I.Armeekorps
Kriegstagebuch    Befehle    Gliederungen    Zustandsmeldungen   Stellenbesetzungen   Ersatz/Verluste   Material/Ausrüstung

 

Befehle I.Armeekorps September 1939
 A.O.K.3                                                                                                                  Armeehauptquartier Mohrungen
Ia Nr.69/39 geh.                                                                                                                    3.9.1939

                                                                    G e h e i m !
                                                                Operationsbefehl Nr.8

1.) XXI.A.K.durchbrach in schwerem Kampf die Befestigungen bei Graudenz, nahm die Festung und wies starke feindl.Angriffe von Süden her ab.
    Gruppe Mlawa brach mit I.A.K.in feindl.Stellungen ein.
    Führungsstab z.b.V.stieß gegen Ostflanke und Rücken des Gegners vor.
    1.Kav.Brigade setzt sich in Besitz von Przasnysz. Die Kämpfe bei Gruppe Mlawa sind noch nicht abgeschlossen.
2.) Am Weichselabschnitt Dirschau - Münsterwalde ist in Verbindung mit vordersten Teilen der 4.Armee hergestellt.
3.) XXI.A.K.bildet in Linie Böslerhöhe - Gatsch - Engelsfelde - Melno - Schwetz - Gr.Leistenau eine Abwehrfront nach Süden. Falls Gegner nach Süden
    zurückgeht, ist nachzustoßen.
4.) I.A.K.nimmt Mlawa und setzt Vormarsch auf Ciechanow fort.
5.) Führungsstab z.b.V., dem 1.Kav.Brig.unterstellt wird, setzt am 4.9.den Vormarsch über die Linie Wola - Wierzbowska - Przasnysz in Rihtung auf Makow,
    Gasewo fort.Ein verst.Rgt.der 1.Division mit reichlich Artillerie unterstützt den Angriff des I.A.K. durch Vorstoß auf Mlawa.
6.) unleserlich - Aufklärung: bis zur Linie Golynin Str., Makow, Gasewo, Rawy (7km ostw.Krasnosielc).
    Panzer-Division Kempf klärt auf bis zur Linie Rawy, Rachujka (7km ostw.Chorzele).
7.) Panzer-Division Kempf wird Armeereserve und sammelt an der Straße Krzynowloga Mala, Przasnysz (Nordrand). Sie übernimmt die Sicherung der Ostflanke
    Armee in Linie Bartniki - Chorzele. (Aufklärungsraum siehe Ziffer 6).
8.) 217.Division hält sich bereit, über Soldau nach Mlawa nachgezogen zu werden.
9.) 206.Division zur Verfügung der Heeresgruppe, versammelt sich im Raum Willenburg - Ortelsburg so, daß sie Vormarsch nach Süden antreten kann.
10.) Grenzwacht:
     Grenzwachtabschnitt 11 westl.der Grenze Freystadt. Guhringer See, Plowenzer See tritt unter den Befehl von General Schede.
     Grenzwachtabschnitt 21 geht bis zur Bahnlinie Dtsch.Eylau, Soldau vor und sichert die. Vorgefundene Zerstörungen sind zu melden.
     Grenzwachtabschnitt 31 wird A.O.K.3 unmittelbar unterstellt und übernimmt Grenzschutz zwischen Chroszele und Karpa.Mit 206.Div.in Willenberg ist
     Verbindung aufzunehmen.
11.) Gruppe Brand behält ihre Aufgaben.
12.) XXI.A.K.schließt sich an die Drahtverbindung zum A.O.K.Schloß Roggenhausen an.Armeenachrichten Regt.hält Drahtverbindung zum I.A:K. und
     Führungsstab z.b.V.
     Funkänderung ...unleserlich....
13.) Luftaufklärung:
     a) Aufklärungsraum A.O.K.3 Sierpe, Plock, Weichsel, Bug, Bialystok, Grodno,
     b) Aufklärungsgrenze für die Armeekorps: Culm, Culmsee, Sierpc, Pultusk, Ostrow Maz., OStrolenka, Willenberg.
     c) Trennungslinie zwischen XXI.A.K. und I.A.K.: Soldau, Raciaz.
14.) Armeehauptquartier Mohrungen.
 
 A.O.K.3                                                                                                                  Armeehauptquartier Przasnysz
Ia Nr.102/39 geh.                                                                                                                   12.9.1939
                                                                                                                                    16.00 Uhr

                                                                          Weisung
                                                                 für I.A.K. für den 13.9.1939

1.) 1.Kav.Brig., I.R.44 und Teile Pz.Div.Kempf wehren in Linie Wierzbno - Kaluczyn Durchbruchsversuche des Feindes nach Osten ab.
    Pz.Div.Kempf riegelt in Linie Latowicz - Garwolin ab.
2.) I.A.K.schließt den Kampf mit dem im Raum Kaluszyn - Mins Maz. - Siennica eingeschlossenen Feinde ab zum weiteren Vorstoß der
    61. und 11.Division nach Süden. Hierzu werden I.A.K., 1.Kav.Brig. und Pz.Div.Kempf unterstellt.
3.) Nach Abschluß der Kämpfe ist zur Verfügung der Armee zu versammeln:
    1.Kav.Brig. um Kaluszyn,
    Pz.Div.Kemof um Zelechow,
    I.A.K.setzt alsdann Vormarsch bis zur Linie Garwolin - Katowicz fort.
    217.Division ist nach beendetem Übergang über den Narew auf Minsk.Maz.heranzuziehen.
4.) Trennungslinie:
    4.Armee zu 3.Armee: Wierzheim - Straßenspinne südl.Radzynin - Straßengabel bei Zwir.
    I.A.K.zu Führungsstab z.b.V.: Kaluszyn - Woynie - Kock (orte zu I.A.K.).
5.) II.A.K.wird nach eingeleitetem Narew-Übergang bei Dombe ostw.der Weichsel nach Süden vorgehend die Flanke der Armee gegen Warschau
    decken.
6.) Erdaufklärung durch die Korps in ihren unleserlich bis zur Linie Demblin - Radzyn - Miundzyrzewo.

    Luftwaffe:
    Aufklärungsraum A.O.K.3:
    a) Seroc - Garwolin - Kurow - Lublin - Cholm - Wlodawa - Brest.
    b) Aufklärungsräume der Armeekorps:
       Seroc - Garwolin - Demblin - Radzyn - Meind.... - Kamienczyk - Kaluczyn - Kock.

7.) Armeehauptquartier ab 13.9.12.00 Uhr Ostrow Maz.

Besondere Anordnung zu der Weisung für I.A.K. für den 13.9.1939.

Flak:

1.) 1./111 erkundet Stellungen um Ostrow-Maz. Auftrag: Schutz des A.O.K.3.
    Zwei Batterien (eine leichte und eine schwere) am 13.9.39 12.00 Uhr, dort feuerbereit. Eine schwere Batterie bleibt bis 12.00 Uhr im unleserlich
    und ist nachzuziehen.
    3. und 4./111 in Willenberg sind nach Ablösung durch Luftgaukommando I nach Ostrow-Maz. nachzuziehen.
2.) II/111 übernimmt ab 14.9.bei Ostrolenka Schutz des Brückenbaus.
 
A.O.K.3                                                                                                                               A.H.Qu.Przasnysz, 12.9.1939
  Ia   
Nr.104/39 geh.
                                                                                G E H E I M !

                                                                             Operationsbefehl Nr.15.

1.) In Warschau befindet sich anscheinend noch stärkerer Feind. Mit Durchbruchversuchen dieses Gegners nach Osten ist zu rechnen.
2.) 3.Armee wirft mit rechtem Flügel den ostwärts der Weichsel befindlichen Feind auf die Weichsel zurück.
3.) a) I.A.K.macht nach Westen Front und greift über die Linie Radzymin - Karczew an und wirft den Feind auf die Weichsel zurück.
       Hierzu werden 1.K.B. und Pz.Div.Kempf dem I.A.K. unterstellt.
    b) Führungsstab z.b.V. erreicht mit 1.Div. Skurzec (12km südwestl.Siedlce), mit 12.Div. Siedlce und hält sich bereit, entweder den Vormarsch nach Süden in
       Richtung Lukow fortzusetzen oder nach Westen in Richtung Latowicz anzutreten.

A.H.Qu. ab 13.9., 12.00 Uhr, in Ostrow Maz.
 
13.9.1939

                                                            Korpsbefehl (I.A.K.) für die Abriegelung Warschaus nach Osten

1.) Feind: im Rückzug aus Warschau nach Südwesten.
2.) I.A.K.: riegelt Warschau nach Osten ab u.verhindert ein Ausbrechen des Feindes.
3.) Es sperren ab:
    217.Div. am Rzadza-Struga-Abschnitt von der Einmüdnung in die Weichsel bis Zawody (?).
    1.Kav.Brig. anschließend bis zum Eisenbahnkreuz bei Jasieni...unleserlich..
    M.G.Btl.9 anhschließend entlang der Eisenbahn bis Ludwiniakow.
    61.Div. anschließend über Gazdziowka - Chrosla - Celinow.
    11.Div. anschließend über Glinianka - Pogorze.
    Verband Wagner anschließend über Karezew bis zur Weichsel.

4.) Trennungslinie zwischen:
    a) 217.Div. u.1.Kav.Brig.: Slopsk (K.B.) - Dabrowka (K.B.) - Radzymin (217.) - Struga (K.B.) - Straße nach Praga (217.).
    b) 1.Kav.Brig.u.M.G.Btl.9: Eisenbahnlinie Tluszez - Warschau.
    c) M.G.Btl.9 u.61.Div.: Debre (61.) - Rzadza (61.) - Wola Reczajska (M.G.9) - Ossow (61.) - Zielonka.
    d) 61.Div. u.11.Div.: Ceglow (11.) - Zamienic (61.) - Celinew (61.) - Duchnow (61.) - Zielona (61.) - Czaplowizna (11.) - zweite Straßenbrücke über die
       Weichsel in Warschau von Norden (61.).
    e) 11.Div.u.unterstellten Teilen Verband Wagner: Nach näherer Anordnung 11.Div.
5.) Erdaufklärung - in den Streifen bis zur Weichsel. Einzelne Vorstöße durch Oanzer. Es ist festzustellen, ob das Ostufer noch feindbesetzt ist.
    Luftaufklärung bis zur Weichsel sowie bis zur Linie Gora Kalwaria Siedlce.
6.) Flakschutz wie bisher.
7.) Korpsartillerie mit Bb.Abt.11 bleibt mit Masse hinter 11.Div. mit TZeilen hinter 61.Div.
8.) Korpsreserve verst.I.R.151 verbleibt Strachowka, mittlere Pz.Kp.I./Pz.Rgt.10 Lechow.
9.) Korps-N.A.41 behält ihre Aufgaben.
10.)K.Gef.St.Dobre, dorthin Befehlsempfänger u.Meldung der Stabsquartiere.
 
A.O.K.3                                                                                    A.H.Qu.Ostrow Maz, den 14.9.1939
Ia Nr.106/39 geh.

                                                                       G E H E I M !
                                                                   Operationsbefehl Nr.16.

1.) Auf dem Ostufer der Weichsel vor II. und I.A.K. steht noch Feind.
2.) Der Vorstoß auf Praga ist am 15.9. scharf durchzuführen.
3.) Es stoßen vor:
    a) II.A.K. beiderseits der Linie Zegrze - Nieporet  -Stare Brodno.
    b) I.A.K. auf Praga.
    c) Trennungslinie zwischen II. und I.A.K.:
       Radzymin  -Drewnica (2km nördl.Zielonka) (Orte für II.A.K.) - Straßenkreuz Zacisze, nördl.Eisenbahn- und Straßenbrücke.
Es ist bis an die Weichselufer durchzustoßen. Das Weichselufer ist beiderseits der Trennungslinie zu besetzen.
4.) M.G.Btl.9 ist zu anderer Verwendung herauszuziehen.
5.) Führungsstab z.b.V.behält seine bisherige Aufgabe und beendet die am 14.9. begonnene Säuberung des Geländes.
6.) A.H.Qu. verbleibt Ostrow Maz.

Anlage zu Operationsbefehl Nr. 16.

Der vor 3.Armee stehende Feind ist größtenteils zersprengt und in Auflösung. Dies führt dazu, daß die Truppe damit rechnen muß, auf kleine und kleinste Verbände zu stoßen.

Der Widerstand solcher Truppen kann schnell gebrochen werden, wenn es gelingt, überlegene Artillerie zu schneller Wirkung zu bringen. Das zwingt dazu, auch kleine Abteilungen mit ausreichender Artillerie auszustatten. Jnf.Geschütze und s.G.W. müssen beim Einsatz gegen Ortschaften und Waldstücke das Vorgehen der Jnfanterie vorbereiten.

Einzelne Leute und Fahrzeuge dürfen nicht entsandt werden. Befehlsübermittlung ist mit Funk, Meldeabwurf oder stärkere Trupps durchzuführen.

Verdächtige Personen sind zu durchsuchen. Fahrräder sind der Bevölkerung rücksichtslos abzunehmen und in Benutzung der Trupps zu nehmen. Die männliche Bevölkerung in wehrfähigen Alter wird durch nachfolgende Polizeikräfte interniert. Zivilpersonen mit der Waffe in der Hand sind nach Kriegsrecht zu behandeln. Radioempfänger sind abzunehmen und sicherzustellen, Antennen unbrauchbar zu machen.

In Gefechtsgebiet ist in den Ortschaften der älteste Truppenkommandeur Ortskommandant, er hat diese Maßnahmen durchzuführen.

 
A.O.K.3                                                                                                                                A.H.Qu.-unleserlich- 15.9.39
Ia Nr.111/39 geh.

