6.Infanteriedivision
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Verluste

Einsatzbericht II./18
Der jetzigre Zustand des Btl.: (2.10.1942)
Ausfälle seit dem 1.8.1942:
 
               Offz. Uffz. Mannsch. Zusammen
          ------------------------------------
Gefallen:        9     32    125     166
Verwundet:       8     72    327     407
Vermißt:         -      5     39      44
          ------------------------------------
                17    109    491     617

Ferner sind durch Krankheit ausgefallen:
                 2      7     51      60
          ------------------------------------
                                     677
                                     ===
 
Das II./I.R.18 hat zwischen dem 12.10.-24.10.1942 an Ersatz erhalten:
1 Offizier, 4 Uffz., 23 Mannschaften.
Ab dem 24.10.1942 erhält nach dem 24.10.42:
  2 Offizierem 6 Uffz., 131 Mannschaften.
Alter der Ersatzmannschaften:
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    Unter 20 Jahren           - 34%
    20 - 25 Jahre             - 40%
    25 - 30 Jahre             - 16%
    über 30 Jahre             - 10%
Von diesen Ersatzmannschaften befinden sich noch 25 Mannschaften als Lehr-
und Übungstruppe bei dem Zug- und Unterführer-Lehrgang der Division. Der Ersatz hatte zum Teil
eine 7-wöchige Ausbildung und länger deim Ersatztruppenteil erhalten. 20 Mannschaften kamen vom
Div.Nachschubführer 6.
Ausbildungsstand des Ersatzes:
Keine genügende Ausbildung als Einzelschütze. Nicht genügend Ausbildung im Geländedienst, keine
Durchbildung am M.G.
Ungenügende Kenntnisse: für die Verteidigung,
                        Beobachtungs- und Sicherungsdienst,
                        Tarnung,
                        Anlegen von Stellungen,
                        Nahkampf (D 102 Nahkampfschule)
                        Handhabung des Nahkampfgerätes gegen Panzer,
                        Nachtausbildung,
                        sehr schlechte Schießausbildung.

Die Erfahrungen des Ostfeldzuges, die in den bezw. Merkblättern zugrunde gelegt sind,
     1.) D 156 (Zielfernrohrgewehr)
     2.) D 1102/5 (Merkblatt für Gasschutz)
     3.) D 158 (Behandlung von Waffen, Gerät und Munition im Winter),
     4.) H.Dv.469/3e (Panzerabwehr aller Waffen)
     5.) Anhang zu H.Dv. 1/a (Schütze und Gruppe im Nachtgfecht),
     6.) D 1110/15 (Gasschutz)
     7.) Anhang 2 zur H.Dv.1/a (Pionierdienst im Winter)
     8.) Anhang zur H.Dv.1/a (Merkblatt über Mitführen, Verwendang, Handhabung der Gewehr- usw.Granate),
     9.) Anhang zur H.Dv.1/a (Taschenbuch f.d.Winterkrieg)
scheinen bei der Ausbildung im Ersatzheer noch keine Berücksichtigung gefunden zu haben. Wenn auch nicht der ganze und vor allem der Stoff, der für
Spezialistenausbildung in Frage kommt, in der Ausbildung des Ersatzes berücksichtigt werden kann, so müssen aber doch die wichtigsten Erfahrungen,
die in diesen vorgenannten Vorschriften und Merkblättern behandelt werden, ihren Niederschlag selbst in einer kurzen, sieben- oder zwölfwöchigen Ausbildung
finden, da es ja im Feldheer nicht immer möglich ist, den Ersatz wochenlang nachzubilden.

Die infanteristische Grundausbildung für den Ersatz der Ostfront müßte entsprechend den Forderungen des Ostkrieges spezialisiert werden.
Geistige Haltung des Ersatzes
Das Btl. hat auch bei diesem Ersatz dieselben wie im Zustandsbericht vom 12.10.1942 geschilderten Mängel festgestellt. Es müßte mehr Härte und soldatische
Disziplin gefordert werden. Erziehung und Ausbildung zum selbstständigen Handeln und der unbedingt zu verlangende Aktivismus sind bei allen Ersatzmannschaften,
ob Achtzehn- oder Dreißigjähriger, nicht zu erkennen. Ihr soldatisches Auftreten in jedem Dienst und vor allem die Handhabung der Waffe ist nicht tatkräftig,
sondern schwunglos und schüchtern. In der Ausbildung muß die Gewöhnung an die Gefahr (Nahkampf mit scharfen Mitteln, Schießen in der Bewegung, Überschießen mit
schweren Waffen, Gewöhnungssprengungen mit T-Minen und Geballten Ladungen usw.) viel mehr in den Vordergrund treten. Die Mängel in der soldatisehen Haltung des
Ersatzes sind aber nicht, wie die Erfahrung jetzt in drei Fällen gezeizt hat,-charakterlich bedingt, sondern scheinen das Produkt von nicht genügend intensiv
betriebener Ausbildungsarbeit und im Kriege unangebrachter Sicherheitsbestimmungen zu sein.

Offiziers- und Unteroffiziers-Ersatz.
Das Btl. verweist auf die im Zustandsbericht vom 12.10.42 gemachten Angaben.
Das Btl. mußte an 1.11.42 2 Uffz. und 37 Mannschaften, dazu eine s.Gr.W.Gruppe in Stärke von 6 Mann zur Aufstellung einer Ski-Komp. abgeben. Seit dem 3.11.42
schanzt das Btl. nächtlich mit einer Komp. in der H.K.L. Seit dem 8.11.42 sind nächtlich 2 Kompanien zum Schanzen eingesetzt.

