| Kriegstagebuch Juli 1941 | |
| 1.7.1941 | Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.: Division rastet. 08.00 SS-Standarte "Westland” der SS-Div. Wiking zieht mit Anfang durch die Sicherungen in Lemberg-Ost (Winniki), wodurch auch Gefechtsgruppe Picker und Teile Lang in zweite Linie - ausser Gefechtsberührung - kommen. Im Laufe des Tages schliessen die Truppenteile der Div. im Raum Lemberg=Südost auf. Die Div. geht zur Ruhe über. 19.00 Kommandeurbesprechung beim Divisionsgefechtsstand Lemberg, Wysoki Zamek. Punkte: 1.) Schilderung des Kampfes der 1.Geb.Div. von der Interessengrenze bei Cewkow - Dzikow (22.6.41) bis zur Einnahme von Lemberg (30.6.41). 2.) Gedenken der Gefallene, an ihrer Spitze der Kdr.Geb.Pi.Btl.54, Major von Brockhusen. 3.) Beutezahlen: a) 200 Panzer, 1 21 cm Battr., 1 15 cm Battr., zahlreiche sonstige Artl. 4.) Vorschau auf den kommenden Einsatz anhand Kartenübersicht über derzeitigen Verlauf der Verfolgungskämpfe der 17.Armee und der Panzergruppe Kleist. 5.) Div. somit zur Zeit in zweiter Linie, bewusst und auf Antrag des Kommandeurs (am 1.7. mindestens 48 Stunden Ruhe für die Div. vom Kommandierenden General erbeten). 6.) Zentrale Erfassung der Beutebestände in Lemberg durch die Div, und planmässige Verteilung durch IVa soll das Beutemachen und disziplinbeschädigende Requirieren verhindern. 7.) Keine Nachlässigkeit im Luftschutz ! 8.) Nachprüfung der Kartenbestände. Nachprüfen der Munition, Waffen, Gerät. 9.) Anerkennung für Leistungen der Sanitäts- und Veterinärdienste. l0.) a) Benachrichtigung der Hinterbliebenen in angemessener Form. b) Ermächtigung an die Kommandeure, in besonders gelagerten Fällen den Nachlass mit Lkw. in die Heimat zu schicken. c) Sorgfältige Gräberskizzen. 11.) Sorgfältige Führung des K.T.B.! 12.) In Lemberg wird eine Div.Fotostelle errichtet (Ic). 13.) Sorgfältige Bearbeitung von Auszeichnungen ! Zum E.K. I ist eine Einzeltat , positive Einzelleistung Voraussetzung ! 14.) Führung des Offizierskorps durch die Stadt Lemberg am 2.7. vormittags. Während der Kommandeurbesprechung hörte man das Schiessen im G.P.U.-Gefängnis Lemberg, wo Juden, die in den letzten Wochen von den Russen auf jüd. Denunziation hier ermordete Ukrainer (mehrere Tausend) begraben mussten. Auf Antreiben der ukrainischen Bevölkerung kam es am 1.7. zu einem regelrechten Juden- u. Russenpogrom in Lemberg. Unterstellungen: II.A.R.53 scheidet zu IV.A.K. aus. |
| 2.7.41 | Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.: Division in Ruhe. 15.00 Fernmündliche Vororientierung Generalkommando/ O 1, dass die Div. mit Weitermarsch am 3.7. abends zu rechnen habe. aus Fotoalbum II./Geb.A.R.79. Winniki - Die ersten Auszeichnungen werden durch den Kdr.verliehen. |
| 3.7.1941 Regenschauer, vorm.tlw. Sonne |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.: Winniki wird von I./G.J.R.98, G.Pz.Jäg.Abt.44 und III./G.A.R.79 für Führungsabteilung A.O.K.17 geräumt. Ausweichen im Sinne der Marschrichtung (Süden, Südosten). 14.00 Div.Kdr. und Ia zur Orientierung über die weitere Lage zu Komm.Gen. befohlen. Vorausgruppe Lang wird am 4.7. auf Podhajce vorausgeworfen um vor der zur Zeit bei Lipica Gorna stehenden 257.Inf.Div. die Fühlung mit dem Feind wieder aufzunehmen. 15.30 Orientierung Ib über Bildung einer mot-. Vorausgruppe der Div. unter behelfsmässiger Motorisierung von Teilen I./G.J.R.99. 16.45 Generalkommando teilt mit, dass I./G.J.R.99 zur Verfügung der Div. steht. (Bisher Stadtkommandant Lemberg unterstellt.) 18.00 Gep.Tross der Div. (Hauptman. Hofmeister) ohne Ausfälle von Lezaisk im Gouvernement in Gegend Janower See eingetroffen. 20.00 Kommandeurbesprechung beim Divisionsgefechtsstand. Div.Kdr. befiehlt: dass Vorausgruppe Lang sich in 2 Staffeln gliedert: 1.Staffel: Flakkampfgruppe I./61(2./61, 1/2 5.Flak 61), Sturmgeschütze, behelfsm. verlastetes I./G.J.R.99, I./Geb.Pi.Btl.54, 1 Batterie IV./G.A.R.79 , 2.Staffel: Masse G.Pz.Jäg.Abt.44, Masse IV./G.A.R.79, Teile G.N.54, Vorauskommando San.Kp.2/54, 1 Mun.Kol. 30to, 1/2 Betr.St. Kol. Versammlung 4.7. zwischen 8.00 Uhr bis l0.00 Uhr im Raume Lemberg - Pasieki - Wegegabel bei Dawidow. Antreten: l0.00 Uhr. Marschweg: siehe Korpsbefehl. Marschabstand: 1.-2. Staffel - 1 bis 2 km. Bis 4.7. 20.00 Uhr ist der Raum Podhajce - Litiatyn zu erreichen. (Durch Funkspruch Generalkommando /Chef v. 4.7. 12.00 Uhr darf jedoch Gruppe Lang am 4.7. abends Muzytow=Süd nicht überschreiten.) Nacht 3./4.7. Die Marschbewegungen der Gruppen Kress und Picker verlaufen in der Nacht planmässig. Unterstellungen: A.R.501 mit unterstellter IV.A.R.221 u.Artl.Abt.851, Bb.27 zu XXXXIX.A.K. ausgeschieden. |
| 4.7.1941 | Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.: 10.00 Gruppe Lang tritt ab Dawidow mit Panzerspitze an. Verkehrsstockungen lassen sie mit Anfang erst 18.00 Uhr Brzezany überschreiten, besonders die Artl. und Trosse der 4.Geb.Div. noch durch Brzezany nach Kozowa rücken. 16.00 Div.Kdr. nimmt persönlich Verbindung mit Kommandeur 4.Geb.Div. in Brzezany auf. Grosses Entgegenkommen hinsichtlich Durchziehen der Mot.Gruppe Lang durch Brzezany. 20.00 Gruppe Lang erreicht ohne Feindberührung Muzylow. Bevölkerung sehr freundlich. Triumphbogen mit Hakenkreuze, gelb-blaue und Hakenkreuzfahnen, Blumen an die Truppe. |
| 5.7.1941 heiter |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.: 07.30 Gruppe Lang erreicht mit Spähtrupps Zlotniki. Spähtruppgefecht südwestlich Tudynca. 10.45 kampflos Chmielowka genommen. 13.00 Generalkommando befiehlt sofortigen Einsatz der 2./Geb.Pi.Bt1.54 in Brzezany zur Herrichtung der Durchfahrtswege. 13.30 Gruppe Lang durchschreitet Darachow. 16.45 Ia im neuen Div.Gef.Stand Podhajce eingetroffen. 17.30 Gruppe Lang hat Trembowla durchschritten. Sicherungen auf den ostwärts anschliessenden Höhen. Es wurde im Laufe des Tages bekannt, dass SS-Teile (Standarte Wiking) vor der Front der Div. bereits nach Husiatyn eingedrungen seien. Div.Kdr. bittet sowohl Chef des Stabes Gen.Kdo., wie auch durch Fernsprecher Chef des Stabes der 17.Armee, dies abzustellen. Nacht 5./6.7. Marschbewegungen der Gruppen Kress und Picker planmässig. |
| 6.7.1941 heiter |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.: Gruppe Lang tritt 5.00 Uhr an und erreicht ohne Feindberührung 11.30 Chorostkow. Dort angeblich in den Abendstunden Gefecht (5.7.) durchmarschierender SS=Verbände. 11.00 Der Kdr. entsendet O 1 zur. Klärung, der Lage bei Gef.Gr. Lang, (derzeit nur Funkverbindung) und Feststellung des Strassenzustandes. Strassenabschnitte z. T. ohne jeden Unterbau, reine Schwarzerde, nur infolge der bisherigen Trockenheit befahrbar. 15.00 Fliegermeldung: Auf Strasse Kopyczynce - Husiatyn dichte Ansammlungen von Feindkolonnen, auf Eisenbahnstrecke Kopyczynce - Husiatyn 40 Güterzüge, Eisenbahnzug dicht westl. Husiatyn durch Fliegerbombe zerstört. Oberstlt. Lang tritt daraufhin, mit "Panzerspitze Kaiser" selbstständig an über. Rakowkat-Jezierzyska auf Pkt. 313, 4 km nordwestl. Husiatyn. Lage in Husiatyn z. Zt. noch nicht geklärt. (SS ?). 16.15 Pers. Rücksprache Oberstlt. Lang mit Ia des 14.Pz.Korps schafft Klarheit, dass in Husiatyn SS steht in harten Abwehrkampf gegen zähen Feind. Durch Funkspruch an Div. sofort (18.30 Uhr) an Gen.Kdo. Chef d.St. weitergemeldet. 13.15 Das Gen.Kdo. stellt der Div. anheim, gegen Bahnlinie Kopyczynce - Husiatyn anzugreifen. 18.15 Kdr.Art.Abt.863, Hptm. Dr. Wegge meldet sich. 10 cm Bttr. 1./863 ist nach Trembowla=Südostausgang zuzuführen. Von dort Abholung durch Oberstlt.Lang. 18.00 Obstlt.Lang beabsichtigte, 13.30 Uhr von Höhe 313, 2 km südlich Liczkowce gegen Czabarowka anzugreifen; da eine SS-Komp. zur gleichen Zeit den Ort angreift und Gefahr besteht, dass in der Nacht gegenseitige Schiessereien entstehen, sieht Obstlt.Lang jedoch davon ab und hält den Angriff an. 18.30 Div.Kdr. verfügt, die Gepäcktross-Lkw., auf denen I./99 bei Gefechtsgruppe Lang behelfsmässig motorisiert wurde, zurückzuholen und mit ihnen das III./G.J.R.98 ebenfalls vorzuwerfen. 20.00 Ukrainer des Dorfes Darachow bringen dem Div.Kdr. ein Ständchen mit Blechmusik und Volkstänzen. Aufmarsch der Männer des Dorfes. Ansprache des Div.Kdr., vom ukrainischen Dolmetscher übersetzt, womit er seinen Dank und seine Freude zum Ausdruck gab und die Hoffnung, dass das ukrainische Volk unter Führung Adolf Hitlers bald recht grossen wirtschaftlichen Aufschwung erleben und Volksbräuche jetzt wieder allgemein entfalten könne. Nacht 6./7.7. Märsche der Marschgruppen Kress und Picker verlaufen planmässig. Unterstellungen: Stab Art.Abt.863 u.1.Bttr. v.257.I.D. zur 1.G.D. getreten. |
