| Kriegstagebuch Juli 1944 | |
| 1.7.1944 | KTB 9.Armee. Bei Morgengrauen tritt von Pogoreloje aus die zum Entsatz der Bobruisker bestimmte Kampfgruppe der 12.Pz.Div. zum Angriff an, bestehend aus dem durch 1 Pz.Kp. verstärkten I./Pz.G.R.25 (ohne 1 Kp.), geführt von seinem Kdr.Hptm.Blancbois. In zügigem Vorgehen erreicht sie ohne Feindberührung bereits um 5,20 Uhr Malinowka (s.Anl.III 6), trifft bei Prudischtschi auf Widerstand, bricht ihn im stürmischen Durchstoß, wird vorübergehend eingeschlossen, sprengt die Einschließung, stößt weiter vor und stellt etwa um mittag nach schweren Gefechten gegen Teile von 4.sowj.Schützendivision die Verbindung zur Ausbruchsgruppe her. Die Division meldet, daß seit dem ein schier endloser Strom von Soldaten über den Sswisslotsch in Richtung auf Pogoreloje zuflute. Ihre Anzahl ist kaum zu beziffern, nach vorsichtigen Schätzungen jedoch schon jetzt auf weit über 15 000 Mann zu veranschlagen. Von der Kampfgruppe Blancbois gedeckt, marschieren die Bobruisker zu den eigenen Linien. Die Befreiung ist gelungen. Inzwischen ist jedoch in der tiefen linken Flanke der Gruppe Lindig bei der 4.Armee eine erhebliche Verschärfung der Lage eingetreten: feindliche Angriffsspitzen sind in Tscherwen eingedrungen. Dieses Feindvorgehen nördlich der Sperrfront hat schor den Befreiungsangriff selbst unter höchsten Zeitdruck gestellt -immer wieder hat der OB zur Eile gemahnt-, jetzt zwingt die Gefahr einer Umfassung der Gruppe Lindig das AOK, den Befehl zum Absetzen der Sperrfront nach Nordwesten auf den Zitowka - Sswisslotsch - Wolma = Abschnitt, der hart südlich Marina Gorka verläuft, zu geben. Die Gruppe Lindig hat 3 Tage lang den direkten Stoß des Feindes auf Minsk zu verhindern verstanden und die Aussicht auf eine Herstellung des Anschlusses zur 4.Armee ist immer näher gerückt; um sie nicht ganz verlorengehen zu lassen, muß die Sperrfront nunmehr zurückgenommen werden. Der Gruppe wird anheimgestellt, den genauen Zeitpunkt ihres Absetzens, das noch in der Nacht erfolgen soll, selbst zu bestimmen, um noch soviel Bobruisker wie nur irgend möglich aufnehmen zu können. Der Entschluß, gegebenenfalls vor Eintreffen der letzten Tele der Ausbruchsgruppe ausweichen zu müssen, ist bitter, er muß jedoch gefaßt werden, um wenigstens den Großteil der Ausbruchsgruppe zu retten, wofür die Erhaltung der Front der Gruppe Lindig Voraussetzung ist. Der Anschluß zur 4.Armee soll nach erfolgter Absetzbewegung baldmöglichst hergestellt werden (s.Anl.IV 5). Auf der Straße Minsk - Ssluzk ist die Gruppe Heinecke jetzt bis Schischtschizy vorgedrungen. Ein eigner Panzerspähtrupp nördlich des Straßenkreuzes stört den feindlichen Verkehr auf der Ostwest= Straße, zum Weiterstoß nach Norden hat der Feind hier noch nicht angesetzt (s.Anl.III 8). Ebenso kommt von der 4.Armee die Nachricht, daß die von Norden auf Minsk vorgestoßenen Panzerkräfte durch Teile der 5.Pz.Div. haben zurückgeworfen werden können. Während damit, wie das AOK gestern bereits vermutete,die Gefahr eines unmittelbaren Stoßes von Norden und Süden auf Minsk und damit die weiter ostwärts schon durch die Gruppe Lindig verhinderte Bildung eines engen Kessels um die 4.Armee im Augenblick nicht mehr so sehr im Vordergrund steht, beginnt sich mit wachsender Geschwindigkeit die vom AOK der Heeresgruppe gestern vorausgesagte, ungleich größere Gefahr abzuzeichnen: 40 feindliche Panzer und 600 mot-Fahrzeuge werden im Vorgehen von Ssluzk über Kopyl nach Nordwesten gemeldet, ihre Spitze ist um 14.00 Uhr bei Bobownja, 30 km südostw.Stolpce, festgestellt worden (s. Anl.VII 1). Diese Nachricht, die beim AOK mitten in die Freude über den gelungenen Entsatz der Bobruisker einschlägt, bedeutet, daß der Feind innerhalb weniger Stunden in Stolpce stehen und damit Straße und Bahn nach Südwesten, die einzigen Verbindungswege der Armee nach rückwärts, sperren kann. Nachdem eine ausgerechnet in diesem Augenblick wieder einmal bestehende Leitungsstörung zunächst zur Funkübermittlung dieser Meldung an die Heeresgruppe gezwungen hat (s.Anl.V 4), gelingt kurz darauf auf Umwegleitungen eine kaum verständliche fernmündliche Verbindung (Chef/Chef H.Gr., 16,33 Uhr). Zur Meldung des Armeechefs bemerkt der Chef H.Gr., daß ihm die Nachricht schon vorliege und auf die Frage, was die H.Gr. dagegen unternommen habe bzw. zu unternehmen gedenke, teilt er mit, daß 20 Panzer der 4.Pz.Div. von Südwesten her zum Angriff auf die vorgehende Feindkolonne angesetzt seien. Im übrigen müsse es Aufgabe der Armee sein, ihrerseits alle Kräfte aus Stolpce zur Verteidigung der Stadt und der Übergänge zu mobilisieren. Im Hinblick auf die unmittelbar der Armee drohende Gefahr und im Gedanken an die nunmehr eingetretene Verwirklichung seiner gestern vom Chef der H.Gruppe für irrtümlich erklärten Voraussage, weist der Armeechef in leidenschaftlich erregten Worten darauf hin, daß zwar das AOK von sich aus bereits alle Maßnahmen zur Alarmierung von Stolpce getroffen habe (s.Anl. IV 6), daß eine Vorausgruppe der 12.Pz.Div. nach Stolpce unterwegs und der Ia der Armee als Kampfkommandant zur schnellsten Organisierung der Abwehr dorthin bereits entsandt worden sei (s.Anl.IV 5), daß aber weder diese Maßnahmen noch der von der H.Gr. befohlene Flankenangriff der 4.Pz.Div. jemals ausreichend sein könnten, um die Armee vor einer zweiten Einschließung zu bewahren. Als er die abwehrende Antwort erhält, der Feldmarschall halte die getroffenen Maßnahmen der Heeresgruppe für genügend und ein Blick auf die Karte werde ihm zeigen, daß angesichts der bekannten. Unwegsamkeit des Geländes zwischen Bobownja und Stolpce das Feindziel sicherlich Nieswiez und nicht Stolpce sein werde, bricht er die Unterredung ab. Als um 17,20 Uhr die Meldung über die nach Nordwesten vorstoßenden Panzer von einem zweiten Aufklärungsflieger erneut bestätigt wird, gibt der OB der Befehl zum sofortigen Stellungswechsel. Die Fahrt des OB führt von Ssamochwalowitschi über Osero, von dort nach Durchfahren eines als bandenverdächtig bekannten Waldes über Stankowo und Dsershinsk. Etwa halbwegs Dsershinsk - Stolpce stecken die Kolonnen der Trosse, Kriegsgefangenen und Ziviltrecks, die sich auf dem Marsch zu dem befohlenen Versammlungsraum Stolpce befinden. Auch der OB muß anhalten. Gerüchte gehen um, daß feindliche Panzer bereits in Stolpce eingedrungen und im weiteren Vormarsch seien. Kurz darauf kommen aus südwestlicher Richtung erste Fahrzeuge zurück, was sich bald zu einem Strom sich gegenseitig überholender und immer ungeordneter und rücksichtsloser zurückflutender Wagen und Kfz. steigert. Der OB ist gezwungen, vorläufig den Marsch zu unterbrechen: eine Panik droht den Verkehr auf der Straße, auf der sich die eingekeilten Fahrzeuge von Minute zu Minute mehr stauen, völlig zu sperren. Erst nachdem in Richtung auf Stolpce zur Nachprüfung der Panzermeldung vorgetriebene Spähtrupps die zurückflutenden Fahrzeuge wieder in Marschordnung gezwungen haben und die Straße von umgeworfenen Wagen und weg geworfenen Gerät haben räumen lassen, kann der OB die Weiterfahrt antreten. Hierbei wird ein Teil der Fahrzeuge des AOK durch Steckenbleiben in tiefen Sandstellen von der Kfz.-Gruppe des OB getrennt und erst in der Nacht trifft die Mehrzahl von ihnen, einzeln oder in kleinen Teilkolonnen, in Stolpce ein. Der OB ist nach Mir weitergefahren, wo der neue Gefechtsstand eingerichtet werden soll. Der Ia hat inzwischen um Stolpce unter Zusammenraffung aller verfügbaren Kräfte eine vorläufige Widerstandslinie gebildet. Die feindlichen Panzer sind noch nicht vor der Stadt aufgetaucht. |
