172.Reserve-Division
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Kriegstagebuch November 1944
23.11.1944 Die Aufstellung der Division wird durchgeführt. Die Stärken und die Kriegsbrauchbarkeit der Truppen sind ehr verschieden. Die Gliederung der Grenadier-Bataillone
schwankt zwischen einer und vier Kompanien. Die Artillerie-Abteilung hat 2 Batterien. Während die Grenadier-Bataillon zum überwiegenden Teil aus kriegserfahrenen
Soldaten bestehen, setzt sich das Reserve-Landesschützn-Btl. aus alten zum Kampf nur bedingt geeigneten Männern zusammen. Die Kriegbrauchbarkeit aller
Truppen wird dadurch eingeschränkt, dass ein großer Teil der Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften infolge schwerer Verwundungen körperlich den Anforderungen
eines Kampfes nicht mehr gewachsen sind.
24.11.1944 Der Divisionsstab erreicht im Kraftwagenmarsch am 24.11.1944 seinen Gefechtsstand Dudweiler - nordostwärts Saarbrücken. Der Antransport der Truppen zieht sich bis
zum 28.11.1944 hin, weil die Bahnen infolge der Bedrohung durch feindliche Jagdbomber nur nachts benutzt werden können.
Der Westwall verläuft am Nordufer der Saar, am Südrand der Stadt Saarbrücken entlang, dann nach Osten über das Höhengelände südwestlich und südlich Zweibrücken
und setzt sich fort nach Südosten, südlich an Pirmasens vorbei. Er besteht durchweg aus Betonbunkern in einer Tiefe von 500 bis 1000 m. Lediglich auf dem
Höhengelände südlich der Blies und des Schwarzbaches hat er eine Tiefe bis zu 3 km. Als rückwärtige Stellung ist die Hilgenbachstellung ebenfalls mit Betonbunkern
ausgebaut. Sie verläuft von 11 km nördlich Völklingen nach Südosten, südlich St. Ingbert vorbei und mündet bei Niederwürzbach in den Westwall.
Der Westwall ist seit seinem Bau in etwa 10 - 13 km breite Divisionsabschnitte eingeteilt, die von Osten nach Westen mit Buchstaben bezeichnet sind.
In dem Abschnitt der Division fallen die Abschnitte S/d, Sje, S/f, S/g und b/h. Eine Anzahl Bauwerke des Westwalls sind mit bodenständigen schweren Waffen bestückt,
die übrigen sind zur Aufnahme der Waffen der kämpfenden Truppen eingerichtet.
Die Division wird als Sicherheitsbesatzung im Westwall beiderseits Saarbrücken von Ostrand Völklingen bis 1 km ostwärts Oberwürzbach eingesetzt und wird dem Höheren
Kommando Saarpfalz -General der Artillerie Engelbrecht - unterstellt.
Dieses Kommando hat den Auftrag, den Westwall wieder zur Verteidigung herzurichten und ihn gegen überraschende Feindangriffe zu sichern.
Ihm unterstehen 2 Festungs-Pionier-Stäbe, die die Wiederinstandsetzung und den weiteren Ausbau des Westwalls leiten, und 2 Festungs-Stamm-Abteilungen, die die
bodenständig im Westwall eingebauten Waffen bedienen.
Der Divisionsabschnitt wird in 2 Regimentsabschnitte unterteilt:
Reserve-Grenadier-Regiment 36 westlich Saarbrücken mit dem Gefechtsstand in der Försterei Pfaffenkopf,
Reserve-Grenadier-Regiment 34 ostwärts Saarbrücken mit dem Gefechtsstand in Scheidt.
Der Westwall südlich Saarbrücken bleibt unbesetzt, weil die Stadt im Falle des Zurückgehens der Felddivisionen von diesen wegen ihrer höheren Kampfkraft verteidigt
werden soll.
Innerhalb der Regimenter werden eingesetzt:
beim Reserve-Grenadier-Regiment 36: Reserve-Landesschützen-Bataillon 12 rechts, Reserve-Grenadier-Bataillon 118 links,
beim Reserve-Grenadier-Regiment 34: Reserve-Grenadier-Bataillon 105 rechts, Reserve-Grenadier-Bataillon 107 links.
