180.Infanteriedivision
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Kriegstagebuch Dezember 1944
1.12.1944
bewölkt,
diesig
KTB Gren.Rgt.1223:
In den frühen Morgenstunden leichte Feuerüberfälle auf den Abschnitt des II.Btl. -07.00 Uhr Kdr. fährt nach vorn.
Auch die Art.schweigt heute.
Kurz vor 12.00 Uhr kommt Hptm.Vietze, er war gestern Zeuge in der Gerichtsverhandlung gegen Lt.Brackebusch. Die ganze Angelegenheit
scheint dirch recht unklar zu sein. Ankläger waren lauter Luftwaffenleute. Er ist degradiert und zu 1 1/2 Jahren verurteilt worden.
Es fehlt jedoch jegliche Vorstellung davon, da er glücklich verheiratet war und ein Söhnchen hatte. Auch Hptm.Vietze nimmt Schikane an.
Spähtrupp des I.Btl.erbrachte von vergangener Nacht, dass Häusergruppe Raffaerts, Boschhoek und bei Nagel feindfrei. Spähtrupp
kehrte ohne Verluste zurück.
14.00 Uhr Meldung, dass immer noch heftiger Beschuss aus Richtung Kessel.
16.00 Uhr Feuerüberfall auf Tegelen. Kirchturm wurde zerschossen. Sonst ruhiger Verlauf des Nachmittags.
22.45 Uhr Rückkehr eigenen Spähtrupps; festgestellt, dass Hörst vom Feinde besestzt. Führer war Lt.Reil. Spähtrupp geriet mit feindl.
Posten in Berührung und hatte 1 Toten, 1 Verwundeten, die nicht geborgen werden konnten. ! Verwundeter wurde mit zurückgebracht.
Div.Kdr. befiehlt, dass Teilnehmer des Spähtrupps sofort durch Rgts.Kdr. vernommen werden sollen.
2.12.1944
bedeckt, trübe
KTB Gren.Rgt.1223:
Nacht verlief ruhig, auch bei den Btlen.keine besonderen Vorkommnisse. Morgens fährt Kdr. zum Tross.
11.20 Uhr Beginn leichten Regens, richtig stürmischer Herbsttag. Oberstabsveterinär, zu uns versetztt ist bereits wieder weiterversetzt
worden. Heute meldet sich Oberveterinär Dr.von Oesen, der wieder zu uns zurückversetzt wurde.
14.45 Uhr ausser einigen Feuerüberfällen ruhiger Tagesverlauf. Kdr. kehrt vom Tross zurück.
Gegen 17.00 Uhr kommt Div.Kdr. zu uns; er lässt sich von Lt.Reil Spähtruppbericht erstatten. Rechts vin uns wurden Gefangene gemacht;
die aussagten, dass Gegner den Brückenkopf nächstens angreifen will; er habe neue Art. aufgefahren. Kal.23,5. Unsere Waffen sollen
flankierend zum Brückenkopf wirken.
Um 20.00 Uhr Besprechung mit Hptm.Adams (Pol.Btl.), Obl.von Keitz und Lt.Haas. Abends endlich einmal wieder Radio!
21.00 Uhr starke Panzergeräusche westl.Strasse Baarlo - Blerick.
3.12.1944
klar, trocken
KTB Gren.Rgt.1223:
Während der Nacht einige Feuerüberfälle auf Abschnitt.
05.30 uhr heftigste Art.Feuerüberfälle auf gesamten Anbschnitt. Gegner ist seinen Grundsätzen untreu geworden, am Sonntag Ruhe zu halten.
Obl.Lemke und Lt.Böttcher haben nun den Bunker bezogen.
08.10 Uhr immer noch Feuer. LEitung zur Division wird gestört.
Lt.Müller fährt zwecks Verbindungsaufnahme zum Pak-Btl.
09.10 Uhr kehrt Lt.Müller zurück, es iat alles in Ordnung ausser heftigem Störungsfeuer auf gesamten Abschnitt. Gegener greift den
Brückenkopf Blerick an.