| 2.7.1944 | KTB 9.Armee. Der Feind hat keine Zeit verloren. Was das AOK befürchtet hat, ist eingetroffen: Er zielt auf Stolpce, und der Flankenangriff der 4.Pz.Div. in die nach Nordwesten weiter vorrückende Feindkolonne ist erfolglos gewesen. Um 5,15 Uhr beschießen die ersten feindlichen Panzer Stolpce und dringen eine Stunde später, da die geringen Kräfte der Ortsbesatzung sie nur vorübergehend haben aufhalten können, in die Stadt ein. Die Njemen=Übergänge, Straßen= und Eisenbahnbrücken sind gesperrt. Was von der 9.Armee noch im Raum um Minsk steht, ist damit praktisch zum zweiten Mal eingeschlossen, denn die Sperrung auch der Enge von Molodeczno kann nur noch eine Frage von kurzer Zeit sein. Das AOK, erst vor einigen Stunden in Mir eingetroffen, wird erneut zum Stellungswechsel gezwungen, teils weil von hier aus die Herstellung brauchbarer Nachrichtenverbindungen nicht möglich ist, teils weil sich die feindlichen Panzer, durch eilig entgegenegeworfene Flak (s.Anl. IV 1) kaum aufgehalten, bereits Mir nähern. Der OB möchte unter allen Umständen den nochmaligen Ausfall des Führungsapparates mitten in einer Krisenlage vermeidet und gibt deshalb, nach Anhörung des Armeenachrichtenführers, schon am Vormittag den Befehl, den Gefechtsstand unverzüglich nach Nowa Mycz (westlich Baranowicze) zu verlegen, wo die Nähe des Nachrichtenknotenpunktes Baranowicze die baldige Wiederherstellung brauchbarer Verbindungen verspricht. Zur Wiederherstellung der Njemen=Übergänge bei Stolpce wird von der Heeresgruppe unverzüglicher Gegenangriff befohlen (s.Anl.V 6). Die 2.Armee soll mit der 4.Pz.Div. erneut aus dem Raum Kleck - Nieswicz nach Nordwesten angreifen. Die der 9.Armee neu zugeführte 28.Jäg.Div., deren Ausladung, durch die Entwicklung der Lage erzwungen, nunmehr doch südwestlich Stolpce erfolgen muß (s.Anl.V 4) und mit ersten Teilen bereits erfolgt, wird rittlings der Bahnlinie antreten, und von Norden soll die 12.Pz.Div. schleunigst herangeführt werden, um sich ebenfalls an dem Angriff auf Stolpce zu beteiligen. Da zu den im Raum Minsk befindlichen Kräften, insbesondere zur Gruppe Lindig, Fernsprechverbindung nicht mehr besteht und auch die Funkstellen des AOK nicht durchdringen, die Heeresgruppe jedoch die unverzügliche Umgruppierung der 12.Pz.Div. nachdrücklich fordert, wird noch am Nachmittag ein Ordonnanzoffizier des AOK im Storch in den Einschließungsraum entsandt, dem es gelingt, die Befehle noch am Abend zu übermitteln. Sie ordnen an, daß die 12.Pz.Div. unverzüglich aus der Front der Gruppe Lindig herausgelöst und mit größter Beschleunigung auf Stolpce zum Angriff angesetzt werden soll (s.Anl. IV 6). Die Gruppe Lindig erhält Befehl, sobald unter weiterem Absetzen der Sperrfront (s.Anl.IV 2) der Anschluß zu 4.Armee hergestellt ist (s.Anl.IV 4), die 390.F.A.D.,die zur weiteren Verteidigung der Sperrlinie allein nicht in der Lage ist, der 4.Armee zu unterstellen und den Gruppenstab, dessen taktischer Auftrag damit endet, der 12.Pz.Div. anzuschliessen. Die Gruppe Meinecke soll zunächst noch den Flankenschutz der 12.Pz.Div. übernehmen (s.Anl.IV 5) und ihr ab 3.7. unterstellt werden. Über das Schicksal der befreiten Bobruisker liegen zur Zeit nähere Meldungen nicht vor. Wie weit es überhaupt gelungen ist, die ganze Ausbruchsgruppe aufzunehmen, ist nicht bekannt. Das AOK nimmt jedoch an, daß ein Teil von ihnen inzwischen auf Eisenbahnzüge hat verladen werden können und sich, zusammen mit Großtrossen und Versorgungstruppen der Armee, auf der Fahrt in Richtung Wilna befindet und zum Teil wohl auch die Enge von Molodeczno schon passiert hat. Andere Züge, die in südwestlicher Richtung von Minsk abgefahren sind, dürften auf der Strecke nach Stolpce festliegen, um die Wiederöffnung des Njemen=Überganges abzuwarten. Nach Funksprüchen des Generals v. Kessel, Kdr.der 20.Pz.Div..haben die mot. und besp.Staffeln der Ausbruchsgruppe ihren Marsch nach Südwesten auf Jeremicze (hart südlich des Naliboki-Waldes) angetreten, offenbar um dort einen Übergang über den Njemen zu suchen (siehe Anl.III 1,2,4, 5,6 und 9). Von den noch nicht abtransportierten Fußteilen der Gruppe Hoffmeister fehlen Nachrichten, sie dürften sich mit der Masse noch bei der 12.Pz.Div. befinden. Durch die heute erfolgte Sperrung der Rückmarschstraße bei Stolpce ist, wie schon bei der Einschließung von Bobruisk, wiederum ein Teil des Armeestabes abgeschnitten worden. Es fehlen dem AOK zur Zeit 24 Offiziere (darunter 6 Abteilungsleiter), 25% des Unterstabes, 25% der Kraftfahrzeuge, 90% der Nachschubtruppen einschl.des Kdrs. der Nachschubtruppen und der beiden. Kw.Trsp.-Abt.-Stäbe, 94 % des Fachpersonals bei der O.Qu.-Abteilung, 30% der San.-, Veterinär= und Kraftfahrparktruppen, 98 % der Fernsprechkräfte, 85 % der Funkkräfte, ferner die gesamten Nachrichtenaufklärungstruppen. Der OB richtet deshalb ein Schreiben an die Heeresgruppe, in dem er darum bittet, in Zukunft die an das AOK zu stellenden Anforderungen entsprechend der erheblich verminderten Arbeitsfähigkeit zu bemessen und insbesondere auf dem Gebiet der Versorgung und des Nachrichtenwesens baldmöglichst auszuhelfen. |
| 3.7.1944 | KTB 9.Armee. Die 12.Pz.Div., während der Nacht aus der Front der Gruppe Lindig planmässig herausgelöst, rollt seit Tagesbeginn über Stankowo auf Stolpce (s.Anl.III 1). Die Vorausgruppe der Div. hat bereits gestern die Stadt und den Njemen-Übergang wieder in eigenen Besitz gebracht. Der Rest der Gruppe Lindig (390.F.A.D.) ist nach Herstellung des Anschlusses zur 4.Armee nunmehr dieser unterstellt worden. Über das Schicksal der Bobruisker liegen jetzt endlich nähere Nachrichten vor (s.Anl.III 2). Der Kampfgruppe Blancbois ist es gelungen, die gesamte Ausbruchsgruppe aufzunehmen und auch die Verwundeten zu bergen; sie ist hierzu bis zum 2.7. vorwärts der eigenen Linie geblieben. Die Angehörigen der Ausbruchsgruppe sind dann zum Teil in Eisenbahnzügen verladen, zum Teil von Fahrzeugen der 12.Pz.Div. mitgenommen worden, zum Teil aber haben sie auch den Weitermarsch zu Fuß antreten müssen,da die Fahrzeuge nicht ausreichten, um die Tausende zu fassen. In einzelnen Gruppen aufgelöst, abgerissen, vielfach ohne Waffen, manche barfuß, da die schmerzenden Füße die Stiefel nicht mehr vertrugen, zahlreiche Verwundete unter ihnen, seit Tagen ohne Verpflegung und fast ohne Schlaf, nach den harten Durchbruchsgefechten und durch die Strapazen des tagelangen Marschierens seelisch und körperlich schwer mitgenommen - so zieht jetzt ein fast endlos scheinender Zug von jetzt insgesamt 35 000 Soldaten aus dem Raum südlich Minsk nach Südwesten um zum zweiten Mal der feindlichen Umklammerung zu entrinnen. Die Gruppe Kessel ist schneller vorwärts gekommen, sie meldet, daß sie den Übergang bei Jeremicze gegen Bandenwiderstand erzwungen und bereits den Bau einer Brücke über den Njemen begonnen habe (s.Anl. III 4). Zur Unterstützung und zum Schutz dieses Brückenbaues setzt das AOK eine Brückenkolonne, Pioniere und Sturmgeschütze in Marsch, und zur Sperrung des Usza-Abschnittes, dessen überschreiten durch den Feind der Gr.v.Kessel den Weg nach Süden abschneiden würde, tritt von Baranowicze aus eine durch Sturmgeschütze verstärkte Kampfgruppe der 28.Jg.Div. nach Wielkie Zuchowicze an, wohin sich auch die zunächst noch ostw. der Usza kämpfende Flak hat absetzen müssen. Der Brückenbau bei Jeremicze ist schon am Abend beendet, morgen in aller Frühe will die Gr.v.Kessel zum Weitermarsch an treten (s. Anl.III 5 und 6). Auf Grund des gestrigen Schreibens des OB an die Heeresgruppe, in dem er auf die verminderte Arbeitsfähigkeit des Armeestabes hingewiesen hat, fällt heute deren Entscheidung, daß das AOK 9 mit sofortiger Wirkung als "Gruppe von Vormann" dem AOK 2 zur Führung auf dessen Nordflügel unterstellt werde (s.Anl.5 und 6). Verbunden mit diesem Befehl, der in erster Linie aus versorgungs= und