Reserve-Grenadier-Bataillon 87 wird als Divisionsreserve in dem Raum westlich Försterei Pfaffenkopf,
Reserve-Grenadier-Bataillon 80 als Korpsreserve in Rentrich untergebracht.
Reserve-Artillerie-Abteilung 33 wird im rechten Regimentsabschnitt bei Altenkessel eingesetzt.
Die im Abschnitt der Division eingesetzte Festungs-Artillerie-4 Abteilungen und 2 Batterien - wird der Division und von dieser dem Artillerie-Kommandeur der Division,
Oberst Vohl, unterstellt. Weiterhin werden der Division unterstellt die Teile des Volkssturm-Lehr-Bataillons des Gaues Westmark, die ostwärts Völklingen in Stellung
sind, und die Volkssturm-Kompanie Beutner, die zur Strassensicherung in Gegend Spichern eingesetzt ist.
Diese Kompanie wird am 28.11.1944 in den Westwall verlegt und löst dort das Reserve-Grenadier-Bataillon 118 heraus, das als Reserve des Regiments dahintergelegt wird.
25.11.1944 Vormittags
Eintreffen Kdr.Res.Art.Rgt.33 (Oberst Vohl) mit Stab. Oberst Vohl wird als Artillerie Kommandeur der Division eingesetzt.
Eintreffen des Regiments-Stabes/Res.Grenadier-Regiment 36 auf Bahnhof v.d.Heydt. Res.Gren.Rgt.36 übernimmt den rechten Abschnitt der Division.
Rgt.Gef.Std.: Forsthaus Pfaffenkopf.
Eintreffen Res.Gren.Btl.87 Bahnhof v.d.Heydt. Btl.bezieht Raum Ritterstrasse und wird Divisions-Reserve.
Eintreffen des Res.Landesschützen.-Btls.12 Bahnhof Völklingen. Einsatzraum Westwall, rechter Abschnitt des Reserve-Grenadier-Regiment 36.
Die Masse der Division wird noch im Eisenbahntransport herangeführt. Da zur Zeit sehr klares Wetter herrscht, und die einem feindlichen Jagdbombereinsatz stark
begünstigt, können die Transporte nur bei Nacht fahren. Mit ihrem EIntreffen ist erst im Laufe des 26.11.44 zu rechnen.
Nachmittags
Div.Kdr. wird durch den Kdr.d.Festungs-Regiments 29 (Oberst Bieber) in den Abschnitt eingewiesen.
Die im Divisions-Abschnitt liegenden Bauwerke des Westwalls werden durch den Festungs-Pionierstab 17, Sitz Homburg, (Führer Oberstleutnant Bechthold) verwaltet
und in Stand gehalten. Die Festungssdienststellen sind angewiesen, die Truppen der 172.Reserve-Division in den Westwall einzuweisen.
Das im Westwall zwiechen Völklingen und Saarbrücken eingesetzte Volsesturm-Lehrbataillon des Gaues Westmark (Bataillons-Führer Welsch) wird der Division unterstellt.
26.11.1944 26.11.44 Eintre2fen Stab/Reserve-Grenadier-Regiment 34.
Reserve-Grenedier-Regiment 34 wird im linken Divisions-Abschnitt eingesetzt.
Regiments-Gefechtsstand: Scheidt
Eintreffen Reserve-Grenadier-Bataillon 80. Reserve-Grenadier-Bataillon BO wird in den Raun Rentrisch verlegt und verbleibt dort als Reserve des Höheren
Kommandos Saarpfalz.
Eintreffen Reserve-Fla-Bataillon 66 (Stab und 1 Zug). Der Fla-Zug wird im Raun Dudweiler eingesetzt.
Eitreffen Reserve-Grenadier-Bataillon 118. Reserve-Grenadier-Bataillon 118 wird im linken Abschnitt des Reserve-Grenadier-Regiments 30 eingesetzt.
Eintreffen Stab/Reserve-Heeres-Flak-Artillerie-Abteilung 278 ohne Truppen.
Eintreffen Reserve-Nachrichten-Kompanie 33. Sofortiger Einsatz beim Divisions-Stab.
