte im Anmarsch.
16.02 Uhr: Ia LXXXV.A.K. meldet, dass Luxiol und Autechaux vom Feind genommen worden sind und dass 40 fdl. Panzer in NW-Richtung vorgehen.
           Von der Panzer-Brigade 113 sind bisher westl. Belfort I.Btl. 2113 und Teile des 2.Btls. 2113. Weitere Transporte werden wahrscheinlich weiter östlich
           herangeführt, Die bisher ausgeladenen Teile kommen in den Raum südwestlich Belfort.
16.30 Uhr: Chef teilt LdN mit, dass im Gefechtsstand AOK 19 in Lure das IV.Lw.F.K. kommt.
16.35 Uhr: Chef/Ia LXXXV.A.K.:
           Gegner greift in Emany in Btls.-Stärke an. Mit Degener besteht keine Verbindung. Traitiefontaine wieder in eigener Hand.
           Chef: Erwünscht ist, dass augenblicklich die Linie gehalten
           Major Rechling(?) meldet: Feindlicher Angriff aus Neudelle auf Süden von Rioz festgestellt. Die wichtigen Brücken bei Moncey
           und Rigney konnten nicht zerstört werden. Starke Verluste der eigenen Truppen haben sich ergeben. Ein grosser Teil der schweren Waffen ist
           verlorengegangen. Auffüllung konnte z.T. durch ein Marschbatl. erfolgen. Chef bittet Chef LXXXV.A.K. , mit seinem Kom.General zu sprechen, damit AOK
           bald ein klares Bild der Lage erhält. Bewegungen des LXXXV.A.K. müssen mit Gruppe Dehner im Einklang gebracht werden, falls Absetzbewegung notwendig.
           Major Renchling (?) glaubt nicht, dass die gegenwärtige Linie zu halten möglich ist. Armee ist mit evtl. Rücknahme grundsätzlich einverstanden.
           Da Abschnitt dann enger wird soll LXXXV.A.K. unbedingt an Bildung einer Reserve denken.
16.55 Uhr: Major Mietner(?)/Ia:
           Neuer Gefechtsstand AOK 19 Giromagny. IV.Lw.F.K. Lure
           Lagemeldung an Armeegruppe G um 16 Uhr durchgegeben.
17.00 Uhr: Chef/Major Bagdan IV.Lw.F.K.:
           Falls Zurücknahme der gegenwärtigen Linie Tatsache wird, nach Vesoul in Marsch gesetzte schnelle Abteilung in Fretigney anhalten und zur Sicherung
           einsetzen.
18.40 Uhr: Funk an LXIV.A.K.:
           IV.Luftw.-Feldkorps geht vom Feind gedrängt Nacht 9./10.9. auf Hyet - Avilley zurück. LXIV.A.K. hat Freiheit zum Zurückgehen linker Flügel Fretigney,
           dort Schnelle Abteilung wieder unterstellt. Trennungslinie Vesoul - Fretigney zu LXIV.
              A.O.K.19, Ia

           ....angehalten, und dem LXIV.A.K, unterstellt wird, um bei Fretigney eingesetzt zu werden.
           Gen. Petersen: Die Abteilung wird angehalten und erhält den Auftrag, Fretigney zu halten im Anschluss an das IV.Lw.F.K.. Gen.Petersen gibt dann die
           Trennungslinie der einzelnen Divisionen durch und Chef will General Dehner befehlen, dass der Anschluss bei Avilley mit der 198.I.D. zu nehmen ist.
           Komm.Gen. teilt mit, dass Tyroller infolge Ausfalls von Zugmaschinen 3 Geschütze 8,8 cm nicht bewegen kann und dass er diese Geschütze nach und nach
           herausholen muss. Es wird alles getan, um die Linie zu halten, die Truppe ist jedoch sehr übermüdet.
19.00 Uhr: Ia 11.P.D. meldet dem Chef, dass Teile des Btls. nördl. von Baume-les-Dames befinden sich im Raume Vergranne. Die Teile, die bei Clerval einen Angriff
           gemacht haben, haben sich wieder zur Division zurückgeschlagen über L'Hopital -Fontaine. Sie sind nördl. Geney herausgekommen.
           Die mitgefeührten 3 Panzer sind verloren, da die Gruppe durch Artl. Feuer aus dem Raume Clerval erfasst wurde.
           Auf L’Isle liegt starkes Artl. Feuer und der Gegner fühlt vor auf Mancenans. Die schwachen Sicherungen wurden aus Mancenans herausgenommen. Es soll
           ein Vorstoss mit einer Kompanie von Geney aus gegen Sove gemacht werden. Chef teilt mit, dass die Trennungslinie der Div. noch dieselbe wäre und dass
           der Division vom LXXXV.A.K. 1 Rgt. unter Führung des Oberst Menke zugeführt würde. Teile des Rgts. sind im mot.-Marsch bereits unterwegs und Regts.
           Gefechtsstand befinde sich in Vellechevreux. Mit diesen Teilen soll Anschluss genommen werden an die Gruppe Hax, die etwa noch bei Vergranne liege und
           mit dem Rgt. soll die Lücke an der Grenze wieder geschlossen werden.
           In Gondenans befinden sich auch noch Sicherungen einer Kampfgruppe. Dort ist Anschluss zu finden. Diese Sicherungen unterstehen der Gruppe Degener,
           die rechter Nachbar der Div. ist.
