11.Panzerdivision
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Kriegstagebuch Dezember 1944
1.12.1944 Privates Tagebuch Lt.Kirschmer Rudolf:
Über Regiment 110 (Major Thieme) mit Lt. Möller, E. Sengotta zum I/110 das gepanzert ist. Große Freude. Nachts nochmals Ruhe.
2.12.1944 Privates Tagebuch Lt.Kirschmer Rudolf, 1./110:
Als Zugführer in 1./110, die Lt. Riediger führt. Abends ins Gefecht, kl. Sicherungsauftrag bei Saar-Union (Saar-Buckenheim).
3.12.1944 Privates Tagebuch Lt.Kirschmer Rudolf, 1./110:
Kompanie als Gefechtsvorposten in einem kleinen Waldstück. Es regnet, es ist kalt und die Deckungslöcher füllen sich nach 2
Spatenstichen mit Grundwasser. Dabei erhöhte Gefahr durch Baumkrepierer. Beschissen in jeder Beziehung. Mit 25 Mann müssen wir
die Stellung halten (der Befehl v. Gefechtsvorposten wird im „Halten um jeden Preis“ umgesetzt.) Rechts und links können uns
die Amerikaner umgehen, wie sie wollen, denn wir sind nicht angelehnt (links und rechts keine eigenen Truppen). Aber es sind
ja Feiglinge. Dafür Artilleriebeschuss in nie erlebter Stärke. Pakete von 15 und 21 cm. Was bleibt zu tun?
Ins Deckungsloch, voll Wasser und abwarten. Ich stelle einen Horchposten in Stärke von 2 Mann 150 m vor. Das Trommelfeuer
lässt nicht nach. Panzer fahren 200 m vor uns auf. Trauen sich nicht in den Wald. Nochmaliger Befehl des Bataillons: „Die
Stellung ist um jeden Preis zu halten.“ Wir wissen was das heißt. Die Leute sind müd und krank, halten aber aus. Stilles
Heldentum. Ich entdecke in der Waldspitze vor uns 50 Amerikaner. Mit 3 Leuten vor zu den Horchposten, um genauer zu beobachten.
Die Horchposten sind weg. Ein Schreck! Da! Die Amerikaner haben sie geschnappt, treiben sie vor sich her mit erhobenen Händen.
Sie wollen uns angreifen. Die 2 Landser sollen unser Feuer auffangen. So eine Gemeinheit! Das können nur Russen und Amerikaner
tun! Wir zurück in unsere Stellung. Nun können sie kommen! Da sind sie: Feuer frei! Heftiger Feuerkampf. Zwei meiner Leute
fallen. Die andern laufen weg. Sie sind mürbe durch Kälte, Nässe, Trommelfeuer. Zum Glück wagt sich der Amerikaner nur langsam
vor. Ich muss meine Leute sammeln. Schnell zusammengerafft in den Wald geschossen, was aus den Läufen geht und nachgeschossen.
Mein Beispiel reißt die Leute wieder mit. Wir holen unsere Stellungen zurück. Leider noch 2 Mann gefallen. Nachts ruhig.
Morgen abgelöst durch 1.Komp. Aufklärungsabteilung (A.A.). Wir atmen auf.
4.12.1944 Privates Tagebuch Lt.Kirschmer Rudolf, 1./110:
Sicherungsauftrag an HKL. Ruhig aber windig und nass, das Grundwasser steht an der Oberfläche. Aber Schnaps bei Ofhr.?
Rudolf von der 2.Kompanie. Amerik. Beuteware.
5.12.1944 Privates Tagebuch Lt.Kirschmer Rudolf, 1./110: - 9.12.44
Division setzt sich ab. I./110 als Nachhut. Gefährliche Angelegenheit. Mit 4 Fahrzeugen hinter einer Höhe in Stellung.
Ich als Beobachter allein auf der Höhe. Beim Hellwerden fängt der Yankee an zu trommeln. Noch stärker wie am 3.12.1944.
In 10 Minuten 150 Schuss!! Ein Artillerieoffizier kommt noch zu mir als VB. Die Amerikaner schießen zum Glück auf unsere
alten Stellungen. Sie haben also unser Lösen in der Nacht nicht bemerkt. 3 Stunden geht das Trommeln ohne Pause.
Das ist tatsächlich Material. Gegen 11 Uhr lässt das Artilleriefeuer nach. Die Panzer kommen. Sie sind zu hören wie
Motorengeräusch und MG-Geknatter. Nebel, den die Art. (Artillerie) geschossen hat, verdeckt uns die Sicht.
Plötzlich stehen 500 m links von mir 5 Panzer. Der VB (Vorgeschobener Beobachter) und sein Funker wollen sich in ihr
Schicksal ergeben. Ich laufe, sie nach. Glücklich erreichen wir durch den Kugelregen der Panzer die S.P.W.
Und dann geht’s ab mit Karacho. Über eine freie Höhe mit Sprenggranaten und Panzergranateneinschlägen, durch eine Mulde
zum Bataillongefechtsstand. Da melden wir mündlich, was durch Funk voraus schon gemeldet wurde. Der Bataillon -Kommandeur
ist rührig, brennt sich seine Zigarette an, dann ziehen wir uns zurück, immer die Panzer hinter uns her. Der Motor streikt.
Verflucht! Mit knapper Not entkommen wir. Aber wir haben eine Genugtuung: Wir haben die eigenen Panzer durch Funk zum
Gegenangriff an den Feind geführt. Die Amerikaner werden abgeschlagen. Abends geht’s in Ruhe.
6.12.1944  
7.12.1944  
8.12.1944  
9.12.1944 Privates Tagebuch Lt.Kirschmer Rudolf, 1./110:
Wieder im Einsatz.
10.12.1944
Unterstellungen:
I./Pz.Art.Rgt.119 bei Brigade von Oppen/LXXXV.A.K./19.Armee
11.12.1944  
12.12.1944 Privates Tagebuch Lt.Kirschmer Rudolf, 1./110:
Seit 12.12.1944 wird Lt. Rudolf Kirschmer laut Mitteilung von Hauptmann Wolff im Raume Obergailbach/Lothringen vermisst.
Okt.1946 Erreicht uns die traurige Mitteilung, dass er am 12.12.1944 bei Saar-Union gefallen ist und am 17.12.1944 nachmittags
16 Uhr auf dem Deutschen Militärfriedhof 1 Andilly-France beerdigt wurde. Grablege ist: Grab-Nr. 80, Reihe 4, Platz V.
13.12.1944  
14.12.1944  
15.12.1944  
16.12.1944  
17.12.1944  
18.12.1944  
19.12.1944  
20.12.1944  
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
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