| 7.7.1941 um 12.00 Uhr starker Regen der die Str. vollkommen aufweicht |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.: Radfahr-Btl.Lawall erreicht über Kopyczynce verstossend Krogulec. Auf der Eisenbahnstrecke Kopyczynce - Huslatyn stehen unter anderem 20 Güterzüge mit Zivilflüchtlingen und Räumungsgut aus Czernowiz, ferner am Waldrand 3 km ostw. Kopyczynce ein Panzerzug mit 15 cm Geschützen, der bereits am 6.7. von einem Geschütz der Sturmbatterie 1./243 angegriffen worden war (15 cm Drehturm verklemmt, Sturmgeschütz beschädigt). SS-Regiment Diebitsch lag 6.7. mittags an den ostwärts Husiatyn ansteigenden Hängen. Lage 7.7. morgens nach feindlichen Gegenstössen: 2 SS-Btle. in Oichowiec ( 2 km ostwärts Husiatyn eingeschlossen und das Ostufer ( angeblich auch Brücke ) in Husiatyn wieder in russischer Hand. XIV.Pz.Korps bat über die Armee um Unterstützung für die SS. 11.00 Gruppe Lang rückt mit Panzerspitze nach Husiatyn. Dort noch Gefechte bei Säuberungsaktionen. nachm.Gegenangriffe der SS klären die Lage. 15.00 Linie Höhe 316 , 16.30 Husiatyn - Olchowiece Ostrand in Hand der SS. 16.00 Neuer Div.Gef.Stand Chorostkow bezogen. 16.15 I./G.J.R, 99 (Gefechtsgruppe Lang) überschreitet nördlich Husiatyn den Zbrucz und nimmt 19.00 Uhr die Höhe 353. Marschgruppe Kress und Picker angehalten, (in Trembowla), da weitere Vormarschrichtung voraussichtlich Satanow (20 km nördlich Husiatyn). Div.Kdr. beantragt ausdrücklich Strasse Husiatyn - Grodek für die Div. 17.00 Ic wird zur Verbindungsaufnahme zur SS entsandt. 18.45 Fernmündliche Vororientierung Generalkommando/Chef, dass das Generalkommando bei A.O.K.17 beantragt hat, alle bei Husiatyn stehenden Teile (Lang, SS-Div., Vorausabt.l00.le.) General Lanz zu unterstellen zum Angrif, gegen Gorodok. 19.05 Diesbezügliche Orientierung an Oberst Kress (Trembowla). 19.10 Diesbezügliche Orientierung an Vorkommando G.J.R.98, Oblt.Geyer (Trembowla.) 21.30 Ia/ Gen.Kdo. teilt fernm. mit, dass Chef d. St.d.Armee das Unternehmen Lanz - Husiatyn zwar unterstützt, der Oberbefehlshaber es aber abgeschlagen habe. 21.40 Fernm. Befehl Div.Kdr. an Obstlt.Lang: Es greifen am 8.7. an: 1.) I./G.J.R.99 v. 353 durch den Wald nach Uwsja. 2.) III./G.J.R.98 von Litschkowce über Shornawka auf Höhe 335. 3.) IV./G.A.R.79 unterstützt mit 2 Batterien den Angriff und zieht mit 1 Battr. sofort vor nach Gegend Uwsja. Nach Erreichen der Höhe 360 wird weiter befohlen werden. Einzelheiten, Uhrzeit des Angriffs usw. befiehlt Obstl. Lang, falls Strasse Husiatyn - Gorodok frei, kann I./G.J.R.99 auf Lkw. vorgeworfen werden. Nach 23.00 III./G.J.R.98, auf die von Gruppe Lang (I./G.J.R.99) zurückgeschickten Gepäcktross-Lkw. verladen, trifft wegen schlechterer Wegverhältnisse stark verspätet bei Gruppe Lang im Raum um Litschkowce ein. Bis l.00 Uhr erreichten vorderste Teile der Marschgruppe Kress Trembowla=West, II/G.J.R.99, I./G.A.R.79) kommen wegen auf Strasse Trembowla - Ilawce steckengebliebenen Kolonnen jedoch nicht weiter. |
| 8.7.1941 Trübe, Strichregen |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.: 08.00 Marschgruppe Picker kommt mit ersten Teilen( II./98) ohne Trosse in Ostrowczyk, 4 km westlich Trembowla, d.h. in dem befohlenen Unterkunfstraum an. Masse der Marschgruppe Picker biwakierte im Raume Sokolow - Zlotniki und ist z. Zt. im Vormarsch gegen Trembowla. Wege Zlotniki - Darachow und Zlotniki - Chmielowka für Fahrzeuge unpassierbar geworden. 08.15 Fernm. Korpsbefehl, wonach Gros der 1.Geb.-Div. wegen der schlechten Strassenverhältnisse vorauss. über Husiatyn vorrücken wird. 08.16 Geb.Jäg.Rgt.99 von O 1 verständigt, Marschbewegung Richtung Jlawce anhalten! 10.00 Gruppe Lang tritt zum Angriff an mit I./99 rechts gegen 344, III./G.J.R.98 links gegen 355. 11.00 I./G.J.R.99 erreicht mit Spähtrupps Uwsja, Komp.Kaiser (1./G.Pz.Jg.Abt.44) Höhe 344 nordostwärts Uwsja. 12.30 SS-Wiking erreicht mit vordersten Teilen Jarmolince, dicht gefolgt von Vorausabteilung der l00.le.Div. 16.00 Angriff auf Jarmolince. 15.15 Fernmündlicher Befehl an Vorausabteilung Lang: Tagesziel Höhe 341, nördlich Gorodok. Nachm. Gefechtsgruppe Kress und Picker rücken weiter in den Unterkunftsraum beiderseits der Strasse Trembowla -Jablonow. 19.00 Einrücken der zweiten Hälfte Marschgruppe Picker noch nicht beendet,(Trosse III./G.J.R.98, Rgts.Truppen, Teile II./G.A.R.79), ferner Geb.Jäg.Felders.Btl.54, das über Tarnopol rückte. 16.00 Gruppe Lang tritt zum weiteren Vorgehen gegen Höhengelände südlich Bortschtschowka - Höhe 341 an. 20.00 Sie erreicht das befohlene Ziel, mit l./G.Pz.Jäg.Abt.44 Höhe 341. 18.30 Chef 5./Flak 61 meldet sich fernmündlich aus Ilwce ; wird (ohne 2 Züge, die schon seit 29.6. bei Gruppe Lang sind) vorläufig der Marschgruppe Picker zugeteilt. Unterstellungen: Durch Korpsbefehl 5./Flak 61 unterstellt (Bisher 2 Züge davon bei 2./Flak 61). |
| 9.7.1941 um die Mittagszeit mehrere, schw. Gewitter, die alle Nebenstr. unpassierbar machen |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.: 04.50 Gruppe Kress angetreten. 06.00 Gruppe Picker angetreten. 07.30 Gruppe Lang mit Kompanie Kaiser und Radfahrbtl.Lawall angetreten. Die Märsche verlaufen bei Gefechtsgruppe Kress und Picker bis zur Brücke bei Husiatyn ohne wesentliche Störungen; an der Brücke Marschstockungen wegen starken Kolonnenverkehrs. 12.00 Div.Gef.Stand macht Stellungswechsel nach Gegend Gorodok ( = Grodek ). Wegen Strassenverstopfungen und schlechter Nachrichtenverbindungen bleibt Ia von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr bei Zwischengefechtsstand 99 an der Brücke Husiatyn (alte Grenze Russland-Polen.) Er erhält dort die Weisungen des Gen.Kdo. für 10.7. Oberst Kress und Oberst Picker werden sofort eingewiesen 17.00 Div.Kdr. mit Ic auf neuem Div.Gef.Std. Höhe 333 dicht ostw. Gorodok eingetroffen. Gruppe Lang erreicht in mühsamen Vormarsch mit der Gruppe Kaiser (Panzerspitze, 1./Geb.Pz.Jäg.Abt.44, 2./Flak 61, 1/2 5.Flak 61, Teile Sturmgesch.Abt.1/243) die Höhe 361 und Ort Alekssinez Podlesnij und geht dort unter örtlichen Sicherungen zur Ruhe über. III./G.J.R.98 und I./G.J.R.99 ruhen, nach mühsamem Vorgehen durch Kornfelder und Sümpfe des 8.7. in Kremennaja. |
| 10.7.41 16.00 Uhr Wolkenbruch mit starkem Sturm |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.: 01.30 Letzte Teile Marschgruppe Kress untergezogen. Gem.fernmündlicher Mitteilung des Generalkommandos XXXXIX.(Geb.A.K. wird auf Armeebefehl in den Morgenstunden des l0.7. ein weiteres SS-Regiment von Husiatyn nach Jarmolinzy durchgezogen. Die Gefechtsgruppen treten daher erst l0.00 Uhr (Kress) und l2.00 Uhr (Picker) an. 13.30 Bei schwierigsten Wegeverhältnissen erreicht Spitze der Gruppe Lang (Kp.Kaiser) das Tagesziel und sichert Höhe 334, dicht ostwärts Scharowka. Die Div. beantragt beim Generalkommando die Traktoren der russ. Traktorenstationen in die Truppe einstellen zu dürfen. Marschgruppe Kress (l0.00 Uhr angetreten) versuchte, mit vorderstem Btl. (III./G.J.R.99) das Tagesziel Alekssinez - Poljinij zu erreichen, was wegen starken Verstopfungen aber nicht mehr gelang. Anfang Gros ca. 18.00 Uhr Gorodok=Ost. Marschgruppe Picker(12.00 Uhr angetreten) erreicht in den Abendstunden planmässig den Raum Grodek - Olichowcy. Vet-Kp., Geb.Jäg.Felders.Btl.54 und 5./Flak 61(von Jlawce bei Trembowla kommend ) auf die Marschgruppe aufgeschlossen. 17.00 Divisionskommandeur fährt zur Feststellung der Strassenverhältnisse zur Gruppe Lang nach Scharowka. Die Wegeverhältnisse sind bis zur Abzweigung 6 km nordostw. Jarmolinzy brauchbar, von da ab sowohl für gl.Kfz. wie Bespannfahrzeuge unfahrbar. Einzelne Vierradantrieb-Kfz. kämpften sich bis Scharowka durch. Div.Kdr. verbleibt Nacht 10./11.7. bei Stab Lang in Scharowka. aus Fotoalbum II./Geb.A.R.79. Die Abt.zieht über die ehemalige polnisch-russ.Grenze bei Husiatyn. Unterstellungen: I./99 und III./98 werden von Gruppe Lang wieder ihren Rgtern. unterstellt. |
| 11.7.1941 Kein Regen, Wege bleiben bis Abend noch sehr schlecht |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.: Gruppe Kress tritt planmässig 6.00 Uhr an und wird bald durch schadhafte Brücke 1 km ostw. Grodek und damit verbundenen 17.00 Verstopfungen aufgehalten. Marschgruppe Kress erreicht mit Masse den Endraum Scharowka - Jarmolincy. 16.00 Gruppe Picker dagegen wird westlich Gorodok 6 Stunden aufgehalten, überschreitet mit Anfang erst 16.00 Uhr Gorodok und ist 18.30 Uhr mit Masse im Unterkunftsraum Jarmolincy (ausschl.) - Gorodok. Gruppe Lang war infolge schlechtester Wegeverhältnisse nur mühsam vorwärtsgekommen, traf 11.00 Uhr bei Saginzy auf schwachen feindlichen 16.00 Spähtrupp, der sich sofort zurückzog und erreichte 16.00 Uhr das befohlene Tagesziel Bebechi und Höhe 363 nordostw. davon. Es ist noch völlig unklar, ob der Feind die Stalin-Linie verteidigt oder nicht. Nach seinen taktischen Grundsätzen müsste er schon weit im Vorfeld sich durch Sperrungen aller Art, Artl.Feuer usw. bemerkbar machen. Das ist bisher nicht der Fall. Fliegermeldungen vom 9.7. ergeben Rückmärsche kleinerer Einheiten mit Bespannfahrzeugen nach Osten. Unsere höhere Führung rechnet mit der Möglichkeit, dass der Feind die Stalin-Linie noch hält. Bei uns besteht die Ansicht, dass der auf alle Fälle so starke Teile in der Stalin-Linie belassen wird, dass planmässiger Angriff notwendig wird. Er wird uns, wie bisher, auf l0 m heranlassen und dann erst schiessen. Div.Gef.Stand in Scharowka=West. Da von dort keine direkte Fernsprechverbindung zum Gen.Kdo.XXXXIX.(Geb.)A.K. in Trembowla besteht, wird O 1 als Zwischenstelle auf dem alten Div.Gef .Stand Gorodok belassen, bis Generalkommando am 12.7. - l0.00 Uhr - Stellungswechsel im Flugzeug ! - in Ploskirow arbeitsbereit ist. 20.00 Ia der l0l.le.Div. des LII.A.K., die hinter 1.Geb.Div. auf de Strasse Husiatyn - Jarmolincy nach Südosten vorgezogen wird, bittet die Div., am 12.7. von 3.45 Uhr bis 7.00 Uhr seine mot.Vorausabteilung durchziehen zu dürfen; er nimmt zugleich Verbindung mit Marschgruppe Picker auf. Dies wird genehmigt. Das Durchziehen der mot.Vorausabteilung l0l geschieht. reibungslos. |
| 12.7.1941 heiss, jedoch frischer Wind |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.: 07.00 Gruppe Kress tritt 6.00 Uhr, Gruppe Picker 9.00 Uhr den Weitermarsch an. Die Märsche laufen flott weg. Geringe Stockungen nur noch bei Picker westlich Jarmolincy. 04.00 Gruppe Lang angetreten. 08.00 Gruppe Lang ereeichte Adamowka und Höhe 335 nordostw. davon. Bisher keine Feindeinwirkung. Div.Kdr., begleitet von Kdr. G.J.R.99, Kdr. G.A.R.79, Kdr. IV./G.A.R.79, Ib, Ic, Obstlt. Lang, trifft l0.30 Uhr auf Höhe 355 ein. Es ergibt sich folgendes Bild: Teile Lang liegen auf 1200m der besetzten Stalin-Linie gegenüber. Bunker, Schanzarbeiten, reger Verkehr in Galusinzy sind gut auszunehmen. Es muss also planmässig angegriffen werden. Div.Kdr. entschliesst sich, dass die Div. Ruhe bewahrt, nicht schiesst, bevor der gesamte Artl.Aufmarsch (einschl. Teile B.Abt.) durchgeführt ist. Die Kommandeure werden dementsprechend unterrichtet. 12.45 Div.Kdr, orientiert Ia über obigen Eindruck und 12.50 Ia meldet dies dem Chef des Stabes des XXXXIX. (Geb.)A.K. weiter. Zugleich im Auftrag des Div.Kdr. folgende Anträge: a) Luftbildskizzen des Angriffsstreifens der Div., b) B.Abt. nur mit schwachen mot.Teilen im Streifen der Div. einsetzen ! c) Aufklärungsflieger soll feindliche Artl. durch sein Erscheinen niederhalten. Das Generalkommando erhält Hiermit die ersten Erdaufklärungsergebnisse über die Stalin-Linie. 18.00 Marschbewegungen Kress und Picker ausgelaufen. 19.00 Div.Kdr. zurück, orientiert Ia und Generalkommando/Ia: "Wenn nötig, kann die Div. mit G.J.R.99 in vorderer Linie, unterstützt durch die gesamte Artl. und Flak, am 14.7. l0.00 Uhr angreifen. Es wird jedoch daraufhin gewiesen, dass Truppe und Pferde sehr angestrengt sind !" Durch Div.Kdr. sind sämtliche Kommandeure im Gelände eingewiesen, ausser Oberst Picker, Kdr. G.J.R.98. Unterstellungen: Stab s.Art.Abt.863 (10cm) wird am 12.7. dem LI.A.K. unterstellt. |
