Division Nr.180
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Kriegstagebuch September 1944
22.9.1944
Wetter: Bedeckt
bis diesig,
mittags etw.aufklarend
KTB Gren.E.u.A.Rgt.269:
Lt.Böttcher erhält um 2.00 Uhr den Befehl, mit seinem Pkw. Verbindung mit den anrückenden Teilen des Btl.47 aufzunehmen und
dieselben möglichst schnell dem Rgts.Gef.Std. zuzuleiten.
Um 7.00 Uhr Eintreffen auf dem Ausladebahnhof; Btl.47 bisher noch nichti eingetroffen.. Teile des Btl.47, die sich bereits
auf dem Marsch auf Richtung Asten befinden - unter Führung von Hptm.Finkenstädt - werden zu grösster Eile angetrieben und
Hptm.Finkenstädt mit zum Gef.Std.vorgenommen.
Gegen 7.00 Uhr beginnt Gegner mit Angriff auf Asten nach starker Art.Vorbereitung und nimmt Asten gegen 9.00 Uhr. Rgts.Stab
wurde von feindl.Panzern aus dem Ort herausgeschossen und musste sich von demselben absetzen. Oberst Ramoth war in den
frühen Morgenstunden noch nach Asten zu Major HEesch zwecks Verbindungsaufnahme vorgefahren.
Das Btl.65 befindet sich gegen 09.00 Uhr ebenfalls im Zurückgehen, da zurzeit keine Verbindung mehr vorhanden ist.
Die Teile des Rgts.Stabes sammeln zunächst in Voordeldink unter Führung von Obl.Lemke und fangen hier die zurückgehenden
Teile des Btls.auf, um mit ihnen einen Gegenstoss, gleichfalls unter Führung des Nachr.Offz.des Rgts., Obl.Lemke zu unternehmen.
Oberst Ramoth und Hptm.Vietzesind während des ganzen Morgens nicht aufzufinden.
Der Gegenstoss kam aber gegen die Stärke des Feindes, der mit massierten Panzerkräften vorgestossen war, nicht an und blieb
liegen, wobei der Rgts.Stab mit Teilen des Pi.-Zuges schwere Ausfälle hatte.
Die in der Zwischenzeit unter Führung von Hptm.Finkenstädt eingetroffenen Kompanien des Gren.Ers.u.Ausb.Btl.47 wurden von
Obl.Lemke rechts des Weges Asten - Voordelonk zu einem nochmaligen Gegenstoss auf Asten eingesetzt, um in die FLanke des Gegners
zu stossen. Da die feindl.Panzer Asten aber bereits durchstossen hatten, scheiterte dieser Gegenstoss ebenfalls an der starken
feindl.Panzerwaffe, und die Teile der Kpn.mussten zunächst etwas zurückgenommen werden. Trotz des Drucks der feindl.Panzer wurde
der 3.Gegenstoss unter Führung des Nachr.Offz.des Rgts., der zur Rückführung der Werferbatterie von Major Krüger eingesetzt war,
durchgeführt und es gelang, den Stellungswechsel der Werfer-Bttr. zu vollziehen. Gleichzeitig wurde ermöglicht, den angesetzten
I.G:Zug, der von Hptm.Schardt geführt wurde, in der ungeklärten Lage einzufangen und ihn nicht, wie beabsichtigt, in seine
Stellung hineinzuführen, da dort bereits der Gegener mit seinen Panzern stand. Gleichzeitig wurden durch den Entschluss und das
energische Durchgreifen des Nachr.Offz. des Rgts 4 Pkw. u.1 Lkw nebst Geheimakten, Ausrüstung und Gepäck des Rgts.Stabes in
Sicherheit gebracht.
Gegen 13.00 Uhr traf das Btl.47 unter Führung von Major Becke in Rinkveld ein, sammelte sich hier und stellte such zum Angriff,
der um 15.30 Uhr erfolgen sollte, bereit. Rgt. war mit einem Btl. und Resten des Btl.65 der Fsch.Jg.Div.Erdmann unterstellt -
Gen.Erdmann erschien gegen 14 Uhr auf dem Rgt.Gef.Std. der im Strassengraben bei Voordeldonk warm und teilte seine Absicht über
den bevorstehenden Angriff mit.Major Becker wollte mit seinem Btl.von Osten auf Asten vorstossen, Fsch.Jg.Rgt. von Süden, die
Kav.Ers.Abt.100 von Norden, Unterstützung für diesen Angriff sollten Nebelwerfer und Flak-Bttr.geben.