Gegen 12.00 Uhr kommt ein General der Fallschirmjäger zwecks Erkundung. Wir sollen in der Nacht vom 6. zum 7. herausgelöst werden und in
den Raum Goch.
12.15 Uh feindl.Jabos beschiessen das Hintergelände. Feindl.Art.-Feuer hat nachgelassen.
16.00 Uhr: In den Nachmittagsstunden rege feindl.Fliegertätigkeit. Weitere Verbindungsaufnahme der Fallschirmjäger.
17.00 Uhr: Lage vor eigenem Abschnitt unverändert. Angriffsabsichten des Feindes nicht bekannt. Ausfälle: 4 Tote, 5 Verwundete.
Wetter hat sich am Nachmittage verschlechtertM es regnet teilweise sehr stark.
18.00 Uhr: Lt.BRand, A.V.Ko., berichtet, dass Gegner im Brückenkopf nördl. und im Süden eingedrungen ist, ungefähr 800m.
Eigene Art.schiesst wieder.
19.00 Uhr: Beruhigung der Lage. Ofw.Döpke wurde zum Fahnenjunker ernannt, Ogefr.Requardt zum Uffz. und Rönicke zum Stabsgefreiten.
22.15 Uhr Meldung vom I.Btl., dass Spähtrupp, der 2 Tage unterwegs, zurückgekehrt ist, mit ausgezeichnetem Ergebnis. Mehrere
Feindbatterien wurden genau festgestellt, ebenfalls Infanterie-BEwegungen. Unser A.V.Ko., Lt.BRand, wird sofort geholt, um die Bttr. zu
bekämpfen.
24.00 Uhr meldet Pol.Btl. Anschluss nach rechts und links vorhanden.
4.12.1944
wechselnd,
tlw.Regen
KTB Gren.Rgt.1223:
Die Nacht verläuft ruhig.
Auch während des Tages keine besonderen Vorkommnisse.
Fahrzeugverkehr von Hout Blerick - Blerick.
Gegen 20.00 Uhr wiederum heftiger Beschusse eigenen Gef.Stds.
5.12.1944
bedeckt,trübe,
zw.Regen
KTB Gren.Rgt.1223:
Während der Nacht wieder reger Fahrzeugverkehr zwischen Hout Blerick und Blerick.
Um 09.30 Uhrfährt Lt.Böttcher nach Kölsum zum Tross, von hier nach Gladbach zur Division Abt.Ia zur NSFO Tagung.
Anwesend NSFO des Korps und DIv.Kdr. Auf dem Rückweg geriet er in einen Feuerüberfall bei Kaldenkirchen, traf jedoch gegen 21.00 Uhr
bei ziemlicher Dunkelheit wieder auf Rgts.Gef.Std. ein. Lt.Müller kommt auch gerade von der Division. Werden mirgen herausgezogen in den
Raum Goch.
Führung des I.Btl.übernimmt Hptm.Worbs. Major Kache wird abgelöst.
Der Tag verlief sehr ruhig.
6.12.1944
bedeckt,
diesig
KTB Gren.Rgt.1223:
Die Nacht verlief ruhig.
Gegen 07.30 Uhr fahren 4 Panzer von Blerick in südl.Richtung.
Gegen 10.20 Uhr fahren Lt.Himpel und Lt.Müller zur Erkundung des neuen Gef.Standes.
Unser Divisions-Kdr., Oberst Klosterkemper, ist General geworden.
Der Tag veräuft verhältnismässig ruhig. Heute beginnt die Ablösung dirch ein Fallschirm-Jäger-Rgt.
Um 22.00 Uhr wird das Pol.Btl.Hptm.Adam von Btl.Hoffmann abgelöst.
Um 23.00 Uhr ist die Ablösung des I.Btl. durch Btl.Hoffmann beendet. Pol.Btl.bleibt nicht mehr bei uns.
Morgen wird umgezogen werden.
7.12.1944
bedeckt,
trocken
KTB Gren.Rgt.1223:
Die Nacht verlief ruhig. Vereinzelt Störungsfeuer auf gesamten Abschnitt.