| 13.7.1941 trocken, windig |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.: Besprechung Kommandierender General - General Lanz -General Eglseer, Kdr. 4.Geb.Div. - in Michalpol, Gef.Stand 4.Geb.Div. Gedankenaustausch der Kommandeure: 1.) Schwerpunkt innerhalb des Korps bei den beiden rechten Divisionen (1. und 4.Geb.Div.) weil vor linken Divisionen (97.le. u.l25.Div.) Feind See und Sümpfe angestaut hat. 2 .) Zeitpunkt des Angriffs: Es steht noch nicht fest, ob in grösserem Rahmen (Armee) zu gleichem Zeitpunkt angegriffen wird. Da die 1.Geb.Div. keinen direkten Anschluss zum LII.A.K. (l00.le.Div.) hat, sondern zur Zeit eine 8 km breite Lücke vorhanden Ist, könnte auch ein Angriff des XXXXIX. (Geb.) A.K allein in Frage kommen. Unter Verzicht auf die frühestens bis 15.7. früh feuerbereite, pferdebespannte Korpsartillerie, könnten sowohl 1. wie 4. Geb.Div. am 14.7. vormittags angreifen. Vorläufig wird 15.7. l0.00 Uhr festgelegt. l0.00 Uhr -um auf Antrag Generalmajor Lanz - der Artl. Zeit zu geben, in 2 1/2 bis 3 stündiger Kleinarbeit Punktziele niederzukämpfen. 3.) Feindeindruck: Der Russe wird sich, wenn auch nicht mehr ausreichend Kräfte vorhanden sind, verteidigen. Fraglich ist zur Zeit, wie viel Artl. noch in der Stalin-Linie steht. Nur bei 1.Geb.Div. - Deraznia - bis 13.7. abends fdl. Artillerie aufgetreten. 11.30 Fdl. Kompanie im entfalteten Vorgehen von 341 am Nordrand Scheinzy und eine Marschkolonne auf 341 werden durch 2 Battr. III./G.A.R.79 zerschlagen. 13.30 Oberstlt. Lang erhält Befehl, noch heute Scheinzy zu nehmen und tritt hierzu 17.30 Uhr an mit II./G.J.R.99. Scheinzy wird kampflos erreicht. Marschbewegungen des Gros: Gruppe Kress tritt 6.00 Uhr Gruppe Picker tritt l0.30 Uhr an . Endräume werdern mit letzten Teilen bei guten Marschbedingungen 17.00 Uhr erreicht. 14.00 Oberbefehlshaber der 17. Armee, General von Stülpnagel, besucht den Div.Gef.Stand. Er heisst die beabsichtigte Durchführung des Angriffs, die ihm General Lanz vortrug, gut. 18.00 Oberst Henrici, Kdr. Art.Rgt.Stab z.b.V.50l meldet sich beim Div.Kdr. (ab 14.7. der Div. unterstellt.) 19.00 Angriffsbefehl für 15.7. l0.00 Uhr trifft fernmündlich ein. |
| 14.7.1941 trocken |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.: In der Nacht 13./14.7. sind die Marschgruppen gem. Div. Befehl nach vorne aufgerückt. 10.00 Div.Kdr. trifft auf dem neuen Div.Gef.Stand "ehem. Vw.Bomkowka” ein. 11.00 Kommandeurbesprechung und Befehlsausgabe für 15.7. Angriff wird so befohlen, wie am 13.7. mit Komm.General besprochen und vom O.B. gutgeheissen. Der Feind verhält sich heute ganz anders als bisher. Sein sorgloses Umherlaufen hat aufgehört, er nimmt Deckung und schiesst mit aus Geschützbunkern, insbesondere in den Nachmittagsstunden auf jede Bewegung bei Scheinzy=Ost. 12.00 Radfahrbtl. Lawall besetzt Jeltuschi (feindfrei) und Nowyje Germaki. Auf Grund der starken Einwirkung der Geschützbunker auf Scheinzy-Ost , befiehlt Div.Kdr. an Kdr. Flak-Abt. I./61 Vorziehen einer 8,8 cm Flak in den Abendstunden nach Nowyje Germaki, zum Einsatz gegen die Geschützbuhker. Es gelingt so in den Abendstunden eine feindliche Batterie ostw. Zgl. und Bunker 193 zu vernichten. 18.10 Neuer Korpsbefehl (Änderung des Schwerpunktes) wird durch General Kübler persönlich an Ia übermittelt. Unterstellungen: Stab A.R.501, m II./A.R.52 (2 Battr.s.F.H.), Sturmgesch.Abt. 243 mit 2./243 unterstellt. |
| 15.7.41 etwas diesig im Laufe des Tages strahlende Sonne |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.: 07.00 Div.Kdr. auf Div.B.-Stelle auf der Höhenrippe ostw. Scheinzy eingetroffen. Begleiter: Ib, O 1, Kr.Ger.Rat, Ob.Arzt Dr.Sebald. 07.00 Uhr Beginn des Einschiessens mit anschliessendem Wirkungsschiessen der Artl. 07.15 Ia orientiert Generalkommando/Ia. 07.30 Feind antwortet mit 2 Geschützen ( Bunkergeschützen), Kaliber 7,6 cm, Einzelfeuer). Sonst ist es ruhig. 07.55 Div.Kdr. an Ia: Bunker 192 (Art.Bunker) schiesst noch, ist sofort niederzukämpfen. Befehl hierzu ist von mir an Kdr.A.R.50l unmittelbar gegeben. 08.15 Gefechtsgruppe Lang: Auf Höhe 341 alles ruhig. 08.40 Eigene Spähtrupps gegen Bachgrund ostwärts Scheinzy werden nicht beschossen. 07.00-10.00 Artl. nach kurzem Einschiessen - pickt Bunker auf Bunker heraus und erledigt sie sichtlich (lange hernach noch herausziehender Rauch nach einem Volltreffer). 1 Bauernhaus in Brand geschossen, entpuppt sich als Bunker 187. III./79 zerschlug durch zusammengefasstes Feuer Feind in Komp.Stärke, der sich am Ausgang Galusinzy in Kornfeldern eingeschanzt hatte. 08.15 Gef.Gruppe Lang erhält fernmündlichen Befehl, im Laufe des Vormittags Höhe 341 zu nehmen (nach Wegnahme 341 um 12.00 Uhr steht Gruppe Lang vor den schwersten Bunkern im Div.Abschnitt. Div.Kdr. verbietet weiteren Frontalangriff gegen Galusinzy. Die Div. wird diese Bunkerreihe von hinten her säubern lassen. l00.le.Div. des LII.A.K. greift seit 6.00 Uhr an. Starkes Artl.Feuer ist seit 5.00 Uhr zu hören. Es wird bekannt, dass die Div. in schwerem Kampf gegen einzelne Bunker steht. 10.00 vor Div.Abschnitt feindliche Waffenwirkung: Nur aus Bunker 192 dicht ostwärts Starye Germaki ( zweischartiger Artl. Bunker) und einem weiteren Geschützbunker. Einzelne Einschläge leichter Kaliber auf Scheinzy. 10.00 Angriff! III./G.J.R.99 geht zügig den Hang der ”Bunkerhöhe" 189 hinan, Bunker 189 - 191 sind nach Artl.Beschuss von ihren Besatzungen verlassen worden. Brücke im Bachgrund vermint. 2 Pkw. 16./G.J.R.99 fahren auf, 1 Schwerverwundeter. (In den Abendstunden fährt Abt.Kdr. II./A.R.52 mit Adjutant von Starye Germaki über den bereits von einem Pkw. befahrenen Staudamm bei Nowyje Germaki, wobei er und sein Adjutant durch Minen tödlich verletzt werden.). 11.10 Div.Kdr. ist dem III./G.J.R.99 auf „Bunkerhöhe" gefolgt, desgleichen 1 Sturmgeschütz, 1 8,8 cm Flak der 2./Flak 61 und Teile 6./Fla.48. 11.30 Galusinzy-Südrand von Teilen III./G.J.R.99 erreicht, welche von da aus in ostwärtiger Richtung weiter vorgehen. I./G.A.R.79 folgt auf die "Bunkerhöhe" nach. 12.10 341 von Gruppe Lang kampflos genommen. Sie erhält Befehl bei geringem Feindwiderstand sich dem Angriff der 4.Geb.Div. anzuschliessen. 13.00 Gruppe Lawall erhält durch Funkspruch Auftrag, die im Raume Stary und Nowy Germaki stehende Artl. (II./A.R.52) zu sichern und Verbindung mit l00.le.Div. zu suchen. 13.30 Bunkerhöhe unter starkem feindlichen Artl.Feuer (15 cm). Feind schiesst mit Betongranaten, gegen Bunker 189, in dem sich Div.Kdr., Ib, Kdr. G.J.R.99, Kdr.III./99 und O 1 befinden . Artl.Flieger zur Bekämpfung dieser Batterie wird beim Generalkommando angefordert. I./G.A.R.79 in Gegen Bunkerhöhe in Stellung, gelingt es, 14.15.diese Battr. hinter Signalhöhe 369 ausfindig zu machen und zu vertreiben. Sie taucht gegen 16.00 Uhr mit neuem starken Feuerschlag gegen Bunkerhöhe wieder auf. 14.00 Masse der Div.Artl. wird in Gegend Bunkerhöhe vorgezogen. II./G.A.R.79 bleibt G.J.R.98 unterstellt, II./A.R.52 auf Zusammenarbeit mit G.J.R.98 angewiesen. Rgt.98 folgt mit Anfang über den Bachgrund nach. 15.40 Div.Kdr. befiehlt Chef 3./Geb.Pi.Btl.54 mit Flammenwerfern, Sturmgeschützen, Galusinzy aus zuräuchern. Lt.Albert, III./G.J.R.99, kurz zuvor durch Heckenschützen in Galusinzy gefallen. 16.00 Der Angriff der Div. wird fortgesetzt; von links: II./99, I./99, I./98, II./98 mit Tagesziel: Strasse beiderseits Komarowcy (dem Korpsbefehl (abgeändert) gem. Anlage 570.) Rechnung tragend). 18.15 Höhe 369 wird von Gruppe Kress ohne Widerstand erreicht. Gruppe Picker zu gleicher Zeit im Anstieg gegen Waldstück südlich 369. 20.00 G.J.R.99 erreicht mit I.Btl. Westrand Komarowzy. H.K.L. f. Nacht 15./16.7. Weg nördlich Komarowzy - 369. G.Pi.Btl.54 baute im Verlauf des 15.7. 220 Minen aus. 20.00-21.00 restl. Aufräumen der nordwestlich Galusinzy 1iegenden Bunker durch l./G.Pz.Jäg.Abt.44(Hauptmann Kaiser). Leitung: Oberstlt. Lang, dem hierzu 3./Geb.Pi.Btl.54 befristet unterstellt wurde. aus Fotoalbum II./Geb.A.R.79. Der Abt.Kdr.läßt die Batterien Stellungswechsel machen und verlegt selbst seinen Gef.Stand auf die Höhe südl.Galusinzy. Der Div.Kdr., Kdr.G.J.R.99, Kdr.G.A.R.79 an der Stalinlinie. Abt.ist jetzt dem G.A.R.79 unterstellt und soll in Gegend Scheinzy zur Unterstützung des Angriffs allein in vorderster Linie stehende G.J.R.99 eingesetzt werden. Geb.Bttr.in den Obstgärten ostwärts Scheinzy - 7 Uhr Beginn der Art.Vorbereitung, Einschießen auf Geländepunkte, Bekämpfung von erkannten Zielen. Bis 10.Uhr stärkstes Art.Feuer auf die Feindziele. Die Flakgeschütze bekämpfen in direktem Schuß die Bunker. Nach 3 stündiger Artl.Vorbereitung leistet der Feind nur mehr vereinzelt schwachen Widerstand. Bald darauf ist die Höhe südlich Galusinzy genommen. 1./Geb.Pz.Jg.Abt.44. Schaumeier Simon, gefallen I.G.Br., Höhe 341, 3km nordwestl. Galusinzy (Obfgr.); |
