| Kriegstagebuch September 1944 | |
| 1.9.1944 | privates Tagebuch
Kirschmr Rudolf Kampfgr.Knaust. Alarmbereitschaft, Einsatz im Westen steht bevor. Am andern Tag wieder gelockert. Nur eine Kompanie wird aufgestellt, die Olt.Biermann führen soll. Ich melde mich freiwillig. Major Knaust lehnt ab, angeblich meiner Gehirnerschütterung wegen. Olt. Biermann kommt auch nicht weg. |
| 2.9.1944 | |
| 3.9.1944 | |
| 4.9.1944 | |
| 5.9.1944 | |
| 6.9.1944 | |
| 7.9.1944 | |
| 8.9.1944 | |
| 9.9.1944 | privates Tagebuch
Lt.Kirschmr Rudolf Kampfgr.Knaust. Aufstellung einer Kampfgruppe. Die Major Knaust selber, trotz Oberschenkelamputation, führen wird. Jetzt darf ich mit, als Zugführer in der 2.Kompanie bei Lt.Gansmann. |
| 10.9.1944 | |
| 11.9.1944 | |
| 12.9.1944 | |
| 13.9.1944 | |
| 14.9.1944 | |
| 15.9.1944 | |
| 16.9.1944 | privates Tagebuch
Lt.Kirschmr Rudolf, 2.Kp. Versammlungsraum der Kampfgruppe Knaust in Velen-Ramsdorf, Kreis Borken. Die 2. Kompanie liegt in Velen. Tadellose Unterkunft für meinen Zug. |
| 17.9.1944 | privates Tagebuch
Lt.Kirschmr Rudolf, 2.Kp. Übungsmarsch über Ramsdorf mit Gefechtseinlagen. Um 5 Uhr Alarm: „Die Kampfgruppe ist bis 8 Uhr abmarschbereit.“ Gegen 9 Uhr Abmarsch in Borken-Bocholt-Emmerich-Richtung Arnheim. |
| 18.9.1944 | privates Tagebuch
Lt.Kirschmr Rudolf, 2.Kp. Bereitstellung zum Angriff auf Arnheim. 1. brit. Luftlandedivision in Westervoort (4 km vor Arnheim). Angriffsbeginn gegen 10 Uhr. Schnell voran, ohne Feindwiderstand. Starkes Feuer aus den ersten eigentlichen Straßenzügen, aus dem Straßenbahnhof und der Molkerei?. Die ersten Verwundeten. Ich sammle meinen Zug in einem Eckhaus und greife weiter an. Wir kommen nicht weiter, die Engländer sind zu fest eingebaut in Kellern, Häusern, Fabriken. Ich fordere Panzer zur Feuerunterstützung an, Major Knaust kommt nach vorn, ich orientiere ihn. Zwischen unsern Köpfen, durch die Glasscheiben, zwei Gewehrgeschosse durch! Die Panzer sind da. Mit ihnen vor! Starkes feindliches Feuer. Trotzdem voran. Lt.Gansmann fällt. Ich übernehme die Kompanie. Ein Panzer fällt durch engl. Nahkampfmittel aus. Die andern machen „Mücke“. Ohne Panzerschutz weiterer Angriff nicht möglich. Übergang zur Verteidigung in den gewonnenen Häuserblocks. Säuberung des gewonnenen Gebäudes mit einer Gruppe. Wir holen noch 18 Engländer heraus, alle ausgerüstet mit Schnellfeuergewehren, Maschinenpistolen; Verpflegung mit Keks und Schokolade. Dann setze ich noch einen kleinen Stoßtrupp auf ein Haus an, das uns frech vor der Sicherung steht. Wir holen 8 Engländer heraus, Panzerkampfmittel und brennen das Haus nieder. Nun kann in der Nacht nicht viel passieren. Der Major ist sehr zufrieden und klopft mir für den selbständigen Entschluss auf die Schulter. Ich übernehme am Abend noch die 4.Kompanie, bei der zwei Offiziere, ein Hauptmann und ein Oberleutnant, gefallen sind. Unsere 2.Kompanie übernimmt Lt.Deese als früherer Kompanieführer dieser Einheit. |
| 19.9.1944 | privates Tagebuch
Lt.Kirschmr Rudolf, 4.Kp. Vom Morgengrauen an weiterer Angriff bis zur großen Rheinbrücke, immer im Nahkampf von Haus zu Haus. Meine Kompanie meldet als erstes das Erreichen des 1. Angriffsziels. Aber ich muss immer vorneweg. Die Leute der Kompanie sind ohne Kampferfahrung, die Unteroffiziere nicht besonders einsatzbereit. Nur ein Feldwebel ist da, mein Kompanietruppführer. Starker Feindwiderstand von den Häusern jenseits der Brücke. Der Major befiehlt einen Stoßtrupp durch meine Kompanie. Der Uffz.Humpert meldet sich freiwillig als Führer. Der Stoßtrupp gelingt nach sorgfältiger Besprechung und Vorbereitung mit Unterstützung eines Flammenwerfers. Der Major ist voller Freude. Wieder ist ein wichtiger Eckpfeiler weg! Weiter! Die 1. Gruppe als Spitzengruppe versagt. Ich springe mit meinen zwei Meldern allein. Das wirkt! Die Gruppen kommen nach. Feldwebel Dethlefsen setzt sie ein. Auch der schwere Zug kommt, Uffz. Mühl als Zugführer schwer in Ordnung. Nun habe ich den Laden wieder beisammen. Abends „Igelbildung“ der Kampfgruppe um die gewonnenen Straßenzüge, um ein Einsickern holländischer Zivilisten zu verhindern. Wir brennen, als nachts immer wieder Feuer aus unserem Rücken kommt, die Häuser zum großen Teil nieder, finden dabei feinste Weine und Liköre, |
