| Kriegstagebuch September 1941 | |
| 1.9.1941 | |
| 2.9.1941 | privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. Wortgefecht über Nationalsozialismus mit Franz Förster und Willi Hutten. Der erstere macht bedingte Vorbehalte, der andere erkennt die Leistungen an, will aber seine bequeme Lebensgestaltung der großen Idee u. den Folgerungen daraus nicht opfern. Ich lege meine Ansicht klar. Sie staunen über soviel Freiwilligkeit und Opferbereitschaft. |
| 3.9.1941 | |
| 4.9.1941 | privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. Nach Kirowograd, Film! Kurzer Bummel mit Franz durch die Stadt. Ordentlich erhalten, Landstadt-Charakter. |
| 5.9.1941 | |
| 6.9.1941 | |
| 7.9.1941 | privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. Ich erfahre, dass Kameraden der alten 10./420 bei Nawi Bug von besoff. russ. Kavallerie überfallen und elend zu Tode gekommen sind. Sie waren zu Reg.79 gekommen. Augen ausgestochen, Zunge abgeschnitten, Bauch aufgeschlitzt: Fw. Fingerle, Uffz Krauth, Weiß, Palmann, Felder. Weber und Drechsler, die beiden Letzteren wollten mich damals überreden, mit ihnen zum Reg. 79 zu gehen. Fast hätte ich dies getan. Paul Seiffer hat mich davor gewarnt. Dann wäre ich wohl jetzt nicht mehr. Es kommt keine Post. Hoffentlich finden meine Briefe heim. |
| 8.9.1941 | privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. Bald geht es wieder in den Kampf. |
| 9.8.1941 | privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. Angriff unnötig. Russe getürmt. Weiter nach O. Dorfsicherung. Schöner Mittag (Skat + Schach). Unsere Gruppe am Abend Spähtrupp: nach 10 km Feind festgestellt. |
| 10.9.1941 | |
| 11.9.1941 | privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. Es geht an die Front. Die Tage von Nikolajew lähmen noch unsere Kampfstimmung und bis zum Abmarsch glauben viele, wir würden über Rumänien ins Reich zurückkehren; die Division hätte ihre Aufgabe erfüllt. Doch das sind fromme Wünsche. - Herzlicher Abschied von unserer „Alten“ und Sascha. Sie haben uns viel gewaschen, geflickt und geputzt, beim Kochen geholfen. - Die Gruppe stärker: Trupp 1: ich als Schütze 1, Fritz Schmidt, ein lustiger, kleiner Sachse, Schütze 2, Willi Hutten Schütze 3; Trupp 2: Truppführer Uffz.Busch, Schütze 1 Graunhorst, Schütze 2 Sieverts, Schütze 3 Weller; Scharfschütze Brinken. Unsern Trupp und die Gruppe führt Uffz. Walter. Fahrer: Gredecker + Surmann. Über Olexandrija nach Krementschuk. Regnerisches Wetter. Wir rutschen in den Graben. Nachts zieht uns ein LKW der Flak heraus. |
| 12.9.1941 | privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. Morgens 8 Uhr Komp. eingeholt; die in einem verwahrlosten Garten Pause macht. Schlaf in herrl. Sonne. 10 Uhr Abmarsch, in allgemein nördl. Richtung. Wir sollen (Panzergruppe Kleist) der Panzergruppe Guderian, die von N. heranstösst, die Hand reichen und den größten Kessel aller Zeiten bilden. Es sollen 150 – 200 km Kampf sein und dann sei unser Ziel erreicht. Die Front rückt näher. Artillerieabschüsse in der Ferne, rauchende Häusertrümmer, zerschossene Sowjetpanzer am Wege. Nachts Sicherung. |