| 16.7.1941 Heiter, nachm.kurzer Regen der bei den rückw.D. einige Teilstrecken fast unpassierbar macht |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.: Gef.St."ehem.Vw.Bomkowka”: 08.00 Gruppe Kress, 08.30 Gruppe Picker treten zum weiteren Angriff an. Vereinzelt schiesst fdl. 15 cm Artl. f den ganzen Tag. Sonst nur versprengte Russen. 10.00 In Galusinzy letzte in den Bunkern versteckte Russen durch Gruppe Lang, der hierzu 3./Geb.Pi.Btl.54 befristet unterstellt war, niedergemacht. 12.00 III./G.J.R.98 säubert mit starken Spähtrupps Bar, das grösstenteils von den Russen geräumt war. Zivilbevölkerung plündert bereits die Läden, anscheinend nach Weisungen der Kommissare. Auf Grund Befehls des Kommandierenden Generals vom 15.7. abends zum Schutze der Verwüstung allenfalls in Bar liegender Vorräte, wird Major Baumgartner als Ortskommandant von Bar bestimmt und die Sicherung des Ortes dem Geb.Jäg.Felders.Btl.54 übertragen. 09.40 G.J.R.99 erreicht Höhe 543 und Höhe südostwärts davon. 12.00 I./G.J.R.98 durchschreitet Antonowka. 15.00 G.J.R.99 greift mit I.Btl. Stodulzi, mit II.Btl. Wasiuntinzy an, wo um Mittag noch lebhafte Feindbewegung festzustellen war. Kein Widerstand. Damit Voraussetzungen für späteren Einsatz der 1./G.A.R.79 gegen neue russ. Heerstrasse mit verheerender Wirkung gegen Fahrzeugkolonnen, Pferde und Menschen. Es beteiligte sich, wie Oberst Kress 19.00 Uhr meldete, noch eine weitere Batterie der Div. Spitze 4.Geb.Div. hing zu dieser Zeit noch zurück und erreichte erst 18.00 Uhr Rashepi. 15.40 Gruppe Picker erreichte mit Vorausabteilung Tokarewka, 8 km vorwärts des Tageszieles. 16.00 Div.Gef.Stand nach Schpyrki verlegt. Die Div. wirkte mit ihrer Artl. im Laufe des 16.7. wiederholt nach beiden Seiten aus ihrem Streifen heraus und half dadurch dem Nachbar-Divisionen vorwärts« So schoss III./G.A.R.79 nachmittags südlich des Div.Streifens (l00.le.Div.) eine fdl. Batterie in Gegend Golodki zusammen. l00.le.Div. kämpfte am 15. und 16. sehr schwer. 18.15 Auf Befehl des Div.Kdr. entsendet G.J.R.98 eine mot.Vorausabteilung (1 Zug 16.Kp., 1 8,8 cm Flak, 1 Zug 2 cm Flak) unter Führung des Oblt.Wissmann gegen Meshirow, um von dort mit 8,8 Flak auf Eisenbahndreieck Shmerinka zu wirken (Hauptbahn Odessa - Kiew). 19.00 Stand der Gefechte siehe Anlage 660. 19.00 Gruppe Lang tritt gem. fernmündl. Befehl der Div. aus ihrem bisherigen Raum. Galusinzy und westlich an, um vorläufig Antonowka zu erreichen. 20.30 Sie erhält vom Div.Kdr. Befehl, als Vorausabteilung am 17.7. frühmorgens über Gruppe Picker hinwegzuziehen und germ. Div.Befehl bei Mogielowka einen Brückenkopf zu bilden. Die Gefechtsgruppe rastet darafhin um Bar bis 17.7. 3.00 Uhr. 21.00 Mot.Vorausgruppe G.J.R.98 erreicht unter leichtem Gefecht Brücke Meshirow und bildet dort Brückenkopf. |
| 17.7.1941 Heiter, bewölkt, Platzregen |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.: 03.00 Gruppe Lang tritt aus Gegend Bar an und erreicht 06.15 Brückenkopf Meshirow. 07.15 Schwacher Feindwiderstand auf Höhe 332 ostwärts Meshirow wurde durch IV./G.A.R.79 zerschlagen. Einige fdl. Kolonnen beim weiteren Vormarsch zersprengt und zur Masse vernichtet. 09.50 Durch Verfahren der Spitze (über Korosstowcy) wird Shmerinka erst 9.50 Uhr mit Anfang erreicht. 08.00 Gruppe Picker tritt aus Gegend Tokarewka - Antonowka an und schliesst 12.00 in Gegend Strassendreieck Tartak mit mot.Vorausgruppe Lang auf, deren letzte Teile 11.40 Uhr von Shmerinka kommend über die Strassengabel Tartak rückten. 13.20 fernmündl. Weisung Gen.Kdo. für 18.7.41 trifft ein. 14.00 Gruppe Kress tritt an. Der Vormarsch ist bald grösseren Stockungen unterworfen. 15.00 Gruppe Lang nimmt gegen schwache Gegenwehr der Brückenbesatzung den Bug-Übergang bei Mogielow und beseitigt dortige Minensperren. 16.00 Mot.Vorausgruppe G.J.R.98 (Teile I./98, 2./Flak 61, Sturmgeschütz-Bttr. 2./243) mit Anfang in Mogielowka. Neuer Div.Gef.Std. bei Punkt 332 südostw. Meshirow bezogen. 18.00 Fernmündl. Vorausorientierung des Gen.Kdo. für 18.7.41 trifft ein: Verfolgung mit Masse auf dem linken Bug-Ufer Richtung Nemirow. 20.00 Auf Grund der sich anspinnenden Einkreisungs1age, dass starker Feind im Raume Deraznia - Winniza mit beiden Flanken zur Zeit durch deutsche Kräfte überholt wird, trifft neuer Befehl des Gen.Kdo. ein: 1.Geb.Div.greift auf dem Ostufer des Bug Brücke Winniza an und sperrt dort den Rückzugsweg des Feindes, übrige Div. verhindert Ausbruchsversuche. Vorausabteilung sofort eindrehen ! Die Div. hatte sich am 15.7. abends schon den Auftrag gewünscht, auf Winniza durchzustossen, um dort die Rückzugsstrasse des Feindes abzuzwicken. Bei der Einkreisung wird neben XXXXIX.Geb.A.K. hauptsächlich 24.I.D. beteiligt sein, die von Norden und Nordwesten her auf Winniza stossen soll. 20.45 bis 21.15 Fernmündl. Befehle des Div.Kdr. für 18.7.41. 19.30 Mot.Vorausgruppe G.J.R.99 (Oblt.Wolff, Chef 2./Geb.Pi.54) nimmt Brücke Woroschilowka (unversehrt). 20.25 Gruppe Kaiser erreicht vom Brückenkopf Mogielowka aus den durch Gefangenenaussage bekannt gewordenen Flughafen Sutusi und macht die dortigen Anlagen unbrauchbar. 22.30 Kp.Rathgeber (3./Geb.Pz.Jäg.44) hat Grishinzy Ostteil erreicht. bis 22.00 haben Gef .Gruppe Picker und Kress, mit Anfängen ostwärts des Bug, ihre Unterkunftsräume erreicht. 22.45 Fernspruch Gen.Kdo. teilt mit, dass die Möglichkeit besteht, im Raume westl. Winniza Feindkräften in Stärke von rund 50.000 Mann den Rückzug zu verlegen. "XXXXIX.Geb. A.K. v.ird sein Äusserstes dazu beitragen”. |
| 18.7.1941 In der Nacht Regen |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.: 03.00 - 08.00 Div. gruppiert sich gern. Div.Befehl um zur Abriegelung aller Durchbruchsmöglichkeiten des Feindes. Regengüsse erschweren das Vorkommen der Gruppe Lang sehr. Mit Sturmgeschütz-Bttr. 1./243, 1./G.Pz.J.44, 2./G.Pz.J.44 1./G.J.R.99 (Radfahr), 11./G.A.R.79 und Teile Kradschütz.-Schwdr.54 erreicht- sie 6.15 Uhr Bahnhof Tjuschki. 06.15 Die Regenschauer in den Morgenstunden, Platzregen mit Hagelschlag am Mittag legen den gesamten Strassenverkehr der Div. lahm. Bei erhöhtem Verbrauch kommt der dringend benötigte Betriebstoffnachschub auch nur mit starken Verspätungen zu den vordersten Teilen, ab 09.15 erfolgen heftige Ausbruchsversuche starker Feindkräfte auf und durch Kasatschewka. 12.00 Es gelingt diesen Teilen bis Höhe 223 und gegen Bahnhof Brailoff vorzudringen. An eigenen Kräften stehen nur schwache Teile des G.J.F. Ers.Btl.54 in Gegend Kasazschewka-Ost gegenüber und Tross (Fahrkol.1/54, 4/624, mot.Tross G.J.R.99, 1/2 Werkst.Kp.54), die sich kämpfend in Gegend des Waldes nordostw. Bhf. Brailoff zurückziehen und den Waldrand gegen Feind auf Höhe 223 halten. Einige Verluste. Den Bhf. hält gegen evtl, weitere Durchbruchsversuche das III ./G.J.R.99 10.45 (Major Hörl), welches 10.45 Uhr in Gegend Wald ostwärts Liljaki alarmiert wurde. Am linken Flügel des G.J.R.99 wurden noch ein Zug 8./G.J.R.98 (Radfahr), welcher von Bewachungsaufgaben bei Shmerinka kam, und 50 kann der Armee-Nachr.Vermittlung in Shmerinka eingesetzt. 15.00 Mit zunehmendem Feinddruck auf Höhe 323 und aus Kasatschewka heraus erhält die Div. genauere Meldung über die Lage durch einen Zugführer der G.N.A.54 und befiehlt daraufhin sofort artilleristische Verstärkung durch 5./A.R.52 als nächstgelegene Art. Nähere Veranlassung der Zuführung wird Oberst Kress übertragen. 16.30 Diesen hatte der Div.Kdr., der seit 6.00 Uhr unterwegs bei der Vorausabteilung ist, sofort nach Kenntnis der Lage bei Kasatschewka mit der Führung sämtlicher dort kämpfender Einheiten betraut. 18.00 Oberst Kress trifft bei G.J.F.Ers.Btl.54 ein. Der feindliche Vorstoss ist zum Stehen gekommen, besonders da die 5./A.R.52 (15 cm s.F.H.) kurz zuvor in Stellung gegangen und durch ihren Feuerschlag den Feind aus Kasatschewka vertrieben hatte, im Verein mit den gleichzeitig angreifenden Teilen G.J.F.E.Btl.54 und III./G.J.R.99. Oberst Kress befiehlt in den Abendstunden noch die 1./G.A.R.79 nach Gegend ehem. Vw. Jekarterinowka, welche 22.00 dort eintrifft. Über die Frage der Besetzung Kasatschewkas durch G.J.F.E. Btl.54 germ. Div.Befehl Anlage 691, siehe Anlage 720 a, (zugleich eingehender Gefechtsbericht). Bis 20.00 Höhe 323 von III./G.J.R.99 besetzt und gesäubert, somit Div.Nachschub-Strasse Tartak - Mogielowka wieder frei. Anmerkung: Die von den Truppenteilen gebrauchte Orts-bezeichnung Kasatschewka bezieht sich nach Karte 1:100000 nur auf den Süd-Teil des Ortskomplexes, dessen eigentlicher Name Brailoff ist. Bei Gef.Gruppe Lang wurde in Gegend Luka 10 km südlich Winniza feindl. Gegenangriffe aus Winniza 10.00 heraus abgewiesen. Bis 13.00 waren um Luka: 1.und 2./G.Pz.J.44, IV./G.A.R.79, 2./Flak.61 (8,8 cm), 1./G.J.R.99 (Radfahr), Teile Kradsch.Schwdr.54. IV./G.A.R.79 und 2./Flak 61 feuern aus Stellungen bei Luka gegen Brücke Winniza. 15.00 I./G.J.R.98 (Wölfinger) traf ein und trat zusammen mit Panzerspitze Kaiser 16.00 Uhr im Angriff auf Winniza-Süd (Staryj-Gorod) an. Der Angriff schritt trotz widrigster Wege-und Witterungsverhältnisse gut vorwärts. 21.00 Brücke Winniza erreicht. Es sind 2 Brücken vorhanden. Die südliche wurde bei Annäherung des I./G.J.R.98 vom Russen gesprengt. |
