Panzerjäger-Abteilung 561
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Kriegstagebuch März 1944
1.3.1944
KTB 9.Armee.
Der erwartete Großangriff auf das LV.A.K. beginnt in den frühen Morgenstunden nach trommelfeuerartiger Artillerievorbereitung tritt der Fe ind aus seinem Brückenkopf
Konopliza mit fünf Schtz.Divn. zum Angriff an und vermag, obwohl er an einigen Stellen schon vor Erreichen der HKL von eigener Artillerie zerschlagen, an anderen in
hartem Nahkampf abgewehrt wird, trotz verbissener Gegenwehr der Stellungstruppe auf Grund seines massierten Menscheneinsatzes und unter Ausnutzung des unsichtigen
Wetters mehrere Einbrüche zu erzielen, um die ein erbittertes Ringen anhebt. Bis auf eine Ausnahme, führen die unverzüglich einsetzenden Gegenstöße auch bald zum
Erfolg; lediglich bei Rogowo gelingt es zunächst nicht, den eingebrochenen Gegner zurückzuwerfen. Gegenmaßnahmen mit dem Ziel, die alte HKL auch hier wiederzugewinnen,
sind im Gange. Die Verluste des Gegners sind, wie sich schon jetzt übersehen läßt, außerordentlich hoch.
Die Annahme, daß auch beim XXXV.A.К. mit einem Feindvorstoß zu rechnen sei, hat sich bewahrheitet. Um 10.35 Uhr meldet das Gen.Kdo., der Gegner habe, unterstützt von
20 Panzern, bei Korotkowitschi angegriffen und auch bereits einen Einbruch erzielt (Ia XXXV/Ia). Obwohl das Gen.Kdo. der Ansicht ist, es werde mit eigenen Kräften zur
Wiederherstellung der Lage im Stande sein, hält der Oberbefehlshaber eine sofortige Heranziehung von Verstärkungen, insbesondere von Pz.=Abwehrwaffen, für geboten, um
im Felle einer Ausweitung des feindlichen Erfolges rechtzeitig genügend Kräfte zur Verfügung zu haben; denn eine derartige Ausweitung; die der Armee zu den vorhandenen
zwei Abwehrbrennpunkten noch einen dritten schaffen würde, muß unter allen Umständen rechtzeitig verhindert werden. Es wird deshalb dem XXXXI.Pz.K. befohlen,
unverzüglich die Pz.Abt. der 4.Pz.Div. und eine Bttr.Sturmgeschütze zum XXXV.A.K. in Marsch zu, setzen (Ia/Ia XXXXI, 10.47 Uhr, s.a. Anl. IV 2), das LVI.Pz.K. erhält
Befehl, das heute als Reserve herausgelöste II./521 (s. Anl. IV 3 v. 28.2.44) im Lkw=Transport zum XXXV.A.K. - vorerst noch als Reserve - zu verschieben (s.Anl. IV 3)
und (als Ausgleich für die Abgabe der Stu.Gesch.Bttr. beim XXXXI.Pz.K.) eine seiner Stu.Gesch.Bttrn. an die Korpsgrenze LV./XXXXI.Pz K. zu stellen (s. Anl. IV 1).
ür den Fall, daß eine noch weitere Heranziehung von Verstärkungen erforderlich sein sollte, werden beim XXXXI.Pz.K. ein Pz.Gren.Btl. der 4. Pz.Div., beim LV.A.K. die
Pz.A.A.20 zum sofortigen Abmarsch bereitgehalten (Ia/Ia XXXXI, 11.30 Uhr; Ia/lä LV, 11.45 Uhr).
Es erweist sich jedoch, daß die Bereinigung des Einbruchs früher gelingt als die anrückenden Verstärkungen eintreffen. Bereits um 13.10 Uhr meldet das Gen.Kdo. die
Wiedergewinnung der HKL und gleichzeitig den Abschuß von 11 Panzern. Die gestern dem Korps zugeführte He.Pz.Jäg.Abt.561 ist dabei eine wertvolle Hilfe gewesen.
Vom AOK wird daraufhin befohlen, daß das II./521 gleich zum LV.A.K. durchrollen soll, um dort wieder der 296.I.D. eingegliedert zu werden; das LV.A.K. wird dafür zum
XXXV.A.K. gehörige I./18 diesem wieder zuführen. Das AOK plant, auch die übrigen vom ХХXV.А.K. an andere Kampfabschnitte abgezogenen Teile im Zuge des Ordnens der
Verbände baldmöglichst wieder mit ihren Divisionen zu vereinigen (Ia in der Chefbesprechung, 18.00 Uhr).
Im Hinblick auf das Tauwetter, das seit gestern aufs neue eingesetzt hat und um doch allmählich den Beginn der Frühjahrs=Schlammperiode anzuzeigen scheint, wiederholt
heute das LVI.Pz.K. seinen bereits vor etwa zwei Wochen gestellten Antrag auf Genehmigung der Frontzurücknahme bei der 35. und 110.I.D. in eine schlammsichere Stellung
(Chef LVl/Chef, 10.25 Uhr). Das Gen.Kdo. denkt zwar nicht daran, diese Frontzurücknahme schon in den nächsten Tagen durchzuführen, sondern will den letztmöglichen
Zeitpunkt dazu abwarten; es erbittet jedoch schon jetzt die grundsätzliche Genehmigung, um sich in seinen Vorarbeiten darauf einstellen zu können. (Im Falle der
Nichtgenehmigung würde ein Neubau aufgesetzter Stellungen in der jetzigen HKL und eine gewisse Bevorratung für die Schlammperiode erfolgen müssen; für den Fall, daß die
Genehmigung erteilt wird, beabsichtigt das Gen.Kdo. u.a., die zwischen der derzeitigen und der vorgesehenen HKL liegende. Art.-Schutzstellung einzuebnen, um dem Gegner
das Festsetzen vor der neuen Front weitmöglichst zu erschweren). Vom AOK wird der Antrag unter Bezugnahme auf die z.Zt. angegebenen Gründe - besserer Ausbauzustand der
neuen Stellung, günstigeres Gelande und erträglichere Unterkunftsbedingungen für die Truppe der Heeresgruppe weitergegeben (s. Anl. V 1).
Gegen Abend trifft vom LV.A.K. die Meldung ein, daß auch der Einbruch von Rogowo bereinigt sei. Damit hat das Korps, insbesondere die 5.Pz.Div. mit den in ihrem Verbande
kämpfenden Einheiten (G.R.62, Pz.Abt.21 und le.Flak-Abt. 94) einen beachtlichen Abwehrerfolg errungen, der in einer besonderen Anerkennung des Oberbefehlshabers seine
verdiente Würdigung findet (s. Anl. IV 5 - 7). Ob der Feind auf Grund seiner heute erlittenen Verluste in der Lage sein wird, die Angriffe morgen bzw. in den nächsten
Tagen in gleicher Stärke fortzusetzen, bleibt abzuwarten.
 
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