| Kriegstagebuch April 1944 | |
| 7.4.1944 |
Abschlussbericht über die Kämpfe auf der Krim, Gen.z.b.V.OKH: Gesamtbericht: 1.) Anfang April 1944 verteidigte die 17.Armee die Krim mit Schwerpunkten an den Landfronten bei Kertsch (Landekopf des Feindes) und in den Engen im Norden. An der Kertsch-Front stand das V.A.K. mit 2 deutschen (73.und 98.) und Teilen von 2 rumänischen Divisionen. 2 deutsche (50.und 336.) und 2 rumänische (10. und 19.)Divisionen waren unter dem XXXXII.Geb. Korps an der Nordfront eingesetzt; hinter dieser Front stand als Armee-Reserve in 2 Regimentsgruppen die 111.I.D. Eine 3.Regimentsgruppe dieser Division stand mit einer Sturmgeschütz-Batterie im Flaschenhals von Feodosia. In der Festung Sewastopol waren 7 rumänische Bataillone und 2 deutsche Bau-Bataillone. 2.) Der Gegner bereitete seit Monaten systematisch und gründlichst den Angriff auf die Nordfront vor. Von Anfang Januar ab gab die Armee in kurzen Abständen immer wieder Hinweise auf das Fortschreiten und die Stärke des feindlichen Aufmarsches. Die Meldungen nahmen laufend an Eindringlichkeit und Ernst zu. Besonders Ende Februar und Anfang März wurde schon die starke Gefährdung der Front am Siwash-Landekopf und an den Landengen betont. Der Schwerpunkt des Angriffs schien sich nach Auffassung der Armee gegen die Perekop-Enge zu richten. Ausbau von Bereitstellungsräumen, Artillerie-Stellungen, Panzerboxen und Feuerstellungen für schweres Wurfgerät wurden erkannt. An den südlich des Tatarengrabens vorspringenden Sack auf ArmJanak schob dar Gegner Artillerie heran. An den beiden in den Siwash-Landekopf führenden Dämmen wurde gebaut. Meist vernebelte der Gegner diese Zufahrtstellen,so daß kein einwandfreies Bild über den Stand der Arbeiten zu gewinnen war. Man hatte aber doch den Gesamteindruck,daß dauernd Bewegungen zur Front heranführten und besonders starke Kräfte einschl.Panzer bereitgestellt wurden. Die im Siwash-Brückenkopf eingesetzten Divisionen wurden noch in letzter Zelt um 2 weitere verstärkt. Die allgemeine Munitionslage und der laufende Nachschub, dabei vor allem die Sorge, sich nicht frühzeitig zu verausgaben und bei Angriffsbeginn über einen genügend großen Verrat zu verfügen, gestattete nicht, vor dem eigentlichen Angriffsbeginn die felndl.Vorbereitungen und Bereitstellungen mit einem Masseneinsatz an Munition laufend zu bekämpfen und zu zerschlagen. 3.) Am 7.4.1944 wer der neuernannte Oberbefehlshaber der Heeresgruppe auf der Krim. Er hatte den Eindruck, daß alles gut vorbereitet und die Verteidigung der Krim auf längere Zelt gewährleistet sei. Er nahm keinen Anlaß, in die von der Armee getroffenen Vorbereitungen irgendwie einsugreifen, er hielt sie für ausreichend. Der Oberbefehlshaber der 17.Armee war fest entschlossen, in den eingenommenen und auagebauten Stellungen die Krim bis zur letzten Möglichkeit zu verteidigen. Die auf Grund des vermutlichen Feindverhaltens möglichen Fälle waren durchgearbeitet, mit den Kommandobehörden abgesprochen und die erforderlichen Vorbereitungen getroffen. |
| 8.4.1944 |