| 13.9.1941 | privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. Im Morgendämmern weiter. Wir sind an der Infanterie vorbei. Die ganze Division auf einer Vormarschstraße, welche Seltenheit, welche Erleichterung. Das Panzerregiment voran. Die haben gehaust! Ein russischer LKW am andern. PKW mit Panzerplatte. Geschütze aller Kaliber, Pferde, Russen, alles vernichtet, kaputt. Dabei Nahrungsmittel, Bekleidungsgegenstände. Gegen 9 Uhr russische Bomben- und Tieffliegerangriffe. Mit allen MG drauf! Sie drehen ab! Ein russisches Flugzeug abgeschossen. Wer?? Der Marschweg der Division trennt sich vorübergehend. Unser Bataillon fährt rechts ab, nach Chorol. Nichts Besonderes. Ein Paar Kinderhalbschuhe erbeutet, gleich heimgeschickt; nichts von Bedeutung. Dann der Division wieder nach. Uffz. Schulze-Wischler schießt eine Rata (russ. Jagdflugzeug) mit Gewehrschuss ab, Pilot Kopfschuss. Unsere Stuka fliegen ostwärts der Vormarschstraße Sturzangriff. Zum 1. Mal erlebt, herrliches Bild das Abkippen, Auslösen der Bomben, das Auffangen, Aufsteigen, Kreisen und wieder abkippen. Nachts Ruhe. Reg.79 schon im Kampf um Lubny. |
| 14.9.1941 | privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. Sonntag. Herrliches Wetter. „Angriffstag“ behauptet Franz, der nun Krankenträger im I. Zug ist. Wir waschen + rasieren uns und – fangen Läuse. Die haben wir von der Ruhezeit aus den russischen Häusern „mitgenommen“. Ekelhafte, kleine Tiere. Das Krabbeln bei Nacht, hält man nicht aus. Mittags Bereitstellung zum Angriff auf Lubny. Im ostwärtigen Teil Reg.79 schon eingedrungen. Wir wollen Westteil nehmen. Besondere Gefahr, Heckenschützen und Flintenweiber. Unsere Flak und Ari, Granatwerfer auf die Stadt, wir ran an den Stadtrand. Minen! Nicht viele Russen in der Stadt, dagegen herrliche Eierpflaumen. Hauptwiderstand im Ostteil der Stadt. Zivilisten stark verängstigt. Eine junge, hübsche Frau, 1 Kind auf dem Arm, weint „herzzerreißend“, als wir ihr Haus mit aufgepflanzten Seitengewehr durchsuchen wollen. Sie glaubt der russischen Propaganda, die den Leuten weiß machen wollte, wir Deutsche würden die Kinder aufspießen. Das erfahren wir, als wir sie ausfragen. Doch wir beruhigen sie. Wie die uns dankt! Der Bolschewismus, diese Teufelei, muss aus der Welt! „Am Deutschen Wesen soll die Welt genesen.“ Und wir helfen mit. Stolzes Gefühl. Und das Wissen und Recht und Wahrheit der deutschen Sache gibt mir die größte Kraft in schweren Stunden. Sicherung der Stadt nach Westen. Vorstoß über den Stadtrand hinaus. Ein Eisenbahnzug fällt uns in die Hände. Scheinbar Kommandozug eines russischen Befehlshabers. Alles da, was man sich denken kann, auch viele Damenwäsche! Ich hole mir 3 Decken, wunderbare weiche Decken, 1 herrliches Schachspiel, Seife, Keks, Unterwäsche. |
| 15.9.1941 | privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. Sicherung. Spähtrupp. |
| 16.9.1941 | privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. Sicherung, abends Weitermarsch. Vor dem Abrücken kommt Post. Eine kaum übersehbare Menge ist für mich dabei! Glücklich. Doch traurig beim Lesen; denn in jedem Brief steht: „Keine Nachricht von Dir.“ Warum kommen meine Briefe nicht heim? |
| 17.9.1941 | privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. Der große Kessel ist geschlossen. Der Ring wird verengt. Wir greifen nach Westen an und drücken die russischen Armeen zusammen. - Ein Dorf westl. Lubny wird angegriffen. Unser Zug Spitze. Bataillons-Kommandant Oberstlt.Reimann, auf Krad vor unsere Protze. Ein schneidiger, mutiger Kommandeur. An den ersten Häusern pfeifen uns die Geschosse um die Fahrzeuge. Komme an das 1.Haus, abgesessen und beobachtet! Die Hunde sitzen in den Häusern. Uffz.Wied wird vom MG durch die Brust geschossen, Brandwunden, tot. 3 andere Kameraden verwundet! Langsam Dorf genommen. Viele Gefangene. Beim Sammeln fehlt Paule Seiffer, mein bester Kamerad seit Unterrakitsch, Melder in unserem Zug. Höchste Unruhe in mir. Niemand weiß Bescheid. Beim Weitermarsch sehe ich immer den leeren Platz vor mir auf seiner Protze. Abends erfahre ich, dass er verwundet wurde und von einer anderen Kompanie zurückgebracht worden ist. Nachts Sicherung im freien Feld. |