nachrichtentechnischen Gründen ergeht, ist eine Erweiterung des Abschnitts der Gruppe nach Süden; er deckt nunmehr die ganze Breite der Landenge von Baranowicze zwischen dem Naliboki=Wald und dem Nordrand der Pripjet=Sümpfe. Gleichzeitig wird die beiderseits der Straße Ssluzk - Sinjawka kämpfende Gruppe Harteneck der Gruppe von Vormann unterstellt (zu ihr gehört neben der 4.Kav.Brigade und der neu zugeführten kgl.1.ung.Kav.Div. auch die 4.Pz.Div.), außerdem der Feste Platz Baranowicze und eine Anzahl von Heerestruppen, in erster Linie Panzer und Panzerabwehrwaffen, die sich allerdings erst im Antransport befinden. Im Mittelpunkt des heutigen Kampfgeschehens steht der konzentrische Angriff der 12.Pz.Div., 4.Pz.Div. und 28.Jg. Div. zur Wiederöffnung der Njemen=Übergänge bei Stolpce, dessen Durchführung die Heeresgruppe trotz der vom AOK vertretenen und vorgetragenen Auffassung, daß eine Aussicht auf Erfolg nicht mehr bestehe, nochmals nachdrücklich gefordert hat (s.Anl.V 6). Der Angriff der 4.Pz.Div. aus dem Raum Nieswiecz geht zunächst zügig vorwärts -gegen Mittag wird Horodziej genommen-, stockt dann aber nordwestlich der Stadt (s.Anl.III 3). Die Div. hat Befehl, ihn mit aller Kraft fortzusetzen. Die 28.Jg.Div., die jetzt mit stärkeren Teilen, teils in Pogorzelce, teils in Baranowicze ausgeladen werden soll (s.Anl.II) ist angewiesen, schnellstens eine Abwehrfront in der allgemeinen Linie Horodziej - Nowy Swierzen aufzubauen, um ein weiteres Vordringen des Feindes über diese Linie zu verhindern und die baldige Wiederherauslösung der 4.Pz.Div. zu ermöglichen (s.Anl.IV 24). Von der 12.Pz.Div. fehlen wegen Ausfalls der Funkverbindungen jegliche Nachrichten; insbesondere ist nicht zu ermitteln, inwieweit die Masse der Division Stolpce jetzt erreicht hat, ob die Brücken noch in eigener Hand sind und welchen Verlauf der befohlene Angriff der Div. nimmt (s.Anl.IV 12). Um ihr Kenntnis von der Lage im Raum südwestl. Stolpce zu geben (s.Anl. IV 6) und endlich Näheres über den Angriffsverlauf zu erfahren, wird nochmals ein Ord.Offz. des AOK im Storch zur Division in den Einschließungsraum entsandt. Währenddessen ist im Süden der allmählich im Aufbau begriffenen, jetzt noch unzusammenhängenden Abwehrfront der Gruppe von Vormann eine erhebliche Verschärfung der Lage eingetreten. Beiderseits der Rollbahn, am Morocz-Abschnitt, steht die Gr.Harteneck in schweren Kämpfen gegen überlegenen Feind. Nachdem mehrere panzerunterstützte Angriffe unter Bereinigung eines örtlichen Einbruches haben abgewiesen werden können, gelingt es dem Gegner, den rechten Flügel der Gruppe zu umfassen und auch an ihrer linken offenen Flanke vorbei nach Westen vorzustoßen. Die Gruppe Harteneck meldet daraufhin, sie beabsichtige, die 4.Pz.Div. zur Stützung ihrer Front wieder zu sich heranzuziehen. Der OB widerspricht jedoch dieser Absicht und befiehlt statt dessen, die Gruppe, der andere Verstärkungen zugeführt werden, solle sich in der kommenden Nacht auf den Lan - Cepra=Abschnitt absetzen, unter gleichzeitiger Versammlung einer stoßkräftigen Angriffsgruppe an ihrem Nordflügel zum Angriff gegen den in dem Raum. nordostwärts Kleck vorgedrungenen Feind. Er betont, daß die 4.Pz.Div. erst dann wieder nach Süden abgezogen werden dürfe, wenn sie durch die 28.Jg.Div. und von Stolpce übergesetzte Teile der 12.Pz.Div. abgelöst worden sei (OB/Gen.Lt.Harteneck, 16,35 Uhr). Der leitende Gedanke, der dieser Anordnung und allen anderen heute gegebenen Befehlen zu Grunse liegt, besteht darin, daß die vordringlichste Aufgabe der Gruppe v.Vormann zunächst in der Wiederöffnung und Leerung des Minsker Kessels liegt, und daß diese Aufgabe mit aller Energie durchgesetzt werden muß (s.Anl. IV, 2,3,6,7,10,13,17,18,22 und 24). Die daneben bestehende Aufgabe zur Wiederherstellung einer geschlossenen Abwehrfront kann deshalb vorläufig nicht anders als in hinhaltender Kampfführung gelöst werden. Der Gruppe Harteneck wird aus diesem Grund schon jetzt eine gewisse weitere Bewegungsfreiheit für die Nacht vom 4./5.7. zugestanden (s.Anl.IV 26). Gegen Abend lichtet sich die Unklarheit über die Lage bei der 12.Pz.Div. Luftaufklärung meldet, der Gruppe von Kessel folge auf dem Wege nach Jeremicze eine Kolonne von etwa 1 000 eigenen mot-Fahrzeugen und in Stolpce sei weder Feind noch Freund zu erkennen. Demnach erscheint es fast, als ob die 12.Pz.Div. ihren Angriff auf Stolpce aufgegeben habe. Einzelheiten sind jedoch immer noch nicht bekannt, da der zur Div. entsandte Ord.Offz. von seinem Flug nicht zurückgekehrt ist. Die Gruppe von Vormann, immer noch ohne Funkverbindung zur 12.Pz.Div., beauftragt deshalb unverzüglich die Gruppe von Kessel, nähere Feststellungen über die ihr folgenden Fahrzeuge zu treffen. Kurz vor Mitternacht treffen neue Meldungen von der 28.Jäg.Div. ein. Die Lage um Horodziej hat sich verschärft. Feindartillerie beschießt den Bahnhof, wodurch die Div. gezwungen wird, zum Teil auf freier Strecke auszuladen, Ostwärts Horodziej stehen Teile der Div. im Kampf (Kdr.28.Jg.Div./OB, 22.00 Uhr). Von der 4.Pz.Div. fehlen Nachrichten. Weiter südlich, bei der Gruppe Harteneck, sind schwere Kämpfe im Gange. Der vom Nordflügel der Gruppe Harteneck von Kleck aus nach Nordosten vorgetragene Angriff der 1.kgl.ung.Kav. Div. ist durch einen feindlichen Flankenangriff liegen geblieben und es scheint, als ob die Ungarn sich bereits wieder zurückzögen. Die Lage hier ist im Einzelnen unklar. |
| 4.7.1944 | KTB 9.Armee. Der Kampf um die Landenge von Baranowicze ist im vollen Gange, wobei das nächste Ziel des Feindes neben der Wegnahme von Baranowicze die Gewinnung des Höhengeländes von Nowogrodek zu sein scheint. Der Gegner führt seine Angriffe taktisch in der Weise, daß er versucht, tiefe Panzerkeile in die noch ungeschlossenen Lücken der eigenen Front zu treiben, um ein Setzen des deutschen Widerstandes zu verhindern; gleichzeitig ist er bestrebt, durch Umfassungsangriffe Teile der eigenen Truppen einzuschließen, um so Stück für Stück der Abwehrfront herauszubrechen und zu zerschlagen. Die Aufgaben, die sich der Führung der Gruppe hierbei stellen, sind umfangreich und schwer, und die immer mehr in dem Vordergrund tretende Notwendigkeit der Wiederherstellung einer geschlossenen Front zwingt im Laufe des Tages dazu, den Angriff zur Wiederöffnung des Minsker Kessels einzustellen und sich auf die Leerung des Kessels, d.h. auf die Sicherstellung des Abfließens der eingeschlossenen Teile zu beschränken Die Lage der der Gruppe von Vormann unterstellten Verbände ist jetzt folgende: Die 12.Pz.Div., zu der endlich wieder Funkverbindung besteht, meldet, daß der nordostwärtige Teil von Stolpce in eigener Hand, die Brücken jedoch zerstört seien (s.Anl.III 2). Man darf wohl aus dieser Meldung entnehmen, daß einerseits die gestern von der Vorausgruppe erzielten Erfolge durch feindliche Gegenangriffe wieder verloren, gegangen sind, andererseits dürfte es sich bei der gestern beobachteten, der Gruppe von Kessel folgenden Kolonne doch wohl nur um nicht=kämpfende Teile der Division gehandelt haben. Da eine Fortsetzung des Angriffs der 12.Pz.D.v. in er bisherigen Richtung angesichts der Zerstörung der Brücken als zwecklos angesehen werden muß, erhält sie Befehl, den Njemenübergang unverzüglich ebenfalls bei Jeremicze zu vollziehen und baldigst den Raum von Turzec zu gewinnen (s.Anlage IV 4 und 6). Diese Umgruppierung der 12.Pz.Div. erweist sich im Laufe des Tages aber auch aus einem anderen Grunde als notwendig: Der Feind, der inzwischen Mir genommen hat, nähert sich der Usza, überschreitet sie bei Wielkie Zuchowicze und nördlich davon und drängt die eigenen dort stehenden Sicherungen der 28.Jäg.Div. und der Flak nach Westen zurück (s.Anlage III 4, 5 und 8). Um ein Weiterstoßen des Feindes und damit eine Unterbrechung der Rückmarschstraße der Gruppe von Kessel zu verhindern, wird der 28.Jäg.Div. befohlen, mit einer Regt.Gruppe westlich des Usza=Abschnittes nach Norden anzugreifen und den Feind auf das Ostufer des Baches zurückzuwerfen; gleichzeitig soll die 12.Pz.Div. von Turzec her ebenfalls zum Angriff antreten (s.Anl.IV 15,20 und 21). Man hofft, daß die Gruppe v.Kessel im Schutz dieses Doppelangriffs ihren Marsch auf Baranowicze ungestört wird fortsetzen können -ihre Spitze hat inzwischen Verbindung mit den nördlich Wielkie Zuchowicze stehenden Teilen der 28.Jäg.Div. aufgenommen. Aus Offizieren des Gruppenstabes von Vormann ist nördlich Baranowicze eine Auffangstelle in Stolowicze eingerichtet worden, die Anweisung hat, die Ankommenden je nach dem Grad ihrer Einsatzfähigkeit entweder über Baranowicze mit der Bahn in San.