Abschlussbericht über die Kämpfe auf der Krim, Gen.z.b.V.OKH: 1.) Nach schwächeren Vorstößen am 6.und 7.4. begann am 8.4.1944 der seit langem erwartete, entscheidungssuchende Angriff auf die Nordfront. Der Zeitpunkt des Angriffs überraschte. Dies beruhte mit auf der unzureichenden eigenen Aufklärung, die trotz aller Gegenvorstellungen der Armee nicht von der Krim, sondern vom Festland geflogen wurde. Der Schwerpunkt des Angriffs lag ursprünglich in der Perekop-Enge bei der 50.I.D. Die im Siwash-Landekopf stehende 10.rum.Division wurde am 8.4. zunächst nur schwächer angegriffen. Nach Abschuß schwerer Wurfkörper in massierter Form und in stärkster Konzentration (6 - 800 Raketen wurden auf einmal geizündet) brach der Gegner In die Mitte der 50.I.D. ein. Die H.K.L. war eingeebnet. Der Gegner brach in 7 km Breite 2 km tief ein. Armjansk ging verloren. Die Flügel der Div. hielten. Die 111.I.D. wurde sofort herangezogen und der Gruppe Konrad (XXXXIX.Geb.Korps) unterstellt. Das bereits an der Ostfront befindliche Regiment der Div. wurde im E-Transport herangefahren. Die gesamte 111.I.D. sollte die Lage bei der 50.J.D. wiederherstellen. Der Südrand von Armsjansk wurde von Teilen wieder erreicht, der Angriff blieb dann aber liegen. Nachdem die 10.rum.Division bis zum frühen Nachmittag des 8.4. alle Angriffe abgeschlagen hatte, verlor sie spätnachmittags durch massierten feindlichen Panzereinsatz die H.K.L. Ein Versuch,den Feindangriff durch ein Bataillon der 111.Div. aufzufangen, gelang nur vorübergehend. Das im Antransport von Feodosia her befindliche Regiment der 111.Div. wurde deshalb sofort zur Stützung der 10.rum.Div. abgezweigt. |
| 9.4.1944 |
Abschlussbericht über die Kämpfe auf der Krim, Gen.z.b.V.OKH: Am 9.4. wurde die 50.I.D. örtlich durchstoßen und in mehrere Kampfgruppen zersplittert; diese blieben aber stehen, obwohl der Gegner durch die Frontlücken durchstieß. Die Armee hielt die Division in dieser Stellung nicht mehr für abwehrfähig und befahl daher, sie in der Nacht zum 10. in den Jshun-Riegel (A I- Stellung) zurückzunehmen. Die rum.10.Division wurde am 9.4. weitgehend zerschlagen, nördlich Karanki brachen Panzer durch und durchstießen auch die Artillerie. Das rum.Inf.Rgt.23 wich 10 km nach Süden aus. Dem am rechten Flügel der 10.rum.Div. eingesetzten Pi.Btl.111 gelang es nur vorübergehend, den Vorstoß des Gegners aufzuhalten. Das Bataillon wurde hierbei restlos vernichtet. Die Armee zog ihre letzte greifbare Reserve, das Jäger-Rgt.Krim, von Feodosia heran, das in die Gegend südlieh Tomaschewka transportiert wurde. |
| 10.4.1944 |
Abschlussbericht über die Kämpfe auf der Krim, Gen.z.b.V.OKH: Am 10.4. setzte sieh der Durchbruch bei der 10.rum.Div. fort. Die Div. gab auch den Apelt-Riegel nördl, Tomaschewka vorzeitig auf. Dadurch wurde ein Loch aufgerissen, durch das sofort starke feindliche Panzerkräfte (nach Angabe des Kommandeurs Jäger—Rgt. Krim 150 Panzer) dichtauf gefolgt von verlasteter Infanterie nach Süden und Südosten vorstießen. Die Armee versuchte, die entstandene Lücke mit allen Mitteln zu schließen. Sie zog noch 2 weitere Bataillone des V.A.K. in Richtung Dsankoi heran. Infolge Zerstörungen an der Bahn durch feindliche Einwirkung kamen diese Btle. jedoch zu spät. Die 111.I.D. sollte von Westen her, das nördl. Dsankoi sich bereitstellende Jäger-Rgt.Krim von Süden angreifen. Dieser Angriff kam nicht mehr zur Entwicklung. Er erfolgte um Stunden zu spät und blieb liegen. |
| 11.4.1944 |
Abschlussbericht über die Kämpfe auf der Krim, Gen.z.b.V.OKH: Ein starker, in den ersten Morgenstunden des 11,4. mit großer Geschwindigkeit durchgeführter Panzerangriff des Gegners überrollte das Jäger-Rgt.Krim. Nur 25 Mann fanden sich später wieder zusammen. Der Gegner, der die schwache Stelle anscheinend erkannt hatte und seine Verstärkungen dorthin nachführte, stieß in einem Zuge bis an die Bahnlinie Dsankoi — Jshun vor. Die vorhandene Abwehr reichte gegen diese in schnellster Fahrt angreifenden Panzer-Massen nicht aus. Die Abwehr war vor allem durch fehlende Sicht (Staub) behindert. Der Versuch, die Nordfront zu