Sturmgeschütz-Brigade 244
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Kriegstagebuch April 1944
6.4.1944
KTB 9.Armee.
Die nunmehr auf Grund der endgültigen Luftbildauswertung einwandfrei festgestellten insgesamt 46 Feindbatterien in Raum nördl. Rogatschew stellen einen artilleristischen
Schwerpunkt dar, der über den Rahmen der Stellungsverbände erheblich hinausgeht. Da nach dem bisherigen Feindbild vor den inneren Flügeln der 9. und 4.Armee kein Anhaltspunkt
dafür vorliegt, daß es sich bei dieser Verdichtung ausschließlich um Heeresartillerie-Verbände handelt, ist der Einsatz von mindestens zwei neuen Feinddivisionen
wahrscheinlich, wobei allerdings auch nicht ausgeschlossen ist, daß der Gegner vorerst lediglich die Artillerie vorgezogen hat, um zu Ende der Schlammperiode mit deren Aufmarsch
fertig zu sein (Ic/Chef, 12.10 Uhr).
Trotzdem muß man, angesichts der erfahrungsgemäß guten Tarnung feindl. Umgruppierungen, mit einer raschen Veränderung der Lage in diesem Raum jederzeit rechnen. Deshalb befiehlt
das AOK die Zuführung noch weiterer Verstärkungen bzw. ihre Näherziehung oder Bereitstellung auf Abruf zum Einsatz in dem vermutlichen Schwerpunkt. Dem LV.A.K. selbst wird als
erstes befohlen, ein Btl. von seinem rechten Flügel (296.I.D.) als Korpsreserve bereitzustellen. Darüber hinaus sollen noch weitere Einheiten aus der Front herausgelöst werden
(und zwar im Hinblick auf die bevorstehende Abgabe der 20.Pz.Div. Teile dieser Division), wobei jedoch dem Korps angesichts der Schwierigkeit, die bei der Durchführung der damit
erforderlich werdenden Frontdehnung entstehen, eine zeitliche Staffelung der Herauslösung zugestanden wird (Chef/Chef LV, 17.20 Uhr): bis zum 9.4. sollen das II./Pz.G.R.59 (SPW),
bis zum 12.4. starke Teile des I./Pz.G.R.59 als Korpsreserve aus der Front gezogen werden (Einzelheiten s. Anl. IV 2), ferner wird dem Gen.Kdo. außer der Bildung einer starken
Sf-Reserve befohlen, den Einsatz zweier Pionierbataillone in einer rückwärtigen Auffanglinie vorzubereiten. Das XXXV.A.K. erhält Befehl, dem LV.A.K. ein Btl. (III./58) als
Armeereserve nach Dworez (an der Dg. VII) zuzuführen; dem XXXXI.Pz.K. wird die Verschiebung der Stu.Gesch.Brig.244 (ohne 1 Bttr.) als Armeereserve nach Krassny Bereg sowie eines
Gren.Btl. nach Paritschi befohlen (s. dazu Anl. IV 3). Auf die beiden letztgenannten Verbände gedenkt das AOK erst im Falle einer ernsthaften Verschärfung der Lage beim LV.A.K.
zurückzugreifen ihre vorsorgliche Bereitstellung soll lediglich eine schnelle Heranziehung gewährleisten.
Das AOK ist sich durchaus im klaren darüber, daß Umgruppie-rungen, wie sie gestern und heute notwendig wurden, wahrscheinlich nur ein kleines Beispiel der Normalereignisse in den
kommenden Monaten sein dürften. Es wird im Hinblick auf die größere Lage, nach der der Schwerpunkt der Abwehr im Abschnitt der Heeresgruppe wohl noch lange auf deren rechtem
Flügel liegen wird, für die 9.Armee darauf ankommen, mit geringsten Kräften den Gegner so lange wie möglich jeden Erfolg streitig zu machen, wobei versucht werden muß, die
strategische Überlegenheit des Feindes einerseits durch den taktischen Abwehrvorteil, andererseits durch höchste Querbeweglichkeit der eigenen Kräfte wettzumachen.
