| Kriegstagebuch Mai 1940 | |
| 11.5.1940 |
Pionierbataillon 6, O.U. den 11.5.40 an Gen.Kdo.XXIII.A.K.,
Betr.Ablösung der 3./Pi.171.: Es wird gemeldet, daß die 3./Pi.171 von ihren Aufgaben im Rhmen des verstärkten Pi.6 abgelöst und um 12.00 Uhr Kreuzweiler zur Fahrt nach Wasserbillig verlassen hat. |
| 18.5.1940 | Bericht
71.ID über den Panzerkampfwagenangriff am 18.5.40: Gegen zäh sich in zahlreichen Bunkern und Feldstellungen verteidigenden Feind hatte die Div. im Angriff die Höhe 311 (1,75km südsüdostw.Malandry) bis zum Morgengrauen des 18.5.40 genommen. Das ausserordentlich starke Art.-Feuer, das der Feind den 18.5. über auf diese Höhe legte, zeigte bereits deutlich, welchen Wert er der Höhe 311, als einen Eckpfeiler des Brückenkopfes Montmedy und damit der eigentlichen Maginot-Linie, beilegte. Während am Westflügel der rechten Rgts.Gruppe der Angriff gegen das stützpunktartige ausgebaute, dem Panzerwerk 505 vorgelagerte Dorf Villy am Nachmittag im Gange war, wurde von Höhe 311 die beobachtete Bereitstellung fdl.Pz.Kpf.Wg. im Wald um Pkt.342 (1km südwestl.311) etwa gegen 18.00 Uhr zum Div.Gef.Std. auf dem Mt.Tilleul (1 km nordostw.Carignan) gemeldet. Ich befahl dem Art.Führer meiner Division, sofort einen starken Feuerüberfall in den Wald um 342 durchzuführen und erbaten vom Art.Kdr.7, Oberst Martinek, der seinen Gef.Stand gleichfalls auf dem Tilleul hatte, sich an diesem Feuerüberfall mit den schweren Mörsern der Korps-Artillerie zu beteiligen. Der Feuerüberfall wurde um 18,15 Uhr ausgelöst und dauerte 10 Minuten. Munitionseinsatz: 60 Schuß l.F.H. (gegen die BEsatzungen, die zu dieser Zeit ausserhalb der Pz.Kampfwagen angenommen werden konnten). 150 Schiß s.F.H. und 30 Schuß Mörser. Nachdem das franz.Panzerwerk 505 um 19.30 Uhr -unleserlich- und durch die Pi.Stoßtrupps gesprengt warm begab sich mich nach eintretender Dämmerung zum Gefechtsstand des rechten -unleserlich- am Strassenkreuz 300m ostw.der Blanchampagne Fme. -unleserlich- Bei meienr Ankunft dort, etwa um 21.00 Uhr kam von vorne "Panzerwarnung" durch Leuchtzeichen, Fernsprecher und -unleserlich- durch. Gleichzeitig sah man das Mündungsfeuer von Pak -unleserlich- auch von der noch bei Fromy in Stellung befindlichen -unleserlich- (8,8cm), die gegen die Kuppeln des Panzerwerkes 505 -unleserlich- hatte. Aus dem Wald um 342 waren die feindlichen Panzerkampfwagen zum Angriff gegen die Höhe 311 angetreten. Nur einer von ihnen gelangte bis auf den Nordrand der Höhe 311 (Hinterhang), wo er von Panzerbüchsen angeschossen und durch einige Pak der 14./I.R.191 erledigt wurde. Von seiner Besatzung fielen hierbei der Kommandant (1 Offz.) und der sogenannte Pilot (Fahrer). Die 3 übrigen Besatzungsmitglieder wurden, einer davon verwundet, nach Verlassen des Panzerkampfwagens gefangen genommen. Zwei weitere feindliche Panzerkampfwagen wurden bereits weiter oben auf der Höhe, der eine durch I.G. im direkten Schuß, der andere durch eine Panzerbüchse aussr Gefecht gesetzt. Der Rest der feindlichen Panzerkampfwagen verschwand nach rückwärts in der inzwischen eingebrochenen Dunkelheit. Es war hiermit der Infanterie gelungen, den mit schweren Kanonenpanzern geführten Angriff mit Hilfe der eingesetzten Panzerabwehrwaffen abzuschlagen und ihre Stellung auf 311 zu behaupten. Gleichzeitig mit dem feindlichen Panzerkampfwagen-Angriff gegen 311 fuhr der Feind einen zweiten, örtlich abgesetzten Angriff mit Kanonenpanzern. Dieser richtete sich, wahrscheinlich aus la Ferte sur Chiers heraustretend, gegen das vor kurzem durch unsere Stoßtrupps gestürmte Panzerwerk 505. Dieser Panzerangriff geriet in den Wirkungsbereich der bei Fromy in Stellung befindlichen 2./Flak 26. Diese Batterie nahm unverzüglich aus der Flanke das Feuer gegen die etwa 1500m entfernten Panzerkampfwagen auf. Es gelang ihr, drei ausser Gefecht zu setzen. Drei weitere zunächst angenommene Abschüsse von feindlichen Panzerkampfwagen konnten nicht bestätigt werden. Anscheinend waren bei der Dinkelheit einige Erdhaufen als Panzerkampfwagen angesprochen worden. Hiermit war auch der gegen das Panzerwerk 505 gerichtete Panzerangriff durch das schnelle und wirkungsvolle Eingreifen der 8,8cm Flak 2./26 abgeschlagen. Teile der 14.