6.Infanteriedivision
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Kriegstagebuch August 1942
1.8.1942 Einsatzbericht II./I.R.18
In der Nacht vom 31.7./1.8. wurde das Btl.alarmiert und zur Verfügung der 87.I.D. nach Lasarowo beordert.
Auftrag: Erkunden und eventuelle Besetzung einer Riegelstellung zwischen Timofejewo - Berdichino. Gegen 10.00 Uhr wurde das Btl.alarmiert und in den Bachgrund südl.
Martjukowo vorgezogen. Um 16.00 Uhr hat sich der Kommandeur I.R.187 das Btl. unterstellt. Gegen 18.00 Uhr wurde die Unterstellung durch die 87.I.D. aufgehoben und
dem Btl.folgender Auftrag erteilt: "Besetzen einer Riegelstellung zwischen Martjukowo - Durakowo". Mit Einbruch der Dämmerung war die Riegelstellung bezogen, als
ein neuer Auftrag für das Btl.durch die 87.I.D. erteilt wurde: "Btl.erreicht beschleunigt Gubino und wird dem I.R.185 unterstellt".
Rgt.Kdr.185 befahl de Btl.: In der Nacht 1./2.8. Ablösung in der Linie: Chanino einschl.Gubino - Südostrand Mopyticha".
2.8.1942 Einsatzbericht II./I.R.18
Am 2.8. hatte das Btl.5 Angriffe, die mit Panzern und starken Inf.Kräften geführt wurden, abgewiesen. Drei schwere Angriffe  wurden davon gegen Chanino geführt. Es
wurden 7 Panzer vernichtet. Die Ausfälle des Btl.beliefen sich auf rund 50 Offz., Uffz.und Mannschaften.
3.8.1941 Einsatzbericht II./I.R.18
In der Nacht vom 2./3.8. wurde das Btl.abgelöst und erreichte zur Verfügung der 87.I.D. Lasarewo. Das Btl.hatte den ganzen Tag unter starken Fliegerangriffen zu leiden.
Am Nachmittag des 3.8. erhielt das Btl.folgenden Auftrag;
"Ablösen in der H.K.L. Fedorkowo - Gorbowo" (HKL gut 2km lang). In dieser Stellung hat das Btl. insgesamt 18 Angriffe abgewiesen, davon wurden 4 mit Panzern geführt.
Durch den ständigen sehr starken BEschuß hatt das Btl. schon bald unerträglich hohe Verluste.
24.8.1942 Einsatzbericht II./I.R.18
Am 24.8.erfolgte ein sehr starker Angriff des Feindes nach heftger Artillerievorbereitung und mit Unterstützung von 50-60 Panzern. Das Btl. hat diese Stellung bis gegen
11.00 Uhr gehalten und mußte dann in aussichtsloser Lage, da keinerlei panzerbechende Waffen ab 5.00 Uhr mehr zur Verfügung getanden hatten, der Feind auf Lkw.ständig
neue Kräfte nachschob das Btl.gegen 09.30 Uhr von der FLanke und im Rücken angegriffen wure, weder Sturgeschütze noch irgendeine Verstärkung erhalten hatte, unter sehr
hohen eigenenVerlusten diese Stellung aufgeben.
Am Abend des 24.8. hat das Btl., nachdem die versprengten Teile zusammengfeaßt worden waren, mit 50 Mann im Angriff die Höhe 205,6 gestürmt und die Verbindung mit dem
I.R.37 hergestellt. Ein Durchstoß bis nach Gorbowo scheiterte wegen des zu starken Feindwiderstandes. Auch hierbei erlitt das Btl.sehr starke Verluste.
An diesem Tag hat das Btl. 5 Offiziere, die Masse aller Unteroffiziere und Mannschaften verloren.
Das Btl. verteidigte die Höhe gegen mehrere Angriffe am Abend und hat sie in der Nacht 24./25.8.42 gehalten. Das Btl. wurde erneut der 87.I.D. unterstellt und erhielt
den Auftrag, a 25.8. am Südost- und Nordostrand des Waldstückes südostw.Dobraja abzuriegeln.
