Srodborow, 18.9.1939
An die untersuchende Stelle
betr.Todesfall eines deutschen Soldaten bei Srodborow am 15.9.1939
Am 15.9.1939 vorm.hörten wir in der Richtung auf die Eisenbahnstation Srodborow
eine Schießerei die mindestens 20 Min.dauern konnte.
Kurz darauf brachten 5 polnische Soldaten einen verwundeten deutschen Soldaten
der zwei Sterne auf den Achseln trug, in unser Rotes Kreuz.
Bei der Einlieferung war anwesend die diensthabende Pflegerin Anna Anfgang(?),
Srodborow, ul.Narutawrcza.
Gleichzeitig führte eine andere Gruppe Soldaten einen zweiten deutschen Soldaten,
groß, blond, als Gefangenen herein.
Außerdem wurde ein verwundeter polnischer Soldat ins Rote Kreuz eingeliefert,
den man ebenfalls nicht mehr retten konnte.
Der eingelieferte Verwundete trug in der Jacke eingenäht ein Band "Sukowski,
Komp7.Reg.44". Durchschoßen waren die Hoden (jedra) und die rechte Leiste.
Blutverlust sehr groß. Der Arzt versuchte verschiedene Rettungsmittel
u.a.Einspritzungen von Kampfer, Pantopon, Koffein leider vergebens.
Die angegebenen und nachprüfbaren Tatsachen zeigen unseres Erachtens eindeutig,
daß der Unglücksfall die Folge eines Gefechts zwischen regulärem Militär
auf beiden Seiten, war. Die Annahme von einer Teilnahme von Banditen muß auf
einem Irrtum beruhen.
H.Plucer-Sarna