           Neue Trennungslinie für die 11.Pz.Div. : Fallon - Bournois -Gondenans — L’Hopital —Lomont — Ost. Das Btl. Hax bleibt bei Degener und der rechte Flügel
           der Divison darf nicht weiter zurückgenommen, werden. Der rechte Flügel der Div. muss stark gemacht werden, die neue Linie läuft von Vergranne nach
           Gondenans. Der O.B. befiehlt ausdrücklich, dass nicht ausgewichen werden dürfe, dies muss auch die Truppe wissen.
19.17 Uhr: Chef AOK 19 bittet Chef LXXXV.A.K., folgende Befehle vom IV.Lw.F.K. an die Gruppe Degener zu übermitteln:
              1.) Jesser wird ohne Einschränkung Gruppe Degener unterstellt.
              2.) Neue Linie verläuft nach Absetzen des IV.Lw.F.K. bei Avelley—Vergranne-Gondenans—Maneenans.
              3.) Trennungslinie:
                  Fallon - ( zur 11.P.D. ) Bournois ( z.11.P.D.) Gondenans-L'Hopital (durch das "o" vom Ortsnamen)-Lomont-Ost.
                  Anschluss bleibt bei Avilley an 198.I.D.
22.45 Uhr: Komm.Gen. gibt IV.Lw.F.K. gibt Lage-Orientierung an AOKs
           Feind hat besetzt: Mancenans und Soye. Uzelle wurde heute Nacht besetzt, die Radfahrabtlg. ist noch nicht gefunden.
           Chef: LXIV.A.K. hat gefunkt, dass sie vor dem 10.9. nicht eintreffen kann. Es wurde von der Armee an LXIV.A.K. gefunkt, dass die Schnelle Abtlg. zum
           eigenen Schutz sofort nach Fretigney gebracht werden muss. 23.10 Ia 11.Pz.Div. meldet dem Ia, dass das Btl. Hax bei Vergranne stehe.
           Feindl. Durchbruch sei bei Gondenans in Richtung Uzelle erfolgt. Anscheinend sei Uzelle vom Feinde besetzt.
           Am rechten Flügel wurde von Geney 1 Vorstoss nach Bournois mit Panzerunterstützung unternommen.In Bournois Vermutlich Vorausteile des Rgts. Menke.
           Pioniere der Division sind zum Angriff angetreten von Geney aus nach Westen durch die Wälder, sind jedoch durch Geländeschwierigkeiten nicht
           weitergekommen. Der Feind scheint sehr stark zu sein.
           Die Division brauche dringend Brennstoff, mindestens 200 cbm.
           Ferner bittet die Division um entscheid, ob das Batl. Hax wieder zur Division zurückkommt, da es keine Panzerbrechenden Waffen mehr hat und seit
           4 Stunden besteht keine Verbindung zum Btl. Ia AOK will dem Chef vortragen.
           Ia 11.Pz. Div. bittet ferner um Artillerie für den rechten Flügel, da Div. nur noch 2 Art. Abtlgn. hat und Kämpfe ohne Art.Unterstützung seien schlecht.
           Für das Rgt. Menke wurde eine bestimmte Linie von der Div. befohlen und dahinter stellt sich das Rgt. zum Angriff bereit. Es wäre allerdings besser,
           wenn das Rgt. in eine Linie gesetzt werde, die sie evtl. halten könne, da ein Angriff ohne Panzer-und Artillerieunterstützung ungünstig wäre.
20.05 Uhr: Funk an LXIV.A.K.:
           Beim Zurückgehen Anschluß Langres festhalten. Schnelle Abteilung muß zum eigenen Schutz sofort nach Fretigney.
              A.O.K.19, Ia
22.15 Uhr: Gyldenfeldt Chef Armeestab-Armeegr.G./Chef:
           Beim IV.Lw.F.K. Gegner bereits bei Loulans in die Linie eingebrochen, die für Morgen zu halten geplant war.
           Chef Armeegr.G.: Anfrage, ob in Linie Lure-Vesoul nicht noch mehr mit Sperren gearbeitet werden könne, da Armee im Augenblick genügend Pi-Einheiten
           zur Verfügung habe.
           Chef Armeegr.G. gibt bekannt, dass Einheiten, die in der West Stellung eingesetzt sind, für AOK unantastbar zu sein haben.
           Über die Befehlsverhältnisse in Belfort lässt sich z.Zt. noch nichts sagen. Es ist jedoch zu hoffen, dass bald Klarheit geschafft werden kann.
22.45-
23.10 Uhr: 113.Pz.Brig. gehört noch dem BdE und steht vorläufig nicht zur Verfügung des AOK 19.
           Chef AOK 19: Man darf sich nichts vormachen, Front ist für unsere Kräfte zu breit, zumal bei den zusammengewürfelten Truppenteilen, sichert jedoch
           zu, dass alles nur Mögliche zur Versteifung des Widerstandes getan wird.
           Von Gruppe Elster keine Nachricht. 2 Offizierspähtrupps sind nicht zurückgekehrt. Es kann wohl nicht weiter auf das Herankommen gewartet werden,
           da bisheriges Zögern schon allerlei Opfer gekostet hat. Das Warten geht auf Kosten der guten Kampftruppe, wogegen man nur Trosse und Fahrer eintauscht.

9.9.1944
Der Verbindungsoffizier Lt.Bitz überbrachte um 13.30 Uhr von A.K.Dehner folgende Meldung:
Absetzbewegung der in Linie Auxon-Dessus - Miserey - nördl.