Der Angriff für das Btl.47 begann um 15.30 Uhr nach einem kurzen Feuerüberfall der Nebelwerfer-Abt. von Major Krüger. Kurz vorher
trifft General Lemke, Kdr. der 180.Inf.Div., auf dem Rgts.Gef.Std.ein, um den Beginn des Angriffs zu überwachen. Den angreifenden
Btl.schlägt ein sehr starkes Trommelfeuer entgegen, ebenso liegt der Rgts.Gef.Std. unter ständigem heftigen Art.Beschuss.
Das erste Angriffsziel für das Btl.(Ortsrand Asten) wurde nach einigen Stunden erreicht, dann aber blieb der Angriff im starken
Feindfeuer liegen. Über Angriffsziel und Verbindungsaufnahme nach links und rechts ist dem Rgt. nichts bekannt geworden.
Eigene Truppe hat ausser einer Nebelwerfer-Abt. keine Unterstützung von schweren Waffen. Rgt. befiehlt, dass Btl. sich in
erreichten Raum zur Verteidigung einrichtet.
Um 18.30 Uhr zieht Rgts.Gef.Std. nach Liesel und richtet sich hier in einem kleinen Häuschen ein. Verpflegung und Munition
kamen bisher noch nicht heran.
23.9.1944
Wetter trübe, regnerisch
KTB Gren.E.u.A.Rgt.269:
Während der Nacht lag heftiges Art.Feuer auf eigenem Abschnitt. In den Morgenstunden wird Bereitstellung des Gegners im Raume
Asten erkannt und gegen Mittag mit Angriff gerechnet.
Angriff des Gegners nach starker Art.Vorbereitung und tarker Panzerunterstützung beginnt um 13.00 Uhr. Auch am heutigen Tage wird
eigene Truppe lediglich von einer Nebelwerfer-Bttr. unterstützt. Eigene Artillerie-, Panzer- oder Sturmgeschütz-Unterstützung
ist nicht vorhanden.
Feindpanzer stellen sich im Abstand von 80m vor eigener HKL auf und schiessen die einzelnen Schützen aus ihren Löcher heraus.
Zurzeit ist es nicht ein stark ungleicher Kampf. Hinzu kommt, dass unsere Truppen zum Teil noch nicht einmal eine vierwöchige
Ausbildung hinter sich haben, aus verschiedenen Waffengattungen zu einer Einheit zusammengestellt sind, die ais Urlaubern,
Marinesoldaten, Luftwaffensoldaten und Nicht-k.v.-Soldaten bestehen.
Gegen 16.00 Uhr werden dem Btl. Panzer auf der Strasse Voordeldonk - Rinkveld gemeldet, die weiter nach Osten vorstossen.
Ebenfalls wurde Feindbesetzung nördlich Rinkveld beobachtet. - Rundumverteidigung von Liesel mit Teilen des Pi.-Zuges und
Nachr.Zuges wie des Rgts.Stabes wird durchgeführt, es ist aber nicht eine einzige panzerbrechende Waffe zur Hand.
Gegen 17.30 Uhr sind Feindpanzer auf Liesel vorgestossen, sie beschiessen den Rgts.Gef.Std. aus einer Entfernung von rund 250 -
300 Meter. Ein Panzer, der auf der Strasse Voordeldonk - Liesel vorgestossen war hatte bereits ein le.I.G. welches zur
Panzerabwehr eingesetzt war, durch Volltreffer und überfahren vernichtet. Auf Befehl des Rgts.Adj.Obl.Lemke - nach vorhergehender
Lagebesprechung mit dem KDr.des.Rgts.- zieht sich das Rgt. über Liesel, das unter schwerem feindl.Art.Feuer liegt, in Richtung
Helenaveen zurück, unter gleichzeitigem Befehl an die von Hptm.Schardt geführten Trosse, sich zurückzuziehen, damit diese der
feindl.Vernichtung entzigen werden konnten. Somit wurden die Trosse einschl. des le.I.G.-Zuges auf Helenaveen eingefangen.
Teile wurden an der Kreuzung Liesel - Meijel - Helenaveen ur Verteidigung und Aufbau einer neuen H.K.L. wieder eingesetzt, um die
Stellung weiter azsubauen und zur späteren Besetzung vorzubereiten.
Rgts.Stab verlegt nach Helenaveen. Während des ganzen Nachmittags war sehr rege Fliegertätigkeit.- Verpflegungs- und Munitions
Nachschub wie an den Vortagen zunächst noch völlig ungeklärt.
In den Abendstunden wird mit Majot Becker, der mit Teilen seines Btls. in Gegend der Strassengabel Liesel - Meijel - Helenaveen
untergekommen ist, Verbindung aufgenommen und ihm der Befehl erteilt, mit dem Rest seines Btls. die Stellungen am Van-Deurne
Kanal zu beziehen.
