| Flakregiment 11 Kriegstagebuch September 1939 | |
| 8.9.1939 | 11.Div.
Meldung an I.A.K., Datum unbekannt Nach Abzug der A.A.11 aus Gut Charnostow am 8.9. 14.00 Uhr wurde die Einrichtung des Wohnhauses durch Angehörige der III./Flak 11 vollkommen demoliert und geplündert. Aussage: Insp.Peitsch(?), A.A.11, Zeugen Gefr.Karrasch, Kan.Wilkowski beide letztere Flak. |
| 12.9.1939 | KTB I.A.K. II./Flak-Regiment 11 Abt.Gef.Stab Stanislaw..unleserlich.. Abt.Ia Az.35/39 o. An I.A.K. - Abt.Ia- Koluft b.A.O.K.3 Die Abteilung meldet: Abt.Gefechtsstand ab 13.9.1939, 12.00 Uhr 1km ostwärts Lubomin. Abt.ist eingesetzt zum Schutze des Artillerie-Aufmarsches nördlich Minsk. Luftlagebericht für den 12.9.1939 Um 10.02 überflog ein polnischer Aufklärer (Typ Pz.L.23) die Pontonbrücke bei Kamiencyck in Richtung 6-12. Die Maschine wurde bei einer Entfernung von 5000m mit 8 Schuß bekämpft. Nach der ersten Gruppe, die dicht am Flugzeug lag, drehte die Maschine nach Süden ab und verschwand sofort in den Wolken. |
| 15.9.1939 | Bericht
über die Gefechtstätigkeit der II./Flak-Regiment 11 v.15.9., 20.00 Uhr
bis 16.9.1939, 20.00 Uhr 1.) Luftabwehr keine 2.) Um den von der Infanterie gegen die Vorstadt Praga im Laufe des Nachmittags des 15.9. vorgetragenen Angriff zu unterstützen, wurde etwa gegen 16,30 Uhr die 9.Batterie mit 12 Geschützen 2cm eingesetzt. Die einzelnen Züge wurden bis in die Infanterie-Linie vorgezogen und beschossen feindliche M.G.Nester auf Balkons und Häusern mit Erfolg und ermöglichten so ein weiteres Vorgehen der Infanterie, der es bisher nicht möglich war, diese Nester zu nehmen. Da wegen der einbrechenden Dunkelheit keine weitere Wirkung mehr zu erzielen war, wurde die Batterie gegen 20,20 Uhr aus ihrer Stellung herausgezogen. Verluste: siehe Verlustmeldung vom 15./16.9.1939. Von der Batterie wurden 22 Gefangene gemacht, die der Gefangenen-Sammelstelle abgeliefert wurden. -Fortsetzung siehe 16.9.- |
| 16.9.1939 | Bericht
über die Gefechtstätigkeit der II./Flak-Regiment 11 v.15.9., 20.00 Uhr
bis 16.9.1939, 20.00 Uhr .... 3.) Gegen 10,15 Uhr am 16.9.1939 wurde die 3./A.R.161, die in dem Walde in Gegend Miedzylese in Bereitstellung gegangen war, von polnischer Infanterie aus dem genannten Dorf stark beschossen und angegriffen. Die 3./A.R.161 hatte einige Verluste und wollte die Stellung räumen. Daraufhin wurde das Dorf Miedzylese und die darim liegende polnische Infanterie von der 6.Batterie II./Flak-Regiment 11 durch 2 2cm-Geschütze und M.G.´s beschossen. Desgleichen wurden zur Vernichtung der feindlichen M.G.-Nester 2 8,8cm Geschütze eingesetzt, die die M.G.-Nester durch 3 Gruppen zum Schweigen brachten. Gegen 14.00 Uhr wurde die Unterstützung der inzwischen ebenfalls eingetroffenen Infanterie das Dorf gestürmt, die polnischen Soldaten teils im Kampf erschossen, teils gefangen genommen. Auf polnischer Seite wurden 18 Soldaten getötet und 6 schwer verletzt. Gefangen genommen wurden 19 Uniformierte und 145 männliche Zivilpersonen, die ich ebenfalls im Dorf befanden und anscheinend auch geschossen haben. Sämtliche Gefangenen wurden bei der nächsten Gefangenen-Sammelstelle abgeliefert. Verluste bei der 6./11: keine. |
