Sturmgeschütz-Brigade 185
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Kriegstagebuch April 1944
15.4.1944
KTB 9.Armee.
Im Zuge der Vorbereitungen für das neue Bandenunternehmen teilt AOK 4 mit, es werde sich mit einem Rgt.Stab und zwei Sich.-Btln. an dem Unternehmen beteiligen (Id 4/Ia, 14.00 Uhr).
Dessen Beginn ist allerdings nun doch noch um einige Tage hinausgeschoben worden, da das Sturm-Rgt. der AWS, durch die schweren und auch verhältnismäßig verlustreichen Kämpfe in den
Sümpfen westl. Albinsk stark beansprucht, dringend einiger Tage Ruhe und Auffrischung bedarf, bevor es wieder vollkampfkräftig zur Verfügung steht. Es wird deshalb zunächst nicht,
wie gestern befohlen, unmittelbar in den neuen Versammlungsraum gefahren werden (s.Anl. IV 4 v.14.4.44), sondern zunächst erst einmal wieder in seine Unterkunft in Star. Dorogi
(Ia/Id, 18.50 Ihr).
Von der Heeresgruppe ist mitgeteilt worden, daß von den nach der neuen Gliederung der Inf.-Divisionen vorgesehenen divisionseigenen Sturmgeschütz-Abteilungen noch im Laufe des April
weitere vier eintreffen werden, nachdem die erste dieser Abteilungen bereits vorgestern eingetroffen ist. Mit der Zuweisung dieser Sturmgeschütze verbindet die Heeresgruppe den Befehl,
nach Ankunft der zweiten Abteilung eine der beiden noch im Armeebereich befindlichen Sturm-Gesch.Brigaden abzugeben (s.Anl. V 2),. Das AOK hat sich für die Abgabe der
Sturm-Gesch.-Brig.185 entschieden.
Um jedoch infolge der dadurch eintretenden engeren Bindung der Sturmgeschützeinieiten, die in der Verteidigung eine außerordentlich wertvolle Gegenstoß- und Gegenangriffswaffe
darstellen, an einzelne Divisionen die Gesamtbeweglichkeit der Abwehr nicht leiden zu lassen, befiehlt das AOK, daß diese Div.-Stu.-Gesch.-Abteilungen allgemein als Korpsreserve zu
gelten haben und so bereitgehalten werdet sollen, daß sie jederzeit und schnell auch in andere Abschnitte verschoben werden können. Im gleichen Befehl (s.Anl. IV 2) wird den Gen.Kdos.
aufgegeben, die Möglichkeit rascher Bildung von Abwehrschwerpunkten durch kommandoweise Aufstellung einer Granatwerfer-Kompanie je Division weiter zu fördern. Es ist daran gedacht,
diese Kompanie, die entweder ohnehin voll mot.beweglich ist oder schnell mot.beweglich gemacht werden kann, gegebenenfalls auch außerhalb des Korpsbereichs einzusetzen, um jederzeit
schnell Feuerschwerpunkte bilden zu können.
Das Gen.Kdo.LV A.K. hat. heute den Befehl über seinen bisherigen Abschnitt an das Gen.Kdo. XXXV. A.K. übergeben. Zur Vereinfachung des Befehlswesens sind gleichzeitig die 134.I.D. und
20.Pz.Div. unter Führung des Kdrs. der 20.Pz.Div. zur "Gruppe von Kessel" zusammengefaßt worden.
   
18.4.1944
KTB 9.Armee.
Von der Heeresgruppe ist der Befehl eingegangen, die Stu.Gesch.Brig.185, die an sich erst nach Eintreffen der zweiten Divisions-Sturmgeschütz-Abteilung abgegeben werden sollte
(s.KTB vom 15.4.44), sofort zu AOK 2 in Marsch zu setzen, ohne das Eintreffen der Abteilung abzuwarten (Ia H.Gr.Mitte/Ia, 00.05 Uhr; s.dazu Anl. IV 1). Auch diese Abgabe steht wieder im
Zusammenhang mit dem immer deutlicher erkennbar werdenden großen Feindaufmarsch vor dem Südflügel der Heeresgruppe Mitte und dem Nordflügel der Heeresgruppe Nordukraine, wo die Zahl der
feindlichen Frontverbände inzwischen auf 25 Divisionen, darunter 4 Pz.Div. und 6 Kav.Div., angewachsen ist, während im gleichen Raum zu Anfang März lediglich drei Schtz.Div. standen
(Näheres s.Anl. VII 1).
An der Front der Armee verläuft der Tag wiederum ruhig. Die heute vom XXXXI.Pz.K. zum Bandenunternehmen "Auerhahn" vorgelegte Erfolgsmeldung zeigt dessen beachtliches Ergebnis. Die sechs
im Raume Albinsk befindlichen Bandenbrigaden verloren, bei einer Gesamtstärke von durchschnittlich 400 Mann je Brigade, etwa 1000 Tote und über 700 Gefangene. Sie können damit als
zerschlagen angesehen werden, zumal auch einige der Brigadeführer den Tod fanden. Reiche Beute an Waffen, Gerät, Material, Vieh und Pferden wurde eingebracht, ferner konnten über 2000
Zivilisten dingfest gemacht werden. Mit der Zerstörung von etwa 100 kleineren und größeren Waldlagern mit weit mehr als 1000 Bunkern und Erdhütten und den dazubefindlichen Vorräten büßten
die Banden gleichzeitig ihre Ernährungsgrundlage ein, so daß man auf eine nachhaltige Befriedung des Gesamtgebietes hoffen kann (genaue Zahlen: s.d. Morgenmeldung vom 19.4.44, Anl. II).
 
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