08.30 Uhr Motrengeräusch in Gegend Broek.
Um 09.30 Uhr fährt der Kdr. nach vorn und kommt gegen 10.45 Uhr zurück.
12.00 Uhr Generalleutnant Meindel auf unserem Gef.Std.
Gegen 15.15 Uhr kommt die erste Ablösung für uns. Nachr.Staffel baut ab und verzieht. Wetter sehr regnerisch. 14.Kp. ist bereits
gegen 13.00 Uhr abgerückt.
Etwa 1.30 Uhr kommt der ablösenden Kommandeur. Obl.Lemke und Lt.Böttcher sollen vorfahren, um Quartier zu  machen, doch ist die Übergabe
noch nicht beendet. Die Fahrt geht um 17.30 Uhr von Belfeld, Tegelen, Kaldenkirchen, Venth, Hinsbek, Grefrath, Wankum, Straelen kurz vor
Geldern links ab nach Reyerhof (Bayerhof?) - einem einzelnen Bauernhof.
Gegen 19.30 Uhr Verbindungsaufnahme mit I.Btl., welches die Nacht weitermarschiert. Inzwischen hat sich der Kdr. zugesellt, und
gmeiensam wird der Bayerhof bezogen. Es muss aber wegen der Primitivität anderes Quartier gesucht werden und in Neuendiek in einer
Gastwirtschaft gefunden -gegen 23.45 Uhr.
8.12.1944
wechselnd,
tlw.bedeckt,
teils
Sonnenschein
KTB Gren.Rgt.1223:
Stabseinheiten sind eingetroffen. Kdr. begibt sich zum Rgt.Brehmer zwecks Verbindungsaufnahme.
Gegen 11.00 Uhr Verbindungsaufnahme von Obl.Keitz mit uns; er traf gestern gegen 02.00 Uhr ein.
Kdr. kommt gegen 12.30 Uhr zurück.
Um 15.00 Uhr meldet sich Hptm.Worbs und meldet, dass sein Btl.gegen 13.20 Uhr bis 14.00 Uhr den Unterkunftsraum Pant erreicht hat.
Nachm.15.15 Uhr fahrn Kdr., Obl.Lemke und Lt.Himpel zur Division um Befehle zu empfangen. Lt.Müller ist mit dem Radfahrzeug gegen
14.00 Uhr fortgefahren, um das neue Quartier vorzubereiten. Das Gepäck trifft gegen 16.30 Uhr ein. Kdr. kehrt 17.15 Uhr zurück.
Genaueres über den Einsatz steht noch nicht fest, ebenso Unklarheit wegen der Abschnittsgrenzen.
9.12.1944
bedeckt,
Schneefall
KTB Gren.Rgt.1223:
Über Nacht fiel der erste Schnee. Schneeschmelze.
Um 09.00 Uhr abmarschbereit; der Rest des Stabes ist bereits um 06.00 Uhr abgefahren. Abfahrt gegen 09.15 Uhr. Es beginnt wieder zu
schneien.
Fahrt geht über Berendonk, Kevelaer, Weeze, Siebengewald nach Groote Horst. Hier wird der Gef.Std. zunächst in ein Cafe verlegt.
Bis auf den Pi-Zug sind vom Stab alle Einheiten da. II.Btl. liegt im Raume Boyenhof, Stabskomp. in Oberhelsum, 14.Kp. in Niederhelsum,
13.Kp. im Raume Grenzhalle, I.Btl. im Raume St.Petrusheim.
Um 11.00 Uhr fährt Kdr. zum I.Btl. Pber den Einsatz ist immer noch nichts bekannt.
13.10 Uhr: Der Pi.Zug ist immer noch nicht da. Vorläufig ist noch alles unklar. Nachm.fährt Lt.Böttcher zur Division nach Winnekendonk,
um hier Einsatzbefehle zu empfangen. Es wird nur bekannt, dass wir in der Nacht vom 10. zum 11. ablösen sollen.
