| Kriegstagebuch Januar 1941 | |
| 1.1.1941 | Tätigkeitbericht IVb Monat Januar 1941: 1.) Während der Berichtszeit fand keine grössere Verschiebung von Truppenteilen innerhalb des Bereiches der Division statt. Die Ausbildung der San.Dienstgrade bei der Truppe und der San.-Dienste wurde weiter durch Unterricht gefördert. In Hanoy-Villers fand ein Fortbildungslehrgang für San.Gefreite und San.Obersoldaten statt. 2 .) - 5.) Die San.Dienste der Division waren wie in Vormonat eingesetzt. Besonders stark beansprucht wurden die Zahnbehandlungsstellen. 4.) Bei der Truppe wurde regelmässig Gesundheitsbesichtigung und Belehrung abgehalten, Sanierungsmögiichkeit besteht in jeder Ortskrankenstube. Bei Rgt. 98 2 Fälle von Ruhrverdacht, die aber bakteriologisch nicht bestätigt wurden. Dio Unterkunft der erst Ende Dezember 1940 in dem Raum um Besancon eingetroffenen Nordgruppe wurde ausgebaut und verbessert Erfahrungen über Zelte und Baracken konnten nicht gemacht werden. Der Badebetrieb der Truppe ist durch die Betriebsstoffkontingentierung erschwert. Der Zugang an Krätze und Filzläuse hat sich erhöht. Die Zahl der Geschlechtskranken hat sich gegenüber Dezember 1940 vermindert. 5.) 1 Geb.San.Komp. und das Feldlazarett wurden mit je 1 Kasten Vulkanisiergerät ausgestattet. 6.) - Tätigkeitsbericht Feldpostamt 54. für die Zeit vom 1. bis 15.1.41 Führer des FpA : FpM S e b a l d Standort und Postumschlag unverändert. Verschiedene Einheiten konnten in letzter Zeit wegen starker Schneeverwehungen auf den Landstrassen nicht regelmässig täglich abholen. Dienstabwicklung im übrigen regelmässig. Der zum FpA versetzte OPSch Ehrlich wurde durch den HPM mit Wirkung vom 17.11.40 zum Feldpostboten ernannt. Eingegangene Briefbeutel : 386 abgegangene " 115 eingegangene Päckchenbeutel 1745 abgegangene " 1194 |
| 2.1.1941 | |
| 3.1.1941 | |
| 4.1.1941 | |
| 5.1.1941 | Tätigkeitsbericht IVa 1.Geb.Div., 5.1.41-25.1.1941: Besancon. Durch das Ausscheiden des Kw.Transport-Rgt.602 ist die Notwendigkeit zur Aufrechterhaltung der Nebenausgabestelle in L´Isle sur le Doubs nicht mehr gegeben, da nur noch rd. 8000 Mann und 500 Pferde daraus versorgt werden müssen. Die Nebenausgabestelle wird eingezogen. Am 6.1.41 scheiden aus dem Bereich der Division aus: 1.) das Inf.Rgt.Großdeutschland, 2.) das Neb.Werf.Rgt.2 mit den Abt.1 u.4. Die Ausgabe der Verpflegung wird so geregelt, dass alle 2 Tage Empfang stattfindet. Die Zusammenarbeit zwischen dem Div.verpfl.Amt und dem AVL Besancon ist sehr erfreulich. Die Division erhält jede Unterstützung seitens des AVL. Infolge der grossen Kälte ist ein Großteil der vom AVL gelieferten Kartoffel erfroren, so dass sie von den Truppen nicht verwendet werden können. Den Truppenteilen entsteht dadurch ein grosser Ausfall, soweit es möglich ist, wird Ersatz geliefert. Die auf dem Nachschubweg bereitgestellten Rüben werden von den Angehörigen der Division, da sie der Geschmacksrichtung in keiner Weise entsprechen, nicht gerne gegessen. Auf entsprechende Vorstellung bei der Armee wird entgegengehalten, dass mit Rücksicht auf die allgemeine Ernährungslage mehr Wert auf die Nützlichkeit der Lebensmittel als auf die Geschmackswünsche gelegt werden muss. Auf Anordnung der Armee muss bei den Verpflegungsämtern der Divisionen ein ständiger Vorrat von mehreren Tagen bereitgestellt sein. Das Div.Verpf1.Amt legt diesen Vorrat sofort nieder. Durch eigene Initiative des Div.