34.Infanteriedivision
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Kriegstagebuch September 1943
4.9.1943 Rundbrief, Gren.Rgt.253:
Der 4.September sollte ein besonders schwerer Tag für das Regiment werdeen. Nach einem 1 1/4stündigem Artillerie-Trommelfeuer greift der Feind,
untertützt durch Panzer und immer neu anfliegenden Wellen von Schlachtfliegern auf der gesamteen Front des Regiments an. Sein Trommelfeuer reicht
bis weit in die Tiefe unseres Kampffeldes und verschont nicht einmal unsere Trosse. Den ganzen Tag über dauern diese schweren Kämpfe an.
Artillerie-Duelle wechseln sich ab. Die schweren Kämpfe sollten auch ihr Ende noch nicht am Abend gefunden haben. Sämtliche Verbindungen zum
Btl.Otto wareen zerstört. Der Gefechtsstand des II.Btl. war ringsum von Panzern mit aufegsessener Infanterie umstellt. Grosse Sorgen haben uns in
diesen Stunden begleitet, bis wir nach etwa zweistündigem Suchen von der Verlegung des Gefechtsstandes erfuhren. In den späten Abendstunden setzte
sich das Rgt. auf eine neue Widerstandslinie bei Welka-Pawliwka ab. Auch hier durchlebt das Rgt. schwerstee Stunden. Ununterbrochene Angriffe von
Panzern und Schlachtfliegern unterstützt, mit einem Aufwand schwerer Waffen begleitet, werden gegen die sich seit Tagen zäh verteidigenden
Grenadiere vorgetragen. Oft ist die Hölle los. Es gelingen dem Feind mehrere Einbrüche. Die Verluste sind sehr hoch, ssie zwingen das Rgt. zur
Auskämmung der immer geringer werdenden Teiule des Trosses und der Reserven.
Nach den wechselvollen Kämpfen des Tages ergibt sich gegen 21 Uhr folgenden Bild: beim II.Btl. ist die Lage im allgemeinen gesichert, wogegen das
I.Btl. unter den ständigen Angriffen schwerste Verluste zu verzeichnen hatte. Dadurch entstand zwischen den beiden Batlen. eine Lücke von etwa
600m, für deren Schliessung keine Reserven mehr vorhanden waren. Das I./107 unter Hptm.Pfeil, das dem Rgt. unmittelbar unterstellt ist, ist
eingeschlossen. Nur noch Funkverbindung lässt dem Rgt. Kunde geben von dem Schicksal des Bataillons. Die 1./Pi.34 mit drei Sturmgeschützen
wird angesetzt, um das eingeschlossene Batillon zu befreien. In harten Kämpfen ist der Durchstoss gelungen.
U.A.Dr.Rühling, II.Btl. ab diesem Tag vermisst;
6.9.1943 Rundbrief, Gren.Rgt.253:
Die Wucht des Angriffs am 6.September lässt nicht nach. Der Feind bricht beim rechten Nachbarn von Osten her in Sinkiw ein.
Auch bei uns wird der Feinddruck gegen die ständig abgekämpfteen Bataillone immer stärker und führt zu verschiedenen Einbrüchen, die
nicht verhindert werden können. Um einer Einschliessung zu entgehen, muss sich das Rgt. in vier Zeiten auf eine neue Linie absetzen.
Alarmeinheiten aus Nachschubgtruppeen, Veterinärkompanie, Feldgendarmerie und Teile des Divisionsstabes müssen in die Bresche springen,
um sich den Spitzen der feindlichen Stosskraft entgegenzuwerfen.
Major Edeelbluth, der unmittelbar zur Abmeldung als Regimentsführer eines Grenadier-Regiments vor dem Rgts.-Gef.Stand eintrifft verliert
infolge eines Feuerüberfalls auf den Gefechtsstand den linken Fuss.
Hptm.Frommhold stirbt am gleichen Tag als Bataillons-Führer I.Btl.den Heldentod.
7.9.1943 Rundbrief, Gren.Rgt.253:
In der Nacht 6./7.9. greifen durchgesickerte Feindteile Welka-Pawliwka an und nehmen es, nachdem in den Abenstunden schwere feindliche Bomber die
Ortschaft mit Bomben schwersten Kalibers belegt hatten.
Ersatz der im Lauf des Tages eintrifft, hilft dem Rgt. wieder auf die Beine. Sie werden gleich mit den schweren Kämpfen vertraut gemacht.
8.9.1943 Rundbrief, Gren.Rgt.253:
Eine erneute Zurücknahme der Front ist erforderlich. Auch am folgenden Tag (8.9.) setzt sich das Rgt. ab. Es geht auf die sogenannte Psoll-Linie
zurück.