(Pz.Jäg.)/194 waren gleichfalls an der Abwehr des Panzerangriffs aus ihren Stellungen am Nordufer der Chiers beteiligt. Die Gefangenenvernehmung ergab über den Angriff gegen die Höhe 311 folgendes: Das in Stenay alarmierte, aus 33 Panzerkampfwagen bestehende Panzer-Btl. war zur Bereitstellung in den Wald um 342 vorgezogen worden. Der dorthin gerichtete Feuerschlag hatte die Mehrzahl der Panzerkampfwagen bewegungsunfähig gemacht, sodass nur 12 gegen die Höhe 311 zum Angriff antreten konnten. Bei den Pamnzerkampfwagen handelt es sich um einen Kanonenpanzer, bestückt mit einer 75mm Kanone, einer 47mm Pak und 4 M.G. Besatzung: 1 Kommandant und 4 Mann. Vom Standpunkt des Einsatzes der Panzerabwehrwaffe ist festzustellen. 1.) Zum unmittelbaren Schutz der vordersten Teile der Inf. waren Panzerbüchsen und Pak der Inf.Pz.Jäg.Kp. eingesetzt. Die Wirkung der Pak war gut. Die Panzerbüchsen, deren Einschläge gleichfalls die Panzerung auf nächste Entfernung durchschlugen stellen in der Hand kaltblütiger Männer eine wertvolle Waffe gegen Panzerkampfwagen für die am weitesten vorgeschobenen Infanteristen dar. Da für die Gesamtbreite der Front die 14.Kp. des I.R.191 nicht ausreichte, um einen hinreichenden unmittelbaren Panzerschutz für die Infanterie der vorderen Linie sicher zu stellen, war eine Kompanien der Div.Pz.Jg.Abt. dem I.R.191 unterstellt und von diesem etwa auf gleicher Höhe mit seiner 14.Kp., wenn auch nach Tiefe gegliedert, eingesetzt worden. 2.) Eine weitere Kompanie der Div.Pz.Jäg.Abt. war, von der vorderen Linie etwa 2km entfernt, bereits in STellung. Sie war beim Bekanntwerden der Bereitstellung feindlicher Panzerkampfwagen durch die Div. alarmiert, vorgeführt und in Stellung gebracht worden um Panzerkampfwagen zu vernichten die in die Tiefe hätten eindringen können. Die Kompanie wäre rechtzeitig zum Schuß gekommen, wenn feindliche Panzerkampfwagen bis zu ohnen durchgebrochen wären. 3.) Besonders wirkungsvoll ist der Einatz der 8,8cm Flak gegen Panzerkampfwagen. 4.) Auf nahe Entfernung verspricht auch der Schuß eines direkt richtenden Inf.Gesch.Erfolg. 5.) Schachbrettartiger Einsatz aller Panzerwabwehrwaffen, wie - unleserlich- die Vorschriften fordern, verspricht die meiste Aussicht auf Erfolg. In dem Netz der Abwehrwaffen muß sich der feindl.Panzerkampfwagen fangen. Je früher, desto besser! Daher die Waffen nicht zu weit zurückhalten! 6.) Flankierungsmöglichkeiten sind auszunutzen. Sie steigern den Erfolg. Die Waffe erfasst den den feindl.Panzerkampfwagen von der Seite, hat daher ein grösseres Ziel und trifft die dünne Seitenpanzerung. 7.) Die vorgeschriebenen Alarmmassnahmen durch Abschiessen von Leuchtzeichen, Durchgabe des Alarms durch Fernsprecher und Funk haben sich bewährt. Der Alarm kam bei allen, auch entfernt stehenden Einheiten der Div. frühzeitig an. 8.) Wenn die Bereitstellung der Panzerkampfwagen frühzeitig -unleserlich- wird, können durch einen kräftigen Art.-Feuerschlag -unleserlich- zerschlagen werden, ehe sie überhaupt zum Angriff antreten. Wirkung wird besonders gross sein, wenn sich Mörser an solchen Schiessen beteiligen. |
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