                                                                            Operationsbefehl Nr.17

1.) Feind in Modlin, Nowy Dwor und am Stadtrand von Praga in Verteidigung. Teile der geschlagenen polnischen Divisionen treten im Gefechtsgebiet der Armee noch auf.
    Säuberungsaktionen werden durchgeführt. In Warschau ist nach Aussage von Flüchtlingen völliger Wirrwarr, die Gas- und Wasserversorgung versagt seit Tagen.
2.) 3.Armee greift nach Vorbereitung Modlin und Praga an. Mit Führungsstab z.b.V tritt sie den Vormarsch nach Südosten an.
3.) a) II.A.K. sichert den Weichselabschnitt von Wyzogrod (einschl.) - Swidry (10km nördl.Praga). Der Angriff auf die Festung Modlin - Nowy Dwor ist durchzuführen.
       Der Angriff auf Praga von Norden her ist fortzusetzen. Dem II.A.K. sind III./I.R.50, M.G.Btl.9, Artl.Rgts.Stäbe 603 und 606, Artl.Abteilungen 601, 602, 604
       unterstellt.
    b) I.A.K. bereitet den Angriff auf Praga vor und führt ihn durch. 1.K.B.bleibt unterstellt.
           Gemeinsame Angriffszeit beider Gruppen auf Praga 16.9. 9.00 Uhr.
    c) Führungsstab z.b.V., dem Pz.Div.Kempf wieder unterstellt wird, tritt den Vormarsch gegen die Linie Lukow - Miendzyrzec an.
4.) Grenze zu 8.Armee bei Wyzogrod (für II.A.K.).
    Trennungslinie II.A.K. zu I.A.K.: Radzymin, Marki, nördl.Weichselbrücke in Praga.
    Grenze zu 4.Armee: Nur am Bug - Drohyczin - Brest Litowsk (Mitte).
5.) Aufklärung der Korps im Rahmen ihrer Gefechtsaufgaben.
    Aufklärung der Armee wie bisher befohlen.
6.) Armeehauptquartier Ostrow Maz.
 
15.9.1939

                                                                            Korpsbefehl für den Angriff auf Praga

1.) Feind.Vortruppen wurden heute vom I.A.K. auf die ausgebaute Brückenkopfstellung bei Praga zurückgeworfen.
2.) I.A.K. greift links neben II.A.K. am 16.9. 9.00 Uhr die fdl.Brückenkopfstellung an. Angriffsziel: Das Ostufer der Weichsel.
3.) Gliederung wie bisher: 1.K.B., 61., 11.Div.
    Trennungslinie zu II.A.K.: Radzymin - Drewnica (2km nördl.Zielonka) (Orte für II.A.K.) - Straßenkreuz Zacisze - nördliche Eisenbahn- u.Straßenbrücke.
    Zwischen 1.K.B., 61.Div. u.11.Div., wie bisher.
4.) Zeitliche Regelung der Angriffvorbereitungen.
    Ab 7.30 Uhr unauffälliges Einschießen der schw.Waffen.
    8.50 bis 9.00 Uhr zusammengefaßtes Artl.Feuer mit Masse auf erkannte fdl.Verteidigungsanlagen, mit Teilen auf erkannte fdl.Batterien, mit 10cm u.15cm Feuerschläge
    ins Hintergelände.
    9.00 Uhr Beginn des Inf.Angriffs unter Zurückverlegen des Artl.Feuers u.Blenden erkannter fdl.B-Stellen sowie rückwärtiger Verteidigungsanlagen auch auf dem
    linken Weichselufer.
5.) Korpsartillerie-Regiment 501 dem II./A.R.37 von der Armee nach Stanislawow zugeführt werden soll, wird im Abschnitt der 11.Div.eingesetzt.- 1 Artl.Flieger
    steht ab 7.30 Uhr abrufbereit zur Verfügung.
6.) 1.Kav.Brig. II.A.K. ist gebeten, Fort XIII niederzuhalten. Mit 217.Div.ist Verbindung in Marki aufzunehmen u.zu halten. Für den Fall, daß 1.K.B.das Weichselufer
    früher als II.A.K. erreicht, ist die nördlichste Weichselbrücke zu besetzen u.die Sprengung durch den Feind zu verhindern.
    61.Div. besetzt nach gelungenem Angriff die 2.Weichselbrücke von Norden.
    11.Div. besetzt nach gelungenem Angriff die beiden südlichen Brücken und hilft 61.Div.notfalls durch Eindrehen rückwärtiger Teile vorwärts.
7.) Aufkl.Staff.2.(H)/Tannenberg behält Aufklärungsauftrag wie bisher u.hält ab 7.30 Uhr ein Flugzeug für Korps-Artl.Rgt.startbereit. Wichtig ist,
    das Auftreten neuer fdl.Battr´n auh auf dem Westufer festzustellen. Die Angriffbewegungen des I. u. II.A.K. sind zu überwachen. Das Gen.Kdo. ist auf
    dem Laufenden zu halten.
8.) II./Flak 11 behält den Schutz der Korps-Artl.
9.) I./Pz.Rgt.10 bleibt einsatzbereit bei Duchnow. Verb.Offz.zum Gen.Kdo.
10.) Korpsreserve, verst.I./I.R.151 verbleibt Stanislawow. Sie sichert die Nachschubstraße des I.A.K.
11.) Korps-N.A.41 behält bisherigen Auftrag.
12.) K.Gef.St.: Schule Salejowek.
 
A.O.K.3                                                                                                            A.H.Qu.Ostrow Maz., den 16.9.1939
Ia 114/39 geh.

                                                                           Operationsbefehl Nr.18.

1.) Gegner im Raum Gabin - Zychlin - Sochaczew durch 8. und 10.Armee umstellt. Mit Durchbruchsversuchen nach Norden oder Osten muß gerechnet werden, auch im
    Waldgelände südlich Modlin wird noch Gegner vermutet.
    Warschau ist gegen Westen nur durch schwächere eigene Kräfte abgesperrt, Modlin feindbesetzt. In Praga ist, gestützt auf alte Befestigungen, in den letzten
    Tagen eine Verteidigungszone hergerichtet worden , sie ist mit starker Infanterie und offenbar weniger Artillerie besetzt.
    Ostwärts der Weichsel in Gegend Kolbiel, Garwolin versprengte Feindteile.
    14.Armee im Vorgehen über die Weichsel nach Osten mit Nordflügel zwischen Radom und Demblin (an der Weichsel).
2.) 3.Armee verstärkt die Weichselsicherung im Abschnitt Wyszgorod - Modlin - Praga, setzt die Zermürbung des Gegners in Modlin und Praga durch planmäßig geführten
    Feuerkampf mit Artl.und schw.Waffen bei Tag und Nacht fort und säubert des Raum ostwärts der Weichsel südl.Warschau.
3.) a) II.A.K. bildet eine Gruppe Weichselschutz, Schwerpunkt bei Modlin, beginnt die Beschießung Modlins und bereitet den Angirff auf Modlin vor.
       (dabei ist die Weichselbrücke zu zerstören, Einatz von Stukas für den 17.9. wird beantragt.) Die Beschießung Pragas von NOrden her ist fortzusetzen.
    aa) Es werden dem II.A.K. zugeführt und unterstellt:
        M.G.Btl.9 (durch Heeresgruppe)
        zwei M.G.Kpn.der 23.Div.(durch Heeresgruppe)
        eine Pionierkomp.mot.(durch Heeresgruppe)
        Grenzwachtabschnittkommando 15 unter Führung General Schlede mit Grzw.Abschn.1, 11, 21,
        ein verst.Inf.Rgt.der Brigade Eberhard,
        Pz.Div.Kempf (ohne A.A.(mot)1),
        Artl.Rgts.Stäbe 603 und 606
        die schw.Art.Abt.601, 602 und 604.
        Sämtliche Truppen sind nach Nasielsk befohlen, Führer voraus im Korpshauptquartier II.A.K. nach Chrcynno (4km ostwärts Nasielsk).
    bb) 217.Div. ist vor Praga in der Front zu einzusetzen, daß sie mit rechtem Flüge des I.A.K. (I.R.176 der 61.Div.) bei Zabki unmittelbaren Anschluß erhält.
    b) I.A.K.setzt das Feuer schw.Artl. und Inf.Waffen auf den Gegner vor Praga fort.
       Mit dem linken Flügel des II.A.K.(217.Div.) ist bei Zabki Anschluß zu nehmen.
       Die 1.K.B. ist zur VErfügung der Armee herauszuziehen und um Wolomin zu versammeln. Verbindungsoffizier beim Korpshauptqaurtier des I.A.K.
    c) Führungsstab z.b.V.geht über die Linie Siennica - Gonczyce bis zur Weichsel bei Karczew  und südl.Gora Kalwarija vor. DIe Weichselbrücke (etwa 7km
       südl.Gora Kalwarija) ist in die Hand zu nehmen.
       Trennungslinie I.A.K./Führungsstab z.b.V.:
       Kaluszyn (Führungsstab z.b.V.), Minsk Maz.(I.A.K.), Otwock (I.A.K.).
4.) Luftwaffe:
    Aufklärung der Armee: Im Raum Plock, Sochaczew, Blonie, Gora Kalwarija, Weichsel bis Demblin, Lublin, Chelm, Kowel, Brest.
    Aufklärung der Armeekorps: Plock, Sochaczew, Gora Kalwarija, Demblin, Lukow, Miendzyrzec, Drohiczyn (am Bug).
    Trennungslinie II.A.K./I.A.K.: Zegrze, Weichselbrücken in Warschau, Piaseczno, Demblin.
5.) Armee-Hauptquartier: Ostrow Maz.

Besondere Anordnungen zum Operationsbefehl Nr.18

Pionierwesen:
a) Die durch Fertigstellung der Behelfsbrücke bei Brok freiwerdenden Brückenkolonnen B 651, B1/41, B1/402 verbleiben als Armeereserve um Brok.
b) Führungsstab z.b.V. gibt nach Fertigstellung der Behelfsbrücke bei Brok Pi.651 ab. Pi.651 wird A.O.K.3 (Pi.Offz.) zum Bau einer Behelfsbrücke bei
   Malkinia Grn. und zur Beschleunigung des Baues der Behelfsbrücke bei Wyszkow unterstellt.
c) Br.Bau-Btl.646 durch Heeresgruppe Nord am 15.9. abends dem A.O.K.3 zugeführt, wird Pi.Offz.A.O.K.3 zum Bau einer Behelfsbrücke bei Ostrolenka
   unterstellt.
 
An I.A.K. von A.O.K.3 16.9.39 4.00 Uhr

Lt.Bef.(?) des Führers wird das I.A.K.den polnischen Mil.Bef.Warschau a, 16.9. 6.00 Uhr durch einen Parlamentär zur Übergabe innerhalb von 6 Stunden auffordern.
Der Angriff auf Praga hat daher zunächst nicht stattzufinden. De
Ab 16.9. 5.30 Uhr sind Angriffs und Kampfhandlungen zu unterlassen. Truppe bereitet sich auf Abwehr im Falle eines poln.Angriffs. Der Angriff auf Praga ist weiter
so vorzubereiten, dass es a.A. des A.O.K. jeder Zeit durchgeführt werden kann. Diese Anordnung gilt nur für die Front vor Praga. Vom erreichten Weichselufer nürdl.Praga zum
erreichten Ufer südl.Praga.
 
16.9.1939 Auftrag für die Verhandlungen zur Übergabe von Warschau

Auftrag: Abschluß der Kapitulationsverhandlung, aber nicht Führung langer Verhandlungen.
         Bedingungslose Kapitulation.
         Frist 6 Stunden

Begründung:
Warschau u.Praga sind von weit überlegenen Kräften mit sehr starker Artillerie aller Kaliber vollkommen eingeschlossen. Eine Lücke in der deutschen Umklammerung
            besteht nicht. Aussicht auf Entsatz druch andere polnische Truppen nicht vorhanden, weil westl.der Weichsel nur noch Kräftegruppe bei Kutno besteht, die selbst
            völlig eingekesselt ist u.ostw.von der Weichsel noch genügend nicht an der Einschließung bteiligte Truppen vorhanden sind, welche jeden Entsatzversuch
            unmöglich machen. Im übrigen sind die wenigen nach ostwärts der Weichsel überhaupt noch vorhandenen polnischen Truppen auf dem Rückzug nach dem Südosten von Polen.
            Die Lage von Warschau ist also hoffnungslos, Ablehnung des deutschen Kapitulations-Angebotes bedeutet daher nur unnötiges Blutvergießen, von dem auch die Bevölkerung
            nicht verschont bleiben kann, da Warschau als Festung behandelt wird.

Bedingungslose Kapitulation heißt:
Entwaffnung
Kenntlichmachung aller Minenfelder
Übergabe aller Karten u.Pläne der Befestigungsanlagen, Minenfelder, Fernsprechanlagen und Militäranlagen aller Art.
Kriegsgefangenschaft aller Angehörigen der polnischen Wehrmacht in u.um Warschau beiderseits der Weichsel.
Beim Scheitern:
Abbruch-Rückkehr.
 
16.9.39 handgeschriebener Befehl an I.A.K.

1.) Gegner hat Verhandlungen mit Parlamentär abgelehnt. Fdl.Stellung ist stark mit Inf.besetzt, zugleich M.G.
2.) Der Angriff wird jedoch nicht durchgeführt. Zur Zermürbung des Gegners ist starkes Artl.Feuer u.Feuer der schw.Inf.Waffen auf fdl.Stellung zu legen. Damit ist
    das Einschießen der Artl.durchzuführen. Die Zeit muß ausgenützt werden um alle Schießgrundlagen für morgen zu gewinnen. Störungsfeuer -unleserlich- Wechselstellungen
    für morgen.
3.) Bis 16.9. 19.00 Uhr ist der Armee(?) eine besondere Meldung vorzulegen, aus der hervorgeht. wo der Gegner steht, wie stark die Stellung ist, unleserlich,
    Besatzung, bzw. -unleserlich-, wieviel Batterien geschossen u.mögl.Kaliber.
 
Funkspruch I.A.K. an verst.I.R.151 (Korpsreserve) 16.9.39 15.00 Uhr
An verst.I./151 Stanislawow

Die Korpsreserve erreicht zur Verfügung des Generalkommandos bis 17.9. - 4.00 Uhr Okuniew. Drahtanschluß(?) an Vermittlung Generalkommando in Schule
Sulejowsk ist zu -unleserlich-. In Okuniew ist Unterbringung für 100 Geiseln, die am 17.9. eintreffen werden, vorzubereiten. Die Geiseln
sind von -unleserlich- zu bewachen und zu verpflegen. Befehlsempfänger zum Generalkommando.
 