-Intendanten wird erreicht, dass die Bäckerei-Kompanie ihre instandsetzungsbedürftigen deutschen Backöfen bei der Firma Werner & Pfleiderer in Stuttgart gegen neue Öfen austauschen kann. Der Genehmigung gingen eine Reihe von Ferngesprächen mit OKH voraus und nur dem dauerndem Drängen des Intendanten ist es zu verdanken, dass die Genehmigung nunmehr erteilt wird und die Bäckerei-Kompanie neue Backanhänger bekommt. Am 14.1. erhält die Division Befehl, bis 19.1. Marschbereitschaft herzustellen. Die Truppenteile werden angewiesen, etwaige fehlende Portionen und Rationen der "1.Ausstattung" sofort aufzufüllen. Am 20.1. findet eine eingehende Besichtigung der Verwaltungs-Dienste durch den Divisionskommandeur statt, die mit einem vollen Erfolg endet. Der Divisionskommandeur ist sehr beeindruckt von dem gewaltigen Aufgabenkreis und Art seiner Erledigung. Er sichert den Verwaltungsdiensten jegliche Unterstützung zu und spricht den Führern sein vollstes Lob aus. Der Führer des Schlächterei-Zuges Ob.Vet.Dr.Metzger wird als Regt.Veterinär zum Geb.Jäg.Regt.99 versetzt. Ob.vet.Dr. Schmidt wird Führer des Schlächterei-Zuges. Nach H.V.B1.40 Teil B Ausschr.748 sind dem O.K.H.Stellenbesetzungslisten der Beamten spätestens zum 31.1.41 vorzulegen. Abschriften sind den Wehrkreiskommandos und Wehrkreis Verwaltungen vorzulegen aus deren Bereich die Einheiten, zu denen die Beamten gehören stammen. In der Ausschreibung ist daraus gefolgert, dass dadurch jeder Wehrkreis eine vollständige Übersicht erhält,wo die aus seinem Bereich stammenden Beamten eingeteilt sind. Diese Folgerung ist nicht richtig, denn Versetzungen während des Krieges und Einteilungen zahlreicher Beamten bei Einheiten die nicht zum Wehrkreis des Beamten gehören, sind damit nicht erfasst . Die Armee hat der Division für Mitte Februar einen Bekleidungsinstandsetzungszug angeboten. Da er bei der Division dringend benötigt wird, wird die Armee zunächst um zur Verfügungstellung des Instandsetzungszuges gebeten. Der Antrag wird zurückgenommen als die Division Befehl zur Herstellung der Marschbereitschaft erhält. |
| 6.1.1941 | |
| 7.1.1941 | Am 7.1.41 wurde Stabsveterinär Dr. Schulz, Rgt.Vet. G.J.R.99 als Führer der Vet.Kp.52 zur 52.Inf .Div. versetzt. Sein Nachfolger wurde Oberveterinär Dr. Metzger, bisher Führer Schlächtereizug 54, dessen Dienststelle Oberveterinär Dr. Schmid, Btl.Vet. II./G.J.R.98 übernahm. |
| 8.1.1941 | |
| 9.1.1941 | |
| 10.1.1941 | |
| 11.1.1941 | |
| 12.1.1941 | |
| 13.1.1941 | |
| 14.1.1941 | |
| 15.1.1941 | Am 15.1.41 wurde Herstellung der Marschbereitschaft für den 18.1.41 befohlen. Am selben Tage verfügte O.K.H. durch Fernschreiben die Verdoppelung der Vorratsstaffel der Geb. Vet.Kp.54. Auf Grund dieser Verfügung wurden bei A.O.K.l/IVc angefordert: 130 Pferde für Vorratsstaffel, 50 Pferde zur Auffüllung inzwischen aufgetretener Fehlstellen. Bel Arm. Pf.Laz. 602, Beaune, werden ausgewählt und der Geb. Vst Kp. 54 am 18.1.41 durch Bahntransport zugeführt: 166 l.Z. 10 R 4 M.T., davon wurden insgesamt 64 Pferde und Maultiere an die Truppe abgegeben, der Rest in die Vorratsstaffel eingestellt. Die laufende .Anforderung für Vet.Gerät wurde beschleunigt bearbeitet, das Gerät am 18.1.41 durch kl.Kw.Kol. des Div. Nachschub Führers 54 beim A.Vet.Pk. 590, Vesoul, abgeholt und durch die Vet.Kp. 54 am 19. und 20.1.41 an die Truppe ausgegeben. 