Die im Divisione-Abschnitt liegenden Teile der Festunes-Stamm-Abteilung LXIII sind der Division taktisch unterstellt.
Führungsstaffel verlegt Gefechtsstand in die Adolf-Hitler-Schule. Ib-Staffel verbleibt in der Schule am Marktplatz.
27.11.1944 Am 27.11.1944 wird das Reserve-Grenadier-Bataillon 80 im Westwall am Südrand von Saarbrücken eingesetzt.
Gleichzeitig wird das Reserve-Bataillon 87 als Divisionsreserve nach Rentrich verlegt.
Eintreffen Reserve-Grenadier-Bataillon 105. Einsatz im Westwall im rechten Abachnitt des Reserve-Grenadier-Regiment 34.
Eintreffen Reserve-Grenadier-Bataillon 107. Einsatzraum im linken Abschnitt des Reserve-Grenadier-Regiment 34 im Weetwall.
Eintreffen Reserve-Artillerie-Abteilung 33 (Stab). Einsatzraum Nordrand Altenkessel.
Divisions-Kommandeur nachmittags auf dem Gefechtsstand dee Reserve-Grenadier-Regiment 34. Besprechung mit Regiments-Kommande über Fragen des taktischen
Einsatzes.
Reserve-Grenadier-Betsielen 80 (seither Reserve des Höheren Kommando Saarpfalz) wird im Westwall am Südrand von Saarbrücken eingesetzt.
Der Südrand Saarbrücken blieb bis jetzt unbesetzt, da sich das A.O.K. 1 die Besetzung selbst vorbehalten hatte.
28.11.1944 Am 28.11.1944 wird der Abschnitt der Division nach Osten bis hart westlich Pirmasens erweitert und das dort eingesetzte Regiment Kentner ihr unterstellt.
Regimentsgefechtsstand: Freudenbergerhof nordwestlich Zweibrücken. Das Regiment besteht aus 2 Bataillonen des ROB-Lehrgangs und 2 Bataillonen des Unterführer-Lehrgangs
des Wehrkreises XII. Es ist infolge des ausgesuchten Menschenmaterials sehr gut zusammengesetzt, aber nur mangelhaft bewaffnet.
Die im Divisionsabschnitt eingesetzten Teile der Festungs-Stamm-Abteilungen werden der Division nur taktisch unterstellt. Ihre Abschnittseinteilung entspricht nicht
der Divisionseinteilung des Westwalls, wodurch nicht unerhebliche taktische und organisatorische Schwierigkeiten entstehen. Eine von der Division erstrebte Angleichung
der Abschnittsgrenzen ist nicht erreichbar.
Die Tätigkeit der Division besteht darin, den weiteren Ausbau des Westwalls mit Feldstellungen durchzuführen und die spätere Übernahme der Stellungen durch die südlich
des Westwalls kämpfenden Felddivisionen der 1.Armee vorzubereiten. Sie arbeitet hierzu eng mit den Felddivisionen zusammen. Es sind dies die 347.Infanterie-Division
südlich Völklingen, die 36.Volksgrenadier-Division südilich Saarbrücken, die 17.SS-Panzer-Grenadier-Division südlich Oberwürzbaoh, die 11. Panzer-Division südlich
Zweibrücken und die 416. Volks-Grenadier-Division südlich Walzhausen.
Tätigkeitsbericht 172.Res.Div.:
09.00 - 11.00 Uhr Kommandeur-Besprechung (bis Bataillons-Kommandeure einschließlich) auf dem Divisiens-Gefechtsstand. Besprechung über Fragen des taktischen Einsatzes,
der Organisation und Festlegung der Befehlsverhältnisse. Regiment Zweibrücken (Oberst Kentner) untersteht ab sofort der Division. Einsatz des Regiments siehe Anlage 4.
Neue linke Grenze Division: Straßenkreuz westlich (Ortseingang) - Ostrand Winningen
Gliederung des Regiments: (siehe Anlage 5) personelle Zusammensetzung des Regiments gut, (Wehrkreis- R.O.B.-Lehrgang und Wehrkreis-Unterfürhrerlehrgang).
Waffenmässige Ausrüstung schlecht.