| 17.9.1939 | KTB
I.A.K. .... Gegen 9.00 Uhr Fahrt des Kommand.Generals u.Ia zu 61.Div., I.R.23 u.II./Flak 11. .... II.Abteilung z.Zt.Sulejowek, den 18.9.1939 Flak-Regiment 11 Abt.Ia Az.35/79 An I.A.K.-Abt.Ia- Bericht über die Gefechtstätigkeit der II./Flak-Regiment 11 für den 17.9.1939. 1.) Um 5.23 Uhr überflog ein polnisches Flugzeug (Typ Lublin R 13) die Feuerstellung der 8.Batterie in Gegend Sulejowek von 12-6 wurde mit 8 Schuß 8,8cm bekämpft. Durch das E.-Gerät wurde beobachtet, dass ein Flugzeug detonierte. Das Flugzeug legte sich auf die linke Seite und ging unter ständigem Höhenverlust in dem Wald 10km nordostwärts Minsk nieder. Die nach den Beobachtungen einwandfrei abgeschossene Maschine konnte in dem dichten Waldgelände bisher noch nicht gefunden werden. 2.) Um 5.27 Uhr überflog wieder ein polnisches Flugzeug (Typ Lublin R 13) die Stellung der 8./11 von 9-7. Das Flugzeug wurde insgesamt mit 6 Schuß Dauerfeuer bekämpft. Die Sprengpunkte der ersten Gruppe lagen im Ziel, so dass die Maschine in selben Augenblick über die linke Tragfläche abkippte und senkrecht nach unten stürtzte. Die Machine muss in dem Walde ostwärts Falenicza heruntergegangen sein. Die sofort abgestellte Nachsuche blieb ergebnislos, da in den Sandwegen des Waldes mit Kraftfahrzeugen nicht durchzukommen war. 3.) Um 5.43 Uhr überflog ein polnisches Flugzeug (Typ Lublin R 13) die Feuerstellung der 8./11 von 9-3 und wurde mit 101 Schuß 2cm Dauerfeuer bekämpft. Bei 2 Schüssen konnte E.-Gerät ein Durchschlagen des FLugzeugs erkannt werden. Da jedoch der hoch empfindliche Aufschlagszünder nicht detonierte, flog das Flugzeug unter starkem Höhenverlust weiter. Die Abteilung bittet, die beiden Abschüsse zu 1.) und 2.) anerkennen zu wollen. |
| 22.9.1939 Gef.Std. II./11 Sulejowek |
Fernschreiben H.Gr.Nord Ia Nr.323/39 v.19.9.1939 An Heeresgruppe Nord Gemäß o.a.Bezug wird anliegende Aufstellung über Fliegerangriffe auf eigene Truppen übersandt. 22.9.: I.R.151, III./A.R.161, I.R.2, B.Abt.11, II/Flak 11 östlich Praga 12 Tote, 12 Verwundete, Materialschaden II.Flak-Regiment 11 22.9.1939 Abt.Ia Az.35/39 an A.O.K.3 und I.A.K. 1.) Am 22.9.1939 gegen 1400 Uhr überflog eine Kette Do 17 die 7.Batterie, die in Gegend 800 m westl.Kirche Glinki in Stellung war. Die Maschinen wurden mit E-Gerät schon auf weiter Entfernung als eigene Flugzeuge ausgemacht. Trotz ausgelegter Sichtzeichen und Schiessen von weissen Leuchtkugeln warf diese Kette im Reihenwurf etwa 10 50 Kilo-Bomben, die zwischen der Batteriestellung der 7.Batterie und der Batteriestellung einer Batterie der Heeres-Artillerie detonierten, z.T.nur in einer Entfernung von 30m von der B-Stelle der 7.Batterie. 