Das Pol.Btl.Flemming, das im rechten Abschnitt liegt, verbleibt in der H.K.L. und wird uns wieder unterstellt. Ausserdem ist in unserem
rechten Abschnitt eine Kp.des rechten Nachbarn der 190.Inf.Division, die zunächst im Abschnitt verbleibt. Btls.Grenzen sind dem Rgt.
überlassen.
Lt.Böttcher nimmt Verbindung mit Rgt.Brehmer auf. Der Stab ist noch am Abend umgezogen.
10.12.1944
wechselnd
KTB Gren.Rgt.1223:
Während der nacht heftige Regenfälle mit grosser Nässe.
Um 08.00 Uhr Divisionsbefehl betr.Ablösung ist noch nicht da.
Vom Rgt.Brehmer Fernspruch, dass auch das II.Btl. heute ablösen muss, für welches ein Ruhetag beantragt war. Kdr. fährt nach vorn.
Einsatz soll wie folgt erfolgen: Rechts Btl.Brehmer (Flemming) mit einer unterstellten Kp.Landesschützen der 190.I.D. in bisheriger
Stellung. Mitte II.Btl., links I.Btl.
14.30 Uhr: Wetter bedeckt sich mehr. Adj.entwirft Einsatzbefehle. Stabseinheiten ziehen gegen 16.30 Uhr um zum neuen Gef.Std.
Kdr. fährt gegen 17.30 Uhr mit Lt.Böttcher zum neuen Gef.Std. Nachr Abt. mit Lt.Himpel ziehen ins Kasteel Blijenbeek. Der Rgts.Gef.Std.
liegt etwa 800m nördl.davon im Wald in Bunker.
Ablösung der Btle.läuft. Gegen 23.00 Uhr meldet I.Btl. Vollzug der Ablösung. SOmit wird das Rgt. von Oberst Brehmer abgelöst und kommt
in den Raum Siebengewald.
11.12.1944
bedeckt,
regnerisch
KTB Gren.Rgt.1223:
03.00 Uhr meldet II.Btl. Übernahme beendet. Die Nacht verlief sehr ruhig. Kdr. fährt gegen 06.30 Uhr nach vorn. In den Bunkern fehlt es
vorerst an Wasser und dem Nötigsten.
Wegen Art. auf Zusammenarbeit Htpm.Euteneuer angewiesen, doch besitzt diese Abteilung nur 4 Rohre, 1 s.F.H. und 3 le.F.H.
Während der Morgenstunden rege feindl.Tätigkeit (Flieger). Btl.Gef.Std. wird während der Morgenstunden von Jabos mit Bordwaffen beschossen
und 10.30 Uhr mit 2 Bomben belegt.
Sonst vereinzelt Art.Feuer auf gesamten Abschnitt.
15.30 Uhr trifft Ob.Zm.Lehmann ein.
12.12.1944
bedeckt,
regnersich
KTB Gren.Rgt.1223:
Während des ganzen Tages im Abschnitt sehr ruhig. Die Bunker werden ausgebaut.
13.12.1944
bedeckt,
sehr diesig
KTB Gren.Rgt.1223:
Den ganzen Tag über sehr ruhig.
Morgens kommt der Div.General zu uns, gegen Mittag der Kommandierende General.
Diese vollkommen Ruhe ist vollkommen ungewohnt. Es wird an den Bunkern gearbeitet. Keine Feindbebobachtungen.
Abends wird Btl.Flemming aus der H.K.L. herausgelöst; Dafür wird eine neue Kampfgruppe aufgestellt unter Führung von Hptm.Vedder.
Als Einheiten hat er Kp.Bach, Kp.Kalisch und Teile der 7.Kp. als Reserve.- Ablösung um 03.00 Uhr beendet.
Gegen Mittag war der Kommandierende General bei uns, Gen.d.Inf.Held.
14.12.1944
sehr nebelig,
bedeckt
KTB Gren.Rgt.1223:
Sehr ruhig! Während des Tages keine Vorkommnisse. Obl.Lemke fährt zurück um die Trosse unterzubringen.
14.00 Uhr: Übungsalarm für Fallschirmjäger.
Es wird immer noch an den Bunkern gebaut.