Valentine stehenden Teile der 159.I.D. bis Mittag noch nicht gelungen, anscheinend durch stark nachdrängenden Feind verhindert. Feindl. Kräfte gegen 10 Uhr
vor der Brücke bei Voray , darauf Brücke gesprengt. Ebenso Brücke bei Busieres gesprengt, Brücke bei Etuz noch offen.
Linkes Nachbar-Rgt.308 wurde gebeten, Schutz von Voray zu übernehmen.
Flak-Rgt. hat mit den s.Flak und einen Teil der le.Flak Uferwechsel gemacht.
Abschnitt des A.K. von Etuz - Voray nur von einem Btl. (200 Mann) besetzt. Zuführung von Kräften (2 Btle) dringend geboten.

10.9.1944

KTB 19.Armee.
04.38 Uhr: LXXXV.A.K./Oblt.Rittemeier:
           Brigade von Oppen rückte mit unterstellten LSD 726, Sicherungsbtl.960 und III.Flieger-Ausb.Rgt.90 im Laufe der Nacht in die Sicherungslinie
           westl. Belfort ein. Bewegungen sind noch nicht abgeschlossen.
05.08 Uhr: IV.Luftw.-Feldkorps / Oblt. Raddaz:
           IV.Luftw.-Feldkorps in Vesoul, 338.I.D. in Velleguindry. Linie:
           Von Recologne nach Osten 1 km nördl. Tresilley. In dieser Linie 338.I.D. eingesetzt rechts Rgt.757 und links 933 mit je einer Battr.
           Bisher noch keine Feindberührung.
           Von Dehner und 198.I.D. bisher noch keine Meldung vorliegend. Verbindungsoffizier unterwegs. Dehner selbst liegt in Andelarre und
           198. in Filain. Degener in Villersexel. Linie Degener: Avilley, Rognon - Mesandans, von dort nach Nordosten nach Fontenelle, von dort nach
           Norden nach Nans einschl., von dort nach Cubry, von dort bis Südrand des Waldes Geney. Eingesetzt rechts 634, Mitte Junge, links Jesser.
           634 Stellung bezogen, von Junge und Jesser liegt Meldung noch nicht vor.
5.10 Uhr:  O 1 11.Pz.Div. meldet:
           Gegner setzte in den Abendstunden des 9.9. die Angriffe aus südwestlicher Richtung gegen Pont de Roide erfolglos fort.
           Eigener Angriff zur Schliessung Frontlücke bei Soye blieb stecken. Uzelle feindbesetzt. Verbindung zu 2.Btl./111 abgerissen.
5.55 Uhr:  Hptm.Rönne, LXIV.A.K. meldet, dass gestrige Abendmeldung dem Kurieroffizier durch Fliegereinwirkkung verbrannt ist. Morgenmeldung durch Kurier
           unterwegs.
6.45 Uhr:  O 1 orientiert Chef über Morgenmeldung an Armeegruppe G.
8.05 Uhr:  Meldung IV.Lw.Feldkorps:
           General Degener teilt mit, dass Uzelle wieder in eigener Hand.
8.20 Uhr:  Ia LXXXV.A.K.:
           In Linie westl. Belfort liegen folgende Truppenteile: Lds.Btl.626 Sich.Btl.960, 3.Btl. Flieger-Rgt.90
           ( Genaue Aufstellung folgt durch LXXXV.A.K. )
8.25 Uhr:  O 1 11.Pz.Div. meldet:
           Alles in Ordnung. Teile von Jesser liegen zwischen Bournois und Accolans. Eigener Angriff auf Soye liegengeblieben. Von Rgt.Menke bisher
           2 Btle da. Das noch kommende 3.Btl. soll nach Accolans. Zur 2. Btl. Pz.Gren.Rgt.111 Verbindung wieder hergestellt.
8.50 Uhr:  Chef fragt Major Schuster ( LXIV.A.K.), wo schnelle Abt. steht. Ist bisher noch nicht in Fretigney eingetroffen, soll aber im Verlaufe des
           heutigen Vormittags dort sein. Major Schuster bezeichnet Lage von Fretigney als gefestigt.
           Mit Gruppe Elster Verbindung hergestellt. 1 Marschgruppe unter Oberst Bauer ( 10.000 Mann) ist durch besondere Tapferkeit eines Kosaken-Rgts.
           durch Author hindurchgeschleusst. Restliche Gruppe Elster anscheinend verloren. Chef betont gegenüber Chef IV.Lw.Feldkorps, dass bei Fretigney
           heute voraussichtlich der grösste Feinddruck zu erwarten sei. Rechter Flügel IV.Lw.Feldkorps muss sich in jedem Falle nach Nachbar im Norden
           richten. Chef gibt Befehl, dass Teile von Einheit Jesser bei der 11.Pz.Div. abgelöst werden sollen und zur Verfügung des LXXXV.A.K. stehen. Chef
           LXXXV.A.K. hält Gegend Villerexel für gefährdet und glaubt Verstärkung dort notwendig.
9.38 Uhr:  Chef AOK gibt Orientierung der Lage an Chef Armeegruppe G.:
           Das LXIV.A.K. lässt noch eine Kampfgruppe in Dijon, um etwa 10.000 Mann von der Gruppe Elster durchschleussen zu können. Das Herankommen dieser
           10.000 Mann ist möglich gemacht durch den tapferen Einsatz eines Kosaken-Rgts. Über Gruppe Elster scheint eine Meldung unterwegs zum AOK zu sein.