| 18.9.1941 | privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. Stellung im freien Feld. Tadellose, windgeschützte Strohhäuser. Post, gutes Essen. |
| 19.9.1941 | privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. Die Schlacht ostwärts Kiew steht auf dem Höhepunkt. Der Russe kommt nicht mehr durch. Der Kessel wird enger und enger. Wir drücken von Ost nach West; nehmen Dorf um Dorf und machen viele Gefangene. Heute: Angriff auf ein Dorf. Heran an Dorf, I. Zug rechts, II.Zug links, unsere Gruppe am weitesten links; Anschluss an 6.Kompanie. Trennungslinie zw. 6. u. 7.Kompanie. Die Straße die ans Dorf heran u. mitten durchführt. Pioniere stehen schon am O-Rand des Dorfes. Wir sollen nun weiter angreifen. Dorf sehr stark besetzt, viele Scharfschützen darunter. Langsam arbeiten wir uns durch das Gesträuch und Gewirr der Gärten vor. Nach 200m Stopp! Ein versumpfter Bachlauf als Hindernis. Nach links! Eine Brücke hilft der Straße (Trennungslinie zw. 6. u. 7.Kompanie.) über das Wasser. Einzeln springen wir auf die linke Straßenseite, kriechen an der Straßenböschung entlang bis zur Brücke. Dort 3 deutsche Pioniere mit vorbereiteter Sprengladung. Sie unterrichten uns über das verminte Gelände. Der Russe bestreicht mit MG-Feuer die Gebäude. Wir müssen dennoch rüber. Einzeln in Abständen von 1 Minute. Es glückt ohne Ausfälle. Dann ran an das nächste Haus, gesichert, bis der ganze Zug da ist. Der I. #Zug hat sich oberhalb der Brücke drüber gearbeitet. Bereitstellung zu weiterem Vorgehen. Da! Ich habe die Sicherung für die Bereitstellung übernommen: Russen im Gegenangriff. Mein MG haut in die Häuser hinein. Die Russen fahren auseinander. Der Zug sofort zur Stelle. Ein Zug der Sechsten auch in der Nähe, stößt zu uns. Er sichert nach vorn wir nach rechts. Dort arbeiten sich die Russen, gedeckt durch Häuser und Gestrüpp, näher. Unsere MG treiben sie wieder zurück, in die Häuser. Mit Leuchtspur schieße ich die Häuser in Brand. Russen nehmen Reißaus. Wir hinterher, MG in der Hand und schießend. Der Zug der Sechsten verfolgt weiter. Wir durchsuchen Haus um Haus. Anschluss an I.Zug, bei dem sich der Kompanie.-Chef, Lt.Gutsche, befindet. Verdammte Schweinerei. Überall sitzen noch die Scharfschützen in fabelhaft getarnten Stellungen. Jäger fällt neben mir, 2 weitere weiter links. Das MG nützt nicht mehr viel. Also Pistole und Handgranate, MG über die Schulter. Immer mehr Bolschewisten holen wir aus den Häusern, Löchern,Verstecken, Gärten heraus. Am Ende des Dorfes noch 1 Kolchos. Unsere Gruppe u. ein Gewehr der sMG-Gruppe soll die 2 sMG der Russ. dort ausheben. Stur drauf zu. Uffz.Fuchs, der Führer des sMG schwer verwundet, will in den Graben robben. Da trifft ihn noch eine Garbe zu Tode. Voll Wut weiter. Im Augenblick am Kolchos. Da kommen die Schweine von selbst. Wir wollen sie angehen, untersuchen. Da haut noch eine russische MG zwischen uns. Jetzt gibt’s kein Erbarmen mehr. Die, die sich scheinbar ergeben wollten, wollten uns bluffen. Mit Uffz.Busch stürme ich den Kolchos. Drei, vier Handgranaten krachen. Da kommen sie doch vollends; Hände hoch. Wir wollen aber ganze Arbeit machen. Uffz.Busch schickt Brinker und Siewert weiter. Sie berichten, 2 Tote und 2 Schwerverwundete durch die Handgranate. Dann zurück zum Rest der Gruppe, die die Bluffer umgelegt haben. Aus Feierabend, eine Zigarette! Im Dämmern neue Stellung am S-Rand des eben genommenen Dorfes. 600 m vor uns neues, großes Dorf. Das soll morgen genommen werden. Sicherung in der Nacht. Mein MG als Gefechtsvorposten vor. Also wieder kein Schlaf. Unser Flak, Pak, Ari hauen unheimlich ins Dorf. Die Russen antworten mit MG. Unheimlicher Feuerzauber, auflodernde Brände, dazwischen Schreie von Verwundeten. |