15.12.1944
wechselnd,
tlw.sehr neblig
KTB Gren.Rgt.1223:
Um 08.00 Uhr wiederum Übungsalarm. Sonst weiter nichts von Bedeutung.
Mittags kommt ein Ord.Offz. von der Division, der uns mitteilt, dass wahrscheinlich eine neue Waffe eingesetzt wird, die im holl.Raum
abgeschossen werden soll. MIt Blindgängern und Frühkrepierern im eigenen Raum muss gerechnet werden.
Einmal wieder Radio! Unser Bunker wird allmählich wohnlich.
16.12.1944
wechselnd,
ztw.sehr neblig
KTB Gren.Rgt.1223:
Feind verhält sich etwas lebhafter als an den Vortagen. Während der vergangenen Nacht und am Tage rege Motoren- und Fahrzeuggeräusche.
Nachm.trifft Tagesbefehl von General Rundstedt ein, dass ab heute neue Angriffsarmeen zum Angriff im Süden angetreten sind.
Der Bunker ist fertiggestellt; hoffentlich kann das Weihnachtsfest hier begangen werden.
Abends findet sich Obzm.LEhman ein.
17.12.1944
regnerisch,
diesig
KTB Gren.Rgt.1223:
Die Nacht verlief ruhig.
Wähend der ganzen Morgenstunden sehr rege feindl.und eigene Fliegertätigkeit.
Hptm.Thiele, O1 der Division, gibt gegen 11.45 Uhr durch , dass der Angriff im Süden gut vorangeht und schon gestern ein Einbruch von
3-8km Tiefe erzielt wurde.
Unsere LEute im Graben leben mal richtig wieder auf. Die Btle. melden, dass Männer mit Begeisterung beobachten.
Sonst verlief der Tag sehr ruhig.
18.12.1944
bedeckt,
regnersich
KTB Gren.Rgt.1223:
Auch am Tage wieder eigene Fliegertätigkeit.
Ausser den gewöhnlichen Geräuschen und Fahrzeugen auf der bekannten Strasse keine besonderen Vorkimmnisse.
Der Angriff südl.von uns scheint sehr gut voranzugehen, bei Bütgersbach 16km Geländegewinn.
Von der Schneeeifel bis St.Vith vorgedrungen. Eigene Luftandekräfte bei Lüttich sowie zwischen Eupen und Malmedy.
In Hülm wird die Rgts.Kampfschule unter Lt.Seebauer eröffnet.
19.12.1944
sehr neblig,
bedeckt
KTB Gren.Rgt.1223:
Die Nacht verlief ruhig. Seit 04.00 Uhr bei unserem rechten Nachbarn sehr starker Gefechtslärm zu hören!
Um 08.45 Uhr kommt der General zum Gef.Std.
Um 09.10 Uhr gibt die Division die gestrigen Erfolge durch.
Verviers gestern in eigener Hand; zwischen Eupen und Lüttich sw.Limburg Spar genommen. Stavelotte, 10km südl.Vervieres, in eigener Hand.
Engländer geben durch Rundfunk bekannt, dass eigene Truppen sich bei Aachen bedroht fühlen und der Einschliessung entgegensehen.
Abends wird Kp.Kalisch aus eigener H.K.L. herausgelöst; wir bekommen dafür vom Rgt.Brehmer eine Kompanie.
20.12.1944
sehr neblig,
bedeckt
KTB Gren.Rgt.1223:
Es sind zufolge des dichten Nebels keinerlei Beobachtungen möglich.
Unsere Pioniere haben PEch. Nachdem sie Minen verlegt hatten, gingen verschiedene hoch. Beim I.Btl., 1 Toter udn 4 Verwundete, beim
II.Btl. 1 Toter, 4 schwer- und 3 Leichtverwundete.
Gegen 13.30 Uhr kommt Obl.Lemke von vorn zurück. Kdr. fährt heute zur Kampfschule. Das Rgt. sammelt für das Rote Kreuz RM 61.130,98 und
steht mit diesem Ergebnis an erster Stelle in der Division.