Die Notwendigkeit schnellster Verschiebungen wird dabei ein weitgehende Motorisierung der Reserven und der Artillerie erfordern und dem Ausbau des Straßennetzes, mit dem Ziel,
zahlreiche brauchbare Rochadelinien hinter der Front zu erhalten, wird erhöhte Bedeutung zukommen. Da der Feind zufolge seiner Überlegenheit in der Lage sein wird, die Brennpunkte
des Kampfes zu bestimmen, wird eine einwandfreie und sorgfältige Aufklärung von größter Wichtigkeit sein. Das AOK gedenkt, um ihre Planmäßigkeit zu fördern, deshalb in Zukunft
laufend Aufklärungsforderungen an die Gen.Kdos. herauszugeben (Chef in der Chefbesprechung, 18.00 Uhr).
Ergänzend zu den für das morgen beginnende Unternehmen "Auerhahn" getroffenen Maßnahmen ergeht heute an den Korück die Anordnung, nordwestl. des Gebietes, in dem das Unternehmen
stattfinden wird, noch eine zusätzliche Sicherungslinie zu bilden (s.Anl. IV 5).
25.4.1944
KTB 9.Armee.
Im Hinblick auf die fortdauernde feindliche Unruhe an der Pripjet-Front (LV. A.K.), wo es heute wieder zu örtlichen Gefechten gekommen ist, wird dem Gen.Kdo.LV.A.K. befohlen, sein
Reservebataillon im Raum Petrikoff alarmbereit zu halten; darüber hinaus ist beabsichtigt, dem Korps einige Tage nach Abschluß des Unternehmens "Moorexpreß" ein Btl. der 129.I.D. als
Verstärkung (Chef/Chef LV, 22.50 Uhr; s.Anl. IV 2) zuzuführen. Ferner erhält das XXXXI.Pz.K. Befehl, die 3./Sturmgesch.Brig.244 im E-Transport zum LV.A.K. zu verschieben, wobei allerdings
durch Belassung der sS - Wagen am Ausladebahnhof Muljarowka die Möglichkeit einer schnellen Rückverlegung sichergestellt bleiben soll (Chef/ Chef XXXXI., 23.05 Uhr; s.Anl. IV 1). Es handelt
sich bei diesen Befehlen, da die Ergebnisse der bisherigen Erdaufklärung und auch die Geländeverhältnisse gegen die Wahrscheinlichkeit eines stärkeren Feindvorstoßes sprechen, lediglich um
Vorsichtsmaßnahmen, die das AOK für notwendig hält, um jede Überraschung auszuschliessen.
Von der Heeresgruppe geht die Antwort auf die vorgestern vom AOK gegen die Abgabe einer weiteren Division erhobenen Bedenken ein (s.Anl. V 1). Der Feldmarschall betont darin, daß er sich des
Risikos voll bewußt sei, das man mit der Dehnung der Ostfront zugunsten des bedrohten rechten Flügels eingehe. Dieses Risiko müsse jedoch in Kauf genommen werden, um die Forderung des Führers,
die jetzigen Stellungen unbedingt zu halten, zu erfüllen. Er müsse deshalb auch im Gründe auf der Herauslösung einer weiteren Inf.-Div. bestehen, diese Division solle jedoch im frontnahen
Bereich der Armee als Armeereserve verbleiben, und ihre Verlegung werde nur bei einer weiteren erheblichen Abziehung von Feindkräften vor der Front der 9.Armee in Frage kommen. Überdies sei
mit einer Abgabe der 20.Pz.Div in allernächster Zeit nicht zu rechnen, und er sei deshalb damit einverstanden, wenn die z.Zt. eingesetzten Teile dieser Division vorläufig noch in der Front
verblieben. Mit dem Herauslösen der Inf.Div. allerdings müsse so begonnen werden, daß bis Anfang Mai wenigstens eine Regimentsgruppe verfügbar sei. -Der OB wird sich voraussichtlich für die
Herauslösung der 36. oder 45. I.D. entscheiden (OB/Chef, 23.50 Uhr).
Das Unternehmen "Moorexpreß" hat in den Morgenstunden begonnen. Die Bildung des Einschließungsrings und seine Verengung erfolgen zwar planmäßig, es scheint jedoch, als ob wenigstens Teile
der Bänden bereits nach Westen ausgewichen seien. Ausbruchsversuche der eingeschlossenen Banditen werden abgeschlagen.
 
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