2.) Am 22.9.1939 gegen 16.00 Uhr erschien über den eigenen Linien in Praga eine Staffel Ju 87 in etwa 1500 - 2000m Höhe. Diese Staffel führte einen Sturzangriff anscheinend mit Ziel auf die vordersten Linien der polnischen Infanterie durch. Da die ersten Bomben in einer Entfernung von etwa 100-200m vor der eigenen Infanterie lagen, wurden von dieser sofort weise Leuchtkugeln geschossen und Fliegertücher ausgelegt. Trotzdem wurde die nächste Bombe so abgeworfen, dass sie hinter der eigenen Linie in etwa 40-60m Entfernung von der B-Stelle der 10./A.R.161 auf der sich zu dieser Zeit gerade 2 Offiziere der II./Flak-Regt.11 befanden, einschlug und mehrere eigene Soldaten verletzte. U.a.wurde hierdurch der Kan.Woiczykowski, Stab II./Flak-Rgt.11, durch Bombensplitter schwer verletzt. Die Abteilung bittet dringend zu veranlassen zu wollen, dass die eigenen Flugzeugführer genauestens über den Verlauf der eignen Linien orientiert sind, da bei einem nochmaligen Bombenabwurf über den eigenen Linien Zweifel entstehen könnten, ob es sich um eigene oder feindliche Maschinen handelt bzw. das Feuer der Flak-Artillerie darauf eröffnet würde. In der Anlage eine Skizze des Bombenabwurfs über 7.Batterie. II./Flak-Rgt.11 Abt.Ia Az.35/39 an Koluft A.O.K.3 Gefechtstätigkeit der II./Flak-Regiment 11 am 22.September 1939 Auf Befehl des I.A.K.unterstand die 7.Batterie am 21.9.1939 der Gruppe Mühlmann zur Durchführung von Erdbeschuss auf Praga und Warschau. Am 21.9.1939 wurde die Batterie mit vorgeschobener B.-Stelle eingeschossen und nachts wurde auf dieser Grundlage Planfeuer geschossen. Es wurden folgende Ziele bekämpft: am 22.9. 0.10 Uhr Elektrizitätswerk Warschau, 1.25 Uhr Elektrizitätswerk Warschau, 3.30 Uhr Gaswerk Warschau, 5.20 Uhr Elektrizitätswerk Warschau. Der Erfolg des Feuers konnte, da das Schiessen in der Nacht stattfand, nicht beoobachtet werden, doch ist anzunehmen, dass die Ziele mit Erfolg beschossen wurden. Ab 6.00 Uhr wurde die gesamte Abteilung zum Schutz der Kirche Glinki gegen Luftangriffe eingesetzt. Gefechtstätigkeit: keine |
| 23.9.1939 | II.Flak-Regiment 11
Abt.Gef.St.Sulejowek, den 23.9.1939 Abt Ia Az.35/39 An I.A.K. Abt.Ia, Koluft beim A.O.K.3 Gefechtstätigkeit der II./Flak-Regiment 11 am 23.9.1939 a) Luftabwehr: keine. b) Erdbeschuss: 7.Batterie, der Gruppe Mühlmann unterstellt wurde zum Beschuss von lebenswichtigen Werken in Warschau eingesetzt. Die Batterie beschoss am 22.9.39 von 22.30 bis 23.00 Uhr das Elekrizitätswerk in Warschau und am 23.9.1939 von 2.00 - 3.00 Uhr das Gaswerk und Hochhaus in Warschau in direktem Beschuss. Am Hochhaus waren durch die B-Stelle nach dem Einschiessen eine Reihe von Treffern zu beobachten. Gegen 16.30 Uhr wurde das Feuer eingestellt, da die Batterie durch eine polnische Batterie, die sehr gut eingeschossen war beschossen wurde. |
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