An A.O.K.3

Zur Bekanntgabe an alle unterstellten Truppen.

Mit richterlicher Untersuchung der Vorgänge in Bromberg beauftragter Oberkriegsgerichtsrat meldet:

Am Tag vor dem Einmarsch der Deutschen Truppen in Bromberg, der am Montag, den 4.9.39 früh stattfand, also am 3.9.1939, wurden in der Zeit zwischen
12.00 Uhr vormittags und etwa 15.00 Uhr nachmittags die Wohnungen der Volksdeutschen von polnischem Militär durchsucht. Als Grund der Durchsuchung wurde
stets angegeben, es sei aus dem Hause auf polnische Soldaten geschossen worden, oder das Haus sollte nach Waffen durchsucht werden.
In sehr vielen Fällen fand die Durchsuchung ausschließlich durch polnische Soldaten statt, in anderen Fällen beteiligten sich neben Soldaten auch polnische
Eisenbahner der französischen Bahn, halbwüchsige Bengel und sonstiges übles VOlk. Bei den Haussuchungen wurden zunächst von den Soldaten und dem Mob
sämtliches Geld und die Wertsachen gestohlen, die Wohnungen auch sonst ausgeplündert und völlig verwüstet. Die Männer der Familien, von 13- oder gar 10-jährigen
Jungen bis zum 70- oder 80-Jährigen Greis, wurden in fast allen Fällen in viehischer Weise umgebracht. Nur in wenigen Fällen begnügte man sich mit dem einfachen
Abschießen. Zumeist wurden die Ermordeten mit Brechstangen, Seitengewehren, Gewehrkolben, Knüppeln derart zusammengeschlagen, daß ihre Gesichter bis zur Unkenntlichkeit
verstümmelt wurden. Es wurden Leichen vorgefunden, denen obere Schädeldecke und das Gehirn fehlten, denen das Gesicht gänzlich nach innen geschlagen war, denen die Augen
mit Seitengewehr ausgestochen war, denen mit Seitengewehr der Leib aufgestochen war, denen die Zunge abgeschnitten oder teilweise herausgerissen war, denen Herz
und in einem Fall auch die Lunge herausgenommen war. Ich vernahm Zeugen, die bekundeten, daß sie ein Mädchen mit gespaltenem Schädel abgeschnittenen Fingern gesehen hätten.

Ich selbst sah angekohlte, zum Teil verbrannte Leichen ermordeter Volksdeutscher. In vielen Fällen mußten die Volksdeutschen die Ermordung ihrer Väter, Brüder und
Kinder mitansehen, ohne ihnen, wenn die Verletzten noch nicht gleich tot waren, Hilfe bringen zu dürfen.
Dabei wurden sie noch von den Soldaten und vom Pöbel verhöhnt. In all diesen Fällen mußten sie die Ermordung der Angehörigen ansehen, um dann selbst als nächstes
Opfer erschlagen oder erschossen zu werden. Es handelt sich nach dem Ergebnis der Ermittlungen offensichtlich um ein systematisches Vorgehen des polnischen
Militärs mit dem Ziele, sämtliche Volksdeutschen Männer zu beseitigen.

Die an den Schandtaten von Bromberg beteiligten polnischen Truppen sind im Raum Kutno - Warschau - Modlin - Plock eingeschlossen. Den gegen sie angesetzten deutschen
Truppen ist das Vrhalten der polnischen Wehrmacht gegen wehrlose Volksdeutsche bekanntzugeben. Ein solcher Feind ist jeder Niedertracht fähig und verdient keine
Schonung.

                                                 gez.v.Brauchitsch