Kommandeur der Pioniere                                                                                           Gef.St.Wyszkow, 16.9.39, 19.00 Uhr
        I.A.K.          

An
I.Armeekorps

1.Vom A.O.K.3 wird abends 1 Pionierkompanie des Armee-Pionier-Bataillon 651 nach Wyszkow zugeführt, dem I.A.K. zur Beschleunigung des Behelfsbrückenbaus über
  den Bug bei Wyszkow unterstellt. Einsatz ist in die Wege geleitet.
2.Vom A.O.K.3 wird voraussichtlich am 18.9. 1 Strassenbaukompanie nach Wyszkow zugeführt. Aufgabe: An- und Abmarschweg zur Behelfsbrücke.
3.Für den Brückenbau Wyszkow sind von A.O.K.3 rund 1000m Stahlstrasse zur VErfügung gestellt. Antransport aus Ostpreussen ist in die Wege geleitet.
 
Gen.Kdo.I.A.K.                                                                                                          K.H.Qu.Sulejowek, 16.9.39
Ia            

                                                          Korpsbefehl für die Säuberung von Otwock

1.) Am 15.9. gegen 8.00 Uhr wurden einige Lkw.der 11.Division auf der Fahrt nach Jablenna nach Karczew bei der Durchfahrt durch Otwock am Bahnübergang
    aus dem Hinterhalt beschossen. Zwei Oberfeldwebelwurden getötet, ein dritter Soldat verwundet.
2.) Zur Unterbindung von Wiederholungen werden aus den in der Nähe des Tatortes gelegenen Häusern 100 männliche Personen als Geiseln festgenommen.
3.) Mit der Festnahme der Geiseln wird Major Källner beauftragt.   
     Ihm stehen dazu zur Verfügung:
      a) Radfahr-Schwadron und sonstige erforderliche und im Wechselschutz entbehrliche Teile der A.A.11.
      b) Teile der I./Pz.Rgt.10.
    Versammlung der ganzen Abteilung nach Anordnung von Major Källner.
4.) Ausführung:
    a) Der Tatort ist im Umkreis von etwa 500m abzuriegeln. Aus dem eingeschlossenen Raum sind 100 nationalpolnische Männer aller Berufe als Geiseln
       festzunehmen. Ist die Zahl 100 Geiseln nicht aufzubringen, so ist in dem nächstgelegenen Ortsteil ebenso zu verfahren, bis 100 Geiseln
       zusammengebracht sind.
    b) Von den festgenommenen Geiseln ist eine namentliche Liste anzufertigen; sie muß enthalten:
              Vor- und Zuname:
              Konfession:
              Geburtsdatum:
              Geburtsort:
              Nationalität:
              Beruf:
              Wohnort:
              Verheiratet?
    c) Ein hierfür geeignet erscheinender Mann der Geiseln ist mit folgender Weisung zum Bürgermeister von Otwock und zu den Bürgermeistern der übrigen Gemeinden
       in den Raum Karczew - Kolbiel - Eisenbahn Misnk - Warschau Weichsel zu entsenden. Er hat nachstehende Bekanntmachung den Bürgermeistern zu übergeben:

                                                                   Bekanntmachung an die Bevölkerung:

 1.) Das deutsche Heer kämpft gegen die polnische Wehrmacht, aber nicht gegen die Bevölkerung. Das Völkerrecht verbietet der Bevölkerung die Beteiligung am Kampf.
     Wo sie dagegen verstößt, wird sie die Schwere der Kriegsgesetze treffen.
 2.) Am 15.9.39 wurde in Otwock an der Kreuzung der Eisenbahn Warschau - Lublin mit der Straße Jablenna - Karczew aus dem Hinterhalt auf einige Lkw.des deutschen
    Heeres von Zivilpersonen geschossen.
 3.) Da die Schuldigen nicht sofort gefaßt werden konnten wird verfügt:
      a) Die Schuldigen sind der nächsten deutschen Militärbehörde auszuliefern.
      b) Solange die Schuldigen nicht ausgeliefert sind, bleiben alle Geiseln in Haft.
      c) Für jeden in Zukunft aus dem Hinterhalt erschossenen deutschen Soldaten werden 10 Geiseln für jeden aus dem Hinterhalt verwundeten deutschen Soldaten werden
         5 Geiseln erschossen.

                                                              Der Kommandierende General der deutschen Truppen vor Praga
                                                              Hauptquartier, den 16.9.39.
      d) Alle Geiseln sind sicher unterzubringen, zu bewachen u.zu verpflegen. Es ist Vorsorge zu treffen, daß Befreiung von innen oder außen ausgeschlossen ist.-

5.) Beendigung der Festsetzung ist dem Gen.Kdo. zu melden.
Anlage Bekanntmachung in polnischer Sprache
 
Funkspruch Nr.615 A.O.K.3 an I.A.K. 16.9.39 20.50 Uhr angek. 23.24 Uhr
Angriff auf Praga wird zunächst nicht durchgeführt. Zermürbungsfeuer fortsetzen.
 
An I.A.K.                                                                                                                    vermutlich 17.9.39 von A.O.K.3

1.) Da die polnischen Parlamentäre zur vereinbarten Zeit nicht erschienen sind ist ab 17.9.-24.00 Uhr die Kampftätigkeit in vollem Umfang wieder aufzunehmen,
    das Zermürbungsfeuer fortzusetzen.
2.) Es ist mit polnischen Durchbruchsversuchen nach Osten zu rechnen. Es sind alle Maßnahmen für erhöhte Gefehctsbereitschaft der Truppen zu treffen.
    Ein polnischer Angriff mit Morgengrauen des 18.9. liegt im Bereich des Möglichen.
 
A.O.K.3                                                                                                                         18.9.1939 0.15 Uhr

An I.A.K.
1.) Die Angriffsvorbereitungen gegen Praga dauern fort. Die dauernde Zermürbung der fdl.Besatzuung des Stadtrandes u.der fl.Bttr´n.ist fortzusetzen.
    Bei der Bekämpfung des Gegners treten alle anderen Rücksichten zurück.
2.) Am 19.9. 12.00 Uhr findet im Korps-H.Qu.I.A.K. eine Besprechung der Chefs der Stäbe I. u.z.b.V.Korps mit dem Chef des Stabes der Armee statt.

     gez.v.Böckmann
 
Gen.Kdo.I.A.K.
Ia                                                                                                                                K.H.Qu.Solejowek, 18.9.1939

Ab sofort!
Erkennungszeichen deutscher Truppen gegenüber russischen Flugzeugen.

a) Auslegen weißer Kreuze, möglichst in Hakenkreuzform.
b) Abschießen roter und grüner Leuchtkugeln im Wechsel.

Russische Armee ist verständigt.
 
Gen.Kdo.I.A.K.
Ia                                                                                                             K.H.Qu.Sulejowek, den 19.9.39

An
61.Division
11.Division
Artl.Stab 501
I./Pz.Rgt.10

Aufgaben für 19. und 20.9.39

1.) Es kommt darauf an, dem Feind so viel wie irgend möglich Abbruch zu tun und den späteren Angriff auf Praga mit allen Mitteln vorzubereiten und die
    Vorbereitungen so zu fördern, daß der Angriff jederzeit befohlen werden kann.
2.) Das Zermürbungsfeuer auf die feindl.Stellungen ist planmäßig fortzusetzen. Außerdem ist am 20.9. von 9.00 bis 9.20 Uhr ein starker Feuerschlag
    aller Batterien auf die feindl.Stellung zu legen.
3.) Einzelaufgaben:
    a) Die Infanterie hat die Nacht 19./20.9. und den Feuerschlag am 20.9.vormittag zur Durchführung von Stoßtruppunternehmen, zur Einbringung von Gefangenen,
       zur Stellungsverbesserung, zur Aufklärung des genauen Verlaufs der feindlichen HKL, und zum näheren Heranschieben an diese auszunutzen.
    b) Die Artillerie hat planmäßig die feindliche Artillerie und Flak niederzukämpfen, die feindlichen Verteidigungsanlagen zu zerschlagen, den feindlichen
       Eisenbahn- u.Straßenverkehr über die Weichsell zu unterbinden und zahlreiche Wechselstellungen zu erkunden.
    c) Die Panzer haben die Verwendungsbereitschaft möglichst zahlreicher Fahrzeuge wieder herzustellen und im Abschnitt beider Divisionen Anmarschwege u.
       Einsatzmöglichkeiten zu erkunden. Dabei ist nicht allein der Einsatz geschlossener Einheiten, sondern vor allem auch der Einsatz von einzelnen Panzern
       in Verbindung mit Infanterie und Pionier-Stoßtrupps zu berücksichtigen.
    d) Die Panzerabwehrtruppen sind nicht allein rein defensiv zur Panzerabwehr sondern auch mit starken Teilen zum Niederkämpfen von Nestern, Bunkern,
       Schartenständen u.ä.einzusetzen.
    e) Die Pioniere haben das Zusammenarbeiten mit der Infanterie bei Stoßtruppunternehmen, auch mit Flammenwerfern zu üben.
    f) Alle Waffen haben für ausreichende Reserve-Munitionsvorräte für den Angriff auf Praga zu sorgen.
4.) Neue Grenze zwischen 61.u.217.Division:
    Die Eisenbahn Bialystok-Praga bis zum Bahnhof- zweite Weichselbrücke von Norden (einschl.für 61.).

 
A.O.K.3                                                                                                        A.H.Qu.Ostrow Maz., 19.9.39
Ia 126/39 geh.

                                                                         Operationsbefehl Nr.19

1.) Gegner hält noch Modlin, Nowy Dwor und Warschau mit Vorstadt Praga Warschau ist im Süden durch eigene Sicherungen in der Linie Zawady - Wilanow - Südrand
    Stadtteil Wlochy - Straßenkreuz (2km nordwestl.Wlochy) abgeschlossen.
    Im Raume südl.Modlin sind die Verhältnisse noch nicht geklärt.
2.) a) 3.Armee nimmt am 22.9. Praga, Modlin und Nowy Dwor bleiben abgeschlossen gegen Süden und Südosten wird gesichert.
    b) Bis zum 21.9. mittags sind die Vorbereitungen für den Angriff abzuschließen. Der Gegner ist durch lebhafte Feuertätigkeit aller Waffen und durch kurze
       gemeinsame Feuerüberfälle des II. und I.A.K. über den Zeitpunkt des Angriffsbeginns zu täuschen und weiter zu zermürben. Erkannte fdl.Batterien und
       Zufahrtswege sind zu bekämpfen. Durch beobachtetes Einzelfeuer sind fdl.Widerstandsnester planmäßig zu zerstören. Die lebenswichtigen Betriebe,
       Gas-, Elektrizitäts- und Wasserwerke (siehe Stadtplan Nr.5, 6, 102, 103) sind zu zerstören. Durch Stoßtruppunternehmungen auf der ganzen Front ist die
       Stellung und deren Besetzung zu erkunden, Gefangene sind einzubringen.
3.) a) II.A.K. hält Modlin und Nowy Dwor weiter abgeschlossen, die Artilleriebekämpfung ist fortzusetzen, jede Gelegenheit, sich durch schnelles Zupacken in den
       Besitz der Festungswerke zu setzen, ist auszunutzen. Mit der Masse stellt sich II.A.K. gegen den Nordteil, I.A.K. gegen den Südteil von Praga bereit.
    b) Trennungslinie: Bahnlinie Bialystok - Warschau, Nordrand des Ostbahnhofes in Praga, 2.Weichselbrücke von Norden (für I.A.K.).
    c) Führungsstab z.b.V. sichert nach Süden und Südosten in Linie Karczew - Siedlce. Die Säuberungsaktion ist fortzusetzen.
    d) Nachschubstraßen: Bis Lochow für I.A.K. und Führungsstab z.b.V., ab Lochow Straße nach Minsk Maz.für I.A.K., die ostw.führenden Straßen für
       Führungsstab z.b.V.
4.) Gefechtsstände ab 21.9. mittags:
    A.O.K.3: Kobylka (westl.Wolomin).
    I.A.K.: Sulejowek
    II.A.K.: Stanislawow (10km südl.Zegrze).
    Führungsstab z.b.V.: Janow (5km ostw.Minsk Maz.)
5.) Kräfteverteilung:
    a) II.A.K.: verst.Pz.Div.Kempf
                228.Div.
                32.Div.
                217.Div.
                1/3 12.Div.
                Art.Kdeur.2
           schw.Artl.: Artl.Rgts.Stäbe 603, 606
                       Artl.Abteilungen 436, 601, 602, 604
                       II./A.R.38, II./A.R.47
                       B.Abt.12
   b) I.A.K.: 61.Div.
              1/3 1.Div.
              11.Div.
              Artl.Kdeur.General Herzog
          schw.Artl.: Artl.Rgts.Stäbe 501 und 511
                      Artl.Abteilungen 506, 526, 536
                      II./A.R.37, II./A.R.57, II./A.R.58,II./A.R.68
                      Mörserbatterie
                      B.Abt.1 und 11.

     Die Versärkungsartillerie wird durch A.O.K.3 zugeführt.
     Panzerkräfte:
      II.A.K.: Pz.Rgt.7
       I.A.K.: I./Pz.Rgt.10

     Pionierstoßtrupps mit Flammenwerfern sind von den Generalkommandos zu bilden, außerdem wird Oberst Medem einen Stoßtrupp aus Pi.Btl.41 bilden und dem
     I.A.K. zuführen.
     Abgabe und Zuführung der 1/3 12. und 1/3 1.Div. (je ein Inf.Rgt., eine leichte Abteilung, eine schw.Artl.Abgteilung und Pioniere- und Nachrichtenkräfte)
     ist zwischen den Korps unmittelbar zu regeln.

  c) Führungsstab z.b.V.: 2/3 1.Div.
                          2/3 12.Div.
                          1.K.B.
                          A.A.(mot)1.
     Führungsstab z.b.V. zieht 1.K.B. und A.A.(mot)1 die ihm unterstellten werden, nach Kaluszyn heran.
6.) Der Befehl über die Durchführung des Angriffs und den Angriffsbeginn folgt.
7.) Aufklärung des I.A.K. und II.A.K. im Rahmen ihres Kampfauftrages. Führungsstab z.b.V.klärt auf bis zur Linie Garwolin - Lukow - Drohiczyn.
8.) A.H.Qu.Ostrow Maz.Befehlsstand ab 21.9. mittags Kobylka.

