Korps-Nachrichtenabteilung 41
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Nachrichtenabteilung 41 Befehle September 1939
 
Gen.Kdo.I.A.K.                                                                                                     K.H.Qu.Sulejowek, 21.9.1939
Ia Nr.115/39 geh.

                                                                    Korpsbefehl für den Angriff auf Praga

1.) Feind hält noch Modlin, Nowy Dwor und Warschau mit Vorstadt Praga.
    Die Stadt Warschau ist im Süden durch eigene Sicherungen in Linie Zawady - Wielanow-Südrand Stadtteil Mokotow - Nordrand Stadtteil Wlochy - Straßenkreuz 2km nordwestl.
    Wlochy abgeschlossen.
2.) Die 3.Armee nimmt mit starker Feuervorbereitung mit II.u.I.A.K. Praga.
    Angriffsziel: Die Weichsel.
    Korps z.b.V. sichert Angriff nach Südosten.
    Angriffstag = Y-Tag Angriffszeit = X-Zeit
3.) Trennungslinien:
       Rechts zu II.A.K.: Bahnlinie Bialystok - Warschau - Nordrand des Ostbahnhofs in Praga - zweite Weichselbrücke von Norden (für I.A.K.).
       Links zu Korps z.b.V.: Minsk Maz.(zu I.A.K.) - Glinianka (zu I.A.K.) - Lauf des Swider.
4.) Es stellen sich zum Angriff bereit:
      Rechts: 61.Division. Ihr wurden unterstellt: I.R.43, II./A.R.68 (ohne Stab u.N.Z.u.10cm Bttr.), I./A.R.1, IV./A.R.1, 16 leichte, 2 mittl.Pz.Kampfwagen
                                                   der I./Pz.Rgt.10, Pi.Btl.1 (ohne 3.Kp.).
      Links: 11.Division.  Ihr wurden unterstellt: II./A.R.57 (ohne 10cm Bttr.), 17 leichte, 1 mittl.Pz:Kampfwagen der I./Pz.Rgt.10, 4 Pi.Stoßtrupps vom Pi.Btl.41.
      Trennungslinie: zwischen 61.u.11.Division (nach Stadtplan Warschau): bis zur vorderen Linie wie bisher, sodann: Straße Grochowska bi zur Nordostecke des
                      Teiches "Jez.Kamionkowkie" weiter am Nordrand des Teiches und der daran anschließenden Hafenanlage entlang bis zur Einmündung i.d.Weichsel.
5.) Gliederung der Korpsartillerie unter Artl.Kdr.1:
    a) Schwerpunktgruppe: Oberst Henrici mit Stab A.R.501, s.Artl.Abt.506, 526 (ohne 1 Bttr.), II./A.R.37, 536, Mörser-Bttr.Bech.
    b) Fernfeuergruppe:   Obstlt.Mühlmann mit Stab A.R.1, 15cm Bttr./526, 10cm Bttr.II./A.R.57, 10cm Bttr.II./A.R.48 mit Stab u.N.Zug, II./A.R.48, II./A.R.68.
    c) Zur Verfügung des Artl.Kdr.1: B.Abt.1 u.11 eingesetzt. Stab II./Flak 11 mit 3 (8,8cm)Bttrn., hält sich bereit, auf Anforderung zum Erdkampf herangezogen zu werden.