           Diese 10.000 Mann scheinen abgesprungene Teile der Gruppe Elster zu sein. Meldung folgt.
           Chef Armeegr.G.:
           Wenn die Kosaken sich so gut geschlagen hätten, kann das AOK sie zunächst behalten, ob am Endziel ist eine andere Frage.
           Chef AOK teilt mit, dass dies dem LXIV.A.K. bereits mitgeteilt wurde und das sich die Inder auf dem Marsch nach Remiremont befinden.
           Chef Armeegruppe sagt, dass AOK in den nächsten Tagen die Gruppe Siebert bekomme, dass es gut wäre, aus der Gruppe Schwerin mit Teilen von
           Ottenbach und Jesser eine Division zu machen. Zunächst müssen allerdings die Fehlstellen der Div. aufgefüllt werden.
           Chef AOK meldet, dass das IV.Lw.Feldkorps in die gestern angegebene Linie zurückgenommen wurde und dort heute Anschluss mit dem rechten Flügel
           des LXIV.A.K. nehme.
           In die Lücke bei der 11.Pz.Div. westl. L’Isle wird das Rgt. Menke eingesetzt, die Stellung ist schon vorhanden, da Kampfgruppe Jesser sich bis
           heute dort befände. Zunächst ist dort noch alles ruhig.
           Chef Armeegr.G. teilt noch mit, dass der nördl. Nachbar des AOK beim Zurückgehen bei Chatillon erhebliche Schwiergkeiten vermutlich durch Banden
           gehabt habe.
9.50 Uhr:  BvTO. meldet dem Ia, dass die ersten angekommenen 5 Züge beim Entladen wären und zwei weitere Züge demnächst entladen würden. Weitere Züge
           wären im Heranrollen über Mühlhausen gemeldet.
           Der Raum um Vesoul sei geräumt, damit seien aus dem Raume Chalons - Dijon - Vesoul 40 Züge herausgebracht.
10.25 Uhr: Chef IV.Lw.F.K. meldet dem Ia, dass der Feind Richtung Mesandans bei der Gruppe Degener mit 1 Btl. u. Panzern und P.-Spähwagen angreife.
           Ferner greife er mit einem Btl. in Richtung Fontanelle an. Ia AoK gibt durch, dass Jesser herausgelöst werden soll und dieses bereits befohlen sei.
10.35 Uhr: General Dehner teilt dem Chef AOK mit:
           Ein Teil der Gruppe ist in die neue Stellung eingerückt. Die Gruppe besteht noch aus etwa 2 Btlen. in Stärke von 800 Mann und 2 Rgts.Stäben,
           1 Div.-Stab und dem General-Kommando. Dieses sei überflüssig , Gen. Dehner fühle sich als Btls. Kdr. Chef teilt mit, dass es beabsichtigt sei,
           das Gen.-Kdo. herauszulösen.
10.40 Uhr: Chef AOK befiehlt Chef IV.Lw.F.K., das Gen.Kdo. Dehner herauszulösen. Die 159.Div. wird dem Korps unmittelbar unterstellt. Chef entschedet,
           dass das Generalkommando zunächst nach Belfort in Marsch zu setzen sei und dem LXXXV.A.K. ohne Verbindung anzugliedern sei und dort auf Abruf
           AOK warten soll.
           Chef IV.Lw.F.Korps meldet:
           Feind greift bei Mesandans und westl. von Fontenelle an. Ist Rgt.Menke der 11.Pz.Div. unterstellt ?
           Chef: Das Rgt. hat den Befehl erhalten, die Lücke am rechten Flügel der 11.Pz.Div. zu schliessen. Es soll Gruppe Jesser in der Stellung südlich
           Bois de Geney ablösen. Die 11.Pz.Div. muss das Rgt. Menke behalten, um diese Lücke zu schliessen. Evtl. muss das IV.Lw.F.K. von der Gruppe Jesser
           mehr Teile nach vorne nehmen, da es sich dort geschlossen, ausser 2 Kompanien ( wie befohlen) in Villersexel befinde. Chef IV.Lw.F.K. teilt mit,
           dass von der Gruppe Jesser mehr eingesetzt als vorgesehen. Chef AOK befiehlt, diese Teile sofort herauszulösen, der 11.Pz.Div. ist der Befehl
           längst gegeben, dass das Rgt. Menke diese Teile ablösen soll.
11.00 Uhr: Ia 11.Pz.Div. meldet an Chef:
           Seit 1 1/2 Stunden läuft ein Feindangriff gegen das Btl. Hax aus südostw. und westl. Richtung mit je 1 Batl., unterstützt durch Panzer. Die Lage
           sei schwierig. Bei einem Gegenstoss wurden 11 Gefangene eingebracht. Aufklärung hat ergeben, dass ostwärts Romain gleichfalls Feind sich befinde.
           Am rechten Flügel ist das Vorgehen des Rgts. Menke eingeleitet.
           Chef: Teile Jesser müssen unbedingt sofort durch Teile Menke abgelöst werden.
           Ia 11.Pz.Div. meldet:
           Mancenans feindfrei, durch die 11.Pz.Div. dagegen gedrückt. Es besteht der Eindruck, als hätte sich der Druck nach Westen verlagert.