Besondere Anweisungen zum Operationsbefehl Nr.19
1.) Dem I.A.K.werden unterstellt:
    Artl.Kdeur.z.b.V.A.O.K.3
    Artl.Rgts.Stab z.b.V.511
    II./A.R.57, II./A.R.48, II./A.R.68
    Mörserbatterie Bech
    Sie werden dem I.A.K.am 20.9.nach Minsk Maz.zugeführt, Kommandeure sind zum Korpshauptquartier nach Sulejowek vorausbestellt.
2.) Dem A.O.K.3 (Pi.Offz.) wird ab 19.9.abends Pi.41 unterstellt. Arm.Pi.Offz.stellt aus =i.41 Stoßtrupps in Zugstärke zusammen, die dem I.A.K.
    unterstellt werden. Einzelheiten regelt Arm.Pi.Offz.mit I.A.K.
3.) B.Abt.1 wird durch Führungsstab z.b.V.dem I.A.K.im Laufe des 20.9.nach Minsk Maz.zugeführt und unterstellt. Führer ist zum Korpshauptquartier nach
    Sulejowek vorausbestellt.
 
AOK 3 20.9.1939 0.25 Uhr

Am 20.9. 12 Uhr sollen Diplomaten aus Warschau auf Straße nach Radzymin über deutsche Front übertreten. Von 10 Uhr an ist Feuer auf Praga Front des 2.u.1.A.K.
einzustellen. Wenn Feind nach 10 Uhr noch weiterschießt, ist Feuer an beschossenen Abschnitten zu erwidern.
6.50 11.Div. Oblt.Westphal
6.55 A.R.501 Hptm.Hummel
7.00 61.Div. Lt.Kopp Hauptmann Merkel
 
I.A.K. an Feldflughafen 20.9.1939 11.05 Uhr
Bei günstiger Wetterlage ist die Luftskizze von Praga zu vervollständigen.
Korps benötigt für den Angriff auf Praga 75/Boldskizzen und 75 vergrößerte Rasteraufschnitte(?).
Lieferzeit morgen fünf.
 
Generalkommando I.Armeekorps                                                                                 K.H.Qu., den 20.9.1939
Abt.IIa

                                                                               Korpsbefehl!

1.) Die dem I.A.K.jeweils unterstellten Korpstruppen mit Ausnahme I./Pz.Rgt.10, das M.G.Btl.9 und der Einheiten der Luftwaffe reichen laufend dem Gen.Kdo.
    Vorschläge zur Verleihung von Eisernen Kreuzen und Silbernen Spangen ein.
    Die Vorschläge sind nach Dringlichkeit zu nummerieren.
2.) Im Korpsbereich ist deutschstämmigen Flüchtlingen Gelegenheit zu geben, daß sie mit Leerkol. bis zur Flüchtlingssammelstelle des Korps (Abt.Qu.)
    zurückfahren können. Von dort sind die Flüchtlinge auf Leerkol.der Armee zu verweisen zur Weiterfahrt zur nächsten Sammelstelle der N.S.V.
3.) Divisionen und Korpstruppen melden bis 23.9.39 den voraussichtlichen Bedarf an Verwundetenabzeichen in Schwarz, Silber und Gold.
 
                                                                                                                       gez.Weiß Oberst.                             
 
Armeebefehl an I.A.K. fernmündlich 20.9.1939 14.00 Uhr
Diplomaten sind nicht gekommen. Feuer frei!

Weitergegeben:
14.04 Uhr Ia 11.Div. Maj.Schäfer
14.06 Uhr OI 61.Div. Oblt.Portugal
14.15 Uhr Adj. A.R.501 Hptm.Hummel
 
A.O.K.3                                                                                                            Armeehauptquartier Ostrow Maz. 20.9.1939
Ia

                                                                            Befehl für den Führerbesuch
                                                                             am 21.9. bei der 3.Armee.

1.) Führer landet bei Flugwetter am 21.9. etwa 10.00 Uhr vorm.auf Flughafen Wyszkow. Meldung Oberbefehlshaber. Begleiter Oberst Grase.
2.) In Wyszkow Flughafen steht Autokolonne des Führers bereit.
    Außerdem als Ersatzkolonne eine Kraftwagenkolonne 3.Armee. Führer: Oberst Gutknecht.
    Ein Pkw. für Führer und 3 Adjutanten,
    ein Pkw. für 3 weitere Begleitoffiziere,
    10 geländegängige Kübelwagen für Begleitpersonal.
    Begleittruppe: 2 Panzerspähwagen A.A.(mot)1 z.b.V.
                   1 Zug Kradschützen A.A.(mot)1 z.b.V.
                   2 Züge l.Fla.der II./Fla.43
                   1 San.Offz.mit Sanka stellt Armeearzt A.O.K.3
                   Meldung 21.9.,9.00 Uhr Flugplatz Wyszkow.
3.) Zeitfolge des Führerbesuchs: 
    a) Abfahrt Wyszkow 10.15 Uhr
       Fahrt nach Lochow, dort Besichtigung Panzerzug
       Absperrung regelt O.Qu.10.15.
    b) Fahrt von Lochow zum Gefechtsstand I.A.K. 11.00 - 12.30 Uhr.
       I.A.K.stellt verfügbare Truppen so an die Straße Lochow - Minsk Maz. - Sulejowek (Gefechtsstand I.A.K.), daß der Führer sie begrüßen kann
       Anzug: Stahlhelm mit Waffe. Truppe steht ohne präsentieren. Führer melden.
    c) Bei Generalkommando I.A.K.:
       a) Meldung Chef des Generalstabes der 3.Armee
       b) KOmmandierenden Generals I.A.K.
       c) Vortrag Oberbefehlshaber über Lage bei 3.Armee (Karten Ia der 3.Armee).
       d) 13.00 Uhr Fahrt des Führers mit kleinem Gefolge, bestehend aus Führerwagen, Wagen Oberbefehlshaber, Reservewagen und l.Fla.Zug zum Gefechtsstand 11.Div.
          13.15 - 14.00 Uhr Aufenthalt bei Stab 11.Div.
                            a) Meldung Div.Kdr.
                            b) Führung zur B.Stelle 11.Div. (Scherenfernrohr).
                            c) dort Vortrag Div.Kdr.über Lage.
          14.00 - 14.30 Uhr Feldküchenfrühstück bei 11.Div. Gefolge bei I.A.K.
          14.30 Uhr Rückfahrt Wyszkow entweder mit Wagenkolonne auf gleichem Weg wie Anfahrt oder unter Zurücksendung Wagenkolonne.
                    Fahrt mit kleiner Begleitung über Radzymin nach Wyszkow.
                    Ankunft 15.30 bzw.16.00 Uhr Wyszkow.
Gen.Kdo.II stellt verfügbare Truppe (s.Ziff.3b) von 14.30 Uhr an Straße Zielonka - Radzymin - Wyszkw zur Begrüßung durch Führer bereit.
16.00 Uhr Abflug Führer. Abmeldung Oberbefehlshaber
Entlassung Begleittruppe.

A.O.K.3 an I.A.K. 20.9.1939 18.10 Uhr
Der Führerbesuch morgen fällt aus.
 
A.O.K.3 an I.A.K. 20.9.1939, 22.30 Uhr

Der bisherige mißglückte dipl.Austausch findet am 21.9.39 auf Straße Praga - Radzymin statt. Zu diesem Zweck findet eine Waffenruhe ab 21.9.39 von 8-11 Uhr
in einem Streifen zu 4km beidseits der Straße statt.
Vermerk: An A.R.501, 11.u.61.Div. am 21.9., 4.10 Uhr Bericht an Abt.Ic teleph.durchgegeben.
 
Gen.Kdo.I.A.K.                                                                                                     K.H.Qu.Sulejowek, 21.9.1939
Ia Nr.115/39 geh.

                                                                    Korpsbefehl für den Angriff auf Praga

1.) Feind hält noch Modlin, Nowy Dwor und Warschau mit Vorstadt Praga.
    Die Stadt Warschau ist im Süden durch eigene Sicherungen in Linie Zawady - Wielanow-Südrand Stadtteil Mokotow - Nordrand Stadtteil Wlochy - Straßenkreuz 2km nordwestl.
    Wlochy abgeschlossen.
2.) Die 3.Armee nimmt mit starker Feuervorbereitung mit II.u.I.A.K. Praga.
    Angriffsziel: Die Weichsel.
    Korps z.b.V. sichert Angriff nach Südosten.
    Angriffstag = Y-Tag Angriffszeit = X-Zeit
3.) Trennungslinien:
       Rechts zu II.A.K.: Bahnlinie Bialystok - Warschau - Nordrand des Ostbahnhofs in Praga - zweite Weichselbrücke von Norden (für I.A.K.).
       Links zu Korps z.b.V.: Minsk Maz.(zu I.A.K.) - Glinianka (zu I.A.K.) - Lauf des Swider.
4.) Es stellen sich zum Angriff bereit:
      Rechts: 61.Division. Ihr wurden unterstellt: I.R.43, II./A.R.68 (ohne Stab u.N.Z.u.10cm Bttr.), I./A.R.1, IV./A.R.1, 16 leichte, 2 mittl.Pz.Kampfwagen
                                                   der I./Pz.Rgt.10, Pi.Btl.1 (ohne 3.Kp.).
      Links: 11.Division.  Ihr wurden unterstellt: II./A.R.57 (ohne 10cm Bttr.), 17 leichte, 1 mittl.Pz:Kampfwagen der I./Pz.Rgt.10, 4 Pi.Stoßtrupps vom Pi.Btl.41.
      Trennungslinie: zwischen 61.u.11.Division (nach Stadtplan Warschau): bis zur vorderen Linie wie bisher, sodann: Straße Grochowska bi zur Nordostecke des
                      Teiches "Jez.Kamionkowkie" weiter am Nordrand des Teiches und der daran anschließenden Hafenanlage entlang bis zur Einmündung i.d.Weichsel.
5.) Gliederung der Korpsartillerie unter Artl.Kdr.1:
    a) Schwerpunktgruppe: Oberst Henrici mit Stab A.R.501, s.Artl.Abt.506, 526 (ohne 1 Bttr.), II./A.R.37, 536, Mörser-Bttr.Bech.
    b) Fernfeuergruppe:   Obstlt.Mühlmann mit Stab A.R.1, 15cm Bttr./526, 10cm Bttr.II./A.R.57, 10cm Bttr.II./A.R.48 mit Stab u.N.Zug, II./A.R.48, II./A.R.68.
    c) Zur Verfügung des Artl.Kdr.1: B.Abt.1 u.11 eingesetzt. Stab II./Flak 11 mit 3 (8,8cm)Bttrn., hält sich bereit, auf Anforderung zum Erdkampf herangezogen zu werden.

6.) Kampfführung:
     Am 21.9. findet zu noch bekannt-zugebender Zeit ein Artl.Feuerschlag der in Stellung befindlichen Artillerie wie am 20.9. statt. Im Laufe des Tages und in der
     Nacht vom 21./22.9.wird das Zermürbungsfeuer wie bisher fortgesetzt. Hierbei sind nach näherer Anweisung von General Herzog auch die lebenswichtigen Betriebe
     von Warschau zu zerstören.
     Am Y-Tag findet von X-1 Stunde Vorbereitungsfeuer der schweren Waffen gem.Artl.Befehl statt. Während des Vorbereitungsfeuers arbeitet sich die Angriffsinfanterie
     bis auf Sturmentfernung an die fdl.Stellung heran.
     X Uhr tritt die Infanterie zum Angriff an.
Aufträge: Die Divisionen stoßen bis zur Weichsel durch und setzen sich in den Besitz der Brücken. Etwaige Zündladungen an den Brücken sind zu entfernen,
          Minenkammern zu entladen. Brückenköpfe auf dem Westufer sind nicht zu bilden.
   61.Division schaltet durch frühzeitige Inbesitznahme der Häuser südlich der Straße Wawer - Praga eine Flankierung hier gegen die 11.Division aus.
   11.Division nimmt am 21.9.Verbindung mit verst.I.R.32 auf dem westlichen Weichselufer auf, orientiert über die Lage und Absicht des I.A.K. auf dem Ostufer
               und verhindert, daß die deutsche Artillerie vom Westufer auf Ziele auf dem Ostufer feuert.
               Eine flankierende Feuereinwirkung gegen 11.Div. vom Westufer schaltet die Division mit der ihr unterstellten Artillerie selbständig aus.
Der Angriff ist im wesentlichen Ortskampf. Es muß deshalb stoßtruppweise geführt werden. Die schweren Infanteriewaffen und einzelne Geschütze der Divisionsartillerie
müssen dicht herangehalten und rechtzeitig eingesetzt werden.
Die zugeteilten Kampfwagen sind von 61.u.11.Div. nicht als Stahlspitzen, sondern als gepanzerter Feuerschutz für die Angriffsinfanterie, zum Abriegeln und zur
Beweglichmachung vorgeschobener Artl.Beobachter mit Funksprechgerät zu verwenden.
Die Führer der Pz.Kampfwagen melden sich am 21.9. bis 14.00 Uhr bei den Divisionen zur Einweisung. Heranziehung zum Kampf regeln die Divisionen selbständig.