| 20.9.1944 | privates Tagebuch
Lt.Kirschmr Rudolf, 4.Kp (lt.TGB 10.SS-Pz.Div.). Weiterer Kampf um die Rollbahn, die von Nimwegen kommt und durch die Stadtmitte führt. Ich muss mit der Kompanie wieder eine starke beschossene Straße überwinden. Uffz.Thomas zögert mit dem Sprung, seine Leute treten hin und her. Ich laufe wieder, nur mit meinem treuen „Ferdi“, einem Kölner Jungen von 18 Jahren, über die Straße. Wir machen 6 Gefangene, die uns nicht erwartet haben. Einer will sich wehren. Ferdi legt ihn um. Die andern fügen sich. Doch brenzlige Sache, allein zwischen Gefangenen, denn überall können noch andere Engländer sitzen. Zum Glück kommt jetzt Thomas mit seiner Gruppe. Ein Pak-Volltreffer, zwei Kameraden fallen! Später noch Fw.Dethlefsen durch Kopfschuss. Weiter Angriff auf Grünanlage. Engländer haben sich zurückgezogen. Ihre Stellungen und Schützenlöcher retten uns, denn starkes Granatwerferfeuer liegt genau auf unserer Einbruchstelle. Später heben wir das hässliche MG, das die Längsseite beschießt, aus einer fabelhaften Stellung mit Handgranaten, aus. Die 2. und 3.Kompanie links und rechts von meiner Kompanie eingesetzt, sind auch da. Die Lücken sind geschlossen. Ich melde beim Kampfgruppengefechtsstand das Erreichen des Angriffsziels und die Gefangenen. Vor den anderen Offizieren heftet mir der Major sein eigenes EK I auf die Brust. Ich bin stolz auf diese erste Auszeichnung innerhalb der Kampfgruppe. Nachts werden wir von der SS abgelöst, denn nur noch kleine Reste sitzen zusammengedrängt in Arnheim. Unser Auftrag ist erfüllt. Wir stoßen weiter, Richtung Nimwegen. |
| 21.9.1944 | privates Tagebuch
Lt.Kirschmr Rudolf, 4.Kp (lt.TGB 10.SS-Pz.Div.). Die Engländer haben von Nimwegen aus einen Brückenkopf über den Rhein, Richtung Arnheim gebildet. Der soll eingedrückt werden. Das ist der Kampfauftrag für unseren neuen Einsatz. - Im Morgengrauen beziehen wir zunächst eine Verteidigungsstellung bis der Angriff angesetzt werden kann. Meiner Kompanie werden 5 Sturmgeschütze unterstellt. Starkes feindliches Feuer schon beim Einweisen der Zugführer. Die Engländer drängen stark. Schnelligkeit ist oberstes Gebot. Schon wieder Ausfälle durch Artilleriefeuer. Kompanieabschnitt 1200 m breit. Unselbständigkeit der Unteroffiziere. Ich muss überall sein! Das strengt an, aber macht Freude. Ich gebe meine Befehle schriftlich, lasse unterschreiben! Das hilft etwas. Die Uffz. ziehen wieder an. Uffz. Siegel ist tadellos, Fw. Mühl (von Major auf meinen Vorschlag sofort befördert) meine Stütze. Sonst taugen sie nichts, die Kriegsmüden. Einbruch der Engländer bei der 2.Kompanie, Panzer schlagen sie zurück. Angriff bei uns wird abgeschlagen, aber nur mit äußerster Mühe. Ich laufe die ganze Stellung ab. Zum Glück ist ein natürlicher Graben vorhanden. Starke Artillerietätigkeit der Engländer. Nachts ist die Hölle los. Mit S.P.W. greifen die Engländer an, tasten vor. Unser sMG und Granatwerferfeuer zerschlägt den Angriff. Die Engländer gehen zurück. |
| 22.9.1944 | privates Tagebuch
Lt.Kirschmr Rudolf, 4.Kp (lt.TGB 10.SS-Pz.Div.). Am Morgen stehen 4 Sherman-Panzer 200 m vor unserer Stellung. Viele Infanterie dabei. Aber sie wagen nicht den Angriff auf unsere Stellung. Aber sie beunruhigen meine Leute ungeheuer. Nur meine dauernde Anwesenheit in der vordersten Linie rettet die Lage. Wenn die Uffz. wenigstens zuverlässig wären. Aber bei der 2.Kompanie ist einer mit der ganzen Gruppe übergelaufen. Lt.Fuhrmann hat noch 2 davon über den Haufen geschossen. Leider sind die Sturmgeschütze anderswo eingesetzt. Hier könnte sie wirken. Bei der Verbindungsaufnahme mit 3.Kompanie leicht verwundet. Fersenschuß. Aber ich darf jetzt nicht weg. Sonst passiert ein Unglück. Die Panzer zurück, ebenso die Infanterie. Grund unbekannt. Ich zum Verbandsplatz. Meldung beim Major, der mir tief dankt. Lazarett in Rhede auf eigene Initiative. |
| 23.9.1944 | |
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| 30.9.1944 | |
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