-Einrichtungen, Sammelräume des O.Qu. usw. abzuschieben oder sie, soweit sie kampffähig sind, in einem Ort nordwestlich der Stadt nach Waffengattungen getrennt zu versammeln, damit über ihre weitere Verwendung entschieden werden kann. Die Anfänge der Gruppe v.Kessel treffen schon am frühen. Vormittag in Stolowicze ein. Während so durch die Zerstörung der Stolpcer Brücken und das Vordringen des Feindes an der Usza der nördliche Arm des ursprünglich geplanten Angriffs zur Wiederöffnung des Minsker Kessels bei Stolpce, die 12.Pz.Div., nach Westen abgebogen werden muß, zwingt die Entwicklung der Kampflage im südlichen Gruppenabschnitt in weiteren Verlauf des Tages auch zur Einstellung des Angriffs der 4.Pz.Div. Die befohlene Absetzbewegung der Gruppe Harteneck ist zwar an derem rechten Flügel planmässig vor sich gegangen, an ihrem linken Flügel jedoch überrennt der Feind im Nachstoß hinter den ausgewichenen Ungarn die zwischen Klock und Nieswiez stehenden Sicherungen und stößt bis Zerebkowicze vor. Gleichzeitig greift der Feind in der tiefen Südflanke der Gruppe Harteneck längs der Bahnlinie nach Norden an und kann erst hart südlich der Rollbahn wieder zum Stehen gebracht werden. Damit rückt für die Gruppe Harteneck die Gefahr einer Umklammerung in bedrohliche Nähe, eine Gefahr, die dadurch noch gesteigert wird, daß infolge eines durch Teile des von Süden angreifenden Gegners ausgeführten nächtlichen Überfalls auf den Gefechtsstand der Gruppe in Talminowicze diese nahezu sämtlicher Nachrichtenmittel beraubt worden ist, wodurch ein bedenkliches Führungsvakuum entsteht. Diese Lage ist es, die den OB dazu zwingt, auch den Angriff der 4.Pz.Div. bei Stolpce einstellen zu lassen (s.Anl.IV 14 und 18). Nachdem das eigentliche Angriffsziel ohnehin nicht mehr verwirklicht werden kann und die Division in ihrem Rücken bedroht ist, gilt es jetzt vor allem, die Frontlücke ostwärts Baranowicze zu schließen, um einen Feinddurchbruch auf die Stadt selbst zu verhindern. Die kgl.ung.1.Kav.Div. hat unter dem Eindruck des heute Nacht erfolgten feindlichen Flankenangriffs aus eigenem Entschluß den Rückzug nach Westen angetreten in der Absicht, sich erst hinter dem Myszczanka-Abschnitt, also bereits südlich Baranowicze, erneut zur Abwehr zu gliedern. Die Befehlserteilung an die Ungarn bereitet Schwierigkeit ten, weil sie vorgeben, Befehle nur von ihrem General entgegenzunehmen und dieser seit Stunden nicht mehr erreichbar ist. Die Gruppe Harteneck ist bemüht, die Division wenigstens wieder hinter die Szczara südlich Lachowicze vorzuführen. Aber selbst unter der Voraussetzung, daß dies gelingen sollte, kommt ein Wiederaufbau der Abwehrfront jetzt nur noch in der allgemeinen Linie Lachowicze - Snow in Frage (s.Anl.IV 22 und 23). Von der Heeresgruppe ist die Zuführung der 292.I.D. von Süden über Hancewicze zum Einsatz am Südflügel der Gruppe Harteneck angekündigt worden (s.Anl.V 1), sie wird sich allerdings den Weg dorthin wohl erst freikämpfen müssen (s.Anl.V 2 ). Bis zu ihrem Eintreffen soll die kgl.ung.1.Kav.Div., der Sturmgeschütze und Panzer zugeführt werden (s.Anl.IV 9 und 17), beiderseits der Rollbahn eingesetzt werden - der OB ordnet an, sie gegebenenfalls zur Wiedergewinnung des Szczara-Abschnitts angreifen zu lassen. Nördlich von ihr wird die 4.Kav.Brig. den Abschnitt bis Swojaticze übernehmen. Die 4.Pz.Div. hat Befehl, im Angriff von Snow nach Süden die Verbindung zur 4.Kav.Brig. herzustellen (s.Anl.IV 18), während die bei Horodziej stehende Rgt.-Gruppe der 28.Jäg.Div. in Übereinstimmung mit dem Angriff der 4.Pz.Div. auf die Linie Snow - Iczkoldz zurückgenommen werden wird. Auf diese Weise hofft man, endlich eine geschlossene Abwehrfront ostwärts Baranowicze herstellen zu können. Der Angriff der 28.Jäg.Div. gegen die feindlichen Usza=Brückenköpfe wird allerdings wegen des langen Anmarschweges leider nicht vor morgen früh beginnen können (s.Anl. II 16). Das Kampfgeschehen rückt damit immer mehr in die Nähe des Festen Platzes Baranowicze und der alten Weltkrieg Stellung, deren Bunker= und Geländeverstärkungen zum Teil noch vorhanden sind. Der OB hat befohlen, diese Stellung unter Einsatz der vorhandenen Bautruppen beschleunigt auszubauen und zur Abwehr einzurichten (s.Anl.IV 13). Der Stab der Gruppe v.Vormann macht heute Stellungswechsel nach Albertyn (ostwärts Slonim). Auf der Fahrt zum neuen Gefechtsstand erleidet der Ia einen Verkehrsunfall. Seine Verletzungen sind nicht schwer, aber doch derart, daß seine Überweisung in ein Lazarett notwendig sein wird. Damit fehlen der Gruppe zur Zeit 3 Generalstabsoffiziere. Außer dem heute ausgefallenen Ia ist es der Qu 1, der Bobruisk nicht mehr rechtzeitig verlassen konnte und dem Vernehmen nach dort gefallen ist, ferner der Id, der seinerzeit als Ia zur Gruppe Lindig abgestellt wurde und sich noch bei der 12.Pz.Div. befinden dürfte. |
| 5.7.1944 | KTB 9.Armee. Trotz neuer, z.T. schwerer Krisen steht der heutige Kampf im Zeichen einer allmählichen Stabilisierung der Abwehrfront ostw. Baranowicze. Im Süden, bei der Gruppe Harteneck, ist der Aufbau der neuen HKL an der ostwärtigen Szczara planmässig gelungen; auch die Kgl.ung.1.K,D. hat die befohlenen Stellungen bezogen. Teile der Div. werden weiter westlich aufgefangen und wieder vorgeführt. Die 292.I.D. hat mit der Masse Hancewicze erreicht und greift mit einer Vorausabteilung bereits heute längs der Bahnlinie nach Norden an, um den Austritt aus dem Sumpfgebiet zu erkämpfen (s.Anl.IV 19). Morgen wird die ganze Division zum Angriff antreten. Der Gruppe Harteneck ist befohlen, durch Angriff der Kgl.ung.1.K.D. nach Südwesten die angestrebte Vereinigung beider Divisionen zu unterstützen. Der OB beabsichtigt, die 292.I.D. später an der Rollbahn einzusetzen und der kgl.ung.1.Kav.Div. den Schutz der Südflanke zu übertragen, um ihre geringe Standfestigkeit nicht noch einmal zu einer Gefahr für die gesamte Abwehr der Gruppe von Vormann werden zu lassen (s.Anl. IV 13, 14, 15). Im Gegensatz zur damit verhältnismäßig entspannten Kampflage im Südabschnitt kommt es nordostwärts Baranowicze auch heute wieder zu heißen Kämpfen. In den Morgenstunden brechen starke feindliche Panzerkräfte unter Ausnutzung einer während der Nacht noch nicht geschlossenen Frontlücke bei Swojaticze nach Westen durch und stoßen bis an die inzwischen von einer Sicherheitsbesatzung des Festen Platzes von Baranowicze besetzten Weltkriegsstellung bei Odachowszczyzna (10 km ostnordostwärts Baranowicze) vor, wo 6 Panzer von eigener Flak abgeschossen werden (s.Anl.III 5 u.13). Gegen den durchgebrochenen Panzerverband von Süden und Norden angesetzte Gegenangriffe der 4.Kav.Brig. und 4.Pz.Div. führen zu einen vollen Erfolg, wobei sich insbesondere die 4.Pz.Div. durch hervorragenden Schneid und Angriffsschwung auszeichnet (s.dazu Anl. VIII 2). Swojaticze wird, am Abend im Sturm genommen. Für morgen ist die Säuberung des Geländes westlich des Ortes vorgesehen. Mit Rücksicht auf die beschränkten Führungsmittel der Gruppe Harteneck wird die 4.Pz.Div. nunmehr der Gruppe v.Vormann direkt unterstellt werden (s.Anl.IV 16). Die 28.Jäg.Div. hat ihre bei Gruppe Harteneck eingesetzte Rgts.