Die im Westwall eingesetzte Festungs-Artillerie untersteht der Division und wird dem Artillerie-Führer der Division unterstellt. (Gliederung siehe Anlage 5)
Es sind im einzelnen:
Festungs-Artillerie-Abteilung 1508
   "         "         "      1520
mit unterstellter 16./983
Festungs-Artillerie-Abteilung 1305
   "         "         "      1504
3./"         "         "      1303
Divisions-Kommandeur regelt Einsatz der gesamten Artillerie im Division-Abschnitt. (siehe Anlage 6).
Reserve-Grenadier-Batailion 87 rückt als Divisiona-Reserve in die Hilgenbachstellung (Raum Rentrisch) ein. Volkssturmkompanie Beutner, die seit dem
23.11.44 der Division untersteht und vorwärts des Westwalls zur Strassensicherung eingesetzt war, übernimmt den Abschnitt des
Reserve-Grenadier-Bataillons 118.
Reserve-Grenadier-Bataillon 118 wird als Reserve hinter den Abschnitt der Volkssturmkompanie Beutner verlegt.
Einsatz der Reserve-Grenadier-Regimenter 34 und 36 am 28.11.1944 siehe Anlage 7.
Feind drückt mit starken Kräften gegen die vor dem Westwall verlaufende HKL der 1.Armee. Vereinzeltes Artillerie-Störungsfeuer liegt bereits auf
dem Raum von Saarbrücken.
Reserve-Sanitäts-Kompanie 172 eingetroffen. Die Kompanie errichtet einen Hauptverbandplatz in Spiessen und einen vorgeschobenen Hauptverbandplatz
in Schwarzenbach.
29.11.1944 Divisions-Kommandeur im Abschnitt des Reserve-Grenadier-Regiments 34.
Inspektion der Befestigungsanlagen und der Mannschaftsunterkünfte.
Besprechung mit den Kommandeuren des Reserve-Grenadier-Regiments 34, des Reserve-Grenadier-Bataillon 105, des Reserve-Grenadier-Bataillon 107 und dem
Adjutanten des Reserve-Grenadier-Bataillon 80 über Fragen des taktischen Einsatzes und über organisatorische Maßnahmen für die Einweisung der eventuell
später einrückenden, zur Zeit noch vor dem Westwall kämpfenden Divisionen.
Der Feind hä1t besönders vor dem rechten Divisions-Abschnitt seinen starken Druck aufrecht.
Im Raume Saarlautern sind ihm kleine Einbrüche in den Westwall gelungen. Für das Reserve-Grenadier-Regiment 36 wird erhöhte Alarmbereitschaft befohlen.
Gleichzeitig befiehlt Divisions-Kommandeur, daß vorbereitende Maßnahmen zur Besetzung der Saarhöhenstellung und des Westwalle zu treffen sind.
(siehe Anlage 8).
Vom Höheren Kommando Saarpfalz wird 6./I.Pol.Wach-Batl.XII als Korps-Reserve- der Division unterstellt und in den Raum Sulzbach verlegt.
30.11.1944 Divisions-Kommandeur bei Reserve-Grenadier-Regiment 36. Besprechung mit dem Regiments-Kommandeur auf dem Regiments-Gefechtsstand Forsthaus Pfaffenkopf.
Einweisung durch den Regiments-Kommandeur in Gelände, Besprechung taktischer Fragen. Besprechung mit Konmandeur Reserve-Grenadier-Bataillon 118 und
dem Führer der Volkssturmkompanie, Sturmführer Deutner.
Gemäß Befehl des Höheren Kommando Saarpfalz erhalten die Bataillone folgende taktische Bezeichnung:
Reserve-Landes-Schützen-Bataillon. XII -  I./36
Reserve-Grenadier-Bataillon 118        - II./36
Reserve-Grenedier-Bataillon 87         -III./36
Reserve-Grenadier-Bataillon 105        -  I./34
Reserve-Grenadier-Bataillon 107        - II./34
Reserve-Grenadier-Bataillon 80         -III./34
Feindliches Artillerie-Störungsfeuer lag den ganzen Tag auf den Großraum von Saarbrücken.
   
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