Aufgaben für die Artillerie:
 X-1 Stunde bis X Uhr:
    Div.Artillerie: Zerstörung der inf.Feindanlagen nach näherer Anordnung der Div.
    Korps-Artillerie: Zusätzlich überlagernd und in der Tiefenzone vor den Einbruchstellen. Niederkämpfen feindl.Artillerie und Zerstörung lebenswichtiger
                      Anlagen von militärischer Bedeutung.
 X Uhr bis X+30 Min.:
    Div.Artillerie: Zerstörungsfeuer nach Weisung der Divisionen.
    Korps-Artillerie: Feuer auf Brückenkopfanlagen auf Ostufer der Weichsel.
 ab x+30 Min.:
    Div.Artillerie: Nach Weisung der Divisionen.
    Korps-Artillerie: Feuer auf Feindanlagen auf Westufer der Weichsel.

7.) II./Flak 11 übernimmt den Schutz der Korps-Artl.und steht mit den 8,8cm Bttr´n.dem Artl.Kdr.1 auf Anforderung zum Erdkampf zur Verfügung.
8.) Kdr.d.Pi.I beendet den Behelfsbrückenbau über Narew und Bug und führt die hier frei werdenden Pi.Kräfte den Div´n.bis 21.9.abends wieder zu.
    Korps-Br.Kol.401 ist nach Freiwerden nach Stanislawow in Marsch zu setzen.
9.) I./Pz.Rgt.10 führt die den Divisionen zugeteilten Kampfwagen diesen bis 21.9. abends zu. Die nicht eingesetzten Teile der Abteilung verbleiben in Duchnow.
10.) Korpsreserve, verst.I./I.R.151 wird 61.Div.unterstellt und ist am 21.9.heranzuziehen.
     1 Regiment der 61.Div. ist mit Angriffsbeginn als neue Korpsreserve auszuscheiden. Aufstellungsort ist zu melden. Rgt.Adjt.zum K.Gef.St.
     I./Pz.Rgt.10 mit nicht eingesetzten Teilen verbleibt in Duchnow zur Verfügung I.A.K. Kdr.zum K.Gef.St.
     3./Pi.Btl.1 zur Verfügung des Korps bei Wiazowna. Führer zum Gen.Kdo.I.A.K.
11.) 2.(H)/Tannenberg hält für Artl.Kdr.ab X - 1 1/2 Stunden zwei Flugzeuge abrufbereit und überwacht den Verlauf des Angriffs.
12.) N.A.41 stellt das Artl.Fernsprechnetz gemäß Sonderanweisung des Artl.Kdr.1 her und hält die bisherigen Verbindungen aufrecht.
13.) Leuchtzeichen: Weiß:     Hier sind wir!
                    Grün:     Artl.Feuer vorverlegen!
                    Rot:      Feind greift an!
14.) K.Gef.St. verbleibt in Sulejowek. Vorgeschobene Befehlsstelle auf Kirchturm Glinki ist ab X-1 Stunde besetzt.
     Qu.Abteilung verbleibt in Rembertow.
 
A.O.K.3 an I.A.K. 22.9.1939 19.20 Uhr

Angriff auf Praga wird nicht durchgeführt. Jetzige Stellungen sind zu halten u.auszubauen, um eine feste Abriegeling zu erreichen.
Auf keinen Fall darf Gelände aufgegeben werden. Der Artilleriekampf ist wie bisher fortzuführen.
 
A.O.K.3 an I.A.K. Nr.144/39 g. 22.9.1939 20.30 Uhr

1.) Die dem I.A.K. unterstellten Teile der 1.Div.sind nach Minsk Maz. durch I.A.K. in Marsch zu setzen.
    Führungsstab z.b.V. veranlasst heranziehung dieser Teile zu 1.Div.
2.) 12.u.1.Div. sind am 23.9. über die Straße Praga - Minsk Maz. - Kaluszyn nach Norden herüber zuziehen u.zum Abmarsch auf Wyszkow u.Brod(?) bereitzustellen.
3.) Die Teile des dem II.A.K. unterstellten 12.Division werden Führungsstab z.b.V. nach Gegend Wyszkow zugeführt werden.
4.) 1.K.B. wird ab 24.9. früh dem I.A.K. zum Schutz seines Südflügels unterstellt u.ist von diesem Zeitpunkt ab durch II.A.K. herauszuziehen.
5.) A.A.(mot)1, der Armee unmittelbar unterstellt, übernimmt die Sicherung der Beutezüge auf Strecke Kaluszyn - Siedlce - Sokolow. Fernsprecher
    in Siedcle bestezt halten und Funkverbindung halten.

zu Ziff.1)
In Abänderung der Ziffer 1.) sind durch I.A.K. die unterstellten Teile der 1.Div. über Radzymin auf Wyszkow in Marsch zu setzen u.von hier durch Führungsstab z.b.V.
mit 1.Div. zu vereinigen.
22.30 Uhr
 
A.O.K.3                                                                                                   Armeehauptquartier Ostrow Maz., 23.9.1939
Ia Nr.147/39 geh.

                                                                   Operationsbefehl Nr.20

1.) Die Reste des polnischen Heeres sind in Modlin und Warschau eingeschlossen.
2.) Modlin un Warschau werden angegriffen. Praga bleibt von Osten her abgeschlossen.
3.) 3.Armee setzt das Zermürbungsfeuer auf Praga fort und verhindert feindl.Durchruchsversuche. Der Angriff auf Modlin von Osten und Norden ist vorzubereiten.
4.) a) II.A.K. führt den Angriff auf Modlin und Nowy Dwor durch.Beabsichtigte Umgruppierung und deren Durchführung sind zu melden.
    b) Die 32.Division ist durch die durch M.G.Btl.9 verstärkte 217.Division. Verst.217.Div. übernimmt den Abschnitt der Weichsel bis zur Straße Praga,
       Radzymin. 217.Division wird nach erfolgter Ablösung der 32.Division dem I.A.K. unterstellt.
    c) Unterstellte Teile der 12.Div. sind herauszuziehen und so nach Wyszkow in Marsch zu setzen, daß sie am 25.9. dort eintreffen. Sie unterstehen
       nach dem Herauslösen der 12.Division.
    d) Panzer-Rgt.7 ist zur Panzer-Division Kempf heranzuziehen.
5.) a) I.A.K. übernimmt den Befehl von der ganzen Front vor Praga. Bezügl.verst.217.Division s.Ziffer 4.b).
    b) Unterstellte Teile der 1.Division sind herauszuziehen und zur 1.Division in Marsch zu setzen.
    c) Beim I.A.K. verbleibt an Arm.Artillerie:
         Art.Kdeur.A.O.K.3
         Art.Regts.Stab z.b.V.501
         Art.Abt.506
         II./A.R.57
         II./A.R.37
         B.Abt.11
    d) Dem II.A.K.werden zum Angriff auf Modlin unterstellt:
         Art.Regts.Stab z.b.V.511
         II./A.R.48
         II./A.R.68
         Art.Abt.526
         Mörser-Batterie Beck
       Sie sind durch I.A.K.nach unmittelbarer Vereinbarung dem II.A.K. zuzuführen.
       B.Abt.1 tritt zum Führungsstab z.b.V.zurück und ist über Radzymin nach Wyszkow in Marsch zu setzen und von dort von Führungsstab z.b.V. heranzuziehen.
    e) I./Pz.Rgt.10 ist nach Ostrow Maz zur Verfügung der Armee in Marsch zu setzen. Eintreffen bis 24.9. abends.
6.) a) Führungsstab z.b.V. erreicht bis 25.9. abends mit 12.Division den Raum nordwestl.Wyszkow, mit 1.Div.den Raum nördl.Brok.
    b) 1.Kav.Brigade wird I.A.K. unterstellt und ist am 24.9.an den Südflügel des I.A.K. heranzuziehen.
    c) A.A.(mot)1, der Armee unmittelbar unterstellt, sichert durch bewegliche Gruppen die Eisenbahnlinie auf Strecke Kaluszyn - Siedlce - Sokolow gegen
       plündernde Banden. Gegen solche ist rücksichtslos von der Schußwaffe Gebrauch zu machen. Abfahrt der Züge erst am 25.9.möglich. Mit den
       Eisenbahnbeamten ist Verbindung aufzunehmen und zu halten.
7.) Hauptquartiere:
    A.O.K:3 ab 25.9. abends Domäne Krasne und Przasnysz.
    I.A.K.: Kobylka
    II.A.K: Gegend Nasielsk.
    Führungsstab z.b.V.: Gegend Jadow(?), Später Rozan.
    Die Generalkommandos melden den Zeitpunkt des Umzugs.

                                                                                                          Im Entwurf gez.v.Küchler

Besondere Anweisung zum Operationsbefehl Nr.20

1.) Zur Instandhaltung der Brücken ist je eine Pi.Komp.an folgenden Brücken ab 23.9. zum Brückendienst einzusetzen:
    II.A.K. an Narew-Brücken Debe und Zegrze
    I.A.K. an Bugbrücke Wyszkow und Narewbrücke Pultusk.
    Führungsstab z.b.V. an Bugbrücke bei Brok und Narewbrücke bei Rozan (erst ab 24.9.).
2.) Bau einer Pontonbrücke bei Pultusk ist durch Pi.Offz.A.O.K.3 vorzubereiten. Hierzu sind bereitzustellen:
       Pi.41 in Trzianka
       Br.Kol.B.1/505 in Pultusk
       Br.Kol.B 401 in Pultusk

A.O.K.3 Ia Nr.147/39 II.Ang. Armeehauptquartier Ostrow Maz. 23.9.1939
Zusatz zu Operationsbefehl Nr.20

1.) Warschau von Westen und Modlin von Süden durch Heeresgruppe Süd abgeschlossen. Südl.Modlin steht 2.l.Div. und 29.Division.
    Südl.Warschau stehen XIII.A.K. mit 3.l.Div. und 31.Division.
    Örtliche Verbindung des II.A.K.mit den Truppen südl.Modlin und des I.A.K. mit den Truppen südl.Warschau hergestellt.
2.) 3.Armee bereitet den Angriff auf Modlin von Norden vor.
    Nowy Dwor ist von Osten abzuriegelnm von dort ist durch rege Feuertätigkeit zu wirken.
    Die Kampftätigkeit vor Praga ist so fortzusetzen, daß beim Gegner der Eindruck der Angriffvorbereitung weiter bestehen bleibt.
3.) II.A.K. wird mit der Leitung des Angriffs auf Modlin beauftragt. Es ist beantragt, auch die im Süden von Modlin stehenden Truppen für
    den Angriff dem II.A.K. zu unterstellen. Zur Verbindung ist westl.Modlin ein Weichselübergang zu schaffen.
4.) I.A.K. übernimmt nach Ablösung der 32.Division durch 217.Div. die Führung des Kampfes vor Praga. Warschau Westteil wird von 8.Armee angegriffen werden.
    Auf Anforderung der Heeresgruppe Süd oder 8.Armee ist das Vorbereitungsfeuer für den Angriff durch I.A.K.von Osten her zu unterstützen.
5.) In den Stellungen vor Nowy Dwor und vor Praga ist die Ablösung durch russische Truppen vorzubereiten. Zeitpunkt und Einzelheiten werden noch befohlen.
 
Gen.Kdo.I.A.K.
Ia Nr.120/39 geh.                                                                                         K.Gef.St.Sulejowek, 23.9.1939, 14.00 Uhr

                                                        Korpsbefehl für die Umgliederung zur Verteidigung
                                           (Mündl.an die Ia´s 11., 61.Div., 1.K.B., N.41, Artl.Kdr.I u.Kdr.d.Pi.I voraus)

1.) Der Feind in Warschau ist auch auf dem westlichen Weichselufer abgeschlossen. Er wird zermürbt, ausgehungert und von Westen angegriffen.
2.) 3.Armee setzt mit II.A.K. den Angriff gegen die in Modlin und Nowy Dwor eingeschlossenen Feind fort.
    Korps z.b.V. wird herausgezogen und überschreitet am 23.9. die Straße Warschau - Siedlce nach Norden.
    12.Div. auf Straße Minsk Wyszkow.
    1.Div. über Kaluszyn - Brok.
3.) I.A.K., dem 1.K.B. unterstellt ist, schließt Praga weiterhin von Osten und Südosten ab. Es gliedert sich unter Herausziehung von Kräften zur
    Verteidigung. Die jetzige vordere Linie ist zu halten. Der Artl.Kampf zur Zermürbung des Gegners in der bisherigen Form ist weiter fortzusetzen.
    Im Hinblick auf die spätere anderweitige Verwendung des I.A.K. müssen Staffeln und Kolonnen gefüllt bleiben.
4.) 61.Division, dem auch Regts.Stab, I.,IV./A.R.1 und Pi.1 für den Marsch zu 1.Div. unterstellt werden, erreicht bis zum 24.9.abends zur Verfügung
    Korps z.b.V. über Radzymin, Wyszkow-Süd, ohne die Rückmarschstrasse der 12.Div. zu sperren.
    Verbindung mit Korps z.b.V.in Jadow ist aufzunehmen.
5.) 11.Division hält Verbidnung mit 3.l.Div.auf dem westlichen Weichselufer aufrecht und stellt Anschluß an Sicherungen der 1.K.B.her.
6.) 1.K.B. sichert Flanke und Rücken des I.A.K. in Linie Karczew - Kolbiel - Siennica - Kaluszyn. Brig.Gef.St.in Gegend Minsk Maz.schließt
    sich in Minsk an das Fernsprechnetz des I.A.K. an und entsendet Verb.Offz.zum Korps-Gef.St.
    A.A.(mot).1, der Armee unmittelbar unterstellt, sichert durch bewegliche Gruppen die Eisenbahnlinie auf Strecke Kaluszyn - Sidelce - Sokolow gegen
    plündernde Banden.
7.) Dem Artl.Kdr.I.A.K. bleiben an Armee-Artl.unterstellt:
       Artl.Rgt.Stab 501, Artl.Abt.506, II/A.R.37, II./A.R.57, B.Abt.11. Aufgaben wie bisher.
    Es sind nach unmittelbarer Vereinbarung mit Artl.Kdr.II diesem zum Angriff auf Modlin zuzuführen und zu unterstellen:
       Artl.Rgt.Stab 511, Artl.Abt.II./48, II./68, 526, Mörser Bttr.Beck.
    B.Abt.1 tritt zum Korps z.b.V.zurück und ist über Radzymin nach Wyszkow in Marsch zu setzen. Befehlsempfänger Offizier zum Gef.St.Korps z.b.V.
    nach Jadow voraus.
    Über Korps Artl.bei 217.Div. siehe Ziff.11.).
8.) Kdr.d.Pi.I erkundet Narew-Übergang in Gegend südl.Serock und zieht Br.Kol.11, 61 und 401 über Minsk, Sulejowek in Gegen Rembertow zusammen.
    Je 1 Pi.Kp.(mot) ist zur Instandhaltung an die Bugbrücke Wyszkow u.Narewbrücke Pultusk bis zum 23.9. abends zu entsenden.
9.) II./Flak 11 Auftrag wie bisher.
10.) Aufkl.Staff.2.(H)/Tannenberg hält weiterhin zur Verfügung des Artl.Kdr.ein Flugzeug bereit und klärt auf bis zur Linie:
     Weichsel - Deblin (Iwangorod) - Siematycze.
11.) 217.Div. tritt 24.9. 12.00 Uhr unter den Befehl des I.A.K. Die dort eingesetzten Abteilungen der Korps-Artl.II.A.K. werden in der Nacht vom 24./25.9.
     herausgezogen und dem II.A.K. zugeführt.
     Als Ersatz bringt Artl.Kdr.I Teile der Korps-Artl.im Abschnitt der 217.Div. in Stellung. Einzelheiten sind von Artl.Dr.I mit Artl.Kdr.II und 217.Div.
     unmittelbar zu regeln.
12.) Die rückwärtigen Verbindungen der 61.u.11.Div. werden ab 24.9. auf die Straße Wyszkow - Radzymin gelegt.
13.) N.A.41 richtet neuen KOrps-Gef.St.in Kobylka ein und verbindet ihn mit den Divisionen, Artl.Kdr.I, 1.K.B., 2.(H)/Tannenberg, II.A.K. und sorgt
     für Verbindung mit A.O.K.3 über Radzymin, später Zegrze.
14.) Korps-Gef.Stand verbleibt zunächst in Sulejowek und wird später nach Kobylka verlegt. Zeitpunkt wird bekanntgegeben.
 