           Bei Spurans wurden 10 Feindpanzer festgestellt, die allerdings in dem schwierigen Gelände steckenblieben. Bei Pont de Roide grabt sich der Feind
           ein. Der Chef hofft, dass sich das Batl. bei Mancenans halten werde, worauf Ia 11.Pz.Div. meine, dass es an Panzerabwehr fehle.
           Von den instandgesetzten Panzern können irgendwelche ausfallen, zumal nicht zu erfahren sei, wo Panzerersatzteile zu bekommen sind.
11.09 Uhr: Chef befiehlt im Auftrag des O.B. an Sto.-Art.:
           Auf der Strasse von Lure nach Giromagny befinden sich Teile des Trosses der 198.I.D. Der Sto.-Art soll feststellen , um welche Trosse es sich
           genau handelt und die beim Tross befindlichen und entbehrlichen Männer feststellen, damit sie anderweitig verwendet werden können.
11.10 Uhr: Ia orientiert Ia Armeegruppe G über die Lage bei Mesandans - Fontenelle .
11.15 Uhr: Ia gibt an O 1 Armeegr. G. die neue Linie des IV.Lw.F.K.durch:
           338.I.D.: Fretigney ( zu LXTV.A.K.) 1 km nördl. Tresilley, Waldrand südl. Malachere.
           Gruppe Dehner: Malachere - Westrand Quenoche
           198.I.D.: Anschliessend über Ruhans - Villes-Pater - südl. Montbozon -Süd-Rand Avilley ( ausschliesslich)
           Gruppe Degener: Avilley ( zu Gruppe Degener) — Meandans — Südrand Uzelle. Trennungslinie des Korps zur 11.Pz.Div.: Fallon - Bournois — L'Hopital
           - Lumont.
           Linie der 11.Pz.Div. wie bisher.
           Über LXIV.A.K. noch nichts näheres bekannt, wird gemeldet, sobald Meldung vorliegt.
11.46 Uhr: Ia teilt Führer Meldekopf Botsch mit, dass er verlegt wird und endgültigen Bescheid noch bekomme.
12.00 Uhr: Chef IV.Lw.F.K. an Chef AOK:
           Bei der Gruppe Degener Feindangriff an der Strasse nach Mesandans. M. ist in Feindeshand. Nördlich Romain aus südwestlicher Richtung Angriff in
           Richtung Fontenelle. F. noch in eiegener Hand. Uzelle in Feindeshand. Feindangriff gegen Teile Jesser am Südrand Bois de Genej.
           Von Avilley bis Ruhans wurde kein Feind festgestellt.
           Rgt.Hardenberg wird herausgelöst, um im Raume Rougemont eingesetzt zu werden und den Angriff in Richtung Villersexel aufzuhalten.
           Rgt.Menke hat gestern noch nicht abgelöst. Bei der 198.I.D. hat der Feind nördl. Loulans am linken Flügel angegriffen und Ormenans genommen.
           Bei 338.I.D. ruhig. Bei Gruppe Dehner wurden Panzer im Walde südl. Hyet festgestellt. Von Angriffen ist noch nichts bemerkt, sind aber wohl zu
           erwarten. Es fehlt im allgemeinen an Panzerabwehrwaffen. Chef AOK teilt mit, dass der Gruppe Jesser nach Villersexel 3 Pak zugeführt wurden.
           Chef IV.Lw.F.K. glaubt, dass von der 338.I.D. eine Batterie nach Mailley. zurückgenommen wurde, da diese keine Munition habe. Es handele sich um
           Mangelmunition Kal. 7,62 Chef AOK sagt, dass eben gesehen werden muss, durch Verschieben der Kräfte gefährdete Stellen auszubügeln
           ( Beispiel Rgt. Hardenberg), da das AOK kein Ersatz geben kann.
12.10 Uhr: Chef LXXXV.A.K. bittet Chef AOK um Pioniere für dringende Aufgaben im Vorgelende. Chef will versuchen, Pioniere zu verschaffen.
12.14 Uhr: Ia gibt Befehl an Führer Meldekopf Botsch, Meldekopf aufzulösen unter Abmeldung bei den Stäben des IV.Lw.F.K. und LXIV. Korps sowie Gruppe Dehner.
12.18 Uhr: Ia 11.Pz.Div. meldet Chef:
           Feind greift sehr stark an der Strasse von Baume-les-Dames in Richtung Villersexel an. Uzelle und Masandans sind feindbesetzt.
           Chef: IV.Lw.F.K. schiebt Kräfte vom rechten Flügel herüber, um den Angriff aufzufangen. Jesser muss sofort durch Rgt. Menke abgelöst werden.
           Ia meldet, dass die Ablösung im Gange sei.
12.24 Uhr: Chef LXIV.A.K. meldet Ia:
           Es verliefe alles planmässig und es seien noch keine beunruhigenden Nachrichten gemeldet worden. Der Ia bittet um eine Karte mit Einzeichnungen
           genauer Gliederungen sowie des Einsatzes. Chef LXIV.A.K. teilt noch mit, dass bei Fretigney von der Gruppe Schwerin bereits 1 Komp. und eine
           2cm Batterie ( Flak) sein müsse. Die Bewegungen seien durch Tieffliegerangriffe sehr erschwert, genaue Meldung sei in 1 - 2 Stunden zu erwarten.
           Im übrigen benötige das Korps dringend Betriebsstoff und Art. Munition.
12.41 Uhr: Chef IV.Lw.F.K. meldet dem AOK, dass 198.I.D. von Feindangriffen aus dem Walde SW von Montbozon in Richtung Montbozon und in Richtung NW von
           Montbozon gegen Höhe 352 berichte. In Montbozon befindet sich das Füs.Btl. mit etwa 60 Mann, dazu etwa 20 Pioniere.