25.8.1942 Einsatzbericht II./I.R.18
Gegen 10.00 Uhr erhielt das Btl.den Auftrag:
"Marsch über Lepeticha, Erreichen des Südufers der Wolga und Vorführen des Btl. nach Schule südwestl.Posdyrewo, Unterstellung unter das I.R.87".
Neuer Auftrag: "Beziehen der HKL zusammen mit III./I.R.37 in der Linie Posdyrewo - Redkino".
Um 17.00 Uhr neuer Auftrag:
"Das Btl.erreicht in der Nacht 25./26.8. Tolstikowo und wird der 6.I.D. wieder unterstellt."
26.8.1942 Einsatzbericht II./I.R.18
Das Btl. hatte vom 23.8. abends bis 25.8., 15.30 Uhr keinerlei Verpflegung zu sich nehmen könne und erreichte, durch die Strapazen des harten Kampfes und des Marsches
völlig erschöpft, am Morgen des 26.8.42 Tolstikowo. Hier wurde dem Btl. ein Biwakplatz zugewiesen.
27.8.1942 Einsatzbericht II./I.R.18
Am 27.8. erhielt das Btl.an Ersatz 2 Offiziere, 24 Unteroffiziere und 251 Mannschaften. Mit wenigen Ausnahmen von Spezialisten wurde der gesamte Ersatz vom Btl.übernommen.
Das Btl.gliederte sich noch am 27.8. neu.
Von den beiden zugewiesenen Offizieren verfügte keiner über Kriegserfahrung. Ebenfalls besaß die Masse der überwiesenen Unteroffiziere und Mannschaften keine Kriegserfahrung.
1/3 der Mannschaften ar über 30-34 Jahre, ungefähr 14 Mannschaften g.v.F. Es war ein Marschbtl. für die 251.I.D. und entsprechend mit Unteroffizieren und Mannschaften aller
Waffengattungen gemischt.
Das Fehlen an guten Unterkünften, die großen Lücken in den Reihen der alten, gut ausgebildeten und kampfbereiten, erfahrenen Mannschaften des sog.Winter-Btl.minderte die
Gefechtskraft des Btl.erheblich herab. Eine mindestens 4-wöchige Ausbildung wäre hier bereits am Platze gewesen. Die Verhältnisse ließen dieses jedoh nicht zu.
28.8.1942 Einsatzbericht II./I.R.18
Am 28.8. wurde das Btl.alarmiert und dem Stadtkommandanten von Rshew unterstellt. Zur Ausführung dieses Auftrages kam es jedoch nicht. Das Btl.blieb zur VErfügung des VI.A.K.
im Waldstück südostw.Murawjewo. Gegen 19.00 Uhr wurde das Btl. nach Tolstikowo entlassen, aber bereits um 22.00 Uhr in Tolstikowo wieder alarmiert.
Auftrag: "Das Btl. wird der 87.I.D: unterstellt und erreicht zunächst Greschnikowo"
Auftrag der 87.I.D. lautet:
"Das Btl. bezieht in der Nacht 28./29.8.42 eine Riegelstellung (zur Abwehr eines durchsickernden Gegners Richtung Snamenskoje) zwischen 1500m nördl. Burmusowo und Baranzewo".
Dieser Marsch mit Tiefenstaffelung gegen Flieger und Artilleriefeuer bewiese bereits wie schwer es war dieses neuzusmmengesetzte Btl. zu führen. Die Kp.-Chefs kannten die
Zugführer und Uffz.nicht oder doch nur kaum, die Uffze.kannten ihre Leute nicht, die Leute kannten sich gegeneitig nicht, dazu die mangelhafte Erfahrung und die gewisse
Trägheit und Gleichgültigkeit, die die Masse Mensch ohne Verantwortung stets aufbringt, vor allem bei Nacht. Ein Rufen, Schimpfen, Suchen nach Leuten usw. waren die
Begleiterscheinungen auf dem ganzen Marschweg. Ein Verbindunghalten gab es nicht. So geschah es, daß an schwierigen Stellen das Btl. auseinanderriß und es alle Mühe kostete,
es in den Morgenstunden wieder zusainmenzubringen. Ob nun Leute fehlten, konnte nur durch abzählen festgestellt werden, es konnte aber nicht festgestellt werden, wer fehlte,
da sich alles mehr oder minder fremd gegenüberstand. Das feindliche Artilleriefeuer tat das Übrige.