24.9.1944
trübe, regnerisch
KTB Gren.E.u.A.Rgt.269:
Um 7.00 Uhr verlegt Rgts.Gef.Std. zunächst wieder zur Wegegabel Liesel - Meijel - Helenaveen. Das Rgt. untersteht zunächst einer
Luftwaffen-Fallschirm-Jäger-Division, die unter dem Befehl von General Erdmann steht.
Liesel soll am heutigen Tage angegriffen und genommen werden, mit Unterstützung von 10 Sturmgeschützen und 3 8,8.Flak. Eine Komp.
des Btl.47 unter Führung von Hptm.Fineknstädt bekommt Befehl, auf die Sturmgeschütze aufzusitzen, und die Komp.Hptm.Cordes, rechts
davon zum Angriff anzutreten.
Der Angriff der gegen 09.00 Uhr startet, gerät in eine feindl.Panzerbereitstellung und bleibt im sumpfigen Gelände sowie im starken
Abwehrfeuer des Gegners liegen.
Zwei der zur Unterstützung eingesetzten Flak-Geschütze sind durch Volltreffer vernichtet worden, lediglich eine Zugmaschine wird
dem Feindzugriff entzogen. Zur Sicherung dieser Flakstellung wurde ein Zug des Btls. abgestellt. Teile des Landesschützen-Btls.,
die sich bis hierher durchgeschlagen haben, sind völlig erschöpft und werden gegen 17.00 Uhr im Schulgebäude von Helenaveen
untergebracht. Ein ordnungsgemässer Abtransport der Verwundeten besteht ebenfalls noch nicht.
Verbindung zum rechten oder linken Nachbarn ist immer noch nicht vorhanden. General Erdmann, der gegen 17.30 Uhr auf dem
Gefechtsstand erscheint, teilt mit, dass unser Rgt. wahrscheinlich herausgezogen werden und zur 180.Inf.Division zurück soll.
25.9.1944
bedeckt, regnerisch
KTB Gren.E.u.A.Rgt.269:
Die Nacht verlief ruhig.
In den frühen Morgenstunden wird das Btl.durch ein Fsch.Jg.Btl. abgelöst und aus dem bisherigen Abschnitt herausgezogen. Lt.Div.
Befehl soll Rgt.Stab/269 als Erkunsungsstab eingsetzt werden. Der Rest des Btl.46 marschiert unter Führung von Major Becker zunächst
in den Divisions-Abschnitt nach America, wo es eingesetzt wird.
Rgts.Stab marschiert über Sevenum - Horst nach Overbroek, macht hier Quartier und richtet sich zur Arbeit ein. Div.Gef.Std., der sich
in Veulen befindet, liegt in der Nähe des Rgts.Gef.Stds.
Overbroek wird bei strömendem Regen gegen 16.15 Uhr erreicht. Rgt.-Kdr. nimmt sofort Verbindung mit der Division auf. Leutnant
Schwaderer, ein Art.Fachmann, wird dem Rgt.von der Division beigegeben. Somit besteht der Erkundungsstab aus 5:2:9.
Für den morgigen Tag wird zur Erkundung noch alles vorbereitet.
26.9.1944
bedeckt, zum Teil
regnerisch, gegen Mittag
aufklarend
KTB Gren.E.u.A.Rgt.269:
Kdr. und Obl.Lemke fahren morgens zur Erkundung einer neuen H.K.L. ins Gelände. Lt.Böttcher nimmt Verbindung mit der Division auf
zwecks Anforderung von Nachrichtengerät.
Als der Rgts.Kdr.gegen 13,00 Uhr zurückkommt, bringt er von der Division einen neuen Eisantzbefehl mit und zwar solld das Rgt. am
Nordflügel der Division eingesetzt werden.
Der Nachr.Offz.Obl.Lemke wird mit dem heutigen Tage als Rgts.Adj.eingesetzt. Hptm.Vietze, der bisherige Rgts.Adj. wird als Führer der
Trosse eingesetzt.
Hptm.Schardt, der bisherige Trossführer, wird Btls.Kdr.Btl.65.
Rgt.Gef.Std. soll in Gegend Meerselo eingerichtet werden.
Pber Venraij, geht die Fahrt um 14.30 Uhr nach Meersele, wo am Südausgang des Orts der Rgts.Gef.Std. eingerichtet wird.
Btl.47 ist dem Rgt., nicht mehr unterstellt, das Btl.65 soll neu aufgestellt werden.
Dem Rgt. sind zur Besetzung des zugewiesenen Abschnitts unterstellt:
Btl.65, Btl.16, die Einheit Kress (Luftwaffen-Festungs-Btl.III);
Zugeteilt wurden dem Rgt.:
2 7,5-Pak
1 8,8-Pak
1 3,7-Pak
2 Ofenrohre
1 5 cm-Pak,
1 le.I.G.-Zug, bestehend aus 2 Geschützen.