Generalkommando I.Armeekorps                                                                                K.H.Qu., den 25.9.1939

                                                                 Korpsbefehl!

1.) Der Artl.Stab z.b.V.tritt mit dem 29.9.39 unter den Befehl des I.A.K.
    Zur Auflösung des Artl.Stabes z.b.V.beim A.O.K.3 wird befohlen:
    A. Es treten zu ihren Truppenteilen zurück:
       1.) Hptm.Meininghaus       zum Kdo.Stab z.b.V. bei A.O.K.3,
       2.) Oblt.Groß              zur III./A.R.1,
       3.) Lt.Reuter              zur I./A.R.21
       4.) Wachtm.Packheiser      zum A.R.21,
       5.) Gefr.Stuhrmann         zur I./A.R.37 (als Bursche z.Zt.in Insterburg)
       6.) Soldat Ditsch          zur I./A.R.526,
       7.) Soldat Dreher          zur 2./A.R.57.
    B. Es werden in den Stab des Gen.Kdos.I.A.K.versetzt:
       1.) Oblt.(W) Mauer         in die Stelle des Fachbearbeiters f.Inf., Artl., Pion., Nachr.Gerät u.Allg.Heeeresgerät.
       2.) Uffz.Eberle            Krft._Fahr.Abt.1 (Stablack)
       3.) Soldat Klautky         8./A.R.11.
    C. Es werden zum Stabe des I.Gen.Kdos.I.A.K. kommandiert:
       1.) Obergefr.Büttner       Stab B.A.11 als Kraftfahrer f.Opel-Lkw.
       2.) Soldat Benk            der Motor-Sportschule Fr.Holland als Kraftfahrer Lkw.
       3.) Gefr.Höpfner           Stab A.R.511 als Fahrer des Befehlswg.
       4.) Soldat Fischer         tritt zum Kradmeldezug 421 zurück als Kradfahrer.
    D. An Kraftfahrzeugen des Artl.Stabes z.b.V. werden vom Gen.Kdo.I.A.K.übernommen:
       1.) Befehlswagen
       2.) 1 Lkw.
       3.) Opel Super
       4.) 1 Mercedes
       5.) 3 Kräder
    E. Es werden für die Rückkehr zi ihren Truppenteilen angeweisen.
       1.) Hptm.Meininghaus, Oblt.Groß und Soldat Ditsch auf demgel.Pkw.(Fahrer Soldat Dreher). Soldat Dreher tritt anschließend
           mit dem genannten Truppenteil zurück. Inmarschsetzujng erfolgt durch Abteilungskommandant.
       2.) Lt.Reuter, Wachtm.Packheiser auf den Opel-Super (Fahrer: Büttner)
    F. Die Übernahme allen Gerätes erfolgt durch Zahlmeister I.A.K.

2.) Innerhalb des Gen.Kdos. werden mit Wirkung von 1.10.39 nachstehende Versetzungen befohlen:
     a) Gefr.Dautert Stab Gen.Kdo.I.A.K. zum Felders.Batt.11,
     b) Schütze Fast Stab Gen.Kdo.I.A.K. zum Kradmeldezug 421.
 
Oberst Schilling, Ia A.O.K.8 teilt mit: (vermutl.25.9.39)
1.) XIII.A.K.greift am 26.9. in den frühen Morgenstunden Warschau an. Rechte Grenze Weichsel, linke Grenze Eisenbahn.
2.) A.O.K.8 erbittet Ausschaltung der Flankierung vom Ostufer der Weichsel entweder
    a) durch Angriff gegen die Weichsel-Dörfer südostw.Praga oder
    b) durch Artl.-Feuer.
3.) A.O.K.8 erbittet ab heute Artl.Störungsfeuer auf militärisch wichtige Anlagen in Warschau. Dieses Störungsfeuer darf nur bis zum
    26.9. 5.00 Uhr abgegeben werden.
4.) Oberst Schilling erbittet Anruf Oberst Weiß.
5.) Angriff auf Modlin drängt nicht. (handschrftl.ergänzt.)
 
A.O.K.3                                                                                                 Armeehauptquartier Ostrow Maz. 24.9.1939
Ia Nr.159/39 geh.

                                                          Operationsbefehl Nr.21!

1.) Feind nichts Neues.
2.) 8.Armee stellt sich zum Angriff auf Warschau bereit.
    XIII.A.K.im Süden und Südwesten der Stadt (Ostflügel 46.Div. bei Augustow). XI.A.K. im Norden und Nodwesten Warschaus (Ostflügel zur Zeit
    24.Div. südl.Mlociny an der Weichsel).
    XV.A.K. mit 2.lei.Div. und Teilen 29.(mot)Division schließt Modlin von Süden ab.
    Korpshauptquartier XIII.A.K. Plaseczno.
    Korpshauptquartier XI.A.K. Zaborow.
    Korpshauptquartier XV.A.K. zur Zeit Lubiec, später voraussichtlich Leszno.
3.) 8.Armee greift Warschau an mit XIII.A.K. am 26.9. von Süden, mit XI.A.K. am 27.9. von Norden. Schwerpunkt bei beiden Korps entlang der Weichsel.
4.) 3.Armee unterstützt den Angriff der 8.Armee auf Warschau:
    a) die Artillerie des I.A.K. unterstützt den Angriff des XIII. und XI.A.K. vornehmlich durch Feuer auf die Flanken am Ostufer der Weichsel und
       durch Bekämpfung wichtiger Ziele in Warschau. Die Anforderungen auf Feuerunterstützung werden durch A.O.K.8 bzw.XIII. und XI.A.K.unmittelbar
       an I.A.K. übermittelt.
    b) Sobald der Ostflügel des XIII.A.K.im Angriff die gleiche Höhe erreicht hat wie der Südwestflügel des I.A.K., schließt sich I.A.K. mit dem
       linken Flügel diesem Angriff an uns stößt bis zur südlichen Weichselbrücke vor.
    c) I.A.K. hält sich bereit, überall da vorzustoßen, wo sich als Folge des Angriffs der 8.Armee auf Warschau an der Praga Front Möglichkeiten zum
       Angriff ergeben. Voraussetzung für Wahrnehmung solcher Gelegenheiten ist rege Erkundungstätigkeit auf der ganzen Front.
    d) Mit den Flügeldivisionen des XIII.u.XI.A.K. ist durch I.A.K.Fernsprechverbindung sicherzustellen.
    e) Das Zermürbungsfeuer auf Warschau und Praga ist wie bisher fortzusetzen. Der Auftrag zur Vortäuschung eines Angriffs auf Praga bleibt bestehen.
    f) Durch II.A.K.ist der Angriff der 8.Armee dadurch zu unterstützen, daß am 26. und 27.9.durch Artl.Feuer und Teilvorstöße der Infanterie ein
       Angriff auf Modlin vorgetäuscht wird.
5.) II.A.K.breitet den Angriff auf Modlin so vor, daß er spätestens am 29.9., möglischt schon früher, durchgeführt werden kann. Zeitpunkt ist zu melden.
    Zur einheitlichen Leitung des Angriffs auf Modlin hat A.O.K.3 Unterstellung der südl.Modlin eingesetzten Divisionen des XV.A.K. unter II.A.K. beantragt.
    II.A.K. nimmt mit XV.A.K. Vwerbindung auf und stellt Fernsprechverbindung mit den südl.Modlin liegenden Teilen des XV.A.K. sicher.
6.) Armeehauptquartier ab 26.9. mittags: 1.Staffel in Krasne, Rest Przasnysz.
    I.und II.A.K. werden durch Fernsprechverbindung über Rozan angeschlossen. Einzelheiten ordent Arm.Nachr.Fhr.A.O.K.3 an.
7.) Luftwaffe:
    II.A.K.setzt sich mit Fliegerverbindungsoffizier A.O.K.3 bezgl.Beteiligung der Luftwaffe zur Vorbreitung und Durchführung des Angriffs auf
    Modlin unmittelbar in Verbindung.

                                                         Zusatz zum Operationsbefehl Nr.21.

1.) a) Führungsstab z.b.V.erreicht am 26.und 27.9. mit der Masse seiner Truppen das westl.Narewufer im Abschnitt:
       Grenze rechts: Jadow, Wyszkow, Münsung des Peltabaches in den Narew, Peltabach bis Lukowo, Opinogora (Führungsstab z.b.V.).
       Grenze links:  Malkinia (ausschl.), Ostrwo Maz.(Mitte), Bahnhof Grabowo - Olzewo (westl.Ostrolenka), Willenberg (Orte zu F.St.z.b.V.).
    b) Die Narewlinie ist zu sichern.
       Nachhuten sind bis 29.9., 12.00 Uhr zu belassen in Wyszkow, Brok und Ostrow Maz.
    c) Bei Ostrolenka ist mit G.W.31 und dem Flügel der 4.Armee Verbindung aufzunehmen Die Straße Pultusk, Wyszkow, Radzymin ist Nachschubstraße
       des I.A.K. Verkehrsregelung an den Brücken Wyszkow und Pultusk ist durch Führungsstab z.b.V.zu treffen.
2.) A.A.(mot)1 und die dem Kodeis A.O.K.3 unterstehenden Truppen behalten ihre Sicherungsaufgabe im Raum Minsk Maz.-Siedlce bis der Befehl zum
    Abmarsch vom A.O.K.3 durch Obstlt.i.G.v.Watzdorf übermittelt wird. Sie halten sich ab 28.9., 18.00 Uhr bereit, innerhalb 2 Stunden abzurücken.
3.) I./Pz.Rgt.10 erreicht zur Verfügung A.O.K.3 Gegend südlich Przasnysz. Neues K.H.Qu.Führungsstab z.b.V. ist zu melden.

                                                     Besondere Anweisung zum Operationsbefehl Nr.21

1.) Nachstehend werden die für den Bereich der 8.Armee geltenden Leuchtzeichen bekanntgegeben:
    a) weiß: hier sind wir.
       grün: wir gehen vor.
       rot:  Artillerieunterstützung.

       Vom Flugzeug aus:                                Von der Erde Antwort:
       weiß: wo vorderste Linie?                        weiße Leuchtkugel und Auslegen der Fliegertücher
       grün: ich will Meldung abwerfen.                 Auslegen des Meldeabwurfkreuzes.
       rot:  in bestimmter Richtung-:
              von dort droht Gefahr! (Panzer).

    b) 8.Armee gibt Barbarameldung ab 24.9. um 0.20, 2.30, 4.30 Uhr alle 2 Stunden im Klartext.
       Ausstrahlungsfrequenz 497 kHertz.
2.) Pi.217 wird in der Nacht vom 25./26.9. 217.Division auf Kw.einer Brückenkolonne zugeführt.
 
Gen.Kdo.I.A.K.
Ia                                                                                                          K.H.Qu.Sulejowek, 25.9.1939

                                                                  Korpsbefehl.

1.) 8.Armee greift Warschau an mit XIII.A.K. am 26.9. von Süden mit XI.A.K. am 27.9. von Norden. I.A.K.unterstützt den Angriff der 8.Armee.
2.) Die Artillerie unterstützt den Angriff des XIII.A.K. und XI.A.K. vornehmlich durch Feuer auf die Flanken am Ostufer der Weichsel u.durch
    Bekämpfung wichtiger Ziele im Stadtkern von Warschau. Das Zermürbungsfeuer ist im übrigen wie bisher fortzusetzen.
3.) Auf der ganzen Front des I.A.K. ist der Feind durch rege Erkundungstätigkeit in seinen Stellungen in Praga zu fesseln. Wo sich als Folge des
    Angriffs der 8.Armee auf Warschau an der Korpsfront Möglichkeiten zum Angriff ergeben, ist sofort vorzustoßen.
4.) Sobald der Ostflügel de XIII.A.K.im Angriff die gleiche Höhe wie 11.Div.erreicht hat, schließt sich 11.Div. vom linken Flügel beginnend, dem
    Angriff des XIII.A.K. an und stößt bis zur südlichen Weichselbrücke vor. Ebenso schließt sich 217.Div. dem Angriff des XI.A.K. an.
5.) 217.Div. hält Verbindung mit linkem Flügel XI.A.K., 11.Div. mit rechtem Flügel XIII.A.K.
6.) 1.Kav.Brig. behält ihren Auftrag.
7.) 2.(H)/Tannenberg behält ihren Aufklärunsgauftrag u.stellt für Artl.Kdr.I ein Flugzeug zur Verfügung.
8.) K.H.Qu. Sulejowek.