-Gruppe planmässig auf die vorgesehene Linie zurückgenommen. Der Angriff der nach Norden angesetzten Rgts.-Gruppe dagegen geht nur langsam und gegen zähen Feindwiderstand voran (s.Anl.III 12). Die 12.Pz.Div., deren Nachtruppen noch nördlich Stolpce mit nachdrängenden Feindkräften stehen, hat wegen erheblicher Wegeschwierigkeiten den befohlenen Angriff aus dem Raum Turzec nur mit schwachen Teilen beginnen können (s.Anl.III 4 u.8). So kommt es, daß die beabsichtigte Vereinigung dieser Divisionen zur Sperrung des Usza-Abschnittes heute noch nicht gelingt. Dies ist umso unangenehmer, als nach einer am Nachmittag eintreffenden Luftaufklärungsmeldung starke feindliche Kolonnen und Panzer bei Wielkie Zuchowicze über die Usza setzen, und wenn auch eine zweite Fliegereinsicht diese Nachricht hinsichtlich der Panzer nicht mehr bestätigt und auf die Usza=Brücken eingesetzte Schlachtflieger deren Zerstörung berichten können, so liegt doch allein schon in dem Vorhandensein feindlicher Kräfte auf dem Westufer der Usza eine erhebliche Gefahr für die Herstellung des Anschlußes in der geplanten Linie. Die 28.Jäg.Div., die ihren Angriff gegen Abend unter Zurücknahme der Angriffsspitzen einstellen muß, wird morgen erneut antreten, der Angriff der 12.Pz.Div. nach Süden soll ebenfalls morgen mit stärkeren Kräften fortgesetzt werden (s. Anl.IV 12). Während man somit hoffen darf, daß auch am Nordflügel des Gruppenabschnittes die Herstellung einer durchlaufenden Abwehrfront gelingen wird, so kann doch kein Zweifel daran bestehen, daß eine endgültige Festigung der Abwehr in der jetzt erreichten Linie noch nicht zu erwarten ist, vor allem, weil es an einer ausgebauten Stellung fehlt. Die Heeresgruppe hat deshalb befohlen, da für den zunächst geplanten Ausbau der alten Weltkriegsstellung die Zeit nicht mehr zureichen dürfte, in Höhe der Szczara beiderseits Slonim mit dem Bau einer starken Stellung unverzüglich zu beginnen (s.Anl.V 2; Gruppenbefehl Anl.IV 22). Sie läßt mitteilen, daß der Gruppe von Vormann außer der 292.I.D. noch eine weitere, die 367.I.D. zugeführt werden solle, und zwar voraussichtlich ab 7.7. (Chef 2/Chef, 10.00 Uhr). Hinsichtlich des Festen Platzes Baranowicze ist entschieden worden, daß eine Bevorratung nicht erfolgen soll, man wird also mit einer Aufhebung der "Fester-Platz-Bestimmung" für die Stadt im Zuge des weiteren Kampfverlaufs rechnen dürfen. Der Abwehrkampf der Gruppe von Vormann wird nunmehr zu einem Kampf um Zeitgewinn, um den Ausbau der Szczara-Stellung möglichst gründlich durchführen zu können. Die Kampfanweisung, die heute an die unterstellten Verbände ergeht (s.Anl.VI 21), ordnet deshalb an, daß die derzeitige Linie zu verteidigen sei. Soweit allerdings zur angriffsweisen Bereinigung feindlicher Einbrüche nicht genügend Kräfte zur Verfügung stehen, soll ihre Abriegelung genügen. Im übrigen muß darauf gehalten werden, so wenig Gelände wie nur irgend möglich preiszugeben. Hierzu ist die Ausscheidung starker Panzer= und Pz.Grenadier-Reserven befohlen. Nach dem derzeitigen Feindbild ist damit zu rechnen, daß die Brennpunkte des kommenden Abwehrkampfes einerseits an der Usza, wo der Feind starke Kräfte nachführt (s.Anl.IV 8 und 9), und andererseits im Raum südostwärts Baranowicze liegen werden, wo die Bereitstellung von Panzerverbänden beobachtet worden ist (s.Anl.III 14). Es zeichnet sich damit deutlich die Absicht der sowjetischen Führung ab, Baranowicze umfassend anzugreifen. Der OB erläßt heute einen grundlegenden Befehl über die Neuordnung und den Abschub all der Trosse und Splittergruppen der Armee, die nach Zerschlagung ihrer im Raum Bobruisk eingeschlossenen Stammverbände im Verlauf der Schlacht vielfach ohne rechtes Ziel in allgemein westlicher Richtung abgeflossen sind. Hierbei wird die Gruppe v.Vormann, bis einschließlich Wolkowysk Erfassungsaktionen einleiten. Weiter westlich sind Auffangstäbe der Heeresgruppe mit der gleichen Aufgabe betraut. Der Befehl geht im Prinzip davon aus, alle zu den noch Vorhandenen Divisionen (35., l02., 129., 292.I.D. und 20.Pz.Div.) gehörigen Teile diesen wieder zuzuführen. Was dagegen zur 6., 35., 36., 134., 296., 383. und 707.I.D. gehört hat, soll aufgelöst werden, um entweder in Alarmeinheiten zum Kampf eingesetzt zu werden, oder, sofern Waffen fehlen, zum Stellungsbau. Lediglich Einheiten, die noch vollzählig sind, werden bestehen bleiben, um für Neuaufstellungen verwendet zu werden (Einzelheiten s.Anlage IV 23). Für den heute ins Lazarett überwiesenen Ia hat der Ic der Gruppe, Major i.G.Kesselheim, vertretungsweise die Geschäfte des Ersten Generalstabsoffiziers übernommen. Der Id ist zurückgekehrt. Die Ankunft eines neuen. Qu 1 ist angekündigt. |
| 6.7.1944 | KTB 9.Armee. Der Feind setzt in den erwarteten beiden Schwerpunkten zum umfassenden Angriff auf Baranowicze an. Der Vereinigungsangriff der 28.Jäg.Div. und 12.Pz.Div. westlich der Usza gelingt nicht mehr. Die 28.Jäg.Div. muß nach erneutem Antreten gegen starke Feindangriffe nördl. Jurewicze zur Verteidigung übergehen. Auch der von Burdziewicze nach Süden weitergeführte Angriff der 12.Pz.Div. (s.Anl.III 3) bleibt hängen. Der Gegner, der die Usza-Brücken wiederhergestellt hat, bricht weiter durch und stößt mit stärkeren mot.Kräften, darunter Panzer, über Cyryn auf Horodyscze vor (s.Anl.III 17). Im südlichen Gruppenabschnitt trifft die Angriffsgruppe der l.kgl.ung.K.D., die befehlsgemäß zum Vereinigungsangriff mit der 292.I.D. angetreten ist, auf einen feindlichen Angriff und wird zurückgeworfen. Im Nachstoß erzielt der Gegner mehrere Einbrüche beiderseits der Rollbahn, woraufhin die Ungarn zum zweiten Mal versagen. Ihr Kommandeur meldet, die Division habe keinerlei Kampfkraft mehr (Generallt.Harteneck/Chef, 11,55 Uhr). Schuld daran ist, abgesehen von der mangelnden Einsatzbereitschaft ihrer Offiziere, zum erheblichen Teil die Tatsache, daß die Versorgungstruppen der Division vorgestern bis zu 90 km weit nach Westen geflüchtet sind und infolgedessen die Überbrückung zwischen dem ung.Mun.Lager in Lesna und der Truppe nicht hergestellt werden konnte, sodass diese unter starkem Mun.-Mangel leidet. Die ung.Artillerie hat sich verschossen. Die Gruppe Harteneck hat bereits mit Transportraum ausgeholfen, es tritt auch eine vorübergehende Besserung der Lage ein -trotzdem zeigt der erneute Zusammenbruch der ung.Front, daß von ihr eine ernsthafte Widerstandsfähigkeit auf die Dauer nicht erwartet werden kann. Das ist umso bedauerlicher, als auch der Angriff der 292.I.D., der auf schmalem Raum, längs der Bannlinie geführt werden muß, nicht durchgeschlagen hat. Das AOK 2 hat deshalb die Einstellung des Vereinigungsangriffs befohlen und statt dessen die Zuführung der 129.I.D., die südlich Hancewicze steht, zur Gruppe von Vormann angeordnet. Ihr Antransport muß allerdings südlich ausholend über Luniniec - Kobryn erfolgen, sodass mit dem Eintreffen der ersten Teile nicht vor einigen Tagen gerechnet werden kann. Da es höchst fraglich erscheint, ob die Ungarn die ostwärtige Szczara-Linie bis dahin halten werden, begrüßt die Gruppe von Vormann die Mitteilung des AOK 2, daß vom OKH die Genehmigung zum weiteren Absetzen der Front erteilt worden sei, wenn auch unter der Bedingung, daß Baranowicze,weiterhin Fester Platz, nicht aufgegeben werden dürfe. Im Hinblick auf die gespannte Lage an beiden Flügeln entschließt sich daraufhin der OB, die HKL beiderseits Baranowicze zurückzunehmen. Als neue Abwehrfront ist im Südabschnitt die Linie Myszanka=Abschnitt bis Rogoznica - Litwa - ostwärtigrr Szczara=Abschnitt vorgesehen, wobei der Feste Platz Baranowicze zur Sicherstellung einer einheitlichen Kampfführung in der Brückenkopfstellung der Gruppe Harteneck unterstellt wird (s.Anl.IV 12 u. 30). Seine im Abschnitt nordostw. der Stadt eingesetzten Kräfte treten zur 4.Pz.Div. (s.Anl.III 16). Die 4.Pz.Div. hat Befehl, im Zuge ihrer Absetzbewegung auf die Szczara eine verst.Rgt.