6.) Kampfführung:
     Am 21.9. findet zu noch bekannt-zugebender Zeit ein Artl.Feuerschlag der in Stellung befindlichen Artillerie wie am 20.9. statt. Im Laufe des Tages und in der
     Nacht vom 21./22.9.wird das Zermürbungsfeuer wie bisher fortgesetzt. Hierbei sind nach näherer Anweisung von General Herzog auch die lebenswichtigen Betriebe
     von Warschau zu zerstören.
     Am Y-Tag findet von X-1 Stunde Vorbereitungsfeuer der schweren Waffen gem.Artl.Befehl statt. Während des Vorbereitungsfeuers arbeitet sich die Angriffsinfanterie
     bis auf Sturmentfernung an die fdl.Stellung heran.
     X Uhr tritt die Infanterie zum Angriff an.
Aufträge: Die Divisionen stoßen bis zur Weichsel durch und setzen sich in den Besitz der Brücken. Etwaige Zündladungen an den Brücken sind zu entfernen,
          Minenkammern zu entladen. Brückenköpfe auf dem Westufer sind nicht zu bilden.
   61.Division schaltet durch frühzeitige Inbesitznahme der Häuser südlich der Straße Wawer - Praga eine Flankierung hier gegen die 11.Division aus.
   11.Division nimmt am 21.9.Verbindung mit verst.I.R.32 auf dem westlichen Weichselufer auf, orientiert über die Lage und Absicht des I.A.K. auf dem Ostufer
               und verhindert, daß die deutsche Artillerie vom Westufer auf Ziele auf dem Ostufer feuert.
               Eine flankierende Feuereinwirkung gegen 11.Div. vom Westufer schaltet die Division mit der ihr unterstellten Artillerie selbständig aus.
Der Angriff ist im wesentlichen Ortskampf. Es muß deshalb stoßtruppweise geführt werden. Die schweren Infanteriewaffen und einzelne Geschütze der Divisionsartillerie
müssen dicht herangehalten und rechtzeitig eingesetzt werden.
Die zugeteilten Kampfwagen sind von 61.u.11.Div. nicht als Stahlspitzen, sondern als gepanzerter Feuerschutz für die Angriffsinfanterie, zum Abriegeln und zur
Beweglichmachung vorgeschobener Artl.Beobachter mit Funksprechgerät zu verwenden.
Die Führer der Pz.Kampfwagen melden sich am 21.9. bis 14.00 Uhr bei den Divisionen zur Einweisung. Heranziehung zum Kampf regeln die Divisionen selbständig.

Aufgaben für die Artillerie:
 X-1 Stunde bis X Uhr:
    Div.Artillerie: Zerstörung der inf.Feindanlagen nach näherer Anordnung der Div.
    Korps-Artillerie: Zusätzlich überlagernd und in der Tiefenzone vor den Einbruchstellen. Niederkämpfen feindl.Artillerie und Zerstörung lebenswichtiger
                      Anlagen von militärischer Bedeutung.
 X Uhr bis X+30 Min.:
    Div.Artillerie: Zerstörungsfeuer nach Weisung der Divisionen.
    Korps-Artillerie: Feuer auf Brückenkopfanlagen auf Ostufer der Weichsel.
 ab x+30 Min.:
    Div.Artillerie: Nach Weisung der Divisionen.
    Korps-Artillerie: Feuer auf Feindanlagen auf Westufer der Weichsel.

7.) II./Flak 11 übernimmt den Schutz der Korps-Artl.und steht mit den 8,8cm Bttr´n.dem Artl.Kdr.1 auf Anforderung zum Erdkampf zur Verfügung.
8.) Kdr.d.Pi.I beendet den Behelfsbrückenbau über Narew und Bug und führt die hier frei werdenden Pi.Kräfte den Div´n.bis 21.9.abends wieder zu.
    Korps-Br.Kol.401 ist nach Freiwerden nach Stanislawow in Marsch zu setzen.
9.) I./Pz.Rgt.10 führt die den Divisionen zugeteilten Kampfwagen diesen bis 21.9. abends zu. Die nicht eingesetzten Teile der Abteilung verbleiben in Duchnow.
10.) Korpsreserve, verst.I./I.R.151 wird 61.Div.unterstellt und ist am 21.9.heranzuziehen.
     1 Regiment der 61.Div. ist mit Angriffsbeginn als neue Korpsreserve auszuscheiden. Aufstellungsort ist zu melden. Rgt.Adjt.zum K.Gef.St.
     I./Pz.Rgt.10 mit nicht eingesetzten Teilen verbleibt in Duchnow zur Verfügung I.A.K. Kdr.zum K.Gef.St.
     3./Pi.Btl.1 zur Verfügung des Korps bei Wiazowna. Führer zum Gen.Kdo.I.A.K.
11.) 2.(H)/Tannenberg hält für Artl.Kdr.ab X - 1 1/2 Stunden zwei Flugzeuge abrufbereit und überwacht den Verlauf des Angriffs.
12.) N.A.41 stellt das Artl.Fernsprechnetz gemäß Sonderanweisung des Artl.Kdr.1 her und hält die bisherigen Verbindungen aufrecht.
13.) Leuchtzeichen: Weiß:     Hier sind wir!
                    Grün:     Artl.Feuer vorverlegen!
                    Rot:      Feind greift an!
14.) K.Gef.St. verbleibt in Sulejowek. Vorgeschobene Befehlsstelle auf Kirchturm Glinki ist ab X-1 Stunde besetzt.
     Qu.Abteilung verbleibt in Rembertow.
 
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