5 auf Anforderung mitgelieferte Trichinenmikroskope wurden an die Rgt.Vet., den Vet.Offz. beim Div.Nsch.Fhr. und die Geb.Vet.Kp. 54 verteilt. Für die Wartung der zusätzlichen 130 Vorratspferde wurden gem. Notiz zur K.St.N. 1417 24 Pferdepfleger vom Geb.Jäg.Felders. Btl.54 zur Geb.Vet.Kp.54 kommandiert. Die auf den Kursen der Heereslehrschmieden befindlichen Beschlagschmiede, deren Kurs am 31.1.41 ablief, wurden fernmündlich zurückgerufen. Besancon: 1 Obkan. wegen Plünderung zu 6 Mon. Gef. 1 Kan. wegen tätl. Angriffs zu 2 Jahren Gef. 1 Gefr. wegen Diebstahls zu 2 Jahren Gef. u. Rangverl. 1 Jäger wegen Blutschande zu 6 Mon. Gef. |
| 16.1.1941 | Tätigkeitsbericht Feldpostamt 54. für die Zeit vom 16.1. bis 31.1.41 Führer des FpA : FpM S e b a l d Standort und Postumschlag unverändert. Dienstabwicklung regelmässig und störungsfrei. Die FpKwf Martin und Knier wurden am 25.1. in die Krankensammelstelle Besancon eingewiesen. Martin (Grippe und Mandelentzündung) wurde am 31.1. als geheilt entlassen, Knier wurde am 27.1. mit Lazarettzug in das Reservelazarett Königsfeld (Schwarzwald) abgegeben (Knöchelbruch). Den FpI Jacob, FpS Wagner und FpKwf Knier wurde am 30.1.41 das Kriegsverdienstkreuz II. Klasse mit Schwertern verliehen. Eingegangene Briefbeutel : 375 abgegangene " 2493 eingegangene Päckchenbeutel 1733 abgegangene " 129 |
| 17.1.1941 | Besancon: 1 Obgfr. wegen Zersetzung der Wehrkraft zu 6 Mon. Gef. 1 Obpion. wegen Widersetzung u.a. zu 1 Jahr 9 Mon. Gef. und Rangverlust 1 Gefr. wegen Widersetzung zu 3 Mon. Gef. 1 Jäger wegen Notzuchtversuch zu 6 Mon. Gef. 2 Obgfr. wegen tätl. Angriffs u.a. zu je 9 Mon.Gef. 1 Gefr. wegen tätl. Angriffs Freispruch 1 Obgfr. wegen fahrl. Körperverletzung zu 3 Mon.Gef. 1 Objg. wegen Urkundenfälschung u.a. zu 3 Mon. Gef. u. Rangverlust |
| 18.1.1941 | |
| 19.1.1941 | |
| 20.1.1941 | |
| 21.1.1941 | |
| 22.1.1941 | |
| 23.1.1941 | |
| 24.1.1941 | Am 24.1.41 wurde den Referenten bekanntgegeben, dass mit einer Durchführung des geplanten Unternehmens b.a.w. nicht zu rechnen sei. Am gleichen Tage besichtigte der Div.Kommandeur in Anwesenheit des Div.Vet. und des Ib die Geb.Vet .Kp.54 und sprach sich sehr zufriedenstellend über die Organisation, den Einsatz und die Arbeit der Kp. aus. Auf Befehl des O.K.H. wurde die Eingliederung der 1.Art.Abt.745 als III.Abt. in das G.Art.Rgt.79 am 12.3.41 durchgeführt. Zur Einrichtung von B-Stellen und Nachrichtenverbindungen im Gebirge wurde der neuen III ./G. A.R.79 eine Bergstaffel in Stärke von 4 R.Pferden und 43 Maultieren, dazu ein Beschlagschmied, Stellengruppe M, zugeführt, die durch das stellv. Gen.Kdo.VII.A.K. aufgestellt worden war. |
| 25.1.1941 | |
| 26.1.1941 | Tätigkeitsbericht IVa 1.Geb.Div., 26.1.41-15.2.1941: Besancon. Anfang Februar tritt eine Versteifung der Futter-Versorgung ein. Der Grund hierfür ist folgender: Die Heu- und Strohversorgung der Division wird nicht mehr von den A.V.L. durchgeführt, sondern ist zu diesem Zweck von der Militärverwaltung eingesetzten Kommissionen übertragen. Die Divisionen melden ihren Monatsbedarf im voraus bei diesen Konmissionen an und sollten die angeforderten Mengen nach den festgelegten Ausladebahnhöfen zugeführt bekommen. Diese