-Gruppe herauszulösen, die hinter der kgl.l.ung.K.D. als Eingreifreserve der Armee bereitgestellt werden soll (s.Anl.IV 8). Für den Festen Platz Baranowicze selbst ist beschleunigte Durchführung der Räumung angeordnet; mit der Zerstörung der kriegswichtigen Anlagen wird ab morgen früh begonnen werden (s.Anl.IV 30 und 23). In einem Gespräch mit dem OB der 2.Armee wirft der OB noch einmal die Frage des Festen Platzes Baranowicze auf, wobei er darauf hinweist, daß der Feste Platz nahezu über keine Besatzungskräfte verfüge (OB/OB 2, 22,55 Uhr). Er erhält zur Antwort, daß die Aufhebung der Eigenschaft "Fester Platz" beantragt, ein Entscheid jedoch noch nicht gefallen sei. Am Nordflügel der Gruppe, die sich auf den Sserwecz=Abschnitt absetzen soll, wo morgen der Südflügel der Gruppe Weidling (linker Nachbar der Gruppe v.Vormann) stehen wird, ist ein fatales Ausweichen teils wegen des feindl. Durchbruchs, teils aus Geländegründen nicht möglich. Die 28.Jäg. Div. hat den nach Südosten vorgehenden Feind bei Bartniki aufgefangen., wird also ihre Absetzbewegung (s.Anl.IV 9) nur südlich ausholend durchführen. können. In Abschnitt der 12.Pz.Div. sind einerseits die unmittelbar nach Westen führenden Straßen außerordentlich ungünstig für die Bewegung eines mot. Verbandes, andererseits würde, da der Feind bereits über Cyryn hinaus vorgedrungen ist, ein einfaches Absetzen auf den Sserwez-Abschnitt die Durchbruchsgefahr bei Horodyscze nicht beseitigen, da der Feind sie bereits überholt hat. Die 12.Pz.Div. erhält deshalb Befehl, ihren Angriff auf Cyryn mit Beginn der Dunkelheit abzubrechen und über Nowogrodek ausholend von Nordwesten her auf Horodyscze anzutreten. Dort soll sie sich mit der von Südosten her angreifenden 28.Jäg.Div. vereinigen (s.Anl.IV 15) und anschließend ihre Front weiter nach Osten bis zum Sserwez=Abschnitt vordrücken (s.Anl.IV 10). Das letzte eintreffende Bataillon der 28.Jäg.Div. wird bereits nordwestlich Baranowicze ausladen, um von dort aus unmittelbar auf Horodyscze angesetzt zu werden (s.Anl.IV 27). Am späten Abend kommt es im Südabschnitt zu einer neuen Krise. Die Gruppe Harteneck meldet, die Front der Ungarn sei nunmehr endgültig zusammengebrochen. Da auch die 4.Kav.Brig. in schwerem Kampf stehe, sei das Gelingen der Absetzbewegung fraglich. Um der Gefahr eines feindlichen Durchbruchs am Südflügel, vor allem wegen der damit verbundenen Bedrohung der von Baranowicze nach Südwesten führenden Bahnstrecke, auf der die 129.I.D. ankommen wird, vorzubeugen., sieht sich der OB gezwungen, die unverzügliche Inmarschsetzung der verst.Rgt.-Gruppe der 4.Pz.Div. in den Abschnitt der Ungarn, also schon vor Beendigung der Absetzbewegung der 4.Pz.Div.,anzuordnen (s.Anl. IV 24). Die Gruppe von Vormann ist bereits gestern vom AOK 2 benachrichtigt worden, daß sie mit der Zuführung des bei der 2.Armee freigewordenen Gen.Kdo.LV.A.K. rechnen könne. Komm.Gen. und Chef des Gen.Stabes treffen heute im H.Qu, ein, der Stab selbst wird moren erwartet. Es ist geplant, das Gen.Kdo. am Nordflügel der Gruppe einzusetzen, wo zur Zeit die 4.Pz.Div., 28.Jäg.Div. und 12.Pz.Div. noch unmittelbar geführt werden müssen. |
| 7.7.1944 | KTB 9.Armee. Die Absetzbewegung während der Nacht vollzieht sich unter erheblichem Feinddruck. Im Nordabschnitt hat sich die 28.Jäg.Div. hinter das Sumpfgelände ostw. Koldyczewo zurückgekämpft. Seitdem steht sie in schwerem Abwehrkampf; es gelingt ihr jedoch, alle feindlichen Angriffe abzuschlagen. Die 12.Pz.Div. hat ihre Umgruppierung beendet und ist von Nowogrodek aus im Vorgehen nach Osten und Südosten. Die Verbindung zur 28.Jäg.Div. wird gegen mittag nördlich Horodyscze hergestellt. Schwieriger entwickelt sich die Lage in Südabschnitt, Hier greift der Feind auf breiter Front mit Schwerpunkt an der Rollbahn sowie südostw. Baranowicze an. Die südostw.der Stadt kämpfenden Truppenteile der 4.K.D. und des Festen Platzes werden trotz tapferer Gegenwehr aus der Brückenkopfstellung geworfen, sodass auch die Front der 4.Pz.Div. näher an die Stadt herangenommen werden muß (s.Anl.IV 21). Die Front der Ungarn, an deren Nordflügel Ucios verloren geht und wo die in der Nacht nach Süden gezogene Rgts.-Gruppe der 4.Pz.Div. bereits zum Gegenangriff gegen 2 - 3 km tiefe Einbrüche hat eingesetzt werden müssen, bricht zum dritten Mal. Ein Husaren-Rgt. flüchtet bis nach Slonim. Beiderseits der Rollbahn stößt der Feind tief in das HKF und steht vor Milowidy (s.Anl.II und III). Am Nachmittag trifft die Meldung ein, der Feind stehe bereits vor Beresowka und drohe die Rollbahn Baranowicze -Slonim zu sperren. Erfreulicherweise stellt sich diese Nachricht, auf die hin das Kommando der Gruppe sofort Slonim alarmiert und alle dort noch greifbaren Einheiten zum Schutz der Straße vorgeworfen hat, als Falschmeldung heraus, sie stammt offenbar aus ungarischer Quelle (vgl.IV 16, 22, 23). Darnach kam kein Zweifel daran bestehen, daß mit einem Weiterstoß des Feindes zur Unterbrechung dieser Hauptverkehrsstraße binnen kurzem gerechnet werden muß. Sie liegt schon jetzt unter laufenden feindlichen Luftwaffenangriffen. Die Frage Baranowicze wird damit von Stunde zu Stunde brennender. Ein Befehl, der der Stadt die Eigenschaft des Festen Platzes nimmt, ist immer noch nicht ergangen. Aber auch die Heeresgruppe und das AOK 2 sind der Auffassung, daß eine Aufrechterhaltung der bisherigen Bestimmung und ein Einschließenlassen nicht in Frage kommen könne (s.Anl. X: 6,7.; OB/OB 2, 22.05 Uhr; 7.7.: O.B./Chef H.Gr.,l0,40 Uhr). Das Zurückdrängen der beiden Gruppenflügel hat bereits jetzt schon wieder zur Folge, daß das Halten der Stadt weniger die feindlichen als eigene Kräfte bindet (s.Anl. III14),und zu einem längeren Ausharren im Falle einer etwa erfolgenden Einschließung ist die vorhandene Besatzung unter keinen Umständen im Stande. Die Anordnungen, die der OB in dieser Lage trifft, gehen davon aus, daß es für die Gruppe in erster Linie darauf ankommt, ihren Südflügel zu stützen. Mit den Ungarn ist nicht mehr zu rechnen, obwohl durch sofortige Entsendung deutscher Offiziere versucht werden soll, wenigstens die kampfwilligen Mannschaften im Einsatz zu halten. Er entschließt sich deshalb, die gesamte 4.Pz.Div.zum Auffangen des drohenden Feinddurchbruches auf die Straße schnellstens in den Abschnitt der Gruppe Harteneck zu ziehen, wo sie solange bleiben soll, bis die 129.I.D. eingetroffen ist (s.Anl. IV 33, ferner s.Anl. VIII 1 - 3). Die Division erhält deshalb den Befehl, sofort nach Lesna - Berezowka umzugruppieren (s.Anl.IV 22) und nur schwache Teile im bisherigen Abschnitt zur Aufrechterhaltung der Verbindung zwischen den inneren Flügeln der Gruppe Harteneck und der 28.Jäg.Div. zu belassen (s.Anl.IV 28). Sie wird hierzu vorübergehend der Gruppe Harteneck unterstellt. Zur Kampfführung im Raum Baranowicze ordnet der OB an, vor allem die Flanke der Stadtfront stark zu machen, um eine Einschließung auf jeden Fall zu verhindern. Da unter diesen Umständen eher mit einem Feindeinbruch von Osten als von Südosten her gerechnet werden muß, ergehen schon jetzt Befehle zur raschen Beendigung der materiellen Räumung und Zerstörung, insbesondere der Bahnhofsanlagen (s.Anl.IV 2, 3, 6, 7, 8, 37). Sollte Baranowicze vom Feind gestürmt werden, so kommt ein Neuaufbau der Verteidigung nur in der Linie Sielze - Milowidy - Myszanka - Nowa Mysz-Piotrowicze - Bujnewicze in Frage (s.Anl.IV 21 u. 25). Zur Steuerung, des Verbindunghaltens zwischen der 28.Jäg.Div. und 4.Pz.Div. wird das Gen.Kdo.LV.A.K. schon ab heute Nacht 00.00 Uhr den Befehl über beide Divisionen. übernehmen. Im Laufe des späten Abends bricht die Ostfront von Baranowicze. Die Stadt brennt. Den um l,40 Uhr (8.7.) von der Heeresgruppe übermittelten Befehl, sie sei ab sofort nicht mehr Fester Platz, sondern Ortsstützpunkt (s.Anl.V 6), haben damit bereits die Tatsachen überholt. |