           Die Lage sehr schlecht, Ersatz ist nicht mehr vorhanden. Es sei befohlen, Montbozon unbedingt zu halten. Ob dies gelingt, ist jedoch sehr fraglich.
           Chef AOK entscheidet, wenn keine andere Möglichkeit mehr besteht, muss Gruppe Jesser eingesetzt werden.
           Beim Korps soll sich noch das Heeres Pi-Btl.669 befinden. Dieses ist in keinem Falle infanteristisch einzusetzen, sondern lediglich für Sperr -
           und Sprengaufträge zu verwenden. Chef IV.Lw.F.K. soll feststellen und entsprechend anordnen.
14.17 Uhr. Ia 11.Pz. Div. meldet Ia:
           Btl. nördl. Baume.les-Dames hat sich in Zusammenarbeit mit Degener auf Gondenans abgesetzt.
           Soll das Rgt.Menke noch an den Südrand Bois de Geney vorgeschoben werden, wenn Gruppe Degener den Auftrag hat, sich bis Abbenans abzusetzen?
           Hierdurch wäre der Anschluss verloren, Ia will das klären.
           Ia 11. Pz. Div. meldet weiter, Feind greife an Mancenans vorbei in Richtung Geney an. Ferner ist er eingebrochen über Sourans bis in Gegend
           Colombier - Chatelot mit etwa 14 Panzern. Takt.Zeit 12.30 Uhr.
           Die bei Sourans eingesetzte Luftwaffe sei zurückgelaufen und werde jetzt gesammelt und der Angriff des Feindes sei« bei der Höhe SW Pont de
           Roide abgeschlagen.
           Der befohlene Sperrverband wird heute abend zusammengestellt sein mit 5 Panzern und 1 gepanzerten Pi-Komp. in Gegend Vellechevreux.
14.30 Uhr: Ia AOK Nach einer Meldung der 11. P.D. soll die Gruppe Degener die Absicht haben, sich bis an den Südrand von Abbenans abzusetzen.
           Chef IV.Lw.F.Korps: Der Befehl wurde an die Gruppe gegeben.
           Ia meint, dass hierdurch der Anschluss zur 11.Pz.Div. ( Rgt. Menke) verloren geht, da diese das Rgt. bis an den Südrand von Bois de Geney
           vorschieben will. Chef IV.Lw.F.K. meint, dass das Rgt. Menke noch gar nicht angetreten sei und wohl auch gar nicht mehr an den Südrand von
           Bois de Geney erreichen werde. Der Feind greife mit Masse von Montbozon über Cognieres mit Panzern in Richtung Villersexel an.
15.20 Uhr: O 1 LXXXV:A.K. gibt Abendmeldung: K.b.V.
15.40 Uhr: Chef IV.Lw.Feldkorps gibt Ia folgende Orientierung:
           Feind aus Montbozon mit Panzervorstoß nach Nordosten Richtung Villersexel, ferner von Fontainenois mit Panzern über den Fluß gesetzt.
           Feind aus Montbozon durch Roche hindurch im Vorgehen nach Norden. Von Montbozon nach Nordosten Richtung Villersexel starker Straßenverkehr
           mit Fahrzeugen und Panzern.
           Division geht, vom Feind gedrängt, zurück in Linie südwestlich Esprele, 2 km parallel der Straße Esprels - Vesoul weiter nach Neurey und
           Richtung Westen nach Andelarre. Große Lücke nördlich Montbozon bei Fontenois.
           Chef AOK. schaltet sich ein: Korps könne sich nicht einfach absetzen, es müsse hiergegen etwas unternommen werden.
           Chef IV.Lw.Fk. erwidert, daß andernfalls die ganze Flanke zwischen Aubertans und Dampierre offen sei. Um dieses Loch zu schließen, müsse
           Anschluß gesucht werden. Feind greifr bei Fontenois an. In Vallerois seien Teile des Regiments 308 und eine Komp. der Gruppe Jesser dagegen
           versammelt. Hauptdruckpunkt sei zwischen Montbozon, Roche, von Fontenois - Roche nach Norden. Es bestehe Gefahr, daß Gegner, bei Uzelle über
           Cubry weiter vorstoße, Gruppe Degener kläre mit Panzerwagen nach Montbozon auf.
           Dampierre sei noch in eigener Hand.
           Vordere Feindlinie: Nördl. Wald Villedieu. In Treseley sei Feind im Vorgehen mit 3 Panzern und etwa 100 Mann. Korps habe nichts mehr um 
           abzuriegeln. Aubertans und Villers Pater lägen unter starkem Artillerie- und Granatwerferfeuer. Südlich Aubertans im Walde Feindpanzer
           gesichtet. Bei Vallerois könne Korps abriegeln, aber nicht bei Dampierre.
           Chef AOK. weist darauf hin, daß Feind dann in Kürze in den Raum Vesoul - Villersexel vorstoßen könne.
           A.O.K. werde diese Lage noch mit dem LXIV.A.K. besprechen.
16.15 Uhr: Chef fragt Ia/LXIV.A.K., ob es dem Korps möglich sei, zur Unterstützung des IV.Lw.Feldkorps Truppenteile abzugeben. Dies sei sofort mit dem
           Chef LXIV.A.K. zu besprechen und alsdann AOK. Bescheid zu geben. Es bestehe sonst Gefahr, daß die eigene Linie in Richtung Vesoul
           zusammenbreche.