| 20.9.1941 | privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. Sicherung den ganzen Tag. Unsere schweren Waffen feuern immer wieder ins Dorf! Ab und zu antwortet ein russisches MG. Zwischen uns und dem Dorf ein versumpfter Bachlauf. Da kommen 3 Überläufer raus; weiße Fetzen an 1 Gewehr hochhaltend. Sie sagen aus, dass 3 Regimenter Russen im Dorf sind. Daher das Brummen der schweren Waffen! Das haben wir uns so vorgestellt. Nachts unser MG-Trupp (Uffz. Walter, Hutten, Schmidt und ich) als Horchposten an 1 Stelle, wo unsere 8.Komp. (MTW Kompanie) gesichert hatte. Wir fluchen. Da hilft auch das Wort des Chefs nichts: „Auf Euch kann ich mich verlassen. Wenn ihr wach bleibt und nicht versagt, verspreche ich Euch ein paar gute Tage. Und nun machts gut!“ Da zotteln wir los, leise an den befohlenen Platz schleichend. Hier könnte er durchbrechen sagte der Chef. Das sei die einzige Stelle. Aber man könne die Lücke nicht schließen und was sonst eine Komp. sichert, sei uns Vieren anvertraut. Aber die MTW hätten einen anderen Befehl erhalten. Und man müsse eben auch auf gut Glück etwas wagen. Dazu finden wir das Waldeck. Ich bringe mein MG in Stellung. Hutten und ich bleiben am MG. Uffz. Walter und der kleine Schmidt gehen noch weiter nach links. Schlaf gibt’s nicht. Wir lauschen ins Dunkel, stecken das S-Gewehr (Seitengewehr = Bajonett) in den Boden, Zunge dran. Soll man noch deutlicher hören können. Auch den Rat hat uns der Chef mitgegeben. Aber nichts stellen wir fest, doch dass wir unglaublich Schlaf haben, merken wir. Wir stellen uns hin, sonst nicken wir ein. Und als der Morgen dämmert, sind wir froh. |
| 21.9.1941 | privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. Ein Kompanie-Melder holt uns zum Kompanie-Gefechtsstand zurück. „Nun dürfen wir uns ausschlafen“, sagen wir zueinander. Doch der Chef: „Sofort fertig machen zum Spähtrupp, Gruppe Walter und Gruppe Freese.“ Wir müssen uns bei der 3.Komp. des I.Btl. melden. Von dort gehen noch 2 weitere Gruppen und 1 Ofw. als Spähtruppführer mit. Der Btl.Kdr. geht mit, ermahnt zu größter Vorsicht und erfährt von einem weiteren russischen Überläufer, da er tadellos russisch spricht, dass viele, viele Russen in der Stadt seien, aber von dem langen Bombardieren und Beschießen mürbe seien. Dann geht’s durch den Sumpf, muss langsam heran an das hochgelegene Dorf. Ein russ. MG könnte uns alle erledigen. Aber nichts geschieht. Wir sehen keine einzigen Bolschewisten. Wollen die uns erst über den Bach kommen lassen, um uns desto sicherer zu vernichten? Oder wollen sie sich tatsächlich nicht mehr wehren? Am Bach holt uns ein russischer Zivilist über den Bach. Keine Miene verrät uns, ob er uns in eine Falle lockt oder ob er es ehrlich mit uns meint. Immer 2 Mann holt sein Boot rüber. Endlich sind alle am jenseitigen Ufer und wir pirschen uns an die ersten Häuser ran; durchsuchen sie. Überall Russen, im Heu, in Ställen, am Kaffeetisch, in den Erdkellern. Sie ergeben sich alle, kein Schuss fällt. Wir schicken die ersten Gefangenen voraus, die andern aufzufordern, zu uns zu kommen. Sie kommen alle, gleichgültig, froh, dem Krieg so billig entronnen zu sein. Im Verlauf von 2 Stunden haben wir mehr als 800 Gefangene gemacht, 11 ganz neue Lastwagen erbeutet, von den Pistolen, Ferngläsern von Keks u. a. ganz abgesehen. Ich organisiere nur 1 Paar Schaftstiefel. Dann kommt die Comp. des Btl. nach. Ein Schuss fällt. Sofort flammt Widerstand auf. Doch bald gebrochen. Abends löst uns Infanterie ab. Wir schlafen die ganze Nacht. Endlich, endlich. |