Nachtrag zum Korpsbefehl v.25.9.1939

Es darf nciht länger nach Warschau heineingeschossen werden als bis 26.9. 5.00 Uhr.
 
8.Armee                                                                                                      Grodzisk, den 25.9.1939
Artillerie-Kommandeur

Dem Generalkommando I.A.K.

Von der Heeresgruppe Süd ist dem A.O.K.8 die Artillerie des I.A.K. zur Mitwirkung beim Angriff auf Warschau zur Verfügung gestellt worden.
Seit gestern (24.9.) abends 20.00 Uhr hat die Armee vergeblich versucht fernmündlich in dieser Angelegenheit mit I.A.K. Verbindung aufzunehmen;
die Leitungen sind seitdem ununterbrochen gestört.
Ich bin beauftragt auf dem Wege durch Verbindungsflieger nunmehr die Mitwirkung der Artillerie des I.A.K. sicherzustellen.
Über Mitwirkung beim eigentlichen Angriff am 26.9. wird nochmals besonders Verbindung aufgenommen. Zunächst bitte ich, während der Vorbereitung
des Angriffs bis zum 26.9. morgens 5.00 Uhr zur Erhöhung der Zermürbung des Gegners und als Druckmittel auf die Zivilbevölkerung insgesamt 5
kräftige, räumlich und zeitlich zusammengefasste Feuerüberfälle auf die militärisch wichtigen Anlagen mit je etwa 300 Schuß durchzuführen;
ich bitte hierfür l.F.H.10cm und s.F.H. (letztere mit Verzögerung) einzusetzen. Es kommt darauf an, daß die Feuerüberfälle zeitlich so konzentriert
wie irgend möglich durchgeführt werden, daher Mitwirkung möglichst vieler Batterien.
Ich bitte, je einen Feuerüberfall legen zu wollen (angabe nach beigefügtem Stadtplan von Warschau):
   Planquadrat 9h
               9g
              10h
              10i
               8h
Der letzte der 5 Feuerüberfälle müßte spätestens am 26.9., morgens 5.00 Uhr durchgeführt sein, da möglich ist, daß auf die Zeit kurz nach 5.0 Uhr der
Angriffsbeginn festgesetzt wird und während desselben eine Mitwirkung des I.A.K. auf das westl.Weichselufer nicht stattfinden soll.
Ich bitte dem Überbringer eine kurze Antwort mitzugeben, ob auf vorstehende Mitwirkung der Artillerie des I.A.K. gerechnet werden kann und um
Angabe der Zeiten zu dem die Feuerüberfälle voraussichtlich durchgeführt werden.
 
A.O.K.8 an I.A.K. 26.9.39 21.00 Uhr

Art.Kdr.A.O.K.8 bittet dass sich um 23.30 Uhr (Radio-Zeit) Art.des I.A.K. am Feuer der gesamten Art.des A.O.K.8 - 3 Gruppen je Battr. auf bekannte
Störungsfeuerräume beteiligt.
A.O.K.8
Art.Kdr.
 
Fernspruch von A.O.K.8 an A.O.K.3                                                                  27.9.1939,00.15 Uhr
Absendende Stelle:
O.K.H. Genstb.H./Op.Abt.

An Heeresgruppe Süd
   A.O.K.3
   A.O.K.8

Falls der im Bereich der 3.Armee erschienene poln.Unterhändler der Stadt Warschau sich erneut bei der 3.Armee meldet,
so gilt folgendes:
1.) Ist er zur bedingungslosen Übergabe ermächtigt,so hat A.O.K.3 die Übergabe anzunehmen und sofortige Einstellung des Feuers
    im eigenen Bereich und dem der 8.Armee zu veranlassen. 8.Armee unterrichtet Fliegerführer z.b.V. Zur Feststellung der Einzelheiten
    der Übergabe ist der Unterhändler binnen 6 Stunden and die Skodafabrik in Rakow (Südwestecke Stadtplan 1:20 000) zu bestellen,
    wo er von A.O.K.8 in Empfang genommen wird.
    A.O.K.8 wird mit der Durchführung der Übergabeverhandlung für den Gesamtbereich von Warschau bauftragt.
2.) Überbringt der poln.Unterhändler nciht die bedingungslose Übergabe der Stadt und ist er lediglich zu Verhandlungen ermächtigt,
    so ist ihm zu eröffnen, doch andere als die am 26.9. durch Flugzettel bekanntgegebene Bedingungen nicht in Frage kommen und dem
    poln.Kommandanten daher anheimgestellt wird, einen zur -unleserlich-
3.) Die Verhandlungen über die Durchführung der Übergabe führt um Sinne der am 25.9. mit Ob.d.H.mündlich besprochenen Gesichtspunkte
    das A.O.K.8 durch. Es ist berechtigt noch notwendige erste Anweisungen zur Wahrung der Einheitlichkeit in der Durchführung der
    Übergabe an Gen.Kdo.I.A.K.erteilen.
    Der Gesamtplan der Übergabe ist nach Einvernehmen mit A.O.K.3 baldigst dem O.K.H.zu melden.

Zusatz A.O.K.8 mit Bitte um Weiterleitung an A.O.K.3:
Übermittlung dortigen Vorschlages für Führung poln.und deutscher Demarkationslinie auf Ostufer Weichsel baldigst erbeten. A.O.K.8 Ic/A.O.

Zusatz A.O.K.3:
Mit der Durchführung der in dem Funkspruch an A.O.K.3 gegebenen Anweisung wird I.A.K.beauftragt.
Fernmündlich am 27.9.39 0.00 Uhr durch Oberstleutnant Schniewind(?) um 1.30 Uhr durch Hptm.Dotseck, A.O.K.3 an Hptm.Weber, I.A.K.
      A.O.K.8 wird mit der Durchführung der Übergabeverhandlung für den Gesamtbereich von Warschau beauftragt.
 
I.A.K. an A.O.K.3, 217.,61.,11.Div.,Art.Kdr.I 27.9.1939 9.25 Uhr
Bedingunsglose Kapitulation von Warschau/Praga unterzeichnet.Feuer sofort einstellen.
 
I.A.K. Korps Gef.St.Sulejowek den 27.9.1939 9.39 Uhr
An 217., 61., 11.Div., 1.K.B.

1.) Vor den russischen Truppen ist ein starker Flüchtlingsstrom aus ostwärtiger in westl.Richtung im -unleserlich-.
    Der Flüchtlingsstrom ist in westlicher Richtung auf Wyszkow abzuleiten, mit der Weisung, daß nur Volksdeutsche und Angehörige der deutschen
    Volks-unleserlich- über den Narew gelassen werden. Alle übrigen Flüchtlinge sind in ihre Heimat zurückzuschicken.
2.) 1.K.B.sperrt in Linie Kareczew - westl.Minsk. -unleserlich- Minsk - Wyszkow ist für Flüchtlinge frei.
3.) 217., 61. u.11.Div. sperren mit eigenen Kräften innerhalb ihrer Abschnitte in Linie: ostw.Zegrze - Wolomin - Strassengabel Zakret - Kuligow an der Weichsel.
    Es kommt darauf an, daß der Flüchtlingsstrom sich nicht in den eigenen Unterkunftsraum eingeht(?) und den Nachschubstrasses über Zielonka nach
    Radzymin u.Zielonka nach Zegrze für eigene Bewegungen frei bleiben.
4.) Die Narew Brücken bei Zegrze u.Pultusk werden durch I.A.K.gesperrt.

Zusatz für 217.u.61.Div.
Die Sperrung der Narew Brücke Zegrze übernimmt 217.Div. der Narew Brücke bei Pultusk 61.Div. durch die Kdr´e der Pz.Abw.Abt´n.mit je 1 Komp.Pz.Abw.
verstärkt durch Dolmetscher u.weiteren Offizieren. Einweisung der beiden Kdr´e 12.00 Uhr auf Korps Gef.Std.
 
                                                                          Soldaten des I.Armeekorps!
Warschau hat kapituliert!
Damit haben Eure siegreichen Kämpfe in Polen ihre Krönung erfahren.
In unaufhörlichem Vorwärtsdrang Ihr mindestens 6 polnische Divisionen geschlagen, bisher über 10 000 (Gefangene gemacht, über 60 Geschütze und zahlreiche M.G. erbeutet.
Die Tage von Mlawa9 Pultusk, Wyszkow, Minsk, Kaluszyn und vor Warschau sind neue Ruhmesblätter in der Geschichte des I.A.K.
Diese großen Erfolge waren nur möglich, weil jeder von Euch an seiner Stelle seine Pflicht getan hat. Dafür spreche ich euch meinen Dank und meine Anerkennung aus.
Mein Dank gilt vor allem aber der Infanterie, die geführt
von einem vorbildlich, einsatzbereiten Offizierskorps wie immer die Last des Kampfes zu tragen hatte. Ihre großen Erfolge wurden ermöglicht, weil sie von Artillerie, Pionieren, Panzerabwehr, Kavallerie, Nachrichtentruppe und den Verbänden der Luftwaffe in hervorragender Weise unterstützt wurde.
Mit stolzer Trauer gedenken wir heute der vor dem Feinde gefallenen Helden. Ihre Einsatzbereitschaft soll uns stets Vorbild bleiben»
Wir stehen vor neuen Aufgaben.
Das I.A.K. wird weiter seine Pflicht tun.
Es lebe der Führer!
Es lebe unser deutsches Vaterland!

Generalleutnant Petzel
 
A.O.K.3                                                                                                         A.H.Qu. Krasne, 27.9.1939.
Ia 170/39 geh.

                                                                  Operationsbefehl Nr. 22.
1.) Warschau hat sich ergeben. Gegner hält noch Modlin.
2.) 3.Armee geht mit dem I.A.K. über den Narew zurück.
    Der Angriff auf Modlin wird fortgesetzt. Das Gebiet ostw. der Linie Jablonna a.d.Weichsel - Zegrze (Straße für Deutschland) - Narewlinie muß bis
    4.10., 6.00 Uhr, von deutschen Truppen geräumt sein. Über den Raum Straße Jablonna a.d.Weichsel - Zegrze - Narew - Weichsel wird noch befohlen.
    Unterbringung im Raume westl. des Narew s.anl.Karte.
    Die eingezeichneten Räume gelten als Anhalt.
3.) a) I .A.K. geht über die Brücken bei Zegrze und Wyszkow - Pultusk hinter den Narew zurück. Verkehrsregelung an der Brücke bei Zegrze durch
       I.A.K. in Verbindung mit II.A.K.
    b) Die Bewegung kann am 29.9. beginnen, am 3.10. mittags muß das I.A.K. mit allen Teilen die Narewlinie überschritten haben und sichert sie.
       Durchführung der Marschbewegung ist in großen Zügen zu melden.
       Grenze rechts zu II .A.K.:
       Jablonna a.d.Weichsel, Wieliszew, Boniaty, Wielkie (an der Straße Nasielsk - Pultusk), Nowe Miasto, Glinojeck (Orte zu I.A.K.).
       Die Straße Zegrze, Nasielsk, Nowe Miasto steht I. A.K. zu Marschbewegungen zur Verfügung.
       Grenze links zu Führungsstab z.b.V.:
       Mündung des Peltabaches in den Narew. Peltabach bis Lukowo, Opinogora (Orte für Führungsstab z.b.V.).
    c) 1.K.B. ist durch I.A.K. in den Raum um Krasnosielc so zurückzuführen, daß sie am 8.10.abds. westl. des Narew steht.
4.) A.A.(mot)1 ist durch Obstlt.i.G. von Watzdorf in Einklang mit der Eisenbahnräumung an Strecke Siedlce, Malkinia, Ostrolenka zurückzuführen und nach
    Willenborg zu entlassen.
3.) Führungsstab z.b.V. nimmt die Nachhuten ab 29.9., 12.00 Uhr, hinter den Narew zurück.
6.) II.A.K. setzt den Angriff auf Modlin fort. Befehl zum Antreten der Bewegungen in die Räume lt .Karte wird noch gegeben.
7.) Hauptquartiere:
    A.O.K.3 Krasne und Przasnysz
    II.A.K. ) melden die vorgesehenen Korps
     I.A.K. ) Hauptquartiere
    Führungsstab z.b.V. Opinogor
    Divisionsstabsquartiere sind durch die Generalkommandos zu melden.

Besondere Anordnungen zum Operationsbefehl Nr.22
1.) Wegen Abbeförderung des Beutegutes ergeht Sonderbefehl durch Oberquartiermeister.
2.) Nachrichtenverbindung.
    Armee-Nachrichten-Regiment stellt Sprechverbindung zum neuen Korpshauptquartier her. (Ort fernmdl .melden)
3.) a) Die Bugbrücken bei Wyszkow und bei Brok sind nach dem Durchzug der letzten eigenen Truppen unversehrt den Russen zu überlassen.
    b) Von den Narewbrücken sind nach dem Durchzug der letzten eigenen Truppen die Pontonbrücke bei Debe und Zegrze und die Floßbrücke bei Serock durch
       II.A.K. im Einvernehmen mit I.A.K. abzubauen und zu bergen, die Pontonbrücke bei Pultusk durch Arm.Pi.Offz. abzubauen und zu bergen.
       Die Brücke bei Rczan und die teilweise wiederhergestellte Brücke bei Pultusk bleiben erhalten und sind durch Arm.Pi.Offz. in der Mitte durch Schranken
       zu sperren.
    c) Die auf der Nordrampe an der Bugbrücko Wyszkow liegende Stahlstraße läßt I.A.K. durch die dort eingesetzte Pi.Komp. nach Durchzug der letzten eigenen
       Truppen bergen und abfahren. O.Qu. der Armee stellt dazu auf Anfordern Leerfahrzeuge.
 