16.25 Uhr: Ia gibt Ia der Armeegruppe folgende Zwischenorientierung:
           LXIV.A.K. Bis 7.30 Uhr noch Absetzbewegung auf verkürzte Brückenkopfstellung durchgeführt. Starke Teile franz. Panzer von Baume 1.D. nach NW.
           abgedreht. Bei 716.1.D. wenig Feinddruck. Zur Gruppe Bauer keine Verbindung.
           IV.Lw.Feldkorps:
           Angriff in Komp.Stärke bei Aubertans abgewiesen. Um 15.30 Uhr starker Feindangfiff mit Panzern aus Montbozon in Richtung Cognieres.
           Feindangriff aus Wald NW. Montbozon auf Höhe 347. Starker Feindangriff mit Panzern in Richtung auf Dampierre. Feindangriff von Roche aus nach
           Norden. Uzelle um 12 Uhr wieder in Feindeshand. Angriffe nach Norden in Richtung Cubry. Feindangriff auch auf rechtem Flügel der 11.Pz.Div.
           Hier aus Loulans um 12.30 Uhr mit 14 Panzern angetreten. Luftwaffeneinheiten der ll.Pz.Div. bis Gegend Cognieres zurückgegangen.
           A.O.K. versuche vom LXIV.a.K. etwas für 198.I.D. abzuzweigen. Es sei der Befehl gegeben, Frontlinie unter allen Umständen zu. halten.
16.40 Uhr: Kommandeur IV.Lw.Feldkorps bespricht mit Chef AOK. die Feindlage. Chef wird OB/AOK. Vortrag halten und danach weitere Entscheidung mitteilen.
16.50 Uhr: Chef AOK. gibt Chef IV.Lw.Feldkorps bekannt, daß der O.B./AOK. mit Einnahme der Linie Andelarre - Neurey -Fallerois - Höhe Mt.Jesus - Rougemont
           einverstanden sei. Dem IV.Lw.Fk. werde ein erhebliches Stück abgenommen. Das LXIV.A.K. werde etwas vorgestaffelt auf die Linie Mailley -
           Echenoz - Filain - Dampierre. Dem LXIV.A.K. müsse dies noch bekanntgegeben werden. Wegen weiterer Pläne ergehe noch Bescheid.
18.00 Uhr: Chef AOK. gibt Chef LXIV.A.K. bekannt, daß im Rahmen der neuen Aufnahmestellung die Trennungslinie zum IV.Lw.Feldkorps erheblich zu Ungunsten
           des LXIV.A.K. verkürzt werde. Sie verlaufe folgendermaßen: Frettigney (LXIV.A.K.) - Maizieres, Filain und die Linie südostw. des Bois de
           Dampierre, entlang Bahn und Straße einschl. Bahn und Straße (IV.Lw.Fk.). Dieses setzt sich ab auf die Linie Mailley - Echenoz - Filain -
           Dampierre, Grenze Nordwestrand Filain. Neue Stellung werde heute nacht übernommen. Es sei erforderlich, sie auch links stark zu machen, weil
           Gegner bei Dampierre erheblich dränge.
           Chef LXIV.A.K. meldet, daß südlich Frettigney einzelne feindliche Panzer gesehen worden seien. Aus Dijon sei leider seit gestern nacht nichts
           mehr durchgeflossen, auch die 10 000 Mann von Oberst Bauer nicht. Die Front bei Dijon solle heute nacht zurückgenommen werden.
18.20 Uhr: Chef AOK. gibt Chef IV.Lw.Fk. den neuen Linienverlauf bekannt: Frettigney (zum LXIV.A.K. ), Maizieres, Villers, ostwärts des Bois de Dampierre
           nebst Eisenbahn und Straße - Montbozon (zum IV.Lw.Fk.). Dem IV.Lw.Feldkorps sei damit ein erheblicher Abschnitt abgenommen.
           Verbindungaufnahme dieserhalb mit LXIV.A.K.
           Chef IV.Lw.Feldkorpa erwidert, daß die befohlene Frontverkürzung nicht unbedingt notwendig sei, da Fontenois und Montbozon sich wieder in
           eigener Hand befinden. Die Höhe 547 hingegen sei noch mit Feind besetzt.
           Chef/AOK. entgegnet, daß befohlene Frontverkürzung nun nicnt mehr geändert werde. IV.Lw.Fk. müsse die verengte Front jetzt aber unter allen
           Umständen stabil halten. Die Zwischenstellung für LXIV.A.K. sei auf der Linie Mailley, Magnoray - Filain - Südrand Bois de Dampierre -Presle -
           Mt.Jesus - Wald von Bonnal - Rougemont, die Umgliederungsbewegungen vom IV.Lw.F.K. und LXIV.A.K. müssten zeitlich unbedingt so abgestimmt
           werden, daß nirgends eine Lücke eintrete.
18.50 Uhr: Chef gibt Chef Armeegruppe G folgende Orientierung:
           Nach Dijon sei ab 24 Uhr heute nacht nichts mehr hineingeflossen.
           Auch die Gruppe Bauer mit 10 000 Mann und die Kosaken - Einheiten nicht. Vielleicht komme heute nacht noch etwas.
           Gegner fühle an Dijonmüsse diese Linie heute nacht abgebaut werden.