Von der Rgts.Schule werden 20 Mann wieder zurückgeschickt, 13 Mann verbleiben zunächst. Ausserdem kamen gestern 65 Rekruten an, die in
der Schule zunächst noch ausgebildet werden sollen.
Abends im RA.19/20 ein Boot mit 3 Mann gesichtet und durch M.G:-Feuer beschossen; es zog sich darauf zurück und verschwand im Nebel.
20.00 Uhr. Es ist so neblig, dass nicht 20-m Sicht besteht.
Gegen 23.00 Uhr mit Lüneburg gessprochen, Verständigung aber sehr schlecht. Das Gespräch wurde über Geldern vermittelt.
21.12.1944
bedeckt,
sehr neblig
KTB Gren.Rgt.1223:
Spähtrupp des I.Btl. um 18.00 Uhr noch nicht wieder zurück.
Um 09.00 Uhr meldet sich Hptm.Wienke vom Urlaub zurück.
Zu gleicher Zeit trifft Spähtrupp ein, hat aber keine Gefangenen eingebracht.
Gegen 10.30 Uhr Hptm.Höltkemeyer auf unserem Gef.Std. um sich zum Urlaub abzumelden.
Der Tag verläuft sehr ruhig. Wasserstand der Maas ist sehr zurückgegangen.
II.Btl. bringt mit Spähtrupp einen Gefangenen ein, einen Kanadier von der 2.kan.I.D. Einfacher Soldat, macht ganz guten Eindruck. Er trifft
Nachts um 01.30 Uhr auf dem Gef.Std. ein und wird sofort zur Division verbracht.
22.12.1944
bedeckt,
sehr neblig
KTB Gren.Rgt.1223:
Unsere Rote-Kreuz-Spende hat sich auf RM 61.676,19 erhöht.
Es ist verhältnismässig ruhig während des ganzen Tages. Das Art.Feuer hat ebenfalls etwas nachgelassen.
Stand der Front südl.Aachen: Eupen - Verviers  Spar - Wreppen - Malmepre - Laroche - Luneville - Bastogne.
Unsere Art.ist der Ansicht, dass Gegner in unserem Abschnitt seine Art.zum grössten Teil abgezogen hat.
23.12.1944
wechselnd,
heiter
KTB Gren.Rgt.1223:
Tagsüber ruhig. Im Laufe des Tages teilweise rege Fliegertätigkeit des Feindes.
13.00 Uhr: Spähtrupp des I.Btl. noch nicht zurück. Feindverhalten gegenüber Vortag wieder ruhiger.
Abends trifft die Meldung ein, dass das Jagdkommando unter Führung von Uffz.Marquardt zurückgekommen: M.selnst durch Bauchschuss schwer
verwundet; ein Gefreiter brachte ihn mit zurück. Die beiden anderen Männer sind anscheinend verwundet in Feindeshand gefallen. Der
Spähtrupp hatte auf dem Rückwege sehr heftiges Feuer bekommen. Marquardt war ein hervorragender SOldat und hat viele Spähtrupps mit Erfolg
durchgeführt. Er wude abends noch sofort operiert. Verhältnismässig gutartig, nur die Leber ist verletzt, sonst glatter Durchschuss.
Man darf wohl Wiedergensundung erhoffen.
24.12.1944
klar
KTB Gren.Rgt.1223:
Während der Nacht hat es gefroren. Die Nacht verlief ganz ruhig.
Kdr. fährt ins Lazarett, um Uffz.Marquardt zu besuchen.
Es herrscht Weihnachtsstimmung. Abends kommt der Oberbefehlshaber zur 6.Kp., allerdings sehr verspätet.
Um 18.30 Uhr begeben wir uns zum Kdr. in den Bunker: Stabsarzt Rimmel, Obzm.Lehmann, Lt.Himpel, Obl.Lemke und Lt.Böttcher. Bald kommt der
Kdr., es wird fast nur vim Dienst gesprochen. Der Kdr. verlässt uns um 02.00 Uhr, die weihnachtliche Stimmung kommt aber zufolge
Übermüdung nicht auf.
