| Kriegstagebuch Mai 1942 | |
| 1.5.1942 | |
| 2.5.1942 | |
| 3.5.1942 | |
| 4.5.1942 | |
| 5.5.1942 | privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. Abschied. Wieder nach Russland. Seltsame Gedanken. Aber kein inneres Sträuben. Ich weiß was meine Pflicht ist und kenne den Lohn unseres Einsatzes. |
| 6.5.1942 | |
| 7.5.1942 | |
| 8.5.1942 | |
| 9.5.1942 | |
| 10.5.1942 | |
| 11.5.1942 | privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. Wieder bei der Kompanie, die nun zur Auffrischung in Nowo Tschaikino liegt, zwischen Stalino und Makejewka. |
| 12.5.1942 | privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. Kasernenmäßige Unterkunft, kasernenmäßiger Dienst. Im Zug Stadtfeldt, der nun EK I hat. Bei Uffz.Kuchem als Truppführer, bei Schreiber, Hämmerle, Nölle, Lauer, Krecji, Neumann, Schlottmann. Ich treffe Ernst (Schwager) der bei 1./64 ist. Riesige Freude. |
| 13.5.1942 | privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. Uffz.Kuchem rücksichtslos, schnauzig, furchtbar, leistet sich immer starke Sachen. Das muss ein Ende nehmen. |
| 14.5.1942 | privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. „Er“ kommt ins Lazarett, Gelbsucht! Gott sei Dank. Nun sind wir ihn billig losgeworden. Dafür Uffz. Geurtz, feiner, etwas langsamer Kerl. Zum Uffz. fehlt ihm etwas Schwung. Er hat noch keinen Einsatz mitgemacht. |
| 15.5.1942 | |
| 16.5.1942 | |
| 17.5.1942 | |
| 18.5.1942 | privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. Teilnahme an Unterführerlehrgang. |
| 19.5.1942 | |
| 20.5.1942 | privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. Einsatzbefehl mittags 13 Uhr. Abends 20 Uhr auf LKW. Ab in Bereitstellungsraum. Kessel von Charkow. Das Panzer-Regiment mit zwei Bataillonen der 2 Schützen-Regimenter schon vor 4 Tagen abgerückt. |
| 21.5.1942 | privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. Von LKW abgesetzt. Zeltbau. Herrlicher Schlaf, träume von daheim. Sonst fröhlich und heiter wie meist. |
| 22.5.1942 | privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. Wir organisieren Panjefahrzeuge für unser Gerät. Es geht zu Fuß weiter (die zwei restlichen Bataillone der Schützenregimenter). Wohin? Das weiß kein Mensch. |
| 23.5.1942 | privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. Noch immer nicht ganz marschbereit. Es fehlen noch 4 Pferde und 1 Wagen. Morgens 6 Uhr russische Tieffliegerangriff mit amerik. Schlachtflugzeugen. Ich stehe gerade als Fliegerwache am MG, lege mich aber doch auf die Schnauze; so schnell sind sie da. Zeitzünderbomben doch kein Schaden. Mittags geht’s weiter. Zuvor herrliches Bad in kleinem Bach (mit Sepp Hämmerle) Kuh gemolken. 12 km bis Petrowskaja? Zeltbau. Nachts ½ 1 Uhr Alarm! Wir sollen noch vor Morgengrauen Lücke zwischen Einheiten einer Danziger Division schließen. Panzerdeckungsgräben nach 2 stündigem Marsch. Herrliche Lufttätigkeit unserer Stukas. Eine brennende Me 109 jagt an uns vorbei, dem Feldflughafen zu. Hals- u. Beinbruch! |
| 24.5.1942 | privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. Der Kessel soll geschlossen sein. Pfingstsonntag. Marsch im Eiltempo etwa 15 km. Verstärkung eines Kradschützenbataillons, das ein Dorf gegen wütende Angriffe der Russen hält. Die Russen wollen nach O. ausbrechen. Russische Panzer schießen in das Dorf, ebenso Stalinorgel. Im Sturmlauf durch das Dorf, durch die Einschläge der Granaten. Vor dem Dorf Stellung. Lt.Kirk und Tetkemaier fallen durch Panzersprenggranaten. Gegen Abend weiter vor, tiefere Löcher! Nachts überall Gefechtslärm, russ. Panzer und Fahrzeuge rollen. Rechts 2 km entfernt, Panzer mit Flammenwerfer. 9./Schtz.Rgt.64. Gfr.Uhing Johannes schw.verw.1km südostw.Krassnaja-Balka, A.G.Brust,r.OS verst.a.d.Weg z.H.V.Pl.; 12./Schtz.Rgt.64. Schtz.Weber Konrad gefallen 1km südostw.Krassnaja-Balka, Pz.G.Volltreffer Kopf, Grablage 1km südostw.Krassnaja Balka (Schtz.) |