halten, war nunmehr bis zum letzten ausgeschöpft. Die Armee hatte alle Reserven verausgabt. Der übermächtige Druck des Gegners erstickte nacheinander alle eigenen Versuche, ihn zum stehen zu bringen. Infolge seiner größeren Beweglichkeit war der Feind stets schneller wirksam als die eigenen zum Gegenstoß angesetzten Reserven. Zum Auffangen des feindlichen Stoßes bei der 10.rum.Division wurden insgesamt nacheinander eingesetzt: 7 deutsche und 3 rum. Bataillone, 7 Batterien, 25 Flakbatterien, 1 4,5cm und 1 2cm Batterie, 22 Sturmgeschütze. Die in die Enge von Jshun zurückgenommene 50.I.D. wurde am 11.4. ebenfalls stark angegriffen, sie war fest in der Hand ihrer Führer und hielt ihre Stellungen. Auch die 336. J.D. wies in der Tarchan-Stellung alle Angriffe erfolgreich ab. Durch das Vordringen in die Gegend südlich Tomaschewka hatte der Gegner bei der 10.rum.Div. den Austritt aus den Engen erzwungen. Der freie Raum der Krim lag vor ihm. Die Armee mußte sich nunmehr schlüssig werden, ob die Voraussetzungen für die Durchführung des Unternehmens "Adler" (erzwungene Räumung) gegeben waren. In der entstandenen Lage erschien ihr der Entschluß, mit den noch haltenden Teilen weiter an der Nordfront stehen zu bleiben, einer Vernichtung gleichzukommen. Sie entschied deshalb am 11.4. das Unternehmen „Adler” anlaufen zu lassen. Die Heeresgruppe stimmte zu. Der Führer genehmigte diese Absicht. Die Heeresgruppe befahl darauf (Ia Nr.1449/44 g.K. v.12.4.44): "Der Führer hat den Anlauf der Bewegung "Adler" genehmigt. Damit treten die in der Studie "Adler"-d.h. die erzwungene Räumung der Krim- festgelegten Maßnahmen in Kraft. Die Überführung aller Angehörigen der 17.Armee erfolgt auf dem Seeweg mit Masse nach Buzan" Damit hatte die Heeresgruppe über die Zurücknahme auf die erweiterte Festung Sewastopol und einen entscheidenden Kampf in ihr hinaus den Abtransport der 17.Armee nach dem Festland befohlen. Bericht über den russ.Panzerangriff am 11.4.44 zwischen Kirk-Ischun und bei Ssary, Hptm.Westphal: Die Abteilung (III./AR.117) stand in Stellung gemäß beiliegender Skizze. Auftrag war Halten der HKL gegen jeden Angriff in Zusammenarbeit mit der Kampfgruppe Major Kop. Die Abteilung war unterstellt dem A.R.117, Gefechtsstand in N.Alexandrowka, Drahtverbindung zum Regiment bestand bis gegen 2.30 Uhr. An deutschen Verbänden wurden im Kampfraum der Abteilung beobachtet: 1) 1 Btl. des Jäger-Regiments Krim Kommandeur Hptm.Eberle in Stellung hart nördlich bis etwa 1500m westlich Kirk-Ischun. Bei diesem Btl. je 1 V.B. der 7. und 8.Bttr. 2) 1 weiteres Btl.des Jäger-Regiments Krim Führung Major Mohr (?). Diese Btl. wurde während der Nacht zugeführt und erreichte den Abteilungsgefechtsstand gegen 3.00 Uhr im entfalteten Vorgehen. Im Augenblick des russischen Angriffs befand sich das Btl. noch nicht in seiner Stellung und war nicht abwehrbereit. 3) 1 Pionier-Btl. das zwichen 5.00 und 6.00 Uhr aus südostwärtiger Richtung den Raum hinter der Feuerstellung der 8.Batterie erreichte. 4) 2 Geschütze auf SFL der Panzerjäger-Abteilung 336. 5) 1 Heeresartillerie-Abteilung mot., Kdr. Hptm.Teichert in Stellung westlich und südlich der 7.Batterie. 