| 19.7.41 sehr schlecht, Starke Abkühlung, Regenschauer, starke Winde kein Regen mehr, trübes Wetter, tief hängende Wolken |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.: 04.00 Die nördliche wurde von Gruppe Lang so beschädigt, dass sie nur noch für Fussgänger passierbar wurde. Nacht 18./19.7. Der Div.Kdr. bleibt die Nacht über bei Stab/G.J.R.98 in Tarabanowka. Vormittag Der Div.Kdr. gibt vormittags bei G.J.R.98 einen schriftlichen Div.Befehl (Anl.728). 08.00 III./G.J.R.99 und G.J.F.E.Btl54 mit einem Zug 8./GJR.98 (Radfahr) greifen Wald nördlich 323 und restliche Ortschaft Kasatschewka südlich des Roff an und säubern beides vom Feind. Der Kampf ist für das G.J.F.E.Btl.54 wieder verlustreich. Feind drückt und fühlt überall an der 55 - 40 km langen Front der Div. mit Gef.Aufklärung vor. Nach 11.00 Kasatschewka feindfrei. 11.30 Div.Kdr. orientiert Ia und Chef des Stabes über Lage: 1.) Gliederung der Div. 2.) Kämpfe um Winniza waren hart, anscheinend russisch Elitetruppo dort, die restlos vernichtet werden musste. Eigene Verluste 20 Tote, ungefähr 50 Verwundete. 3.) Dringend beantragt, dass a) 24.Div. von Norden her den Kessel beschleunigt schliesst, da starke Feindteile aus Winniza-Nord und auch Brücke Stryshawka entweichen. b) Aufklärungsflieger, um Feind im Osten (Rücken der Div.) festzustellen. 12.00 Zum Schutze der”Ostfront” in Winniza wird II./G.J.R.99 (ohne die bei Situsi und Tywrow stehende 6.Kp.) und I./G.A.R.79 (ohne die bei III./G.J.R.99 stehende I.Bttr.) nach Winniza zur Gruppe Lang in Marsch gesetzt und besetzt dort bis 21.00 Uhr die H.K.L. längs der Bahnlinie ostw. Luka. 14.00 Es wird durch Verbindungs-Offz. des G.J.R.99 zur 100.(le.)Div. bekannt , dass diese zur Zeit in Krassnoje im schweren Abwehrkampf beiderseits dieser Ortschaft gegen Feind aus Süden, unterstützt von zahlreichen Panzern, steht. Div.Stab 100.le. wurde nordostw. von Tscherenosohnja nach Gegend Kurniki zurückverlegt. Heranschliessen der Div. nach Norden an 1.Geb.Div. war schon am 18.7. abends erwogen worden. Seitens der 1.Geb.Div. wird daraufhin nur bei Gruppe Kress die um Tyrow stehende Sicherung der 6./G.J.R.99 um einen Pak-Zug verstärkt. 14.00 Abschnitts-Kommandeur Links (Oberst Kress) setzt nachmittags das I./G.J.R.99 (ohne Radfahr-(1.)Kp.) am rechten Flügel seines Abschnittes vorwärts Demidowka ein. G.J.F.E.Btl. 54 (links anschliessend) wird hierbei Kdr. I./G.J.R.99 - Major Fleischmann - unterstellt. Früher Nachm. 4.Geb.Div. war seit 18.7. mit rechtem Flügel vor Wald ostwärts Ljedawka vor starken Widerstand liegengeblieben und hatte aus Gegend Miculince auf das linke Rgt. (G.J.R.91) heftige Gegenangriffe abgewehrt. Die Div. kam erst am 19.7. spät nachmittags wieder ins Fliessen und erreichte im zügigen Vorgehen, nachdem nur noch geringe feindliche Kräfte am Wege standen, am 20.7. früh 6.30 Uhr Winniza-West. Masse des Feindes, den das XXXXIX.Geb.A.K. einkreisen wollte (mit 50 000 Mann geschätzt), konnte nördlich Winniza über den Bug entkommen, weil trotz dringenster Anträge von Div. und Gen.Kdo. die 24.I.D. = (6.Armee) nicht nur erst am 19.7. die Gegend Janow (28 km nordnordwestl. Winniza) erreichte, sondern von dort aus auch nach Osten weiterbefohlen wurde. (Sie stand am 19.7. abends 4 km ostwärts Janow). Mensch, Tier und Motor der 1.Geb.Div. hatten Letztes hergegeben, um dem Befehl zur Einschliessung der westl. Winniza gemeldeten Feindkräfte zu entsprechen. Die Verärgerung unserer Jäger, dass der Feind nach all den Mühen diesmal ungeschoren entweichen konnte, legte sich erst mit seiner Vernichtung in der Schlacht von Uman (Podwyssokoje). 16.00 Ia fährt nach vorne über vorgesehenen neuen Div.Gef.Std. Witawa (dort Ic) nach Tarabanowka zum Div.Kdr. Beide verbleiben dort die Nacht 19./20.7. Auf altem Div.Gef.Std. bleibt O 1 als Verbindungs-Offz. zum Gen.Kdo. zurück. In den Nachmittagsstunden marschiert l.ung.Mot.Brigade von Bar kommend durch Meshirow nach Süden, wo sie als Armee-Truppe zur Entlastung der 100.(le.)Div. eingesetzt wird. Da bisher noch nie im Kriege gewesen, haben sie prachtvolles einheitliches Material, besonders Kfz., was unseren Leuten besonders auffällt. aus Fotoalbum II./Geb.A.R.79. Der Bug bei Brazlaw - Absicht: Sperrung des Bug zwischen Winniza und Mogilijewka gegen von Westen nach Osten zurückgehenden sehr starken Feind. |
| 20.7.41 Tiefe Wolken, kein Regen Nachmittags aufheiternd |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.: Bei III./G.J.R.98 ostwärts Tarabanowka seit 19.7. 20.00 Uhr hartnäckiges Gefecht gegen ein feindl. Bataillon, das über Zwishin bis Gegend 207 bei Tarabanowka vordrang. Feind schlägt sich äusserst zäh und wird an Ort und Stelle schliesslich erst gegen Mittag vernichtet. 08.00 Div.Kdr. beantragt bei Generalkommando Ziel und Zeitpunkt wann die Div. weiter gegen Nemirow zur Verfolgung antreten darf. Heranziehung der rückwärtigen fechtenden Teile (III./G.J.R.99) ist schon veranlasst. Als Unterlage hierfür übermittelt Div.Kdr. an Chef des Stabes genaues Feindbild weist nochmals daraufhin, dass die Kämpfe sehr hart waren und der Div. bisher (22.6. - 19.7.) gekostet haben: Offiziere Uffz.und Mannsch. Gefallen 27 250 Verwundet 29 802. 10.00 Obstlt. Lang erhält Befehl 12.00 Uhr zum Angriff anzutreten und Winniza Nord und Nordostteil zu säubern. II./G.J.R.99 (mit I./G.A.R.79 ohne 1 Battr., 2.Geb.Pi.Btl.54) bleibt hierzu unterstellt. 13.00 Oberstleutnant Lang verschiebt Angriffsbeginn auf 13.00 Uhr, da Angriffs-Btl. noch nicht bereitgestellt. 15.30 Im Zuge des Angriffs erreichen I./98 Winniza Nordrand und Komp. Kaiser l./G.Pz.Jäg.Abt.44, zusammen mit Sturmgesch. Abt. l./243, mit Aufklärung Brauerei. 12.00 Fernmündliche Vorausorientierung Generalkommando für weitere Verfolgung: "l.Geb.Div. säubert den Nordostteil von Winniza vom Feinde. Die Masse der fechtenden Truppe ist im Raum südlich und ostw. Winniza so zu gliedern, dass die Div. ab 21.7. die Verfolgung in Richtung Nemirow aufnehmen kann.;" Dieser Befehl entspricht dem Vorschlag des Div.Kdr. an Chef des Stabes vom 20.7. vormittags. 16.30 Der Angriff durch Winniza Nord ging gut vorwärts. Nordrand der Stadt überall erreicht. (Links Kaiser, Mitte Wölfinger, rechts Dauner). 19.00 Obstlt. Lang meldet, a) Höhe 277 von I./G.J.R.98 mitbesetzt, b) Erbitte als Reserve 1 Jägerzug.(Muss nach Rücksprache mit G.J.R.98 abgelehnt werden). Jedoch das Korps hat befohlen, dass 1 Btl. der 97.Inf.Div. über den Bug bei Winniza setzt (nötigenfalls mit Floßsäcken). Diese Teile soll sich Oberstlt. Lang dann als Reserve unterstellen. 22.00 G.J.R.98 meldet, das Spähtrupp gegen Komaroff durch den Wald Latanzy auf keinen Feind stiess! Lage bei Vorausabteilung l00.le.Div.: Vorausabteilung l00.le.Div. war am 18.7. ohne wesentlichen Feindwiderstand bis in den Raum Peczara - Rosnoje vorgekommen, als das Gros wegen Geländeschwierigkeiten nicht mehr aufschliessen mehr konnte. Am 19.7. feindlicher Panzervorstoss von Süden gegen Front und beide Flanken der Vorausabteilung. Munition und zum Teil Betriebsstoff geht aus. "Die Vorausabteilung geht unter Zurücklassung 1 10 cm Battr.und 1 s.F.H. Battr. (bis auf 1 Geschütz) und fast sämtlicher Pak zurück nach Norden in den Wald 7 km südostwärts Tyrow (Dort 6./G.J.R.99), wo sie am 21.7. mittags noch liegt. Indessen sind am 20.7. bei Sicherung G.J.R.99 in Tyrow gegen 400 versprengte Angehörige der Vorausabteilung l00.le.Div. eingetroffen. Der Div.Stab selbst wurde durch einen auf 300 m herangekommenen Panzerangriff vollkommen überrascht und floh unter Zurücklassung des Kartenomnibusses. Bei l.Geb.Div. trafen am 20.7. in Witawa mehrere Lkw. mit Verwundeten unter Führung des Adjutanten der Aufklärungsabteilung l00 ein. aus Fotoalbum II./Geb.A.R.79. Schwache eigene Kräfte hatten das Ostufer des Bug bis längstens 21.7. früh 8 Uhr. Bis zu diesem Zeitpunkt muss der Bug überschritten sein. 2./Geb.Pz.Jg.Abt.44. Obgfr.Eckhardt Johann gefallen Durchschuss Bauch-Rücken, Luka. |
| 21.7.1941 heiter, bewölkt, kühl |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.: Div.Gef.St.Witawa. Gruppe Picker tritt 8.00 Uhr, Gruppe Kress tritt 11.00 Uhr, Gruppe Lang tritt 11.30 Uhr gem. Div.Befehl an. Die in Winniza Nord und Nordost stehenden Sicherungen der Div. wurden vorher durch 4.Geb.Div. übernomen. 15.30 Meldung Oberst Kress: ”15.10 Uhr mit Radfahrspitze und Pak Nordrand Nemirow erreicht. Nur einige Schüsse. Besetze Brücke. Ziehe von III./99, etwa 6 km zurück, weitere Kräfte auf Kfz. nach.” 15.00 Nach persönlicher Aussprache General Lanz mit dem Komm.General und Orientierung Ia (z.Zt.bei Gruppe Lang) erhält Gruppe Lang Funkbefehl: "Panzerspitze bis Woltschok, Masse Nemirow". 15.30 Die Gefechtsgruppe Picker tritt 15.30 Uhr auf Strasse Winniza Nemirow wieder an nach 2 1/2 stündiger Verpflegsrast. Gruppe Kress hat beide Brücken in Nemirow besetzt. Brücken unbeschädigt. 15.40 Panzerspitze trifft in Nemirow ein. Oberst Kress unterstellt sie sich und stösst ohne wesentlichen Widerstand bis zum Südostansgang durch. Einige Verluste im Strassenkampf. Gliederung der Gruppe Lang (zugleich Marschfolge): a) "Panzerspitze" Kaiser: Sturmgesch. 1./243, l./G.Pz.Jäg.Abt.44, 1/3 3.Geb.Pi.54, 1/3 2.Kradschtz.Schw.54, , 1 - 8,8 cm Geschütz,(2./61), Stab Pz.Jäg.Abt.44. b) Masse Vorausgruppe Lang:, Führer: Major Kreppel, Kdr.IV./G.A.R.79, 2./Geb.Pz.Jäg.Abt.44, 2./Kradschtz.Schw.54(o.l Zug ), 11./G.A.R.79, 2./Flak 61, (8,8 cm o. 1 Gesch.) 3./G.Pz.Jäg.Abt.44, Vorausgr. San.Kp. 2/54, IV./G.A.R.79 (o. 11.Battr.) 8./G.J.R.98 (Radf.) ) Rdf.Btl. 1./G.J.R.99, (mot.), ) Lawall 1 Zug 3./G.Pz.Jg.Abt.44). 17.30 Neuer Befehl auf Grund der Aufklärungsergebnisse: Vorausabteilung Lang nach Gegend Woltschok,Pz.Spitze soll, wenn möglich, Brücke Brazlaff in Besitz nehmen. 18.00 Fernmündlicher Korpsbefehl für 22.7.: Weitere Verfolgungsstrasse für l.Geb.Div.: Brazlaff -Gaissin, jedoch haben die von Gegend Peczara gegen Brazlaff angreifenden Ungarn in Brazlaff Vormarschrecht. In anschliessender Aussprache Div.Kdr. - Chef des Stabes XXXXIX.(Geb.)A.K. wird erreicht, dass die Div. für 1 Tag zur Ruhe übergeht. 19.40 Fernmündliche Verbindungsaufnahme Ia der 125.Div. mit der Div.: "Die Ungarn kommen bei Rogosno nicht weiter vor, damit ist also nicht zu rechnen, dass sie am 22.7. vormittags in Brazlaff oder schon am 21.7. abends in Nemirow mit 1. oder 125.Div. susammentreffen. 19.50 Die Div. beantragt demzufolge beim Generalkommando, dass der nun schon befohlene Ruhetag beibehalten wird und die 125.Inf.Div. unter Freimachung der Vormarschstrasse durch l.Geb.Div. vorgezogen wird. (So auch mit Ia 125.Inf.Div. 19.40 Uhr verabredet). 18.45 Obstlt. Lang tritt aus Gegend Woltschok zum weiteren Angriff an und bleibt 20.l5 Uhr vor stärkerem Feindwiderstand aus Wäldchen 3 km nördlich Bugbrücke Brazlaff liegen. Da die Dämmerung schon hereinbricht, wird Fortsetzung des Angriffes auf den nächsten Tag verschoben. 21.40 Fernmündliche Aussprache Div.Kdr. - Chef des Stabes: Auftrag für 22.7.: Die Div. soll am 22.7. die Brücke Brazlaff nehmen, dann die Strasse freimachen und 125.Inf.Div. vorziehen lassen. |