           Beim IV.Lw.Feldkorps sei am ganzen Tag erheblich angegriffen worden. Die Höhe 547 bilde die tiefste Einbruchsstelle. Montbozon wieder in
           eigener Hand.
           Dem LXIV.A.K. werde heute nacht ein erheblicher Teil vom bisherigen Abschnitt des IV.Lw.F.K. übergeben.
           IV.Lw.F.K. spare hierdurch etwa 10 km Frontlänge ein und könne sich dementsprechend stärker zusammenschließen. Die neue Linie verlaufe im
           Raum Presle - Filoin - Magnoray - Romaine-Bach.
           Bei 11.Pz.Div. seien dort, wo Luftwaffen-Rgt. eingesetzt war, Durchbrüche erzielt worden, und zwar von Sourans nach Norden, aufgefangen
           bei Colombiers und von Goux nach Nordosten, aufgefangen bei Villars sous Ecot.
           Zur Schweizer Grenze hin sei nichts besonderes zu melden.
19.10 Uhr: Chef gibt IIa-Geschäftszimmer zur. Weiterleitung an IIa bekannt, daß General Schmidt vermißt und die 159.Div. von Gen.Ltn.Kohl übernommen
           worden sei.
19.12 Uhr: Chef IV.Lw.F.k. meldet Chef/AOK; Erkundung durch Rgts-Kommandeure habe ergeben, daß Ort Rougemont selbst ungeeignet für eine
           Verteidigungslinie sei, weil er 150 m tief im Tale liege. Die Höhen nördlich davon seien hingegen sehr geeignet. Korps beabsichtige deshalb
           Verteidigung auf der Linie Abbenans - Hohe 362 - Höhe 269 aufzubauen. Diese Linie biete sich nach Bodenform und rückw. Bewaldung besonders an.
           Chef/AOK. erklärt sein Einverständnis hiermit,
           Er betont daß die Verteidigungslinie auch mit dem Ia des LXIV.A.K. besprochen werden müsse. Seine Frage, ob die Kampfgruppe Jesser noch
           beim IV.Lw.Fk. sei, wird bejaht.
19.20 Uhr: Ia/ll.Pz.Div. meldet Chef, daß nach einem Funkspruch ein Btl, der 11.Pz.Div. bei Nans und nordwestl. davon im Kampf liege.
           Chef AOK. gibt den neuen Linienverlauf für IV.Lw.Feldkorps und LXIV.A.K. bekannt.
           11.Pz.Div. meldet ergänzend, daß auf die der 11.Pz.Div. eingegliederten Flieger kein Verlaß sei. Die Stimmung bei Mann und Offizier sei
           schlecht und geeignet, die gute Haltung der Soldaten der 11.Pz.Div. nur zu verderben.
           Es sei vorgekommen, daß die Flieger in Marschkolonnen formiert von den Amerikanern als Gefangene abgeführt, worden seien. Mangel an Verpflegung
           und Munition, der allerdings nicht rechtzeitig gemeldet worden sei, könne zu der schlechten Einstellung mit beigetragen haben. Die schlechte
           Kampfhaltung der Flieger habe die Durchbrüche des Feindes verschuldet.
21.35 Uhr: Chef IV.Luftw.-Feldkorps erkundigt sich bei Ia AOK 19 über die Grenze zwischen Kampfgruppe Degener und 11.Pz.-Div.. Die Grenze wird im
           Armeebefehl bekanntgegeben, der zum IV.Luftw.-Feldkorps unterwegs ist.
21.50 Uhr: Ia/AOK 19 - Ia LXIV.A.K.:
           LXIV.A.K. soll baldigst eine genaue Gliederung der Einheiten einreichen.
           Bis 10.9., früh, erfolgte im Abschnitt des LXIV. A.K. die Rücknahme in Linie Langres - Gray - Fretigney planmäßig. Ab 14.00 Uhr starker
           Feinddruck bei la Chapelle - Fretigney. Gegner hat im Laufe des Nachmittags la Chapelle und Fretigney genommen. Angriff des Gegners erfolgte
           bei beiden Orten mit insgesamt etwa 25 Panzern.
22.30 Uhr: Ia Heeresgruppe G und Ia AOK 19:
           Ia Heeresgruppe G teilt mit, daß die 405.I.D. in Straßburg über die vorgesehenen Vogesenstellungen Bescheid weiß. Dort Erkundigungen einziehen.
           Oberst Allert überbringt heute dem Ia des LXVI.A.K. den Armeebefehl.
22.30 Uhr: Ia 11.Pz.-Div. meldet Ia AOK 19:
           20.00 Uhr marschieren in nordostw. Richtung bei Romain etwa 6 Panzer und 300 Mann Infanterie. Starke feindliche Bereitstellungen bei Accolans
           vor Einheit Menke. Mancenans feindbesetzt. Villars ebenfalls in Feindeshand (südl. Colombier - Chatelot).
22.35 Uhr: O 1 Heeresgruppe G fragt an, wo Druckplatten zur Herstellung von Frankennoten, die an Korück (Befehlshaber Nordost) gegeben wurden, geblieben
           sind. AOK 19 wird Erkundigungen einziehen.
22.40 Uhr: Anfrage Oblt.v.Hertell bei O 1 Korück, ob Korück Druckplatten erhalten.
           Korück verneint.
23.20 Uhr: Meldung Oblt.v.Hertell an O 1 Armeegruppe G, daß LXVI.A.K. und Korück Druckplatten nicht erhalten haben.
 
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