6) 2 Batterien 8,8cm Flak davon eine seit dem Abend des 10.4.44 in Feuerstellung 500m südwestlich Feuerstellung 7.Batterie. Die andere wurde gegen 4.30 Uhr aus Richtung Nowo Alexandrowka kommend beobachtet und hielt vorübergehend 2km südlich Feuerstellung 8.?Batterie. Die Nacht verlief vollkommen ruhig, im Raum der Abteilung lag kein russisches Störungsfeuer. Bei Hellwerden herrschte zunächst Bodennebel, Sicht etwa 4000m. Die Sicht wurde aber mit Sonnenaufgang bald vollkommen klar. Eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang, -unleserlich- wurden gegenüber der Feuerstellung der 7.Batterie und links davon in etwa 2000, Entfernung die ersten Panzer gesichtet. Sie bewegten sich in weit auseinander gezogenem Rudel (etwa 25 - 30 T 34) ohne Begleit- Infanterie langsam vorwärts. Etwa 15 Minuten später erschienen auch gegenüber der Feuerstellung der 8.Batterie 30 Panzer. Bei dieser Gruppe wurde aufgesessene Infanterie beobachtet und beigegebene Schützenpanzerwagen. Im Augenblick des Erscheinens der russischen Panzer machte die Abteilung Teichert Stellungswechsel nach rückwärts und wurde nicht mehr gesehen. Die 8,8cm Flak-Batterie in Nähe Feuerstellung 7.Batterie bekämpfte die anrollenden Panzer auf etwa 3000m mit etwa 10 Schuß ohne einen Treffer zu erzielen und verließ dann panikartig ihre Stellung unter Zurücklassung von 3 unzerstörten Geschützen. Die 7. und 8.Batterie nahmen die Bekämpfung der anrollenden Panzer auf etwa 3000m zunächst mit A.Z. auf. Unter dem Eindruck des Feuers wichen die Panzer vor der Batterie nach rechts aus und stießen eng geschlossen in einem Zuge etwa 1000m westlich von der Feuerstellung vorbei ins Hintergelände durch. Abschüsse konnten nicht erzielt werden, da die Batterie über keine Hl verfügte. Die Panzergruppe vor der 8.Batterie überrollte zunächst das Btl. Eberle, wobei 2 Panzer durch Nahbekämpfungsmittel vernichtet wurden. Im wirksamen Feuerbereich der 8.Batterie drehten auch diese Panzer ab und holten nach Osten aus. Hierbei wurden mit Sicherheit 5 T 34 abgeschossen. 4 Panzer wurden brennend beobachtet, bei einem Panzer Ausbooten der Besatzung und aufsteigende Rauchschwaden. Diese Abschüsse erfolgten auf Entfernungen von etwa 1000m , 3 kleine Schützenpanzerwagen die bis auf etwa 400m an die Feuerstellung heranfuhren wurden mit A.Z. zusammengeschossen. Die übrigen Abschüsse erfolgten durch Hl-Munition. Nach Verschuß der letzten Munition und als in etwa 3 km Entfernung vor den Feuerstellungen die nächste russische Panzerwelle in Störke von etwa 80 bis 100 Wagen erschien, erhielten beide Batterien den Befehl zum Stellungswechsel. Es gelang der 7.Batterie ungehindert vom Feind aufzuprotzen. Im Abmarsch allerdings wurden sie von Panzern und feindliche mot.-Infanterie, die von Westen kommend, bereits rückwärts an der Feuerstellung vorbeigestossen waren, gefaßt und zusammengeschossen. Die 8.Batterie ereilte dasselbe Schicksal noch während des Aufprotzens. Sämtliche Geschütze wurden durch Volltreffer zerstört oder gesprengt. Die Bedienungen schlugen sich unter Führung der Offiziere und Unteroffiziere in kleinen Gruppen nach rückwärts durch den Feind der inzwischen den ganzen Raum rückwärts der Feuerstellungen mit Panzern und mot.Verbänden angefüllt hatte. Über das Verhalten eigener Truppen wurde ergänzend beobachtet: Die bereits erwähnte, vom Westen her anrückende Flak-Batterie verhielt etwa 2000m südlich der Feuerstellung der 8.Batterie und schob ein Geschütz nach Dshanal vor. Das Geschütz wurde dort nach kurzem Kampf von russischen Panzern überwältigt. Der Rest der Batterie wurde an Ort und Stelle mit aufgesessener Bedienung ohne weiteren Versuch des Widerstandes von russischer Infanterie gefangengenommen. An der gleichen Stelle ergaben sich etwa 180 Mann des frisch herangeführten Pionier-Btl. ohne Widerstand der russ.Infanterie. Das Btl. vom Jäger-Regiment Krim (Major Mohr) kam ebenfalls nicht mehr zum geschlossenen Einsatz und wurde zersprengt. Von den beiden GEschützen