| 22.7.1941 bewölkt,kühl, windig heiter! |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.: Div.Gef.Stand Witawa. 05.15 Spähtrupps dringen in den Wald vor Panzerspitze ein und melden ihn feindfrei. Nach kurzem Ortskampf nimmt Panzerspitze 08.30 Uhr Woltschok=Südrand bis zur Brücke, welche unversehrt erscheint. Jedoch Feindwiderstand aus Brazlaff, starkes Artl.Feuer, ausserdem dichte Kolonnen von Westen nach Brazlaff hineinziehend. Obstlt. Lang meldet der Div., dass es unter diesen Umständen vorläufig nicht ratsam sei, weiter anzugreifen, sondern erst Artl. heranzuziehen und mit ihr die Feindkolonnen zu bekämpfen und abzustoppen. Vorschlag wird vom Div.Kdr.gebilligt. Im Laufe des Tages verstärkt sich der Feindeindruck aus Brazlaff. Verstärkungen scheinen zugeführt zu sein. 14.00 Div.Kdr. begibt sich zur Vorausabteilung Lang, um die Lage an der Brücke Brazlaff zu prüfen. Feind gegenüber hat sich in Erdstellungen vorbildlich eingenistet und getarnt, auch Häuser und Bäume besetzt. Es stellte sich später heraus, dass es sich um mongolische Truppen handelte. Vorstoss eines Sturmgeschützes mit Pionieren auf die Brücke scheitert. Pakvolltreffer vernichtet das Sturmgeschütz, gesamte Besatzung schwerverwundet. Ob.Wachtm.Alex, der auf der Strecke Jaworow - Janow 10 feindliche Panzer vernichtete verlor beide Beine. 16.00 Div.Gef.Stand nach Nemirowskaja verlegt. 21.15 Orientierung Div.Kdr., Chef des Stabes: 1.) Brücke Brazlaff ca. l00 m lang, mit 2 Sprengstellen. 2.) Unternehmen Hauptmann Kaiser, mit Stosstrupp um 2o«oo Uhr die Brücke zu überschreiten, scheiterte. Pakvolltreffer auf Sturmgeschütz; mehrere Tote, Verwundete. 3.) Obstlt. Lang wird daher am 25.7. mit Morgengrauen versuchen, truppweise Panzerjäger und Teile Radfahrabt.Lawall in Nähe der Brückenstelle überzusetzen. 4.) Scheitert dies, so geht Gef.Gr. Kress ab 6.00 Uhr mit 2 Btlnen. vor und zwar: a) gegen Sabushje, b) gegen Astapkowzy. Dort Übersetzen, Angriff gegen Polanka - Höhen südlich Brazlaff. Eigene Artl. fesselt solange den Feind. II./A.R.52, seit 22.7. der 125.Inf.Div. unter teilt, bleibt für dieses Unternehmen im Einvernehmen mit Kdr.125.Div. noch bei uns. Gelände südlich des Bug ist überhöhend. Unterstellungen: Auf Befehl Gen.Kdo., II./A.R.52, Sturmgesch.Abt.243 mit 1.u.2.Battr., 5./Flak 61 zur 125.Div. ausgeschieden. 1./243 bleibt auf Antrag der Abt. und mit Zustimmung der 125.Div. jedoch mit Gen.Kdo.Befehl vom 23.7. abends der Div. unterstellt. |
| 23.7.1941 heiter |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.: 05.00 Vorfühlen der Vorausabteilung scheitert wiederholt am gezielten fdl. Gewehr- und l.M.G.-Feuer. Es wird daher - wie am 22.7. abends vorgesehen - G.J.R.99 auf Brückenstelle Astopkowcy in Marsch gesetzt. 06.00 2 9-to-Fähren von der 2./Geb.Pi.Btl.54 dort fertiggestellt. Radfahrabteilung Lawall, die schon am 22.7. abends auf einer Zivilfähre mit 1 Komp, übergesetzt und auf Grund der irrtümlichen Meldung, dass diese Fähre unbrauchbar geworden sei, mit Floßsäcken wieder zurückbefohlen worden war, 10.00 tritt an und erreicht l0.00 Uhr Polanka und stellt sich 12.30 im Wäldchen westlich Monastyrskoje zum Angrif bereit gegen stärkere feindliche Sicherungen mit einem schweren und 4 leichten Panzern in Monastyrskoje. II./A.R.52, die im Einvernehmen mit 125.Div. bis zur Wegnahme des Brückenkopfes noch der Div. unterstellt bleibt, feuert gegen Monastyrskoje und die erkannten Panzer. Bis 11.00 Uhr I./G.J.R.99 - dabei Oberst Kress - mit Masse übergesetzt und schliesst auf Btl. Lawall auf. Dieses wird Oberst Kress unterstellt, der zugleich mit der Leitung des gesamten Angriffes auf Brazlaff und als Brückenkommandant in Brazlaff von der Div. beauftragt wird. 15.15 Monastyrskoje von I./G.J.R.99 mit Radfahrabteilung Lawall gegen schwächeren Feind genommen. 17.15 ist die Gegend der Brücke von Brazlaff erreicht. Die Säuberung des Ortes wird vorsichtig und langsam betrieben, da der ganze Ort in raffiniertester Weise ausgebaut ist, und ist bis 19.45 Uhr im allgemeinen beendet. Gegen 20.30 Uhr erreicht II./G.J.R.99 mit Teilen Höhe 277 südlich Brazlaff, I./G.J.R.99 sichert den Ostausgang aus Gegend Ksendsowka - Ssorokoduby. III./G.J.R.99 wird nach Woltschok (bei Tschukoff) vorgezogen. 20.00 Gruppe Picker tritt gem. Div.Befehl an und rückt über Nemirow in den Raum: Tschukoff - Nemirow (ausschl.) |
| 24.7.1941 Heiter |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.: Nacht verläuft ruhig. Ruhetag. 11.00 G.Pz.Jäg.Abt.44 erhält Auftrag Strasse Brazlaff - Ssemjonki und Brücke Ssemjonki zu erkunden. Letztere wird vom Div. Pi.Fhr. 125.Inf.Div. als durch 2 Artl.Treffer für Fahrzeuge unpassierbar bezeichnet. 15.00 1./Geb.Pi.Btl.54 wird dem Korpspionierführer-Oberst Zimmer -ab 24.7. abends bis einschliesslich 25.7. zum Bau der Brücke Ssemjonki unterstellt. Die Erkundung bestätigte, dass die Brücke durch 2 Artl.Volltreffer stark beschädigt ist. 16.00 Erkundungstrupp Herrle ( 2 M.G. 2./A.A.54, 2 2cm Flak, 2 Pak erreicht von Brazlaff aus Brücke Ssemjonki und sichert Südwestausgang Ssemjonki. An der Brücke sicherte 23./24.7. 1 Kp. der 125.Inf.Div. , die hiermit abgelöst wurde. Abends IV./G.A.R.79 rückt über die Brücke Brazlaff, die von Korps-Pionieren bis 18.00 Uhr fertiggestellt wurde, nach Brazlaff. |
| 25.7.1941 bewölkt und heiter |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.: Der Div.Kdr. stiftet für besondere Leistungen ein Anerkennungs schreiben. Ruhetag: III./79 und IV./79 werden mittags aus ihrer Stellung in Unterkunft befohlen. 18.45 fernmündliche Weisung des Generalkommandos für 26. trifft ein: Weiterführung der Verfolgung ! Gros marschiert mit Anfang bis Kunka, mot.Vorhut über Gaissin auf Teplik. |
| 26.7.1941 Nacht 26./27. Regengüsse; Wege vollk. aufgeweicht |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.: 06.00 Vorausabt.Lang tritt an, 08.15 Gefechtsgruppe Kress tritt an, Gefechtsgruppe Picker tritt an. 12.00 Div.Gef.Stand nach Kossanowo verlegt. Die Gefechtsgruppen Kress und Picker erreichen mit letzten Teilen um 18.00 Uhr bezw. 20.00 Uhr ohne wesentliche Marschstörungen die Unterkünfte. 08.30 Gefechtsgruppe Lang erreicht ohne Feindwiderstand 14.15 Gaissin. Unter leichten Gefechten wird Kublitsch und 16.30 Karabelowka erreicht. Es ergibt sich somit die Lage, das die Div. nach zwei- bis dreitägiger Rast am ersten Einsatztage wieder 15 km vor den vordersten Teilen der Nachbar-Divisionen steht. Denn: links 125.Inf.Div. steht immer noch in Gegend ehem.Vw.Wily im Gefecht, rechts 100.le.Div. erreicht 17.00 Uhr mit I.R.54 Tymar. 18.30 Durch Funkspruch wird daher Obstlt. Lang befohlen, die Vorausabteilung in der Nacht 26./27.7. in dem durch Gewässer nach Osten und Süden gesicherten Raume Markowka, Karabelowka - Washnoje zusammenzuziehen, nach Norden besonders zu sichern und somit allen feindlichen Angriffen gewappnet zu sein. Oberst Kress wird befohlen, eine improvisierte bewegliche Vorausabteilung (Rgts.Stab mot. IV./G.A R.79, 16./99, 2./Geb.Pi.54, Teile 6./Fla.48) bereitzuhalten, falls Hilfe für Oberstlt.Lang notwendig werden sollte. Führer hat sich noch am 26.7. abends über Lage und Marschweg zur Gruppe Lang persönlich zu orientieren. 19.45 Fernmündliche Weisungen des Generalkommandos für 27.7. eingetroffen. 19.10 Gefechtsgruppe Lang nähert sich Teplik und nimmt 21.10 Uhr die Stadt. Die Russen sind vollkommen überrascht. Zahlreiche-Beute an Kriegsmaterial (Pak, Lkw. usw.). Beim Vormarsch hat die Gefechtsgruppe Lang 17.00 Uhr beim Bhf. Kublitsch 5 Güterzüge mit Munition und Nachrichtengerät durch Zerstörung der Lokomotiven lahmgelegt. Inwieweit westlich davon weitere Eisenbahnzüge davon betroffen wurden, ist nicht bekannt. Bei Brazlaff wurde - wie bekannt wurde -eine 12,2 cm Traktoren-Batterie erbeutet. 19.45 Neuer Befehl an Lang: Für 27.7. Halten von Teplik, offenhalten der Übergänge nach Osten. 21.25 Verbindung mit 125.Inf.Div. Der Div.Kdr. gratuliert Obstlt.Lang zur Einnahme von Teplik. Zugleich Mitteilung, dass Gefechtsgruppe Kress bis 27.7. 12.00 Uhr eintrifft. 22.25 Der Kommandierende General ruft an und wird vom Div.Kdr. über die Lage der Vorausabteilung Lang orientiert. Der Komm.Gen. sichert Fliegerüberwachung, nötigenfalls Fliegerunterstützung für Lang zu und spricht sich sehr befriedigt und erfreut über die Lage bei der Div. aus. 20.04 Gefechtsgruppe Lang meldet, dass in Gegend Sjatkowzy Feind von Westen her gegen die Vormarschstrasse und dort stehende schwache eigene Kräfte (Teile Nachr.Zug Radf.Abt. Lawall) vordränge. Es handelt sich anscheinend um feindl. Kräfte, die 100.le.Div. bei ihrem Abendangriff auf Tymar-Bahnhof - Sjatkowzy vor sich her nach Osten vertrieb. Unterstellungen: 4./Flak 61 (2cm) auf Zusammenarbeit angewiesen. |