10.9.1943 Rundbrief, Gren.Rgt.253:
Lt.Gladrow, II.Btl. ab diesem Tag vermisst;
12.9.1943 Rundbrief, Gren.Rgt.253:
Am 12.9. verucht der Gegner unter schweren blutigeen Verlusten wiederholt in Angriffen von Kompanie- bis Regimentsstärke bei Lessowka über den
Fluss zu kommen. Unsere Artillerie zerschlägt die Bereitstellungen des Feindes. Feldwebel Schnellhaus vernichtet in einem glänzenden Schuss aus
seinem s.I.G. einen auf einer Brücke befindlichen feindlichen Panzer, der mitsamt der Brücke in den Fluss stürzt.
Am Abend des 12.9. gelingt es dem Feind nach einem Trommelfeuer von zehn Minuten Kräfte heranzuschieben, die am 13.9. in nicht bekannter Stärke
durch die dünne Besetzung unserer Linien in Lessowka eindringen kann.
13.9.1943 Rundbrief, Gren.Rgt.253:
Am Abend des 12.9. gelingt es dem Feind nach einem Trommelfeuer von zehn Minuten Kräfte heranzuschieben, die am 13.9. in nicht bekannter Stärke
durch die dünne Besetzung unserer Linien in Lessowka eindringen kann. Ein sofort eingeleiteter Gegenangriff musste abgestellt werden, da die
Angriffskräfte zur Abrieglung einer anderen Einbruchstelle dringend benötigt wurden. Artillerie und Werfer-Abteilung müssen die immer mehr
schwindende Kampfkraft des Rgts. ausgleichen. Sie schiessen ausgezeichnetes Sperrfeuer. Trotzdeem gelingt es, im allgemeinen die Stellung zu
halten und somit den für die Armee wesentlichen und entscheidenden Anschluss an die Nachbararmee zu halten. Die grosse Lage erfordert eine
weitere Absetzung auf die Dnjepr-Linie. Der Feind folgt der in grossen Sprüngen erfolgten Absetzung nur zögernd, so dass ausser den grossen
Marschleistungen die Truppe "fette" Tage verlebt.
22.9.1943 Rundbrief, Gren.Rgt.253:
Am 22.9. übernimmt das Rgt. bei Reschetki einen verengten Brückenkopf, nachdem der Feind am Tage vorher einen nördlicher gelegenen Brückenkopf
einer anderen Division mit Panzerkräften zerschlagen hatte. Durch diesen Brückenkopf, den das Rgt. bildete, sollte der ungehinderte Übergang von
vier Divisionen über die Dnjepr-Brücke bei Kanew ermöglicht werden.
23.9.1943 Rundbrief, Gren.Rgt.253:
In den frühen Morgenstunden des 23.9. durchbricht der Feind mit 44 Panzern und aufgesessener Infanterie die H.K.L. und umzingelt den Rgts.Gef.Stand,
um von hier aus einmal in den Besitz der Brücke zu kommen, zum anderen die Front nach Norden aufzurollen und unsere Männer zu kassieren. In sehr
harten Kämpfen wurden insgesamt 17 Panzer abgeschossen.
Lt.Markus, 14.Kp., gefallen;
24.9.1943 Rundbrief, Gren.Rgt.253:
Nachdem in vier Zeiten der Brückenkopf immer mehr verengt worden ist, überschritt das Rgt. in der Nacht zum 24.9. die als Strassenbrücke ausgebaute
Eisenbahnbrücke bei Kanew und wird nach kürzester Ruhepause mit L.K.W. verladen und nördlich Rshischtschew bei Staiki eingesetzt, wo der Feind
bereits mit einem Stosstrupp über den Dnjepr gesetzt hatte. Dieser feindliche Stosstrupp wird am 24.9. zum grössten Teil vernichtet, wobei nur ein
kleiner Teil auf das Ostufer entkommen konnte. Kleinere feindliche Brückenköpfe an der südlichen Ziegelei Staiki wurden stark verengt, in denen
der Feind schwere Verluste an Toten, Verwundeten und Gefangenen hatte. Große Beute wurde eingebracht. In zähen Kämpfen, die der eigenart des
schlucntenreichen Geländes wegen fast nur mit Handgranaten durchgeführt werden konnteen, wurde der Feind vernichtet. Ein eigens angesetzter
Stukaangriff auf die Ziegelei, in der ich sogar ein Divisions-Gefechtsstand befand, brachte für das Rgt. eine vollkommene Säuberung so dass endlich
einmal nach langer Zeit der Abschnitt vollständig ruhig war.
26.9.1943 14./Gren.Rgt.80.
Ofw.Eichler Anton, gefallen Grebeni/Dnjepr Gr.Spl.Rücken;
27.9.1943 priv.Tagebuch 5./Gren.Rgt.253:
Liege in Marienburg (Westpr,.) im Lazarett.
30.9.1943 Rundbrief, Gren.Rgt.253:
Beim rechten Nachbarn hatte sich der Feind allerdings mit stärkeren Kräften eingenistet, so dass in Waffenbrüderschaft mit der herangeführten
SS-Division "Das Reich" von Südosten her die Bereinigung des Grebeni-Brückenkopfes am 30.9. beginnen konnte.
 
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