| 8.7.1944 | KTB 9.Armee. Pausenlos drängt der Feind nach. Er versucht durch rücksichtslose Fortsetzung seiner Angriffe ein Setzen der deutschen Abwehr zu verhindern, um die Gruppenfront noch vor Erreichen des westlich Szczara=Abschnitts zu zertrümmern. Tiefe Durchbrüche der beiden feindlichen Stoßgruppen südlich und nördlich Baranowicze geben der Gesamtlage das Gepräge. Die eigene Truppe, erschöpft durch, die tagelangen schweren Kämpfe in drückender Sommerhitze, ringt zäh und verbissen um jeden Kilometer Boden, um den Feind möglichst lange vorwärts der Szczara aufzuhalten. Über den Kampfverlauf im einzelnen siehe Anl. II, III und X. Im großen gesehen ergibt sich folgendes Bild: Der mit überlegenen Kräften angreifende Feind umfaßt den Südflügel des K.K.Harteneck, nimmt Lesna stößt bis zur Straße Baranowicze - Slonim bei Berezowka vor und sperrt sie. Den ganzen Tag über wechseln Angriff und Gegenangriff, mehrfach werden eigene Truppenteile vorübergehend eingeschlossen; an der gesamten Front der Gruppe Harteneck tobt ein Kampf von unerhörter Heftigkeit. Nordwestlich Baranowicze stößt zwischen den sich nach Westen absetzenden inneren Flügeln der Gruppe Harteneck und der 28.Jäg.Div. (LV.A.K.) ein starker feindlicher Panzerverband bis Polonka durch. Sämtliche einsatzbereiten Tigerpanzer werden dagegen angesetzt. Die tapfer kämpfende 28.Jäg.Div., kurz darauf auch an ihrem linken Flügel durchbrochen, wird nahezu eingeschlossen. Sie versucht, sich nach Westen durchzuschlagen. Von auf breiter Front scharf nachdrängendem Gegner wird die 12.Pz.Div., durch Bandenüberfälle, Wegesperrungen und Brückensperrungen in ihren rückwärtigen Gebiet außerordentlich behindert, nach Nordwesten zurückgeworfen. Die Division hat Befehl, durch einen Angriff nach Südosten der 28.Jäg.Div. Erleichterung zu verschaffen (s.Anl.X). Anders als durch Zurücknahme der Front auf die westliche Szczara-Linie ist die Wiederherstellung der sich von Stunde zu Stunde verschlechternden Lage nicht zu erhoffen. Der OB ordnet deshalb das Zurückkämpfen der Gruppe Harteneck auf den Szczara=Abschnitt an, wobei die inzwischen mit Teilen eingetroffene 129.I.D. den rechten, die 4.Kav.Brig. den linken Abschnitt übernehmen wird. Die Ungarn, soweit noch vorhanden, sollen -möglichst unter deutscher Führung-zur Verdichtung der Front eingesetzt werden. Als südliche Armeegrenze ist vom AOK 2 die Linie Morocz - Straßenknick Dg VII — E-Brücke südl. Byten - Lyskow befohlen worden (s.Anl.V 1). Ostwärts Slonim soll, um den auf dem rechten Szczara=Ufer liegenden Bahnhof noch möglichst lange benutzen zu können und das abfließen der noch ostwärts der Szczara stehenden Verbände nach Westen zu decken, von der 4.Pz.Div. eine Brückenkopfstellung bezogen werden. Die 28.Jäg.Div., soweit noch einsatzfähig, ist ebenfalls zur Verwendung in der Brückenkopflinie im Anschluß an die 4.Pz.Div. vorgesehen. Die 12.Pz.Div. erhält Befehl, mit Teilen in hinhaltender Kampfführung nach Westen auszuweichen und mit der Masse über Wielka Wola ausholend hinter der Szczara eine neue Abwehrfront von Norden her aufzubauen. Nördlich Wielka Wola soll eine Kampfgruppe, die inzwischen aus den Resten der 20.Pz.Div.aufgestellt worden ist (Gruppe Demme), den Abschnitt bis zum Njemen bei Mociewicze decken. Den Versuch, noch ostwärts des Waldgebietes an der Szczara, also zwischen Derewna und Zdzieziol, zur Abwehr überzugehen, wie es der ursprünglichen Planung der Heeresgruppe entsprechen würde, hält der OB für aussichtslos, soll nicht der Feind früher an der Szczara stehen als die eigenen Truppen; er hat deshalb bereits im Laufe des Tages den Einsatz aller Baukräfte hinter der Szczara befohlen. Die 367.I.D. soll sofort nach Eintreffen. ebenfalls dorthin vorgeführt werden und einen Abschnitt zwischen 4. und 12.Pz.Div. erhalten. Die rasche Entwicklung der Lage zwingt das AOK erneut zum Stellungswechsel . Als neuer Gefechtsstand ist Mczibow, 15 km Westsüdwestl. Wolkowysk, vorgesehen. Da der Feldmarschall jedoch anordnet, die Gruppe habe zunächst noch einen weiter ostwärts gelegenen Gefechtsstand einzurichten, wird in Platenicze (25 km westnordwestlich. Slonim) ein vorgeschobener Gefechtsstand behelfsmässig vorbereitet und am Abend bezogen. Der überwiegende Teil des Kommandos der Gruppe von Vormann befindet sich bereits in Mczibow, da infolge der Knappheit an Nachrichtenmitteln in Platenicze nur wenige Fernsprechleitungen haben hergestellt werden können. |
| 9.7.1944 | KTB 9.Armee. Unter unablässigem, stärkstem Feinddruck entbrennt der Kampf um die Szczara=Linie. Die Lage ist am Morgen wegen des Ausfalls oder Fehlens nahezu sämtlicher Nachrichtenverbindungen nach vorwärts weitgehend unklar. Erst nach Rückkehr der noch im Laufe der Nacht ausgesandten Ordonnanzoffiziere und nach Wiederherstellung einiger Verbindungen ergibt sich im Laufe des Tages folgendes lückenhafte Bild (s.Anl.II,III und X). Am linken Flügel ist es der 12.Pz.Div. gelungen, nach schweren Gefechten, in die die Division während ihrer Umgruppierung verwickelt worden ist, mit ersten Teilen die Szczara bei Wielka Wola zu überschreiten; der Aufbau der befohlenen Abwehrfront geht seitdem langsam vonstatten. Die 4.Pz.Div. hat nach zwei am gestrigen Abend erfolgreich durchgeführten Gegenangriffen bei nachlassendem Feinddruck in verhältnismässig guter Ordnung ihre Brückenkopfstellung bezogen und erklärt auch, hinsichtlich des Zeitpunktes der Aufgabe des Brückenkopfes völlig Herr ihrer Entschlüsse zu sein. Von der 28.Jäg.Div. fehlen zunächst Nachrichten. Das Kommando der Gruppe hat eine Brückenbau-Kolonne nach Kabaki entsandt, wo man die Division erwartet. Kurz vor Mittag funkt sie jedoch, sie sei im Zurückgehen auf Slonim, was bedeutet, daß sie ihren Gefechtsabschnitt verläßt. Es stellt sich später heraus, daß das überraschende Abdrehen der Division nach Südwesten auf einem selbständigen Entschluß des Div.Kdrs. beruht. Dieser Entschluß hat für die Verteidigung des Szczara=Abschnittes verhängnisvolle Folgen. Der geplante Brückenbau bei Kabaki kann nicht mehr zur Ausführung kommen, da der Feind, der bereits am Vormittag ostwärts den nun ungeschützten Abschnittes nördlich Slonim steht, seinerseits bei Kabaki einen Brückenkopf über die Szczara gebildet und auch schon mit dem Bau einer Brücke begonnen hat. Nachdem ein von schleunigst herangeworfenen Kräften unternommener erster Versuch, den Gegner wieder zurückzuwerfen, mißlungen ist, ist für den Abend noch ein zweiter Bereinigungsangriff unter Heranziehung von Teilen der 4.Pz Div. und Sturmgeschützen befohlen. Er soll zugleich der Aufnahme abgesprengter Teile der 28.Jäg.Div. dienen, die sich inzwischen bis Sakowicze durchgeschlagen haben und sich weiter zurückkämpfen. Ihr Kommandeur, der am Abend beim Gen.Kdo.LV.A.K. eintrifft, erklärt, er habe angesichts des nun völlig erschöpften Zustandes der Division inzwischen ungeordnet, sie solle in Zelwa, also weit hinter der Front, sammeln. In einem Gespräch, das der OB kurze Zeit später persönlich mit ihm führt, erhebt er darüber hinaus bittere