| 27.7.1941 Platzregen, schmierige Wege |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.: 03.00 Bei deren Zurückgehen über die Vormarschstrasse der Div. hinweg nach Osten und Nordosten mussten die Sicherungen der. Radfahrabteilung Lawall nach Kuschtschinzy herangeholt werden. Die Div. hatte am 26.7. 20.40 Uhr Lt.Koch der G.N.54. der sich Kuschtschinzy befand, befohlen, die Vormarschstrasse bis zum Eintreffen der mot.Vorausabteilung Kress am 27.7. 5.00 Uhr für jeden Verkehr zu sperren. 08.20 Die Nacht verlief bei Lang ruhig. Er erhält Befehl, in Teplik zu verbleiben und gegen Taschlyk Wyschij aufzuklären, bis G.J.R.99 aufgeschlossen ist. 06.00 Mot.Vorausabteilung Kress durchfährt Kuschtschinzy. 10.40 Kommandeur 125.Inf.Div. bittet wegen der schlechten Strassenverhältnisse 1 Batl. des I.R.420 (Oberst Oppländer ) auf der Vormarschstrasse der Div. im Abschnitt Kuschtschinzy - Gaissin zurückziehen zu dürfen, um sie von dort in Richtung Michajlowka in Marsch zu setzen. Dies wird zugestanden. Gruppe Picker wird solange westlich Gaissin angehalten werden. 10.50 Befehle an Marschgruppe Picker ( fernmünd1ich!): Gefechtsgruppe Picker erreicht noch 27.7. den Raum Kublitsch - Gaissin (Orte ausschl.). Sie tritt den Weitermarsch durch Gaissin auf Kublitsch an, sobald 125.Inf.Div. die Strasse freigemacht hat. Hierzu Verbindungsaufnahme mit 125.Inf.Div. Befehl an Gef.Gr. Kress: erreicht Raum Wassnoje -Kublitsch. Der Vormarsch der Gefechtsgruppe Kress über die Eisenbahnbrücke Gaissin geht verhältnismässig flüssig vorwärts, immerhin passiert Ende (Fahrkol. 5/54) erst 18.00 Uhr die Brücke Gaissin. 13.00 Mot.Vorhut G.J.R.99 erreicht Teplik als ostwärtigen Ort des Unterkunftsraumes der Gef.Gr. Kress in der Nacht 27./28.7. 18.30 Gefechtsgruppe Picker kann mit Anfang an Brücke Gaissin und anschliessend einigermassen flüssig in ihren Unterkunftsraum Kublitsch - Gaissin (ausschl.) rücken. 19,00 Div. beantragt wiederholt Sperrung der Brücke Gaissin für mot.Teile, um das Vorziehen der Gef.Gr.Picker zu erleichtern. Den ganzen Nachmittag über wiederholte Angriffe feindl. Bomber und Jäger (Bordwaffen) auf die Strasse Teplik -Gaissin Ein Volltreffer in Gefangenentransport mit ca. 30 Toten. Über 30 eigene Verwundete, ebensoviele Pferde verletzt. 10 Tote. 15.00 Gefechtsgruppe Lang, ca. 15.00 Uhr antretend, kam gegen 16.45 geringen Widerstand weiter bis Taschlyk - Wyaachij und 19.00 Sserebrija (feindfrei). 21.00 Beim Vorfühlen gegen Ternowka Feindwiderstandd der vor Einbruch der Nacht nicht mehr gebrochen werden kann. Spitze Lang, bestehend aus Führer: Oblt. Rathgeber, Chef 3./44 Truppen 3./Geb.Pz.Jäg.Abt.44: 2 Sturmgeschütze 1/243 1 8,8 cm Flak 2./61 2 2 cm Flak 2./61 3 Gesch. l/Geb.Pz.Jäg.Abt.44 (Pak auf Protzkw.Kfz.59 aufmontiert, stirnseitig gepanzert) 1/3 Geb.Pi.Btl.54, gräbt sich daher halbwegs Ternowka Ssrebrija ein. 17.00 Div.Gef.Stand nach Barssuki verlegt. 19.30 Fernmündlich trifft Weisung Gen.Kdo. für 28.7. ein: Div. verfolgt weiter über Ladyshinka auf Dubowo am Rewucha=Abschnitt. 21.45 Rücksprache Divisionskommandeur - Chef des Stabes. Die Div. hat Bedenken noch weiter vorzustossen und beabsichtigt daher am 28.7. nur in den erreichten Räumen aufzuschliessen und nach Norden und Osten zu sichern. Nach Klärung der Lage bei linkem Nachbar, 125.Inf.Div. in Iwangorod (das bisher nicht genommen werden konnte), wird Vorausabteilung der Div. wieder weiter auf Antonowka -Ryshewka befohlen werden. Generalkommando ist einverstanden. 21.55 Mitteilung Chef des Stabes an Div.Kdr.: Vorausabteilung 100.le.Div., derzeit Meleschhoff wird am 28.7. vormittags auf Strasse Kublitsch - Teplik zum Einsatz nach Süden vorgezogen. Die Div. stellt hierzu Vormarschstrasse zur Verfügung. 22.55 Von III./G.J.R.99 Begleitoffizier für Vorausabteilung l00.le.Div. für die Dauer des Vorziehens im Div.Streifen befohlen. |
| 28.7.1941 heiter |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.: Der Division wird bekannt, dass Angriff Lang auf Ternowka wegen schlechter Brücke in Seerebria immer noch verzögert wird. 3./Pi.54, Vorausgruppe Lang unterstellt, baut die Brücke neu. 09.00 Lang erreicht mit Spitzengruppe Rathgeber (3./Geb.Pz.J.Abt.44) Ternowka gegen schwächeren Feind und säubert es bis l0.30 Uhr. 10.00 Rücksprache Div.Kdr.-Oberstlt. Lang. Der Div.Kdr. gewinnt dabei den Eindruck, dass Lang trotz seiner äusserst exponierten Lage - die Nachbardivision hängen immer noch weit zurück-stark genug ist, um allen Möglichkeiten gewachsen zu sein. Es wird daher befohlen: 10.05 an Gefechtsgruppe Kress: Vorrücken ! und zwar Vorausabteilung nach Taschlyk Wysschij, 1 Btl. (I./G.J.R.99) über Salushie nach Ptschelnja, 1 Btl.(III./G.J.R.99) nach Washnoje. Hauptsicherung gegen Nordosten, beiderseits der Bahnlinie Washnoje - Roskoschowka. I./G.A.R. 79 und IV./G.A.R.79 (ohne 1 Battr,) sind in Gegend Teplik - Washnoje mit Schussrichtung N.O. in Stellung zu bringen. Strasse Freimachen, dass Gefechtsgruppe Picker bis Karabelowka vorrücken kann. 10.15 Befehl an Gefechtsgruppe Picker: Aufrücken mit vorderstem Btl. bis Karabelowka; dort Verbindungsaufnahme mit III./G.J.R.99 und von diesem Sicherungen auf 245 übernehmen. Nach Möglichkeit Verbindung mit 125.Inf.Div. (I.R.421) bei Krasnopolka aufnehmen. Artl.Beobachtung (II./79) nach Nordosten Richtung Iwangorod. Mit Einsatz Richtung Grusikoje ist zu rechnen, da 125.Inf.Div. in schwerem Kampf bei Iwangorod. Rückwärtige Teile (Geb.Jäg.Felders.Btl.) nicht weiter vor als Barssuki; Einsatz für letzteres gegen Tyschkowskaja erkunden. 10.30 Befehl an G.A.R.79: III./G.A.R.79 ist im Abschnitt Picker mit Wirkung Richtung Krasnopolka einzusetzen, B-Stelle auf 245; dabei Kalibermischung mit II./G.A.R.79 in Gegend Grusikoje, ebenso bei Gef.Gr. Kress mit I. und IV./G.A.R.79. 10.35 Div.Kdr. orientiert Chef des Stabes: 1.) Feind räumte Ternowka unter Feuer der 11./G.A.R.79. Lang in Ternowka. Von dort Aufklärung gegen Antonowka. Vormarsch verzögert durch schlechte Brückenstelle Sserebrija. 2.) Vorausabteilung Kress wird nach Taschlyk Wysschij vorgeworfen werden. 3.) Orientierung über Bewegungen Kress und Picker. 11.15 Obstlt. Lang bittet um Zuteilung eines 2 cm Zuges zum Fliegerschutz. Fliegerlage seit 27.7.: Täglich mehrmals feindliche Bomberstaffeln bis zu neun Maschinen, ferner einzelne und im Verbande fliegende Jäger, welche mit Bordwaffen auf die Marschsstrasse der Div. schiessen. Lage bei Nachbardivisionen: rechts l00.le.Div. kommt nun vorwärts (ohne Feindberührung) und trifft in den Abendstunden bei Losowata auf schwachen Feind. Aufklärungabt. l00.le.Div. wurde von 6.00 Uhr bis 11.00 Uhr von Oberst Kress auf eigene Initiative am rechten Flügel des nach Salushje - Pschtelnja vorgehenden I.Btl, mit vorgeführt. Links 125.Inf.Div. kämpft schwer und musste vor starkem Feinddruck aus Linie dicht westlich Iwangorod bis zum frühen Nachmittag bis 4 km westlich Krasnopolka zurückgehen. In den Abendstunden (19.00 Uhr) konnte Krasnopolka-Westteil wieder im Angriff erreicht werden, zumal die 295.Inf.Div. im Nordwesten Granoff genommen hatte und hierdurch I.R.419 (bisher auf Granoff von Süden angesetzt) und I.R.421(bisher Reserve) von der 125.Inf.Div. vorgezogen werden konnten. Fliegerabschüsse, Feindberührung siehe Tagesmeldung. 16.00 Div.Gef .Stand nach Vw. 2 km südostw. Teplik verlegt. Der Div.Gef.Stand liegt vor der H.K.L. der Gefechtsgruppe Kress, bei ungesicherter Feindlage von Nordosten und Südosten und Osten. Daher unmittelbare Sicherungen von 20.00 Uhr bis 4.00 Uhr durch 3./G.J.R.99 befohlen. 15.00 Aufklärung zu Fuss der.Gruppe Lang erreicht Brücke Antonowka ohne Feindberührung. 19.10 Spitze Lang (Gruppe Rathgeber) besetzt Brücke Antonowka. 20.50 Aufklärung von Antonowka auf Ryshjewka meldet dieses feind-besetzt. 21.40 Oberst Kress erhält Befehl, 1 Jägerkompanie, auf LKW. verladen, der Gef.Gruppe Lang zuzuführen. 21.50 Obstlt.Lang darüber orientiert. 22.00 Div.Kdr. orientiert Chef des Stabes für 29.7.: 1.) Gefechtsgruppe Lang nimmt 29.7. frühzeitig Ryshewka. Hierzu wird sie durch 1 Jäg.Komp. verstärkt. (Gef.Gr. Kress und Lang erhielten hierzu Befehl, für die nächsten Tage je 1 Jäg.Komp. bereitzuhalten, die auf Lkw. verladen für die Div., stets abrufbereit ist.) 2.) Dann wird Gef .Gr. Lang Ladyshinka nehmen, Von dort mit einem schweren Haubitzzug Einwirkung auf grosse Strasse Uman - Odessa. 3.) Gef.Gr.Kress erreicht mit Anfang Ternowka. Die von Norden (Uman) nach Süden führenden Strassen werden durch Minen gesperrt. 4.) Antrag: Neu Archangelsk soll bombardiert werden. 5.) Eine weitere 8,8 cm Batterie dringend erbeten. Abends Div. spricht den Chefs 2./Flak 61 (Oblt. Gebauer) durch Fernspruch und 6./Fla.48 (Oblt. Dehmel) seine besondere Anerkennung für den Abschuss der Flugzeuge aus. |
| 29.7.1941 heiter |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.: 07.00 Spitze Lang tritt gegen Antonowka an und erreicht es bis 8.00 Uhr, bis 10.40 Ladyshinka -. Von dort Aufklärung gegen Tekutscha, das 12.00 Uhr feindfrei gemeldet wird. 12.45 1 Zug ll./G.a.R. 99 ist feuerbereit gegen Strassengabel bei Siedlg. Kruglik, womit Einwirkung gegen grosse Strasse Uman - Odessa gegeben ist. Artl.Flieger wird hierzu angefordert. 12.10 Auf Grund der Meldungen der Vorausabteilung, dass ihr Vormarschweg bisher ohne Feindberührung verlief, schlägt Div. Kdr. dem Chef des Stabes vor, dass die 1.Geb.Div. nicht auf Uman eingedreht, sondern über Dubowo - Podwyssokoje auf Nowo Archangelsk angesetzt wird. Chef des Stabes teilt jedoch neu eingetroffene Fliegermeldungen mit: Im Raum (dicht südlich Ternowka - Antonowka) Tjomna - Oknino - Kamennaja Kriniza - Chatschewato 650 -700 abgestellte Bespannfahrzeuge, ferner 40 Jagdflugzeuge auf Flugplatz dicht ostwärts Kamennaja Kriniza. Nach Vortrag bei Kommandierenden General ist in Kürze ein Befehl, der diesen Meldungen Rechnung trägt, zu erwarten. 12.15 Obstlt.Lang erhält Befehl, nicht über Ladyshinka weiter vorzugehen und auf Abruf Aufklärung nach Süden anzusetzen. 12.20 Befehl an Oberst Kress: mit Vorausabteilung nach Ternowka-Süd beschleunigt vor zur Sicherung dort. Aufklärung nach Süden gegen Tjomna. Sind die gemeldeten Lkw. feindbesetzt ? 12.50 Korpsbefehl trifft ein. 13.00 Div.Kdr. orientiert Oberst Picker: Mit Feind im Süden - falls Kfz. noch besetzte wird Gefechtsgruppe Kress allein fertig werden. Falls aber gleichzeitig ein fdl. Angriff aus Richtung Uman laufen sollte, ist Einsatz der Gefechtsgruppe Picker von Taschlyk Wusschij Richtung Osten vorzubereiten. 13.10 Befehl an Obstlt. Lang: 1.) In Ladyshinka Halten. Sicherung nach Osten und Süden. 