29.8.1942 Einsatzbericht II./I.R.18
Gegen 15,00 Uhr erhielt das Btl. Auftrag, abzuriegeln hart südlich der Sehnenstellung im Wolgabogen Snamenskoje. Bei der Durchführung dieses Auftrages hatte das Btl. starkes
Artilleriefeuer zu durchschreiten. Die Bilder, die sich nunmehr auf dem Gefechtsfelde zeigten, lassen sich schlecht schildern. Offiziere und Unteroffiziere taten ihr Bestes,
aber sie konnten sich mit der Stimme auf dem Gefechtsfelde nicht durchsetzen. Die ersten größeren Verluste traten ein und verursachten erhebliche Verwirrung. Obwohl die
einzelnen Männer bestimmt ihr Bestes getan haben, reichte aber diese Bereitschaft, ihre Pflicht zu tun, nicht aus, um die mangelhafte Erfahrung auf dem Gefechtsfelde und die
gänzlich fehlende Verbandsausbildung zu ersetzen. Das Btl. hatte bei diesen Bewegungen verhältnismäßig hohe Ausfälle. Der Auftrag konnte nicht wie befohlen durchgeführt werden.
Das Btl. mußte sich bis zum Eintritt der Dunkelheit mit einer sogenannten Notlösung begnügen. In der Nacht grub sich das Btl. in der befohlenen Linie ein.
30.8.1942 Einsatzbericht II./I.R.18
Am 30.8., 02,00 Uhr erhält das Btl. neuen Auftrag:
"Das Btl. löst sich noch vor Hellwerden aus der Riegelstellung und erreicht Tolstikowo"
Am 30.8.42 ergeht neuer Befehl: "Das Btl. ist der 6.J.D. wieder unterstellt und löst in der Nacht vom 30./31.8.42 in der HKL: rechte Grenze, Straße Rshew - Staritza - Timofejewo
einschl. und Grenze links, Stadtgut bis Chalynka Grund einschl. ab."
Das Vorziehen des Btl. durch das unter starkem Artilleriefeuer liegende Chalynka-Tal, das durch Gr.W.Feuer, Stalinorge1 und Nachtbomber zeitweise verstärkt eingedeckt wurde, ist
ebenfalls nicht zu beschreiben. Auch hier gerieten die Gruppen und Züge durcheinander und mußten letzten Endes so eingesetzt werden, wie sie kamen. Kurz vor der Ablösung war der
Russe in das Stadtgut eingebrochen und konnte von dem dort verteidigenden Btl. wegen fehlender Kräfte nicht wieder aus der eigenen HKL geworfen werden. Das Btl. übernahm, so gut
es ging, die Stellungen und bereitete mit einer Kompanie für den 31.8. früh einen Gegenstoß zur Wiedergewinnung der HKL vor. Bei diesem Gegenstoß zeigten sich ebenfalls
außergewöhnliche Schwierigkeiten, auch hier lassen sich die einzelnen Vorkommnisse schlecht schildern. Die Leute taten vollauf ihre Pflicht, aber die mangelhafte Erfahrung überhaupt
wie das Fehlen jeglicher Erfahrung im Nahkampf mit dem Russen, die ungenügende Ausbildung in der Handhabung der Waffe in der Bewegung, wie an manchen Stellen auch das Versagen von
Unterführern, mußte hier mit ungewöhnlich hohen Verlusten bezahlt werden. Die beiden am 27.8. zugewiesenen Offiziere fielen bei diesem ihrem ersten Gefecht aus. Das Btl. hat in
dieser Stellung 13 Feindangriffe abgewehrt, 5 Einbrüche bereinigt, 7 Panzer wurden vernichtet. Das Btl. verlor in dieser Stellung 6 Offiziere und 1 Offz.Anw.(Feldw.).
Fortsetzung 10.9.1941
   
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