| 25.5.1942 | privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. In einer Mulde 3 km vor uns, stellen sich die Russen zum Angriff bereit. Die zwei Geschütze, die hinter uns stehen, hauen wohl dazwischen. Das stört sie wenig. Wir sehen sie über den Hang in den Bereitstellungsraum strömen, in ungeheuren Scharen. Wir müssen ohnmächtig zusehen. Sie wollen uns überrennen, den geschlossenen Ring sprengen. Panzer stellen sich auch bereit. Das ist das Dumme an der Geschichte. Die russische Infanterie lässt uns, wenn sie allein kommt, kalt. Wir haben nur 2 leichte Pakgeschütze dabei! Da fehlen unsere Stukas! Aber dazu ist das Wetter nichts. Befehl vom Kompanie-Chef: „Die Stellung muss gehalten werden!“ Dazu sind wir auch bereit. Wir legen T-Minen vor unsere Stellungen. Wir sind zum Platzen gespannt. Jeder spürt: Gleich müssen sie anstürmen. Keiner spricht mehr. Ernst jedes Gesicht. Motorengeräusch, Panzer, wir sehen sie noch nicht. Wir liegen am sanften Hinterhang. 10 Minuten vergehen. Das Geräusch hat sich wieder entfernt. Da, das ist es wieder. Ein Schrei: „Panzer, deutsche Panzer! Die Landser blicken nach links, springen aus den Löchern, fallen sich um den Hals, weinen, die seelische Spannung löst sich. Da stehen 25-30 schwere Panzer, fahren auf und jetzt greifen sie an. Die ersten Schüsse krachen aus ihren Rohren; der Gefechtslärm wird lauter und lauter. Nun sind sie schon entschwunden. Der 1.russische Panzer brennt, da noch einer. Die russische Infanterie flüchtet zurück, flieht wieder hinein in den Kessel. Hinter den Panzern greift die 1.Gebirgs-Jägerdivision an. Der Kessel wird enger und enger. Nachts haut 15 cm Granate unmittelbar neben meinem Loch ein. Ich fahre hoch, ein Brocken schlug mir den Stahlhelm ins Gesicht. „Kopf entzwei!“ denke ich und dann erst kommt es mir: „Solange du noch denkst, lebst du auch noch. Doch der Zeltbau voller Löcher. Ich hatte sie über mein Panzerdeckungsloch gebreitet des Regens wegen. Dann rufe ich Albert und Sepp, atme auf als ich Antwort erhalte. Nölle und Schlattmann, die neben meinem Loch eben Streifenposten machten, vom Luftdruck umgeworfen, ohne Verwundung. Nur Eberle, der unsere Gruppe verstärkt, kleine Splitter in der linken Backe. |
| 26.5.1942 | privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. Mittags Säuberung der Gegend, viele Gefangene. Etwa 5-10 000! Nachts Zeltlager in kleinem Hain. |
| 27.5.1942 | privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. Beim Morgengrauen Angriff auf Dorf und TP. Der Kessel wird enger. Von TP Feuer auf russische Kolonne. Zwei Sturmgeschütze rollen an, hauen auch hinein. Da fliegen die Brocken. Verzweiflung in den russischen Reihen. Aber kein Erbarmen! Panzer kassieren die Russen. Viele Gefangene. Mittags greift 6.Kompanie ein Dorf an, ich säubere mit unserer Gruppe (Uffz.Geurtz ist kränklich) ein kleines Gehöft. Heinen wird durch Brustschuß aus deutscher 08-Pistole verwundet. Der Kamerad (mit Eberle von der 9.Kompanie zu uns kommandiert) wird verbunden, zum Arzt gebracht. Wir finden noch vier Flintenweiber und zwei Russen, die sich totstellen. Ein Weib hat in kleiner Tasche Rasierklingen eingenäht und alle haben eine Unmenge „Pariser“ bei sich. Die Huren! Nachts werfen russische Flugzeuge Fallschirme mit Benzin und Munition ab. Sie wollen den eingeschlossenen Panzern zum Durchbrechen verhelfen. Zu spät. Der Kessel ist erledigt. |
| 28.5.1942 | privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. Durchkämmen eines Waldes. 30 Gefangene. Sondermeldung, 240 000 Gefangene, 1200 Panzer, 550 Flugzeuge u. a. vernichtet. |
| 29.5.1942 | privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. Wir rücken ins Dorf, etwa 3 km vor uns, am Weg unzählige tote Russen. Dorf restlos zerstört, Werk unserer Stukas. Panzer, LKW, Geschütze, Menschen, Tiere, alles kaputt. Zeltlager. |
| 30.5.1942 | |
| 31.5.1942 | privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. Neuer Einsatz steht bevor. Gerücht: Brückenkopf soll gebildet werden. Nichts sicher. Mit Wirkung vom 1.5.1942 zum Uffz. befördert. Im dämmernden Abend bringen uns Fahrzeuge des I. Bataillons, das motorisiert eingesetzt ist, in den Bereitstellungsraum für das Unternehmen „Wilhelm.“ |
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