Zum Eihnachtsfest gabe es sehr viel abwechslungsreiche Dinge, und die Mühe, alles so zum Fest zusammenzutragen, ist nur anerkennenswert.
Es gab Plätzchen, Schokolade, Kuchen, sogar ganz wenige Gramm Bohnenkaffee und viel andere Kleinigkeiten. Dazu: Schnaps, Wein und
Apfelsaft,
25.12.1944
klar, leichter
Frost
KTB Gren.Rgt.1223:
Die Nacht war sehr ruhig, Auch während des ganzen Tages.
Uffz.Marquardt wird durch Tagesbefehl ausserplanmässig zum Fw.befördert, und Obl.Lemke überreicht ihm das silberne Verwundetenabzeichen.
Nachm.wird mit dem Kdr. zusammen Kaffee getrunken.
Auch der Gegner scheint Weihnachten zu feiern; es ist ruhig.
Hptm.Vietze kommt mit einer herrlichen Torte.
Gern hätten wir das Weihnachtsfest inniger gestaltet; aber es liegt nicht in unserer Hand.
26.12.1944
klar, Frost
KTB Gren.Rgt.1223:
Die Nacht ist ausser leichtem Störungsfeuer ruhig. Kdr. fährt morgens wieder fort.
Am Nachmittag kommt neuer Ersatz - 145 Mann.
Obl.Lemke teilt die Männer ein, in Kevelaer, und dieselben treffen auf dem Rgts.Gef.Stand um 09.00 Uhr ein.
Der Tag verlief ruhig.
27.12.1944
klar bis
diesig,
trockener Frost
KTB Gren.Rgt.1223:
Lt.Böttcher fährt morgens über den Stabsarzt zum Tross.
Nachm.fährt Obl.Lemke wieder nach Kevelaer.
Auch dieser Tag verlief ruhig.
Abends entsendet das II.Btl. einen Stoßtrupp zwecks Einbringen von Gefangenen. Führung: Lt.Heil. Ausserdem ist ein Obl.von der Pak dabei.
sehr helle, klare Mondnacht.
28.12.1944
bedeckt,
diesig
KTB Gren.Rgt.1223:
Es sieht nach Sonne aus.
Der Stosstrupp ist vollzählig zurück ohne Feindberührung. Das Wetter ist für solche Unternehmungen allerdings denkbar ungünstig da völlig
helle Mondnacht.
Tagsüber Ruhe. Bei der Division wird angenommen, dass der Gegner Truppenablösung vorgenommen hat; es soll und keine Elitetruppe mehr
gegenüberstehen. Ausserdem hat der Gegner laut aufgefangenem Funkspruch für die ganze Front Gasbereitschaft befohlen.
Der Tag verlief ruhig.
29.12.1944
klar,
Sonnenschein
KTB Gren.Rgt.1223:
Obl.Lemke früh morgens zur Adjutanten-Besprechung.
Oberveterinär Dr.von Oesen kommt nach vorn.
Es ist herrliches Wetter. De Kdr. geht es recht schlecht. Der Tag verläuft ruhig.
30.12.1944
heiter, trocken
KTB Gren.Rgt.1223:
Die Nacht verläuft ruhig.
Lt.Böttcher sollte morgens zur Division fahren, doch war der Wagen nicht intakt.
Es schneit etwas.
Der Kdr. fährt morgens ins Lazarett, um sich untersuchen zu lassen.
31.12.1944
trocken, leicht
bedeckt.
KTB Gren.Rgt.1223:
Lt.Böttcher fährt morgens zur Division, Abt.IVb. Von Wetten aus weiter nach Geldern. Auf dem Rückwege trifft Lt.B. auf Obzm.Lehmann und
nimmt ihn mit, beim Tross vorbei, um dann wieder nach vorn zu fahren. Dort, auf dem Gef.Std., erfahren wir, dass der Kdr. in Gastong im
Lazarett geblieben ist.
Vertretungsweise führt Hptm. Wienke das Rgt.
Die Sylvesternacht wird wieder gemeinsam mit dem Kdr. verbracht.
   
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