Anklage gegen die Führung des Korps und der Gruppe, der er die Schuld an der Zerschlagung seiner Division, die eine der besten Divisionen des Heeres gewesen sei, zuschreibt (s.Anl.X: 10.7.; 0,45 Uhr). Der OB weist diese Vorwürfe scharf zurück und fügt hinzu, er sei zwar bereit, zu gegebener Zeit auf sie einzugehen, vorerst aber komme es weniger auf den dramatischen Akzent der ohnehin kritischen Lage als auf die Rettung der noch vorwärts der eigenen Linien stehenden Teile der Division an, wobei er darauf hinweist, der Div.Kdr. gehöre in einer solchen Lage nicht zum Gefechtsstand des Korps, sondern zu seiner Truppe. Er selbst habe inzwischen, der 4.Pz.Div. befohlen, unter Räumung des Brückenkopfes ,Slonim mit ihrem Angriff auf dem Westufer der Szczara die Reste der 28.Jäg.Div., denen der Feind sich erneut vorgelegt hat, unter allen Umständen zu entsetzen (s.Anl.IV 8). Während so die Kämpfe im Nordabschnitt, die in die Nacht hinein weitergehen, der Führung der Gruppe allein schon, schwerste Belastungen auferlegen, nimmt auch südl.Slonim die Lage eine höchst unangenehme Entwicklung. Ein genauer Überblick über den Kampf der Gruppe Harteneck hat auch weiterhin nicht erlangt weiden können, es ist lediglich gemeldet worden, daß die 129. I.D. mit Teilen im Szczara=Abschnitt beiderseits Byten eingesetzt sei. Kurz vor Mitternacht kommt im Gegensatz dazu vom AOK 2 die Nachricht, nach Aufklärungsmeldungen der jenseits der Gruppengrenze eingesetzten Einheiten des Brig.Stabes zbV 18 stehe in Byten der Feind. Eine Klärung ist trotz aller Bemühungen nicht herbeizuführen, es muß jedoch angenommen werden, daß sich die 129.I.D. aus irgendwelchen Gründen nach Westen abgesetzt hat. Damit ist die Szczara=Linie auch_an_einer_zweiten_Stelle vom Feind bereits überschritten. Die Gruppe Harteneck, zu der nur gelegentlich Fernsprechverbindungen bestehen, und die selbst über fast keine Verbindungen zu den ihr unterstellten Verbänden verfügt, hat ferner gemeldet; die kgl.ung. 1.K.D. sammle unter Belassung ihrer noch kämpfenden Teile unter einem Rgts.Kdr. in der Front ohne Genehmigung des Korps im Raum Lubiszezyze, also südlich des Gruppenabschnittes. Damit ist die ungar.Division mit ihrer Masse aus dem Gruppenbereich ausgeschieden. Der Verlust ist nicht groß. Nähere Einzelheiten über den Kampfverlauf sind auch hier nicht zu erfahren. Nachdem bereits gestern von der Heeresgruppe erwogen worden ist, die Gruppe v.Vormann wieder aus dem Unterstellungsverhältnis unter das AOK 2 herauszunehmen, fällt heute die Entscheidung, dass die Gruppe ab morgen 00.00 Uhr als AOK 9 der Heeresgruppe wieder unmittelbar unterstellt sein soll (s.Anl.V 5). Ihr Kampfauftrug und =abschnitt bleibt unverändert. OB und. Chef haben heute den vorgeschobenen Gefechtsstand Platenicze verlassen und sind in Mczibow eingetroffen. In Platenicze bleibt noch eine Befehlsstelle der Gruppe unter dem seit heute als Ia zum Gruppenstab kommandierten Oberstlt.i.G.Fussenegger bestehen, in Mczibow übernimmt Oberstlt.i.G.Degen vertretungsweise die Ia-Geschäfte. Die heutigen Kämpfe an der haben der Gruppe einen schmerzlichen Verlust gebracht: Der stellv.Pionierführer, Gen.Major v.Schmidt, ist von einer Erkundungsfahrt nach Kabaki nicht zurückgekehrt und nach den vorliegenden Meldungen muß man leider damit rechnen, daß er in Unkenntnis des bereits erfolgten Feindübergangs über die Szczara und in der Annahme, es handele sich bei Kabaki um den geplanten eigenen Brückenbau, vom Feind überrascht und in Gefangenschaft geraten ist. |
| 10.7.1944 | KTB 9.Armee. Die Nachrichtenverbindungen, deren Fehlen den gestrigen Tag so unangenehm, kennzeichnete, haben während der Nacht zum größten Teil wiederhergestellt werden können. Der Überblick, der sich auf Grund der nunmehr eintreffenden Meldungen und Nachmeldungen über den Verlauf des gestrigen Tages und der Nacht ergibt, zeigt, daß an eine erfolgreiche Verteidigung auch der Szczara=Linie wohl kaum noch zu denken ist. Bei der Gruppe Harteneck hat der Feind gestern Abend mit weit überlegenen Kräften angegriffen und am Südflügel sowie bei Miromin erneute Einbrüche erzielt. Die 129.I.D. ist nach schwerem Kampf nach Westen zurückgeworfen worden. Der Gegner greift weiter an. Beim LV.A.K. ist der zur Bereinigung des Szczara=Westufers angesetzte Gegenangriff nicht durchgeschlagen. Feindpanzer sind im Angriff auf Slonim und in dessen Nordwestteil bereits eingedrungen. Auch weiter nördlich sind schwere Abwehrkämpfe im Gange; die 12.Pz.Div. verfügt nach den Kämpfen der letzten Tage und infolge zahlreicher technischer Schäden durch die pausenlosen Beanspruchungen ihrer Kampfwagen zur Zeit nur noch über einen einzigen einsatzbereiten Panzer (Einzelheiten s.Anl. II und III). An der weiteren Führung der weiter zu erwartenden Kämpfe wird das AOK 9 jedoch nicht mehr teil haben. Der gestrige Befehl über seine Wiedereinsetzung, als selbständiges Oberkommando im bisherigen Nordabschnitt des AOK 2 ist widerrufen worden. Wie die Heeresgruppe mitteilt, wird das AOK 9 -vorläufig wieder unter der Bezeichnung "Gruppe v. Vormann”- aus dem Einsatz herausgezogen. Die ihm bisher unterstellten Verbände treten zur 2.Armee (s.Anl. IX 1 und 2). Lediglich der O.Qu., der Höh.Art.Kdr., der BvTO. und die zur Aufrechterhaltung der Nachrichtenverbindungen benötigten Teile des A.Nachr.Rgt.511 sollen vorläufig noch nicht abrücken, desgleichen wird für kurze Zeit im bisherigen Gefechtsstand der Gruppe v.Vormann unter Oberstleutnant i.G. Degen eine Befehlsstelle zurückbleiben, die nach den Weisungen des AOK 2 arbeiten wird. Dem Stab Gruppe v.Vormann wird als neue Aufgabe die Oberleitung der Ausbaues einer rückwärtigen Stellung ostwärts Bialystok übertragen, daneben bleibt die Aufgabe der Auffrischung der ehemals zur 9.Armee gehörigen Verbände, aus denen eine Korpsabteilung aufgestellt werden soll, bestehen. Die Gruppe erläßt bereits heute ihren ersten Befehl dazu (s.Anl, IV 1). Der Stab selbst soll durch beschleunigte Auffrischung wieder voll arbeitsfähig gemacht werden. Nachdem schon auf Grund der ersten, am frühen Vormittag von Seiten der Heeresgruppe erfolgten Orientierung über die Herauslösung des AOK und die Rückgängigmachung des gestrigen Befehls das AOK 2 die taktische Führung wieder in die Hand genommen hat, erfolgt die offizielle Befehlsübergabe am späten Abend (Chef /Chef 2, 22,15 Uhr). Übermorgen wird der Gruppenstab Mczibow verlassen. Das neue H.Qu. ist in Trykocin (25 km westnordwestl. Bialystok) vorgesehen. Kriegstagebuchmässige Schilderung der Tagesereignisse siehe KTB AOK 2. Von den bisher unterstellten Truppen verabschiedet sich der OB in einem Tagesbefehl (s.Anl.IV 4). Es heißt darin: "Mein Dank gilt hiermit all den einzelnen Verbänden, die nach dem Fall von Bobruisk in höchster Opferbereitschaft einen Durchbruch des Russen verhindert haben. Mit stolzer Freude kann ich feststellen, daß ich auch in beinahe aussichtslos scheinenden Lagen nie vergeblich gerufen habe, wenn es galt, schwer bedrohte oder schon eingekesselte Verbände herauszuhauen. Deutsche Soldaten lassen einander nicht im Stich, das soll so bleiben. Wir haben viel Gelände verloren und kämpfen an den Grenzen der Heimat. Ihr habt verhindert, daß der Bolschewist dort einmarschiert. Darauf könnt Ihr stolz sein trotz all dem Schweren, was uns die letzten Wochen gebracht haben. Es werden für unser Deutschland auch wieder helle Tage kommen. Der Kampf geht weiter. Es lebe der Führer, v.Vormann, General d.Pz.Tr." Der zweite große Kampfabschnitt der 9.Armee im Feldzug gegen die Sowjetunion, der mit der Schlacht um den Orelbogen begann und mit der Schlacht um Weißruthenien endete, ist damit abgeschlossen. |
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