Umstellung von A.V.L. auf die Kommission ist bei den für die Division zuständigen Stellen auf Schwierigkeiten gestossen. Die Ankaufskommission hat die erforderlichen Mengen nicht rechtzeitig beschaffen können. Durch Aushilfe des A.V.L.Besancon konnte die Futterversorgung, wenn auch bei starker Kürzung der Rationen einigermassen aufrecht erhalten werden. Die inzwischen eingetretene weitere Verknappung des Betriebsstoffes 1ässt den Plan auftauchen, Truppenteilen, die am weitesten entfernt sind, die Verpflegung mit der Bahn zuzuführen. Eine Reihe von Besprechungen mit der zuständigen Transportdienststellen führt zu keinem Ergebnis, da von diesen Dienststellen die erforderlichen Waggons nicht aufgebracht werden können. Ausserdem haben die Züge so lange Fahrzeiten, und oftmals solche Verspätungen, dass rechtzeitiges Eintreffen der Verpflegung nie garantiert wäre. Ein wesentliches Moment hiebei ist auch die Frischfleischversorgung. Für einige Truppenteile, zu denen günstige Bahnverbindung besteht, wird die Versorgung mit Eisenbahn probeweise eingeführt-, jedoch mit ungünstigem Erfolg, sodass sie wieder aufgegeben wird. Am 14.2.findet eine Besprechung des Division-Intendanten mit sämtlichen Zahlmeistern der Division statt. Gegenstand der Besprechung sind interessierende Beamtenfragen und Punkte aus dem ganzen Verwaltungsgebiet, insbesondere auch die Überwachung von Nebenzahlstellen, Einhaltung der Zusatzbestimmungen zu den Kassen- und Abrechnungsbestimmungen,besondere Erläuterungen hiezu usw. Am 7.,8.u.12.2.wird die für Januar angeforderte Bekleidung und Ausrüstung beim Div.Verpfl.Amt ausgegeben. Nach der von der Armee erlassenen Regelung dürfen nur Stücke in der Zahl angefordert werden,die als Altbekleidung beim Armeebekleidungslager abgeliefert werden. Diese Regelung, dem Wortlaut nach genommen, ist nicht durchführbar, da vor der Zuweisung neuer Stücke, die alten nicht abgegeben werden können. Die auf Grund der Zuweisung abgegebenen Stücke können also für den nächsten Monat nicht schon wieder in der gleichen Anzahl angefordert werden, weil sie nicht benötigt werden. Eine Rückfrage bei der Armee ergibt, dass die Anordnung nicht so eng auszulegen ist, sondern nur bezwecken soll, dass die Anforderungen sich in tragbaren Masse halten. Bei gelegentlichen Besuchen bei der Truppe wurde festgestellt, dass sich Truppenteile Schweine halten und solche auch schlachten. Bisher hat aber noch kein Truppenteil nach der Verfügung gehandelt, wonach das durch Schlachtung eigener Schweine gewonnene Fleisch auf die nach H.Dv.86/1 zustehenden Sätze anzurechnen ist. Wenn sich die Truppenteile schon aus eigenen Mitteln junge Schweine kaufen und aufziehen, dann ist es auch verständlich dass diese Schweine zur Bereicherung der Verpflegung verwendet werden. Dieser Standpunkt der Truppe ist auch bei genauer Kenntnis der Ernährungslage zu verstehen. |
| 27.1.1941 | |
| 28.1.1941 | |
| 29.1.1941 | Besancon: 2 Obgfr. wegen Volltrunkenheit zu je 6 Wochen gesch. Arrest 1 Jäger wegen mil. Diebstahls u. unerl. Entfernung zu 10 Mon. Gef. 1 Gefr. wegen Plünderung zu 6 Mon. Gef. 1 Gefr. wegen tätl. Angriffe zu 1 Jahr Gef. 1 Gefr. wegen Diebstahls zu 6 Mon. Gef. 1 Obgfr. wegen Bedrohung zu 2 Jahren Gef. u. Rangverl. 1 Kan. wegen Plünderung zu 4 Mon. Gef. |
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