2.) (Nach Orientierung über Auftrag Kress und Picker) Vorausabteilung Lang hält bei feindlichem Angriff Abschnitt Antonowka - Ryshjewka. 3.) Aufklärung: a) von Antonowka auf Oknino, b) über Kolodistoje nach Süden. 13.40 Auf Antrag Oberst Kress entscheidet die Div.: Marschgr.Picker bleibt mit 1 Btl. und II./G.A.R.79(o.1 Battr) im Marsch auf Taschlyk Wysschij. 1 Battr. verbleibt bei Teplik Aufklärung nach Osten und in Richtung Uman. 15.10 Aufklärungsflieger meldet, dass auf Strasse Uman - Odessa vor der Div. kein Verkehr sei und dass sich deshalb ein Artl.Schiessen des bei Ladyshinka stehenden Zuges ll./G.A.R. 79 nicht lohne. 17.30 Auf Grund der Feind Aansammlung im Süden der Div. und des aufgetretenen Artl.Feuers werden die Gefechtsgruppen weiter im Marsch belassen und zwar Gefechtsgruppe Kress nach Raum Ternowka - Sserebrija, Gefechtsgruppe Picker nach Raum Sserebrija (ausschl.) - Teplik. 19.00 Feind aus Richtung Gaiworon gegen Höhe 218 (südlich Ternowka) vorflutend, bleibt im Feuer der I./ und IV./G.A.R., liegen, die vorausschauend auf Befehl der Div. am Südrand Ternowka in Stellung gebracht worden waren. Auf 218 Sicherungen des II./G.J.R.99. Dieser Feuerschlag war massgebend. weitere Vorgehen der Div. Denn der Feind drehte nach Osten in Richtung Kamennaja Kriniza querfeldein ab, ohne sogar in der Nacht 29./30. Gefechtsgruppe Lang mit stärkeren Teilen zu behelligen. Zur Sicherung nach Süden wird der Gefechtsgruppe Lang das gesicherte Vorziehen eines Zuges 8,8 cm Flak auf die Wegenase 5 km südostw. Antonowka befohlen. Als Feind in der Nacht vom 29./30.7. mit schwachen Teilen von Südwesten Richtung Gorodniza an die Stellung Lang heranfühlt, kann er von dieser Flak zusammen mit s.F.H. der Gef.Gruppe Lang wirksam gefasst werden. 20.45 Fernspruch Komm.General-Div.Kdr.: 1.) Besondere Anerkennung für die hervorragenden Leistungen der Div. in den letzten 3 Tagen. 2.) Der Vorstoss der l.Geb.Div. an der Spitze des XXXXIX.(Geb.)A.K. hat das Oberkommando des Heeres veranlasst, die Panzergruppe 1 dicht ostwärts Uman nach Süden eindrehen zu lassen, mit rechtem Flügel über Babanka - Naljiwaika - Tokarowka. 3.) Daher, nach Bereinigung der Lage bei Ternowka, neue Richtung für 1.Geb.Div.: Golowanjewsk. 23.00 Div.Kdr. orientiert Obstlt.Lang über neue Vormarschrichtung und Art das Vorgehens: Panzerspitze über Siedlg. Kruglik, Gros Gef.Gr.Lang üoer Nowo Klionowo auf Wyerbowo. Von dort Vorfühlen auf Golowanjewsk (Tagesziel für 30.7.). Unterstellungen: 1/2 4./Flak 61 zur 4.Geb.Div. ausgeschieden. |
| 30.7.1941 heiss |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.: Div.Gef.Stand Teplik 01.00 Letzte Teile Picker (I.Btl.) in Unterkünftee (Taschlyk Wyschij) eingetroffen. 05.30 Obstlt.Lang meldet, daß er mit der gesamten Vorausabteilung Richtung Golowanjewsk anzutreten beabsichtigt. 05.45 Div.Kdr. befiehlt Obstlt.Lang , abschnittsweises Vorgehen. 1 Komp. G.J.R.99 wird anstelle der abrückenden Teile der Gefechtsgruppe Lang sofort auf Antonowka zur Sicherung vorbefohlen . 06.30 Nach Orientierung Oberst Kress, wobei festgestellt wird, dass Radfahrbtl.Lawall im Rahmen des Vorrückens der Gefechtsgruppe Lang ebenfalls seine Sicherungsstellung südwestlich Antonowka aufgegeben hat, wird befohlen: 1 Btl. Gef.Gr. Kress (III./G.J.R.99) nach Antonowka, dafür 1 Btl.Picker (III./G.J.R.98) nach Ternowka. 08.15 Div.Kdr, fährt zur unmittelbaren Befehlserteilung an die Gefechtsgruppen vor. Er belässt III./98 (Hauptman Salminger) im Marsch über Antonowka auf Strassenkreuz drei Kilometer südlich Gorodniza, ferner wird bei Gefechtsgruppe Kress in Ternowka Masse II.Btl. und I./G.A.R.79 (o. 1 Battr.) in Marsch nach Osten gesetzt. Oberst Kress bildet die "Vorausabteilung Hörl” (III./G.J.R.99, III./G.J.R.98, II./G.A.R.79 o. 1 Battr.) zum Vorstoss von Antonowka auf Ssjenki. Vor Feind südlich Ternowka verbleibt lediglich noch 2./G.J.R.99, 7./G.J.R.99 und 1 Battr. I./G.A.R.79 unter Hauptmann Fredlmaier. 07.00 Gruppe Lang erreicht Wegekreuz bei Siedlg.Kruglik und 09.15 Wjerbowo. Sie tritt anschliessend vor Waldrand südlich Wjerbowo in Gefecht gegen stärkeren Feind und geht bis in Gegend 2 km nördlich 12.25 Golowanjewsk vor. 12.45 Starker feindlicher Bombenangrif auf Ternowka durch 6 feindl. Bomber, welche 40 Bomben abwerfen. 1 Bomber abgeschossen. Auch starke Angriffe in Gegend nördlich Golowanjewsk auf Gefechtsgruppe Lang. 13.45 Befehl an Gruppe Picker: Ein weiteres Btl. kann vorgezogen werden. (I./G.J.R.98, Taschlyk Wysschij, über II./G.J.R.98 hinweg in den Wald ostw. Ternowka). 14.00 Div.Stab beginnt Stellungswechsel nach Waldecke dicht nordwestlich Ryshjewka. 16.00 Neuer Gefechtsstand bezogen. 15.30 Platzregen westlich Teplik, der die Strassen und Wege für rückwärtige Teile schwer passierbar macht. Da das Herauslösen der Truppenteile aus ihren Sicherungsstellungen jeweils längere Zeit beansprucht, laufen die Marschbewegungen der Div. später als beabsichtigt aus, sie wurden weiterhin verzögert durch das verlangsamte Marschtempo der III./G.A.R.79, deren Pferde stark überanstrengt sind. 17.00 Durch im Gelände gegebene Einzelbefehle leitet der Div. Kdr. noch einzelne Truppenteile weiter nach Osten und und baut so die "Nordfront" bis der Div. auf. Zur Sicherung des Div.Gef.Standes, der in Ryshjewka ungedeckt nach Nordosten zum Feind heraus geschoben liegt, trifft 18.00 11./G.J.R.99 20.00 Uhr auf Befehl des Div.Kdr. in Ryshjewka ein. 18.00 Gruppe Lang erhält Befehl - auf Meldung starker Artl.Wirkung aus Golowanjewsk heraus - , am 30.7. nicht mehr anzugreifen. 19.00 Mündlicher vorausggebener Korpsbefehl für 31.7.: "1.Geb.Div. nimmt Golowanjewsk. Dann ist es Aufgabe der Div., zu verhindern, dass der Feind vor LII.A.K. über die Strasse Golowanjewsk - Ljuschnyewata (am Bug) nach Osten durchbricht”. Dieser Auftrag kann, da die Div. am 30.7. abends mit l00 km Frontlänge ihren Nachbarn weit voraus ist, nicht ausgeführt werden. 20.00 Div.Kdr. meldet dem Generalkommando die Lage der Div. und was für 31.7. geleistet werden kann: Vormittags: Ordnen der Verbände und Aufschliessen auf Golowajewsk, nachmittags: Bereitstellung und Angriff auf Golowanjewsk. 20.30 Neue Fassung der Angriffsziffer trifft ein: ”1.Geb.Div. versammelt am 31.7. im Raume um Golowanjewsk und verwehrt dem Gegner den Rückzug über Golowanjewsk auf allen hierfür in Betracht kommenden Strassen und Wegen.” 20.50 Neuer Korpsbefehl für Zuführung von Verstärkungen für Div. trifft ein. Dem Ersuchen des Generalkommandos, die neu unterstellten Verbände auf dem Nordflügel der Div. zur Sicherung gegen Uman einzusetzen (falls nicht dringende Gründe dagegen sprechen), wird entsprochen. Nacht 30./31.7 II./G.J.R.98 wird von Taschlyk Wijsschij nach Ladyshinka vorgezogen. Die Nacht verläuft wider Erwarten vollkommen ruhig. "Die Div. hatte Glück." Unterstellungen: Gem.Korpsbefehl für 31.7. unterstellt: Stab G.Pi.620 Pi.Btl.73 V.A.1.G.D. |
| 31.7.1941 heiter grelle Sonne heiter |
Kriegstagebuch Ia 1.Geb.Div.: Der Vorstoss der l.Geb.Div. nach Golowanjewsk findet seinen Niederschlag im Wehrmachtsbericht, dessen Wortlaut der Kommandierende General der Div. eigens übermitteln lässt. 07.15 Gruppe Lang dringt in den Wald nördlich Golowanjewsk ein und stellt sich ostwärts davon mit Gruppe Fleischmann (Stab I./G J.R.99, 1.Kp. G.J.R.99, 3./G.J.R.99, 8./G.J.R.98, Stab Lawall, 1 Pakzug Pz.Jäg.Abt.44) zum Angriff bereit. Sicherungen an der Strasse sind 7.25 Uhr bis zum Friedhof bei "M" vorgetrieben. 10.15 16.Pz.Div., z.Zt. um Nowo Archangelsk - Nadlak erfragt durch Funkspruch den Standpunkt der Div. Damit ist der äusserst rege Funkverkehr eingeleitet, den die Div. bis zum Abschluss der Einkreisungsschlacht von Podwyssokoje mit folgenden Stäben geführt hat: Generalkommando XXXIX.(Geb.) A.K., 4.Geb.Div., 125.Inf.Div., 24.Inf.Div., 97.le.Div., Pz.Gruppe 1, XXXVIII.Pz.A.K., 9.Pz.Div., 16.Pz.Div., 16.mot.Div., LII.Armeekorps, 257.Inf.Div. von 11.00 Deutsche Bombenangriffe (auf Grund wiederholter, vom Generalkommando unterstützte Anforderungen der Div.) auf Waldstrasse 6 km westlich bis 12.00 Golowanjewsk, auf Golowanjewsk und Eisenbahnlinie südlich Golowanjewsk . Starke Wirkung der Bomben beobachtet. Gutliegendes Flakfeuer der Russen aus dem Walde westlich Golowanjewsk. Um 12.20 Uhr bei wiederholtem überfliegen des Waldes durch deutsche Bomber jedoch keine Abwehr mehr. 11.00 Die der Div. unterstellte Vorausabteilung der 4.Geb.Div. (Führer Oberst Pribyl, Stab 4.Geb.Div.) erreicht über Strassenkreuz bei Siedlg. Kruglik Dubowo, wo sie vor anscheinend schwächerem Feind liegenbleibt. 12.00 Angriff auf Golowanjewsk. Gruppe Rathgeber stösst rasch gegen Golowanjewsk=West vor und sperrt Strasse gegen Wald westlich Golowanjewsk, die bisherige grosse Rückzugsstrasse des Feindes. Angriffsgruppe Fleichmann tritt aus Gegend Bachgrund nordwestlich Mjeskiritschka mit unterstellter Radfahrabt. Lawall zum Angriff an, stösst durch Golowanjewsk=Ostteil durch und besetzt 14.15 Uhr H.K.L, am Südrand Golowanjewsk. Starker Feindwiderstand wurde im tapferen Ortskampf unserer Jäger gebrochen. Die gem. Korpsbefehl (Anl.887) der Div. unterstellten Pionierkräfte erreichen die mit Div.Befehl (Anl..891) zugewiesenen Sperrabschnitte: 14.00 l./Pi.Btl.73 den Anschnitt 225 - Scharin, 15.00 2./Pi.Btl.73 den Abschnitt Scharin (ausschl.) - Ternowka. Da 4.Geb.Div. inzwischen auf Höhe des vorgesehenen 3.Abschnittes Ternowka - Tscherpewody vorgekommen ist, wird dieser nicht mehr besetzt. 13.00 Der Div.Kdr. fährt - wie schon am 31.7. - die 20 km lange Strasse vom Gefechtsstand Lang bis zum Strassenkreuz bei Siedlg. Kruglik, längs der keine deutschen Kräfte stehen und die nach Osten dem Feinde zu völlig ungesichert ist. Am 1.8. konnte bei der Div. auch noch nicht einmal vermutet werden , dass wenige Kilometer nordostwärts davon über 50 000 Russen standen. |
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