| 22.9.1941 | privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. Wir waschen und rasieren uns, reinigen unsere Waffen. Abends geht’s zurück über Lubny in ein Dorf. Ruhe. |
| 23.9.1941 |
privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. Die große Schlacht ostwärts Kiew ist geschlagen. Nun geht’s zu neuem Einsatz, wieder nach S. ans Asow'sche Meer. Wir marschieren. |
| 24.9.1941 |
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| 25.9.1941 |
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| 26.9.1941 |
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| 27.9.1941 |
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| 28.9.1941 |
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| 29.9.1941 |
privates Tagebuch
7./Schtz.Rgt.64. Regen, den ganzen Vormittag. Der Befehl „Gefechtsklar“ ist uns schon wieder etwas ungewohnt; wir sind dem Krachen der Granaten und Pfeifen der Geschosse schon wieder etwas entrückt. Leichtes Herzklopfen ist nicht abzuleugnen. Ein Dorf soll angegriffen werden. Diese verfluchten Dorfgefechte! Über eine weite, versumpfte Ebene gehen wir vor. Granatwerferfeuer schon in der Bereitstellung, 2 Kameraden außer Gefecht. Sonst stört uns dies aber wenig. Ich denke: „Je schneller du dich dem Granatwerfer näherst, umso kürzere Zeit gefährdet er dich.“ Und bin ganz vorn, wie meist. Ob das Mut ist?! Nun schießt auch noch russ. Pak. Macht uns nichts aus. Wir müssen mehrere Male schwenken, so tief und blöd ist der Sumpf. Regen, Regen! Unser IG setzt ein russ. Pak mit dem einen Schuss außer Gefecht. Ein gutes Omen. Erst als wir ganz nahe ran sind, eröffnen die russischen Gewehrschützen das Feuer. Ich liege ganz vorn. Nur Ganter, der MG-Schütze von Gruppe Freese, liegt mit dem Gr.-führer noch auf meiner Höhe. Wir sehen keine Russen, streuen nur die verwahrlosten Gärten und das Gesträuch ab. Links vom Dorf wird der Sumpf zum See. Rechts hinter mir wird ein Kamerad vom I.Zug verwundet. Franz Förster, der ihn verbinden will, gleichfalls. Uffz. Walter, der hinter uns liegt, schreit auf. Wir kommen nicht weiter. Es ist zu dunkel. Die meisten hängen zu weit zurück. Das Dorf könnte schon genommen sein, wenn man manche nicht immer antreiben müsste. Kompanie zurückgezogen, ins Ausgangsdorf. Feuer in die Häuser, dass unsere Kleider trocknen. Ich schlafe mit Ernst Graunhorst auf dem Ofen. |
| 30.9.1941 |
privates Tagebuch 7./Schtz.Rgt.64. II. Zug Spähtrupp ins Dorf. Dorf von Russen in der Nacht geräumt. Einige Überläufer. Gebratene Gänse, die die Russen stehen gelassen haben, schmecken uns gut. Mittags weiteres Vortasten. Starke Fliegergefahr; neue Typen von England oder Amerika. Die lassen sich von unseren MG nicht vertreiben wie die russ. Ratas. Durch Bordkanonen und Zeitzünderbomben sehr gefährlich. Immer im Tiefangriff! Fw.Stiller fällt durch sie. In der Nacht Sicherung, strömender Regen. Ekelhaftes Gefühl im Schützenloch bei nasser Witterung. Tadelloses Essen: Nudeln mit Pflaumen stimmt versöhnlicher. |
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