Ausbildung und Vorbereitung für den kommenden Einsatz:
Nachdem die ersten Ruhetage ausschlicßlich für die Auffrischung des Mannes und die Instandsetzung von Waffen, Gerät und Bekleidung zur Verfügung gestanden hatte.
begann das Btl. am 29.10.42 mit einer intensiven Ausbildung nach anliegenden Stoffgliederungsplan (Anlage 1).
Bei sehr günstigem Wetter konnte das Btl. bis heute mit sehr gutem Erfolg diese Ausbildung betreiben. Es zeigte sich hierbei nicht nur, wie unbedingt notwendig
die Zusammenfassung der Gruppen, Züge und Kompanien in der Ausbildung, sondern auch in der Erziehungsarbeit war. Die Ausbildung wurde mit allem Nachdruck
schwerpunktmjßig so betrieben, daß heute bereits eine Durchbildung im Abwehrkampf gesichert ist. Das Ziel der Spezialistenausbildung und somit die Besetzung der
wichtigsten Stellen im Kampfe mit zuverlässigen und gut durchgebildeten Leuten wurde erreicht.
Zug- und Gruppenführer sind in einer besonderen Ausbildung aubildungsmäßig so weit gebracht, daß sie bis auf einige Ausnahmen als genügend bis gut qualifiziert
ihre Aufgaben in der Verteidigung mit Erfolg lösen können.
Offiziersausbildung hat laufend nach anliegendem Stoffgliederungsplan stattgefunden.
Auffassungsmäßig und ausbildungsmäßig ist wieder ein Stand erreicht, der die Gewähr für eine genügende bis gute Führung der Verbände in der Verteidigung bietet.
Besonders gut ausgebildet waren die dem Btl. zugeführten K.O.B. des Jnf.Ers.Rgt.6. Sie stachen nicht nur mit ihrem Können auf dienstlichem Gebiet hervor, sondern
boten ein besonderes erfreuliches Bild mit ihrem Schwung, ihrem straffen soldatischen Auftreten und ihrer ganzen militärischen Haltung. Dem Btl. wurden folgende
K.O.B. bezw. zugeführt:
3 vom Inf.Ers.Rgt.6
4 von der N.A.6
1 von Armee-Nachr.Rgt.511.

Die Gesamtverluste des Btl. seit dem 1.8.1942:
               Offz.   Uffz.   Mannsch. Zusammen
               =================================
Gefallen:         9     33      137        179
Verwundet:        9     73      351        433
Vermißt:          -      5       70         44
Erkranhungen:     4     12       68         84
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Gesamtverluste:  22    123      595        740

Das Etl. erhielt an Ersatz seit dem 1.8.42:

Offz Uffz. Mannsch. Zusammen
 11    47     536      594
 
Von dem vom 5.10. - 24.10. eingesetzten Btl. sind noch vorhanden (ausschl.Troß):

          Offz.   Uffz.    Mannsch.
5.Kp.       0       5          29
6.Kp.       1       5          32
7.Kp.       1       3           9
8.Kp.       1       8          24
Stab        2       4          14
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            5      25         108

Das Verhältnis zwischen Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften mit Kampferfahrungen und denen ohne Kampferfahrung bei einer jetzigen
Einsatzstärke des Btl. von
    7 Offz.  254 Uffz. u. 221 Mannschaften
muß als gut bezeichnet werden und war, abgesehen bei dem am 1.8.42 eingesetzten Btl., in der ganzen Einsatzzeit bei den Kämpfen un Rshew
noch nie so günstig. 
Von 7 Offizieren. haben 2 keine Frontnterfahrung,
 " 36 Uffz.       haben 9 keine Fronterfahrung
    2 Uffz. befördert nach dem 12.10.1942.
Die vorhandenen 10 als Zugführer eingesetzte Feldwebel des Btl. haben folgende Ausbildung:
1 Hauptfeldwebel
2 Geräte-Uffz.
2 Ersatz-Bt1.(Zugführer)
1 Komp.Schreiber.
4 Zugführer in der Front.
Die 2 eingetroffenen Offiziere kamen
1 von der Luftwaffe (Bodienpersonal),
1 von der N.A.6

Bewaffnung des Btl.:
   8 s.M.G.
   4 s .Gr.W.
  22 le.M.G.
   3 l.Gr.W.
Die Bewaffnung des Btl. ist nach wie vor nicht ausreichend. Vor allem die für die Abwehr so wichtige Tiefengliederung, die gerade in den letzten
grundlegenden taktischen Befehlen so dringend gefordert wird, kann bei der jetzigen Bewaffnung niht wie es eforderlich wäre, durchgeführt werden.
Hier müßte noch eine Besserung eintreten. Vor allem eine sollmäßige Auffüllung, mit Maschinengewehren.
3 1.Gr.W. sind für das Btl. zu wenig. Da der le.Gr.W. sich in allen Abwehrkämpfen sehr gut bewährt hat, bedeutet eine sollmäßige Auffüllung mit
dieser Waffe eine besondere Hebung der Abwehrkraft des Bt1.
Zusammengefaßt kann gesagt werden:
Die Ruhezeit, die gute Unterbringung, die intensive Ausbildung, die Zusanuenfassung der Einheiten in der Ausbildung und im Unterricht haben das
Btl. nicht nur ausbildungsmäßig, sondern vor allem auch auffassungsmäßig zu einer schlagkräftigen Einheit geformt, in der zwar noch Mängel sind,
die aber für den Abwehrkampf voll einsatzfähig ist.