A.O.K.3 an I.A.K. und II.A.K. 27.9.1939 19.50 Uhr
Die mot.schwere Art.Abt.I.A.K.
A.R.Stab 501
   II./37
   II./57
   Abtlg.506 werden zu dem Angriff auf Modlin dem II.A.K. unterstellt. Sie sind durch I.A.K. herauszuziehen u.nach Nieporet mit Anfang
   zuzuführen. Führer voraus zum Korps Gef.Stand.Zagroby.
 
Gen.Kdo. I.A.K.
Ia op.Nr.135/39 geh.                                                                                                      K.H.Qu. Sulejowek, den 28.9.1939, 18,00 Uhr

                                                                            Korpsbefehl
                                                                    für den Abmarsch hinter den Narew.

1.) Bei der Kapitulation Warschau/Praga sind zahlreiche Generale und 120 000 Kriegsgefangene mit unübersehbarem Gerät in unsere Hand geraten.
    Die Festung Modlin hat am 28.9. früh kapituliert.
2.) Die 3. Armee besetzt die mit den Russen vereinbarte Demarkationslinie nördlich des Narew.
3.) I.A.K. wird herausgezogen und um Ciechanow zur Verfügung der Armee bereitgestellt. Hierzu schließt I.A.K. Praga weiter bis zum 2.10. ab und beginnt
    ab 29.9. mit der Zurückführung der Kräfte hinter den Narew.- Über die Besetzung von Praga folgt Befehl.
    Es kommt darauf an daß keine Verwundeten, Waffen, Munition und Gerät südlich des Narew liegenbleiben und möglichst viel Beutematerial über den Narew mit
    zurückgenommen wird.
4.) Neue Trennungslinien:
    Rechts zu II.A.K.: Jablonna (an der Weichsel)- Wieliszew - Poniaty Wlk.- Nowe Miasto - Glinojeck (Orte zu I.A.K.)
    Links zu Korps z.b.V.: Mündung des Pelta-Baches in den Narew. Pelta-Bach bis Czarnostew- Opinogora (Orte zu Korps z.b.V.)
5.) Unterkunftsräume nördlich des Narew:
    61.Div.: Trennungslinie zu II.A.K.- Obrab- LuzewkoBucece Snietanki- Marusy- D. Kozniewo Wlk.- Kosciesze- Kowalewice- Vw.Pianowo.
    11.Div.: im Raum Strzegocin- Erzewodowo- Czarnestow (Orte einschl.)- Trennungslinie zu Korps z.b.V.- Linie Paluki- Pomorze- Wolki- Burkaty- Stonczewo- Strzegocin.
    217.Div.: im Raum am Narew im Abschnitt des Korps z.b.V. Trennungslinie zu I.A.K.- Czarnostow (11.)- Makow (217.)- Dabrowka (217.)- Rozan (217.).
    1.Kav.Brig.: im Raum um und nordwestl. Krasnosielc bis Jednerezec.
6.) Dis Sicherung des Unterkunftsraumes des I.A.K. gegen die von Osten kommenden Flüchtlinge
    a) südlich des Narew durch 217. u. 61.Div. bleibt bis zur Ablösung durch 11.Div. bestehen. 11.Div. übernimmt die Sicherungen im ehemaligen Abschnitt
       der 61.Div. bis 29.9. 12.00 Uhr, die der 217.Div. bis 2.10. 10.OO Uhr. Es kommt darauf an, daß der Rückmarsch des I.A.K. nicht durch Flüchtlinge gestört wird.
       Die Stärke der Sicherungen ist dementsprechend zu bemessen. Die Sicherungen sind von 11.Div. entsprechend der Rückmarschbewegung selbständig einzuziehen.
    b) nördlich des Narew bis zum Eintreffen der 228.Div. übernimmt 61.Div. im gesamten Korpsabschnitt ab 29.9. 12.00 Uhr.
7.) 61.Div. wird gemäß fernmdl. Vorbefehl am 28.9. durch 1 verst.inf.Rgt. der 11.Div. in der Front vor Praga abgelöst und herausgezogen.
    Am 29.9. überschreitet 61.Div. auf Kriegsbrücke bei Zegrze den Narew und erreicht bis zum 1.10. abends den neuen Unterkunftsraum.
    Straße Zegrze- Nasielsk- Nowe Miasto darf zu Marschbewegungen ausgenutzt werden. Eine Belegung der Ortschaften im Raum des II.A.K. ist verboten.
    Sicherungsauftrag am Narew siehe Ziff.6.).
8.) 217.Div. geht mit allen für die Abriegelung von Praga nicht unbedingt notwendigen Teilen am 30.9. auf Kriegsbrücke bei Zegrze über den Narew in den neuen
    Unterkunftsraum zurück.
    Die Division ist so umzugliedern, daß in der Front Praga am 2.10. 6.00 Uhr nur noch 1 Inf.Rgt. verst.durch 1 l.Art.Abt. steht. Dieses verst.Rgt. tritt
    2.10. 6.00 Uhr unter den Befehl der 11.Div.
    Die Division, (ohne 1 verst.I.R.) überschreitet am 2.1O. bis 18.00 Uhr über die Kriegsbrücke bei Zegrze den Narew und erreicht bis 4.1O. abends den neuen
    Unterkunftsraum.
9.) 11.Div. schiebt am 1.10. alle für die Abschließung von Praga nicht unbedingt notwendigen Teile auf Kriegsbrücke Zegrze über den Narew nach Norden ab.
    Am 2.10. von O.00 Uhr bis 18.00 Uhr steht die Brücke der 217.Div. zur Verfügung.
    Die Abschließung von Praga ist bis 2.1O. 12.OO Uhr aufrechtzuerhalten. Hierzu wird der Division 1 verst.Jnf.Rgt.der 217.Div. unterstellt.
    Ab 2.10. 12.00 Uhr geht die Division unter dem Schutz von Nachhuten über die Bahnlinie Warschau- Zielonka so auf die Kriegsbrücke bei Zegrze zurück,
    daß der Narew von letzten Teilen bis 3.10. 12.00 Uhr überschritten ist. Bis 18.OO Uhr ist die Kriegsbrücke bei Zegrze abzubauen. Praga kann beim Abmarsch
    durchschritten werden.
    Die an der Kriegsbrücke Zegrze eingesetzten Pionierkräfte des II.A.K. (6(?) Kp Pi.630 u.3 1/2 Br.Kol.B (mot.) ) werden der 11.Div. ab 2.10. 6.00 Uhr
    unterstellt. Sie sind nach Abbau der Kriegsbrücke über Nasielsk, Plonsk dem II.A.K. nach -unleserlich- zuzuführen.
    Die Verkehrsregelung an der Kriegsbrücke Zegrze behält der vom II.A.K. eingesetzte Brückenkommandant. Aller Nord-Süd-Verkehr ist über die Brücke Debe zu leiten.
    Der neue Unterkunftsraum ist bis zum 6.10. abends zu erreichen.
10.) 1.Kav.Brig. übernimmt den Schutz der linken Flanke des I.A.K. während der Abmarschbewegung hinter den Narew.
     bis 29.9. in bisheriger Linie Karczew- ostw. Minsk. am 30.9. in Linie Tluszcz- Strachowka. am 1.10. auf dem nördlichen Bugufer beiderseits Wyszkow.
     Am 2.10. geht die Brigade so auf die Behelfsbrücke Pultusk zurück, daß diese von letzten Teilen 18.OO Uhr überschritten ist. Bis 4.10. abends erreicht die
     Brigade ihren neuen Unterkunftsraum.
11.) 2.(H)/Tannenberg verbleibt bei Ciechanow.
12.) N.A.41 hält Fernsprechverbindung mit A.O.K.3, II.A.K., Korps z.b.V., Flugplatz und zu den Divisionen, Funkver- bindung zu 1.K.B. aufrecht.
     Masse der N.41 überschreitet am 1.10. den Narew.
13.) Die Divisionen stellen ab 2.10. 8.0O Uhr je einen Verbindungsoffizier zur Führungsabteilung I.A.K. und melden baldmöglichst ihre neuen Stabsquartiere.
14.) Korps-Gef.St. verbleibt bis 1.1O. 12.OO Uhr in Sulejowek. Neues Korps-H.Qu. wird später bekanntgegeben.
                                                                                                                 Der Kommandierende General.
 
I.A.K. an 217., 61., 11.Div., 1.K.B. 28.9.1939, 20.20 Uhr
Änderungen an der Demarkationslinie sind zu erwarten. Abmarsch hinter den Narew verzögert(?) sich. Der 29.9.ist Ruhetag.
Die -unleserlich- 61.Div.bleibt am 29.9.in den Rasträumen vom 28.9. abends. Abtransport des Beutematerials u.der Verwundeten geht weiter.
 
I.A.K. Ia den 29.9.1939 Korps Gef.Std.Sulejowek Entwurf
An 11.,61.,217.Div., 1.K.B.

In letzter Zeit ist es mehrfach vorgekommen, daß Gefangenentransporte der Truppe ohne irgendwelche(?) Übergabe an den -unleserlich- der
Gefangenensammelstellen beim I.A.K. eintrafen. Die Truppe ist daher somit darauf hinzuweisen, daß sie bis zur Übernahme des Transports für die
Gefangenen verantwortlich ist und das Begleitpersonal zu stellen hat.
I.A.K.wird dafür Sorge tragen, daß das Begleitpersonal möglichst bald zur Truppe zurückkehrt.
 
A.O.K.3 an I.A.K. weitergeleitet an 11.,61.217.Div., 1.K.B. 29.9.1939, 20.35-20.55 Uhr
1.) Nach Meldung der Heeresgruppe werden neue Bewegungen der Truppen der 3.Armee voraussichtlich nicht vor dem 2.10. angetreten. Die Aufgaben für I.A.K.
    bei Praga, für II.A.K. bei Modlin bleiben bestehen.
2.) Die Truppen ruhen unter örtlicher Sicherung.
    Die Unterkunftsräume können hierzu erweitert werden.
 
Gen.Kdo.I.A.K.                                                                                                                         den 30.9.1939

                                               Korpsbefehl
für den Einmarsch in Praga und den Durchmarsch durch Warschau
                                                              Ziff.l.)u.2.) fernmdl.an 11.u. 217.Div.voraus.

1.) 217. u. 11. Div. besetzen am 1.10.39 uro 10.00 Uhr in ihrenStreifen Praga. Die Weichsel darf weder von geschlossenen Truppen noch von einzelnen
    Soldaten überschritten werden.
2.)Ortskommandant für ganz Praga ist Generalleutnant Bock. Er setzt sich mit dem Kommandanten von Warschau/Praga, Generalleutnant von Cochenhausen
   (Kdr.10.Div.) in Verbindung.
3.) a) Am
2.10.19 marschieren je 1 verst.Jnf.Rgt. in Stärke von
       je 3 Bataillonen
         
1 J.G.Kp.                        )  zugleich
          1 Pi.Kp.(Fuß)                    ) Reihenfolge.
          3 l.Batterien                    )
        1
schw.Batterie                 )
        mit Musik durch den Ostteil von Warschau.
    b) Marschweg: Südbrücke - Straße des 3.Mai- Nowy Swiat - Pl.Zamkowy — Pl.Teatralny - Bielanska- Pl.Muranowski -  Nordbrückec)
    c) Anmarschwege für:
            217.Div.:
Radzyminska - Zabkowska - Targowa - Al.Zieleniecka - Al.Poniatowskiego.
             61.Div.: Al.Poniatowskiego.
             11.Div.:
wie 61.Div.                    
    d
) Abmarschwege für:
           
217.Div.: Jagiellonska - Zygmuntowska- Targowa- Zabkowska Radzyminska.
             61.Div.: Jagiellonzka - Zygmuntowska- Targowa - Grochowsk
             11.Div.: wie 61.Div.
    e) Reihenfolge:
            217.Div.
             61.Div.
             11.Div.
    f) Vorbeimarsch in der Al.Poniatowskiego am Ostende der Südbrücke nehme ich den Vorbeimarsch der 3 Regimenter ab.
    g) Anzug.Ausrüstung, Stärken:
       Feldanzug, Stahlhelm, Gewehrriemen kurz, keinen Gef.-,Verpfl.- u. Gep.Troß; nur Gef.Fahrzeuge. Artillerie nur Gef.Batterien mit 1. Staffel.
    h) Verkehrsregelung: Durch mot.Einheit der 11.Div.
    i) Zeiten:
           6.30 Uhr
tritt das Rgt.der 217.Div. von der Straßengabel Al.Zieleniecka, Al.Poniatowskiego den Marsch an.
           7.00 Uhr
steht das Rgt. der 6l.Div. auf der Al.Poniatowskiego zum Abmarsch bereit. Anfang an der Al.Zieleniecka.
                    Es folgt dem Rgt. der 217.Div. mit 100 m Abstand.Das Rgt. der 11.Div. ist von 11.Div, im Benehmen mit 61.Div. auf der Grochowska so bereit
                    zu stellen,
daß es dem Rgt. der 61.Div. mit 100 m Abstand folgen kann.Der Durchmarsch durch Warschau muß um 11.00 Uhr beendet sein.
                    Nach dem Durchmarsch sind die Regimenter entlassen.
 
I.A.K. an 11.,61.,217.Div., 1.K.B. 30.9.1939 18.50 Uhr

Sämtliche Truppenteile haben sofort alle erbeuteten überzähligen poln.Kfz.und alle Art.nach Zegrze in Marsch zu setzen u.dort beim -unleserlich-offz.
des Armeenachschub-Kdrs. in der Fähnrichschule abzuliefern. Sollten poln.Kfz.brauchbar, nur z.Zt.nicht betriebsfähig sein, so ist dieses I.A.K.
zu melden. Abschleppen erfolgt durch A.O.K.3.
 
Oktober 1939 >>