Eingesetzt war das Rgt. wie folgt:
rechts  - Luftwaffen-Festungs-Btl.,
links - Gren.Ers.u.Ausb.Btl.16,
dahinter gestaffelt Btl.65, welches neu aufgestellt werden soll.
Der Rgts.Abschnitt erstreckt sich zunächst vom V-Wäldchen (St.Helenahoeve) bis zum Voorm Hazenhut.
Rgts.Kdr. begibt sich nich am gleichen Abend nach vorn, um mit den Kdrn.den Einsatz der Btle.zu besprechen.
27.9.1944
trübe und regnerisch
KTB Gren.E.u.A.Rgt.269:
Die gesamten Trose haben in der vergangenen Nacht nach Klein-Oorloo? verlegt.
Das Landesschützen-Btl.I./10 wird herausgezogen und zum Stellunsgbau eingesetzt; es untersteht direkt der 180.Inf.Div.
General Lemke gibt morgens die Führung der Division an Oberst Klosterkemper ab. - Lage vor eigenem Abschnitt zurzeit unverändert.
Feind verhält sich ruhig; Bereitstellungen des Gegners bisher nich nicht beobachtet worden.
Der Verpflegungsnachschub für die gesamten Teile des Rgts. kommt so langsam ins Fliessen.
28.9.1944
klar, Sonnenschein
KTB Gren.E.u.A.Rgt.269:
Nacht verlief ruhig. 10.50 Uhr sind bisher noch keine neuen Feindmeldungen eingetroffen.
Btl.65 hat Neuaufstellung beendet. Vom Luftwaffen-Festungs-Btl. wird ein Teil aus der H.K.L. herausgezogen, um als Reserve eingesetzt
zu werden. Für die herausgezogenen Teile wird das Btl.65 in STellung gebracht.
Aus Richtung V-Wäldchen werden am Spätnachmittag Panzer mit aufgesessener Infanterie gemeldt, die sich aber nach kurzer Zeit wieder
verziehen.
Gegen 18.00 Uhr erfolgt beim Btl.16 ein Feindvorstoss in Stärke von 80 Mann, der aber abgewiesen wird. Ausserdem hat der Gegner über
den Kanal eine Brücke gebaut. Das von den Pionieren angesetzte Sprengkommando, das in den frühen Morgenstunden mit dem Auftrag loszog,
die Brücke zu sprengen, konnte diesen Auftrag wegen starker feindl.Sicherung nicht durchführen.
29.9.1944
leicht bewölkt, trocken
KTB Gren.E.u.A.Rgt.269:
Nachdem Oblt.von Reith in der Nacht dem Rgt. die Undurchführbarkeit der Sprengung der Brücke gemeldet hat, wird Lt.Böttcher gegen 00,00
Uhr nochmals beauftragt, ein Sprengkommando der Pionieren aus Leunen zu holen, welches auch die Sprengung durchführt.
Von der Division werden dem Rgt .2 le.I.Geschütze zugewiesen; die Stellungen werden weiter ausgebaut und verbessert.
Gegner verhält sich vor eigenem Abschnitt ruhig.
Das Rgt. entsendet in der vergangenen Nacht zwei Spähtrupps - einen davon zum V-Wäldchen, mit dem Auftrage Festzustellen, ob der Wald
vome Feinde besetzt sei - den zweiten zum Kanal mit dem Auftrage, die in der vergangenen Nacht schlecht gesprengte Brücke restlos zu
vernichten.
30.9.1944
trübe/regnerisch
KTB Gren.E.u.A.Rgt.269:
Spähtrupps in der vergangenen Nacht kehrten vollzählig zurück und brachten folgende Aufklärungsergebnisse mit; V-Wäldchen feindfrei,
restlose Zerstörung der Brücke. Die Führung des Btl.16 übernimmt Hptm.Wilkens. Der bisherige Führer, Obl.Köster, kehrt zu seinem Rgt.
zurück. Luftwaffen-Festungs-Btl. und Einheit Zangerl werden dem Btl.65 unterstellt. Es ist beabsichtigt, die Einheit Zangerl aus der
H.Kl.herauszulösen zwecks Ausbildung. Dafür soll die bisherige Reserve-Kp.des Btl.65 unter Führung von Obl.Michael den Abschnitt
übernehmen.
Während des Nachmittags rege feindl.Fliegertätigkeit. Bombenabwürfe wurden auf Venraji und Merseloo beobachtet.
Btl.65 brachte einen Gefangenen ein (amerikan.Kapitätn).
   
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