26.Infanteriedivision
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Befehle Juni 1939
Generalkommando der Grenztruppen Eifel, 30.6.1939

Betr.: Besondere Massnahmen bei Ausbau West.

Bezug: H.Gru.Kdo.2 Abt.Ia F Nr. 1710/39 g.Kdos. vom 14.6.39

An das

Heeresgruppenkommando 2
Frankfurt t/Main

Zu den Vorschlägen des H.Gru.Kdos. für die Anwendung von Täuschungsmaßnahmen nimmt das Gen.Kdo.der Grz.Tr.Eifel wie folgt Stellung:


1.) Täuschungsmaßnahmen in Form von dargestellten Ausbau- und Erkundungsstäben lassen sich in Verbindung mit den zur Zeit im Stellungskampffeld
    übenden Truppen in zweckmässigerweise längere Zeit durchführen, ohne daß die Täuschungsmaßnahme als solche erkannt wird. In dieser Richtung hat das Gen.Kdo.
    bereits folgendes angeordnet:

  a) Die zur Zeit eingesetzten Stäbe der Pi.Batle.16 und 26 werden nach aussen hin als höhere Ausbaustäbe 111 und 65 bezeichnet. Diese Bezeichnung wird von den
     Pi.Kp.Stäben der späteren Übungsabschnitte übernommen.

  b) Die Stäbe der Korps-Nachrichtenabteilung 46, der Div.Nachr.Abteilungen 16 und 26 erhalten die Bezeichnungen Nachr.-Kommandantur 37, 52, 68.
  c) Die überwiesenen z.V.Offiziere in Trier bezw. Aachen sollen als Kommandeure höherer Erkundungsstäbe bezeichnet werden. Ein entsprechendes Schild wird an dem
     Dienstgebäude der Kommandantur sichtbar angebracht werden.
  d) Die Offiziere, die mit Erkundungsaufgaben in der Stellung beauftragt werden, sollen mit den Kennzeichen
     anderer Wehrkreise z.B. X und XI (sowohl hinsichtlich ihrer Uniform als auch an den Dienstkraftfahrzeugen) ihre Erkundungsaufgaben entlang der Grenze ausführen.
     Vereinzelt sollen dabei auch die Kommando-Flaggen von Korps- und Div.Stäben gezeigt werden.

  e) Der Einsatz der Truppen im Stellungskampffeld wird durch die an den Kraftfahrzeugen angebrachten Buchstaben der Übungsverbände in ständig zunehmenden Umfange
     vorgetäuscht werden. Während des ersten Übungsgabschnitts wurden fünf Kennbuchstaben gezeigt. Es ist anzunehmen, daß den Bemühungen des fdl.Nachrichtendienstes die
     Ermittlung der annähernden Stärke der Übungsverbände - verst. Jnf.Regter. gelingt.


Im zweiten Übungsabschnitt sind sieben Kennbuchstaben zu führen.
Im dritten Übungsabschnitt werden 16 Kennbuchstaben gezeigt werden.

2.) Das Vortäuschen eines verstärkten Stellungsbaus ist mit folgenden Schwierigkeiten verbunden:

    Der Einsatz der Arbeitskräfte und des Materials zur Herstellung von umfangreichen Scheinanlagen führt zu einer Zersplitterung der jetzt vorhandenen Kräfte und
    Mittel, die in jeder Hinsicht voll ausgenutzt sind.

    Der Bau von Anlagen, die nicht zu Ende geführt werden, bleibt auf den gegnerischen Nachrichtendienst ohne Wirkung. Das Gen.Kdo. steht auf dem Standpunkt, daß alle
    Arbeitskräfte und Baustoffe zur Herstellung der Verteidigungsfähigkeit der Kampfanlagen und deren Tarnung restlos eingesetzt werden müssen. Besteht die Möglichkeit
    Arbeitskräfte und Baustoffe Zusätzlich heranzuführen, dann wären diese im Dreischichteneinsatz zu den zur Zeit im Bau befindlichen Anlagen hinzuzusetzen.
    Danach könnte mit dem Bau der Vorhaben begonnen werden, die in der 1.Dringlichkeitsstufe des Ausbaujahres 1940 vorgesehen sind.

    Die von dem H.Gru.Kdo. geforderten Angaben über den Mehrbedarf an Arbeitskräften und Material sind in der Anlage unter diesem Gesichtspunkt zusammengestellt worden.

Anlage zu Gen.Kdo.d.Grz.Tr.Eifel

Abt. Ia Nr.386/59 g.Kdos.

I. 1.) Zusätzlich erforderliche Arbeitskräfte zur schnelleren Herstellung der vollen Verteidigungsfähigkeit und Tarnung
      a) bei Kdtr.d.Bef.Aachen 3.200 Mann
      b)  "  Grz.Kdtur. Trier  4.800  "
     2.) Zur Durchführung eines 2- oder 3-Schichteneinsatzes
      a) bei Kdtr.d.Bef.Aachen 40.0OO Mann
      b)  "  Grz.Kdtr.Trier
             für Betonarbeiten 38.000   "

              "  Kabelarbeiten  6.500   "
              "  sonstige Arbeiten 3.400 "
   3.) Zum Beginn der Bauvorhaben der 1.Dringlichkeitsstufe. des Ausbaujahres 1940
     a) bei Kdtr.d.Bef.Aachen 8.000 Mann
     b)  "  Grz.Kdtr.Trier    6.000  "

II. Zusätzlich erforderliches Material

  zu 1) Schilfrohrmatten 15.000 qm
        Holzpfähle 4 m lang 5.000 Stück
        Holzlatten (5x2cm) 30.000 m
  zu 3) a) bei Kdtr.d.Bef.Aachen
           14.800 t Zement
            4.270 t Stahl
        1.000.000 t Kies
            8.500 cbm Holz

        b) bei Grz.Kdtr.Trier
           20.000 Hindernispfähle
            6.500 Rollen Stacheldraht
               70 t Bindedraht

           33.000 t Zement
            1.200 t Träger
            5.200 t Rundeisen
           98.000 t Kies u.Splitt

III. Transportmittel
   Durch die Neuplanungen zu 1 und 3 tritt ein erhöhter Bedarf von etwa je 60 Lkw für jeden Fest.Pi.Stab.
   Bei Einsatz von 3 Schichten der Lastwagenbestand verdreifacht werden.
 
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