der Panzerjäger-Abteilung 36 wurde beobachtet daß sie 2 T 34 brennend abschossen. Beide GEschütze aber wurden darauf selbst vernichtet, als eins versuchte das andere abzuschleppen und brannte aus. Gegen 8.45 Uhr wurden in Gegend Bahnhof Tschirek etwa 500 deutsche Soldaten die aus Gegend Boly-Ssary und Nowo Alexandrowka zurück gingen, von russischen Panzern zusammengetrieben und gefangen genommen. Zeugen für die Abschüsse der Batterie Major Kopp und Hauptmann Eberle beide Jägerregiment Krim. Die angegebenen Zahlen für die russischen Panzer beruhen nicht auf Schätzung sondern auf genauer an verschiedenen Stellen unabhängig erfolgter Zählung. Sie können als zuverlässig gelten. |
| 12.4.1944 |
Abschlussbericht über die Kämpfe auf der Krim, Gen.z.b.V.OKH: Der Ablauf der Absetzbewegungen am 11.und 12.4. verlief gemäß der Vorbereitung im allgemeinen planmäßig. Die trotz starker Angriffe haltende 50.und 336.I.D. werden befehlsgemäß zurückgenommen. Wie in der Studie "Adler” festgelegt, ging die Absicht dahin, in großen Sprüngen zunächst in die Festung Sewastopol zurückzugehen, um rechtzeitig, d.h. vor dem Gegner, dort einzutreffen. Hierfür wurde alles mit größter Energie eingesetzt. Soweit es möglich war, wurde die Truppe noch improvisiert beweglich gemacht; infolge Fehlens von ausreichendem Transportraum konnten jedoch nicht alle Planungen durchgeführt werden. Die Absetzbewegung wurde erschwert und gefährdet durch den starken feindlichen Druck längs der großen Straße Dsankoi-Simferopol. Es gelang wohl, durch verschiedene Kampfgruppen (so Gruppe Schroeder, Gruppe Heidelberg, Gruppe Sixt) dem Gegner sich mehrmals vorzulegen. Trotz hoher Verluste, insbesondere Panzer-Einbußen, umfloß jedoch der Gegner diese Widerstandsgruppen, unerwartet starke Panzerkräfte drangen beiderseits der Straße nach Süden vor. Insgesamt griffen nach Auffassung bezw. Schätzung der Armee etwa 750 Panzer - meist Kw 1 - an. Die Armee schoß mit den geringen eigenen Mitteln in der Zeit vom 8. - 14.4. 464 Panzer ab. |
| 13.4.1944 |
Abschlussbericht über die Kämpfe auf der Krim, Gen.z.b.V.OKH: Am 13.4. wurden die im Westteil der Krim zurückgehenden Verbände der Gruppe Konrad in der Gneisenau-Linie nur kurz aufgefangen. Da der Feind an diesem Tage aber bereits auf Simferopol vorstieß, bestand die Gefahr, südlich umgangen zu werden. Die Gruppe Konrad wurde deshalb zum Gegenangriff südlich Alatsch nach Südosten angesetzt, um sich Luft zu schaffen und den weiteren Rückweg freizukämpfen. Die Absicht den Gegner zum Eindrehen nach Westen zu zwingen und dadurch von seinem Stoß nach Süden wenigstens vorübergehend abzuziehen, gelang. |
| 14.4.1944 |
Abschlussbericht über die Kämpfe auf der Krim, Gen.z.b.V.OKH: Dadurch wurde es der Gruppe Konrad möglich, am 14.4. über die Alma-Linie gerade noch rechtzeitig vor dem Gegner die äußeren Verteidigungslinien der Festung zu erreichen und sie zu besetzen. Die Eisenbahnlinien wurden durch Eisenbahnpioniere zu 80% zerstört. Die Armee betrachtet es als Leistung, daß es ihr gelungen ist, sich rasch abzusetzen und möglichst starke Kräfte in die Festung hineinzuführen. Bei einem Stehenbleiben oder hinhaltendem Widerstand im freien Gelände wäre dem Gegner bei den Möglichkeiten der Umgehung die handstreichartige Einnahme der Festung gelungen. Nachdem der Gegner durch die Engen an der Nordfront in den weiten Raum der Krim durchgebrochen war, erfolgte die weitere Absetzbewegung nach den gegebenen Anordnungen. Eine Rückzugspsychose ist nicht in Erscheinung getreten. |
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